Springe zu den Kommentaren

Brianna- Mein Ende

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
4 Kapitel - 1.927 Wörter - Erstellt von: Opeila - Aktualisiert am: 2016-12-09 - Entwickelt am: - 498 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Brianna ist ein sechzehnjähriges, fröhliches Mädchen. War es zumindest. Oder wird es bald nicht mehr sein...

    1
    "Hab dich!" Lena lacht und strampelt um wieder loszukommen. Keine Chance. Ich halte sie weiterhin fest und grinse, während sie sich kichern
    "Hab dich!" Lena lacht und strampelt um wieder loszukommen. Keine Chance. Ich halte sie weiterhin fest und grinse, während sie sich kichernd und kreischend windet. Dann werde ich meinerseits hoch gehoben. "Marc!", schreie ich erschrocken, als er mich über seine Schulter wirft. "Tag Mylady.", sagt er grinsend, während ich meinen Rock festhalte. Lenas blonde Locken rauben mir für einen Moment die Sicht, dann zieht die Fünfjährige an meiner Hand. "Runterlassen!", quengelt sie. Marc lächelt sie an und setzt mich auf meinen Füßen ab. "Deine Mutter schickt nach dir.", sagt er dann. Ich lege den Kopf schief. "Du sollst etwas Stoff auf dem Markt holen. Ihrer ist fast aufgebraucht. Und ich habe die Ehre euch dorthin zu begleiten.", fügt er grinsend hinzu und bietet mir seinen Arm an. "Hat der junge Mann denn die richtigen Qualifikationen?", frage ich gespielt nachdenklich. "Darauf könnt ihr Gift nehmen." Er weiß nicht worauf ich hinaus will. "Er soll es beweisen, indem er das junge Mädchen heil nach Haus bringt.", sage ich und grinse ihn an.
    Marc lacht und geht zu Lena. "Komm!", sagt er und sie springt auf. Dann rennt sie weg. Marc holt sie innerhalb von Sekunden ein und hebt sie hoch. Er ist wie ein großer Bruder, denke ich unwillkürlich, als er Lena auf seine Schultern setzt und sie seine Haare packt. Dann laufe ich den beiden nach. Im Haus wartet meine Mutter schon auf mich und gibt mir einen Korb. Ihre Hand blutet. Sie hat sich beim Nähen schon wieder gestochen. "Du musst das reinigen.", sage ich und nehme ihre Hand in meine. Sie nickt lächelnd und umarmt mich. "Pass auf dich auf..." Sie küsst mich auf die Stirn und umarmt mich. Dann verlasse ich mit Marc das Haus.
    "Was ist los?" "Hm?" Oh. Er hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Mist. Ich habe Marc nie von unserer Geldknappheit erzählt und will es immer noch nicht. Er dreht mich zu sich. "Was ist los, Bree?" "Nichts", sage ich grinsend und sehe mich suchend um. " Ich überlege nur, ob ich vor dir beim Stand sein könnte." Er fällt nicht darauf rein. "Hör auf damit. Du musst mich nicht belügen. Und kannst es auch nicht." 1:0 für Marc. Ich seufze. "Ich frage mich nur, wie lang meine Familie das noch durch hält. Wir sind beinahe bankrott." Marc spannt leicht an. Ich weiß woran er denkt. Viele Familien waren schon in dieser Situation und fast immer war die Reaktion darauf, das älteste Kind für Geld zu vermählen. "Bree..." "Nein, Marc. Mir passiert nichts. Das würde Mutter nie tun." Nicht ganz überzeugt gibt er schließlich nach.
    Ich kann es nie lassen, auf dem Markt jeden Stand zu betrachten. An dem einen Stand werden kunstvoll gerahmte Spiegel verkauft, aus denen mir mein blasses Gesicht entgegenschaut. Ich glätte mit einer Hand meine roten Locken und gehe dann weiter. Marc bleibt an einem Stand mit Werkzeugen stehen, während ich den Stand mit Textilien suche. Bald bin ich so weit, dass ich Marc nicht mehr sehen kann und warte auf ihn. Plötzlich legt sich ein Arm von hinten um meine Taille. "Marc, hör a-!" Als ich weggezogen werde, eine Hand sich auf meinen Mund legt und vor meinen Augen plötzlich schwarzer Stoff ist, weiß ich, dass das hier kein Spiel ist. Ich schlage um mich, doch dann packt eine riesige Hand meine beiden Hände und hält sie fest. Schreien ist unmöglich. Dann werde ich hoch gehoben und bekomme noch mehr Panik. Plötzlich höre ich ein dumpfes Geräusch und werde dann von nichts mehr gehalten. Kurz bevor ich auf den Boden aufschlage, schieben sich zwei Arme unter meinen Körper und bremsen mich. Mit einiger Mühe reiße ich mir die Augenbinde vom Gesicht und weiche an die Wand zurück. Marc ist da. Er steht vor mir, ich sehe sein Gesicht kaum, aber ich weiß, dass es wutverzerrt ist. Ihm gegenüber steht ein schwarzhaariger Mann, muskulös und groß. Er ist einfach gekleidet, in der Hand hält er ein Messer. Seine sonstige Erscheinung, seine Bewegungen, sein Haar, lassen darauf schließen, dass er wohlhabender ist, als seine Kleidung zeigt. Marc packt einen Stein und schleudert ihn auf den Fremden. Dieser schreit auf und hält sein Auge. Dann läuft er weg.
    Ich zittere am ganzen Leib, als Marc sich umdreht und mich in die Arme schließt. Erschöpft lehne ich mich an ihn.

    2
    Marc weicht die folgenden Tage kaum von meiner Seite. Lena und Mutter stört das nicht weiter, im Gegenteil: Lena sieht Marc wie einen großen Bruder
    Marc weicht die folgenden Tage kaum von meiner Seite. Lena und Mutter stört das nicht weiter, im Gegenteil: Lena sieht Marc wie einen großen Bruder an und Mutter will mich sowieso beschützt haben, seit wir ihr von meiner Beinahe-Entführung erzählt haben. Aber Mutter wirkt trotzdem unglücklich. Ich weiß nicht warum und eine ganze Woche lang versuche ich, aus ihr herauszubekommen, was sie bekümmert. Dann gebe ich es auf. Ich nehme im Schloss eine Arbeit als Gänsemagd zusammen mit Lena auf. Marc kommt sowieso immer mit. Ein Jahr vergeht ohne besondere Vorkommnisse. Inzwischen bin ich sechzehn und Lena sieben. Marc beschützt mich nun nicht mehr so oft. Viel öfter ist er mit seinem Vater hier und hilft Mutter mit unseren Geldproblemen. Ich arbeite hart und habe zusätzlich noch eine Arbeit als Näherin aufgenommen, aber das Geld ist und bleibt knapp.
    Erschöpft lasse ich mich aufs Sofa fallen und mein Blick wandert zur Uhr. Genau Mitternacht. Wie immer. Sofort schlafe ich ein. Als ich aufwache, ist etwas anders. Jemand hat eine Decke über mich gelegt. Lena wahrscheinlich. Oder Marc. Aber als ich das Gesicht meiner Mutter sehe, wird mir schlecht. Sie hat geweint, ihre Hände zittern und sie ist leichenblass. "Mum... Was ist los?" Ich stehe auf und gehe zu ihr. Warum ist Lena nicht hier? "Wo ist Lena?"
    Das war definitiv die falsche Frage. "Weg", bringt sie noch hervor, dann bricht sie weinend auf einem Stuhl zusammen. Ich brauche eine Weile um sie zu beruhigen, doch dann beginnt sie zu erzählen: " Vor ein paar Tagen war ein Mann hier. Er wusste, dass es schlecht um uns steht. Er meinte, dass er uns helfen könne. Gegen einen Preis." Ich wusste es, bevor sie es aussprach. "Er hat mich um deine Hand gebeten. Ich habe sie ihm nicht gewährt. Daraufhin drohte er mir mit schlimmen Dingen, die uns passieren würde... Und jetzt ist Lena verschwunden!" "Was für ein Mann...?" Meine Stimme klingt tonlos, monoton. Aber ihre Antwort verschlägt mir den Atem. "Groß, schwarzhaarig, muskulös... Scheint wohlhabender als es scheint..." Ich werde meinen Entführer heiraten.
    "Nein. Er hätte dich fast entführt." Marcs Stimme ist schneidend, er duldet keine Widerrede. "Aber Lena-" "Deine Mutter will es auch nicht. Ich warne dich Brianna..." Damit dreht er sich auf dem Absatz um und geht zurück zur Hütte. Ich ziehe den Zettel, den ich schon tausendmal gelesen habe, aus einer Falte meines Rockes. Ich fand ihn unter meiner Bettdecke, als ich das ganze Haus auf der Suche nach Lena auf den Kopf stellte.
    "Brianna. Ich habe deine Schwester, deine Mutter weiß, wer ich bin und du auch. Du trifft mich mitsamt deiner Schwester heute bei Mittag am alten Stein.
    R."
    Daraufhin habe ich mir den Kopf über alle Rs zerbrochen, die ich kenne. Gedanken verloren starre ich auf die Sonne. Und renne dann los. Ich habe gesehen, wie Marc sich zu meiner Mutter gesellt hat. Er wird mich so schnell nicht suchen. Ich renne immer schneller. Zu meiner kleinen Schwester. In mein Verderben.

    3
    Ich laufe auf den alten Stein zu und Weine fast vor Erleichterung, als ich meine Schwester sehe. Sie ist an den Stein gefesselt und sieht mich entsetz
    Ich laufe auf den alten Stein zu und Weine fast vor Erleichterung, als ich meine Schwester sehe. Sie ist an den Stein gefesselt und sieht mich entsetzt an. Ich ziehe mein Messer aus einer Falte meines Rockes, knie mich auf den Boden und zerschneide ihre Fesseln, dann fallen wir uns in die Arme. "Du musst hier weg, du darfst ihm nicht geben, was-!" "Das war aber unsere Abmachung. Das ging aber schnell, Brianna!" Er lächelt mich an, während ich noch immer auf dem Boden Knie und meine Schwester an mich drücke. "Wir hatten keine Abmachung.", sage ich wütend. Er legt den Kopf schief. " Hmm...Doch. Deine Mutter und ich hatten eine. Sie hat die kleine Lena hier schließlich gegen dich eingetauscht." Er klingt bedauernd, aber alles in mir wird starr. Mutter wusste alles. Sie hat Lena verkauft. "Ich sagte ihr, dass ich mehr Geld für dich zahlen würde, aber sie ließ dich nicht los..." Ich stehe von Grauen gepackt auf, als ich Schritte hinter mir höre. Lena rennt auf Mutter und Marc zu und schaut mit Tränen in den Augen zu mir. Mitter nimmt sie in die Arme. Ich habe für sie nur einen kalten Blick übrig und schaue dann Marc entschuldigend an. Mit einem fliehenden Blick sieht er mich an, doch ich schüttel den Kopf. Mein Entführer streckt eine Hand nach mir aus und ich schlucke. Lena beginnt zu weinen. "Bree! Nein!" Ihr Schrei ist so bittend, dass ich fast umkehre. Aber nur fast. Die Situation ist fast wie in einem Buch. Ich stehe in der Mitte, der Entführer vor mir, mit ausgestreckter Hand, meine Familie hinter mir. Langsam hebe ich meine Hand. Kurz bevor sie die Hand des Entführers berührt, halte ich erneut inne. "Bree nein...", sagt Marc noch einmal. Eine Gänsehaut überfällt mich. Seine Stimme ist leise, besorgt, flehend... Und irgendwie gebrochen. Ich schließe kurz die Augen, weise mich an, nicht zu weinen. "Ich werde uns nicht noch mehr entehren." Das sage ich mit Blick auf meine Mutter. Sie sieht mich nicht an. Dann zieht der Entführer mich zu sich. Eine Gänsehaut überfällt mich, als er mich berührt. Ich werde kalt wie Stein und mindestens so starr. Lena vergräbt ihr Gesicht in Mutters Kleid. Ich weiß, dass sie weint. Marc schaut mich erstarrt an, sein Blick wandert langsam hoch, zum Gesicht meines Entführers, aber er wird nicht wütend. Eine Art Ergebung tritt in seinen Blick. Er gibt mich auf.

    4
    Ich schaue in den gesprungenen Spiegel und versuche Mutters Hände, die sich in meinen Haaren zu schaffen machen, zu ignorieren.
    Ich schaue in den gesprungenen Spiegel und versuche Mutters Hände, die sich in meinen Haaren zu schaffen machen, zu ignorieren.

article
1480313267
Brianna- Mein Ende
Brianna- Mein Ende
Brianna ist ein sechzehnjähriges, fröhliches Mädchen. War es zumindest. Oder wird es bald nicht mehr sein...
http://www.testedich.de/quiz45/quiz/1480313267/Brianna-Mein-Ende
http://www.testedich.de/quiz45/picture/pic_1480313267_1.jpg
2016-11-28
4000
Fanfiktion

Kommentare (0)

autorenew