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World of Mystik 9

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2 Kapitel - 2.073 Wörter - Erstellt von: Torden! - Aktualisiert am: 2016-12-26 - Entwickelt am: - 467 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Welt, wie wir sie kennen. existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehen sollen.
Basierend auf Phyria's MMFF.

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    ((bold))Abschied((ebold)) Erstes Unkraut wuchs auf den aufgeschichteten Erdhaufen. Es waren feine grüne Triebe, mit haarigen Blättern. Behutsam grub
    Abschied

    Erstes Unkraut wuchs auf den aufgeschichteten Erdhaufen. Es waren feine grüne Triebe, mit haarigen Blättern. Behutsam grub sie ihre Finger in die Erde und zog einen Sprössling heraus. Ein kurzer Schmerz brandete in ihren Fingerkuppen auf und reflexhaft ließ sie die Pflanze fallen. Brennnessel, dachte sie, als sie an ihren Fingern saugte.
    Clara griff sich an den Saum ihres Shirts und machte sich mit Hilfe dieses Handschutzes daran, die restlichen Pflanzen zu entfernen. Ihre Haut prickelte an der verbrannten Stelle. Sie würde später ein Kühlpatt in der Krankenstation suchen.
    Doch erst musste sie die Gräber vom Unkraut befreien. Der Blumenstrauß, den sie vor einer Woche dort abgelegt hatte, war schon verwelkt und sie würde bald einen neuen machen. Vielleicht sogar mit Nathan zusammen.
    Nathan.
    Ein Gefühl unbestimmter Übelkeit stieg in ihrer Brust auf. Sie hatte es ihm noch nicht gesagt. Wie auch? Wie erklärte man einem Siebenjährigen am besten, das Mummy und Daddy tot waren? Noch hatte sie es nicht übers Herz gebracht. Ihr fehlten einfach die richtigen Worte. Außerdem war Nathan so glücklich im Fort.
    Er war schon immer ein lebhaftes Kind gewesen, aber hier blühte er regelrecht auf. Für ihn war das Camp ein riesiger Abenteuerspielplatz. Mit Superhelden.
    Besonders Django hatte es ihrem Neffen angetan. Er folgte ihm fast überall hin. Clara war nicht sehr glücklich darüber. Django war ihr suspekt und sie redete eigentlich nur mit ihm, weil sie seine Trainerin war. Er erinnerte sie ein wenig an Phillipe, Nathans Vater, als sie ihn gerade kennengelernt hatte. Ihm haftete eine natürliche Arroganz an, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Ehrgeiz und Charme.
    Jahre lang hatte Clara versucht ihre Schwester Léa davon zu überzeugen, dass Phillipe nicht der Richtige für sie sei. Doch Léa war stur wie ein Esel geblieben und beinahe hätten sie sich mit ihr zerstritten. Irgendwann hatte sie sich dann mit ihrem neuen Quasi-Schwager abgefunden und ihn in der Familie akzeptiert. Spätestens als Léa schwanger wurde, hatte sie sämtliche Zweifel in den Wind geschossen, nachdem sie die echte Zuneigung in Phillipes Augen gesehen hatte.
    Aber Django war noch lange nicht soweit, dass er irgendeine Frau glücklich machen konnte. Dafür fehlte ihm einfach die nötige Reife. Er war einer der wenigen Gründe, warum sie froh war, dass sie die Kinder bald losschicken würden. Dann würde Nathan endlich aufhören ihn mit großen Augen wie den leibhaftigen Flash – sein Lieblingsuperheld – anzusehen und sie könnte sich auch besser um ihn kümmern. Bei dem ganzen Fechttraining mit Team Shadow und dem zusätzlichen Übungen mit Carol in Telepathie fand sie kaum Zeit für ihn.
    Clara riss die letzte Pflanze von Léas Grab und warf sie hinter sich. Sie war Neel noch immer dankbar, dass er ihr beim Graben geholfen hatte. Der Nahkampftrainer hatte keine Fragen gestellt und war mitten in der Nacht mit ihr hinter die Streuobstwiese gegangen und hatte bis zur Morgendämmerung mit ihr durchgeschaufelt. Eine bemerkenswerte Geste, wenn man bedachte, dass keines der vier Gräber eine Leiche enthielt.

    Zwei Tage vorm Weltenbrand – wie die amerikanischen Medien den Tag der Katastrophe pathetisch bezeichneten – war Clara aus ihrem Heimatdorf, wo sie das Wochenende bei ihren Eltern verbrachte, ins Fort beordert worden.
    Sie paukte gerade für ihre in einer Woche anstehenden Prüfung in Geschichte, als sie eine Email von Ryan Cummingfield erhielt, mitsamt angehängtem Flugticket, dass sie nur noch auszudrucken brauchte.
    Es hatte sie zwar verwundert, aber sie hatte immer gewusst, dass sie irgendwann ins Camp zurückmüsste. Schließlich verbrachte sie jeden Sommer, seit sie fünfzehn war, dort, seit ihrem achtzehnten Geburtstag auch nicht mehr als Auszubildende, sondern auch als Trainerin.
    So lief das nun mal bei ATLAS. Wenn ein Mitarbeiter einen Para fand, meldete er dies der Organisation. Der Para wurde dann unter Beobachtung gestellt und wenn sich seine Fähigkeiten als unkontrolliert herausstellten, wurde er ins Fort eingeladen und erhielt eine Ausbildung. Manche entschieden sich danach, für ATLAS zu arbeiten. Entweder als Überwacher, Trainer oder irgendein anderer Job, der gerade anfiel.
    Clara selbst arbeitete neben dem Studium als Überwacher von drei Kindern in Mitteleuropa, darunter auch Hannah. Aber bei dem Mädchen hatte sie es nicht für nötig gehalten, es ins Fort zu bringen, da seine Fähigkeit nicht zu unkontrollierten Ausbrüchen neigte oder großen Schaden anrichten konnte.
    Sie packte also ihre Tasche und machte sich noch am selben Abend auf zum Flughafen. Im Fort erwarteten sie schlechte Neuigkeiten. Zum ersten Mal seit neun Jahren war Ryans Fähigkeit wieder angesprungen. Offenbar würden bald Hunderttausende sterben. Nur wusste der Cheftrainer nicht genau wann und nicht genau wo.
    Am darauffolgenden Tag zerbarst Europa.

    Sie hatte Tulio angefleht, sie nach der ersten Erdbebenwelle zurück nach Frankreich zu bringen. Zuerst hatte er sich geweigert, doch sie hatte gedroht Lapis sein kleines Grünzeug-Geheimnis zu verraten. Daraufhin hatte er sie gepackt und sie beide nach Domrémy-la-Pucelle teleportiert. Mit den Worten „Du hast zwei Stunden!“ verschwand er, um Newt aus Rumänien abzuholen.
    Dort stand sie also in den Trümmern ihres Heimatdorfes und sah sich um. Die kleine Kirche war eingestürzt, ebenso wie alle anderen Gebäude. Nur die heilige Johanna stand wie immer in der Mitte des Marktplatzes, hoch erhobenen Hauptes und mit nun abgebrochenem Schwertarm.
    Clara stieß einen Schrei aus, als sie zum eingestürzten Haus ihrer Eltern kam. Ziegelsteine und Schindel lagen überall verteilt, zersplitterte Holzbalken und lose Wasserrohre. Sie schrie die Namen ihrer Eltern, doch erhielt keine Antwort. Sie schrie, bis sie heiser war und sackte schließlich an den Überresten des Kamins zusammen und schluchzte.
    Als sie wieder aufsah, fiel ihr Blick auf die Ruine des Nachbarhauses. Dort, zwischen der roten Bank, die immer neben der Haustür gestanden hatte, und dem aus der Verankerung gesprungenen Türrahmen, klemmte ein verbeultes Fahrrad.
    Was tue ich noch hier?, fragte sich Clara und rappelte sich auf. Hier ist niemand mehr am Leben, das ganze Dorf ist tot.
    Woher sie das wusste, wurde ihr erst später klar. Es war die Abwesenheit von Gedanken, das völlige Fehlen von Verzweiflung, Trauer und Angst an diesem Ort.
    Clara zerrte das Fahrrad aus den Trümmern. Der Lenker war verbogen und das Hinterrad platt, aber fürs Erste sollte es reichen. Sie stieg auf den Sattel, der viel zu hoch für sie war und fuhr ohne konkretes Ziel los. Unterwegs passierte sie weitere eingestürzte Häuser und sah Tote auf den Straßen. Irgendwo brannte es. Wieder kam sie an Johanna vorbei, doch sie schenkte der Statue keine Beachtung. Sie war schon an ihr vorbei, als sie sich noch mal umwand.
    Der Blick der Heiligen schien sie zu durchbohren und Clara wurde noch mulmiger. Schließlich machte sie kehrt und hielt vor der Statue.
    „Was willst du?“, fragte sie laut und kam sich lächerlich vor. Die Kriegerin antwortete nicht. Natürlich nicht. Sie war ja nur aus Stein. Ohne ihr in den Himmel gerecktes Schwert bot sie einen traurigen Anblick. Doch sie sah Clara beinahe vorwurfsvoll an, als ob Tod und Zerstörung allein ihre Schuld seien.
    Clara bekreuzigte sich schnell vor der Heiligen und fuhr wieder los. Dabei stach etwas in ihre Fußsohle. Sie hielt an und sah nach. Ein Stein steckte im Profil ihres rechten Schuhs. Sie zog ihn heraus und steckte ihn ein. Dann sah sie noch einmal zur Statue zurück und rief wütend: „Du kannst mich nicht einfach so gehen lassen, oder!“
    Energisch trat sie nun in die Pedale, um so schnell wie möglich aus ihrer zerstörten Heimat zu entkommen. Tulio würde sie auch so finden, egal ob sie jetzt 2 oder 20km vom Ausgangspunkt entfernt wäre.
    Bei den 20km fiel ihr etwas ein. Es war noch nicht mal so weit bis zum Haus ihrer Schwester. Sie wurde schneller. Ich habe noch etwas Zeit. Das reicht, um dort nachzusehen.
    Auf dem Weg begegnete sie keiner Menschenseele. Nur einmal hörte sie einen Krankenwagen in der Ferne. Einmal lag am Straßenrand ein noch qualmender Wagen. Der Fahrer hatte beim Beben die Kontrolle über sein Auto verloren und es gegen einen Baum gesteuert.
    Irgendwann musste sie absteigen, weil sie mit dem platten Reifen auf der rissigen Straße nicht mehr weiterkam. Es war aber nicht mehr weit. Sie konnte die Ruinen schon auf dem nächsten Hügel sehen.
    Das Haus ihrer Schwester, war wie alle anderen auch ein Trümmerhaufen. Die Bäume im Garten waren umgestürzt und hatten das Dach eingerissen und das ohnehin schon schwerbeschädigte Gebäude weiter eingerissen. Nun stand Clara in dem Bereich, der einmal das Wohnzimmer gewesen war und hielt Ausschau nach einem winzigen Lebenszeichen.
    Gerade als sie sich verzweifelt zum Gehen wenden wollte, sah sie es. Dort zwischen zwei Steinen ragte eine Hand aus den Trümmern. Sie hatte sie vorher nicht bemerkt, da ein Stück Sessel sie halb verdeckte.
    Sie warf das Polster beiseite und begann die Steine fortzuräumen. Dabei rief sie immer wieder: „Halt durch! Ich hab bin gleich bei dir!“ Obwohl sie keine Antwort erhielt, grub sie weiter. Ein besonders schweres Stück Schutt drückte sie mit den Füßen weg und darunter kam ein dunkler Haarschopf zum Vorschein. Phillipe.
    Clara berührte ihn vorsichtig an der Schulter und zog ihre Hand entsetzt zurück. Sie war klebrig vom Blut. Sie sparte sich einen weiteren Blick, da sie nun wusste, dass der Freund ihrer Schwester tot war.
    In ihr brach der Damm aus zitternder Beherrschung, der sie bis hierher gebracht hatte und sie ging zitternd zu Boden. Für Tränen hatte sie nicht mehr genug Energie, also beschränkte sie sich aufs Wimmern. So fand sie Tulio. Er nahm sie leicht bei der Schulter und führte sie fort vom Trümmerhaufen. Widerstandslos wartete sie darauf, dass er sie beide zurückteleportierte, doch der Junge starrte auf einen Punkt zwischen zwei umgestürzten Bäumen. Sie beobachtete ihn abwesend dabei, wie er über die Stämme kletterte und sich hinunterbeugte.
    „Clara, hilf mir mal!“ Er musste mehrmals nach ihr rufen, damit sie auf ihn reagierte. Sie tauchte wie aus einer Trance auf und trottet zu ihm. Als sie sah, was dort unter einem Ast begraben lag, war sie schlagartig wieder sie selbst. Sie sprang über den Stamm und half Tulio dabei, den Ast von der kleinen, in sich zusammengesunkenen Gestalt zu hieven.
    Nathan stöhnte leise und Clara riss ihren Neffen an die Brust.

    Clara wischte sich die dreckigen Hände an ihrer Hose ab und stand auf. Hinter ihr hatte sich ein kleiner Haufen Unkraut gesammelt. Inzwischen schmerzten ihre Knie.
    Die Gräber waren zwar allesamt leer, doch in Léas hatte sie den kleinen Stein aus Domrémy-la-Pucelle gelegt. Es kam ihr richtig vor.
    Sie machte sich auf die Suche nach Nathan, ohne sich noch einmal zu den vier provisorischen Holzkreuzen umzusehen. Eines Tages würde sie ihm von alldem erzählen, doch dieser Tag war nicht heute.

    2
    Zum ersten Mal aus der Sicht einer Trainerin. Im nächsten Kapitel geht es dann in den Einsatz.

    Über konstruktive Kritik, Anregungen und Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.
    Hier der Link zu Phyrias Original: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1458904529/World-of-Mystik-MMFF

article
1482499584
World of Mystik 9
World of Mystik 9
Die Welt, wie wir sie kennen. existiert nicht mehr. Europa wurde in Stücke gesprengt und Asien steht in Flammen. Nordamerika und Russland sind zu einem gigantischen Waldgebiet verschmolzen. Mittendrin einige Jugendliche, die dem Chaos auf den Grund gehe...
http://www.testedich.de/quiz45/quiz/1482499584/World-od-Mystik-9
http://www.testedich.de/quiz45/picture/pic_1482499584_1.jpg
2016-12-23
40B0
Fantasy Magie

Kommentare (22)

autorenew

Aquila ( von: Aquila)
vor 86 Tagen
Schönes Special, Muria. Großes Lob an dich!
Lili (50367)
vor 86 Tagen
Boa Ey ich mag das nicht bin erst acht
Muria ( von: Murialana)
vor 87 Tagen
Ja, ich weiß, und das braucht dir auch nicht leid zu tun
torden ( von: torden!)
vor 87 Tagen
Hab damals eben nicht viel dazugefunden und irgendwo stand es dann als Abkürzung von Lapislazuli.
torden ( von: torden!)
vor 87 Tagen
Ich ändere das jetzt. Tut mir leid, wenn das jetzt unhöflich klingt, aber ich finde es nicht so nett, dass du es mir erst jetzt sagst und dann auch noch auf diese Art. Das hätte man gleich richtig stellen können und nicht erst über ein halbes Jahr danach als Überprüfung.
Muria ( von: Murialana)
vor 87 Tagen
@Torden: keine Ahnung, vielleicht wollte ich einfach, dass du es selbst herausfindest....

@Kalypso: Danke
Kalypso (03087)
vor 87 Tagen
Wirklich schön geschrieben. Respekt
torden! ( von: torden!)
vor 87 Tagen
Da ich dieses Lob nicht nochmal hinkriege und du es bereits gelesen hast, bekommst jetzt einfach nochmal ein "Gut gemacht" xD

Meinst du die Bedeutung von Lapis Namen?
Und warum hast du es nicht damals beim Perso-Test gesagt?
Muria ( von: Murialana)
vor 87 Tagen
Ok, was ist jetzt passiert?
Zurück zum Fehler beim Lapis-Special: Es handelt sich um einen kleinen Fehler, den du bei einem WoM-Persönlichkeitstest gemacht hast.
torden ( von: torden!)
vor 123 Tagen
Vielen lieben dank. Es freut mich immer neue Leser für WoM begeistern zu können.
.«Gamer-Bär». (00027)
vor 123 Tagen
Ich liebe diese Geschichte, und dein schreib stiehl ist genial und super schön ^^
torden ( von: torden!)
vor 123 Tagen
Danke :)
Muria ( von: Murialana)
vor 124 Tagen
Für alle, die WoM 25 auf dem Smartphone lesen und Kalliks Gedankengang in kursiv nicht lesen können:

IchhabdieKontrolle.
EsdarfnichtüberdenFlussgelangen.
Dasistneu.
MarinaChloéJosiahCarolSolHopeNewt
RheaDjangoLéandraTayo.
NeinnichtTayo.Tayoistfort.Verbrannt.Tot.
Dingedienichthättenpassierendürfen.


Ich hätte mir die Absätze so gern erspart, aber so geht es halt sicher für alle zu lesen.
torden ( von: torden!)
vor 133 Tagen
Danke, auch wenn es sich furchtbar anfühlt sich dafür zu bedanken.
Hillory (40141)
vor 133 Tagen
Ich habe noch nie so etwas schönes gelesen. Der Text über Phyria ist echt klasse.
torden (17672)
vor 434 Tagen
Ich habe es dennoch geändert.
torden! (81341)
vor 455 Tagen
Danke für den Hinweis, ist mir gar nicht aufgefallen.
Lapis (74838)
vor 457 Tagen
Logisch gefällt es mir. Das einzige, was wirklich nicht so ...schön. ... ist, ist, dass sowohl Hannah als auch Lapis "Du bist wach" sagen. Das braucht ihr aber nicht ändern, ich reagiere überempfindlich auf Wiederholungen
torden (25791)
vor 461 Tagen
Danke Lapis, hoffentlich gefällt dir die Darstellung deines Charakters.
Lapis (26629)
vor 461 Tagen
Ihr schreibt mega! Die Spritze gefällt mir XD