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*Dark Eclipse*

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5 Kapitel - 2.694 Wörter - Erstellt von: Blaustern#Blaui - Aktualisiert am: 2017-08-22 - Entwickelt am: - 498 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ein Märchen. Ein geheimnisvoller Wald. Drei Schwestern. Ein Fluch.

    1
    ((big)) ((red)) Prolog ((ebig)) ((ered)) Die Wölfin rannte. Ihr heißer Atem gefror in der eisigen Landschaft zu Eiswolken, ihre Pfoten spürte sie k
    Prolog

    Die Wölfin rannte. Ihr heißer Atem gefror in der eisigen Landschaft zu Eiswolken, ihre Pfoten spürte sie kaum noch. Aber das war ihr egal. Sie musste sie warnen. Sie musste bei ihnen sein, vor ihm. Sie durfte nicht zulassen, dass sie die nächsten Opfer wurden. Die Wölfin sprang über einen umgefallenen Baumstumpf. Als sie auf der anderen Seite im Schnee landete, hörte sie ein Krachen hinter ihr. Der Jäger! Sie beschleunigte ihre Schritte, jagte über den eingefrorenen Laubboden. Wenn er sie erwischte, war alles umsonst gewesen. Eine Kugel schlug neben der Wölfin in einem Baum ein. Die Wölfin legte die Ohren an und knurrte. Sie hörte den Jäger durch das Dickicht stapfen, fluchen, als er an einem Dornbusch hängen blieb. Aber er war gefährlich. Sehr gefährlich. Die Wölfin rannte weiter. Sie duckte sich und zwängte sich durch dichtes Gestrüpp, in der Hoffnung, den Jäger abzuhängen. Sie hatte ihn einst geliebt...Doch das war davor gewesen. Bevor sie den Fluch auf sich genommen hatte. Die Wölfin kam auf der anderen Seite des Busches heraus, blickte sich kurz um und rannte dann weiter. Sie kam an einem Feld vorbei. Ungeschützt, keine Bäume. Aber sie war bald da. Sie rannte los und hatte das halbe Feld schon überquert, als der Jäger aus dem Busch trat. Die Wölfin keuchte vor Anstrengung. Und lief noch schneller. Sie schlug Haken, damit der Jäger nicht auf sie zielen konnte. Ein Knall ertönte. Doch die Kugel hatte sie verfehlt. Dann noch ein Knall. Und Schmerz. Die Wölfin jaulte auf. Sie war in der Seite getroffen worden! Sie strauchelte, stolperte fast. Blut tropfte in den weißen Schnee, rot auf weiß. Das Blut bildete einen scharfen Kontrast zu dem Weiß des Schnees. Sie hörte Schritte. Sie musste weiterlaufen! Die Wölfin machte ein paar unsichere Schritte. Dann brach sie zusammen. Der Schnee kühlte ihren Schmerz etwas. Die Wölfin wollte nie wieder aufstehen. Sie vergrub ihre Schnauze im Schnee. Weiß...und rot. Rot und weiß. Sollten die Menschenmädchen doch selbst sehen, wie sie den Fluch wieder los wurden. Die Ränder ihres Sichtfelds färbten sich schwarz. Nein! Du darfst nicht aufgeben! Die Wölfin drehte den Kopf und sah den Jäger über sich aufragen. Er sah sie ausdruckslos an. Er hatte keine Freude daran, sie zu töten. Aber er wusste es genauso gut wie sie: Es gab kein Entkommen. Und langsam glitt die schneeweiße Wölfin hinab in bodenlose Schwärze.

    2
    Kapitel 1
    >> Jarek

    Ich strich mit meinen Fingern sanft über das Amulett, dass mir meine Mutter hinterlassen hatte. Mom, du wärst stolz auf mich, dachte ich lächelnd. Ich stand auf der Straße eines kleinen Dorfes, gegenüber stand eine kleine Bäckerei. Dort wollte ich zum letzten Mal etwas zu essen kaufen, bevor ich in die Wildnis aufbrach. In den Wald. Nach meinem Abitur wollte ich einfach mal für ein paar Wochen nichts tun und in der Wildnis campen...und genau das würde ich tun. Gut gelaunt überquerte ich die Straße und betrat die Bäckerei. Eine Glocke klingelte leise. "Guten Tag, junger Mann. Wie kann ich Ihnen helfen?" Ein etwas rundlicher Mann stand hinter der Theke, er musterte mich wachsam. "Guten Tag. Ich hätte gerne Proviant für fünf Tage. Brot, Semmeln, ...alles, was sie da haben." Der Bäcker nickte und musterte mich jetzt mit unverhohlenem Interesse, während er mir Brot einpackte. "Und wieso so einen großen Vorrat, wenn ich fragen darf?", wollte er wissen. Stolz antwortete ich: "Ich gehe für die nächsten fünf Tage im Wald campen." Der Bäcker zog eine Augenbraue hoch. "Sie wissen doch hoffentlich, dass der Wald verzaubert ist?" Ich lachte. "Tatsächlich?"
    "Ja. Es heißt, dort habe vor vielen Jahren in einer kleinen Hütte mitten im Wald ein Jäger gehaust, doch eines Tages wurde er von einem Wolf angegriffen und starb. Bevor er das jedoch tat, verfluchte er den gesamten Wald. Seitdem, heißt es, werden jede hundert Jahre 3 Mädchen aus dem Dorf ausgewählt, die sich dann in Wölfe verwandeln und im Wald leben müssen. Nur die vorherigen Verwandelten können diesen Fluch brechen, indem sie den Mädchen die Legende erzählen, bevor sie sich am selben Tag, wenn der Mond sich zeigt, in Menschen zurück verwandeln. Aber selbst wenn sie wieder Menschen sind...sie sind nie mehr dieselben."
    Ich lachte herzhaft. "Und die Bewohner glauben dieser alten...Legende?" Der Bäcker verpackte ein Stück Brot und zuckte mit den Schultern. "Ich denke schon. Denn gelegentlich verschwinden wirklich Mädchen...ich kann nicht genau sagen, ob jede hundert Jahre, denn ich lebe auch erst 40 Jahre."
    Jetzt neugierig nahm ich das Paket entgegen, als der Bäcker es mir reichte. "Und, tauchen auch mal wieder Mädchen auf?" Der Bäcker schüttelte den Kopf. "Nein, nicht, dass ich wüsste. Vielleicht...wollen sie nicht mehr zurück." Ich reichte dem Mann einen Geldschein. "Also, für mich hört sich das nach ziemlichem Quatsch an. Ich jedenfalls glaube nicht daran. Also, bis bald vielleicht." Der Bäcker sah mir mit gemischten Gefühlen hinterher. "Wie heißen Sie denn?", fragte er neugierig, als ich den Laden schon verlassen wollte. Ich drehte mich noch einmal um. "Mein Name ist Jarek", antwortete ich.

    Ich atmete tief ein, dann betrat ich den Wald. Zuerst schien es mir, als hätte ich den ganzen Lärm des Dorfes weit hinter mir gelassen. Es war still. Sehr still. Dann hörte ich die Vögel zwitschern, Büsche rascheln, irgendwo zirpte eine Grille. Ich sog den Duft der Natur tief in mich ein.
    Dann ging ich los. Ich schob Zweige und Äste beiseite, hüpfte fröhlich über einen Baumstamm. Erst einmal wollte ich tiefer in den Wald, dann konnte ich mir ein geeignetes Schlaflager für die Nacht aussuchen. Zelt und Schlafsack hatte ich in meiner Tasche. Während ich lief und die Sonne über den Horizont wanderte, packte ich eine belegte Semmel aus und begann, sie zu verspeisen.

    3
    Snow


    Er stand dort, nicht weit von mir entfernt, und doch waren seine Augen zu blind, um mich zu sehen. Er war ein Mensch, was konnte man anders erwarten? Ich spürte die Flanken meiner Schwestern an meiner, so dicht rückten wir zusammen und kauerten im Unterholz, fast so, wie an jenem schicksalhaften Tag. Die Erinnerung daran überrollte mich, und ich sah das Blut auf meinem weißen Fell, rot und weiß. Ein Schuss, er kam aus dem Wald, hallte durch das Dorf, ich sprang aus dem Bett, kauerte mich mit meinen beiden Schwestern zusammen, auch wenn wir wussten, dass SIE uns holen würde. Wir wussten um das Geheimnis, der Jäger hatte seine Braut erschossen, und jetzt würde SIE uns holen, und er würde sterben. Weil SIE ihn nicht mehr brauchte. Seine Braut hatte uns nicht rechtzeitig warnen können, und jetzt war alles zu spät. Wir waren damals noch Kinder, wir waren sieben Jahre alt. So jung, und doch bereit, zu sterben. Ich stellte mir die Braut des Jägers mit einem wunderschönen, bauschigen Hochzeitskleid vor, reglos im Wald liegend, während das Blut in roten Strömen über den weißen Schnee, das weiße Kleid lief. Das alles war nur ein Märchen, eine Vorstellung gewesen, denn ich Wirklichkeit war die Braut eine Wölfin gewesen, so wie wir jetzt.
    So war es leichter für den Jäger, seine Braut nachher zu töten.
    Und dann rief SIE uns endlich, und wir zogen uns leise aus und liefen durch den Schnee und die Dunkelheit zum Wald. Wir waren alle jung und wir hatten alle Angst. Es schneite, ich erinnerte mich, und wir froren alle entsetzlich. Und als wir tief genug im Wald waren und anfingen zu tanzen, erbarmte SIE sich und schenkte uns das Fell eines Wolfes.

    Red biss mir beherzt in die Schnauze und brachte mich damit wieder in die Realität zurück. Ich schnappte ebenfalls nach meiner Schwester und knurrte gereizt.
    Hör auf, Red! Sonst hört uns der Junge noch!
    Wenn, dann hört er dich. Wer hat hier gerade so laut geknurrt?
    Snow, Red, seid still und bewegt euch. Wir haben ihn lange genug beobachtet, schaltete sich meine dritte Schwester, Ebony, ein. Ich bleckte die Zähne, sah aber noch einmal zu dem Jungen hinüber. Eigentlich war er schon ein Mann, wahrscheinlich 18 oder 19 Jahre alt. Seine Gesichtszüge waren weich, sein wuscheliges, hellbraunes Haar glänzte in der Sonne. Er trug einen roten Rucksack, ziemlich groß. Mein Herz flatterte in der Brust wie ein Schwarm Schmetterlinge. Er würde hier campen. Vielleicht stammte er nicht aus der Gegend, vielleicht glaubte er einfach nicht an den Fluch. Ich drehte mich abrupt um und folgte meinen Schwestern, die schon ein Stück voraus gelaufen waren. Das Licht tanzte über den Waldboden und malte große Lichtkringel darauf.
    Vielleicht wird er ja mein Jäger, dachte Red gerade. Es war manchmal schon ein wenig nervtötend, ständig die Gedanken und Gefühle meiner Schwester zu spüren bzw. hören. Aber wir alle respektierten die nicht immer ganz schwesterlichen Gedanken der Anderen. Und es war vollkommen klar, dass jede von uns überleben wollte, auch, wenn die anderen beiden sterben mussten. So war es eben. So war der Fluch. Kein Weg führte daran vorbei. Ich hatte Hunger.

    4
    Kapitel 2

    Die Nacht brach über dem Wald herein und ich saß am Lagerfeuer und hielt unschlüssig mein Handy in der Hand. Einerseits wollte ich meinen besten Freund Dominic anrufen, nur um seine vertraute Stimme zu hören, aber andererseits hatte ich mir geschworen, während dem Camping auf alle mobilen Geräte zu verzichten. Der Sonnenuntergang, die wohltuende Stille, das Zirpen der Grillen, das alles war viel lebendiger und schöner als alles Digitale. Aber... Entschlossen wählte ich Dominics Nummer.

    Mist, sowieso kein WLAN. Hätte ich mir ja denken können.

    Ich warf mein Handy zurück ins Zelt und starrte aufmerksam in die Dunkelheit. Das Zirpen schaffte eine wunderbare Atmosphäre und die Flammen des Feuers warfen zuckende, beinahe lebendig wirkende Schatten auf die Erde. Ich holte tief Luft und sog den Duft nach Rosen, gepaart mit Himbeeren und dem leicht fischigen Geruch nach...

    Lächelnd stand ich auf und entfernte mich vom Feuer, tauchte in das dunkle Dickicht ein, fühlte die Zweige, die gegen mein Gesicht schlugen, und als sich der Wald lichtete, wusste ich, dass ich Recht gehabt hatte.

    Vor mir erstreckte sich ein See, klein, aber kristallklar, nur ein wenig erhellt von meinem Feuer.

    Ich erinnerte mich daran, als ich ein Kind gewesen war, und in einem Wald bei meinen Eltern zusammen mit Dominic nachts gebadet hatte. Es war spannend gewesen, ein Nervenkitzel, damals.

    Jetzt war es das nicht mehr. Aber ein Lächeln huschte über meine Lippen und ich streifte mein T-shirt über den Kopf. Dann sprang ich in den See, spürte das kühle Nass auf meiner Haut, das Wasser schloss sich über mir und alles wurde still.

    Dann begann ich zu tanzen, wie schon so oft unter Wasser, wie auch damals mit Dom.

    'Fischtänzer' hatten mich meine Eltern immer liebevoll genannt. Ich war Jarek, der Fischtänzer, der mit den Fischen tanzt.

    Ich schloss die Augen und als ich wieder auftauchen musste, schien es mir, als wäre ich Jahre dort unten gewesen.

    Und dann sah ich sie.

    Es war eine schüchterne, kleine Wölfin, mit weißem Fell und goldenen Augen, die mich aufmerksam, beinahe furchtsam musterte. Aber auch neugierig. Sie stand nicht weit vom Ufer entfernt, aber dennoch so weit weg, dass sie jederzeit fliehen konnte.

    Ich starrte sie an, ohne mich zu bewegen, das hätte sie vielleicht aggressiv gemacht. Ich hatte keine Angst vor Wölfen, aber man wusste ja nie.

    Die Wölfin machte einen Schritt auf mich zu und schnüffelte an meinem Shirt, dass ich achtlos auf den Boden geworfen hatte. Ich musste grinsen. "Hey, ich bin Jarek. Jarek, der Fischtänzer. Und du?" Und dann musste ich lachen. Die Wölfin sah mich ängstlich an und machte einen Satz rückwärts, wirbelte dann herum und rannte in die Dunkelheit davon.

    Zurück blieb ich, immer noch schmunzelnd, und kletterte aus dem Wasser.

    5
    SNOW

    Die Sonne ging langsam über den Bergen auf, da war ich schon auf den Pfoten.

    Jarek also, dachte ich. Jarek der Fischtänzer.

    Neben mir lief Ebony, Red hatte sich von uns abgeschottet, so wie immer.

    Er heißt Jarek? Woher kennst du ihn? Warst du gestern also noch...
    Ebony schüttelte den Kopf. Du bist unmöglich, Snow.

    Ich weiß.

    Wir kamen an der hölzernen Hütte an, hielten an, und sahen uns an.

    Red ist wahrscheinlich schon da.

    Ich hab kein gutes Gefühl.

    Ich auch nicht.

    Wenn du ihn gesehen hast und Red ihn bereits in Anspruch nimmt, dann ist die Jagd eröffnet, meinte Ebony. SIE wird uns wieder zeitweise Menschenkörper geben, um ihn zu verführen.

    Es tut mir leid, Schwester. Du bist immer viel zu gutherzig. Manchmal... manchmal frage ich mich, ob ich dich überhaupt verlassen kann. Ich meine... Es wird ein Zeitpunkt kommen, da wird eine von uns sterben.

    Oder beide, flüsterte Ebony. Mach dir keine Sorgen, Snow. Alles wird gut.

    Ihre goldenen Augen blitzten, und ich nickte. Dann stießen wir die Tür auf und betraten das Haus. Der Anblick, der sich uns bot, ließ mir kalte Schauer über den Rücken regnen.
    Red saß dort, in der Mitte des Raumes, ihre Schnauze leckend, die blutverschmiert war.

    Weiß und rot..., dachte ich. Rot und weiß.

    Zwischen ihren Pfoten befanden sich zerfetzte Überreste eines Kaninchens, der Holzboden war blutbespritzt, sogar an den Fensterscheiben klebten getrocknete Blutflecken.
    Ich tapste leise zu ihr, meine Krallen klickten auf dem Boden.

    Red, wisperte ich. Red, musste das sein?

    Und sie antwortete: Ja, das musste ich tun.

    Ich drückte meine Flanke gegen ihre und ließ mich zu Boden sinken.

    Es ist schön, dass wenigstens du mich noch verstehst, Snow, sagte Red wehleidig.
    Ich sah zu Ebony, die in der Tür stand, und einen Moment schien es so, als würden menschliche Gesichtsausdrücke über ihr Gesicht huschen.

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1484329952
*Dark Eclipse*
*Dark Eclipse*
Ein Märchen. Ein geheimnisvoller Wald. Drei Schwestern. Ein Fluch.
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2017-01-13
4000
Fanfiktion

Kommentare (1)

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Wacholderschweif ( von: Wacholderschweif)
vor 232 Tagen
Sooooooo schön geschrieben! Das ist wirklisch super!❤😘
Schreib weiter! Das ist ein Befehl!