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Das Biest und der Tyrann - Teil 43

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1 Kapitel - 6.958 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2017-02-05 - Entwickelt am: - 1.225 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein schön langes Kapitel als Entschuldigung dafür, dass es bei mir immer so lange dauert. Ich hoffe, ihr lest trotzdem gerne weiter.

    1
    Grits Sicht
    „Hey Kleine! Aufstehen!“ Mich rüttelt jemand wach. Was ist hier los? Voll aus dem Schlaf gerissen mache ich die Augen auf. Kid! Er streicht mir übers Gesicht. „Na endlich! Ich dachte schon du bist im Koma, so tief hast du geschlafen!“ Ich bewege mich müde. „Es ist Zeit aufzustehen und schlafe ja nicht wieder ein. Wer heute zu spät zum Frühstück kommt muss dreißig Klimmzüge machen. Also hoch jetzt!“ Gequält wälze ich mich aus dem Bett. Mit einem herzhaften Gähnen verschwinde ich im Badezimmer. Autsch! Das war wohl nichts. Ich reibe mir die Stirn. Noch ein Versuch. Etwas weiter rechts diesmal! Geht doch! Ich schließe die Tür und wasche mir erst einmal mit eiskaltem Wasser das Gesicht. Jetzt kann ich auch wieder die Augen öffnen. Wow! Ich habe krasse Augenringe und sehe total fertig aus. Das Zähneputzen ist sehr anstrengend. Es ist schwer den Arm so lange oben zu halten und dann auch noch zu bewegen. Ich gehe auf Klo. Den Kopf lehne ich an die Wand an der Seite. Ich will nicht… Ich will mich nicht bewegen. Es tut weh und ist anstrengend! Aber heute ist Tag zwei meines Trainings. Oder wohl eher Tag drei. Schließlich spüle ich. Die Kleidung, die ich gestern Nachmittag gewaschen habe, ist noch nicht trocken. Ich suche mir neues Sportzeug aus dem Schrank zusammen. Da die lange Sporthose nass ist, ziehe ich halt die kurze Sporthose an. Dazu ein Top. Ich betrachte mich im Spiegel. Die letzten beiden Tage hatte ich das Dilemma, dass es mich stört, wenn ich ein richtiges Oberteil trage, ich natürlich aber auch nicht im BH trainieren wollte. Vielleicht schneide ich das Top einfach ab. Dann bin ich bauchfrei. Das wäre fürs Training sicher besser. Dann klebt nicht so viel durchgeschwitzter Stoff an meinem Körper. Ich nehme eine Schere und markiere die Stelle, an der ich es abschneiden möchte. Dann ziehe ich das Top aus und schneide einmal quer rüber. Ich ziehe es wieder an. Hui! Das ist aber ganz schön bauchfrei. Ich verdecke meinen Bauch mit den Armen. Nagut, ist ja nur fürs Training. Ich laufe damit ja nicht rum. Heute verpasse ich lieber nicht wieder das Frühstück. Gestern wäre ich fast in Ohnmacht gefallen, weil ich so hungrig war. Ich ziehe mir einen Pulli über und verlasse die Kajüte. Schnell gehe ich zum Speisesaal. Obwohl es mir eigentlich egal ist, wenn Kid auf mich sauer ist. Ich bin ja auch sauer auf ihn. Schnell husche ich zu meinem Platz. Aber ich bin eh noch nicht zu spät. „Na Jungs“, begrüße ich John und Kalle. „Guten Morgen!“, sagt Kalle. „Hey Grit“, erwidert John und lächelt. Franko geht auf der anderen Tischseite vorbei. „Hey, Franko!“, sage ich. Er bleibt stehen und schaut zu mir. „Guten Morgen, Grit!“, begrüßt er mich grinsend. „Wir sind nachher verabredet, nä?“, harke ich grinsend nach. Er nickt. „Hab ich nicht vergessen“, antwortet er. „Gut!“, sage ich. Er geht weiter. Ungeduldig warte ich, bis es losgeht. Ich schaue nach links und rechts. Der Tisch ist ziemlich voll. Es wollte wohl niemand zu spät kommen. Jetzt fehlt nur noch Kid. Ungeduldig huschen meine Augen von Tür zu Tür. Ich will endlich essen, damit ich dann trainieren kann. „Was ist denn mit dir los?“, fragt Kalle argwöhnisch. „Gestern macht er so einen Stress und nun kommt er selber nicht!“, sage ich. „Wer?“, fragt er. „Kid natürlich“, fauche ich. „Wow! Schön langsam. Ohne Essen mutierst du zu einem Monster“, kommentiert John. Er hat Recht. Ich bin gemein. „Ich mein ja nur, dass Kid langsam mal… Na endlich!“, sage ich. Kid kommt durch die Tür herein. Wurde auch langsam mal Zeit. „Wie schön, dass mal alle pünktlich sind“, sagt Kid laut. „Jajaja“, murmle ich vor mich hin. „Guten Appetit!“ Sofort fange ich an und schmiere mir Brote. Ich esse viel. Brauche schließlich die Energie. „Hast du nicht gerade gestern Abend was gegessen?“, kommentiert Kid sarkastisch. Ich gebe ihm einen Blick und funkle ihn böse an. Er zieht genervt dir Augenbrauen hoch und verdreht die Augen. Ich senke meinen Blick wieder. Nach dem Essen gehe ich gleich in die Gummizelle. Mit Franko hab ich mich erst so in einer Stunde oder so verabredet. Er wird dann schon kommen. Jetzt muss ich erst einmal ein bisschen geschmeidig werden. Ich strecke und dehne meine Muskeln, um dem Muskelkater ein wenig entgegenzuwirken. Das Eiswasser gestern Mittag hat auch ganz gut geholfen. Denke ich… nun wird mir schnell warm. Ich ziehe den Pulli aus. Vorm Kampf würde ich das vermutlich nicht machen, aber jetzt habe ich natürlich genug Zeit dazu, also wärme ich mich auf. Bei den Bewegungen vergehen die Schmerzen. Ich bin fertig aber Franko ist noch nicht da. Dann kann ich noch ein paar Überschläge machen. Ich gehe in Handstand und laufe auf Händen zum Boxsack. Mit den Beinen umklammere ich den Sack. Ich versuche mich mit den Bauchmuskeln aufzurichten. Mit zusammengebissenen Zähnen schaffe ich es schließlich. „Ich muss definitiv meine Bauchmuskeln trainieren“, sage ich zu mir selbst. Ich lasse mich wieder hängen und gehe zurück in Handstand. Upps! Das konnte ich nicht halten und bin umgekippt. Ich falle auf die Knie. Da kommt jemand. Das spüre ich. „Da bin ich“, sagt Franko fröhlich, als er die Tür aufmacht. Ich grinse und stehe auf. „Naa“, begrüße ich ihn. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was du von mir lernen kannst“, erklärt er und wirft eine Flasche auf den Boden. Ich zucke mit den Schultern. „Das werden wir schon sehen“, antworte ich darauf. Ich gehe in Stellung. Franko bewegt sich nicht. „Nun komm schon“, dränge ich ihn. Ich will endlich loslegen. „Du willst erst gegen mich kämpfen?“, fragt er skeptisch. „Ja klar! Anders sehe ich ja nicht, was ich von dir lernen kann!“ „Ich bin sicher es gibt auch andere Wege“, erwidert er. „Los jetzt! Und wehe du hältst dich zurück!“ „Grit, ich werde mich ganz sicher zurückhalten!“, sagt er. „Nein!“, sage ich böse. „Doch!“ „Nein!“ „Du willst gucken, was du lernen kannst. Ich will gucken, wie stark du bist“, erklärt er. „Ich will dir nicht den Schädel brechen, klar?“ Ich stöhne genervt auf. „Schön! Aber beschwere dich dann nicht, weil ich zuhaue. Mir ist es nämlich egal“, gebe ich genervt zurück. Franko zuckt mit den Schultern. Er geht auf mich zu und packt nach mir. Ich bin natürlich schneller und tänzle um ihn herum. Bääm! Ich bekomme seinen Ellenbogen voll gegen den Kopf. Ich schüttle einmal den Kopf und fange mich wieder. Wir kämpfen gegeneinander. Ständig bekomme ich Schläge ab. Ihm macht es nicht wirklich etwa aus, wenn ich ihn tatsächlich mal treffe. Plötzlich hat er mich und hat meinen Arm fest gepackt. „Jetzt würd ich den Arm nach hinten ziehen einmal drehen und schon wäre er ausgekugelt und an dieser Stelle gebrochen. Der Schmerz würde dich fürs erste lähmen“, erklärt Franko und lässt mich los. Ich hechle. „Das musst du mir unbedingt beibringen. Das will ich auch können“, sage ich schwer atmend. „Du hast den Vorteil, dass du schnell bist, aber trotzdem habe ich dich oft getroffen. Weißt du warum?“, fragt er. Ich fühl mich, wie in der Schule. Ich schüttle den Kopf. „Wenn du nicht so wendig bist, musst du wissen, wie du deinen Gegner erwischen kannst obwohl er sich gerade hinter dir oder sonst wo befindet. Verstehst du?“ Ich nicke. „Du sparst Zeit, wenn du dich nicht immer erst in eine passende Position drehen musst“, setzt er hinter her. Okay. Ja das ist einleuchtend. So hat er mich fasst die ganze Zeit bekommen. „Ich habe verstanden. Ich versuch es noch einmal“, sage ich entschlossen und stelle mich in Position. Franko nickt und wir beginnen wieder mit dem Kampf. Diesmal achte ich darauf, weniger zu tänzeln. Stattdessen versuche ich mehr in einzelnen Positionen zu kämpfen. Ich erwische Franko tatsächlich ein paar Mal mehr. Allerdings werde ich nicht weniger von ihm getroffen. Er wirft mich zu Boden und drückt den Arm auf meinen Hals. „Zehn Sekunden mit voller Kraft. Du erstickst und die Luftröhre ist derart demoliert, dass du eh nicht mehr atmen könntest.“ Er lässt von mir ab. Ich schnappe nach Luft. „Diesmal warst du besser“, stellt Franko fest. „Was dir allerdings fehlt, ist die Kraft!“ Das war ein ziemlich harter Schlag auf mein Selbstbewusstsein. Aber er hat Recht. Ich seufze. „Dann bring ich dir wohl eher ein paar Kniffe bei“, sagt er. „Mit welchem willst du anfangen?“ „Dem ausgekugelten Arm“, erwidere ich. „Also schön! Ich zeige dir einmal, wie man das macht“, sagt er. „Also ich erkläre dir das!“ Franko lacht. Ich grinse. Erklären wird reichen. Ich brauche die Schmerzen nicht zu spüren. „Das geht mit einem oder auch mit beiden Armen. Wenn du beide Arme zu fassen bekommst ist gut. Dann ist es einfacher. Aber manchmal bekommt man nur einen Arm. Mit beiden Armen stellst du einen Fuß in den Rücken. Dann ziehst du beide Arme ruckartig nach hinten.“ Er nimmt genau diese Position ein. Ich spüre, wie er einen Fuß in meinen Rücken stemmt. Mit den Händen umfasst er meine Handgelenke und zieht einmal leicht an meinen Armen. „Dann würdest du die Arme so drehen. Also bloß nicht aufhören, wenn du einen Wiederstand spürst. Dann musst du kräftig weiter drehen bis es knack macht. Aber in der Regel spürst du es auch, wenn es bricht.“ Franko gibt meine Arme wieder frei. Ich schüttle sie einmal aus, froh darüber, dass sie nicht gebrochen sind. „Probiere du jetzt mal!“ Er dreht sich um. Ich nehme die Arme in die Hände und stemme den rechten Fuß in Frankos Rücken. Ich ziehe die Arme höher. „So jetzt würde ich sie nach hinten ziehen“, sage ich und demonstriere es leicht. Dann drehe ich die Arme. Das ist gar nicht so leicht. „Versuch es, indem du erst mit deinen Händen etwas weiter unter dem Arm anfässt, verstehst du?“ Ich schüttle den Kopf. „Ne!“ „Ich zeig es dir!“ Er dreht sich um und nimmt meinen Arm. „Du drehst deine Hand sozusagen einmal um das Handgelenk herum.“ „Achso!“, sage ich. Ist ja ganz einfach. Wir gehen wieder in Position. Diesmal bekomme ich es besser hin. „Jetzt würde ich halt solange weiterdrehen, bis es knackt!“, sage ich. Franko nickt. „Gut gemacht! Aus dem Kampf heraus würdest du es dann ungefähr so machen!“

    „Ich denke, wir sollten eine Pause machen“, sagt Franko. Ich bekomme kaum noch Luft. Er streckt mir die Hand entgegen, um mir aufzuhelfen. Mir tut alles weh. Ohne Frankos Hand würde ich wohl kaum aufstehen können. Ich lehne mich nach vorne und huste. „Alles oke?“, fragt Franko. Ich nicke und muss noch einmal husten. „Du schlägst dich echt gut“, sagt er. „Pft!“, mach ich und zeige ihm den Vogel. Ich habe echt kaum keinen Schlag landen können. „Ja echt! Du hast fast sieben Minuten durchgehalten. Dein Rekord!“ Ich nicke. Oh wie toll… Franko hält seine Flasche hoch. „Wir brauchen neues Wasser und ich würde mal sagen ein bisschen frische Luft.“ Ich nicke und mache mich gerade. „Dann los!“, sage ich und kann schon wieder ruhiger atmen. Ich öffne die Tür. „Hier!“, sagt Franko. Ich drehe mich überrascht um. Er hält mir meinen Pulli hin. Achja. „Danke!“ Ich ziehe mir das Kleidungsstück über. Besser is es! Mühsam gehe ich den Gang entlang. „Boah hab ich Hunger!“, bricht es aus mir heraus. Zum Glück gibt es bald Essen. Ist bestimmt schon Mittag. „Ich fürchte, da musst du noch ein wenig warten“, sagt Franko. „Das dauert noch gut zwei Stunden!“ „WAS?“, rufe ich bis auf die Knochen schockiert und bleibe stehen. „Wir haben doch nie im Leben nur drei Stunden trainiert.“ „Genau genommen haben wir beide nur zweieinhalb Stunden trainiert!“ „Ohje!“ Ich halte mir den Kopf und gehe weiter. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich wurde so oft besiegt, ich dachte es müsste schon Mittag sein. Mindestens… Franko hält für mich die Tür zum Speisesaal auf. Sogleich nehme ich Kid war und ein unangenehmes Gefühl bereitet sich in mir aus. Kid kann ich mit meinem Haki am leichtesten spüren. Ich schau mich unauffällig um. Er sitzt am Tisch. Um ihn herum sind ein paar aus der Crew. Er hat uns bemerkt und schaut auf. Schnell weiche ich seinem Blick aus. Mein Magen zieht sich zusammen. Ich bin sauer auf ihn. Und das scheint ihn nicht die Bohne zu interessieren. Er hat noch nicht einmal nachgefragt. „Hier für dich!“, unterbricht Franko meine Gedanken und hält mir eine Wasserflasche hin. „Oh, danke!“, sage ich. „Lass uns rausgehen!“ Ich habe keinen Bock, die ganze Zeit von Kid beobachtet zu werden. Franko nickt. Er öffnet die Tür für mich. Boah, wie gut das tut. Die Luft ist so schön frisch. „Ahhh!“, seufze ich. „Plopp!“ Franko hat seine Flasche geöffnet. „Plopp!“ Ich meine auch. Gierig stürze ich das Wasser runter. Das tut einfach sooooo gut. Ich setze die Flasche wieder ab, sonst bekomme ich keine Luft mehr. „Gut, dass wir eine Pause machen“, sage ich und trinke gleich wieder weiter. Franko lacht auf. „Finde ich auch!“ Ich lehne mich gegen die Reling und genieße die Sonne, die Pause, die frische Luft, den Wind, einfach alles. „Du, Grit!“, fragt Franko schließlich etwas zaghaft. „Hm?“, antworte ich. „Ist bei dir und Kid alles in Ordnung?“ Ich schaue überrascht auf. Franko hat sich ebenfalls gegen die Reling gelehnt und stützt sich mit den Unterarmen auf. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“, platzt es aus mir heraus. Ich glaub es klang etwas gemein. „Naja“, sagt er und zuckt mit den Schultern. „Es ist ja wohl offensichtlich, dass etwas nicht stimmt, zwischen euch.“ Ich seufze. Eigentlich will ich gar nicht darüber reden. Weil dann werde ich mich sehr aufregen, das weiß ich jetzt schon. „Nunja“, sage ich und klinge auch gleich schon ziemlich beleidigt. „Kid will anscheinend nicht, dass ich trainiere.“ „Ach, Quatsch!“, erwidert Franko. „Nein, wirklich! Es passt ihm nicht, dass ich mein Bestes gebe und hart trainieren will. Wobei er vor nicht allzu langer Zeit gesagt hat, dass wir alle stärker werden müssen, aber das scheint nicht für mich zu gelten. Natürlich ist er dann trotzdem sauer auf mich, wenn ich nicht kampfbereit bin. Das muss ich aber eigentlich auch nur für den allerschlimmsten Fall sein, denn er hätte es ja am liebsten, wenn ich täglich 24 Stunden lang bewacht und beschützt werde.“ Ich schnaube. „Und nun will ich wirklich hart trainieren, damit ich meinem Kopfgeld mal wieder gerecht werde und da passt ihm das auch nicht. Ich meine, ich verlange nicht von ihm, dass er mich trainiert. Das einzige, das ich will, ist seine Unterstützung. Mehr brauche ich doch gar nicht. Aber nein, stattdessen ist er sauer und zeigt mir die kalte Schulter. Tja, aber das kann ich auch!“ Ich verschränke die Arme vor der Brust und starre grimmig auf den Mast. „Ich denke nicht, dass Kid es gefallen würde, wenn du überhaupt nicht trainierst. Schließlich lässt er dich doch machen, oder nicht?“, wirft Franko ein. „Ja, aber nur, weil er genau weiß, dass er mir als Käpt’n nicht verbieten kann zu trainieren. Und als mein Mann kann er es zwar versuchen, aber es würde nichts nützen“, entgegne ich. Franko schweigt. Ist mir auch ganz recht. „Weitermachen?“, frage ich. Er nickt. Wir gehen zurück zur Gummizelle. „Also, wo waren wir stehengeblieben?“, fragt Franko. „Du hast mich fertig gemacht“, erwidere ich und ziehe mir den Pulli wieder aus. Er lacht auf. „Ach ja!“ Ich gehe weiter in den Raum. „Dann zeige ich dir noch ein paar Griffe!“, sagt Franko. „Bereit?“

    Kids Sicht
    Du meine Güte! Grits Körper ist übersäht mit blauen Flecken. Vor allem ihr Bauch und die Seiten. Den Bereich kann man ja hervorragend sehen, da sie ein so schön knappes Oberteil trägt. Grit verschwindet im Bad. In mir brodelt es schon wieder. Es macht mich wahnsinnig, dass ich keinen Einfluss auf sie habe. Sie macht einfach ihr eigenes Ding. Schon wieder! Es interessiert sie einfach nicht, was ich denke oder möchte. Sie ignoriert mich eiskalt. Ich hole das Buch über die Gründung der Weltregierung, weshalb ich eigentlich das Zimmer betreten hatte. Hinter mir lasse ich die Tür ins Schloss fallen und gehe in den Speisesaal. Ich setze mich auf einen Stuhl und lege die Füße hoch. Es interessiert mich, was in den hundert Jahren passiert ist, als es keine Aufzeichnung gab. Mich lässt das Gefühl nicht los, dass die Gründung der Weltregierung nicht ganz ohne Schuld daran ist. Aber diese Scheiße hier kann man kaum lesen. Die Himmelsdrachen werden hier, wie die größten Helden dargestellt. „Diese Macht stellte sich dem Unheil und Bösem dieser Welt entgegen. Als hell leuchtende Fackel erhellten sie die Dunkelheit.“ Da muss man ja kotzen. Was ist es bloß, dass so „dunkel“ und „böse“ war? „Ach, du bluffst nur!“ „Vielleicht!“ Ich schaue über den Rand des Buches. Ein paar Männer haben sich in meine Nähe gesetzt und spielen, wie es aussieht, Poker. „Zeig her! Was hast du?“ Oh man! Die sind so laut. Ich wende mich wieder meinem Buch zu. Es ist eine reine Selbstverherrlichung. Das kann man unmöglich als eine seriöse Quelle bezeichnen. „UHHHHHHH!“ Ich schaue genervt auf. „Könnt ihr mal die Fresse halten?“, gebe ich genervt von mir. Die fünf schauen mich überrascht an. „Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragt Phil vorlaut. „Mir scheint, du hegst einen Todeswunsch!“, erwidere ich trocken. Er schluckt und schüttelt rasch den Kopf. Hatte ich auch nicht erwartet. Ich halte mir wieder das Buch vor die Nase. Wo war ich? Da! Die Erbauung ihres Prachttempels! Mir kommt das Abendessen hoch. Wenn die wirklich denken, dass man sie anbeten sollte, dann… dann… ach scheißegal! Es hat mir auf jeden Fall gereicht einmal auf diese Ekelpopel zu treffen. Beim nächsten Mal werde ich sie nicht einfach so in Ruhe lassen. Dann geht es Rund! Dann können meinetwegen zwei Admiräle kommen. Kümmert mich nicht. Hat den Strohhutbengel auch nicht interessiert. Ich schüttle grinsend den Kopf. Das war vielleicht was. Hat einfach zugeschlagen und gleich drei Drachen außer Gefecht gesetzt. Dieser Typ ist so ein Vogel. Er hatte nicht die Stärke die Folgen zu verkraften. Aber ich habe die Kraft und die Stärke. Ich überspringe ein paar Kapitel. Der Aufbau der Regierung interessiert mich nicht. Vielmehr würde mich noch das Kapitel über die Geheimhaltung der Vergangenheit interessieren. Ich schlage die Seite auf. Oh wow! Gerademal eine halbe Seite. Die Geheimhaltung ist nur zum Besten der Bevölkerung. Kenntnisse über dieses Jahrhundert würden eine Massenpanik auslösen und einen unglaublichen Krieg anzetteln, bla bla bla! Ich knalle das Buch zu. Lügen! Nichts als Lügen! Es ist schon ziemlich dunkel. Scheint wohl spät zu sein. Ich stehe auf, nehme das Buch und gehe zurück zur Kajüte. Irgendwie bin ich müde. Ich öffne die Tür. Grit schläft schon. Wieder liegt sie recht weit abseits an der Wand. Es macht mich traurig. Echt jetzt! Ich bin auch sauer auf sie, aber ich finde reden wäre die bessere Alternative, als sich aus dem Weg zu gehen. Ich vermisse Grit. Zwar sehe ich sie jeden Tag, aber das war auch alles. Frauen können so stur und ausdauernd sein, wenn sie sauer sind. Ich mache mich bettfertig. Vorm Spiegel betrachte ich meinen Oberkörper. Auf meiner rechten Seite ist noch immer der Bluterguss zu sehen. Heute habe ich fast gar keine Schmerzen gehabt. Die Rippen scheinen gut verheilt zu sein. Oder fast halt. Ich streiche über meine Bauchmuskeln. Sobald ich das überwunden hab, muss ich unbedingt trainieren. Die Muskeln sind nicht mehr ganz so definiert, wie sie eigentlich gehören. Ich spanne meinen linken Bizeps an. Die Narben strecken sich ein wenig. Vielleicht sollte ich mich tätowieren lassen. An diesen Narben hängen keine schönen Erinnerungen. Keine Errungenschaft! Nur eine grausame Niederlage. Sie erinnern mich, wie schwach ich war und wie leicht zu besiegen. So will ich nicht mehr sein! Ich bin unbesiegbar! Niemand soll mich in die Knie zwingen! Von Grit kommt plötzlich leises Genuschel. Sie hat Recht! Zeit zum Schlafen. Ich lösche das Licht und lege mich neben sie. Sie liegt auf der Seite, das Gesicht mir zugewendet. Auch wenn ich sauer auf sie bin, ich liebe sie einfach auch unglaublich. Und gerade jetzt will ich überhaupt nicht, dass etwas zwischen uns steht. Ich strecke den Arm aus und streichle ihr mit einem Daumen über die Wange. „Lass mich“, sagt Grit. Ist sie etwa doch noch wach? Ich nehme die Hand weg. „Nicht allein!“, setzt sie noch hinterher. Sie holt ihre Hand aus der Decke raus und legt sie zwischen uns ab. Ich lege meine Hand auf ihre und lächle. Sie will ganz sicher auf mich böse sein, aber sie will auch, dass wir aufhören uns aus dem Weg zu gehen. Das wird jetzt, da sie schläft, deutlich. Ich lege mich näher zu ihr hin. Das wird Grit morgen früh sicher nur so halb freuen. Ich lege mich ebenfalls auf die Seite und lege meinen Arm um sie. Grit reagiert, wie immer, auf meine Berührungen und schmiegt sich an meine Brust. Mir ist es jetzt egal, dass wir uns morgen wieder aus dem Weg gehen werden. Im Moment bin ich einfach glücklich und fühle mich geborgen bei Grit.

    In meinen Armen bewegt sich jemand. Ich werde weggedrückt. Müde mache ich die Augen auf. Was ist hier los? Blinzelnd sehe ich, dass Grit aus dem Bett krabbelt. Ich lasse meinen Kopf wieder ins Kissen fallen. Mir war bewusst, dass sie das machen würde. Oh man, bin ich müde. Ich gähne. Dann war das gestern Abend wohl doch schon später als gedacht. Ich reibe mir die Müdigkeit aus dem Gesicht. Naja, so ein bisschen wenigstens. Ist es überhaupt schon Zeit aufzustehen? Ich glaube ich kann noch eine Weile im Bett bleiben.

    So! Jetzt aber! Jetzt muss ich hoch. Ich setze mich auf. Warum ist Grit eigentlich schon so früh aufgestanden? Trainiert sie jetzt wieder vor dem Frühstück? Ich hoffe nicht. Vielleicht ist das, weil sie so früh ins Bett gegangen ist. Dann könnte ich auch nicht lange schlafen. Ich gehe ins Bad. Die Kleidung, welche Grit gestern anhatte, hängt über der Stange für den Duschvorhang. Sie ist nass. Auf dem Boden neben dem Waschbecken liegt ein Stofffetzen. Das gefällt mir nicht. Schneidet sie sich jetzt alle Tops ab oder was? Genervt nehme ich meine Zahnbürste zur Hand und putze Zähne. Aus dem Spiegel schaut mich mein mürrisches Ich an. Die Haare kreuz und quer und die Augen nur halb geöffnet. Zahnpastaspucke läuft aus meinem Mund. Ich spucke ins Waschbecken und wische mit der Hand über den Mund. So eine Scheiße! Während ich die Hand abspüle, putze ich weiter. Wieder ein beschissener Tag. Geil! Ich mache mich fertig und verlasse die Kajüte. „Los! Raus jetzt!“, rufe ich in den ersten Schlafsaal. Es kommt nur langsam Bewegung auf. „Los, los, los!“, treibe ich sie an. Ich gehe zum anderen Schlafsaal. Vom Gang her höre ich schon Lärm. Als ich die Tür aufmache, weiß ich auch warum. Eine Prügelei. Franko und Bill zerstören gerade nicht nur ihre eigenen Visagen, sondern auch die Möblierung des neuen Schlafsaales. Das kann ich jetzt echt nicht haben. Ich stapfe wütend auf die beiden zu. Bill holt gerade zu einem Schlag aus. Ich verpasse ihm einen mächtigen Fausthieb ins Gesicht. Bevor Franko in Deckung gehen kann, lasse ich ihm die gleiche Aufmerksamkeit zukommen. Beide taumeln. Von den Schläfen tropft Blut. „Ihr verdammten Idioten könnt echt nicht einmal einen einzigen beschissenen Tag in Ruhe und Frieden beginnen!“, schreie ich rum. „Ich habe keinen beschissenen Bock auf diese Scheiße! Meine Fresse, ihr seid Kameraden, keine Feinde! Kriegt das endlich in eure zurückgebliebenen Hirne rein!“ Ich knalle die Tür zu und nehme direkten Kurs auf die Tür nach draußen. Wütend schreie ich auf. Plötzlich entdecke ich eine Person auf dem Deck, welche mich mit großen Augen anguckt. Grit! Ich starre einen Augenblick zurück. Hier ist sie also. Ohne ein Wort gehe ich nach vorne hoch aufs Vorderdeck. Ich brauche einen klaren Kopf. Heute weht ein mächtiger Wind. Wir machen ziemlich gute Fahrt. Ich befürchte allerdings, dass es morgen dafür umso langsamer voran gehen wird. Hier in der neuen Welt hab ich die Erfahrung gemacht, dass nach einem solchen Tag eine Flaute folgt. Aber wer weiß! Wie gesagt, es ist die neue Welt. Mit dem Wetter kann man sich da nie sicher sein. Ich stehe länger als sonst hier draußen. Langsam beruhige ich mich wieder ein wenig. Meine Männer machen was sie wollen. Zeit, dass wir wieder auf einer Insel ankommen. Okay. Frühstück! Ich gehe zurück zum Speisesaal. Beim Öffnen der Tür, merke ich gleich die eher bedrückte Stimmung der Männer. Auf dem Weg zu meinem Platz komme ich an Bill und Franko vorbei. Beide schauen starr vor sich auf dem Teller. Der Doc hat ihnen jeweils ein Tape für die Platzwunde verpasst. Ich bleibe stehen und schaue warnend den Tisch auf und ab. „Ich habe keinen Bock auf eure streitlustigen unbehaarten Ärsche. Wenn sich hier noch einer prügelt, bis wir auf Santos sind, dann wird es Faustschläge regnen. Und zwar meine Faustschläge. Ist das verdammt noch einmal klar?“ Ich bin sehr darauf bedacht mein Anliegen so ernst, wie es nur irgendwie geht vorzutragen. Die Männer stimmen nur verhalten zu. „Ich habe gefragt, ob es klar ist!“, setze ich noch einmal lauter und noch einmal genervter hinterher. „JA!“, bekomme ich als einstimmige Antwort. „Dann fangt an!“ Während langsam das Essen beginnt, setze ich mich hin. Ich meine das nicht zum Spaß. Mir ist das ernst mit dieser Drohung. Ich habe keine Lust ständig irgendwelche Crewmitglieder hinzurichten. In Gedanken esse ich mein Frühstück. Das Geschehen um mich herum interessiert mich wenig. Allerdings merke ich schon seit einiger Zeit, dass Grit mich beobachtet. Bis jetzt habe ich es einfach ignoriert, aber nerven tut es mich schon. Ich schaue ruckartig auf und gucke sie genervt an. Sie hält meinem Blick stand. „Was?“, zische ich genervt. Grit zieht ärgerlich ihre Brauen zusammen. „Das könnte ich dich auch fragen!“, zischt sie zurück. „Und von wem lässt du dich heute grün und blau schlagen?“, frage ich sarkastisch. Sie kräuselt nun auch ihre Lippen vor Wut. „Bist du eifersüchtig, weil DU das lieber machen würdest?“, fragt sie ebenso sarkastisch zurück. Ich stehe wütend auf. Grit hatte das in genau diesem Moment auch vor. Wir stützen uns mit den Händen auf den Tisch und lehnen uns wütend nach vorne. Grit starrt mir trotzig direkt in die Augen. Ich denke gar nicht daran, meinen Blick abzuwenden. Um uns herum ist es still. Dieses Blickduell dauert eine ganze Weile. Grit ist wirklich sauer, das spüre ich. Aber ich weiß auch, dass sie nicht so ausdauernd ist. Sie hat schlichtweg keine Lust hier solange rumzustehen und mich anzuglotzen. Ich grinse überheblich. Ihr Blick wird noch säuerlicher, falls das überhaupt geht. Grit weiß genau, dass sie verlieren wird. Sie schreit sauer auf und schlägt auf den Tisch. Mit dem Fuß tretet sie den Stuhl weg und verlässt wütend den Raum. Wirklich glücklich stimmt mich dieser Sieg nicht. Ich nehme meinen Teller und werfe ihn wütend gegen die Wand mir gegenüber. Die Männer auf der anderen Seite des Tisches ducken den Kopf, um den Teller nicht abzubekommen. Ich nehme meinen Stuhl und werfe ihn zur Seite. Verdammte Scheiße! Ich bin so wütend. Mit festem Schritt verlasse ich ebenfalls den Raum. Allerdings nach draußen aufs Deck. Ich bräuchte jetzt eigentlich ein Marineschiff zum abregen. Auf dem Meer ist weit und breit nichts zu sehen außer Wellen und Wasser. Ich gehe wieder aufs Vorderdeck. Mit den Unterarmen stütze ich mich auf die Reling und schaue auf das weite Meer vor mir. Heute ist echt ein Kacktag! Ich lasse meine Gedanken schweifen. „Hey Kid!“ Killer gesellt sich zu mir und lehnt sich neben mich ebenfalls auf die Reling. „Du weißt schon, dass deine Unruhe sich auf die Männer überträgt“, sagt er. Boah ey! Ich drücke mich von der Reling ab. Killer nimmt ebenfalls eine stehende Haltung ein. „Willst du dich jetzt etwa auch noch mit mir anlegen?“, entgegne ich provozierend. „Nein, schon gut!“, erwidert er. „Man ey! Du bist ja vollkommen fertig!“ Ich seufze. Damit hat er Recht. Ich stütze mich wieder auf die Reling und lasse den Kopf hängen. „Was ist los, Kumpel?“, fragt er ganz ruhig. Ich schüttle den Kopf. „Sie macht mich wahnsinnig!“, platzt es aus mir heraus. „Ich habe ihr gerade erst erklärt, dass es mich schmerzt, wenn sie sich verletzt und dann lässt sie sich einen Tag später von meinen Crewmitgliedern verprügeln. Hast du mal gesehen, wie sie aussieht? Ihr Körper ist übersäht mit Blutergüssen. Und das schon nach dem ersten Tag mit einem Trainingspartner. Heute geht es ja weiter. Und morgen und übermorgen.“ Ich gestikuliere wild, während ich mich aufrege. Killer hört still zu. „Nun ist sie anscheinend auch noch sauer auf mich. Sie geht mir aus dem Weg und ignoriert mich wo es nur geht. Die Frage ist nur: warum? Warum ist sie verdammt noch einmal sauer? Sie hat doch gar keinen Grund dazu. Ich habe allen Grund dazu, aber sie… AH!“ Vor Aufregung gehe ich auf und ab. Killer nickt. „Warum muss sie eigentlich auf so brutale Art und Weise trainieren? Ich kann ja auch mit ihr trainieren. Das wäre viel humaner. Sie prügelt sich da in der Gummizelle die Seele aus dem Leib. Das ist doch nicht gesund!“ Ich schüttle wütend den Kopf. Boah, wie mich das jetzt schon wieder aufregt. „Wer weiß, von wem sie sich jetzt schon wieder vermöbeln lässt. Ganz ehrlich! Das ist doch kein Training, wenn sie gegen Leute boxt, die viel stärker sind als sie.“ „Heat!“, sagt Killer. „Was?“, frage ich perplex. „Heute trainiert sie mit Heat!“, erklärt er. „Na super! Steigert sie sich jetzt täglich? Erst Franko, jetzt Heat. Wer kommt als nächstes? Du?“, gebe ich aufgebracht von mir. „Nein! Morgen ist erst Wire dran. Mit mir will sie Übermorgen trainieren“, erklärt dieser ganz unvermittelt. „Geil“, erwidere ich sarkastisch. Ich lehne mich wieder gegen die Reling und schaue kopfschüttelnd auf die Gischt. „Kid!“, sagt Killer nun ruhig. „Du musst das auch aus ihrer Sicht sehen. Sie ist die einzige Frau an Bord. Zwischen all den Männern muss sich Grit auch irgendwie beweisen. Sie hat das zweithöchste Kopfgeld auf diesem Schiff. Sogar noch höher als meins. Trotzdem ist sie nicht stärker als ich. Ich könnte sie besiegen. Nicht nur ich. Von der körperlichen Kraft her, würde sie von so einigen übertrumpft werden, verstehst du?“ „Und trotzdem muss sie nicht so krass trainieren“, kontere ich. „Ich finde ja auch, dass sie trainieren darf, aber doch nicht auf diese Art und Weise.“ Killer zuckt mit den Schultern. „Vielleicht nicht, aber sie ist bestimmt auch ziemlich wütend auf sich.“ Ich schaue ihn verständnislos an. „Na wegen dem Seekönig vor ein paar Tagen. Sie hat ihn nicht kommen sehen, sie hätte ihn nicht besiegen können und sie hat sich überhaupt nicht gerührt, als er sie angriff“, erklärt Killer. „Für Grit muss das eine absolute Niederlage gewesen sein. Vor allem da es nicht nur vor der ganzen Crew, sondern auch vor dir, ihrem Käpt’n, war.“ Ich schaue ihn nachdenklich an. Da ist so einiges Wahres dran. Ich war in dem Moment tatsächlich auch ziemlich sauer auf sie, weil sie so achtlos war. Und natürlich, weil ich ihr eigentlich gesagt hatte, dass sie in Deckung bleiben sollte. „Aber das rechtfertigt noch lange nicht ihr…“ „Nein natürlich nicht“, unterbricht Killer mich. Wir schauen schweigend aufs Meer. Angenehm, dass er mir mal zustimmt. „Du trainierst also übermorgen mit ihr?“, frage ich. „Ja“, antwortet Killer und nickt. Ich seufze. „Erzähl mir, wie sie sich macht“, sage ich dann. Killer mustert mich von der Seite. Ich bin bedacht, darauf nicht einzugehen. „Kid, keiner von uns Vieren würde jemals einfach auf Grit einprügeln. Wir werden sie natürlich schonen. Ich würde in einem Zweikampf mit ihr nie mit voller Kraft zuschlagen, selbst wenn sie mich anflehen würde es zu tun“, erklärt Killer. „Tzz“, mache ich. Ich gehe weg. Reicht mir hier jetzt. Es nervt mich, wie alle mir erzählen, dass sie nicht auf Grit einhauen würden. Lügner! Alles Lügner! Ich gehe mit festen Schritten zurück zum Speisesaal. Das Frühstück ist natürlich längst vorbei. Jetzt ist Zeit für den Fitnesstest, welchen ich mir gestern ausgedacht habe. Ich stoße die Tür auf. Automatisch richten sich alle Augen auf mich. „Alles raus!“, befehle ich. „Ihr macht jetzt einen Fitnesstest!“ Sofort setzen sich meine Männer in Bewegung. „Franko! Bill!“, sage ich mit lauter Stimme. Die beiden halten inne. „Ihr kommt mit mir!“ Ich gehe voraus zur Gummizelle. Die beiden folgen mir. In der Gummizelle wird jetzt sicher Grit mit Heat trainieren. Ich öffne die Tür. Grit steht in Angriffsposition und hat uns anscheinend erwartet. Immerhin scheint sie ihr Haki besser benutzen zu können. Ohne sie weiter zu beachten gehe ich mit meinen beiden Männern zum Geräteraum. Es gibt mir zwar ein wenig Genugtuung Grit so zu ignorieren, aber eigentlich fühlt es sich total falsch an. „Wir brauchen die drei Koffer, die Stangen da und die Gewichtscheiben. Alle!“, sage ich und zeige auf die Gegenstände. Grit schreit wütend auf und schlägt irgendwo gegen. Vermutlich die Wand. Ich beachte sie nicht, auch wenn ich es eigentlich gerne tun würde. Franko nimmt einen Koffer in jede Hand. Bill nimmt einen Koffer und einen Teil der Stangen. „Oh nein!“, sage ich spöttisch. „Ihr geht nur einmal!“ Die beiden stöhnen auf. Ich gucke sie mahnend an. Franko und Bill beladen sich mit den Gegenständen, welche ich genannt habe. Ich gehe durch die Zelle zur Tür. Plötzlich stellt sich Grit mir in den Weg. Sie zwingt mich dazu sie anzusehen. Wie sie aussieht… total irre! Ihr Körper ist verschwitzt. Die Haare sind offen und hängen kreuz und quer herum. Arme, Beine, Bauch. Einfach alles mit Blutergüssen übersäht. An einer Hand läuft Blut von ihren Knöcheln. Wir starren uns wieder gegenseitig an. „Schau mich an!“, spottet Grit und breitet ihre Arme aus. „Schau, wie ich trainiere!“ Sie lacht komplett irre. „Gefällt dir, was du siehst? Endlich werde ich stark genug sein, um an der Seite des mächtigen Eustass Kid existieren zu dürfen.“ Die Wutader auf meiner Stirn ist dabei zu explodieren. „ALLE RAUS HIER!“, schreie ich. Grit und ich starren uns weiter an. Sie lächelt provozierend. Schließlich sind alle drei draußen und die Tür wieder geschlossen. „Willst du sehen, was ich schon gelernt habe?“, fragt Grit und nimmt eine Kampfposition ein. Beruhig dich, Kid! Sie will dich nur provozieren. Sie will, dass du rumschreist und dich mit ihr prügelst. Das werde ich nicht tun. „Grit!“, sage ich so ruhig es geht. „Du bist total irre!“ Sofort verzieht sich ihre Miene. Sie sieht böse aus. „Irre?“, fragt sie bedrohlich nach. Ich erwidere nichts. Sie grinst wieder und lacht. „Ist das nicht sexy? Stehst du da etwa nicht drauf?“ Sie hat echt einen Knall. „Man! Bist du mit dem Kopf durch ne Wand gelaufen oder was ist schief bei dir?“ Sogleich bereue ich meine Worte. Ich wollte doch ruhig bleiben. „Jetzt kommt es raus! Du findest mich wahnsinnig!“ Ich seufze. Plötzlich taumelt Grit ein wenig und fällt dann in Ohnmacht. Auch das noch! Ich knie mich neben sie. „Grit!“, sage ich bestimmt. „Los wach wieder auf!“ Ich klopfe ihr leicht aufs Gesicht. Sie regt ihren Kopf halbwach. Sie muss zum Doc! Ich hebe sie hoch und trage sie auf den Armen. Zum Glück kann sie sich jetzt eh nicht wehren. Als ich so aus der Gummizelle komme ist Heat erstaunt. Naja! Wahrscheinlich nicht! Er zeigt eigentlich nie Emotionen. Das einzige, was er an Gefühlen zeigt ist Wut! Aber ich wäre überrascht, also ist er jetzt halt auch überrascht. „Was ist passiert?“, fragt er monoton. „Sie ist einfach in Ohnmacht gefallen!“, sage ich kurz angebunden. Irgendwie fühle ich keine Panik. Das passiert relativ häufig beim Training. Die Männer haben dann eine Gehirnerschütterung oder haben zu wenig getrunken oder sich einfach überanstrengt. Geht immer gut aus. „Ist sie mit dem Kopf durch die Wand gerannt oder was ist passiert? Sie war total Wahnsinnig!“ „Ja!“, sagt Heat. „Was ja? Ja sie war irre oder ja sie ist durch die Wand gerannt?“, frage ich nach, während wir zum Arztzimmer gehen. „Sie ist mit dem Kopf gegen die Wand gerannt“, erklärt Heat. Ich bleibe stehen und schaue ihn ungläubig an. „Wie bitte?“, frage ich alarmiert nach. „Ich bin ihr ausgewichen und da ist sie volle Kanne gegen die Wand gerannt!“ „Und da holst du nicht den Doc?“, frage ich etwas lauter nach. Heat zuckt mit den Schultern. „Sie hat gesagt es geht!“ Ich fass es nicht. Wir setzen unseren Weg fort. Wie kann man nur so wenig Einfühlungsvermögen haben! Ich meine, ich bin jetzt auch kein Experte auf dem Gebiet. Es interessiert mich einfach nicht, wie die meisten anderen sich fühlen könnten. Was für einen Sinn macht es auch, sich in die Lage meiner Opfer hineinzuversetzen? Aber wenn man mit vollem Tempo mit dem Kopf gegen eine Wand rennt, dann kann man davon ausgehen, dass es dem anderen Scheiße damit geht. Wir betreten das Arztzimmer. Ich schau mich um. Wo ist der Doc? „Hol ihn!“, befehle ich. Heat macht sich sofort auf den Weg. Ich lege Grit auf die Liege. Sie schaut mit halb offenen Augen orientierungslos umher. „Grit, du bist im Krankenzimmer!“, erkläre ich ihr. „Du bist ohnmächtig geworden eben!“ Sie macht Anstalten aufzustehen. „Hey!“, ermahne ich sie. „Du bist total irre! Lass das!“ Ich halte ihre Hände fest, damit sie nicht versucht sich aufzustützen und aufzustehen. „Lass mich!“, nuschelt sie und rangelt kraftlos herum. Schritte vom Gang her. „Hey Kid!“, begrüßt mich der Doc gelassen. Er schaut sich sofort Grit an. Prüft ihre Reflexe und ihre Pupillen. „Was ist passiert?“, fragt er nach. „Heat meint, sie ist gegen ne Wand gerannt und dann eben ist sie bei mir ohnmächtig geworden. Außerdem war sie total irre. War total wahnsinnig drauf!“ Der Doc schüttelt den Kopf und tastet Grits Stirn ab. „Hier scheint alles in Ordnung zu sein. Ich kann keine Beschädigung des Schädels feststellen“, murmelt er. „Reich mir mal bitte ein Glas Wasser!“ Ich fülle ein Glas am Waschbecken auf und reiche es ihm. Vorsichtig hebt der Doc Grits Oberkörper an, damit sie trinken kann. Schon gleich erscheinen ihre Augen ein wenig wacher. Sie schaut umher und erblickt mich. Sofort will sie sich wieder aufrichten. Der Doc drückt sie vorsichtig aber bestimmt zurück ins Bett. „Verpiss dich!“, sagt sie zu mir. „Meine Fresse!“, stöhne ich auf und rolle mit den Augen. Jetzt geht sie mir aber wirklich auf die Nerven. Ohne ein weiteres Wort verlasse ich das Krankenzimmer und gehe zum Deck. Meine Crew ist versammelt und wartet auf mich. „Los! Stellt euch auf!“, ordne ich an. „Dreißig Liegestützen, dreißig Situps und dreißig Kniebeugen zum Aufwärmen. Los! Los! Los!“

Kommentare (118)

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Ronja (60192)
vor 13 Tagen
Ich freue mich wirklich sehr über euer Feedback. Das ermutigt mich weiterzuschreiben. Ich gebe mir immer Mühe also möglichst realitätsnah und grammatisch Korrekt zu schreiben. Die Fiete, habe Geduld. Vielleicht wird dein Wunsch ja schon bald in Erfüllung gehen. Wer weiß! Ich kann ja schliesslich nicht in die Zukunft schauen :P
Die Fiete (84825)
vor 15 Tagen
Ich bin Leserin seit der 21 Episode oder so (also als die gerade aktuell war). Und ich bin immernoch gefesselt! Dir fällt immer wieder was neues ein und du schreibst alles sehr lebendig. So viel Kreativität und Mühe nimmt man selten war in Fanfictions! Naja hier ubd da sind noch ein paar Kommata zu viel, aber im Allgemeinen ist auch die Rechtschreibung super! (Auch das ist ja leider selten der Fall bei Fanfictions, deswegen sag ichs mal) Außerdem ist die FF nicht nur auf diese ganze Liebesgeschichte fokussiert. Dasbist auch mal ganz angenehm im Gegensatz zu dem Schnulzenkram, den man sonst so liest. Trotzdem würde ich mir auch hin und wieder mal eine etwas intimere Szene von Grit und Kid lesen, wenn du verstehst, was ich meine ;D
Monkey D. Sophie (49701)
vor 46 Tagen
cool das du weiter schreibst ich hatte schon argst das es nicht weiter geht
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 47 Tagen
Endlich geht's weiter mit Teil 47 \^o^/
~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 87 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 91 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 96 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 100 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 125 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 407 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 418 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 419 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 419 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 423 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 425 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 426 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 496 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 505 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 532 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 549 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)