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Amelie & Hanna

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2 Kapitel - 992 Wörter - Erstellt von: LILY LUNA - Aktualisiert am: 2017-01-24 - Entwickelt am: - 323 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Mein Beitrag zu dem Schreibwettbewerb von Torden! im Monat Januar.

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    ((purple)) Bitte nicht wundern, wenn es nicht so gut ist, aber ich wollte einfach gern mitmachen.:) ((epurple)) ((red)) Wörter: • Ahorn • Rausch
    Bitte nicht wundern, wenn es nicht so gut ist, aber ich wollte einfach gern mitmachen.:)

    Wörter:
    • Ahorn
    • Rausch
    • Karte
    • feuchte
    •wehen
    • Glas
    • verdienen


    Sind rot markiert...


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    Wir waren auf dem Weg von der Schule nach Hause, Amelie und ich. Es war windiger, nasser Tag. Solche Tage, bei denen man meistens am liebsten im Haus war. Ich liebte solche Tage. Es war ruhiger und man konnte die Welt so viel besser genießen. Außerdem waren weniger Autos unterwegs, und noch weniger andere Leute, die sich unterhielten und damit die Stille zerbrachen.Wir kamen an dem großen Ahorn vorbei, dessen feuchte Blätter im Wind wehten. Lächelnd blieb ich stehen. Es sah so schön aus. Einfach wunderschön. Wenn etwas wunderschön war, ließ es mich die Probleme der Welt einfach vergessen. Ich merkte, wie Amelie meine Hand nahm. Wir standen bestimmt eine Minute regungslos da, blendeten den Verkehrslärm aus und beobachteten den Baum. Dann zog sie mich sacht an der Hand. "Komm, Hannah, wir müssen weiter", drängte sie mich sanft. Ich nickte. Wir waren bereits spät dran, in der Schule hatten wir noch etwas länger gebraucht, mussten eine Karte aufräumen und das Klassenzimmer fegen. Dafür bekamen wir meistens vom Hausmeister noch etwas Geld, wenn wir Ordnung machten. Langsam gingen wir weiter und bogen in den schmalen Weg durch den Park ein. Auf einer Bank sahen wir einen Obdachlosen, der offenbar seinen Rausch ausschlief. Es könnte Dad sein, schoss es mir durch den Kopf. Obwohl er es nicht war, stieg Wut in mir auf, Wut darauf, dass er Mum, Amelie und mich verlassen hatte, als wir noch klein waren. Er war schuld daran, dass wir uns durchkämpfen mussten, nie konnten wir uns etwas leisten, es reichte gerade nur für das nötigste. Im Stillen hatte ich seither immer gehofft, er würde so enden wie dieser Mann hier. Arm, verdreckt, von der Gesellschaft ausgestoßen. Meiner Meinung nach hatte er es nicht anders verdient. "Komm", hörte ich Amelie flüstern, "bitte komm." Ich senkte den Blick und ließ mich von ihr mitziehen. Der Regen wurde wieder stärker, aber ich war immer noch aufgewühlt, wie immer, wenn Erinnerungen in mir aufkamen. Es war schon sechs Jahre her, ich war damals erst acht gewesen. Bis dahin war alles noch gut gewesen. Wir hatten noch in der großen Wohnung gelebt, und nie Probleme mit Steuern gehabt, Mum hatte immer glücklich ausgesehen, nicht so müde, blass und abgearbeitet wie jetzt, wir hatten nie mit gebrauchten Klamotten in die Schule gehen müssen. Nie. Alles war gut gewesen. Ich wollte nicht daran denken, aber ich konnte nicht anders.

    Es ist am frühen Morgen, als ich in die Küche komme. Am Abend davor haben sich Mum und Dad gestritten und ich hoffe, sie haben sich wieder vertragen. Ich will gerade etwas trinken, dann fällt mein Blick auf einen kleinen Zettel am Tisch. Ich weiß nicht, was es bedeutet, doch nachdem ich die zwei Sätze auf dem Zettel gelesen habe, weiß ich es. Es ist ein Abschiedsbrief.

    Es war der schlimmste Tag in meinem Leben, doch seitdem versuchte ich es zu vergessen. Einfach zu vergessen. "Hannah." Doch es gelang mir nicht. Ich wusste, es war passiert. Und das konnte ich nicht vergessen. Es war geschehen und konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. "Hannah, pass auf!" Wieder wurde ich von Wut und Trauer erfüllt. Ich nahm nichts mehr wahr, außer meinem Herz, das jetzt schneller schlug, vielleicht, weil es genauso wütend war wie ich. "HANNA! PASS AUF!" Ich riss die Augen auf. Ein Auto kam mit Höchstgeschwindigkeit auf mich zu, es war zu spät, um zu laufen, ich würde sterben... Ich flog durch die Luft. Irgendjemand hatte mich weggestoßen. Bremsen quietschten, ich hörte, wie Glas zerbrach, etwas dumpfes auf der Straße aufschlug. Meine Augenlider waren von Staub und Dreck verkrustet, trotzdem riss ich sie auf. Ich lag auf der Teerstraße. Blut war überall um mich herum, aber ich lebte. Warum lebte ich? Amelie. Wo war Amelie? Und dann sah ich sie. Sie lag vor dem Auto, das auf mich zugekommen war, umgeben von einer riesigen Pfütze aus rotem Wasser. Blut. Ich konnte sie kaum noch erkennen. Sie war so klein, so unglaublich klein. Ich kroch auf sie zu, setzte mich neben sie, und begann, sie zu rütteln. "Amelie.Amelie." Sie bewegte sich nicht. "Amelie! Amelie!" Wieso bewegte sie sich nicht, wieso sagte sie nichts? "Amelie. Sag doch etwas, bitte." Der Fahrer des Autos war inzwischen ausgestiegen. "Sie kann nicht. Sie ist tot. Sie wird nie wieder etwas sagen." Ich schüttelte den Kopf. Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Amelie war nicht tot, sie würde wieder aufwachen, das musste sie. "Hannah, sie ist tot." Woher kannte er meinen Namen? Ich sah auf. Das Gesicht des Fahrers war jetzt ganz nah. Es war das Gesicht eines Mannes, den ich seit genau sechs Jahren nicht mehr gesehen hatte...

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1484995677
Amelie & Hanna
Amelie & Hanna
Mein Beitrag zu dem Schreibwettbewerb von Torden! im Monat Januar.
http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1484995677/Amelie-Hanna
http://www.testedich.de/quiz46/picture/pic_1484995677_1.jpg
2017-01-21
40SB
Schreibwettbewerb

Kommentare (2)

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Mitten im Leben ( von: HanniLollypoppy)
vor 205 Tagen
Wow, Respekt! Voll schön geschrieben und echt traurig... Heisse selbst Hanna...
lovetigga ( von: lovetigga)
vor 298 Tagen
Ich finde die Geschichte echt gut und auch schön geschrieben. Sie ist so traurig.....