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Lebe die Musik in dir

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20 Kapitel - 16.885 Wörter - Erstellt von: _Estrella_ - Aktualisiert am: 2017-09-21 - Entwickelt am: - 6.569 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 4 Personen gefällt es

Für die ei­gen­bröt­le­rische Musikliebhaberin Grace geht fast die Welt unter, als sie von ihren Eltern auf ein Internat geschickt wird.Zu dem werden an dieser Schule auch noch die schlechten Eigenschaften sogenannter "Problemkinder" mit Musik bekämpft.Aber dann taucht Grace in den so gar nicht langweiligen Alltag dort ein...

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    ((bold))WENN DEINE WELT NUR DURCH EIN PAPIER ZERSTÖRT WIRD((ebold)) "Das kann nicht so weitergehen Grace.Das geht einfach nicht.Die Lehrer haben

    WENN DEINE WELT NUR DURCH EIN PAPIER ZERSTÖRT WIRD

    "Das kann nicht so weitergehen Grace.Das geht einfach nicht.Die Lehrer haben sich beschwert.Dass du...dich nicht benimmst...Material vergisst...und...", redete mein Vater mit einer ruhigen Stimme auf mich ein, als versuche er mir freundlich klarzumachen dass ich das letzte Stück Scheiße sei.
    "Was scheren mich die Lehrer? Die übertreiben nur!", gab ich trotzig zurück.
    Na gut...Dann haben sich die Lehrer beschwert...Und? Ich vergesse eben manchmal Sachen...
    Nun gab auch meine Mutter ihren Senf dazu:"Wenn es nur das wäre.Aber du verschanzt dich.Für deine 17 Jahre hast du kein normales...Leben...Noch nie war ein Freund oder eine Freundin bei dir.Noch nie warst du abends aus.Wenn du mal aus deinem Zimmer rauskommst, dann hängst du nur an diesem Klavier.Das tut dir nicht gut..."
    Verächtlich schnaubte ich.
    "Vielen Dank für die ganzen Komplimente..."
    Plötzlich holte mein Vater tief Luft.Für einen kurzen Moment dachte ich schon er würde hyperventilieren, aber dann sprach er wieder nur mit dieser nervigen Psychologenstimme.
    "Deine Mutter und ich beobachten das schon lange...Seit dem Vorfall mit Jamie...und...dann dachten wir, wir suchen eine bessere Schule für dich...eine Schule bei der du neu anfangen kannst.Freunde finden kannst.Wohnen kannst."
    Mir ploppten fast die Augen aus dem Kopf.Das konnte nicht Dads Ernst sein.
    "WAS habt ihr? Ihr wollt mich loswerden! Denkt ihr ehrlich mir würde es woanders besser gehen? Ohne Scheiß?"
    "Beruhige dich Grace, Schatz", redete Mum auf mich ein."Die Schule wird dir sicher gefallen.Es ist eine Musikschule.Eine Mischung aus Internat, Schule und Musikschule.Mit ganz vielen anderen netten Kindern.Sie heißt die 'Jackson Academy of Music'.Gestern ist der Brief gekommen.Du bist nun Mitglied dort."
    Wütend sprang ich auf.Ich spürte wie mir die Tränen in den Augen brannten, ich nur noch verschwommen sehen konnte.Hitze stieg mir in die Wangen und meine Hände ballten sich zu Fäusten.
    "Ein bescheuerter Name! Wisst ihr was? ICH WERDE MICH AUF DIESE VERDAMMTE SCHULE NUR ZU GERN VERPISSEN! HAUPTSACHE ICH BIN WEG VON MEINEN ELTERN DIE MEIN LEBEN ZERSTÖREN WOLLEN!"
    Meine Eltern starrten mich mit großen Augen an.Zu Recht.Sie hatten die Ehre wahrscheinlich die ersten Menschen zu sein wegen denen ich wirklich und wahrhaft ausrastete.
    Um meine Dramaqueen-Einlage noch passend zu beenden, stolzierte ich zur Tür.
    Mit den Worten "Wie ihr wollt! ICH gehe meine Koffer packen!", einem dramatischem Ausatmen und einem Türeknallen, das wahrscheinlich ganz Großbritanien erschütterte verschwand ich aus der neu von mir getauften "Stube der Hölle".
    Immer noch vor mich hin schimpfend stampfte ich die Treppen zu meinem Zimmer hoch, an meinem Klavier und dem Schlafzimmer der zwei mit mir lebenden Monster vorbei und schlug schließlich in meiner klitzekleinen Dachkammer angekommen wiederholt die Tür hinter mir zu.In voller Rage zog ich meinen schwarzen Koffer unter dem Bett hervor und begann fluchend meine Kleider, Habseligkeiten und am wichtigsten-meine Klaviernoten und Songversuche so unordentlich wie möglich in das Reisebehältnis zu stopfen.
    Eine neue Schule blühte mir.Wie ich meine Eltern kannte war das eine dieser piekfeinen Akademien, in der alles totenstill und vollkommen sauber war, die Schüler täglich Rollkragenpullover und Krawatten trugen und den Hintern versohlt bekamen, wenn sie zu laut atmeten.
    Während ich immer mehr Gefallen daran bekam über meine schreckliche zukünftige Schule nachzusinnen hielt ich inne.
    Ich würde ganz leicht wissen, was das für eine Art Schule war.Schnell wie der Blitz schnappte ich mir mein Handy, warf mich auf mein Bett und öffnete Google.Nach kurzem Nachdenken fiel mir auch der Name der Streberakademie wieder ein.Die "Jackson Academy of Music" oder so.
    Mit geübten Fingern tippte ich den Namen in das Suchfeld ein und sofort ploppte die Homepage des Internats auf.Aufgeregt begann ich zu lesen.

    An die traditionsreiche, lang erhaltene Jackson Academy of Music gehen sogenannte Problemkinder.Hier wird ihnen von gut ausgebildeten Lehrern die Kunst der Musik gelehrt.Die Akademie ist eine seriöse Musikschule, in der aber auch die 'normalen' Fächer unterrichtet werden.Unser Motte ist:
    'Lebe die Musik in dir'
    Nach vielen bestätigten Fällen konnten wir mit Musik die schlechten und gefährlichen Eigenschaften der 'Problemkinder' bekämpfen.
    Zudem werden an unserer Schule noch verschiedene Wahlkurse und Psychologen angeboten.[...]


    In einer Mischung aus erschrocken, überrascht und verärgert ließ ich das Handy sinken.Ich würde jetzt an eine Schule für Massenmörder oder noch schlimmeres Zeugs gehen.
    Weil auch ich ein "Problemkind" bin.
    Das sahen die Leute also in mir.
    Ein Problemkind.

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    ((bold))WILLKOMMEN AN DER SCHULE FÜR PUTZIGE, KLEINE MASSENMÖRDER((ebold)) Traurig starrte ich aus dem Autofenster.Saftige Wiesen, dichte Wälder un

    WILLKOMMEN AN DER SCHULE FÜR PUTZIGE, KLEINE MASSENMÖRDER

    Traurig starrte ich aus dem Autofenster.Saftige Wiesen, dichte Wälder und andere Autos zogen an mir vorbei.Ich war mit meinen Eltern jetzt schon eine gute Stunde zu der neuen Schule unterwegs.Nach ein paar Panikattacken meinerseits und Nervenzusammenbrüchen ihrerseits hatten sie es geschafft mich und mein Zeug ins Auto zu kriegen.Und jetzt konnte ich mich auf das ach so tolle Internat für putzige, kleine Massenmörder freuen.Juhu.Freude.Yay.
    Ich ließ meinen Blick durch das Auto schweifen.Mein Vater saß mit einem unerträglich fettem Grinsen am Lenkrad, neben meiner Mutter die ebenso dämlich dreinblickte.
    Ich betrachtete mich nachdenklich im Rückspiegel.Meine dunkelblauen Augen sahen mich mit einem traurigem Ausdruck und geziert von tiefen Augenringen an.
    In der Hoffnung mein Umfeld noch etwas mehr zu nerven hatte ich mich schwarz und in Leder angekleidet, war in auffällige Stiefel mit spitzen Nieten geschlüpft und mein (zu meinem Leidwesen) glattes, hellblondes Haar zu dem wahrscheinlich unordentlichsten und hässlichsten Pferdeschwanz der Welt zusammengebunden.
    Was tat man nicht alles um seine Eltern in den Wahnsinn zu treiben...
    Ich schloss die Augen, in der Hoffnung einzuschlafen und nie mehr aufzuwachen.
    Da hatte ich was blödes gehofft.Denn ich schlief ein, aber ich wachte wieder auf.Und zwar als unser Auto angehalten hatte.
    Vor einem großen Gebäude.
    Ich hatte mit meinen übermenschlich detektivischen Fähigkeiten natürlich schnell raus, dass es sich dabei um die berühmt-berüchtigte Jackson Academy handelte.Aber ich muss zugeben, ich hatte sie mir ganz anders vorgestellt.
    Nicht so schön, um ehrlich zu sein.
    Die Schule thronte auf einem von sorgfältig gestutztem Gras bedeckten Hügel, mit einem von Blumen gekennzeichnetem Weg zum Eingang.Auf der rechten Seite des Hügels konnte ich sogar einen See erkennen.Und auf der linken ein Wäldchen.
    Die Schule selbst war aus rotem Sandstein erbaut, mit vielen Türmchen, die schwarze Dächer hatten.Sie machte einen alten Eindruck, der durch die verschiedengroßen und -breiten Türmchen aber direkt wieder verschwand.
    Leise seufzte ich.
    Das würde jetzt also mein neues Heim sein.
    Ich machte die Autotür auf und holte meinen Koffer aus dem Kofferraum.Meine Eltern hatten auch ihre Türen geöffnet.Mum hatte angesetzt etwas zu sagen, aber ich unterbrach sie.
    "Tschüss.", meinte ich kühl."Wir sehen uns."
    Und mit diesen Worten rauschte ich so elegant, wie es mit einem vollgestopften Koffer und einer Gitarre in den Händen nur ging, in Richtung Schulgebäude, ohne einen Blick zurückzuwerfen.
    Meine Eltern konnten mir gestohlen bleiben.Sie hatten mir alles genommen, was mir noch Schutz im Leben bot.Mein Zimmer.Mein Zuhause.Die bekannte Umgebung in unserem wunderschönen Örtchen.
    Während ich wehmütig über mein altes Zuhause nachdachte, ging ich gedankenverloren durch das Eingangstor.Etwas verschwitzt von dem Fußmarsch sah ich mich um.
    Jetzt war ich auf mich allein gestellt.Fragt sich nur, wie ich mein Zimmer finde.
    Da tauchten zwei Mädchen vor mir auf, beide von etwas merkwürdiger Erscheinung.
    Die eine hatte etwa schulterlange schokoladenbraune, aber sehr wilde Locken, große dunkelbraune Augen und gebräunte, milchkaffeefarbene Haut.Sie trug ein regenbogenfarbenes, bauchfreies Shirt, mit Rüschen und Glitzer.Darüber, als krasser Gegensatz eine schwarze Lederjacke mit Nieten, ähnlich wie an meinen Stiefeln.Am seltsamsten war aber ihre Hose.Sie wurde ab den Knien immer weiter, ähnlich wie Glocken.Ich glaube, so was haben die Leute neunzehnhundertirgendwas getragen, in der Elvis- und Schmalzlockenzeit.
    Die andere der beiden brachte einen etwas seltsamen Gegensatz zu der braunhaarigen Hippi-Rocker-Braut.Sie hatte feuerrotes, offenes, etwa bis zur Mitte ihres Rücken reichendes welliges Haar, giftgrüne Augen und Haut, so blass wie die einer Toten.Sie trug nur schwarz.Wirklich nur.Ein schwarzes Top, schwarzen Nagellack, einen schwarzen Haarreif, schwarze Jeans, schwarze Stiefel und sogar schwarzen Lippenstift.Man konnte leicht erkennen, dass sie mit Leib und Seele ein Gothic war.
    Nachdem wir uns alle lange gemustert hatten, fing das Hippi-Rocker-Mädchen an zu sprechen, mit einer ungewöhnlich hellen, vielleicht sogar etwas schrillen Stimme.
    "Du siehst neu aus! Das bist du, oder? Ja, bist du! Ich bin Lizz! Und du bist wer? Du siehst nach einer Mia aus! Heißt du Mia?"
    Nachdem die sogenannte Lizz endlich ihren Redewasserfall gestoppt hatte antwortete ich zögernd.Ich hatte es nicht so mit Menschen.Schon gar nicht mit Fremden.
    "Grace Scott.Ich bin Grace.Nicht Mia."
    "Eine Grace also! Weißt du, der Name passt wirklich nicht zu dir! Du solltest dich umbenennen lassen, oder Alice?"
    Lizz sah zu dem Gothic-Mädchen neben ihr, die also Alice hieß.
    Leise und mit einer dunklen Stimme begann Alice auch zu sprechen.
    "Ich mag den Namen Grace, die Arme."
    Nun verstand ich nur noch Bahnhof.
    "Arme? Warum Arme? Was redest du da?"
    Aber Lizz antwortete mir an Alice' Stelle.
    "Ach, sie meint nur wegen der Show, übermorgen, das ist immer schwer für die Neuen!"
    Eine Show? Hier gab es Shows! Das hätte ich nicht gedacht.Und um ehrlich zu sein sahen mir Alice und Lizz gar nicht nach Mördern oder so aus...
    Da sprach Alice schon wieder.
    "Die erste Show des Jahres.Alle neuen Schüler müssen mit einem selbstgeschriebenem Song auftreten.Nicht unbedingt gesungen, aber selbstgeschrieben, damit die Lehrer sie in die verschiedenen Musikklassen, also nach dem Können einteilen."
    Wow.Das waren ganz schön viel Infos auf einmal.Was hatte Lizz eben noch gesagt?Übermorgen? Hieß das, ich hatte gerade einmal einen Nachmittag und einen Tag für einen Song Zeit? Ach du scheiße...
    Aber zur Sicherheit fragte ich noch einmal nach:"Und die Show ist übermorgen? Ganz sicher?"
    Lizz nickte nur.
    "Aber wie soll ich das den schaffen?", meinte ich verzweifelt.
    Alice und Lizz sahen sich an, als wären sie zwei Agenten aus diesen Actionfilmen, die Jamie immer geliebt hatte.Dann wendeten sie sich zu mir.
    "Wir helfen dir", antwortete Alice mit ihrer dunklen Stimme.Und irgendwie beruhigte mich das.

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    ((bold))VON ZWEI NEUEN FREUNDINNEN, HEIßEN SOUNDS UND SCHÖNEN STIMMEN((ebold)) Nunja, wie gesagt, Lizz und Alice hatten mir ihre Hilfe angeboten.Ich

    VON ZWEI NEUEN FREUNDINNEN, HEIßEN SOUNDS UND SCHÖNEN STIMMEN

    Nunja, wie gesagt, Lizz und Alice hatten mir ihre Hilfe angeboten.Ich wäre einfach komplett dämlich gewesen, hätte ich sie nicht angenommen.
    Die Schule war vielleicht gar nicht so schrecklich, wie ich anfangs dachte.Um ehrlich zu sein machte es mir sogar Spaß den ganzen Tag in Musikräumen herumzulungern, anderen bei Bandproben und ähnlichem zuzuhören und die verschiedensten Instrumente auszuprobieren.Von Trompete, die nach meinen kläglichen Versuchen von Spucke nur so triefte, Violine, die nach meinem Rumgefiedel eine Seite kaputt hatte, oder einem Schlagzeug, was ich aber nicht mehr spielen durfte, weil die Lehrer sich über Ohrenschmerzen beschwert hatten, war alles dabei.Aber jetzt weiß ich dass mein Fachgebiet bei Klavier, Gitarre und dem- nach Lizz und Alice Meinung- Singen liegt.
    Alice und Lizz.
    Die Mädchen sind echt nett.Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mit den Leuten hier so gut verstehe.Okay, außer mit den beiden hatte ich bisher mit noch niemandem geredet.Aber was ja nicht ist kann ja noch werden...
    Hier gibt es außerdem Vierer-Zimmer.Mit jeweils vier, von Türen abgetrennten Bett- und Schrankbereichen, einem Bad und einem kleinem Wohnzimmer, dass mit einem Fernseher und vier Sesseln ausgestattet ist.
    Bei meinem Glück bin ich natürlich NICHT mit Lizz oder Alice in ein Zimmer gekommen, sondern mit drei anderen Mädchen meines Alters, die scheinbar auch neu waren.Wir haben uns kurz zugenickt und sind dann gleich in unsere Abteilungen verschwunden.
    So viel zum Thema Zimmergemeinschaften.
    Den Rest meiner 1 1/4 Tage hier habe ich für die große Show geübt und gearbeitet.Ich hatte es mir zum Ziel gemacht in Alice' und Lizz' Musikstufe eingeteilt zu werden, was sich aber als schwer erwies, da sie scheinbar zu den besten Sängern des Internats gehörten und sehr hoch eingestuft wurden.Lizz war übrigens jetzt schon ganze drei Jahre hier, genauso wie Alice.Die beiden hatten sich an ihrem Schulanfang kennengelernt und sind daraufhin ziemlich gute Freundinnen geworden.
    Alice war unschlagbar im DJen und Beats am Computer mixen, Lizz half mir bei den gesangstechnischen Sachen.Nach etwa zehn Minuten Überlegungszeit hatte ich nämlich schon meinen Song ausgewählt.Es war mein erster Song, ich hatte ihn in der Zeit geschrieben, als Jamie zwei Jahre tot war, und alle mich in der Schule ignorierten und auslachten.Der Song war gut.Mit Alice super gemischtem Beat dazu, der aus hämmernden Bässen und elektronischen Sounds bestand, aber genau die richtige Mischung zwischen Computerklängen und echten Instrumenten hatte und Lizz Stimmentraining, was mir das Gefühl gab doch nicht so scheiße singen zu können, fühlte ich mich unschlagbar.Ich hatte einen Song, den Beat, nach Lizz' Meinung eine starke und klare Stimme und zwei Freunde, die dazu auch noch geübte Musikkenner waren.Was wollte ich mehr? Selbst Lampenfieber wegen dem Abend der Show hatte ich nicht.
    Nunja, bis dann der Abend wirklich gekommen war.

    Nervös riss ich kleine Fetzen in meinen Text, den ich krampfhaft umklammerte.Hinter der Bühne herrschte reges Treiben.Neue Schüler eilten herum, schlüpften noch in Schuhe, schminkten sich oder gingen ihren Text durch, Bühnenarbeiter steuerten die Lichtanlangen und man hörte, zwar leicht gedämpft durch den dicken roten Bühnenvorhang, von der Vorderseite der Bühne her Musik und Stimmen.
    Ich lehnte, einer Panikattacke nahe, an einem Tisch direkt hinter dem Vorhang.Mit Alice' und Lizz' Hilfe war ich fast schon perfekt vorbereitet.Lizz hatte es sich noch zur Aufgabe gemacht mich anzukleiden und hatte mir ein dunkelblaues etwa knielanges, meiner Meinung nach etwas zu tief ausgeschnittenes Kleidchen, schwarze Sandalen und etwa 50 kunterbunte Armbänder in die Hand gedrückt.Ich zog alles brav an, nur letzteres ließ ich weg, das war mir dann doch etwas zu viel des Guten.
    Alice hatte mir die Haare gelockt, zu einem ordentlichen Pferdeschwanz gebunden und so viel Haarspray auf die Konstruktion gesprüht, dass meine Haare jetzt etwa so hart wie Beton waren.Aber wenigstens würde es beim Singen halten.
    Leise murmelte ich noch einmal den Text vor mich hin und redete mir gute Gedanken ein.
    Ich konnte das schaffen.Ich war gut.Der Song war gut.Ich hatte Hilfe von zwei Freundinnen.Ich konnte singen.Ich hatte Spaß an der Musik.Alles war gut.
    Dann hörte ich es schon.Die gedämpfte Stimme eines Lehrers drang durch den Vorhang.
    "Nun...Das war eine...äh...schöne Vorstellung von Alan und seinem Hackbrett...Kommen wir nun zu unserer nächsten Schülerin, Miss Grace Scott!"
    Applaus ertönte.Mir drehte sich der Magen um.Jetzt war es so weit.Jetzt würde ich mich beweisen.
    Der sogenannte Alan kam stolz grinsend hinter die Bühne.
    Los Grace.
    Du machst das schon.
    Ich nahm all meinen Mut zusammen, schob den Vorhang beiseite und trat auf die hellerleuchtete Bühne.

    4
    ((bold))DER EINZIGE WEG((ebold)) Ich schluckte und ließ meinen Blick durch die Reihen wandern.Ganz vorne saßen Alice und Lizz.Die beiden sahen mich

    DER EINZIGE WEG

    Ich schluckte und ließ meinen Blick durch die Reihen wandern.Ganz vorne saßen Alice und Lizz.Die beiden sahen mich mit freudiger Erwartung an.Und hinter ihnen so viele Leute...Ich wollte mir gar nicht vorstellen wie viele es waren, denn dann hätte ich wahrscheinlich einen filmreifen Ohnmachtsanfall gehabt.
    Ich versuchte mir vorzustellen die Schüler wären Schaufensterpuppen, aber das machte mir nur noch mehr Angst.
    Stattdessen starrte ich auf die Uhr am anderen Ende des Raumes.
    Langsam trat ich an das Mikrofon auf der Mitte der Bühne.
    Die Musik setzte ein.
    Plötzlich fühlte ich mich viel besser.Ich schloss die Augen.
    Mein Einsatz.
    Ich begann zu singen.Fast hätte ich wieder abgebrochen.Meine Stimme klang so klar, so weich.Sie schallte durch den Raum, füllte jede Ritze mit Musik.
    Plötzlich waren die anderen weg.Alles um mich herum war weg.Ich schwamm in einem unendlichen Fluss aus Musik, war mit ihr verflossen, eins mit ihr.
    Es ist so schwer zu beschreiben...Man kann dafür einfach keine Worte finden.
    Mir war auf einmal egal was die anderen Schüler dachten.Es sah bestimmt sehr merkwürdig aus, wie ich auf der Bühne stand und mit geschlossenen Augen vor mich hinträllerte.Aber es war mir egal.Alles war mir egal.
    Ich hätte dort ewig stehen können.Das Vibrieren der Bässe spüren können.Unendlich sein können.
    Aber alles hat ein Ende.
    Die Musik hörte auf.Sie verstummte, als wäre sie nie da gewesen.
    Stille.
    Ein kurzer Moment der Stille.
    Irgendjemand fing an zu klatschen.Andere stimmten mit ein.Der Applaus wurde immer lauter.
    Zögerlich öffnete ich die Augen.Plötzlich fühlte ich mich wieder unwohl in meiner Haut.
    Schnell trat ich ein paar Schritte vom Mikrofon zurück.Jetzt musste ich nur noch auf die Einteilung warten.Gespannt sah ich zu dem großen, noch leeren Bildschirm auf, der oben am Bühnengestell angebracht war.
    Mittlerweile war der Applaus verstummt.Ich hörte leises Geflüster aus den Zuschauerreihen.Waren es die Lehrer? Ich wagte nicht nachzusehen.
    Plötzlich flimmerte der Bildschirm.
    In meinem Bauch tanzten hunderte Schmetterlinge, nein, eher Nashörner Tango.
    Eine große, leuchtend weiße Sieben erschien.
    Innerlich brach ich in lauten Jubel aus, obwohl ich außen versuchte mich mit einen möglichst coolen Grinsen zu begnügen.Ich konnte mich gerade noch zurückhalten laut "JUHUUUUUU!" zu brüllen, denn ich hatte es geschafft! Ich war in meine erhoffte Musikklasse eingeteilt worden!


    "Super Gracielein!", meinte Lizz fröhlich.Alice schenkte mir nur ein anerkennendes, aber aufrichtiges Lächeln.Es störte mich nicht, schließlich hieß das bei ihr, die scheinbar emotionslos war etwa eine Liebeserklärung.
    Wir liefen einen der Schulgänge entlang, um uns noch viele andere Schüler, die sich munter schwatzend über den Abend austauschten.Die Show war vorbei, und ich war glücklich.Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten mal wirklich glücklich gewesen bin.
    Glück.
    Was für ein komisches Wort, mit einer noch komischeren Bedeutung.
    Aber egal, jedenfalls hatte ich es geschafft.Jetzt würde für mich der Schulalltag beginnen, mit Alice und Lizz an meiner Seite.Ich freute mich sogar schon ein ganz kleines bisschen.Langsam aber sicher mochte ich die Schule.
    Aber alles war so aufregend...Ich muss ehrlich sein, ich kann und konnte Aufregung noch nie gut verkraften.Neue Dinge, neue Leute, das stresste mich.Das weckte Erinnerungen, die ich gar nicht wecken wollte.Nie.
    Doch bevor mein Glück zu Verbitterung werden konnte, wurden meine Gedanken von einer lauten Stimme unterbrochen.
    "Hey Mädels!", hallte es durch den Flur.
    Aufgeschreckt sah ich mich um.Drei Jungen kamen auf uns zu.
    Jungen.Das konnte ich nun wirklich nicht gebrauchen.
    Der eine hatte dunkelbraunes, kurzes Haar und dunkelbraune, fast schon schwarze Augen, die irgendwie gruselig wirkten.Sie hatten einen ungewöhnlichen Ausdruck, fast hämisch, als würde er über allem und jedem stehen.Er trug eine schwarze Lederjacke, ein blaues Shirt und zerissene Jeans.
    Der zweite Typ hatte hellbraunes, in alle Richtungen abstehendes Haar, ein fettes, aber freundliches Grinsen im Gesicht und trug eine dicke, runde Hornbrille, die seine hellblauen Augen auf seltsame Art vergrößerte.Überhaupt hatte er die wahrscheinlich freundlichste Ausstrahlung, die je ein Mensch den ich kannte gehabt hatte.
    Der dritte im Bunde hatte aschblondes, etwas längeres Haar, sanfte, efeugrüne Augen, aber eine ernste Miene.Er war der größte von den dreien und überragte auch mich um etwa zwei Köpfe.
    "Hallöchen!", meinte Lizz fröhlich, Alice nickte nur kurz.
    Aha.
    Die beiden kannten die Jungs also.
    Der Braunäugige begann grinsend zu sprechen."Was geht?" Dann fiel sein Blick auf mich."Habt ihr die kleine Sängerin von eben mitgebracht?"
    Empört setzte ich an etwas zu erwidern.Niemand nennt mich klein.NIEMAND.Ich noch nicht mal klein.Ich habe eine normale Größe, und der Braunäugige war auch nicht viel größer.
    Aber irgendjemand rammte mir den Ellenbogen in die Hüfte und ich machte brav meinen Mund zu.Streit wollte ich nun auch wieder nicht.
    "Das ist Grace!", meinte Lizz stolz, als würde sie bei einer Hundeshow mit ihrem kleinen, hochnäsigen Dackel den ersten Platz gewinnen.
    Die Brillenschlange grinste mich freundlich an."Freut mich Grace! Ich bin David! Das ist Owen"-er deutete mit dem Kopf auf den Blonden-"und das Jack", erklärte er mir mit einer dezenten Kopfbewegung Richtung dem Braunäugigen.
    Ich nickte nur.
    "Schön", antwortete ich trocken.
    Die sollten sich bloß nichts einbilden.
    Aber Lizz plapperte schon wieder los und verwickelte die anderen in ein angeregtes Gespräch über...ach, ich weiß selber nicht was.
    Meine Gedanken drifteten ab und ich hörte gar nicht mehr zu.
    Die Leute hier waren echt alle irgendwie komisch.Mich würde nur zu sehr interessieren, warum wohl.
    Und so wie ich eben war fragte ich einfach.
    "Warum seid ihr eigentlich hier gelandet?", unterbrach ich schamlos ihr Gespräch.
    Kurz starrten mich alle etwas überrascht an.Scheinbar fragte man hier nicht so danach.
    Aber dann antwortete Lizz.
    "Taschendiebstahl", meinte sie grinsend.
    "Vandalismus", antwortete Owen ernst.
    "Einbrüche und Diebstahl", sagte Jack mit einem gleichgültigen Schulterzucken.
    "Psychisch labil, stand in dem Brief", sprach Alice leise mit ihrer dunklen Stimme.
    "Die schlechtesten Noten der Welt!", lachte David,"Und du?"
    Ich zuckte mit den Schultern."Etwa so wie Alice, würde ich sagen..."
    Innerlich war ich etwas beruhigt.Wenigstens keine Mörder.
    Okay, Diebstahl und Psyche waren auch nicht gerade toll.
    Ob Lizz und Jack wohl noch klauten? Sollte ich anfangen Angst zu haben? Zweifelnd folgte ich den anderen.Mir war nicht ganz wohl bei der ganzen Sache.Ich weiß, ich bin selbst nicht besser, aber mir gefiel es einfach nicht.
    Aller Hochmut dieses Abends war verschwunden.Ein altbekanntes Gefühl machte sich in mir breit.Ich spürte wie meine Hände zu zittern anfingen.
    Nein.
    Nicht jetzt.
    Nicht hier.
    Ich musste weg.
    "Ähm...Sorry Leute aber ich muss los...Bye!", stotterte ich noch, dann aber ging ich mit zügigen Schritten los, in Richtung meines Zimmers, ohne mich umzudrehen.Ich spürte die verwunderten Blicke der Zurückgebliebenen in meinem Rücken, aber ich lief weiter, wurde immer schneller, bis ich endlich beim Zimmer angekommen war.
    Ich machte ohne Umschweife die Tür auf, sauste in meinen Raum und schlug die Schiebetür zu.
    Mittlerweile unregelmäßig und flach atmend kramte ich in meinem Koffer herum.
    Da hielt ich sie in der Hand.
    Sie war das einzige was ich jetzt brauchte.Ich hatte mir gesagt es nicht mehr zu tun.Aber es ging nicht anders.Ich brauchte es.
    Langsam ließ ich mich auf meinem Bett nieder und setze die Rasierklinge an meinem Arm an.
    Es war der einzige Weg mich in den Griff zu kriegen.

    5
    ((bold))EIN NORMAL UNNORMALER SCHULTAG((ebold)) So verging hier die Zeit. Ich weiß nicht wie lange es war. Es war nicht kurz, aber ich habe nicht mit

    EIN NORMAL UNNORMALER SCHULTAG

    So verging hier die Zeit.
    Ich weiß nicht wie lange es war.
    Es war nicht kurz, aber ich habe nicht mitgezählt.
    Etwa ein halbes Jahr, würde ich schätzen.
    Ich gewöhnte mich an alles, an jeden und mir kam das Internat fast schon wie ein Zuhause vor.
    Der Schulalltag war relativ unspektakulär.
    Die Lehrer wussten die größten Problemschüler gut unter Kontrolle zu halten.
    Ich saß in der Mittagspause immer mit Alice, Lizz, David, Jack und Owen an einem Tisch.
    Ich hätte jetzt nicht unbedingt mit den drei Jungen zusammensitzen müssen, aber sie waren Alice' und Lizz' Freunde, also akzeptierte ich es.
    Manchmal kam es vor, dass irgendein Schüler Aufruhe machte.
    Daraufhin kamen Lehrer angesaust und bugsierten ihn oder sie aus dem Raum und an einen mir unbekannten Ort.
    Wir anderen sahen kühl zu, als gehe uns das alles nicht an.
    Ich tat es auch.
    Obwohl ich wusste, dass ich selber nicht besser bin.
    Mein Lieblingsort, was ich nach kurzer Zeit feststellte, war der See.
    Er war umringt von einigen Bäumen und hohem Gras, war mit einem morschen Steg ausgestattet und recht klein.
    Aber spätabends, wenn es dunkel war, der Wind sanft durch die Bäume wehte, der See dunkel und still dalag und man den Mond durch die Baumkronen sehen konnte, silbrig und leuchtend, dann war es wunderschön.
    Momente völliger Ruhe und Frieden.
    Ich war so gut wie jeden Abend hier.Ich kam immer mit einer guten Ausrede von den anderen weg, die um diese Zeit meistens in den Musikräumen rumhingen oder ihre Strafarbeiten erledigten.(Das kam oft bei ihnen vor, aber auch bei mir).
    Ich genoss den Augenblick und versuchte alles zu vergessen.Jamie, meine Eltern, meine...äh...Angewohnheiten und...einfach alles.

    "Miss Scott...Miss Scott...Wachen sie auf!"
    Ich schreckte auf und sah mich kurz verwirrt um.
    "Hab' ich was verpasst?", fragte ich so unschuldig wie möglich und sah Mr. Spencer mit meinem besten Hundeblick an.
    Dabei wusste ich genau, dass ich im Musikunterricht eingeschlafen war.
    Scheinbar tolerierten das die Lehrer hier nicht so.
    Alle sahen mich gespannt an, wie in einem Kinofilm.Fehlte nur noch, dass jemand fragte:"Wo ist das Popcorn?"
    "Ja, haben sie", antwortete mein Lehrer mit einer säuerlichen Stimme und verschränkte die Arme."Die Halbjahresvorführung.In einem Monat."
    Ich stand etwas auf dem Schlauch.Scheinbar hatte ich wirklich einiges verpasst.
    "Äh...Vorführung?"
    Etwas ratlos sah ich zu Alice, Lizz, David, Jack und Owen, aber die schienen kurz vor'm Loslachen und waren also auch keine große Hilfe.
    Mister Spencer schüttelte den Kopf.
    "Ihr werdet auftreten und eine Note bekommen.Diese wird einen Viertel des Schnittes auf eurem Zeugnis in Musik ausmachen.Die Schüler können sowohl in Gruppen, aber auch alleine auftreten.Wir waren gerade dabei die Einteilungen zu besprechen.Bitte passen sie beim nächsten mal besser auf, Miss Scott"
    Ich nickte brav.
    Ein Auftritt also.Schon wieder.Da denkt man es ist endlich stressfrei.Tja, falsch gedacht.
    "Fahren wir nun fort...", meinte Spencer nun."Wer möchte denn in Gruppen auftreten? Wir haben schon die Herren Jack, Owen und David, dann Olivia und Ben und Ivey, Jessica und Maddison.Sonst noch Gruppen?"
    "Ja, ja, eine noch!", brüllte Lizz wie eine verrückte durch den ganzen Raum.Sogar ich zuckte zusammen."Ich, Alice und Grace, Mr. S! Wir drei!"
    Mr. Spencer schloss kurz entnervt die Augen, begann dann aber wieder zu sprechen.
    "Ähm...Ja, gut Miss Holland...Aber zum wahrscheinlich tausendsten Mal, bitte nennen sie mich Mr. Spencer, okay?"
    "Na gut Mr. Spencer okay!", rief Lizz fröhlich.
    Leise kicherte ich.
    Die Gute trieb ihn wirklich zur Weißglut.
    Nicht, dass ich was dagegen hätte.
    Ich würde wieder mit Alice und Lizz zusammenarbeiten.
    Das konnte ja nur gut werden.
    Schon sah ich uns auf der Bühne, uns zu Füßen die jubelnde Schülerschaft.
    Wie gesagt, das konnte ja nur gut werden.

    6
    ((bold))AUGEN IM DUNKELN((ebold)) Und so übten wir. Lizz, Alice und ich bereiteten uns auf die Show vor.Ich schrieb den Text, Lizz die Melodie und Al

    AUGEN IM DUNKELN

    Und so übten wir.
    Lizz, Alice und ich bereiteten uns auf die Show vor.Ich schrieb den Text, Lizz die Melodie und Alice vertonte das ganze.
    Eigentlich lief alles ganz gut.
    Aber aus irgendeinem Grund konzentrierte ich mich nicht so darauf wie auf die erste Show.Ja, es war mir sogar etwas gleichgültig.
    Natürlich versuchte ich das mir nicht anmerken zu lassen, so gut es jedenfalls ging.
    Lizz schien nichts zu bemerken.Sie bastelte weiter fröhlich an einer passenden Choreographie herum und blendete die Außenwelt aus.
    Aber Alice starrte mich in letzter Zeit oft komisch an, mit einem so durchdringenden Blick, dass ich das Gefühl hatte von ihr wie ein Buch gelesen zu werden.Aber sie sagte nichts.
    Sowieso stellte sich langsam wieder dieses Gefühl der Gleichgültigkeit bei mir ein.Ja, dieses altbekannte Gefühl.
    Ich wusste woher es kam.Aber irgendwie wusste ich es auch nicht.
    Nicht, dass ich mich in der Schule nicht wohlfühlte.Sie war gut.Wie ein Zuhause.Ich hatte Freunde, die langsam zu einer Familie für mich wurden.
    Aber ich konnte spüren, dass da etwas in mir war.Nach außen hin war ich die fröhliche, meistens nette, vielleicht etwas ruhige und sarkastische Grace.Aber in meinem Bauch war eine Art Kloß.In diesem Kloß versuchte ich alles Negative wegzusperren.Doch manchmal, sogar sehr oft konnte ich es einfach nicht ignorieren.

    Dunkelrotes Blut tropfte langsam aus dem frischen Schnitt an meinem Unterarm.
    Quälend langsam.
    In meiner anderen Hand lag locker eine kleine silberne Rasierklinge, die unschuldig das Mondlicht reflektierte.
    Ich genoss den Moment der Betäubung.Nichts.Ich spürte nichts.Unfassbar angenehm.Alles zu vergessen.
    Ich schloss kurz die Augen und konzentrierte mich nur auf das leise Rauschen des Windes, den dumpfen Schmerz an meinem Arm und das Blut, das warm und dickflüssig mein Handgelenk herunterlief.Noch ein paar Zentimeter, und ich hätte meine Pulsader getroffen.Aber ich wollte nicht.Jamie hätte das nicht so gewollt.
    Ich saß am Seeufer, mein Lieblingsplatz.Es war schon Nacht, in der Schule brannten nur noch wenige Lichter.Perfekt für eine solche Aktion wie diese.
    Leise seufzte ich und öffnete wieder meine Augen.Das schreckliche Gefühl der Sorgen und der Ängste kam langsam wieder zurück.
    Wie gebannt starrte ich auf das Blut, das das Gras langsam rot färbte.Mein Blut.
    Doch da wurde ich von einer Stimme unsanft aus meinen Träumereien gerissen.
    "Hallo! Wer ist da?....Grace! Grace! Was machst du da?"
    Erschrocken drehte ich mich um.
    Nur wenige Meter von mir entfernt starrte mich ein dunkelbraunes Augenpaar fassungslos an.In den fast schon schwarzen Augen glitzerte das Mondlicht und der Schein der Klinge, die ich in meiner Dummheit offen für die ganze Welt hielt.
    Das Augenpaar gehörte nicht irgendwem.
    Es gehörte Jack.
    Jack Clark.
    Er starrte mich immer noch an, als hätte er mich zum ersten mal gesehen.
    Leise und etwas zögernd sprach er, ganz anders als sonst, nicht selbstbewusst oder mit einem ironischen Unterton in der Stimme.
    "Grace", fing er an."Warum zum Teufel ritzt du dich?"

    7
    ((bold))MEIN NEUER THERAPEUT((ebold)) Schnell ließ ich die Rasierklinge in meine Tasche gleiten und schluckte.Zum wahrscheinlich ersten mal in meinem

    MEIN NEUER THERAPEUT

    Schnell ließ ich die Rasierklinge in meine Tasche gleiten und schluckte.Zum wahrscheinlich ersten mal in meinem Leben wusste ich nichts zu entgegnen.
    "Äh...Ich? Ritzen?Öhm...Nein..."
    Natürlich kam das nicht besonders taff rüber.
    Jack sah mich an als hätte ich einen an der Waffel.Also bitte.Er ging an eine Schule für Problemkinder, was erwartete er?
    Dann ließ er sich neben mich ins Gras fallen und musterte mich durchdringend.
    Entnervt zog ich eine Augenbraue hoch.
    "Was starrst du so? Kleiner Hänger im Gehirn oder was?", meinte ich.
    "Ich...", begann er zögernd."Ich kann einfach nicht glauben, dass du...dich...ritzt..."
    "Wow.Überraschung." Ich verdrehte die Augen.
    Dann griff Jack einfach und ohne Vorbereitung nach meinem Arm.Ja, dem Arm.Dem blutigem.
    Fast schon fachmännisch betrachtete er die Wunde.Und die anderen Narben und fast verheilten Schnitte.
    "Flossen weg!", beschwerte ich mich und versuchte meinen Arm aus seinem Griff zu entwinden.Ohne Erfolg.Der Junge hatte wirklich Hände wie Stahl.
    Jack ließ nicht los, als habe er Angst, dass ich aufstehen, in den See hüpfen und abgluckern würde.
    Etwas eingeschnappt hörte ich auf Fluchtversuche zu starten und warf meinem Gegenüber möglichst frostige und wütende Blicke zu, was ihn aber nicht wirklich zu beeindrucken schien.
    "Deshalb...Deshalb trägst du immer Oberteile mit langen Ärmeln.Deshalb rennst du so oft plötzlich weg.Deshalb..."
    "Klasse kombiniert! Könntest du jetzt bitte aufhören meine Knochen zu zerquetschen?"
    Jack reagierte wieder nicht.Langsam gewöhnte ich mich dran.
    "Aber warum? Warum machst du das? War es etwas...nunja...in deiner Vergangenheit?"
    Dann starrte er mir direkt in die Augen.Bei dem Wort "Vergangenheit" zuckte ich zusammen.Ich hatte das Gefühl, dass die kühle Mauer die ich eben zwischen uns gebaut hatte fiel.Meine frostigen Blicke hörten auf.Ich starrte nur noch wie ein Schaf dämlich vor mich hin.
    Aber ich sagte nichts, obwohl ich nur zu gern ausgepackt hätte.
    Aber Jack war nicht dumm.Er merkte dass er gerade auf meiner Seele herumgetrampelt war.
    "Deine Vergangenheit also.Gut...Und was ist passiert?"
    Wieder musterte er mich mit diesem durchdringenden Blick.Sogar der Griff um meinen Arm lockerte sich.
    Ja.
    Was war passiert?
    Ich schluckte und musste an alles denken.Jamie.Das Auto.Langsam stiegen Tränen in meine Augen.
    Gleich würde ich heulen.Und das sollte nicht passieren.Schon gar nicht in der Anwesenheit von Jack.Dem arroganten Jack, der sicher noch monatelang darauf herumreiten würde.Obwohl er im Moment gar nicht so arrogant aussah.Ernst sah er aus.Er verzog keine Miene, sein übliches freches Grinsen war verschwunden.Seine dunklen Augen blickten etwas besorgt in meine und er hatte immer noch nicht meinen Arm losgelassen.
    "Bitte...", sagte er eindringlich."Erzähl es mir.Ritzen kommt nicht von nirgendwo."
    "N-Nein.Ein anderes mal.", brachte ich hervor."Und außerdem bist du nicht mein Therapeut, Jack."
    Plötzlich war das altbekannte Grinsen wieder da.Aber auch nur für ein paar Sekunden.
    "Wer sagt das?"
    "Dann sag mir doch mal was ich machen soll.Gegen das Ritzen", meinte ich herausfordernd.
    "Hm...."Er spielte auf nachdenklich."Wie wär's mit...es bekämpfen?"
    Ich verdrehte die Augen.
    "No shit, Sherlock", antwortete ich mit sarkastischem Unterton.
    "Mit Musik.Ja Grace, bekämpfe es mit Musik!"
    "Mit Musik? Soll ich etwa mit einer Gitarre auf meinen Kopf hauen bis ich alles vergessen habe, oder wie?"
    "Ach, komm schon, Kleine.Du weißt genau was ich meine."
    Ja, das wusste ich wirklich.
    Und es war gar kein so schlechter Gedanke.
    Urplötzlich stand Jack auf und ließ mich los.Er zwinkerte mir zu.
    "Das ist doch mal etwas.Bekämpfe es mit Musik."
    Und dann drehte er sich um und lief auf die Schule zu.
    "Jack! Warte! Warte doch!", rief ich ihm hilflos nach.
    Ja, so tief war ich gesunken.
    Ich flehte einen Jungen zum Bleiben an.
    Doch Jack drehte sich nicht wieder um und verschmolz langsam mit der Dunkelheit.
    Mich, eine ziemlich verwirrte und aufgelöste Grace ließ er ratlos am See zurück.
    Nachdenklich schaute ich in den Himmel und sann über seinen letzten Satz nach.
    Es war ein guter Gedanke.
    Und es würde sicher nicht schaden es auszuprobieren.

    8
    ((bold))ICH BEKÄMPFE ES MIT MUSIK((ebold)) Okay.Ruhig bleiben.Gaaaaaanz ruhig. Nervös fummelte ich an dem Saum meines Shirts herum. Lizz und Alice s

    ICH BEKÄMPFE ES MIT MUSIK

    Okay.Ruhig bleiben.Gaaaaaanz ruhig.
    Nervös fummelte ich an dem Saum meines Shirts herum.
    Lizz und Alice saßen neben mir im vollbesetzten Saal.Von der Bühne klang leise Musik zu uns, doch mein Gehirn blendete sie aus.
    Heute war die Show.Nunja, eher gesagt heute Abend.Richtig gehört.HEUTE ABEND.Was hatte ich mir nur dabei gedacht.
    Fast schon krampfhaft versuchte ich mir den altbekannten Satz ins Gedächtnis zu rufen.
    Bekämpfe es mit Musik.
    Bekämpfe es mit Musik.
    Bekämpfe es mit Musik.
    Ich atmete tief durch, sah auf die Bühne und versuchte zuzuhören.
    Die drei Jungs standen vorne und...legten eine hammer Show hin.Owen, Jack und David schienen, als hätten sie nie etwas anderes getan.Als wären sie...was weiß ich...Justin Bieber oder so.
    Nun musste ich in mich hineingrinsen.
    Was die können, können wir auch.
    Locker.
    Plötzlich zog mich Alice leicht am Ärmel.Ich beugte mich zu ihr herüber und flüsterte:"Was ist los?"
    "Ich habe Lampenfieber.Ich konnte das noch nie so gut wie die anderen.Auf der Bühne stehen.Die Blicke aller auf mir spüren.Ich fühle mich total unwohl" Ängstlich sahen mich ihre grünen Augen an, die fast schon magisch im gedämpften Licht glitzerten.
    Sie war aber nicht die einzige, die sich unwohl fühlte.
    Meine Rasierklinge war verschwunden.Seit dem Gespräch mit Jack.Und ich hatte auch schon einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte.
    Ohne das Ritzen fühlte ich mich schwach.Noch schwächer als sonst.Ich konnte es nicht mehr betäuben.Ich musste es durchstehen.
    Oder mit Musik bekämpfen.
    "Wir schaffen das schon", versuchte ich Alice (und ehrlich gesagt auch mich) zu beruhigen.
    Also ob es ihr geholfen hätte drehte sie sich wieder zur Bühne und starrte mit leerem Blick darauf.
    Gerade erklang der letzte Ton des Liedes der Jungen.Begeisterter Applaus tönte durch den Raum.
    "Leute!", sagte Lizz freudig und wedelte mit dem Programmblatt herum."Wir sind dran!"
    Und ohne auf einen Kommentar von Alice oder mir zu warten stand sie auf, warf ihre dunklen Locken über die Schulter und stolzierte von dem Klirren ihrer vielen Armbänder begleitet auf die Bühne.
    Alice und ich erhoben uns auch zögerlich und folgten ihr.
    Unser Weg war kurz, da wir in der zweiten Reihe saßen.Als wir an der ersten Reihe vorbeikamen warf mir Jack, der sich gerade hinsetzte ein freches Grinsen zu und formte stumm mit den Lippen die Worte "Hals- und Beinbruch, Kleine".
    Ich streckte ihm im Vorübergehen wenig damenhaft die Zunge heraus.
    Oben auf der Bühne angekommen nahmen Alice, Lizz und ich unsere Plätze ein.Das Getuschel der Zuschauer verstummte und alle beobachteten uns gespannt.
    Die Musik setzte ein.Es war ein fröhlicher Song.Fast schon zu fröhlich für meine derzeitige Stimmung, dachte ich.
    Lizz sang laut und selbstbewusst die erste Strophe.Ihre glockenklare Stimme hallte durch den Raum und füllte mein Herz mit Musik.
    Oh ja, Musik.
    Ich würde es mit Musik bekämpfen.
    Dafür versuchte ich sogar zu tanzen.Ich konnte und werde auch niemals wirklich gut tanzen können.Dabei sah ich meiner Meinung nach immer aus wie ein verrückter Affe auf Drogen.Aber ich tat mein bestes.Die anderen konnten das aber weitaus besser.
    Ich versuchte die Stimme, die mich immer wieder daran erinnerte mich nicht zur Beruhigung ritzen zu können zu ignorieren.
    Ich sang.Doch ich genoss es nicht.Ich konnte es nicht genießen.
    Hoffentlich sah man es mir nicht an.Der Text kam wie von selbst aus meinem Mund, aber es fühlte sich an, als würde jemand anderes singen.
    Und da war es schon vorbei.
    Lizz, Alice und ich sangen den letzten Vers.
    ".....but there is music in you"
    Die Musik verklang ich fühlte mich fast wie betäubt.
    Erst der Applaus des Publikums, dem es meinen Detektivkünsten nach scheinbar etwas gefallen hatte holte mich unsanft aus dieser Narkose heraus.
    Ich zwang mich zu Lächeln und verbeugte mich.
    Aber zufrieden war ich nicht.
    Das mit dem "Bekämpfe es mit Musik" hatte doch nicht so gut geklappt wie geplant.

    9
    ((bold))IN DER BESENKAMMER((ebold)) "Ihr wart gut" Owen nickte anerkennend. "Danke!", quietschte Lizz. Ich lächelte nur knapp. Ow

    IN DER BESENKAMMER

    "Ihr wart gut" Owen nickte anerkennend.
    "Danke!", quietschte Lizz.
    Ich lächelte nur knapp.
    Owen, Jack, David, Lizz und ich standen nahe bei der Bühne und unterhielten uns, wie einige Schülergruppen in diesem Raum.
    Alice war nach dem Auftritt spurlos verschwunden, als habe sie noch etwas zu erledigen.
    Ich war aber nicht die einzige, die sich fragte, wo der Rotschopf steckte.
    David sah sich ratlos um.
    "Wo ist eigentlich Alice?", fragte er und wandte sich dann an Lizz."Ihr hängt doch sonst immer zusammen, als wärt ihr aneinander geklebt."
    "Keeeeeeeeeeine Ahnung", erwiderte Lizz."Aber ich glaube ich gehe sie mal suchen.Vielleicht ist sie in unserem Zimmer.Tschüsschen!"
    Lizz grinste noch einmal engelsgleich, hüpfte dann zur Tür hinaus und verschwand in der Menschenmenge.Nun war ich allein mit den Jungs.
    Ich fummelte geistesabwesend an meinen Haaren herum.
    Ich tat vielleicht ganz lässig, aber innerlich kochte ich vor Wut.
    Mittlerweile war ich mir fast ganz sicher, dass Jack meine wertvolle Rasierklinge geklaut hatte.
    Schließlich war er früher auch ein Dieb gewesen, und ich hatte keine Beweise, dass sich das geändert hatte.Jack würde so was von Ärger kriegen.Ich malte mir die blutigsten Methoden aus in dafür zu bestrafen.Was wollte er damit bezwecken?
    Dass ich noch mehr Sorgen hatte? Lächerlich.
    Einfach nur lächerlich.
    "Alles okay, Grace?"
    Davids Stimme riss mich unsanft aus den wundervollen Träumen meiner Mordpläne.
    Er rückte seine Brille zurecht und musterte mich neugierig.
    "Öhm...Ja...Natürlich...Alles okay...Alles total...fabulös...."
    Nun gut, diese Wortwahl hätte besser sein können.
    Mittlerweile sahen auch Owen und Jack mich an, als würden sie überlegen mich heute Abend noch oder erst morgen früh ins Irrenhaus einzuweisen.
    Als ich Jack ansah hätte ich ihm wirklich an die Kehle springen können.Da stand er, unschuldig, als wäre er der bravste und artigste Junge der ganzen Welt, nein, des ganzen Universums.
    Ich war ihm einen kühlen Blick zu.
    "Ich muss nur...kurz mit Jack reden.Genau.Ganz kurz...", sagte ich, packte ihn am Arm und zog ihn mit ohne auf Davids amüsiertes Hinterherpfeifen oder Owens fragende Blicke zu reagieren.
    Jack protestierte zwar, aber er konnte sich nicht losreißen.Diesmal war ich die mit dem eisenharten Griff.
    Ich bugsierte Jack in eine kleine Besenkammer in der Nähe des Saals und schlug die Tür zu.Dann knipste ich möglichst bedrohlich das Licht an.Die Kammer war ungemütlich und klein.Ich war nur ein paar Zentimeter weiter von Jack entfernt, aber dies hinderte mich nicht daran ihn böse anzufunkeln.
    Jack hob beschwichtigend die Hände.
    "Was ist? Was habe ich jetzt schon wieder getan?"
    "Was du getan hast?", keifte ich."Was du getan hast? Das weißt du doch selber! Du hast mir meine Rasierklinge geklaut, Jack! Warum? Misch dich nicht in meinen Scheiß ein, okay? Hör verdammt noch mal auf damit!"
    Jack runzelte verwundert die Stirn.
    "Ich habe nichts geklaut.Und schon gar nicht deine blöde Rasierklinge, mit der du dich täglich aufschlitzt"
    "Du LÜGST, Jack! Gib sie wieder her!"
    Mittlerweile war ich rasend vor Wut.
    Ich trat noch ein paar Schritte näher an ihn heran und sprach mit gefährlich leiser Stimme.
    "Hör zu.Du gibst mir am besten die Klinge so bald wie möglich wieder, oder du kriegst richtig Ärger.Und glaube mir, ich kann sehr, sehr wütend werden!"
    Nun sprach auch Jack lauter.
    "Verdammt, Grace, ich HABE DEINE BLÖDE RASIERKLINGE NICHT! Ich klaue nicht mehr! Du hast keine Beweise!"
    "ACHJA? ABER ICH BIN MIR SICHER! DU BIST DER EINZIGE DER DAVON WEIß! GIB SIE WIEDER HER! ODER..."
    Doch da wurde ich einfach unterbrochen.
    Die Tür der Besenkammer ging auf und eine verschwitzte und keuchende Lizz stand vor uns.
    Ihre Augen schienen vor Angst ganz geweitet.Ich hatte das noch nie so bei ihr gesehen.Ihre Brust hob und senkte sich in einem raschen Tempo und sie hatte einen verzweifelten Unterton in ihrer Stimme als sie sagte:
    "Leute...Kommt schnell...Es ist...Alice...Kommt...Bitte..."

    10
    ((bold))MEINE SCHULD((ebold)) Ich starrte Lizz überrascht an.Solch eine Ernsthaftigkeit war ich nicht von ihr gewöhnt. Fast hätte ich einen dummen

    MEINE SCHULD

    Ich starrte Lizz überrascht an.Solch eine Ernsthaftigkeit war ich nicht von ihr gewöhnt.
    Fast hätte ich einen dummen Kommentar abgelassen, wie:"Also wirklich, wir sind hier gerade am Streiten, bitte stell dich hinten an.", oder so.
    Aber ich tat es nicht.Ich spürte, dass wirklich etwas nicht stimmte.
    "Was ist?", fragte Jack neben mir, und in seiner Stimme lag Besorgnis."Und wie hast du uns gefunden?"
    Lizz kam langsam wieder zu Atem.
    "Alice...in ihrem Zimmer...sie ist..."
    Die Dunkelhaarige stockte kurz, redete dann aber weiter."Ich habe einfach den Besenschrank genommen aus dem die lautesten Stimmen kamen..."
    "Zeig uns einfach was ist.Los!"
    Jack sah Lizz eindringlich an.
    Ohne ein weiteres Wort rannte diese in einem Mordstempo los.
    Jack und ich liefen hinter ihr her.Es ging durch Gänge,über Treppen und schließlich standen wir vor Alice' und Lizz' Zimmer.
    Lizz riss die Tür auf und stürmte in Alice' Einzelzimmer.
    Es war eine Art kleine Versammlung.Owen und David knieten auf dem Boden und verdeckten meine Sicht.Jack, Lizz und ich standen in der Tür.
    Mein Gehirn konnte das alles irgendwie gar nicht verarbeiten.
    Dicke, rubinrote Blutstropfen spickten den sonst so sauberen Holzboden.Was war hier passiert?
    Doch dann durchfuhr es mich wie ein Blitz.
    "Alice!", rief ich mit erstickter Stimme, warf mich auf den Boden und drängte Owen und David beiseite.
    Vor mir lag eine leblose Alice, die Augen geschlossen, noch blasser als sonst, sodass man die Sommersprossen auf ihrer Nase sehen konnte.Ihr rotes Haar war wie ein Heiligenschein um ihren Kopf ausgebreitet.Sie sah aus wie ein schlafender Engel.
    Mein Blick wanderte an ihr herunter.Sie trug immer noch die Klamotten vom Auftritt.
    Aber an ihrer Hand.An ihrer Hand war es rot.
    Blutrot.
    In ihrer anderen Hand lag locker eine silberne Rasierklinge.Unschuldig, als hätte sie nichts getan blitzte sie im Licht der Lampe.Blut klebte an ihr, genauso wie an Alice Fingern und ihrem halben anderen Arm.
    Langsam machte sich die Wahrheit in mir breit.
    Alice war tot.
    Sie hatte sich umgebracht.
    Sie war für immer weg.
    Doch noch etwas drängte sich in meine Gedanken, wollte nicht übersehen werden.
    Ich kannte diese Rasierklinge.
    Sie hatte die selbe kleine Macke an der rechten Spitze wie meine.
    Nein.
    Das konnte nicht sein.
    Aber es war so.
    Ich schluckte und spürte wie sich mein Magen unangenehm zusammenzog.
    Das war schon der zweite Tod für den ich verantwortlich war.
    Der zweite.
    Ich biss die Zähne aufeinander und versuchte krampfhaft die Tränen zu unterdrücken.
    Hinter mir hörte ich ein Schluchzen.Lizz weinte, unkontrolliert und heftig.
    "W-Warum h-hat sie d-das ge-getan?", brachte sie hervor.
    Owen sah auf.
    "Ich weiß es nicht.Sie hatte doch alles."
    Seine efeugrünen Augen glänzten verdächtig.In ihnen lag solch eine Trauer, tief und schmerzvoll, schlimmer als die von Lizz.Er sah aus, als würde er nie mehr glücklich werden.Als wäre mit Alice auch die Welt gestorben.
    David und Jack starrten einfach nur fassungslos auf die Leiche.
    Ich versuchte mit dem Drang zu kämpfen mir nicht auch einfach die Rasierklinge zu schnappen und mir die Pulsschlagader aufzuschlitzen.
    Warum?
    Warum immer die Menschen die mir am meisten am Herzen liegen?
    Mir kamen Alice' Worte in den Sinn:"Psychisch labil, stand in dem Brief."
    War es das?
    Aber so etwas würde doch niemals Alice tun.Nicht die Alice, die ich kannte.
    Lizz zitternde Stimme riss mich aus meinen Gedanken.
    "Die Lehrer kommen gleich.Ich habe sie gerufen."
    Und als würde man vom Teufel sprechen ging die Tür auf und drei Lehrer stürmten herein.
    "Geht jetzt raus, Kinder.Geht und schlaft."
    Es war Mr. Spencer.Er sprach ernst und ruhig, als würde dies jetzt die Lage retten.
    Aber wir gehorchten.
    Brav standen wir auf und gingen aus dem Zimmer.
    Ohne noch ein weiteres Wort zu sprechen trennten wir uns im Flur.
    Wir sahen uns nur einmal kurz an, tauschten unseren Schmerz und unsere Gefühle per Blicken aus und gingen dann verschiedene Wege.
    Ich ging langsam, hatte den Blick zu Boden gerichtet und wiederholte in meinem Kopf immer nur einen Satz, als wäre ich verzaubert.
    Meine Schuld.
    Das alles war meine Schuld.
    Meine Rasierklinge.
    Ich war Schuld.

    11
    ((bold))NICHTS WAR GESCHEHEN((ebold)) Sie taten so, als wäre nichts geschehen. Die Lehrer, die aneren Schüler, sie alle taten so als wäre nichts ge
    NICHTS WAR GESCHEHEN

    Sie taten so, als wäre nichts geschehen.
    Die Lehrer, die aneren Schüler, sie alle taten so als wäre nichts geschehen.
    Als wäre Alice nicht tot.
    Als wäre es nicht meine Schuld gewesen.
    Als würde die Zeit alle Wunden heilen.
    Doch das tat sie nicht.
    Ständig hatte ich das Bild vor Augen.
    Alice, tot, die Augen geschlossen, den Körper steif, Blut auf dem Boden.
    Es verfolgte mich, wohin ich auch ging, was ich auch tat.
    Ich glaubte, ich würde es niemals loswerden.
    Auch meine Freunde schien es zu treffen.
    Jedes mal, wenn ich Owen ansah, konnte ich immer noch diese unbeschreibliche Trauer in seinen Augen sehen.Diese Trauer, um eine geliebte Person.Er versuchte es zu überspielen, doch man muss kein Detektiv sein um herauszufinden dass er litt.
    David und Jack versuchten ebenso auf fröhlich zu machen, sich abzulenken.Doch wie niemandem gelang es ihnen.
    Am schlimmsten jedoch, benahm sich Lizz.Sie lachte nicht mehr, nannte Mr.Spencer nicht mehr Mr.S, munterte uns nicht auf.
    Sie starrte einfach nur ins Leere, die braunen Augen ausdruckslos, das Gesicht ernst, wie in Stein gehauen.
    Nur noch wenn es wirklich nötig war, redete sie und benahm sich sonst immer wie eine leere Hülle.
    Ja, sie aß zwar noch mit den anderen und mir, aber lustlos und ohne mitzureden.Lizz war ganz verändert.Selbst als Mr.Spencer uns verkündete, schon bald würden die Abschlussnoten in Musik gemacht werden, bei denen sich feststellte, ob wir noch ein Jahr hier bleiben sollten zeigte Lizz keine Regung.Nicht, als Jack meinte, wir sollten unbedingt zu fünft zusammen etwas machen.Nicht, als wir hörten, dass Alice Leiche in ihrer Heimat beerdigt worden war und wir nicht mal eingeladen.
    Nie.
    Ich hatte keine Ahnung, ob sich dies überhaupt jemals ändern würde.
    Hoffentlich.Oh ja, hoffentlich.

    Etwas verwirrt drehte ich den winzigen Brief in meinen Händen.
    Er hatte in meinem Koffer gesteckt, dort, wo früher meine Rasierklinge ihren Ehrenplatz gehabt hatte.
    Bis Alice sie genommen hatte.
    Aber nun war dort dieser Brief.Eigentlich wollte ich nur nach meiner anderen Socke suchen, doch nun der Brief.
    Ich hatte den Verdacht, dass er etwas mit Alice zu tun hatte.
    Mit etwas zitternden Häden öffnete ich den weißen, unschuldigen Umschlag und zog das Papier heraus.Es war klein zusammengefaltet und ich fummelte es auseinander.
    Der Brief war eng mit Alice kleiner, ein wenig schiefer Handschrift beschrieben.
    Ich schluckte.
    Keine Frage, der war von Alice.
    Was sie mir wohl zu sagen hatte?
    Und voller Neugier begann ich zu lesen.

    Liebe Grace,
    ich weiß, wenn du diesen Brief liest, bin ich wahrscheinlich schon tot.
    Du und die anderen habt sicher nun unzählige Fragen.
    Warum ich das getan habe?
    Ich halte das nicht mehr aus.Mein Leben ist ein einziger Schrotthaufen.Ja, ich bin auf diese Schule gekommen und habe euch kennengelernt, aber das ändert es nicht.Dieser Druck, meine schrecklichen Eltern...jede Nacht sehe ich das alles in meinen Träumen.Es macht mich verrückt.Die Gedanken erdrücken mich.Deshalb, Grace.Deshalb.
    Bitte, seit nicht zu traurig.Das will ich nicht.Lebt weiter, versucht ein besseres Leben zu haben als ich.
    Und gerade du, Grace.
    Ich sehe mehr, als ihr alle glaubt.Und so auch von dir.
    Hör auf, dir Vorwürfe zu machen.Wegen deiner Schwester und mir.Es ist nicht deine Schuld.
    Und höre auf dein Herz.Ja, es klingt kitschig, aber tue es.Ich glaube du weißt es nicht, aber es gibt jemanden, der dich wirklich mag.Der dir helfen kann.Lasse es zu.Du hast es verdient.Und weise diesen Jemand nicht ab.Mir bricht es fast das Herz gerade über ihn und dich so etwas zu schreiben, weißt du.Aber ich tue es, weil ich weiß, dass ich bald nicht mehr hier bin.Jahre, und er hat mich nicht bemerkt.Das Schicksal will es wohl nicht.
    Muntere die anderen auf.
    Es ist dein Job, ich bitte dich darum.
    Kümmere dich um Lizz.
    Kümmere dich um dich.
    Ich bin vielleicht tot, aber dennoch in euren Herzen.
    Alice


    Wie soll ich meine Gefühle beschreiben?
    Es geht nicht.
    Nein, es geht einfach nicht.
    Mit feuchten Augen faltete ich das Blatt Papier sorgfältig zusammen und ließ es in meine Hosentasche gleiten.Dann setzte ich mich auf mein Bett.
    Verwirrung, Trauer und sogar etwas Mut durchfloss mich.
    Alice wollte nur das beste.
    Für alle.
    Doch warum nicht für sie?
    Das Leben war schrecklich.
    Ungerecht.
    Grausam.

    12
    ((cur))((bold))DER PERSÖNLICHKEITSTEST((ebold)) Achtung! Das ist KEIN neues Kapitel! Das ist eine Information über das Special, welches ich erstellt

    DER PERSÖNLICHKEITSTEST

    Achtung! Das ist KEIN neues Kapitel!
    Das ist eine Information über das Special, welches ich erstellt habe.
    Es ist ein Persönlichkeitstest, in dem ihr herausfinden könnt wem ihr von den sechs Hauptfiguren am meisten ähnelt.

    Hier der Link:

    http://www.testedich.de/quiz48/quiz/1493235706/Lebe-die-Musik-in-dir-Wem-aehnelst-du-am-meisten

    13
    ((bold))ZWILLINGSSCHWESTER((ebold)) Geistesabwesend starrte ich auf den See, dessen schwarzes Wasser geheimnisvoll das Licht des Mondes reflektierte.I

    ZWILLINGSSCHWESTER

    Geistesabwesend starrte ich auf den See, dessen schwarzes Wasser geheimnisvoll das Licht des Mondes reflektierte.Ich hatte die Beine eng an meinen Körper gezogen und mein Kinn auf die Knien gebettet.
    Ich dachte nach.
    Über Alice.
    Über das, was sich Realität nennt.
    Langsam schien ich es immer mehr zu begreifen.
    Tot.
    Sie war tot.
    Es ist ein seltsames Gefühl.Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass dies wirklich stimmte.Dass das nicht nur ein Traum war, ich niemals mehr mit Alice reden könnte.Mit ihr Musik machen.Mit ihr lachen.
    Warum?
    Was hatte all das für einen Grund?
    Sie hatte doch nicht ihr ganzes Leben vor sich gehabt.
    Warum?
    Plötzlich hörte ich eine Stimme hinter mir, die mich wohl merklich zusammenzucken ließ.
    "Hi."
    Es war Jack, der sich ohne einen weiteren großen Kommentar neben mich fallen ließ.
    "Hau ab.", knurrte ich.
    Wenn ich gerade auf etwas nicht Lust hatte, dann auf Menschen.
    Er kreuzte wirklich immer in den unpassendsten Momenten auf.
    Aber Jack ließ sich nichts von mir sagen.Mit einem einfachen "Nö" ließ er sich neben mich ins Gras fallen und musterte mich prüfend.
    "Gefällt dir was du siehst?" Mit einem ironischen Unterton zog ich eine Augenbraue hoch.
    Ich wollte die Technik "Ich-verschrecke-die-Leute-mit-meiner-kratzbürstigen-Art" anwenden, um endlich meine Ruhe zu haben.
    Jack schwieg nur, sah dann aber woanders hin.
    Es herrschte einige Minuten drückende Stille, die dann aber wieder von dem Jungen neben mir gebrochen wurde.
    "Denkst du auch manchmal an Alice?" Er starrte abweisend auf den See.
    "Hm, manchmal..."
    Manchmal war untertrieben.Ich dachte eigentlich immer an sie und versuchte all das Geschehene zu begreifen.Es war wie bei Jamie.Bei ihr hatte es auch so lange gedauert.Und ich hatte es bis heute noch nicht ganz geschafft.
    Aber Jack sprach weiter."Weißt du, ich habe einen Brief von ihr in meinem Koffer gefunden.Sie schrieb, dass ich dich davon abbringen solle, die Schuld bei dir zu suchen.Und...ach, egal..."
    Ich schnappte nach Luft.
    Sie hatte ihm etwa auch geschrieben.Und dann so etwas?
    Was hatte sich Alice dabei gedacht? Wenn er es erfahren würde, dann würde er mich sicher auch als schuldig ansehen...
    "Ä-Ähm...was...warum...schuld?"
    Jack zuckte mit den Schultern, sah mich dann aber direkt an.
    "Komm schon.Was meinte sie? Jetzt weiß ich doch sowieso dass du dich wegen irgendwas schuldig fühlst.Aber was?"
    Sollte ich es ihm erzählen? Prüfend musterte ich ihn.Er sah vertrauenswürdig aus.
    Aber dennoch wäre er der erste außerhalb meiner Familie der dies erfährt.
    "Familiensache.", antwortete ich kurz und knapp.
    "Bitte, Grace.Spuck's einfach aus."
    Ich verdrehte die Augen.
    "Wenn du es irgendeiner Menschenseele erzählst, dann mache ich dich kalt, ist das klar?"
    Jack nickte brav.
    Ich holte tief Luft.
    Ich wusste nicht, was er danach von mir halten würde.
    Aber es war mir egal.
    Ich hatte schon so viele Niederlagen erlebt, da würde dies nicht so schrecklich sein.
    "Ich war elf Jahre alt.Und ich hatte eine Schwester.Sie war nicht nur irgendeine Schwester, sondern meine eineiige Zwillingsschwester.Wir waren ein Herz und eine Seele.Sie hieß Jamie, sah aus wie ich und war nur eine Minute jünger.Dennoch war sie von der Art her anders als ich.Sie war mutiger und dachte weniger nach.Lebte im Jetzt und zauberte allen Leuten ein Lächeln auf's Gesicht.Schon seit wir klein waren hingen wir nur aneinander.Wir machten alles zusammen.Hatten die selben Freunde, dieselben Interessen.Wir konnten uns nicht vorstellen wie es ohne den anderen wäre.Aber eines Tages, ich weiß es noch genau, wendete sich das Schicksal.Es war der 18. Juli, ein warmer Sommertag, an dem die Sonne schien und die Vögel zwitscherten.Alles war wie immer.Jamie wollte mit mir draußen Rollschuhfahren gehen.Sie war nicht sehr gut, aber es machte ihr großen Spaß und ich brachte ihr einiges bei.Doch ich verneinte.Ich wollte unbedingt an einem Stück für's Klavier herumprobieren und es üben, am liebsten den ganzen Tag lang.Also schnappte sich Jamie ihre Rollschuhe und fuhr alleine los.Aber das Schicksal war gnadenlos.Sie rollte auf einer Straße ein paar Blöcke weiter.Ein Auto kam.Der Fahrer war betrunken, fuhr aber trotzdem ziemlich benebelt durch die Gegend.Er war viel zu schnell und raste durch die Straßen.Jamie sah in zu spät.Sie konnte nicht ausweichen, war viel zu unsicher.Der Mann überfuhr sie und brauste einfach weiter.Natürlich konnte er gefunden werden, aber für Jamie spielte das auch keine Rolle mehr.Sie starb noch auf der Straße.Schlimme innere Blutungen.Und ich war schuld daran.Wäre ich mit ihr gefahren, hätte ich auf sie aufgepasst.Ich war viel vorsichtiger und hätte sie wegziehen können.Alles wäre sicher ganz anders ausgegangen.Doch es ging nicht anders aus.Jamie war tot.
    Ich habe jetzt das Gefühl Mum und Dad denken nicht mehr an sie.
    Jedenfalls nicht so wie ich.
    Anfangs, nachdem Jamie gestorben war, habe ich sie überall gesehen.Sie war mir so nahe, dass ich immer dachte, unsere Schatten wären durcheinandergeraten.Auch jetzt, wenn die Sonne an schönen Tagen, wie an ihrem Todestag von hinten kommt und ich meinen Schatten sehe, stelle ich mir manchmal noch vor, es wäre ihrer, aber es ist nicht das Selbe. Ständig habe ich das Gefühl, sie redet mit mir, ist bei mir.Doch dann werde ich schmerzlich daran erinnert, dass es nicht so ist.Bei ihrer Beerdigung sagte Mum zu mir, manche Leute müssten gar nicht miteinander sprechen, um zu wissen, was der andere denkt, und dass zwischen Jamie und mir eine besondere Bindung bestand, weil wir Zwillinge waren.Es ist für mich, als wäre ich das einzige was sie noch an unsere Welt kettet.
    Weißt du jetzt warum mir das mit Alice so wehtut? Sie erinnert mich so an Jamie.Und ich bin wieder schuld.Es war meine Rasierklinge, Jack.Meine.Und es ist meine Schuld."
    Ich schluckte und wischte mir unauffällig eine Träne aus dem Augenwinkel.Jack sah mich mit tellergroßen Augen an.
    "Deshalb...aber...das ist doch nicht deine Schuld.Es war ein unglücklicher Zufall, aber ich denke nicht, dass du es hättest verhindern können.Vielleicht musste es so sein.Schicksal, weißt du? Außerdem schreiben sich Menschen nach dem Tod ihrer Freunde und Familie oft die Schuld zu, obwohl es nicht so ist."
    Ich schnaubte leicht."Woher willst du denn das wissen? Es hätte doch so viel anders sein können.Manchmal frage ich mich ehrlich gesagt, warum ich das alles noch mache.Ich stelle doch sowieso nur Schlechtes an.Es ist schon eher besser es aufzugeben..."
    "Willst du damit etwa sagen, dass du dich auch umbringen willst? Das wirst du mal schön sein lassen."
    "Vielleicht...Was hast du denn dagegen?"
    Jack musterte mich einige Sekunden lang eindringlich und rückte dann plötzlich so schnell näher, dass ich nicht mal wegrutschen konnte.Und bevor ich fragen konnte, was zur Hölle er da mache presste er seine Lippen auf meine.Völlig überrascht und überrumpelt zuckte ich zusammen.Seine Lippen waren warm und-ich schäme mich fast dies zu sagen-zärtlich.Ich fühlte mich als hätte mir jemand in den Bauch geboxt.Doch Jack ließ nicht von mir ab.Ich spürte seine Hände an meinen Wangen.Meine Lippen prickelten aufgeregt.Eigentlich war es nicht mal so schlimm.Doch vollkommen ungewohnt.Verzweifelt versuchte ich meine Gedanken zu sortieren, die mir alle wie wild durch den Kopf sausten.
    Endlich kam ich mal zu etwas.Ohne lang zu überlegen drückte ich Jack weg und schnappte nach Luft.Mein Gegenüber sah mich nur etwas verwirrt an.
    "Woooooow...wow, wow, wow...." Immer noch etwas schnappatmend hielt ich meine Hand hoch, als wollte ich ein Spielstopp einlegen.
    Oh, scheiße.
    Das war gerade nicht wirklich passiert, oder?
    Ganz und gar nicht begeistert realisierte ich langsam die Situation.
    Etwas wütend sah ich zu Jack hoch.
    "Was sollte DAS!"
    Keine Antwort.
    "Also ehrlich...Was sollte das? Du...äh...bist blöd und ich mag dich nicht und äh...du...stinkst!"
    Okay, etwas Besseres fiel mir in dem Moment auch nicht ein.Dabei war es noch nicht einmal die Wahrheit.
    Fast schon etwas amüsiert hob Jack eine Augenbraue."Achja?"
    "Ähhhhh...ja!"
    Möglichst elegant rappelte ich mich auf und warf mein Haar über die Schulter.
    "Du solltest dir dringend mal Manieren aneignen, Jack Clark!"
    Mit diesen schnippischen Worten drehte ich mich um und stolzierte eilig in Richtung Schule davon.
    Da erzählte man einmal jemandem ein Geheimnis und dann kam so etwas dabei heraus.
    Typisch diese seltsame Spezies namens "Jungen"....

    14
    ((bold))HELDENHAFT((ebold)) Wir beachteten uns nicht. Sprachen nur das Nötigste miteinander. Seit dem...Vorfall...am See herrschte zwischen Jack und

    HELDENHAFT

    Wir beachteten uns nicht.
    Sprachen nur das Nötigste miteinander.
    Seit dem...Vorfall...am See herrschte zwischen Jack und mir Funkstille.Ich war nicht brennend daran interessiert mit ihm zu reden und zeigte ihm das auch mit kühlen Blicken und einer abweisenden Art.
    Ob es ihm was ausmachte?
    Ehrlich gesagt, ich hatte keine Ahnung.Und es war mir ziemlich egal.
    Ich hatte einfach keine Lust auf solche Sachen.
    Keine Lust auf die Gefühlsverwirrungen.
    Dafür war ich mir wirklich zu schade.
    So versuchten wir die Anwesenheit des Anderen nicht zu beachten und arbeiten still mit den anderen an dem Song für die Abschlussprüfungen.
    Generell war die Stimmung ein großes Bisschen gedrückt.
    Ob es nun an Jack und mir lag oder noch an der Trauer um Alice, konnte ich nicht beurteilen.
    Wahrscheinlich gab die Mischung dieses ultimative Schlechte-Stimmung-Hormon.
    Der Song war ganz gut.Er trug den Titel "It will ever go on".
    Das wuchs auf meinen Mist.
    Ich wollte keine urtraurige Balade schreiben, ich wollte Alice' Bitte ausführen und zeigen, dass es immer irgendwie weitergeht.
    Obwohl ich dies manchmal selbst nicht so ganz glauben konnte.

    Aufgeregt lief ich vor dem Prüfungsraum im Kreis.Ein paar andere Schüler standen nicht weniger angespannt um ich herum.
    Es waren noch etwa zwei Minuten bis wir dran waren.
    Lizz hatte sich bisher noch in ihr Zimmer verdrückt, aber sie würde schon noch kommen.
    David lehnte neben mir an der Wand und murmelte irgendwelche Zahlen vor sich hin.Wenn ich mich nicht irrte zählte er Primzahlen auf.Wahrscheinlich musste er sich irgendwie ablenken.
    Jack war jetzt seit einiger Zeit auf dem Klo und Owen auch irgendwo verschwunden.
    Ich glaube, wir alle waren einfach etwas aufgeregt.
    Und das wirklich mit Recht.
    David hatte mir alles genau erklärt.
    Wir würden auf unseren Auftritt Punkte bekommen, die dann mit den Punkten der bisherigen Noten zusammengerechnet wurden.Jeh bessere Noten man also hat, desto mehr Punkte gab es.Und dann wurden noch für Benehmen und Besserung Punkte vergeben.
    Simpel gesagt war das einfach der Tag, an dem sich entscheiden würde ob ich nach Hause musste.
    Die anderen waren dafür ziemlich unmotiviert.Owen meinte, manche Eltern wollten ihre Kinder gar nicht zurück, und ließen deshalb weniger Punkte veranlassen.
    Unglaublich gemein, aber so war es eben.
    Und meine Freunde waren wohl welche dieser armen Kinder.
    Vielleicht ich sogar auch?
    Ich hielt es für gar nicht so unwahrscheinlich...
    Ich hatte oft das Gefühl, meinen Eltern einfach nur noch auf die Nerven zu gehen.
    Nervös sah ich auf die Uhr.
    Noch eine Minute.
    Plötzlich hörte ich laute Rufe.
    Owen kam auf mich und David zugerannt.Er wedelte mit seiner rechten Hand, als müsste er auf einem Leuchtturm ein Frachtboot auf sich aufmerksam machen.
    "GRACE! DAVID!"
    Nun kam Owen keuchend vor uns zum Stehen.Er stützte sich kurz auf seine Knie und fing dann an zu sprechen.
    Diese ganze Situation, sie erinnerte mich schmerzlich daran wie Lizz so vor nicht all zu langer Zeit so vor Jack und mir gestanden hatte.
    "Es...es gibt ein Problem....Lizz will nicht auftreten!"
    "WAS!" David war noch schneller als ich.
    Owen nickte nur mit unheilvoller Miene.
    Nein, nein, nein.
    So etwas passierte aber auch wirklich nur mir.
    Fassungslos starrte ich Owen an."Wie, sie will nicht auftreten? Warum? Wir haben doch so lange..."
    Doch ich wurde von Mr. Spencers Stimme unhöflich unterbrochen.
    "Jetzt kommen bitte Jack Clark, Owen Walkers, Grace Scott, Elizabeth Holland und David Parks zur Prüfung!"
    "Verdammt! Was machen wir denn jetzt? Jack ist noch nicht da und Lizz will nicht...Wir müssen zur Prüfung!"
    Angestrengt dachte ich nach.Das Mindeste was wir machen konnten war mehr Zeit zu verlangen.
    Ich wandte mich Mr. Spencer zu.
    "Öhm...es gibt bei uns gerade ein kleines Problem...können wir bitte noch ein paar Minuten Zeit bekommen? Bitte?"
    Mr. Spencer musterte mich kurz und seufzte dann ergeben.
    "Meinetwegen.Fünf Minuten.Aber nicht mehr und nicht weniger.Wir müssen heute noch andere Schüler prüfen!"
    "Vielen, vielen Dank!"
    Ich atmete aus und wandte mich wieder an Owen und David.
    David zog eine Augenbraue auch. "Aber was bringt uns das mehr Zeit zu haben wenn Lizz nicht auftreten will?"
    Owen nickte zustimmend.
    "Ich werde sie rumkriegen.Vertraut mir."
    Und mit einem heldenhaften Blick sauste ich los.Die Schulflure entlang in Richtung Lizz' Zimmer.

    15
    ((bold))NOCH EIN BREITES LÄCHELN((ebold)) Vor dem Zimmer meiner Freundin angekommen machte ich mir gar nicht erst die Mühe zu klopfen. Ich riss die

    NOCH EIN BREITES LÄCHELN

    Vor dem Zimmer meiner Freundin angekommen machte ich mir gar nicht erst die Mühe zu klopfen.
    Ich riss die Tür auf und stürmte direkt in Lizz' Abteil.
    Dort saß diese zusammengesunken auf dem Bett und starrte auf den Boden.
    Sie beachtete mich nicht einmal.
    Neben ihr lag ein zerknitterter Brief, der so aussah als hätte sie ihn schon tausendmal geöffnet.
    "Lizz...", keuchte ich noch leicht außer Atem."Warum willst du nicht auftreten?"
    Lizz hob langsam ihren Blick in meine Richtung.
    "Ich würde es doch eh nur versauen.Seit Alice tot ist kann ich nicht mehr mit so viel Elan und Freude singen.Das passt nicht zu dem Lied."
    "Aber es hat doch super geklappt! Bitte lass uns jetzt nicht im Stich! Denk doch mal an mich und die Jungs.Wir sind ohne dich ziemlich blöd dran!" Mit zügigen Schritten durchquerte ich das Zimmer und setzte mich neben Lizz auf das Bett.
    Lizz schwieg und ließ sich ihre dunklen Wuschellocken ins Gesicht fallen, sodass ich ihre Augen nicht sehen konnte.
    "Bitte.Nur heute.Wir zählen auf dich...Alice...Alice hätte nicht gewollt, dass du nicht mitmachst."
    "Das Leben ist kein Wunschkonzert." Lizz Stimme klang seltsam kühl und ohne Freude.
    "Was? Sag doch sowas nicht! Komm einfach mit, bitte! Alice will sicher nicht, dass du dich selber so fertig machst."
    "Du weißt doch so gut wie gar nichts über Alice.Woher willst du also das wissen?"
    Ich verdrehte innerlich leicht die Augen."Ich kannte sie ja auch erst ein halbes Jahr.Was weiß ich denn nicht?"
    Lizz sagte nichts, nahm aber den Brief in die Hand und umklammerte ihn wie einen Rettungsring.
    Doch dann sprach sie mit leiser Stimme."Sie hat mir erzählt, dass, als sie zehn Jahre alt war eine Freundin von ihr starb.Sie hatten oft etwas unternommen und waren gute Kameradinnen.Doch das Mädchen wurde von irgendeinem betrunkenem Typen mit dem Auto überfahren und starb.Das hat Alice unglaublich fertig gemacht, da ihre Freundin ihr immer bei ihren Problemen geholfen hatte.Kurz darauf zog Alice aus diesem Dorf weg.Ich glaube sie hat ihre psyschiche Schwäche wegen diesem Vorfall."
    Das kam mir nur zu bekannt vor.
    Viel zu bekannt.
    Viel, viel zu bekannt.
    Etwas verwirrt runzelte ich die Stirn.
    "Das tut mir leid...Wie hieß denn ihre Freundin?"
    "Ich weiß es nicht mehr so genau...vielleicht Jessica...oder Jasmin..."
    "Oder Jamie?", unterbrach ich Lizz.
    Diese sah mich verwundert an."Stimmt...Jetzt wo du es sagst...Jamie ist richtig...Woher weißt du das?"
    "Bauchgefühl...", brachte ich noch hervor.
    Mir kamen in einer auf die andere Sekunde tausende Bilder in den Kopf.
    Jamie mit einem kleinem Mädchen, welches kurzes, in einem ordentlichem Bob gestutztes Haar hatte, grüne Augen, gerötete Wangen und ein breites Grinsen im Gesicht.Sie war immer genau so fröhlich gewesen wie Jamie.
    Ich hatte nicht viel mit ihr am Hut gehabt, ab und zu redete ich mal mit ihr, aber das war es schon.
    Nach Jamies Tod tauchte sie nicht mehr auf.
    War dies wahr? War dieses kleine, so fröhliche Mädchen Alice?
    Es schien unmöglich, aber es war wahr.Damals hatte Alice noch ein glückliches Blitzen in den Augen gehabt.Ein breites Lächeln.
    Doch dies schien nach Jamies Tod genauso wie meins verschwundenen zu sein.
    Kein Wunder, dass ich sie nicht wiedererkannt hatte.
    Wie dumm ich doch war.
    Das erklärte warum sie von Jamie wusste.
    Aber warum hatte sie mich nie darauf angesprochen?
    Sie wusste doch, dass ich Jamies Schwester bin.
    "Alles okay?", unterbrach Lizz meine wilden Gedankengänge.
    "Ja, alles okay..."
    Ich hatte nicht vor ihr das auch noch zu sagen.
    Dass ich Alice schon länger kannte.
    Am Ende würde mich Lizz auch noch so abschlabbern wie ein gewisser Jack.
    Langsam fasste ich mich wieder.
    Jetzt war keine Zeit dafür nachzudenken.
    Entschlossen stand ich auf, stemmte meine Hände in die Hüften und sah Lizz streng an.
    "Elizabeth Holland.Du wirst jetzt mitkommen.Für Rumheulen ist noch später Zeit.Man braucht uns jetzt.Zur Not muss ich dich tragen.Keine Wiederrede."
    Lizz sah mich ein paar Sekunden an und seufzte dann leicht.
    "Meinetwegen...Aber beschwer dich nicht wenn wir wegen mir schlecht wegkommen."
    Langsam stand sie auf.
    "Keine Angst", erwiederte ich."Ich beschwere mich nie."

    16
    ((bold))WEG((ebold)) Ich hatte Lizz voller Tatendrang zum Prüfungszimmer mitgezogen. Die Jungs schienen schon drinnen zu sein. Ich öffnete die Tür

    WEG

    Ich hatte Lizz voller Tatendrang zum Prüfungszimmer mitgezogen.
    Die Jungs schienen schon drinnen zu sein.
    Ich öffnete die Tür und schleifte Lizz mit hinein.
    "Da seid ihr ja endlich.", meinte David mit einem vorwurfsvollen Gesicht.Er stand vor Jack und Owen, die uns Mädchen ebenfalls ansahen.
    Ich schenkte ihnen und den drei Lehrern, die auf Stühlen etwa zwei Meter von uns entfernt saßen mein süßestes Lächeln.
    "Entschuldigung für die Verspätung.", sagte ich möglichst schuldbewusst.
    Mr.Spencer seufzte."Ist schon okay.Aber fangt jetzt an."
    Lizz und ich nickten und gingen zu unseren Plätzen.Ich vor das Keyboard und Lizz als Leadsängerin vor das vorderste Mikrofon.Jack hängte sich seine Gitarre um, David setzte sich hinter's Schlagzeug und Owen schnappte sich ebenfalls seine Bass-Gitarre.
    Wir fünf nickten uns kurz zu, dann schlug David seine Drummsticks viermal aneinander und Jack setzte mit seiner Gitarre ein.
    Alles verlief ziemlich reibungslos.
    Wir spielten als wäre dies das einzige auf der Welt, sangen und spürten einfach nur die Musik in uns.
    Zusammen flochten wir mit den Tönen ein Band, welches ein Lied ergab und wir funktionierten so wie vielleicht noch nie zusammen.
    Auch Lizz machte ihre Sache besser als sie behauptet hatte.
    Sie sang mit ihrer glockenhellen Stimme und gab dem Wort "Gesang" eine ganz neue Beseutung.
    Nach ein paar Minuten endeten wir dann.
    Gespannt blickten wir zu den Lehrern, die uns vorher aufmerksam zugehört hatten und jetzt miteinander flüsterten und auf ihren Klemmblöcken herumkrakelten.
    Gefühlte Ewigkeiten vergingen, bis Mr. Spencer sich dann nach etwa sieben Minuten uns zuwandte.
    Er lächelte freundlich, was Hoffnung in mir aufkeimen ließ.
    "Und?", fragte Owen gespannt.
    "Ihr wart alle sehr gut, habt großes Talent.Aber kommen wir jetzt zu den Punkten dieses Schuljahres."-er sah auf seine Liste-"Owen Walkers:44,07 Punkte.Jack Clark: 38,1 Punkte.David Parks:40,0 Punkte.Elizabeth Holland:41,05 Punkte.Und als letztes Grace Scott mit 49,51 Punkten.Die genaueren Einteilungen erfahrt ihr übermorgen bei der Zeugnisfeier.Danke für euren Auftritt."
    Mir fiel fast die Kinnlade herunter.Ich hatte insgesamt die meisten Punkte erreicht.
    Wie konnte das sein?
    So eine vorbildliche Schülerin war ich nun auch wieder nicht.
    Ich sah zu den anderen.
    Lizz schien ziemlich fröhlich, David etwas überrumpelt und Owen enttäuscht.Jack starrte mich mit einem seltsamen Blick an.
    "Auf Wiedersehen Mr.S!", rief Lizz fröhlich, plötzlich wieder ganz sie selbst.
    Dann ging sie mit federnden Schritten zur Tür hinaus.
    Wir anderen folgten ihr.
    Kaum waren wir aus dem Prüfungsraum entkommen fingen die anderen an wie verrückt zu reden.
    "Du hast es geschafft Grace!", rief David."Gerade so!0,02 Punkte weniger und du wärst da geblieben.Respekt!"
    Etwas verwirrt starrte ich die anderen an.
    "Was habe ich geschafft?"
    "Du kommst hier weg.", meinte Jack klipp und klar, außerdem etwas traurig."Du hast gerundet volle Punktzahl.Du kannst übermorgen diese Schule verlassen."
    Meine Augen weiteten sich überrascht.
    Das konnte doch nicht sein!
    Ich war doch gerade erst angekommen, so fühlte es sich an.
    "Und ihr?", fragte ich neugierig.
    Owen warf mir ein bitteres Lächlen zu."Wir bleiben hier.Im Gegensatz zu dir sind wir nicht gut genug."
    "Gott sei Dank!", gab Lizz dazu."Ich will unbedingt hier bleiben! Schade, dass Grace nicht kann..."
    Immer noch etwas perplex starrte ich Lizz an.
    Ich wollte doch gar nicht weg.
    Ich mochte diese Schule.

    17
    ((bold))DER VORLETZTE TAG((ebold)) Langsam stopfte ich meine Kleider in den Koffer.Fast wie in einer Trance fand ich Socke um Socke in den seltsamsten

    DER VORLETZTE TAG

    Langsam stopfte ich meine Kleider in den Koffer.Fast wie in einer Trance fand ich Socke um Socke in den seltsamsten Ecken meines Abteils und steckte sie in meinen jetzt schon übervollen Koffer.
    Wie in einem dieser Flashbacks in dramatischen Filmen zogen an mir die Bilder meiner Zeit hier vorbei.Manche verdrängte ich, andere genoss ich.
    Ich konnte es einfach immer noch nicht fassen, dass die Zeit hier ein Ende finden sollte.Was würde passieren wenn ich nach Hause kam? An meine alte Schule? Manche dort hatten mich schon vorher wie eine Psychopatin behandelt, wie sollte es erst nach meinem Aufenthalt hier sein? Die Jackson Academy.Schule für Problemkinder wie mich.Hier hatte ich so viele neue Erkentnisse bekommen.Über Alice, Jamie und vielleicht auch etwas über mich.
    Mein Onkel hatte immer an das Schicksal geglaubt.Wahrscheinlich lachte sich dieses gerade irgendwo einen ab, weil es mal wieder mein Leben erfolgreich durcheinander bringen konnte.
    Ich jedoch versuchte weniger erfolgreich meinen Koffer zu schließen.Nach einigen Minuten des harten Zweikampfes hatte ich es dann endlich geschafft.
    Ein wenig stolz über meine Leistung stand ich auf und sah mich um.Das Zimmer war leer, mein ganzer Krimskrams verpackt, meine Gitarre verstaut und der Schreibtisch etwas entstaubt, wenn auch nur zur Hälfte, da ich nach etwa 30 Sekunden keine Lust mehr auf Putzen gehabt hatte.
    Morgen war die Abschiedsfeier.Mit Snacks, Musik und Schulfrei.
    Heute hatten die Abreisenden Packzeit.
    Ich hatte schon alles erledigt, deshalb konnte ich den Rest des Tages genießen.
    Nunja...Genießen kann man verschieden definieren.
    Ich hatte noch ein Hühnchen mit Jack zu rupfen.In letzter Zeit hatten wir es vermieden über den Abend am See zu sprechen.Doch wenn ich jetzt gehen musste, wollte ich die Schule wenigsten im Reinen mit allen verlassen.
    So ging ich dann also aus meinem Zimmer und den Flur entlang.Ich wusste, wo das Zimmer der Jungs war und steuerte zielstrebig darauf zu.Was ich sagen wollte? Das wusste ich nicht mal selber so wirklich...Mein Oberstübchen würde sich schon etwas ausdenken.
    Bei dem Zimmer angekommen machte ich mir nicht einmal die Mühe zu klopfen.Ich stürmte einfach herein und platze in Jacks Abteil.
    "Hallo.", sagte ich.
    Jack zuckte merklich zusammen.Er saß mit seiner Gitarre auf dem Bett und spielte irgendwelche Akkorde.
    "Schon mal was von Klopfen gehört? Ist nämlich scheinbar ein Fremdwort für dich.", antwortete er etwas säuerlich.
    Ich verdrehte die Augen."Ich will mit dir reden."
    "Muss ich jetzt Angst haben?"
    "Ja.Ich will über den Abend reden.Du weißt schon...vor kurzem am See."
    "DEN Abend?"
    "Du hast es erfasst."
    Jack blieb still und musterte plötzlich sehr fasziniert seine Gitarre.
    "Was zur Hölle war da los?", fragte ich noch einmal.
    Jack sah ungläubig zu mir auf."Im Ernst jetzt?"
    "Ja.", meinte ich trotzig.
    Jack seufzte."Kannst du dir das nicht denken, Grace? Kannst du dir nicht denken warum ich das gemacht habe?"
    "Du warst...keine Ahnung...auf Drogen oder so?"
    Na gut, ich hatte wirklich einen Verdacht.Aber den wollte ich nicht äußern, und auch nicht so tun als wüsste ich es.Lieber tat ich so als hätte ich das Feingefühl einer sterbenden Nacktschnecke.
    Jack legte seine Gitarre auf sein Bett und stand auf.
    "Nun.Stell dir vor, ich mag dich."
    Ich sollte wirklich als Detektivin arbeiten.Mein Verdacht hatte sich bestätigt.
    "Oh..."
    Ich gebe zu, ich wusste nicht was ich auf sowas antworten sollte.
    "Ja, oh trifft es ganz gut.", meinte Jack mit einem leichten Grinsen.
    "Mmmm..."
    Wow, meine Kreativität war wirklich nicht in Worte zu fassen.
    Ich versuchte zu ermitteln ob ich ihn auch mochte.
    Also SO mochte.SO SO mochte.
    Vielleicht...man, das war echt schwierig.Wie konnte ich mich meiner Gefühle nur so unsicher sein?
    Jack sah mich abwartend an.
    "Ich...weiß nicht so recht...", fing ich unbeholfen an,"also, ob ich dich auch SO mag."
    Mein Gegenüber schaute ein wenig verletzt drein.
    "Du bist echt nett und so...du kennst Jamies Geschichte...du bist auch ein Problemkind...du spielst auch Gitarre..."
    Okay, langsam sollte ich wirklich mal aufhören mit Schwärmereien.
    Ich hatte gar keinen Plan.Das kam zwar öfter vor, aber diesmal wäre es ganz gut gewesen mich etwas besser deuten zu können.
    "Ich verstehe schon...", sagte Jack,"du bist dir deiner Gefühle nicht sicher."
    "Ähm..."
    Vielleicht, vielleicht mochte ich ihn doch etwas mehr als ich mir selber eingestehen wollte.
    Dies gab ich dann auch zu."Na gut...ich mag dich vielleicht schon etwas mehr...aber noch nicht SO sehr..." ...SO sehr dass ich irgendwas mit dir anfangen wollen würde, vollendete ich den Satz in meinem Kopf.
    Jack nickte verständnisvoll, jedenfalls fasste ich es so auf.
    Und dann tat ich etwas, was ich selber nicht so ganz nachvollziehen konnte.
    In einigen schnellen Sekunden beugte ich mich etwas vor und gab Jack den wahrscheinlich kürzesten Kuss der ganzen Welt.Eine Millisekunde, und schon war er vorbei.Es erinnerte mich etwas daran wie mich Freddie hinter den Schultoiletten in der dritten Klasse geküsst hatte.Kurz und schmerzlos.
    Jack schaute mich etwas verwirrt an.
    "Gut das wir das geklärt haben.", meinte ich fröhlich,"und wer weiß, vielleicht baue ich mal wieder Scheiße und komme wieder auf die Schule.Dann können wir ja etwas weiter denken."
    "Äh...", fing Jack an.
    Doch ohne auf eine weitere Antwort zu warten drehte ich mich um, lief zur Tür hinaus und hüpf-ging den Gang zu meinem Zimmer herunter, um den Tag noch voll und ganz auszukosten.

    18
    ((bold))ABSCHIED((ebold)) Die Worte des Direktors rieselten auf mich ein, ohne dass ich sie richtig verstand. Etwas von "blabla...Ferien....blabl

    ABSCHIED

    Die Worte des Direktors rieselten auf mich ein, ohne dass ich sie richtig verstand.
    Etwas von "blabla...Ferien....blablablabla...schwerer Abschied...", erzählte er.
    Es war der letzte Tag an der Jackson, ich saß neben Lizz in der Aula und hörte halbherzig zu.
    Meine Gedanken schweiften immer wieder zu meiner Rückkehr nach Hause.
    Was würden meine Eltern sagen?
    Ich hatte gar keine Lust wieder in meine alte Schule zu gehen.
    Sicher wüssten alle dass ich in einer "Psycho-Anstalt" war, das würde das Schulleben auch nicht gerade versüßen.
    Am liebsten würde ich hierbleiben.Mich im Klo einschließen oder so, und dann dort für's erste wohnen.Lizz könnte mir Essen...
    Na gut, diese Idee ist vielleicht doch nicht so genial.
    Aber es gab keine anderen Möglichkeiten für mich.
    Plötzlich wurde ich von einem ziemlich harten Ellenbogen an meinem Arm wieder in die Realität befördert.Es war Lizz die auch gerade auf mich einredete.
    "....nun endlich? Es ist aus! Wir sind erlöst!"
    Mit einem schweifendem Blick stellte ich fest dass so ziemlich alle Schüler aufgestanden waren, sich gegenseitig aus den Bankreihen schubsten und fröhlich schwatzten.
    Nun erhob ich mich auch, um Lizz durch den (meiner Meinung nach viel zu kleinen für so viele Schüler) Eingang der Aula zu folgen.Wir kämpften uns aus dem Getümmel und standen schon bald im Freien vor dem Haupteingang der Schule.Neben der großen Türe stapelten sich Koffer, Taschen und alles mögliche.
    Schnell schnappte ich mir meinen Koffer und auch die Gitarre, bevor die Sachen von Menschen oder sonstigem begraben wurden.
    Die meisten hier draußen würden bald abgeholt werden.
    So auch ich.
    Bis hier oben durften die Autos nicht fahren, deshalb würde ich den Berg bis unten gehen müssen.
    Etwas verlegen stand ich neben Lizz.Wir beide waren unschlüssig was wir jetzt sagen oder tun sollten.
    Abschiede waren etwas schweres.
    Niemand mochte sie, und niemand hatte eine Ahnung wie man sich bei Abschieden genau verhält.
    Plötzlich begann Lizz zu sprechen.
    "Öhm...tschüss...oder?" Sie lächelte schwach während sie das sagte.
    Ich grinste zurück."Tja, tschüss trifft es ganz gut..."
    Und ohne eine Vorwarnung sprang Lizz nach vorne und umarmte mich mit einem Klammergriff, den jeden Wrestler blass gemacht hätte.
    Ich konnte gerade noch so das Gleichgewicht halten, mein Gitarrenkoffer fiel mir fast aus der Hand, aber Lizz war dies egal.
    Langsam ließ ihr Griff etwas nach und ich hatte wieder die Möglichkeit mich zu bewegen und erwiderte die Umarmung.
    Nach einiger Zeit ließen wir los.
    Einen kurzen Moment sahen wir uns ganz still an.
    Doch plötzlich fing Lizz an zu kichern.Und wenige Sekunden später lachten wir beide so laut dass uns die Umstehenden etwas verstört ansahen.
    "Worüber lachen wir eigentlich?", fragte ich etwas außer Atem.
    "Ehrlich gesagt...keine Ahnung!", gluckste Lizz.
    Langsam kriegten wir uns wieder ein.
    Nun sprach ich etwas ernster."Wir schreiben uns, oder?"
    Lizz nickte nur.
    Als ich auf die Uhr sah stellte ich fest dass es langsam Zeit wurde zu gehen.
    Seufzend sah ich auf.
    "Ich muss langsam los....es war echt toll hier.Und...und danke dass du meine Freundin bist."
    "Kein Problem", meinte sie grinsend.".Vielleicht kannst du ja irgendwann etwas unanständiges anstellen und kommst dann wieder her."
    Ich lächelte schief."Ich versuch's...aber jetzt ist es wohl Zeit....tschüss Lizz..."
    "Halt die Ohren steif, Gracilein."
    Noch ein letztes Mal umarmten wir uns kurz.
    "Ich werd's versuchen."Und mit diesen Worten drehte ich mich um und ging den Berg hinunter.
    Ich war noch nie gut in Abschieden gewesen, für meine Verhältnisse war dieser ein echtes Meisterstück.
    Ich fand es zwar etwas schade dass die Jungs nicht gekommen waren-ich hatte sie auch in der Aula nicht gesehen-aber vielleicht hatten sie ja etwas besseres vorgehabt...
    Ich ging gedankenverloren weiter, doch dann hörte ich auf einmal jemanden meinen Namen rufen.Es klang als hätte der Wind die Stimme zu mir hinuntergetragen.
    Ich drehte mich um.
    Vor dem Schuleingang standen winkend drei Menschen.Neben ihnen konnte ich Lizz erkennen.
    Langsam fing ich an zu grinsen.
    Behutsam legte ich meine Gitarre und den Koffer an den Wegrand und lief dann schnellen Schrittes den Berg hinauf.Ich war eben schon ziemlich weit gekommen, jetzt ärgerte ich mich darüber.
    Doch dennoch kam ich an.
    Es waren Jack, Owen und David.
    "Was denkst du dir nur loszugehen ohne dich zu verabschieden?", fragte David gespielt streng, aber mit einem Grinsen.
    "Tut mir leid, Sir", antwortete ich lachend.
    Nach einer kurzen Pause sprach ich wieder."Hm...dann ciao, was?"
    Und diesmal war ich es die umarmte.Einen nach dem anderen.
    Bei Owen musste ich mich etwas strecken, er schien noch mehr gewachsen zu sein.
    Jack umarmte ich etwas länger als die anderen.
    Doch nicht mehr.
    Nachdem ich mich gelöst hatte stand ich da, dämlich lächelnd und die Hände in den Hosentaschen vergraben.
    "Willst du nicht langsam mal los? Deine Eltern warten sicher schon", sagte Owen ernst.
    Da hatte er recht.
    "Stimmt...ähm...ich hoffe wir sehen uns wieder.Tschüss, Jungs."
    "Viel Glück", meinte David.
    Owen nickte, doch Jack blieb ganz still.
    Mit einem leichten Lächeln drehte ich mich um und wollte wieder weitergehen, aber dann sagte Jack noch etwas.
    "Auf ein Wiedersehen, Grace."
    Noch einmal wandte ich mich um und Jack und ich lächelten uns schief an.Es war so ein Insider-Lächeln, von dem niemand den wahren Grund weiß.Nichts romantisches, einfach ein Lächeln.Ein echtes Lächeln.
    "Auf ein Wiedersehen", antwortete ich.
    Mit diesen Worten ging ich nun endlich zielstrebig zu meinem Gepäck, da ich wusste dass es mir langsamer viel zu schwer fallen würde Abschied zu nehmen.Ich schnappte mir meine Sachen, seufzte kurz und ging dann in Richtung Schultor weiter.
    Hinter mir ließ ich die einzige Schule die mir wirklich gefallen hatte.
    Unzählige Erlebnisse.
    Das Gefühl aufgenommen zu sein.
    Ich würde sagen es war eines der besten Jahre meines Lebens, trotz Alice' Tod, trotz dem Schlechtem.
    Auch gerade konnte ich fast spüren, wie Alice mit den anderen oben am Eingang stand, mir mit einem seltsamen Lächeln nachblickte und ihre grünen Augen so ruhig wie immer blitzten.
    Ich war nicht perfekt, meine Freunde nicht und die Jackson Academy auch nicht.
    Aber dennoch, das dachte ich als ich das Auto meiner Eltern am Tor warten sah, dennoch konnte ich die Methoden dieser Schule nur weiterempfehlen.

    19
    ((bold))EINE DANKSAGUNG((ebold)) Ja, das war eben das letzte Kapitel.Die Geschichte von Grace ist zu Ende.Oder doch nicht? Wer weiß? Naja, jedenfalls

    EINE DANKSAGUNG

    Ja, das war eben das letzte Kapitel.Die Geschichte von Grace ist zu Ende.Oder doch nicht?
    Wer weiß?
    Naja, jedenfalls ist diese Fanfiktion beendet.
    Es werden nun keine neuen Kapitel mehr kommen.
    Aber ich möchte Danke sagen:
    Danke, für alle, die meine Geschichte gelesen, mit den Figuren mitgefiebert, immer fleißig kommentiert haben und mir richtig Spaß am Schreiben geben.
    Danke, Leute.
    Ihr glaubt nicht wie viel mir das bedeutet.
    Mir hat besonders diese Story riesigen Spaß gemacht.
    Das Schreiben.Die Dialoge der Charaktere und besonders Grace' Sichtweise.
    Die ganze Idee bekam ich durch die Musik.Ich spiele seit ich sechs Jahre alt bin Klavier,übe jeden Tag ziemlich lange und es ist ein großer Teil meines Lebens.
    Ich weiß es klingt komisch, aber als Inspiration habe ich zu jedem Kapitel ein Lied gehört.
    Wenn ihr wissen wollt welche, dann schreibt es gerne in die Kommentare und ich kann ein extra Kapitel mit all den Liedern machen.
    Jedenfalls ist Musik eine große Inspiration für mich.Gerade mit dem Schreiben verknüpfe ich sie sehr.Wenn ich Musik höre kann ich mir die Charaktere und ihre Welten ganz genau vorstellen und sehe sie bildlich vor mir.
    Also Leute, was lernen wir daraus?
    Hört Musik!
    Das war's auch schon mit dem Dankeschön, ich freue mich natürlich weiter über Kommentare und von euch zu hören.
    Bis bald!^^

    Hier noch ein paar Links:

    Für Percy Jackson- und Helden des Olymp-Fans hier der Link zu einem Blog unser aller Lieblingshalbgötter mit Geschichten, Bildern und Infos aus ihrem Leben nach den Büchern:

    http://www.testedich.de/quiz49/quiz/1497720144/Der-Halbgott-Blog

    Nochmal der Link zu dem Special zu dieser FF, dem Persönlichkeitstest für euch:
    http://www.testedich.de/quiz48/quiz/1493235706/Lebe-die-Musik-in-dir-Wem-aehnelst-du-am-meisten

    Diese Kurzgeschichte hat Aqulia erstellt, sie ist auf dem "Who the fuck is Alice"-Lied aufgebaut, aber passt auch wunderbar zur FF und ich musste beim lesen die ganze Zeit an Alice denken. #RIPAlice
    http://www.testedich.de/quiz50/quiz/1503680675/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Wer-war-Alice

    20
    ((bold))DIE SONGLISTE((ebold)) Paradise hat sie sich gewünscht, und hier kommt sie. Die Liste zu den Songs von denen ich pro Kapitel einen zur Inspir

    DIE SONGLISTE

    Paradise hat sie sich gewünscht, und hier kommt sie.
    Die Liste zu den Songs von denen ich pro Kapitel einen zur Inspiration gehört habe.
    (Es ist mein Musikgeschmack.Tut mir leid wenn eurer anders ist.Aber jedem das seine, okay Leute?: D)

    KAPITEL 1:
    Going Under (Evanescence)
    https://youtu.be/CdhqVtpR2ts

    KAPITEL 2:
    Thumbs (Sabrina Carpenter)
    https://youtu.be/uAVUl0cAKpo

    KAPITEL 3:
    Fight Song (Rachel Platten)
    https://youtu.be/xo1VInw-SKc

    KAPITEL 4:
    Bring Me To Life (Evanescence)
    https://youtu.be/3YxaaGgTQYM

    KAPITEL 5:
    21st Century Girls (BTS)
    https://youtu.be/OB-OziF8DO4

    KAPITEL 6:
    The Lonely (Christina Perri)
    https://youtu.be/HO4e4nCYBEo

    KAPITEL 7:
    Not Today (BTS)
    https://youtu.be/9DwzBICPhdM

    KAPITEL 8:
    Salute (Little Mix)
    https://youtu.be/Kjpa0SMOug0

    KAPITEL 9:
    Kill Em With Kindness (Selena Gomez)
    https://youtu.be/HHP5MKgK0o8

    KAPITEL 10:
    Faded (Alan Walker)
    https://youtu.be/60ItHLz5WEA

    KAPITEL 11:
    Reflection (Rap Monster von BTS)
    https://youtu.be/9xGfSvx8Wn4

    KAPITEL 12:
    /

    KAPITEL 13:
    I Need U (BTS)
    https://youtu.be/NMdTd9e-LEI

    KAPITEL 14:
    Hero (MONSTA X)
    https://youtu.be/FZ9lJ5ctd0s

    KAPITEL 15:
    Best Friend (UNIQ)
    https://youtu.be/UsQUHoViugo

    KAPITEL 16:
    Hall of Fame (The Script)
    https://youtu.be/mk48xRzuNvA

    KAPITEL 17:
    Stay (Blackpink)
    https://youtu.be/FzVR_fymZw4

    KAPITEL 18:
    Firework (Katy Perry)
    https://youtu.be/QGJuMBdaqIw


    Und natürlich das passenste Lied zu der FF:
    Who the fuck is Alice?
    https://youtu.be/CsrfovOPcjk
    Es ist wirklich passend.:)

article
1486386828
Lebe die Musik in dir
Lebe die Musik in dir
Für die ei­gen­bröt­le­rische Musikliebhaberin Grace geht fast die Welt unter, als sie von ihren Eltern auf ein Internat geschickt wird.Zu dem werden an dieser Schule auch noch die schlechten Eigenschaften sogenannter "Problemkinder" mit ...
http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1486386828/Lebe-die-Musik-in-dir
http://www.testedich.de/quiz46/picture/pic_1486386828_1.png
2017-02-06
40H0
Musik

Kommentare (259)

autorenew

_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 3 Tagen
@Pary:Immerhin etwas.^^ Und bitte. ;)
@Aqua:Bitte. :) Und vielleicht gefällt dir ja doch was.
Paradise ( von: Paradise)
vor 3 Tagen
Ich kenne von den Liedern nur Hall of Fame, The Lonely, Fight Song, Salute und Faded.
Danke, dass du meinem Wunsch nachgekommen bist :)
Aquila ( von: Aquila)
vor 4 Tagen
Danke fürs Verlinken^^
Die Lieder sind nicht wirklich mein Geschmack, aber wie du schon gesagt hast, jedem das seine. Ich werde trotzdem in den nächsten Paar Tagen mal reinhören.
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 4 Tagen
So,die Songliste ist fertig.^^
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 11 Tagen
Vielen dank!^^
Bei welchem Kapitel bist du denn schon?
Blauherz ( von: Blauherz)
vor 12 Tagen
Sehr spannend und fesselnd geschrieben❤💙
Alles hab ich noch nicht durchgelesen aber bis jetzt ist es richtig gut!
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 12 Tagen
Ich muss mal sehen.
Wie du vielleicht weißt beginnt bei mir am Dienstag wieder die Schule,und dieses Jahr geht es wirklich stressig zu,da es auf ziemliche wichtige Prüfungen zugeht. ;)
Außerdem schreibe ich noch den Halbgott-Blog und für mein RPG die ganzen Einträge.(Es wird auch in einem Blog beschrieben,wie im passenden Buch dazu. :))
Zudem beginnt jetzt wieder die neue Saison für's Eiskunstlaufen und ich habe wieder mehr Training als im Sommer.
Also,das Fazit:Mein Leben ist ziemlich stressig.Vielleicht irgendwann,aber in naher Zukunft eher nicht.
Aber schön dass es dir so gut gefällt,oder eher gefallen hat.^^
Mesel ( von: Mesel)
vor 12 Tagen
Das muss weitergehen.
Im Ernst.
Diese Geschichte hat uns alle über Monate hinweg geprägt, fasziniert und inspiriert.
Nun gibt es für dich kein zurück mehr, Ella.
Ich weiß, dass speziell diese Geschichte nur zu Ende sein kann.
Aber bitte, bitte, bitte versuche daran anzuschließen.
Du bist uns nichts schuldig.
Wir müssen nichts von dir erwarten.
Aber im Namen der Hobbylosencrew und darüber hinaus, bitte ich dich um diesen einen Gefallen.
Um eine weitere Geschichte zu diesem Thema.
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 17 Tagen
Funfact für zwischendurch:
Die Schule deren Bilder ich in Kapitel 18 und 2 zeige gibt es wirklich.
Eine Freundin geht auf diese und von ihnen sieht die aus wie Hogwarts.
Ich bin so neidisch. XD
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 17 Tagen
@Aqua:Ja,ja,so gut wie immer rechtzeitig. XD *hust*
Ich bin auch stolz auf mich und froh dass diese FF existiert,denn so weit ich mich erinnern kann sind wir nach dem RPG hierdurch in Kontakt geblieben und ich mag dich echt sehr gerne. :)
Dankeschön.^^
@Pary:Ich liebe Musik auch sehr. :) (Warte...das habe ich glaube ich schon mal geschrieben. XD)
Auf jeden Fall bitte und danke,wahrscheinlich werde ich das Lieder-Kapitel auch noch machen.(Ich will nämlich zwanzig Kapitel erreichen. XD)
Und...ich wünschte auch ich könnte auf so eine Schule gehen,das wäre klasse...schon oft habe ich überlegt ein RPG mit diesem Prinzip zu machen.
Und... #R.I.P.Alice #WhoThe💗IsAlice XD
Zoey ( von: Paradise)
vor 17 Tagen
Wunderschön.
Ella, ich habe zwar einige Kapitel nicht wirklich aktiv mitbekommen, aber diese FF ist dir wirklich gut gelungen. Ich selbst liebe die Musik (hust. Just called my profile Paradise because of music. Hust.) und ich fand die Idee, Probleme mit Musik zu bekämpfen, wirklich gut, damals wie heute. Ich hoffe, dass noch ein Kapitel mit den Liedern kommt und dass du irgendwann vielleicht nochmal über Grace, Lizz und Co. schreibst.
Das von dir geschaffene Universum ist wirklich genial.
Ich möchte dir hiermit offiziell nochmal für Alice danken. Ich habe es gehasst, dass sie sterben musste, aber ohne sie, ohne dich, ohne diese FF und ohne Quils hätte ich niemals Smokie/Living Next Door To Alice/Who The 💗 Is Alice gekannt.
Danke für wirklich tolle Kapitel und tolle Erinnerungen an die Kommentarsection hier.
In Hoffnung, LdMid nochmal irgendwo zu hören ganz liebe Grüße,
Paradise.
(TDHF) Aquila ( von: Aquila)
vor 17 Tagen
Schönes letztes Kapitel.
Eigentlich müssen wir dir danken. Danke, dass du die FF ins Leben gerufen hast. Danke, dass du bis zum Ende durchgehalten hast (viele Geschichten auf TD bleiben ja oft unbeendet). Danke, dass du (meistens) regelmäßig geuploaded hast.
Kurz gesagt: Ich hab mich immer gefreut, wenn ein neues Kapitel erschienen ist. :)
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 17 Tagen
Es ist geschafft.
Das letzte Kapitel ist fertig.
Ich hoffe es gefällt euch,alles andere wichtige steht in der Danksagung.^^
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 27 Tagen
@Luna:Das ist ja witzig. XD Und danke.^^
Luna nightmares (81922)
vor 27 Tagen
Tolle Geschichte aber Ich habe am 18 Juli Geburtstag und Ich habe eine Schwester die Jamie Heißt
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 27 Tagen
Ja,ich bin bald auf der Rückfahrt und dann schaueich mal. ;)
Oder wenn ich nachts bis zwei Uhr aufbleibe obwohl ich weiß dass ich am nächsten Morgen total verschlafen sein werde. XD
Aquila ( von: Aquila)
vor 28 Tagen
Ella? Kommst bald mal wieder ein neues Kapitel? Ich weiß, du bist im Urlaub und so, aber vielleicht wenn du wieder zu Hause bist? :3
Ich brauche neuen Leeesestoff..
Ella ( von: _Estrella_)
vor 51 Tagen
Vielen Dank!^^
Ich werde versuchen bald weiter zu schreiben. XD
Ginsterminze ( von: Ginsterminze)
vor 51 Tagen
Supertolle Fanfiktion, Ella, auch mit ernsten Themen. Ich mag Lizz^^ und, dass Grace nie anklopft xP
Ich finde es traurig, dass Alice gestorben ist :(
Ich hoffe du schreibst bald weiter^^
_Estrella_ ( von: _Estrella_)
vor 74 Tagen
Klar,man muss auch mal Kritik einstecken können. XD