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Zeitlauf

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1 Kapitel - 1.051 Wörter - Erstellt von: MilleXD - Aktualisiert am: 2016-12-22 - Entwickelt am: - 145 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Zeit. Was ist Zeit? Ist sie Gegenwart? Gibt es die Gegenwart eigentlich, denn nach wenigen Sekunden gelten Augenblicke schon als Vergangenheit. Ist die Vergangenheit gut oder schlecht? Wie ist die Zukunft? Ist sie wirklich so unvorhersehbar? Fragen über Fragen und nur ein Kampf zum Überleben....

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    Mir kommt es vor, als wären es Stunden, in denen ich auf die große graue Uhr starre, die pure Kälte ausstrahlt. Der kleine schwarze Zeiger zeigt auf die Zahl "4", während sich der große Zeiger zwischen den 4 und 5 Minutenstrichen hin und her bewegt. In meinen Ohren ertönt das ständige Tick und Tack, was mir eine Gänsehaut beschert. Plötzlich hört das Ticken auf und mein Herz bleibt stehen. Wie bin ich nur in diese Situation geraten? Wie konnte das passieren? Fragen über Fragen und alles fing eigentlich ganz harmlos an...

    Es war ein schöner warmer Morgen. Natürlich wachte ich mal wieder spät auf, so wie jeden Tag. Die warme Sonne strahlte mir ins Gesicht und ich gähnte erst mal laut und streckte mich ausgiebig. Ich hatte ein tolles, aber auch ein gefährliches Leben. Ich verdiente mein Geld nicht, sondern holte es mir einfach. Für die, die es nicht verstehen; Ich war Diebin. Eine sehr gute sogar. Jedenfalls stand ich aus meinen warmen und gemütlichen Doppelbett auf und tapste Barfuß in mein kleines gemütliches Badezimmer. Während ich mir die Zähne putzte, starrte ich in den Spiegel. Blonde gelockte lange Haare, die ganz schön zerzaust waren, blaue ausgeschlafene Augen, blasse Haut, sportlicher und schlanker Körper mit ein paar Narben von einigen missglückten Einbrüchen. Im Großen und Ganzen sah ich ganz schön unschuldig aus, doch genau ein Polizist glaubte dieser Facette nicht und diesem Kerl würde ich wie üblich einen Besuch abstatten. Schnell machte ich mich fertig und suchte mir ein paar Klamotten. Blaue Jeans, weißes Top und rosa Lederjacke. Schön unauffällig. bevor ich meine Dreizimmerwohnung verließ, schmierte ich ein nettes Brot mit Erdnussbutter und Marmelade, dann lief ich zum Glück wenige Treppen herunter, da ich im ersten Stock wohnte und ging die Straße entlang Richtung Polizeistation. Voller Vorfreude sah ich auf das schlampig beschmierte Brot. Ich wusste, dass er um dieser Zeit in seinem Büro sitzen müsste und den Papierkram der anderen macht. So wie immer. Er war der Neue und Unerfahrene und musste deswegen immer die Drecksarbeit machen. Er war auch der einzige der mich durchschaut hat, aber zum Glück glaubt ihm keiner, denn ein Meister wie ich hinterlässt keine Beweise. Nun war ich endlich angekommen und stand vor einem großen Fenster, das mir den Blick auf mein Opfer versprach. Ich hielt etwas Abstand und sah grinsend hinein. Seine braunen Haare waren nicht mehr ordentlich nach hinten gegeelt, sondern hingen ihm vom vielen hindurchfahren ins markante Gesicht. Anscheinend hatte er auch keine Zeit sich zu rasieren, denn er hatte schon einige dunkle Stoppel im Gesicht. Starr waren seine grünen Augen auf die Akte vor ihm gerichtet und seine Mimik zeigte höchste Konzentration. Das hieß für mich, dass es nun Zeit für meinen täglichen Angriff auf ihn war. Ich sah noch einmal auf das Brot und holte Schwung. Platsch. Das Brot landete schön auf seiner Fensterscheibe und rutsche etwas herunter, was den Belag etwas auf der Scheibe verteilte. Sofort schoss sein Blick in meine Richtung und seine Augen trafen meine. Er sah fertig aus. Tiefe Augenringe zierten sein Gesicht, trotzdem grinste ich ihn verschmitzt an und wank ihm auch noch provokant zu. Wütend lockerte er sich den blauen Schlips und öffnete das schmutzige Fenster. "Na warte, Bella White!", rief seine tiefe Stimme. "Auf was denn, Adam? Etwa auf dich?", entgegnete ich. "Darauf kannst du Gift nehmen...", knurrte er und kletterte mit diesen Worten aus dem Fenster. Dabei rutschte ihm sein weißes Hemd hoch und präsentierte mir damit einen Blick auf seinen trainierten Körper. Nicht schlecht musste ich zugeben. Doch bevor ich den Blick abwenden konnte, stand er plötzlich vor mir und hielt meine Handgelenke eisern fest. Ich musste mir ein erschrockenes Quicken nur schwer verkneifen. War ich so abgedriftet, dass ich vergessen hatte abzuhauen? Noch etwas erschrocken sah ich zu dem großen Mann hoch. Wütend sahen mich seine stechend grüne Augen an, doch ich grinste schon längst wieder. "Lange nicht mehr gesehen. Siehst müde aus", sprach ich, doch er schwieg nur und durchbohrte mich mit seinem Blick. Wir kannten uns schon lange. Als wir noch Kinder waren, waren wir Nachbarn, später zog er um und wir sahen uns auf der Highschool wieder. Immer wenn wir uns sahen, gab es Ärger, der meistens von mir verursacht wurde. Mit ihm waren das meine lustigsten Zeiten. Vor drei Jahren sah ich ihn wieder. Er durchkreuzte einen Banküberfall von mir. Seitdem statte ich ihm jede Woche einen Besuch ab und denke mir einen neuen Streich für ihn aus.
    Jedenfalls standen wir nun auf dem Gehsteig vor dem Polizeirevier und verloren kein Wort. Nach einer Weile seufzte er und sein Griff lockerte sich. "Alles Gute zum 25 Geburtstag, White. Jetzt sind wir endlich im selben Alter und können erwachsen werden. Also hör auf mit deinen Kinderstreichen und such dir jemand anderes zum Ärgern. Ich hab keine Zeit für so was", dampfte er und ließ mich mit diesen Worten stehen. Stimmt, er ist ja nur fünf Monate älter als ich. Warum erinnert er sich an meinen Geburtstag? Warum unternimmt er nichts? Wieso lässt er mich stehen? Wieder sämtliche Fragen die mir durch den Kopf gehen und wieder finde ich keine Antwort auf diese. Doch alles was mir einfällt, wenn ich Adam sehe ist, dass die Zeit viel zu schnell vergeht...

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