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Hogwarts-When the seventh month dies

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8 Kapitel - 10.254 Wörter - Erstellt von: Blaustern#Blaui - Aktualisiert am: 2017-01-23 - Entwickelt am: - 3.622 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

„Die Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran . . . jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt . . . und der Dunkle Lord wird sie als sich Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Sie wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt . . . und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt . . . “

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    Es war kalt und es stürmte. Regen peitschte dem schwarzhaarigen Mann ins Gesicht, die Hufe des Thestrals hinterließen tiefe Spuren in der matschigen Erde. Der Mann, der auf dem Rücken des Thestrals saß, fluchte und hielt ein kleines Bündel weiter umklammert. Endlich kam das gewaltige Schloss in Sicht. Hogwarts. Der Mann trieb den Thestral an, sodass er sich flügelschlagend in die Luft erhob. Dann steuerte er das Tier auf einen kleinen Turm zu. Als das Fenster in Reichweite kam, sprang der Mann beherzt vom Rücken des Thestrals und klammerte sich an der Fensterbank fest. Das Bündel verbarg er in seinem Umhang.
    Der Mann zog sich ins Zimmer. Es war ein kleines Büro, auf einer Stange bewegte sich kreischend und flügelschlagend ein roter Vogel. "Fawkes", begrüßte der Mann den Phönix. "Ist Dumbledore hier?"
    "Severus", sagte eine Stimme aus dem Schatten und ein etwas älterer Mann trat ins Licht. Professor Snape neigte den Kopf, wobei kleine Wassertropfen auf den Boden fielen. "Albus. "
    "Ich hoffe, es ist wichtig", bemerkte Dumbledore. Snape nickte. "Es ist wichtig. Sonst wäre ich nicht hier. " Er zog das Bündel unter seinem Umhang hervor und wickelte es aus den unzähligen Decken, in die er es eingepackt hatte. Zum Vorschein kam ein kleines Gesicht, dann Arme und Beine. Ein Baby. Dumbledore schnappte nach Luft. "Was?"
    "Ich hatte doch schon immer eine Schwäche für Lily", meinte Snape und hielt Dumbledore das Baby hin. Es hatte weißblonde Haare und eisblaue Augen. "Du meinst das ist dein und Lilys. . . "
    ". . . Tochter", vollendete Snape den Satz. "Ja. Und somit Harrys Halbschwester. Ich muss es weggeben. Ich selbst kann mich nicht um es kümmern, und wenn es bei Lily und James bleibt. . . "
    ". . . wird es mit den Potters sterben", sagte Dumbledore. "Ich nehme es. " Er nahm Snape das Baby behutsam ab und presste es sanft an sich. "Und ich weiß auch schon ganz genau, zu wem es kommt. "
    Snape sah sich um. "Ich habe nicht mehr viel Zeit, aber da ist noch etwas. . . "
    Dumbledore sah auf. "Ja?"
    "Die Prophezeihung. . . Nicht nur Harry Potter könnte der Auserwählte sein. . . auch auf seine Halbschwester trifft sie zu. Sie ist ebenfalls dann geboren -wenn der siebte Monat stirbt-. Nur ein ganzes Jahr später als Harry. "
    Dumbledore nickte. "Dann ist vielleicht Harry gar nicht gemeint. . . "

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    15 Jahre später. . .


    (Bild: Lana Charlotta)

    "Bella! Komm runter, der Zug wartet!" Ich schlug die Augen auf und richtete mich auf. "Schon unterwegs, Dad!" Ich sah mich in meinem Zimmer um. Es war sehr groß, typisch Malfoy eben. Die Wände waren mit einer grün-braunen Tapete verziert und über meinem viel zu großen Bett hing ein majestätischer Kronleuchter. Ich schlug meine Bettdecke zurück und rief nach Snow, unserem neuen Hauselfen. Seit Dobbys Tod hatten wir keinen mehr gehabt. "Bella Malfoy", sagte Snow, als er zur Tür hereinkam. Er brachte mir ein Tablett mit einer Tasse Tee und Keksen. Ich lächelte und stellte das Tablett auf meinem Bett ab. " Danke. " Eigentlich hieß ich Bellatrix Malfoy, doch alle nannten mich Bella. Ich lebte, zusammen mit meiner jüngeren Schwester Lana Charlotta, meinem älteren Bruder Draco und meinem Dad in Malfoy Manor, dem jahrhundertealten Haus der Malfoys. Es war jetzt genau ein Jahr vergangen, seit Voldemort besiegt worden war. Ich seufzte. Eigentlich sollte ich schon vor ein paar Jahren nach Hogwarts kommen, doch der Krieg und das Wiederauftauchen von dem Dunklen Lord hatte das ganze etwas verzögert. Vor allem, weil mein Vater ein Todesser gewesen war. Also war ich jetzt 15 Jahre alt und heute würde ich das erste Mal nach Hogwarts fahren. Ich konnte es kaum erwarten! Freudig verschlang ich ein paar Kekse, trank meinen Tee aus und zog mich dann an. Danach hüpfte ich, wie ein kleines Kind, die Treppe hinunter. Sie quietschte laut. "Bellatrix. Da bist du ja endlich", zischte mein Vater. Wenn er mich mit ganzem Namen ansprach, war er immer wütend. Ich kam an den Frühstückstisch. Am Ende des Tisches saß mein Dad Lucius. Links neben ihm Lana, die etwas dunkelblondere Haare hatte als wir anderen. Rechts neben ihm Draco. Und neben Drao saß. . . Ein Junge mit weißblonden Haaren, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich starrte ihn an. "Bellatrix, es ist unhöflich, jemanden an zu starren", sagte Lucius. Ich nickte wie in Trance. "Tut mir leid, Vater. Aber. . . "
    "Das ist Raphael, einer deiner Cousins. Er wird zusammen mit euch nach Hogwarts fahren", erklärte Dad.
    "Hi, Bellatrix", meinte Raphael. Ich zuckte mit den Schultern. "Hey. Du kannst mich Bella nennen. Das tut jeder. " Er lächelte mich scheu an. Ich lächelte zurück. "Ich hab schon gegessen", informierte ich meinen Dad und grinste Lana an. "Ich gehe Koffer packen. Bis nachher!"

    Eine halbe Stunde später standen wir in einer dunklen, engen Gasse. Ich sah mich unbehaglich um. "Wo sind wir?", fragte ich. "Ich glaube nicht, dass das die Winkelgasse ist", fügte Lana hinzu. Draco schüttelte den Kopf. "Nein. Das ist die Nokturngasse. Eine Art Winkelgasse für schwarzmagische Zauberer. " Er zwinkerte mir zu. Ich schluckte. "Und was machen wir hier?"
    Dad zuckte mit den Schultern. "Dinge für die Schule einkaufen. " Er ging voraus, Draco und Raphael folgten. Raphael warf mir über die Schulter einen Blick zu. Schnell lief ich hinterher. Ich spürte Lanas Hand auf meinem Arm und drückte sie. Vor einem alten, verstaubten Laden mit einem schiefen Schild, auf dem in Großbuchstaben Borgin und Burke's stand, hielten wir an. Neugierig versuchte ich, durch das Schaufenster einen Blick in den Laden zu erhaschen. Ohne Erfolg. Das Glas war zu schmutzig. Dad öffnete die Tür. Sie quietschte laut und jagte mir einen Schauer über den Rücken.
    "Mr Borgin?", rief Dad und öffnete die Tür noch einen Spalt breit. Eine Türklingel ertönte und ich zuckte zusammen. Auch Lana klammerte sich an meine Hand. Dad trat ein und suchte im Laden offenbar nach dem Besitzer. Draco folgte ihm und Raphael hielt mir die Tür auf. "Ladies first", sagte er und fixierte mich mit seinen dunklen Augen. "D. . . d. . . danke", stammelte ich. Schnell trat ich ein und zog Lana hinter mir her. "Bella! Schau mal!" Lana hatte sich von mir gelöst und betrachtete gerade ein seltsam aussehendes Armband. Es war wunderschön, das erkannte ich. Es war tiefblau mit kleinen, fein eingearbeiteten, goldenen Steinchen, die wie kleine Sterne aussahen. So als hätte es Lanas Nähe erkannt, färbten sich die Steine jetzt violett. Überrascht blinzelte ich. Lana streckte die Hand danach aus. "Nicht anfassen. " Draco war gerade hinter mir aufgetaucht. Erschrocken drehte ich mich um und starrte ihn an. Mein Bruder, der jetzt 18 Jahre alt war, sah eigentlich noch viel jünger aus. Aber gerade wirkte er vor allem wütend. "Du weißt nie, welche üblen Flüche auf den Gegenständen in diesem Laden liegen. Lass lieber die Finger davon, wenn dir dein Leben lieb ist. " Ängstlich wich Lana zurück. Aber in diesem Moment kamen Dad und ein dicklicher Mann mit braunen, wirren Haaren um die Ecke. Draco warf uns einen warnenden Blick zu und huschte an Dads Seite. "Hallo, Mr. Borgin. " Das ist also Mr. Borgin, dachte ich. Der Besitzer des Ladens sah Draco eine Spur zu respektvoll an. "Mr. Malfoy Junior. Und wie ich sehe, habt ihr die ganze Familie mitgebracht. Was kann ich für euch tun?" Lana nahm meine Hand und drückte sie fest. Der Schreck saß ihr immer noch in den Knochen. Ich ließ meinen Blick durch den Laden schweifen und erkannte Raphael, der in einer Ecke an der Wand lehnte. Als ich ihn musterte, wanderte sein Blick zu mir und er lächelte mich stumm an. Aus irgendeinem Grund wurde mir ganz warm ums Herz. "Bella!", flüsterte Lana. Ich sah zu ihr und bemerkte, dass Dad, dieser Mr. Borgin und Draco sich über etwas beugten. "Was machen die da?", wollte Lana wissen. Ich zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Aber lass uns doch mal ein bisschen den Laden erkunden. Aber nichts anfassen!" Lana nickte vorsichtig und ich drehte mich zu einem seltsamen Totenkopf um. "Wow, wie cool. Schau mal, das sieht aus wir der Schädel eines Drachen!" Lana nickte. "Oder hier. . . Sieht aus wie ein Mumienfuß!" Ich musste laut loskichern. Auf einmal war Dad neben uns und sah uns streng an. "Kommt, wir gehen. Auf Wiedersehen, Mr. Borgins!" Eingeschüchtert folgten wir Dad. Als wir wieder auf der Straße standen, reichte Dad mir und Lana zwei kleine Pakete. "Hier, das sind Schutzamulette. Ihr könnt sie im Zug aufmachen. "
    "Danke, Dad!", meinte ich und auch Lana lächelte. "Und wo gehen wir jetzt hin? Kriegen wir jetzt Zauberstäbe?" Dad lächelte kalt. "Ja, jetzt holen wir eure Zauberstäbe. Kommt. "

    3
    ~K A P I T E L 2~

    Während uns in der Nokturngasse kaum jemand begegnet war, schien die Winkelgasse, wo wir jetzt waren, laut und überfüllt zu sein. Ich wurde regelrecht um gerannt. "Da lang", meinte Dad und zog mich am Arm aus der Menge. "Dort drüben ist der Laden von Mr Ollivander. Da kaufen wir Zauberstäbe. " Leise murmelte er: "Warum musste der dunkle Lord auch Gregorowitsch töten. . . "
    Ich folgte Dad, meinen Geschwistern und Raphael in den kühlen, dunklen Laden. Staunend blieb ich stehen:
    Im Laden türmten sich Regale mit Zauberstäben auf! "Die Malfoys. Aha. Wie kann ich ihnen helfen?" Ich wirbelte herum und entdeckte den Sprecher, einen alten, weiß haarigen Mann. "Guten Tag, Mr. Ollivander. Meine beiden Töchter Lana Charlotta und Bellatrix bräuchten Zauberstäbe", zischte Dad. Lana trat vor. "Haben Sie auch einen Zauberstab mit dem Haar eines Einhorns?" Mr. Ollivander lächelte. "Sicher. Ich fange gleich mit dir an. " Er nahm ein silbernes Band von seinem Schreibtisch und begann, Lana zu vermessen. Ich wusste nicht, zu was das gut sein sollte. Beim Vermessen fragte Mr. Ollivander meine Schwester Sachen, aber ich hörte nicht weiter hin. Stattdessen wandte ich mich zu Draco. "Wie lange kann das denn dauern?" Draco lachte. "Also, bei mir hat es zwei Stunden gedauert. " Ich stöhnte. "Und so lange sollen wir warten?"
    "Nein", antwortete Dad. "Wir gehen in der Zwischenzeit die Schuluniform kaufen. "

    Nachdem wir die Schuluniformen gekauft hatten, kamen wir wieder in Mr. Ollivanders Laden. Dort erwartete uns eine freudig strahlende Lana. "Und, wie sieht dein Zauberstab aus?", fragte ich sie etwas aufgeregt. Lana hielt als Antwort einen wunderschönen, mit Edelsteinen besetzten, zierlichen Stab hoch. Sie strahlte. "Mit Einhornhaar!" Ich lachte. "Du bist Bellatrix?" Mr. Ollivander war auf einmal vor uns aufgetaucht. Etwas erschrocken nickte ich. "Dann komm mal hier rüber. " Ich folgte dem weißhaarigen Mann etwas weiter nach hinten. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, wie Dad mit Lana, Draco und Raphael den Laden verließ. Lana winkte mir noch zu. Ich sah sie flehend an. Aber es half nichts: Jetzt war ich auf mich allein gestellt. "Hast du auch einen Spitznamen?", fragte Mr. Ollivander. Ich sah zu, wie er wieder sein silbernes Maßband hervorkramte. "Ja, Sie können mich Bella nennen", antwortete ich. Der Mann hob eine Augenbraue. "Und wieso gehst du erst jetzt nach Hogwarts? Ich meine, du bist doch schon 16 Jahre alt. . . " Er zwinkerte mir zu. Wo er das wohl erfahren hat? Bestimmt hat Lana ihm das gesagt. "Das alles ist ein bisschen verzögert worden, wegen Voldemort. . . " Mr. Ollivander musterte mich überrascht, denn ich hatte den Namen des dunklen Lords ausgesprochen. Ich zuckte mit den Schultern. Der Zauberstabmacher lächelte und begann jetzt, in seinen unzähligen Regalen nach Zauberstäben zu suchen. "Was für einen Zauberstab hättest du denn gerne, Bella?" Ich lachte. "Der Zauberstab sucht sich doch den Träger aus, nicht umgekehrt. " Mr. Ollivander murmelte etwas unverständliches, dann zog er einen Zauberstab hervor und drückte ihn mir in die Hand. "Schwinge ihn und sage >Avis<!" Ich starrte zuerst Mr. Ollivander, dann den Zauberstab an. "Ich soll zaubern?" Der Zauberstab war ein schlichter, holzfarbener Stab mit einer Verdickung am Griff. Mr. Ollivander sah mich auffordernd an. Ich seufzte, schwang den Zauberstab ein bisschen und sagte laut und deutlich: "Avis!"
    Nichts passierte.
    Ich sah Mr. Ollivander an, der riss mir den Zauberstab aus der Hand und setzte seine Sucherei fort. "So jemand wie du braucht einen ganz besonderen Zauberstab", murmelte er. Ich verdrehte die Augen. "Ich wette, das sagen Sie jedem Kunden. " Der Mann lächelte amüsiert. "Ja, kann schon sein. Aber du BIST etwas besonderes. "
    Er zog mit einem triumphierenden Gesichtsausdruck einen anderen Zauberstab hervor. Es war ein über und über mit Dornen übersäter Stab, nur am Griff waren keine Dornen. Der Griff sah aus wie eine kleine Rosenblüte. Mr. Ollivander legte ihn mir vorsichtig in die Handfläche. "Wow, die Dornen sind sicher ganz schön spitz", meinte ich. "Und von dem Design her würde er auf jeden Fall gut zu mir passen. " Mr. Ollivander forderte mich auf, den Zauberspruch zu wiederholen. Ich tat es. Doch wieder passierte nichts. "Hmm. . . " Mr. Ollivander sah mich nachdenklich an. Dann nahm er mir den Stab aus der Hand und legte ihn auf den Tisch. "Ich glaube, du brauchst etwas Mächtigeres. " Ich runzelte die Stirn. "Wie meinen Sie das?" Doch Mr. Ollivander antwortete mir nicht, sondern verschwand im Hinterzimmer. "Warten Sie doch mal! Was?"
    "Probier den hier. " Mr. Ollivander war so plötzlich vor mir aufgetaucht, dass ich überrascht zurückwich. Er hielt einen Zauberstab in der Hand -ja, fast erfürchtig-, der sehr schlicht war. Jedoch bestand der Griff aus einem blauen Stein, der geheimnisvoll glitzerte. Umhüllt wurde der Stein von feinen Silberdrähten. Zur Spitze hin wurde der Stab immer schmäler, bis er am Ende richtig spitz zulief. Das Holz war sehr dunkel, ich tippte auf Mahagoni. Ich berührte die Spitze mit meiner Fingerspitze und zog die Hand dann überrascht weg. "Das ist ja wirklich spitz!" Ich hatte mich gestochen. Nicht so fest, dass es blutete, aber fast. Mr. Ollivander lächelte. "Das ist ein Stab aus Holunderholz. Auch bekannt als Elderholz. " Er hielt ihn mir hin. "Ich handle eigentlich nur mit Kernen aus Drachenherzfaser, Einhornhaaren und Phönixfedern. Aber dieser Stab hat einen ganz besonderen Kern: Ein Haar aus dem Fell eines Werwolfs. " Ich nahm den Stab. Sofort spürte ich eine gewisse Anziehungskraft. Der Zauberstab vibrierte förmlich in meiner Hand! Wie von selbst bewegte sich der Stab und ich rief laut: "Avis!"
    Sofort schoss ein goldener Blitz aus meinem Zauberstab. Er formte sich zu unzähligen, kleinen, goldenen Vögeln, die um mich herumschwirrten. "Wow", hauchte ich.
    Mr. Ollivander klatschte. "Gut gemacht, Bella! Ich sehe schon, das ist dein Zauberstab. " Überglücklich und immer noch fasziniert nickte ich.

    Als Dad und die Anderen kamen, war ich noch immer euphorisch. "Hey Bella, wie ist es gelaufen?" Lana war immer noch ganz aufgedreht und wedelte mit einem seltsamen Buch vor meiner Nase herum. "Super! Ich liebe meinen Zauberstab. " Ich hielt ihn hoch. Lana kicherte, während Raphael beeindruckt zu mir herübersah. Als er merkte, dass ich ihn beobachtete, grinste er spöttisch und verdrehte die Augen. Ich musste grinsen und überspielte es, indem ich aufstand und mich zu Mr. Ollivander umwandte, um mich von ihm zu verabschieden.
    Dad verzichtete auf eine Verabschiedung und rauschte aus dem Laden. Als wir draußen standen, entspannte er sich sichtlich. "Wir haben in der Zeit eure Schulbücher gekauft. Haben wir jetzt alles?" Ich nickte. "Ich glaube schon. "
    Während wir schweigend zum Bahnhof gingen, dachte ich immer wieder an meinen Zauberstab. "Das ist mein letztes Jahr", verkündete Draco plötzlich. "Auf Hogwarts, meine ich. " Ich nickte. Zu gerne hätte ich irgendwas tröstendes gesagt, nur wusste ich nicht, was. Draco hatte viel durchgemacht, er war ein Todesser gewesen und für den Tod seines besten Freundes verantwortlich. Das machte ihm zu schaffen, auch wenn er es nicht zugeben wollte. "Halt. "
    Während ich nachgedacht hatte, waren wir am Bahnhof angekommen. Dad, der die Koffer geholt hatte, sah mich abwartend an. "Einfach da durch die Wand laufen. " Ich nahm meinen Koffer entgegen. "Und dann kommt nach zu Gleis 9 3/4? Cool. "
    Lana hatte sich schon von Dad verabschiedet und zischte: "Komm endlich, Bella!" Draco stand neben ihr und Raphael lief gerade durch die Wand. Ich hauchte noch einmal ein "Cool" und drehte mich dann zu Dad um. "Ich werde dich nicht enttäuschen, Dad. " Dad lächelte kalt. "Das will ich hoffen. "
    Umarmungen waren leider nicht drin. Seufzend ging ich hinüber zu meinen beiden Geschwistern. "Können wir?" Lana nickte und hüpfte vor Freude auf und ab. Sie lief mit ihrem Gepäck durch die Wand und war plötzlich verschwunden. "Jetzt du", befahl Draco. Ich schluckte und lief dann auf die Wand zu. Als ich sie erreichte, konnte ich leider nicht verhindern, dass ich kurz die Augen zusammenkniff. Aber als ich sie wieder öffnete, stand ich einer altmodischen, roten Dampflokomotive gegenüber. In großer Schrift stand Hogwarts Express darauf.
    Lana stand schon halb im Zug und winkte mir zu. "Komm endlich, du Schnecke!" Ich lachte. Hinter mir erschien Draco und ich spürte seine Hand auf meiner Schulter. "Bis später", sagte er und entfernte sich dann von mir. Mein Bruder hatte sich wirklich verändert.
    Ich stieg ebenfalls in den Zug, wo ich schon von einer aufgeregten Lana erwartet wurde. "Komm, ich hab uns ein Abteil reserviert! Und es gibt Schokofrösche hier!" Lana liebte das Zeug. Gut gelaunt folgte ich meiner Schwester, die mich in ein leeres Abteil führte. Dort breitete ich mein Gepäck auf den Sitzen aus und setzte mich dann ans Fenster. "Wann fährt eigentlich der Zug los?", fragte ich. "Jetzt!", verkündete Lana, die begeistert aus dem Fenster starrte. Wenn sie aufgeregt war, verhielt sie sich manchmal wie ein kleines Kind. Ich lachte. "Gut. Dann geh ich mal Draco suchen. " In Wahrheit hoffte ich irgendwie, dass Raphael bei ihm war. Lana sah mich verdutzt an. "Okay. . . aber bleib nicht lange weg! Meinst du, ich kann mir was zu knabbern kaufen?"
    "Sicher", lachte ich und verließ das Abteil.

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    ((big)) ~K A P I T E L 3~ ((ebig)) (Bild: Icya) Als ich aus dem Abteil huschte, stieß ich fast mit einem schüchtern wirkenden, rothaarigen Mädchen
    ~K A P I T E L 3~

    (Bild: Icya)

    Als ich aus dem Abteil huschte, stieß ich fast mit einem schüchtern wirkenden, rothaarigen Mädchen zusammen. "Ist bei dir noch ein Sitz frei?", fragte das Mädchen leise. Ich nickte. "Klar doch. Wie heißt du?" Das Mädchen hatte freche Sommersprossen, orange-rote, schulterlange Haare, grüne Augen und eine rote Brille, die sie klug aussehen ließ. Außerdem trug sie einen großen, roten Koffer, den sie kaum heben konnte und einen Käfig mit einer kleinen, pummeligen Waldeule darin. "Ich bin Icya", stellte sich das Mädchen vor. "Und du? Bist du eine Malfoy?" Ich grinste. "Genau. Ich heiße Bellatrix. Aber du kannst mich Bella nennen. " Icya nickte und lächelte mich unsicher an. "Danke. " Ich zeigte zur Abteiltür. "Da drin ist meine Schwester Lana. Ich muss schnell weg, komme aber gleich wieder. " Mit einem Lächeln verabschiedete ich mich von Icya und rannte den Gang entlang. Draco hatte ein Stamm-Abteil, ich wusste ganz genau, in welchem er sich gerade aufhielt.
    Als ich eintrat, war Draco gerade dabei, Raphael und zwei anderen Jungen etwas zu erzählen. Als sie mich hörten, drehten sie sich überrascht um und starrten mich an. "Hey, Draco", sagte ich, sah dabei aber Raphael an. Er lächelte.
    Mein Bruder stand auf. "Was gibt's?"
    "Nichts besonderes. Ich wollte nur fragen, ob du vielleicht etwas Geld für Lana hast, sie ist ganz verrückt nach diesem Schoko-Zeugs. "
    Draco grinste und bedeutete seinen Freunden, dass er gleich wiederkommen würde. dann folgte er mir in Richtung unserem Abteil.
    "Pass auf, dass Lana sich nicht überfrisst", sagte er todernst. Ich kicherte. " Bestimmt nicht. "

    Lana's Sicht

    Kurz, nachdem Bella aus dem Abteil gehuscht war, trat ein rothaariges Mädchen ein. Erschrocken blickte ich von der Zeitschrift auf, die ich gerade gelesen hatte. "Hi, ich bin Icya und wollte fragen, ob hier noch ein Platz frei ist", sagte das Mädchen schüchtern. Ich nickte. "Sicher. Ich bin Lana. " Das Mädchen, Icya, nickte. "Ich weiß", erzählte sie, während sie ihren Koffer und einen Käfig mit einer kleinen, pummeligen Waldeule abstellte. "Bella hat es mir erzählt. Ich habe sie gerade getroffen. " Ich nickte und sah mir die Waldeule genauer an. "Wie heißt die?" Icya sah mich an. "Ach, du meinst Lucy?" Icya lachte. "Sie hat meiner Mutter gehört. "
    "Und. . . was ist jetzt mit deiner Mutter?" Als Icya nichts sagte, fuhr ich schnell fort: "Äh. . . wenn du nicht willst, musst du es mir nicht erzählen. . . "
    "Doch, doch, ist schon in Ordnung. Sie ist. . . von Todesser getötet worden", sagte Icya schnell. Kurz huschte Trauer in ihren Blick, doch sie war so schnell wieder weg, wie sie aufgeflackert war. "Das tut mir. . . " Doch ich wurde von dem Aufgehen der Abteiltür unterbrochen. Draco trat ein, gefolgt von Bella. Als Draco Icya sah, fing er an, zu grinsen. "Hi. Ich bin Malfoy. Draco Malfoy. " Bella stieß ihn hart in die Seite, sodass Draco vorwurfsvoll zu ihr sah. "Lass das", zischte sie. Ich musste lachen, und Icya stimmte nach kurzem Zögern mit ein. Draco verzog das Gesicht. "War 'nen Versuch wert. " Bella grinste und setzte sich neben mich und Icya. "Ich hab dir Schokofrösche gekauft", meinte Draco und reichte mir eine Tüte. Ich nahm sie begeistert entgegen. "Wow, danke!" Draco lächelte. "Dann geh ich mal wieder. Bis später!" Als er das Abteil verließ, drehte ich mich zu Icya und Bella um. "Und, wollt ihr Schokofrösche?"

    5
    ~K A P I T E L 4~

    Bella's Sicht

    Als der Zug abrupt anhielt, wachte ich auf. Ich war, wie ich jetzt feststellte, eingeschlafen. "Lana? Icya?" Icya war gerade dabei, ihre Sachen zusammen zu packen. "Wo ist Lana?", fragte ich. Icya sah überrascht auf. "Oh, du bist schon wach. " Sie kicherte. "Lana will sich noch schnell Schokofrösche kaufen. Sonst hat sie das ganze Schuljahr keine. " Ich musste laut loskichern. "Okay. Warte. " Ich stand auf, schnappte mir mein Gepäck und klemmte mir auch das von Lana unter den Arm. "So, können wir?" Icya nickte und wir verließen zusammen das Abteil und den Zug.
    Draußen kam uns schon Lana entgegen, die freudig strahlend vier Tüten Schokofrösche in der Hand hielt. Ich verdrehte die Augen und drückte meiner Schwester ihre Taschen in die Hand. Plötzlich tippte mich Icya auf die Schulter. "Sieh doch mal, Bella!" Zum ersten Mal richtete ich meinen Blick auf die Landschaft.
    Es war atemberaubend.
    Ein großer See erstreckte sich vor mir, dahinter türmten sich riesige Dächer eines Schlosses auf. Das ist Hogwarts, dachte ich. Es war Nacht, der Vollmond ließ die Wasseroberfläche geheimnisvoll glitzern. Auf dem Wasser schaukelten leicht mehrere Boote, in jedem war Platz für 4 Leute. "Wow", flüsterte ich.
    Einige (mehr oder weniger) erwachsene Leute waren mit Fackeln dabei, die Schüler in die Boote zu lotsen. "Kommt mit!", rief ich, packte meine Taschen fester und rannte zu einem leeren Boot hinüber. Lana und Icya folgten mir. Mein Gleichgewicht suchend, setzte ich einen Fuß ins Boot, dann den zweiten. Schließlich stand ich im Boot und half Lana und dann Icya hinein. An dem Boot befand sich eine Lampe, in deren Schein ich die Gesichter meiner Freunde erkennen konnte. "Na, aufgeregt?", fragte ich. Icya nickte und Lana zuckte mit den Schultern. "Ich hoffe, ich komme nicht nach Hufflepuff. "
    "Bestimmt nicht. Vielleicht Ravenclaw?" Ich sah Icya an. "Und wo denkst du, kommst du hin?"
    "Keine Ahnung. Ich könnte mir allerdings Ravenclaw gut vorstellen. " Nachdenklich starrte ich ins Wasser. "Ich hoffe jedenfalls, wir werden nicht getrennt. " Auf einmal hörte ich knirschende Schritte und sah aus dem Augenwinkel einen Lichtschein. "Hier ist noch ein Platz frei, setz dich doch da dazu. " Ich sah überrascht auf und erkannte einen Mann mit einer Fackel, der ein Mädchen sanft in unsere Richtung lotste. "Hier ist doch noch frei, oder?", fragte er mich. Ich nickte. "Klar. " Aber irgendwas an dem Mädchen irritierte mich. "Vorsicht, Stufe", erklärte der Mann dem Mädchen und das Mädchen stieg vorsichtig in unser Boot. "Passt auf sie auf", bat der Mann uns. Dann war er weg.
    Im Schein der Lampe konnte ich das Mädchen endlich genauer mustern. Auch Lana und Icya sahen sie erschrocken an.
    Das Mädchen sah erst einmal ganz normal aus. Es hatte braune, zerstrubbelte Haare, die zu einem Zopf zurückgebunden waren, der sich jedoch schon fast wieder gelöst hatte. Sie besaß hohe Wangenknochen, ein hübsches Gesicht und dunkle Augen.
    Sie trug außerdem ein sandfarben-braunes, unauffälliges Top und eine braune Hose. Als Gepäck hatte sie lediglich einen Rucksack dabei.
    Doch. . . halt. Mit ihren Augen stimmte etwas nicht!
    Ihr Blick schien irgendwie ins Leere zu gehen. Sie fixierte weder mich, noch Lana, noch Icya, sondern sah in den Himmel. "Hallo. Wie heißt du?", fragte ich sanft. "Ich bin Bellatrix, aber du kannst mich Bella nennen. " Als ich angefangen hatte, zu sprechen, war der Blick des Mädchens unwillkürlich zu mir gewandert. Jedoch schien es fast so, als wüsste sie nicht, wo ich mich genau befand. Ihre Augen lagen etwas weiter links von mir, und sie fixierten auch keinen bestimmten Punkt. Langsam dämmerte es mir.
    Sie war blind.
    Und durch einen Zauber sahen ihre Augen vermutlich trotzdem fast normal aus.
    Deshalb hatte der Mann sie geführt und "Achtung Stufe" gesagt. Und uns gesagt, wir sollten auf sie aufpassen.
    "Ich. . . bin Isabelle", sagte das Mädchen leise.
    "Hi, ich bin Icya", stellte Icya sich vor, und auch Lana stellte sich vor. Plötzlich legten die Boote ab. Wie von Zauberhand trieben sie auf die Schule zu. Wahrscheinlich ist das ein Zauber, dachte ich. Isabelle sah plötzlich sehr traurig aus. "Ich. . . kann euch leider nicht sehen. " Ich drückte ihre Hand und sie zuckte zusammen, ließ es dann aber zu. "Ich weiß, du bist blind. Aber das macht nichts. Wir werden trotzdem jede Menge Spaß zusammen haben!" In diesem Moment entschied ich, dass Icya und Isabelle meine neuen Freundinnen sein sollten. "Aber. . . alle anderen wollten nie etwas mit mir zu tun haben, als sie erfahren haben, dass ich blind bin", erklärte Isabelle. Lana sah mich an. "Wir wollen etwas mit dir zu tun haben", meinte sie. Isabelle lächelte. "Cool. " Ich sah nachdenklich zu dem Schloss, dass immer größer wurde. "Heißt das, du warst schon mehrere Jahre in Hogwarts?" Isabelle nickte. "Ja! Ich bin schon im 4. Jahrgang. " Also ist Isabelle in meinem Alter! Ich lächelte. "Und in welchem Haus bist du?", fragte Icya neugierig. Isabelle zögerte. "Hufflepuff", sagte sie schließlich. Wir wollten noch mehr sagen, aber in diesem Moment hielt unser Boot an ein paar Felsklippen an. Eine breite Treppe führte nach oben zum Schloss. Ich legte den Kopf in den Nacken und musterte Hogwarts. "Wow", sagte ich noch einmal. Lana lachte. "Du sagst es! Lass uns aussteigen. " Lana nahm Isabelles rechten Arm und ich schnappte mir ihren linken. Zusammen halfen wir ihr aus dem Boot, dann kehrten wir um und holten unser Gepäck. Icya kletterte ebenfalls aus dem Boot. An Land warteten unzählige Hauselfen, die uns unser Gepäck abnahmen. Ich wollte protestieren, aber Isabelle legte mir beruhigend ihre Hand auf den Arm. "Sie bringen die Sachen in die Schlafräume", flüsterte sie mir ins Ohr. Ich nickte. Als ich merkte, dass Isabelle das nicht gesehen haben konnte, sagte ich schnell: "Okay. "
    Wir 4 folgten dem Menschenstrom zum Schlosseingang hin. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hogwarts war riesig. . . Ob ich mich hier jemals auskennen würde? Wir betraten das Schloss. Überall waren Statuen, alte Gemälde, in denen sich die Leute bewegten und uns zuwinkten, und verstaubte Wandteppiche. "Sieh dir dieses Gemälde an!", flüsterte Lana mir zu und deutete auf ein Bild von einer barocken Frau, die sich mit einem Fächer Luft zufächelte. Ich nickte.
    Als wir um die Ecke bogen, erblickte ich eine große Holztür. Die Schüler gingen alle hindurch, also schlossen wir uns ihnen an. Als wir in die Halle eintraten, blieb mir der Mund offen stehen. Über 4 riesigen Tischen schwebten unzählige Lichter! Es schien fast so, als wäre über uns der freie Sternenhimmel zu sehen. Ich blickte mich um und entdeckte einen kleineren Tisch ganz hinten in der Halle, der wahrscheinlich für die Lehrer war. Eine etwas älter wirkende Frau mit einem spitzen Hut stand vor dem Tisch, an einer Art Rednerpult. Neben dem Pult war ein einzelner Stuhl, auf dem ein alter, brauner Zaubererhut lag.
    "Bis später", meinte Isabelle und drückte kurz meinen Arm. Dann huschte sie, mit den Händen unauffällig nach der Tischkante tastend, zu einem Tisch mit einer gelben Fahne an der gegenüberliegenden Wand. Wahrscheinlich der Hufflepuff-Tisch. Draußen hatte Isabelle eher verloren gewirkt, doch hier im Schulgebäude schien sie sich trotz ihrer Blindheit sehr gut auszukennen.
    Ich wandte mich an Lana und Icya. "Und was machen wir jetzt?"
    "Bleiben wir einfach stehen", entschied Lana und Icya nickte. Ich zuckte mit den Schultern und sah zum Rednerpult hin. Die Frau hinter dem Pult fing gerade an, zu reden. "Willkommen zurück in Hogwarts!", rief sie. "Auch dieses Jahr haben wir ein paar Neuzugänge. Ich werde jetzt die Schüler nach einander namentlich aufrufen. Der jeweilige Schüler kommt dann hier nach vorne, setzt sich auf diesen Stuhl und setzt sich den Hut auf den Kopf. " Sie deutete auf den alten Hut. "Wieso das denn?", fragte ich leise. "Hast du nicht schon mal davon gehört?" Icya sah mich ungläubig an. "Das ist der sprechende Hut, der die Schülern in die Häuser aufteilt!"
    "Und wer ist die Hexe da vorn?"
    Icya verdrehte die Augen. "Du weißt aber auch gar nichts. Das ist Professor McGonagall, die Schulleiterin!" Ich grinste. "Ist ja gut, danke. "
    Die Schulleiterin hatte schon begonnen, die Namen vorzulesen. "Oliver White!" Ein Junge eilte nach vorne. Ich wandte meinen Blick von ihm ab und suchte am Slytherin-Tisch nach meinem Bruder, konnte ihn aber nicht finden. Auf einmal wollte ich meine Familie um jeden Preis stolz machen. Ich wollte. . . ich MUSSTE nach Slytherin kommen.
    "Icya Fairwell", sagte Professor McGonagall. Icya sah mich an und bahnte sich dann einen Weg zum Stuhl. Ich versuchte, sie mit einem Lächeln zu ermutigen.
    Icya schien den sprechenden Hut sekundenlang auf dem Kopf zu tragen. Dann schrie der Hut plötzlich lautstark: "RAVENCLAW!"
    Die Schüler am Ravenclaw-Tisch jubelten und begrüßten Icya überschwänglich, als sie sich zu ihnen gesellte. Icya grinste breit.
    Als nächstes kamen unzählige Jungen und Mädchen, die ich nicht kannte. Dann war Lana dran.
    "Lana Charlotta Malfoy!" Meine Schwester sah mich nervös an und ich drückte ihre Hand. "Du triffst die richtige Wahl", sagte ich voller Überzeugung. Dankbar lächelte Lana und ging dann nach vorne. Sie setzte sich den Hut auf und fast sofort rief er einen Satz: "GRYFFINDOR!" Lana setzte den Hut ab und ging langsam zum Gryffindor-Tisch. Sie sah zu mir und ich lächelte.
    "Bellatrix Malfoy!"
    Mein Lächeln verschwand. Was? Jetzt schon? Aber ich. . . Ich stand völlig panisch einfach nur da. Plötzlich fiel mir wieder ein, dass ich zum Stuhl gehen musste. Ich setzte mich in Bewegung. Der Weg schien ewig zu dauern. Als ich endlich da war, nahm ich den Hut in die Hand und setzte mich. Der sprechende Hut war sehr schwer für einen Hut. Ich schluckte. Dann sah ich hilfesuchend zum Slytherin-Tisch und bemerkte Raphael. Sein Blick bohrte sich in meinen. Du schaffst das, Bella.
    Ich setzte mir den Hut auf den Kopf.
    Sofort rutschte er mir bis über die Augen. Er war merkwürdig warm und. . . schien sich irgendwie zu bewegen und sich meinem Kopf anzupassen. Fast wollte ich ihn mir wieder vom Kopf reißen.
    Plötzlich erklang eine Stimme in meinem Kopf.
    "Na, wen haben wir denn da? Hast du dich verlaufen? Du scheinst mir schon zu alt für das erste Jahr zu sein. " Erschrocken starrte ich in die Finsternis. "Nicht so schüchtern! Ich sehe doch, dass du ein mutiges Herz hast und eine Kämpfernatur bist du auch!" Die Stimme lachte. Endlich fand ich meine Stimme wieder. "Ich hatte lange Privatunterricht bei meinem Vater. "
    "Ah! Dein Vater. . . Schwarz oder weiß?"
    "Was?"
    "Nicht so wichtig. " Die Stimme kicherte.
    "Sollte das etwa zu meiner Häusereinteilung beitragen? Dann nehme ich schwarz", sagte ich.
    "Weise Entscheidung, Bella, weise Entscheidung. Du weißt noch gar nicht, wie weise. "
    Ich schnaubte. "Kannst du mich bitte einfach einteilen?"
    "Natürlich. Also. . . du hast ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. . . du bist gerecht. Sehr impulsiv. . . kannst dich aber auch beherrschen, wenn du weißt, was auf dem Spiel steht. "
    Ich nickte. "Das weiß ich schon längst alles. "
    "Weißt du auch, dass du manchmal sehr arrogant bist?"
    Ich schnaubte nur.
    "Und mutig? Du bist sehr mutig. . . und du wirst deinen Mut auch brauchen. "
    "Wie denn? Kannst du in die Zukunft sehen?", fragte ich fasziniert.
    "Alles zu seiner Zeit. Aber die Wahl ist wirklich schwer. Was denkst du. . . Wärst du besser in Gryffindor aufgehoben oder in Slytherin? Und ich rede jetzt nicht davon, in welchem Haus du lieber wärst. "
    Ich dachte nach. Gryffindor. . . dann könnte ich mit meiner Schwester in einem Haus sein.
    Slytherin. . . dann würde ich meine Familie stolz machen.
    "Ich weiß es ehrlich nicht", sagte ich.
    "Gut", sagte der Hut. Und rief dann laut: "SLYTHERIN!" Als ich den Hut absetzte, glaubte ich noch ein schwaches Murmeln zu hören, dass sagte: "Wenn du Hilfe brauchst oder einfach nicht mehr weiter weißt, suche mich. "

    6
    ((big)) ~K A P I T E L 5~ ((ebig)) (Bild: Isabelle) Am Slytherin-Tisch wurde ich jubelnd begrüßt. Plötzlich war mein Bruder neben mir und klopfte m
    ~K A P I T E L 5~

    (Bild: Isabelle)

    Am Slytherin-Tisch wurde ich jubelnd begrüßt. Plötzlich war mein Bruder neben mir und klopfte mir lachend auf den Rücken. Raphael war auch dabei und lächelte mich vorsichtig an. Ich grinste zurück. Raphael ist in Slytherin? Wusste ich gar nicht. Ich suchte Lana am Gryffindor-Tisch, jedoch wurde mir die Sicht von vielen Slytherin-Schülern verdeckt, die mich beglückwünschen wollten.
    "So, das war die letzte Schülerin. Das Festessen kann beginnen!", rief Professor McGonagall und versuchte, das Chaos zu übertönen. Durch den ganzen Saal klapperte Geschirr, klirrten Teller, und ein paar Schüler stimmten in ein Jubellied ein. Auch ohne Lana und meine beiden neuen Freundinnen ließ ich mich von der guten Stimmung mitreißen und schnappte mir einen Teller mit irgendwas drauf. Draco drückte mir ein Glas in die Hand. "Trink das! Das ist original Slytherin-Trank!" Ich nickte und trank das Glas in einem Zug aus. Jemand klopfte mir auf die Schulter und füllte das Glas wieder auf. "Schmeckt gut, was?", fragte Draco. Ich nickte. Mein Bruder hob sein Glas und ließ es gegen meins klirren. "Auf deinen Erfolg. Du hast deine Familie stolz gemacht. " Ich grinste ihn an. "Danke. Können wir Dad morgen einen Brief schreiben?" Draco nickte. "Klar. Aber probier mal das hier. " Er schob mir einen bläulichen Wackelpudding hin. Neugierig probierte ich ihn. Mein Gesicht hellte sich auf. "Echt lecker!"

    Ein Sonnenstrahl verirrte sich durch den Vorhang des Mädchenschlafsaals und weckte mich. Ich schlug die Augen auf. Zuerst wusste ich nicht, wo ich war. Dann erinnerte ich mich. . . irgendwie schien Alkohol in dem "original Slytherin-Trank" gewesen zu sein. . . Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, wie ich in den Schlafsaal gekommen war. Zumindest schien es noch früh am Morgen zu sein, die anderen Mädchen schliefen noch alle. Ich ließ mich vorsichtig und leise aus dem Bett gleiten und zog meinen Koffer unter meinem Bett hervor. Darauf lag, seltsamerweise, ein Stundenplan. Ich überflog ihn schnell. Ganz oben stand etwas Handschriftliches geschrieben. Ich kniff die Augen zusammen. Auf dem Stundenplan stand:
    Liebe Bellatrix, da ich von deinem Vater weiß, dass du schon ein paar Jahre lang bei ihm Privatunterricht hattest, kommst du gleich in die deiner Jahrgangsstufe entsprechenden Klasse. Also in die 4. Ich hoffe, du hast damit keine Probleme und kommst im Unterricht gut mit. Ansonsten werde ich dich in die 1. Klasse zurückversetzten. Um deinen Flugunterricht mit dem Besen wird sich jemand kümmern.
    Liebe Grüße,
    Professor McGonagall
    Schulleiterin

    Ich fragte mich, wer sich wohl um meinen Flugunterricht kümmern sollte. Andererseits freute ich mich, denn anscheinend hatte ich mit Isabelle zusammen Unterricht. Ich überflog kurz den Stundenplan, dann faltete ich ihn zusammen und steckte ihn in meine Hosentasche. Ich beschloss, zu Lana zu gehen. Als ich in den Slytherin-Gemeinschaftsraum kam, entdeckte ich Raphael auf einem Sessel. Er schien gerade ein Buch zu lesen. "Hey", sagte ich.
    "Hey. " Raphael legte das Buch weg und fixierte mich mit seinen unglaublich blauen Augen. "Äh. . . bist du eigentlich auch im 4. Jahrgang?", fragte ich leicht stockend. Plötzlich merkte ich, dass ich noch meinen Schlafanzug anhatte. Okay, er war nicht gerade peinlich, aber. . .
    "Ja", antwortete Raphael.
    "Sind wir wirklich Cousins?"
    Raphael nickte. Irgendwie schien ich darüber traurig zu sein. "Äh. . . also. . . ich gehe jetzt Lana besuchen. Bis später!" Raphael sah mir hinterher, als ich den Gemeinschaftsraum verließ, das konnte ich deutlich spüren.

    Nachdem ich ein bisschen mit Lana geredet hatte (die es dämlich fand, dass wir nicht im selben Haus waren), machte ich mich langsam wieder Richtung Slytherin-Schlafräume auf. Ich musste schließlich noch meine Schuluniform anziehen. Außerdem wollte ich Dad einen Brief schreiben, aber das machte ich lieber nach der Stunde. Bein Eintreten begegnete ich Draco, der mich kurz angrinste, und dann nach draußen ging. Ich hastete in den Mädchenschlafsaal und zog mir die Schuluniform an. Beim Verlassen stellte sich mir plötzlich ein Mädchen mit hellblau gefärbten Haaren, die sich übertrieben geschminkt hatte, in den Weg. "Hi, ich bin Astoria, und du?" Ich lächelte schüchtern. "Bella. Was gibt's?"
    "Ach, ich wollte dir nur mal sagen, dass ich Vertrauensschülerin bin. Also wenn du irgendwelche Probleme hast. . . komm zu mir. " Ich nickte. "Danke. Aber ich muss jetzt wirklich los. . . "
    "Klar. " Astoria gab mir (endlich!) den Weg frei und ich hastete weiter nach draußen. Zuerst habe ich Zauberkunst. . . Bei Professor McGonagall! Ich hastete ins Klassenzimmer. Leider war die Schulleiterin schon da, sie stand vorne und sah mich mit zusammengekniffenen Augen an, als ich eintrat. "Entschuldigung, ich wurde aufgehalten", murmelte ich. "Macht nichts, setz dich. Hauptsache, du bist jetzt da, und wir können endlich anfangen. " Ich murmelte noch einmal eine Entschuldigung und setzte mich zu -Sie hatte mir tatsächlich einen Platz freigehalten!- Isabelle. "Hi", flüsterte ich ihr zu. Isabelle grinste. Ich ließ meinen Blick durch den Raum schweifen und entdeckte Raphael am anderen Ende des Raumes. Er sah nicht zu mir herüber. Ich nutzte die Gelegenheit und betrachtete ihn genauer.
    "Da wir nun vollzählig sind, können wir endlich beginnen. Nun, ihr wisst, dass es dieses Jahr mehrere große Veranstaltungen an dieser Schule geben wird. Erst einmal natürlich der Weihnachtsball, der jetzt noch in weiter Ferne liegt. Dennoch solltet ihr euch schon einmal Gedanken über euren möglichen Tanzpartner machen, denn wer alleine kommt, wird nicht reingelassen. " Die Lehrerin stockte und sah jedem einzelnen von uns in die Augen. "Darüber hinaus müsst ihr auch einen Tanzunterricht absolvieren, in dem ihr beigebracht bekommt, wie ihr tanzt. Dazu später mehr. Außerdem. . . " Sie schritt langsam durch die Reihen von Tischen. ". . . findet dieses Jahr auch wieder unser Schüleraustausch mit unseren beiden Partnerschulen Durmstrang und Beauxbatons statt. Im Januar kommen die Schüler von Durmstrang zu uns, im März besuchen uns dann die reizenden Schülerinnen von Beauxbatons. "
    Die Professorin war wieder vorne angekommen und klopfte mit ihrem Zauberstab auf den Tisch. Sofort erhoben sich dutzende Schulbücher in die Luft, verteilten sich auf die Tische und fielen dann vor jeden Schüler eines. "Cool", hauchte ich. "Natürlich erwarte ich von euch auch dieses Jahr Lernbereitschaft und höchste Konzentration. Also, fangen wir an. Dieser Zauber, den ich gerade vorgeführt habe, heißt Wingardium Leviosa. Ihr müsstet ihn bereits aus den ersten Klassen kennen. Probiert ihn an den Schulbüchern aus und ich werde euch beobachten und herausfinden, wie viel ihr von den letzten Jahren behalten habt. "
    Sie setzte sich auf das Pult und beobachtete die Schüler. Ich drehte mich zu Isabelle um. "Wie soll ich den Zauber ausführen?", flüsterte ich. Ich hatte ihn irgendwann einmal im Privatunterricht durchgenommen, jedoch alles nur in der Theorie.
    Isabelle nahm ihren Zauberstab heraus. Er war verdreht bis zur Spitze hin und kürzer als meiner.
    "Halte ihn so", wies sie mich an und nahm den Stab locker in die rechte Hand. Ich kramte meinen Zauberstab hervor und machte meiner Freundin die Haltung nach. "Ich hab's", sagte ich schnell, als ich merkte, dass Isabelle es ja nicht sehen konnte. Ich bewunderte sie, denn anscheinend hatte sie trotz ihrer Blindheit keine Probleme. "Und jetzt richte ihn auf das Buch und sage >Wingardium Leviosa<." Als ich mich nicht bewegte, richtete Isabelle ihren Zauberstab auf das Buch und rief: "Wingardium Leviosa!" Sofort erhob sich das Buch und schwirrte -auf einen Zauberstabschwenker hin- bis unter die Decke, wo es gefährlich über Professor McGonagalls Kopf schwebte. "Äh...Isa?" Aus dem ganzen Klassenzimmer tönte jetzt ein "Wingardium Leviosa!" und nicht alle Bücher erhoben sich tatsächlich in die Luft.
    "Ja?" Ein zartes Grinsen umspielte Isabelles Lippen.
    "Du...dein Buch schwebt direkt über Professor McGonagalls Kopf!"
    Isabelle lachte, wodurch das Buch einige Zentimeter nach unten sackte. "Konzentrier dich", zischte ich. Isabelle ließ das Schulbuch absichtlich noch ein Stück nach unten sacken. Jetzt berührte es fast McGonagalls Kopf. "Lass dein Buch schweben und halt mich davon ab." Sie zog eine Augenbraue hoch. Jetzt hatte mich die Abenteuerlust gepackt. "Wie du willst!", kicherte ich und richtete meinen Zauberstab auf eine teuer aussehende Vase hinter McGonagall. Isabelle ahnte nichts, denn sie war schließlich blind. Sie ließ derweil ihr Buch einmal höher steigen und dann wieder tiefer sinken. Ein paar Schüler sahen zu ihr hinüber und kicherten. "Wingardium Leviosa!", flüsterte ich. Sofort schnellte die Vase derart schnell hoch, dass ich sie erschrocken gerade noch bremsen konnte, bevor sie an der Zimmerdecke zerschellte. Dennoch gab es einen dumpfen Laut. Ich sah schnell zu Professor McGonagall hin. Doch die Schulleiterin stand gerade auf und ging zu zwei Schülerin hinüber, die sich mit dem Zauber abmühten. Ich lenkte die Vase vorsichtig Isabelles Buch hinterher, das zu McGonagall schwebte. Ich grinste siegessicher. "Na, kannst du noch?", fragte ich Isabelle. Meine Freundin lachte. "Klar doch. Und jetzt kommt das Finale!" Sie ließ das Buch auf McGonagalls Kopf zusausen. Gerade noch rechtzeitig lenkte ich die Vase zwischen den Kopf der Schulleiterin und das Schulbuch. Es tat einen dumpfen Schlag und das Buch trudelte ins Abseits. "Ja!", jubelte ich leise. Isabelle lächelte grimmig. "So leicht gebe ich mich nicht geschlagen!" Sie zog das Buch wieder hoch und bremste den Fall ab. Dann griff das Buch meine Vase an. Das erste Mal ließ ich sie spielend leicht ausweichen. Der Zauber war wirklich leichter, als ich gedacht hatte. Beim zweiten Angriff jedoch knallte das Buch mit voller Wucht gegen die Vase, diese kam ins Schleudern und prallte gegen McGonagalls Pult. Es krachte laut und McGonagall sah sich um. "Wer war das?", fragte die Lehrerin und drehte sich um. Doch da hatte ich die Vase schon nach oben schweben lassen, sie schwebte genau über dem Kopf der ahnungslosen Lehrerin. Ich sah Isabelle an. Sie sah mich an und grinste. "Isabe..." Weiter kam ich nicht. Denn in diesem Moment ließ meine blinde Freundin ihr Buch frontal so fest in die Vase knallen, dass diese in tausend Teile zersprang...Direkt über dem Kopf von Professor McGonagall.
    Oh nein!
    "Protego!", schrie ich und mein Zauberstab schien wie von selbst die nötige Bewegung auszuführen. Die Scherben stoppten ein paar Zentimeter vor McGonagall und blieben dort in der Luft stehen. Ich atmete aus.
    Professor McGonagall sah zuerst mich an, dann sah sie langsam nach oben. Und dann wieder mich an. Ich öffnete den Mund, klappte ihn dann aber wieder zu. Ich hätte mich nicht auf diesen Wettbewerb einlassen sollen.
    Der kalte Schweiß brach mir aus. Ich hatte Angst vor der Strafe, die unweigerlich folgen würde. Isabelle neben mir flüsterte ein "Tut mir echt leid" zu.
    Professor McGonagall zog eine Augenbraue hoch. "Beeindruckende Leistung, Bellatrix", meinte sie dann.
    Ich sah meinen Zauberstab an. Der Saphir am Griff schien von innen heraus zu leuchten...

    7
    ~K A P I T E L 6~

    Nach dem Unterricht ging ich in die große Halle, wo es auch schon etwas zu essen gab. Ganz am Rand des Gryffindor-Tisches saßen Lana, Icya und Isabelle und winkten mir zu. Ich huschte zu meinen Freundinnen. "Dürfen wir uns überhaupt an fremde Tische setzen?", begrüßte ich sie. "Nein, eigentlich nicht", sagte Icya. "Aber ich halte es keinen Tag länger ohne euch aus. " Sie rückte ein Stück zur Seite, sodass ich neben ihr Platz hatte. Ich setzte mich-ein paar Gryffindors warfen mir böse Blick zu. Lana lud sich eine Portion Gemüseauflauf auf ihren Teller. Ich holte mir auch etwas. "Also, erzähl schon: Wie war dein erster Schultag?", fragte ich meine Schwester. Sie lachte. "Wirklich toll. Ich hatte eine Flugstunde. Und weißt du was? Madame Hooch sagt, ich wäre ein Naturtalent!" Isabelle lächelte. "Das ist ja schön!" Lana nickte kauend. "Sie sagt sogar, ich komme vielleicht in die Gryffindor-Quidditchmannschaft!" Ich grinste. "Cool. Wir feuern dich auf jeden Fall an. "
    Nachdem ich gegessen hatte, kramte ich ein Blatt Papier und einen Stift aus meiner Umhängetasche und begann, Dad einen Brief zu schreiben. "Könnte deine Eule Dad dann vielleicht den Brief überbringen?", fragte ich Icya. Sie nickte. "Gerne doch! Lass uns gleich in die Eulerei gehen, dort sind alle Eulen untergebracht. " Ich nickte und wir standen auf. "Kann ich mitkommen?", fragte Lana. Icya nickte. "Du auch?" Diese Frage war an Isabelle gerichtet. Isabelle stand auf. "Ja, klar. " Ich nahm sie unauffällig am Arm und half ihr, sich zurechtzufinden. "Es geht schon", meinte Isabelle. "Wirklich?" Meine Freundin nickte, also ließ ich ihren Arm los. Und tatsächlich schien sie den genauen Weg zur Eulerei zu kennen. Auf dem Weg stolperte sie nicht einmal über irgendwas oder stieß irgendwo an. Wir bogen um die Ecke und liefen einen Gang entlang. "Äh..." Ich blieb stehen. Irgendwas...war seltsam. Ich verspürte plötzlich den Drang, das Zimmer mir gegenüber zu betreten. Ich MUSSTE in das Zimmer. "Was...ist eigentlich hinter dieser Tür?", fragte ich, als meine Freunde sich zu mir umdrehten. "Das ist das Büro von Professor McGonagall", erklärte Icya. "Aber was willst du da drin?"
    "Nichts", log ich schnell. "Also...das ist nicht ganz richtig. Eigentlich...wollte ich mit Professor McGonagall reden." Lana sah mich verwirrt und überrascht an. "Und wieso?"
    Ich umklammerte meinen Brief. "Wegen...meinem Flugunterricht! Sie hat gesagt, dass jemand mir das beibringt, aber ich weiß noch nicht, wer oder wann. Könnt ihr schon mal vorgehen? Wir treffen uns dann in der Eulerei." Lana zuckte mit den Schultern und sah Icya an. "Klar", sagte Icya. "Aber beeil dich. Schließlich gehen wir ja nur wegen dir dorthin." Ich lächelte sie dankend an und wartete, bis meine Freundinnen um die Ecke gebogen waren. Dann klopfte ich zaghaft an die Tür.
    Niemand öffnete.
    Ich klopfte lauter.
    Immer noch nichts. Ich sah die Tür an. Sollte ich wieder gehen? Nein, ich hatte wirklich das Gefühl, ich musste in dieses Zimmer. Ich umfasste den kühlen Türknauf. Die Tür war nicht abgesperrt. Nervös trat ich ein, die Tür quietschte und jagte mir einen Schauer über den Rücken.
    Zuerst fiel mein Blick auf den unordentlichen Schreibtisch der Schulleiterin, auf dem sich Berge von Unterlagen, Aktenordnern und Tintenfässern stapelten. Dann entdeckte ich einen rot-orangefarbenen Vogel, der aussah, als würde er aus Feuer bestehen. Ein Phönix, dachte ich bewundernd. Wieso hat McGonagall einen Phönix? Der Phönix saß auf einer Stange und sah zu mir herüber. Ich lächelte ihn an. Er krächzte laut. "Sei leise!", zischte ich erschrocken.
    Von Professor McGonagall fehlte in ihrem Büro jede Spur. Stattdessen entdeckte ich den sprechenden Hut auf einem Regal. Ohne, dass ich wusste, wieso, zog ich ihn vom Regal, ließ mich in eine dunkle Ecke zu Boden gleiten, und betrachtete ihn. Von dem Hut schien diese Anziehungskraft auszugehen. Ich dachte nicht lange nach, sondern setzte ihn mir auf den Kopf.
    Wie schon zuvor bedeckte er meine Augen und passte sich meiner Kopfform an. Ich starrte in die undurchdringliche Finsternis.
    "Ah...ich wusste, du würdest zurückkommen." Erschrocken zuckte ich zusammen. "Hallo Bellatrix. Hat es dir wieder mal die Sprache verschlagen?" Ich schüttelte den Kopf. "Ich habe mich nur erschrocken", meinte ich etwas trotzig.
    Der Hut lachte.
    "Wieso hast du mich hergeführt?", wollte ich fordernd wissen.
    "Bist du dir ganz sicher, dass ICH dich hergeführt habe?"
    "Ja."
    "Nun denn...Ja, ich habe dich hergeführt. Denn es gibt etwas sehr wichtiges, dass du wissen musst."
    Ich verdrehte die Augen. "Jetzt sag schon."
    "Also gut...erinnerst du dich, dass du mich gefragt hast, ob ich in die Zukunft sehen kann?" Ich nickte angespannt. "Ja, das kann ich. Und deine Zukunft ist eng mit der Zukunft von noch jemandem verknüpft... Und sie sieht nicht gut aus."
    Wütend starrte ich in die Finsternis. "Ich bin doch nicht hier, um mir blödes Geschwafel eines sprechenden Hutes über meine Zukunft anzuhören! Wenn sie nicht gut aussieht, dann tut sie das eben. Mir doch egal!" Ich wollte mir den Hut vom Kopf reißen.
    "Warte!", rief der Hut, und es klang beinahe flehend. Irgendwas in seiner Stimme hielt mich davon ab, ihn abzunehmen. "Ich höre", sagte ich. Plötzlich angespannter denn je. Vielleicht würde ich gleich meine Zukunft hören. Und wenn sie nicht gut aussah...
    "Ich darf dir nicht zu viel Verraten, sonst kommt alles aus dem Gleichgewicht. Aber...du, deine Freunde, Hogwarts, alle schweben in Gefahr. Du...Du kannst das verhindern. Aber nur, wenn du etwas über dich selbst weißt. Wenn du dein wahres Ich findest."
    "Ich bin mein wahres Ich! Ich kenne mich! Schließlich bin ich ich!" Was ich da sagte, machte nicht wirklich viel Sinn. Aber was der sprechende Hut sage, noch weniger.
    "Nein, tust du nicht. Du kennst nur einen Bruchteil deiner Selbst."
    "Was soll das denn heißen? Kennst du mich denn besser?"
    "Ja. Du musst etwas über deine Eltern wissen."
    Auf einmal hatte ich Angst. Pure Angst. Das, was der sprechende Hut mir gleich offenbaren würde, machte mir Angst. Ich wollte es nicht erfahren...aber gleichzeitig wusste ich, dass es die einzige Möglichkeit war, meine Freunde vor...was auch immer...zu retten.
    "Was denn?", krächzte ich. Meine Stimme gehorchte mir fast nicht. Mein Herz pochte wild in meiner Brust. Ich spürte, wie ich den Brief in meiner Hand vor Nervosität in meiner Hand zerknüllte.
    Es war ein Geheimnis. Ein großes Geheimnis. Das spürte ich.
    Es schien ewig zu dauern, bis der sprechende Hut wieder anfing, zu sprechen. Aber als er es tat, stockte mir der Atem.
    "Deine Eltern...Die Malfoys sind nicht deine Eltern."

    8
    N A C H W O R T

    Hallo, meine lieben Leser! ^^

    Viele Leute schreiben eine Lovestory mit Draco Malfoy oder Harry Potter. Aber ich hatte mal Lust, etwas anderes zu machen. In diesem Teil geht es erst einmal hauptsächlich um Bellas Leben in Hogwarts, nicht um Liebe. Aber in Teil 2 (der ist schon geplant) werde ich mich mehr auf das Thema Liebe konzentrieren.
    Und ich glaube, ihr habt schon eine Vermutung, wer der Glückliche sein könnte, oder? Lasst es mich in den Kommis wissen!
    Außerdem wollt ihr sicher wissen, was sich in Bellas Leben verändert, nachdem sie jetzt von ihrer Herkunft und ihren richtigen Eltern erfahren hat. Was wird sie tun? Wie wird sie reagieren?
    Das alles erfahrt ihr in Teil 2, und ein 3. Teil ist auch noch geplant! Sobald sie erscheinen, stehen hier die Links
    --> 2. Teil:
    http://www.testedich.de/quiz46/quiz/1484760136/Hogwarts-A-power-the-Dark-Lord-does-not-know-2

    3. Teil:



    Mit dieser Fanfiktion wollte ich auch ganz besonderen Menschen danken. Jede Person in der FF steht für eine oder mehrere Personen aus meinem wirklichen Leben.

    Bellatrix: Das soll ich sein, und damit wollte ich sagen: auch wenn ich nicht immer die netteste zu euch war, habt ihr mich nie im Stich gelassen. Danke.

    Lana Charlotta: Mit Lana will ich zwei Leuten danken: LILY LUNA, die sich in meinem Hogwarts RPG mit dem Namen Lana Charlotta angemeldet hat (das RPG wurde leider aufgegeben), und meine Sis Gelbzahn#Gelbi, deren Charakter Lana besitzt. ❤

    Draco: Diese Person steht für meinen besten Freund, der zwar nicht auf TD ist, aber mir echt wichtig ist. Er ist wie der große Bruder für mich, den ich mir immer gewünscht habe! (Und sieht teilweise auch aus wie Draco ^^)

    Raphael: Raphael steht für keine Person, sondern für Hoffnung, Liebe und Freundschaft. Im Leben von jedem sollte es einen Raphael geben, wenn ihr wisst, was ich meine. ❤😘😊

    Icya: Sie steht ebenfalls für zwei Personen. In Icya habe ich zwei Personen vereint, nämlich meine beste Freundin (die leider auch nicht auf TD ist), deren Aussehen Icya besitzt, und ein Mädchen namens Icya (ja, daher habe ich den Namen), die ich sehr bewundere. Sie ist todkrank, aber trotzdem voller Hoffnung und Freude.

    Isabelle: Sie steht für meine beste Internetfreundin und Seelenverwandte _Blauherz_ . Blue, HDGDL 😍😍😍😘😘💙💙💙

    Snape & Lily: Diese beiden verkörpern für mich meine Eltern, die leider nie richtig für mich da waren. In der FF sind sie gestorben und konnten daher nicht für ihre Tochter da sein. Im echten Leben leben sie noch, aber sie verstehen mich nicht und sind nie für mich da, wenn ich sie mal brauche.:( Trotz allem haben sie ein gutes Herz, so wie Snape und Lily auch.
    Ich habe Snape und Lily genommen, weil sie zwei der aufrichtigesten Menschen sind, die es in HP gibt.

    Mr. Ollivander: Er steht für meine Tante, die mir sehr im Leben geholfen hat und wegen ihr ich jetzt weiß, was ich später im Leben erreichen möchte und wie meine Zukunft aussehen soll. Sie war immer für mich da.

article
1483819357
Hogwarts-When the seventh month dies
Hogwarts-When the seventh month dies
„Die Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran . . . jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt . . . und der Dunkle Lord wird sie als sich Ebenbürtigen kennzeichnen, aber Sie wird...
http://www.testedich.de/quiz45/quiz/1483819357/Hogwarts-When-the-seventh-month-dies
http://www.testedich.de/quiz45/picture/pic_1483819357_1.jpg
2017-01-07
402D
Harry Potter

Kommentare (9)

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Blaustern#Blaui ( von: Blaustern#Blaui)
vor 307 Tagen
Ich finde es gut, dass du auch etwas kritisierst.
Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Aber es hat eben in die Geschichte gepasst...
LILY LUNA (72430)
vor 307 Tagen
Sorry,das ich das jetzt so sage,aber irgendwie finde ich es blöd,dass bei den meisten FFs der sprechende Hut sagt : "Du wärst gut in Gryffindor aufgehoben,aber auch in Slytherin." Auch bei der hier.
Schade...
Aber das ist nur meine persönliche Meinung...tolle Fortsetzung!
LILY LUNA (38799)
vor 311 Tagen
Schreib weiter! 😍
Nachtrose????? ( von: Nachtrose?????)
vor 313 Tagen
Diese Geschichte ist wahrscheinlich die beste Hogwarts Geschichte die ich je gelesen habe! O.O Im Erst! Immer sind es diese lovestorys, die schlecht geschrieben sind und dazu auch noch richtig per.vers 🙄 (Das gilt nicht für alle, aber für sehr viele)...
Blaustern#Blaui ( von: Blaustern#Blaui)
vor 314 Tagen
Ich kann es leider noch nicht verraten ^^
LILY LUNA (38799)
vor 314 Tagen
Okay...Vielleicht ist sie Metharmorphagus...
Ich finde es toll,was du schreibst... Ich meine das mit der Danksagung... Besonders das mit der Icya...Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! ^^
Blaustern#Blaui ( von: Blaustern#Blaui)
vor 315 Tagen
Ja, deine Kritik ist berechtigt, doch für beide Punkte habe ich eine Lösung gefunden. Ich muss nur weiterschreiben, dann wirst du schon sehen, was ich meine.
LILY LUNA (38799)
vor 316 Tagen
Ich finde die Geschichte echt toll!!!! 👍Ich mag deinen Schreibstil und die Handlung. Aber ich konnte es kaum glauben,als ich die Geschichte gelesen habe: Ich habe mal bei einem deiner RPGs mitgemacht und meinen Charakter Lana Charlotta Malfoy genannt... Danke,danke,danke,danke!!!!!! 😘😘😘
Ein Kritikpunkt: Ich glaube kaum,dass Severus Snapes und Lilys Tochter blond und blauäugig sein kann...
Außerdem kapier ich nicht,wie sie auserwählt sein kann...und die Schlacht ist schon vorbei?!
Blaustern#Blaui ( von: Blaustern#Blaui)
vor 319 Tagen
Hallo, ich würde mich sehr über eine Bewertung freuen