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Sieben Worte für ein Wunder- meine Geschichte

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1 Kapitel - 1.446 Wörter - Erstellt von: Romy - Aktualisiert am: 2016-11-28 - Entwickelt am: - 515 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das ist meine Geschichte zum Schreibwettbewerb von Torden!.

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    Ich hämmerte gegen die Stahltür, ich schrie aus vollen Halse, doch es war vergeblich. Wieso mussten sie mich hier einsperren? Was habe ich ihnen getan? Ich wollte weiter hämmern, ich wollte weiter schreien. Aber wozu? Mich würde doch sowieso keiner hören. Ich sank auf den kühlen Fliesenboden und machte mich ganz klein. Es war so kalt und ich zitterte am ganzen Leibe, bei jedem Atemzug bildete sich eine kleine Wolke vor meinem Gesicht. Ich rieb meine Hände aneinander um sie zu wärmen, jedoch spürte ich, dass es nicht wirklich half, da ich langsam kein Gefühl mehr in den Finger hatte. Ich sah es nicht, doch ich befürchtete, dass meine Finger blau wurden, denn kein Licht kam hier an, ausgeschlossen von dem Sonnenlicht und der Welt da draußen, in diesen Raum voll Dunkelheit und Kälte.
    Wie schön es wäre jetzt mit meinen Freunden durch die Straßen von Paris zu laufen, sich die Läden anzuschauen, ein Croissant zu kaufen und glücklich zu sein. Es sollte ein ganz normaler Ausflug mit meiner Familie und Freunden werden. Es hat so lange gedauert meine Eltern davon zu überzeugen, dass meine Freunde mit Kommen durften. Vor allem habe ich mich über Klars gefreut. Ach ja, Klars. Der Gedanke an Klars erwärmte mich und mein Herz. Ich habe mir vorgestellt, wie er mir vor dem Eifelturm einen Kuss gibt. Meine Lippen prickelten, bei dieser Vorstellung. Ich genoss den Moment und schloss meine Augen, für diese kurze Zeit hatte ich keine Angst mehr, ich vergas die Kälte um mich und war einfach nur von Glücksgefühlen umhüllt, in Gedanken an meinen Klars.
    Aber dann fiel mir etwas Schreckliches ein, der Gedanke traf mich wie ein Schlag ins Gesicht, mein Körper spürte wieder die Kälte und ich war völlig am Ende. Was ist... Ich wollte nicht daran denken, doch der Gedanke ließ mich einfach nicht los. Was ist, wenn ich Klars nie wiedersehe, wenn ich den Kuss nie auf meinen Lippen spüren werde. Ich wusste es würde nicht helfen zu glauben; zu glauben, dass noch jemand kommt; zu glauben, dass ich doch noch hier raus kann; zu glauben, dass ich das Sonnenlicht wiedersehe; zu glauben, dass ich Klars mich küssen würde. Ich spürte wie eine Träne meine Wange runter lief, aber ich durfte jetzt nicht verzweifeln und wischte sie rasch weg, ich biss mir auf die Lippe damit ich stark bleiben konnte, jedoch war meine Hoffnung so klein, dass ich es nicht schaffte. Ich brach in Tränen aus, im dunklen, kalten Raum, ohne Hoffnung, ganz allein. Ich war müde, ich wollte schlafen, aber ich durfte nicht. Was ist wenn ich nicht mehr aufwache? Was ist wenn ich diesen Schlaf nicht überlebe? Ich wollte nicht sterben! Ein anderes Mal! Aber nicht heute! Nicht jetzt!
    Ich wollte es einfach schaffen, auch wenn meine Hoffnung klein sein mag. Ich wischte mir die Tränen vom Gesicht und stand auf, ich lief im Eiskalten Raum herum ohne einen Plan. Ich sah nicht wo ich hin lief, ich lief einfach, ich ignorierte die Kälte und die Dunkelheit, ich wollte das Gefühl nicht verlieren zu leben, auch wenn ich dann irgendwo gegen knallen würde. Meine Schritte hallten im ganzen Raum wieder, es hörte sich an als wäre der Raum größer als man zu denken vermag, doch ich wurde immer schwächer. Mein Herz schlug, wie meine Schritte immer langsamer und das Atmen viel mir schwerer. Ich ging weiter orientierungslos durch den Raum, doch meine Beine machten schlapp. Ich zwang mich weiter zu gehen, aber meine Kraft ließ nach, bis ich letztendlich zu Boden fiel.
    Ich konnte ja wenigstens versuchen wach zubleibe, jedoch hatte ich keine Kontrolle mehr über meinen Körper, der von der Kälte überfallen wurde.
    Ich hielt meine Augen auf, ich war tot müde, ich war kraftlos und auch der letzte Rest Hoffnung verflog allmählich. Ich nahm meine, wohlmöglich letzten Atemzüge und mein Herz klopfte, schwach seine letzten Schläge. Ich versuchte an Klars zu denken, an unsere erste Begegnung, damit wenigstens mein letzter Gedanke schön sein konnte. Wir wollten beide einen Apfel, aber es gab nur noch einen. Ich wusste noch genau, wie ich weiche Knie bekam als unsere Hände sich berührten und unsere Blicke sich trafen. Seine Augen hatten die Farbe wie fließender Honig. Sie waren das schönste, was ich je gesehen habe. Die Begegnung war wie im Film, so wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich träumte noch ein wenig mit offenen Augen über seine hellbraunen Locken. Aber ich wusste das meine Zeit gekommen war. Ich schaute in die Dunkelheit und bevor ich meine Augen schloss rollte mir noch eine letzte Träne über die Wange.
    Plötzlich hörte ich ein lautes Quietschen, dass meine Ohren schmerzten. Sonnenstrahlen strömte herein und erhellte den ganzen Raum. Zunächst war ich total geblendet, doch nach einiger Zeit gewöhnten meine Augen sich ans Licht. Ich stand auf und lief ohne noch einmal zurück zu Blicken oder mich bei den Männern zu bedanken, die mich raus ließen und die sowie so einfach an mir vorbeigingen, aus dem Raum, in die Welt da draußen. Ich blieb nach einigen Metern stehen und streckte meine Arme zum Himmel, schloss die Augen und genoss die warme Sonne die auf mich schien. Es war unbegreiflich schön, das Gefühl von Wärme wieder auf der Haut zu spüren.
    Als ich meine Augen wieder öffnete entdeckte ich, in etwa 30 Metern zwei Polizeiautos und einen Krankenwagen, in den gerade eine in Decken eingewickelte Person eingeladen wurde. Ich konnte die Person, wegen den Decken aber auch wegen der Ferne, nicht genau erkennen, doch die Frau die weinend hinterher einstieg, kam mir unglaublich bekannt vor. Ich wollte zu ihr rennen, sie in den Arm nehmen und trösten. Es tat mir im Herzen weh, sie so Leiden sehen zu müssen, nur wegen dieser Person. Jedoch blieb ich an Ort und Stelle stehen. Ein junger Mann redete mit einer der Ärzte. Wie die Frau, kam er mir ebenfalls bekannt vor. Es fühlte sich an als wäre er ein nicht in Erfüllung gegangener Wunsch. Ich beobachtete den Jungen eine Weile, wie er mit dem Arzt sprach, bis er bedrückt den Kopf hängen ließ und die Hände vors Gesicht schlug. Seine hellbraunen Locken versteckten sein Gesicht, sodass ich es nicht sehen konnte. Ich dachte mir, er könnte ein Freund von der Person im Krankenwagen sein. Meine Lippen prickelten unbeschreiblicher Weise, in den Gedanken bei dem Jungen, doch es verschwand kurz darauf wieder.
    Eine Mutter kam mit ihrem Kind an der Hand an mir vorbei, ich begrüßte sie, doch sie würdigte mich keines Blickes, obwohl ich nur einen halben Meter von ihnen entfernt war. Das Kind jedoch zeigte begeistert auf mich. Ich lächelte es an, doch der Finger zog plötzlich an mir vorbei, so als würde das Kind auf etwas Bewegliches zeigen. Ich folgte dem Finger und bemerkte, dass das Kind auf ein fliegendes Wesen mit vier Flügeln zeigte. Wie hieß, das noch gleich, ach ja Libelle. Die Libelle flog dem Himmel entgegen. Ich war vollkommen entrüstet, dass keiner der Personen, die an mir vorbeigingen mich bemerkten, so als wäre ich unsichtbar.
    Auf einmal kam mir ein furchtbarer Gedanke. Ich dachte an die Person die in den Krankenwagen eingeladen wurde, der nicht weit von dem Raum entfernt war, wo ich eingesperrt war. Ich dachte an die Frau, die mit einstieg und ich dachte an den Jungen der anscheinend, deswegen so traurig war. Ich schaute auf meine Hände und sah, dass sie im Licht schimmerten und unsichtbar wirkten. Ich hatte also recht. Ich sah zu dem Jungen, der genau in meine Richtung schaute mit seinen Honiggoldenen Augen. Ich sah zum Eifelturm und dachte an meinen Traum. Es durfte nicht sein, aber leider war es so.

Kommentare (1)

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Romy (55391)
vor 387 Tagen
http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1475077173/Sieben-Worte-fuer-ein-Wunder-Ein-Schreibwettbewerb
auf diesen Link könnt ihr eure Bewertung zu dieser Geschichte abgeben. Dort findet ihr auch den Link zu torden!s Geschichte.
Ich freue mich aber auch über Rückmeldungen hier in den Kommentaren, danke.