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World of Mystik 10

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2 Kapitel - 2.282 Wörter - Erstellt von: Torden! - Aktualisiert am: 2017-01-07 - Entwickelt am: - 511 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehen sollen.
Basierend auf Phyria's MMFF.

1
((bold))Hakata Donataku((ebold)) Der Platz war voller Menschen, die aus den U-Bahn-Stadtionen strömten und die Fahrpläne studierten. Die umliegenden
Hakata Donataku

Der Platz war voller Menschen, die aus den U-Bahn-Stadtionen strömten und die Fahrpläne studierten. Die umliegenden Hochhäuser schimmerten in der Mittagssonne, auch wenn ein dünner Schleier, gleich einem Nebel, über der Stadt lag.
Fukuoka war genauso wie Sol es liebte. Laut, voll und bunt. Sie kannte den Platz noch von den Familienausflügen von damals. Heute war er anlässlich der bevorstehenden Neujahrsfeierlichkeiten des Hataka Donataku noch voller als sonst. Zudem war er ein wichtiger Knotenpunkt im städtischen Verkehrsnetz, da die Bahn vom und zum Flughafen hier hielt, ebenso wie die zum Hafen.
Sie hatte gehofft, sie könnten auf ihrer Reise zur koreanischen Halbinsel einen kurzen Abstecher nach Iki zu ihrer Adoptivfamilie machen, doch das Feuer würde nicht auf sie warten. Und die Fähren schon mal gar nicht. Niemand wusste genau, wann Japan die Fährverbindung nach Südkorea endgültig abbrechen würde. Der Flugverkehr war in großen Teilen Asiens schon zum Erliegen gekommen, da die Aschewolke eine zu große Gefahr für die Flugzeuge darstellte. Fukuoka war der Flughafen, der am nächsten am Feuer lag und seinen Betrieb noch nicht eingestellt hatte.
Sol hätte sich sehr gefreut ihre Familie zu sehen, doch fürs Erste musste es reichen, zuhause zu sein. Ihre Familien mussten sich noch eine Weile gedulden, wenn sie sie wiedersehen wollten. Sie dachte ganz bewusst im Plural.
Etwas wehmütig dachte sie an die Zeit zurück, als ihre Familienverhältnisse noch nicht solch komplexe Ausmaße angenommen hatten. Damals war es noch einfach gewesen. Ein liebendes Elternpaar, das sie gut behandelte und nicht zwei. Jetzt war sie hin und hergerissen zwischen der Loyalität zur alten Familie, die sie aufgenommen und großgezogen hatte und zur neue Familie, die sie gezeugt und wieder aufgenommen hatte.
„Hey! Pass doch auf!“, fuhr sie jemand auf Japanisch an. Sol sah auf und bemerkte, dass sie mit einem Jungen, der vielleicht etwas älter war als sie, zusammengestoßen war.
„Entschuldigung. Habe dich gar nicht bemerkt.“, entschuldigte sie sich und wollte schon weitergehen, doch der Junge hielt sie an der Schulter zurück.
„Bist du Yuki?“, er sah sie fragend an.
„Nein, ich heiße Sol.“, log sie ihm die Wahrheit vor. Sie musterte ihn. Seine Haare waren rot gefärbt und seine Augen waren krass hellgrün. Es waren bestimmt Kontaktlinsen.
„Du musst Yuki sein, sonst würdest du nicht mit denen da,“, er deutete auf die Anderen, die verwirrt zwischen ihm und ihr hin und her sahen, „auf dem Weg zum Hafen sein.“
„Woher weißt du das?“, fragte sie ihn misstrauisch.
„Weil ich hier auf euch gewartet habe. Meine Großmutter hat...“
„Gibt es hier ein Problem?“, wurde der fremde Junge von Aaron unterbrochen, der sich nun hinter Sol aufbaute.
„Nein, ich glaube, er verwechselt uns nur.“, antwortete sie skeptisch.
„...von euch geträumt.“, endete der fremde Junge.
„Toll für deine Großmutter, aber wir müssen jetzt weiter.“, fuhr sie ihn an und wollte sich an ihm vorbeischieben. Er trat ihr in den Weg und sie funkelte ihn angriffslustig an.
“Es ist nicht so wie du denkst. Sie ist wie...ihr, nur halt älter. Sie meinte, dass heute eine Gruppe Jugendliche ankommen würde, die sie unbedingt sprechen müsste. Eine von ihnen heißt Yuki.“, redete er so schnell, dass Sol Schwierigkeiten hatte, ihm zu folgen.
„Vermutlich hast du kein Wort von dem verstanden, was er gedacht hat, aber weißt du, ob er die Wahrheit sagt?“, wandte Sol sich an Carol.
„Gelogen hat er schon mal nicht, aber kann uns mal irgendwer erklären, was genau los ist.“, meinte die Telepatin. Sol übersetzte das stattgefundene Gespräch im Schnelldurchlauf.
„Kurze Beratungsphase?“, fragte Karu, nachdem sie geendet hatte. Sie steckten die Köpfe zusammen.
„Also, vertrauen wir ihm?“, fragte Hope.
„Er hat immerhin nicht gelogen.“, warf Carol ein.
„Ich heiße übrigens Hibiko.“, rief der Junge auf Englisch dazwischen.
„Er sieht aus, wie aus einem Manga.“, sagte Aaron.
„Das steht hier nicht zur Debatte.“, fuhr Django ihn an.
„Ich würde ihm vertrauen. Er will wirklich nur Gutes.“, meinte Josiah.
„Vertrauen wir ihm?“, fragte Sol.
„Okay.“, antwortete die Gruppe und trat auseinander. Sol wandte sich an Hibiko: „Na gut. Du kannst uns zu deiner Großmutter bringen, aber keine dummen Tricks. Hier würden es einige sofort bemerken, wenn du versuchst uns reinzulegen.
„Super. Wir müssen übrigens da lang.“, sagte Hibiko ungerührt und führt sie vom Platz.

Die Wohnung lag im 17. Stock eines achtundzwanzigstöckigen Hochhauses. Nur einer von vier Fahrstühlen funktionierte.
Nachdem auch der Letzte mit dem stinkenden Höllengefährt oben angekommen war, schloss Hibiko die Tür zu einem kleinem, traditionell eingerichteten Wohnzimmer auf. Es roch intensiv nach Räucherstäbchen und frisch gekochten grünen Tee.
Vor einem niedrigen Tisch kniete eine alte Frau, mit einem streng zurückgebundenem Haarknoten. Sie goss gerade Tee in einige Tassen und sah erst auf, als Hibiko sich räusperte.
„Obaachan, das sind Sol, Aaron, Carol, Hope, Django, Karu, Hjördis, Josiah, Leándra, Chloé, Hannah, Newt, Rhea und Tayo. Du wolltest sie sehen.“
Die Frau deutete eine Verbeugung an.
„Das ist meine Großmutter Minija Furuhashi.“, fuhr Hibiko fort und Sol verneigte sich leicht vor der alten Dame. Belustigt nahm sie wahr, wie die Anderen es ihr nachzumachen versuchten.
„Willkommen Akuma, nehmt doch bitte Platz.“, sagte die Frau und deutete auf die dünnen Matten um den Tisch herum. Sol bemerkte Hibikos Zögern als er die Worte für ihre Freunde ins Englische übersetzte. Dabei ließ er Akuma jedoch weg. Sie nennt uns Dämonen, dachte sie.
Mit sechzehn Leuten war der Raum mehr als voll und entsprechend eingeengt saßen sie um den Tisch herum. Sol konnte kaum die Teetasse zum Mund führen ohne mit dem Ellbogen Tayo in die Rippen zu stoßen.
„Hibiko hat euch bestimmt erzählt, warum ich euch eingeladen habe.“, sprach die alte Frau mit kratziger Stimme. Das Nicken der Jugendlichen kam beinahe im Gleichtakt.
„Ich habe meine Fähigkeiten schon vor 50 Jahren verloren“, seufzte Minija, „aber davor habe ich noch von diesem Tag geträumt, an dem 14 Jugendlich nach Fukuoka kämen, um mit der Fähre nach Korea überzusetzen.“
Sie stand auf und ging zu einem Schreibtisch, der in der Ecke des Raumes stand und schloss die oberste Schublade auf. Ihr entnahm sie einen sorgfältig zusammengefalteten Zettel und kehrte zu ihrem Platz am Tisch zurück.
„Entschuldigt bitte, aber in dem Momenten, wenn mich meine Gabe überkam, war ich nie ganz klar. Manchmal zeichnete ich das Gesehene, manchmal schrieb ich es auf. Und manchmal tat ich keins von beiden.“, sagte sie und entfaltete den Zettel, „Es sind nur Stichpunkte: zersplitterte Erde, brennende Städte, im Norden Feuer und Rauch, vierzehn Akuma, Korea wird versuchen Feuer mit Feuer zu bekämpfen und Feuer wird in Feuer verbrennen.“
Sol schluckte und musste ihre Ungeduld niederkämpfen. Das war alles? Für ein paar lose Worte waren sie hierhergekommen? Sie wollte etwas einwerfen, doch da wurde die alte Frau von einem Hustenanfall geschüttelt. Es war ein trockener, ungesunder Husten und Hibiko eilte sofort zu seiner Großmutter, um sie ins Nebenzimmer zu bringen.
„Nein Hibiko, ich bin noch nicht fertig.“, fuhr sie ihn an zwischen zwei Hustern an.
„Obaachan...“
„Ich muss noch mit Aaron reden.“
Sols Blick glitt zu Aaron, der zwischen Chloé und Django eingequetscht war und nur seinen Namen verstanden hatte. Als Hibiko für ihn übersetze, verwandelte sich sein Blick von geringer in große Irritation. Sol konnte es ihm nicht verdenken. Die letzte Stunde kam ihr wie ein Theaterstück ohne Text und nicht ersichtlicher Handlung vor.
Hibiko half seiner Großmutter beim Aufstehen und nickte Aaron zu ihnen zu folgen. Sol beobachtet sie dabei, wie sie den Raum verließen und Hibiko die Tür des Nebenzimmers hinter ihnen schlossen.
„Wem kommt das alles hier ziemlich merkwürdig vor?“, fragte Django. Rhea meldete sich, zog ihre Hand aber sofort wieder zurück, als sie merkte das niemand anderes auf die Frage einging.
„Wenn sie wirklich in die Zukunft sehen konnte, dann ist vermutlich nur der letzte Teil für uns wichtig.“, murmelte Newt.
„Wie meinst du das?“, fragte Hope.
„Alles vor Korea ist schon passiert und irgendwas muss sie an Korea so wichtig gefunden haben, dass sie einen ganzen Satz geschrieben hat.“, sagte er und zuckte mit den Schultern. Sofort brach eine Diskussion über mögliche Deutungen des Satzes aus, die jedoch von Hjördis im Keim erstickt wurde.
„Könntet ihr bitte leise sein? Ich will wissen, was die da drinnen bereden.“
„Dann sag aber bitte vor, was Minija sagt. Hibiko lässt manchmal Sachen aus.“, warf Sol ein.
Und Hjördis legte los. Es war mit das schlechteste Japanisch, dass Sol je gehört hatte. Ihre Aussprache war grauenvoll.
„Sie hat Aaron gerade gefragt, was seine Fähigkeit ist.“, schloss Sol noch dem ersten Textblock.
„Er antwortet gerade und Hibiko übersetzt.“, erwiderte Hjördis. Sie fuhren fort.
„Irgendwas mit Schatten und Licht und...“, Sol stockte und lachte laut los. Die Anderen sahen sie verwirrt an.
„Was?“, fragte Karu gespannt.
„Sie hat gesagt, Luchsohr solle aufhören an der Tür zu lauschen.“, sagte Sol und lachte wegen Hjördis belämmerten Gesichtsausdruck erneut los. Sie kicherte noch als Hibiko die Tür öffnete und sie und Hjördis anwies, die Wohnung zu verlassen, da es wirklich nur ein Gespräch zwischen seiner Großmutter und Aaron mit ihm als Übersetzer sein sollte.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Hjördis als sie aus dem Aufzug stiegen. Sol bemerkte, dass sie leicht grün um die Nase war.
„Wir gehen erstmal an die frische Luft. Hier drin stinkt es zu sehr.“, sagte sie und öffnete die Tür nach draußen. Wind und die Geräusche einer belebten Innenstadt schlugen ihr entgegen. Das hatte sie nach bedrückenden Stille im Fort vermisst.
„Was ist das?“, fragte Hjördis mit schief gelegten Kopf.
„Was ist was?“, fragte Sol.
„Trommeln, Feuerwerk, viele Menschen auf einem Platz. Ein ganzes Stück in diese Richtung.“, meinte das Mädchen und deutet die Straße hinab. Sols Gesicht erhellte sich. Wie hatte sie das vergessen können?
Sie rannte los.
„Wo willst du hin?“, rief Hjördis und lief ihr hinterher.
„Hataka Donataku! Das ist die Neujahrsparade.“, lachte Sol und wurde schneller. Sie bog um einige Ecken und stand unversehens im Getümmel.
Farben rauschten an ihr vorbei. Trommler tanzten über die Straße, die von Menschenmassen gesäumt war. Überall waren Musik und Glück.
Sol drängte sich nach vorn, um die Tänzer besser sehen zu können. Sie fühlte sich in ihre Kindheit zurückversetzt, als sie an der Hand ihres Vaters durch die Menge geführt worden war. In der Luft hing sogar der typische Pfirsisch- und Feuerwerksduft von damals.
„Entschuldigen Sie bitte, wissen Sie vielleicht wie viel Uhr es ist?“, fragte ein Mann sie, vielleicht mit dreißig, billiger Anzug.
„Tut mir leid, ich habe...“
Jemand drückte ihr von hinten ein Tuch auf Mund und Nase. Sie wollte schreien, stattdessen atmete sie ein. Noch während sie um sich trat, verdunkelte sich der Rand ihres Sichtfeldes. Ihre sich überschlagenden Gedanken wurden schwer und dann war da nur noch Finsternis.





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1483376906
World of Mystik 10
World of Mystik 10
Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehe...
http://www.testedich.de/quiz45/quiz/1483376906/World-of-Mystik-10
http://www.testedich.de/quiz45/picture/pic_1483376906_1.jpg
2017-01-02
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (22)

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Aquila ( von: Aquila)
vor 90 Tagen
Schönes Special, Muria. Großes Lob an dich!
Lili (50367)
vor 91 Tagen
Boa Ey ich mag das nicht bin erst acht
Muria ( von: Murialana)
vor 91 Tagen
Ja, ich weiß, und das braucht dir auch nicht leid zu tun
torden ( von: torden!)
vor 91 Tagen
Hab damals eben nicht viel dazugefunden und irgendwo stand es dann als Abkürzung von Lapislazuli.
torden ( von: torden!)
vor 91 Tagen
Ich ändere das jetzt. Tut mir leid, wenn das jetzt unhöflich klingt, aber ich finde es nicht so nett, dass du es mir erst jetzt sagst und dann auch noch auf diese Art. Das hätte man gleich richtig stellen können und nicht erst über ein halbes Jahr danach als Überprüfung.
Muria ( von: Murialana)
vor 91 Tagen
@Torden: keine Ahnung, vielleicht wollte ich einfach, dass du es selbst herausfindest....

@Kalypso: Danke
Kalypso (03087)
vor 92 Tagen
Wirklich schön geschrieben. Respekt
torden! ( von: torden!)
vor 92 Tagen
Da ich dieses Lob nicht nochmal hinkriege und du es bereits gelesen hast, bekommst jetzt einfach nochmal ein "Gut gemacht" xD

Meinst du die Bedeutung von Lapis Namen?
Und warum hast du es nicht damals beim Perso-Test gesagt?
Muria ( von: Murialana)
vor 92 Tagen
Ok, was ist jetzt passiert?
Zurück zum Fehler beim Lapis-Special: Es handelt sich um einen kleinen Fehler, den du bei einem WoM-Persönlichkeitstest gemacht hast.
torden ( von: torden!)
vor 128 Tagen
Vielen lieben dank. Es freut mich immer neue Leser für WoM begeistern zu können.
.«Gamer-Bär». (00027)
vor 128 Tagen
Ich liebe diese Geschichte, und dein schreib stiehl ist genial und super schön ^^
torden ( von: torden!)
vor 128 Tagen
Danke :)
Muria ( von: Murialana)
vor 128 Tagen
Für alle, die WoM 25 auf dem Smartphone lesen und Kalliks Gedankengang in kursiv nicht lesen können:

IchhabdieKontrolle.
EsdarfnichtüberdenFlussgelangen.
Dasistneu.
MarinaChloéJosiahCarolSolHopeNewt
RheaDjangoLéandraTayo.
NeinnichtTayo.Tayoistfort.Verbrannt.Tot.
Dingedienichthättenpassierendürfen.


Ich hätte mir die Absätze so gern erspart, aber so geht es halt sicher für alle zu lesen.
torden ( von: torden!)
vor 137 Tagen
Danke, auch wenn es sich furchtbar anfühlt sich dafür zu bedanken.
Hillory (40141)
vor 137 Tagen
Ich habe noch nie so etwas schönes gelesen. Der Text über Phyria ist echt klasse.
torden (17672)
vor 439 Tagen
Ich habe es dennoch geändert.
torden! (81341)
vor 460 Tagen
Danke für den Hinweis, ist mir gar nicht aufgefallen.
Lapis (74838)
vor 461 Tagen
Logisch gefällt es mir. Das einzige, was wirklich nicht so ...schön. ... ist, ist, dass sowohl Hannah als auch Lapis "Du bist wach" sagen. Das braucht ihr aber nicht ändern, ich reagiere überempfindlich auf Wiederholungen
torden (25791)
vor 466 Tagen
Danke Lapis, hoffentlich gefällt dir die Darstellung deines Charakters.
Lapis (26629)
vor 466 Tagen
Ihr schreibt mega! Die Spritze gefällt mir XD