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Das Biest und der Tyrann - Teil 40

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1 Kapitel - 5.885 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2016-10-21 - Entwickelt am: - 1.103 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Meine lieben Leserinnen, die Meisten von euch können sicher mit Grit mitfühlen. Ich kanns!

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    Kids Sicht
    Autsch! Ich mache die Augen auf. Das war kein schönes Gefühl. Ich atme ein paar Mal tief durch. Auf die rechte Seite drehen ist also ziemlich dumm und schmerzhaft. Es ist bereits hell im Zimmer. Die Sonne scheint schon irgendwo hoch zu stehen, aber durch die Bullaugen fällt ihr Licht nur bedingt. Ich schau zur Seite. Grit schläft noch. Sie liegt auf der Seite und lehnt ihren Kopf an meine Schulter. Ich bin krankgeschrieben, richtig? Dann muss ich ja noch nicht aufstehen. Heute gönne ich mir mal einen langen Morgen. Ich knicke meinen Arm ab und streichle mit dem Handrücken über Grits Wange. Was für ein großartiges Geschenk sie doch ist. Sie muss wohl noch im Tiefschlaf sein, denn sie reagiert nicht einmal auf diese Bewegung. Ich lächle und lege meinen Arm wieder zurück unter die Decke. Es ist doch ein wenig angenehmer, von der Wärme her. Eines steht mir heute noch bevor. Die Diskussion mit Grit ist noch nicht gegessen. Ich weiß, wie sehr sie darauf besteht und eigentlich würde ich die Sache auch gerne zu Ende bringen, aber Lust habe ich so gar keine darauf. Vielleicht sollte ich mir schon mal ein paar Argumente ausdenken. Grit hatte schließlich gleich mehrere Tage Zeit, um sich Totschläger Argumente auszudenken. Aber eigentlich habe ich gar keine Lust dazu. Das versaut mir nur den Morgen. Hm… so lange im Bett rumliegen passt mir auch nicht wirklich. Ich weiß, was ich tue. Vorsichtig rolle ich mich aus dem Bett raus. Das habe ich auch an dem Tag gemacht, als wir beide uns verkracht haben… Ich nehme meinen Waffengürtel und gehe in die Küche. Es ist niemand da. Naja, außer Thomas natürlich. „Guten Morgen Käpt’n“, begrüßt er mich überschwänglich. „Morgen Thomas“, begrüße ich ihn. „Sag mal, wie spät ist es?“, frage ich verwundert. „Halb zehn, wieso?“, antwortet er. „Ah“, mache ich und nicke verstehend. „Wollte nur sichergehen, dass ich mich nicht geirrt habe.“ Ich nehme ein Tablett und stelle Frühstückssachen zusammen. „Die Letzten haben sich vor gut einer Stunde schlafen gelegt“, meldet er. Ich ziehe überrascht eine Augenbraue hoch und schaue ihn an. „Vor zwei Stunden?“, frage ich nach. „Jawohl!“ „Na dann ist es ja kein Wunder!“, murmle ich und mache den Kühlschrank wieder zu. „Ich schätze mal Brunch ist angemessen, nicht wahr?“, sage ich zu Thomas. Er nickt. „Das denke ich auch“, antwortet er grinsend. Ich schaue ihn mir genauer an. „Hast du eigentlich geschlafen?“, frage ich skeptisch nach. Er verhält sich seltsam. „Drei Stunden Käpt’n!“ „Was zur Hölle machst du denn dann hier in der Küche?“, frage ich sarkastisch nach. „Leg dich wieder hin und zwar auf der Stelle! Du kannst auch in zwei Stunden hier stehen und darauf warten, dass die Männer aufstehen.“ Thomas stöhnt erleichtert auf. „Danke man“, sagt er. Das klingt schon eher nach ihm. Ich nehme das Tablett. „Schlaf gut!“, sage ich und gehe zurück in meine Kajüte. Das Tablett stelle ich auf dem Tisch ab. Grit schläft noch immer. Ich gehe ins Bad und mache mich frisch. Putze Zähne, wasche mich und so ein Zeugs. Ich stell mich vors Bett und beobachte Grit. So langsam könnte sie auch mal aufwachen. Vielleicht sollte ich sie wecken. Aber dann könnte sie ziemlich grantig sein. Andererseits habe ich jetzt das Frühstück vorbereitet und bekomme auch langsam Hunger. So schlimm kann es nicht werden, oder doch? Das Frühstück wird sie schon wieder beruhigen. Aber es ist keine besonders gute Voraussetzung für unsere Diskussion. Während ich hier noch abwäge, seufzt Grit leise und dreht sich auf die andere Seite. Ach Scheiß drauf! Ich wecke sie jetzt. Ich beuge mich über sie rüber und gebe ihr einen Kuss auf die Stirn. „Guten Morgen“, sage ich zärtlich. „Hmm?“, macht Grit. So tief kann sie gar nicht mehr schlafen. „Die Sonne lacht und das Frühstück steht bereit!“ Grit gräbt ihr Gesicht ins Kissen. Ich beuge mich weiter vor. Ah! Mist! Das tat weh! „Dann werde ich halt das ganze Essen alleine aufessen und du bekommst heute Morgen nichts“, drohe ich grinsend. „Hm!“, sagt Grit und es klingt nicht zufrieden. Sie dreht sich auf den Rücken. Langsam öffnet sie die Augen eine Spalt breit. Wiederwillig stiehlt sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Okay!“, sagt sie schmollend. Ich lache kurz auf und gebe ihr noch einen Kuss auf die Stirn. Sie reibt sich den Schlaf aus den Augen. Ich gebe sie wieder frei, damit sie aufstehen kann. Grit geht ins Badezimmer. Kurz darauf höre ich den Wasserhahn. Entspannt lehne ich mich gegen den Tisch. Als Grit fertig ist, zieht sie sich einen Pulli über und krabbelt wieder ins Bett. Ich nehme das Tablett und setze mich zu ihr. Wir machen es uns gemütlich und lehnen uns gegen die Wand. „Mhhh!“, macht Grit. „Da hast du dir ja richtig Mühe gegeben!“ Sie grinst. Ich lache und sage: „Meinst du nicht, ich hätte noch kleine Apfelschiffchen machen sollen?“ Grit lacht. „Das hätte es definitiv noch besser gemacht.“ „Lass es dir schmecken“, eröffne ich das Frühstück. Alte Angewohnheit! Grit nimmt kichernd ein Brot und fängt an es sich zu beschmieren. Ich schaue sie einfach nur an. Sie ist so fröhlich. Einfach nur so! Grit schaut zu mir. „Was ist?“, fragt sie lächelnd. Ich schüttle den Kopf. „Ach nichts!“, antworte ich und mache mir nun ebenfalls ein Brot. Während wir frühstücken, erzählt Grit mir von den letzten Tagen. Sie meinte zwar, dass ich das alles schon wüsste, aber ich war schließlich im Koma, als sie mir das alles das erste Mal erzählt hat. „Weißt du Kid“, sagt sie schließlich. „In der Nacht, als ich aufgewacht bin, da war ich ganz alleine. Ich hatte Angst alleine zu schlafen, deshalb habe ich John gebeten bei mir zu bleiben. Er hatte Angst, dass du zornig werden könntest. Aber ich meinte, du weißt ja, dass wir beste Freunde sind und so.“ Ich nehme Grit in den Arm. „Alles in Ordnung. Ich wäre sauer gewesen, wenn er nicht für dich da gewesen wäre“, erkläre ich ihr gelassen. „Apropos!“, sagt Grit plötzlich energisch. Sie dreht sich unter dem Arm weg und setzt sich schräg zu mir. Ich weiß, was jetzt kommt. „Das erinnert mich an die Sache! Du sollst mir verdammt noch einmal nicht immer vorschreiben, was ich machen soll, wenn wir uns an Land befinden.“ „Ich bin dein Käpt’n!“ „Du weißt genau, was ich meine“, sagt sie böse und sticht mir mit dem Zeigefinger in den Oberkörper. „Ständig tust du so, als müsste ich an der kurzen Leine gehalten werden. Wenn du nicht willst, dass ich mit anderen Typen tanze, warum tanzt DU dann nicht mit mir?“ „Ich tanze nicht!“, entgegne ich und werde laut. „Ach, das ist ja ganz toll! Das heißt dann, dass ich gar nicht mehr tanzen darf. Super! Echt toll!“, sagt sie sarkastisch. „Da ist es schon wieder! Du bist total egoistisch! Ich kann das halt echt nicht mit ansehen. Das schadet meinem Ruf!“ „Oho! Ich schade deinem Ruf! Vielleicht sollte ich dann lieber gehen, oder was?“ „Scheiße man, nein! So war das nicht gemeint! Ich meinte, dass das den Anschein macht, als würde ich alles durchgehen.“ „Das ist auch alles was dich interessiert: Dein Ruf!“ Ich stöhne. „Natürlich nicht!“ Wie soll ich mich da bloß wieder rausreden? „Was stört es dich, wenn ich da tanze? Ich meine, du knallst die Typen am Ende ja eh alle ab. Macht doch gar keinen Unterschied!“, sagt Grit streitlustig. „Schön!“, rufe ich laut aus. „Dann bin ich eben eifersüchtig! Aber das bist DU auch!“ Grit verschränkt die Arme vor der Brust. „Das stimmt doch gar nicht!“, versucht sie sich zu verteidigen. Sie weiß genau, dass ich Recht habe. „Also hast du die Frau einfach so abgeknallt, ja?“, sage ich nun provozierend. Grit ringt nach Worten. „Na und? Lass mich doch!“, sagt sie schließlich widerwillig. Wir starren uns einen Augenblick böse an. „Wenigstens vertraue ich dir, wenn du alleine in der Stadt unterwegs bist“, setzt sie nach. Ich stöhne genervt auf. „Oh man ey! Ich habe das gestern doch nur angeordnet, weil wir so viel Scheiße in der Stadt gebaut haben.“ „Gestern, ja?“, sagt sie spöttisch. „Ist doch scheißegal, wann das war! Ich wusste einfach nicht, ob die Bewohner einen Mob planen. Wirfst du mir etwa vor, dass ich mich um deine Sicherheit sorge, oder was ist eigentlich dein Problem?“ „Mein PROBLEM ist, dass auf mich 320 Millionen Berry ausgesetzt sind, was bedeutet, dass ich stark bin. Und trotzdem muss ich angeblich beschützt werden.“ Grit schreit schon fast, so aufgebracht ist sie. „Und wenn da ein ganzer Trupp Marinesoldaten vor dir steht, ist es trotzdem hilfreich, wenn du nicht alleine bist.“ Dieses Thema regt mich fast noch mehr auf, als das andere. „Das wäre nicht das erste Mal, dass ich in so einer Situation bin. Wie gesagt: ich habe mir mein Kopfgeld verdient.“ Das macht mich echt wütend. Ich könnte jetzt so richtig jemanden verprügelt. Natürlich nicht Grit. Irgendein Arschloch! „Ich halte mich an mein Versprechen zu meiner Mama. Wenn man mich einsperrt, dann…“ „IST JA TOLL, DASS DU EINE MUTTER HATTEST!“ Wut kocht in mir. Grit schaut mich bestürzt an. Eigentlich wollte ich nicht so laut werden. „So ist das nun mal in einer Beziehung. Man muss Kompromisse eingehen. Du kannst nicht erwarten, dass ich dir jeden Wunsch erfülle. Weißt du, ich habe auch Bedürfnisse. Eines der Bedürfnisse ist, dass es dir gut geht und du so wenig wie möglich verletzt wirst.“ Grit schaut mich trotzig an. Diesmal besteh ICH auf mein Recht. Dieser Punkt ist mir wichtig. Sehr wichtig! Grit haut wütend aufs Bett und kämpft sich aus dem Bett. Die Decken lassen sich nicht so leicht abschütteln, dass macht sie nur noch wütender, das ist ihr anzumerken. Schließlich verlässt sie das Bett. Sie schaut mich noch einmal böse an, dann stapft sie zur Tür, geht raus und knallt diese laut zu. Ich seufze. So eine Scheiße! Ich halte mir die schmerzenden Rippen. Na das ist ja schon einmal gut gelaufen.

    Grits Sicht
    Man bin ich sauer. Ich bin so sauer, dass ich nicht einmal sagen kann, wie sauer ich bin. „Hey Grit, was ist denn los?“ Ich lasse John einfach stehen und steige die Treppe hinunter. Wehe da ist jetzt jemand im Navigationsraum! Ich gehe den Gang entlang ins Bug des Schiffes. Die Lagerräume lasse ich links und rechts liegen. „Bleib doch mal stehen!“, ruft John mir nach. Er verfolgt mich. Ich steige die Treppe zum Navigationsraum hoch. Da ist niemand. Ich knalle die Luke unter mir zu. „Ey!“, ruft John, welcher wohl direkt hinter mir war. Wütend gehe ich auf und ab. „Was ist denn los mit dir?“, fragt John wieder, als er die Luke nun hinter sich schließt. Kid kann mich mal! Ich antworte John nicht. „Hattet ihr Streit, oder was?“ „JA!“, pampe ich ihn an. „Hey, hey! Deshalb musst du mich ja nicht so anschreien!“, verteidigt er sich. „Doch! Du hast auch damit zu tun!“ Ich merke, wie es gleich aus mir heraussprudelt. John setzt sich in einen der Sessel und scheint darauf zu warten, dass ich ihm jetzt erkläre, was ich meine. „Kid denkt, er müsse mich immer beschützen. Als wäre ich ein kleines Kind! Immer aufpassen, dass mir nichts passiert. Er tut gerade so, als hätte ich weder Kraft noch Kampftechniken. Wenn ich alleine unterwegs bin, bin ich zu schwach um mich zu verteidigen. Anscheinend kann ich nicht einmal einen einfachen Handtaschenräuber überwältigen. Ich frage mich nur, wie habe ich all die Jahre ohne Kid überlebt und wie bin ich bloß zu meinem Kopfgeld gekommen. Kannst du mir das bitte erklären?“ John antwortet nicht. Habe ich aber auch nicht erwartet. Wild gestikulierend fahre ich fort: „Ist ja nicht so, als ob wir schon Seite an Seite gekämpft hätten. Ich meine. Ich habe ihm doch wohl schon mehrmals bewiesen, dass ich mein Kopfgeld Wert bin!“ Ich hole Luft. „Weißt du Grit“, beginnt John, aber ich unterbreche ihn. „Außerdem war es in SEINER Anwesenheit, als ich von der Marine entführt wurde. Also bitte! Er kann mich ja nicht einmal selber beschützen. Wofür dann also immer diese beschissenen Bodyguards.“ „Grit, weißt du eigentlich, was hier auf dem Schiff los war, als die Marine dich geschnappt hatte?“, sagt John vorwurfsvoll. „Ich habe ja keine Ahnung“, antworte ich spöttisch. „Kid ist ausgeflippt. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Er war Stundenlang in der Gummizelle und hat gewütet, wie ein Löwe. Während Killer dich befreit hat, hatte Kid die ganze Zeit Seesteingewichte um, um den letzten Rest Energie und Kraft aus sich herausgeprügelt. Er hat nicht geschlafen, nicht gegessen. Er konnte nicht einmal mit jemanden reden. Die ganze Nacht lang. Als du im Kampf aufgeschlitzt wurdest, da hat er jede Nacht bei dir im Krankenzimmer verbracht. Ich habe ihn jeden Abend zu dir gehen sehen“, erklärt er mir ruhig. „Ich glaube nicht, dass er dich ärgern oder einsperren will, wenn er sagt, dass er dich beschützen möchte. Es ist einfach so: er würde lieber sterben, als zuzusehen, wie du leidest.“ Ich versuche meine trotzige Miene bei zuhalten. Innerlich zerfließe ich gerade. Ich hatte ja echt keine Ahnung. Es ärgert mich zwar, dass ich das zugeben muss aber… „Ich glaube ich habe Kid Unrecht getan“, flüstere ich. Für mich klang es immer so, als wäre er überfürsorglich und wäre nur eifersüchtig und so. Vielleicht war ich echt zu egoistisch. Wegen dem Tanzen lässt sich sicher ein Kompromiss aushandeln, aber in dem Punkt wird Kid sicher drauf bestehen wollen. Ich denke, ich sollte wirklich dieses Mal ein Stück meiner Freiheit aufgeben und auch mal Kid einen Wunsch erfüllen. Das muss ich ihm unbedingt sagen. Jetzt! Bevor es zu spät ist! Ich springe auf. „Danke John!“, sage ich hastig und laufe zur Tür. Ich reiße sie auf. Es ist kalt draußen und das Deck ist mit Schnee bedeckt. Egal! Das halte ich aus! Ich laufe los. Schnell spüre ich die Kälte an meinen Füßen. Ich habe ja nur Socken an. Auf der anderen Seite reiße ich die Tür zum Speisesaal auf. Verwunderte Blicke richten sich auf mich. Kid ist nirgends zu sehen. Ich haste durch den Raum. Gerade als ich durch die Tür will, stoße ich mit Kid zusammen. „Ah! Grit! Pass doch auf!“ Ich bin voll in ihn reingerannt. Das hat sicher wehgetan. Ich nehme seine Hand und ziehe ihn zurück in den Flur. „Es tut mir Leid Kid!“, sage ich atemlos. „Es tut mir wirklich Leid! Du hattest Recht! Ich war egoistisch!“ Kid schaut mich skeptisch an. „Was ist denn mit dir passiert?“, fragt er argwöhnisch nach. Ich lege meine Hand an seine Wange, stelle mich auf Zehenspitzen und küsse ihn. Eine Flut von Emotionen überkommt mich. Kid scheint überrascht zu sein, aber er fängt sich wieder. Er legt seine Hände an meine Wange und kommt mir etwas entgegen, damit ich mich nicht so strecken muss. Mhh… das fühlt sich richtig gut an. Von den vorbeilaufenden Jungs kommen Pfiffe und „Uhh“-Rufe. Ich zeige ihnen den Mittelfinger. Gelächter. Ich muss grinsen. Langsam entferne ich mich von Kids Lippen. „Nimmst du die Entschuldigung an?“, flüstere ich. „Darauf kannst du wetten!“, antwortet Kid und legt seine Lippen wieder auf meine. „Wow, das ging aber schnell“, höre ich John kommentieren. Ich grinse wieder. Kid hat mich ganz in diesem Kuss gefangen. Die Berührungen brennen wie Feuer. Er dreht meinen Kopf etwas zur Seite. Mein Hals ist jetzt ganz ungeschützt. Ganz zärtlich verteilt Kid seine Küsse auf meinem Hals. Ich seufze leise. SO GUT! „Nehmt euch ein Zimmer!“ „Dann guck halt nicht hin“, schießt Kid zurück. Ich kichere und schaue ihn an. Er lächelt zu mir runter.

    Kids Sicht
    Jemand räuspert sich hinter mir. Ich drehe mich um. John steht etwas geknickt vor mir. „Ich muss mit dir reden Käpt’n“, sagt er eingeschüchtert. Was ist denn los mit ihm? Ich nicke ihm zu. „Alles klar soweit?“, frage ich Heat, mit dem ich gerade noch den Landgang besprochen habe. „Aye!“, antwortet dieser und entfernt sich. „Was ist los?“, frage ich nach. „Als du im Koma lagst, hat Grit mich gebeten eine Nacht bei ihr zu bleiben. Sie war so alleine und brauchte Gesellschaft. Also bin ich geblieben. Du hast mein Wort, dass ich absolut respektvoll mit ihr umgegangen bin“, erklärt John mir gehorsam. Er steht stramm und schaut mir furchtlos ins Gesicht. Ohne Furcht erwartet er mein Urteil. Man! Was habe ich für treue Männer! Ich packe John an der Schulter. „Ich weiß! Grit hat mir bereits erzählt, wie gut du dich um sie gekümmert hast. Ich danke dir!“, sage ich freundschaftlich. John atmet erleichtert aus. „Danke Käpt’n!“, sagt er. „Wolltest du nicht noch einmal mit an Land gehen, bevor wir weitersegeln?“, frage ich ihn. Er nickt. „In der Tat. Ich wollte aber erst mit dir sprechen“, entgegnet er aufrichtig. Ich grinse. „Alles klar!“, antworte ich. „Ist noch was?“ Er sieht so aus, als wäre noch etwas. Er schüttelt den Kopf. Ich drehe mich ab. „Kid!“, sagt John dann doch noch. Ich wende mich ihm wieder zu. „Grit kam vorhin zu mir und war ganz außer sich wegen eurem Streit. Sie konnte nicht verstehen, warum du uns befiehlst auf sie aufzupassen.“ Worauf will er hinaus? „Ich habe ihr erzählt, wie es dir ging, nachdem die Marine sie gefangen hatte! Und ich habe ihr auch erzählt, dass du an ihrem Bett Nachtwache gemacht hast, als sie im Kampf schwer verletzt war. Ich wollte, dass sie versteht, warum du das anordnest.“ Diesmal scheint er sich nicht so sicher zu sein, ob er das Richtige gesagt hat. Ehrlich gesagt bin ich mir da auch nicht so sicher, ob ich das okay finde oder nicht. Anscheinend hat es Grit dazu gebracht zu verstehen, aber eigentlich sollte sie das nicht von jemand anderem erfahren. „Schon gut“, seufze ich. „Es hat ja offensichtlich was gebracht. Du kannst jetzt gehen.“ „Aye!“, sagt John und dreht ab. Nun ja! Die Gruppe für den Landgang bricht auf. Da wir so lange noch vor Anker lagen, brauchen wir neue Essensvorräte. Außerdem ist den Männern der Alkohol ausgegangen. „Bill!“, sage ich und winke meinen Zimmermann heran. „Ja Käpt’n?“ „Wie steht es ums Schiff?“, frage ich. „Och, naja. Jetzt wieder ziemlich gut. Die letzten Kämpfe haben ihre Spuren hinterlassen, aber es ist alles wieder in Ordnung“, erklärt er. „Was musste denn ausgebessert werden?“ „Wir haben die Reling komplett erneuert. Sie war nicht nur beschädigt, sondern auch schon morsch an einigen Stellen. Das Krähennest wurde auch ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem drohte der Rumpf an mehreren Stellen voll zu laufen. Wir haben fast den ganzen Rumpf geteert, damit er dicht bleibt. Im Lagerraum 3 war ein Loch in der Seitenwand. Haben das auch geflickt. Zum Glück ist da nicht so viel Wasser reingekommen.“ „Puh! Und das habt ihr alles wieder zu Recht gemacht?“, frage ich nach. Bill nickt. „Fast wie neu!“ „Und der Männerschlafsaal? Grit hat mir erzählt, da wurde auch gewerkelt“, sage ich. Bill nickt wieder. „Komm mit!“ Wir setzen uns in Bewegung. „Eine Gruppe hat sich darum gekümmert. Sie haben den neuen Schlafsaal zum Vorbild genommen und ihn ähnlich hergerichtet“, erklärt Bill mir. Ich betrete den Raum. Es sieht tatsächlich dem anderen Raum ziemlich ähnlich. Allerdings sieht man auch, dass die Trennwände nachträglich montiert wurden. Im anderen Schlafraum sieht es einfach besser aus. „Nicht schlecht“, sage ich anerkennend. Auf dem Weg zurück zum Speisesaal unterhalten wir uns. Wir setzen uns an den Tisch. Nach einiger Zeit gesellen sich ein paar mehr dazu. Es ist echt entspannt, so zu sitzen und zu reden.

    „So! Da sind wir wieder!“ Ich schaue zur Tür, welche nach draußen führt. Franko kommt herein und klopft sich den Schnee von seinem Mantel. Seine laute tiefe Stimme trägt durch den Raum, sodass er die Aufmerksamkeit aller hat. Er wäre auch ein guter Kapitän. Vielleicht sollte ich Teddy gegen ihn austauschen… „Habt ihr alles bekommen?“, frage ich grinsend. Franko lacht dröhnend. „Natürlich. Und noch viel mehr“, antwortet er, während er zu mir kommt. „Wir könnten draußen ein bisschen Unterstützung gebrauchen, Käpt‘n!“ „Männer!“, sage ich laut. „Ihr habt es gehört! Alle mit anpacken!“ Sogleich wird meinem Befehl Folge geleistet. Ich stehe ebenfalls mit auf und gehe raus aufs Deck. Allerdings eher zum Beaufsichtigen. Ich schaue über die Reling. „Meine Güte! Du hast wirklich nicht übertrieben“, sage ich und lache. Franko steigt mit ein. Unten an Land steht haufenweise Zeug. Alles Mögliche auch auf Paletten verpackt. „Wir brauchen den Kran!“, befehle ich laut. Niemand macht Anstalten zu gehen. War das etwa nicht deutlich genug? „Das heißt: jemand muss unter Deck!“, sage ich etwas gereizt. Geht doch. Es finden sich einige, die schnell runter in die Lagerräume laufen. Ich gehe zur Lucke. Gerade will ich mit der rechten Hand nach dem Ring zum Öffnen greifen, da fällt mir meine Verletzung ein. Vielleicht lieber mit links. Ich greife nach dem Ring und ziehe die Luke mit einem Ruck auf. Ein stichartiger Schmerz durchfährt meinen Oberkörper. Ich lasse mir nichts anmerken, aber es ist kaum auszuhalten. Einige Minuten später wird der Kran ausgefahren. Die Arbeitskette funktioniert gut. Die erste Palette wird hoch gezogen. Sie ist vollbestückt mit Sake. „Habt ihr auch Lebensmittel mitgebracht oder nur Alkohol?“, frage ich amüsiert. Franko lacht wieder. „Keine Sorge, Käpt'n. Wir haben nicht nur Sake. Obwohl ich sagen muss, wir haben eine ganze Menge Alkohol geholt“, antwortet er. Ich nicke. „Sag Bescheid, wenn ihr fertig seid“, befehle ich. „Aye!“, bestätigt Franko. Ich gehe wieder rein. Die Rippen Schmerzen immer noch. Vielleicht war das keine so gute Idee mit der Luke. Ich gehe zum Doc. Seine Tür steht offen. Ich trete ein. Phil liegt auf dem Krankenbett und der Doc versorgt seine Hand. Ich sehe nur ziemlich viel Blut. Phil hält sich die freie Hand an die Stirn. „Hey Käpt'n!“, begrüßt er mich mit geschwächter Stimme. Ich lehne mich neben die Tür an die Wand. „Was ist passiert?“, frage ich. „Das will ich dir lieber nicht erzählen“, gibt Phil zu. Der Doc schüttelt verständnislos seinen Kopf. Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Was bedeutet das?“, frage ich alarmiert weiter. „Es ist etwas peinlich“, sagt er kleinlaut. Ich belasse es dabei. Er will wohl nicht schwach dastehen. Es dauert einige Zeit, bis Phil mit einer verbundenen Hand den Raum verlässt. „Kleinen Moment!“, sagt der Doc zu mir und räumt blutige Tücher auf und reinigt sein Werkzeug. „Gab es Probleme?“, frage ich ihn. „Nein, nein!“, antwortet er so nebenbei. „Einen Unfall!“ Er wirft die dreckigen Handschuhe in den Mülleimer und wendet sich mir zu. „So!“ „Die Rippen schmerzen unerträglich“, sage ich. Würden sie nicht unerträglich schmerzen, wäre ich nicht hier. Der Doc schnaubt. „Kein Wunder“, schimpft er. „Du sollst dich schonen und nicht weitermachen, als wärest du kerngesund. Setz dich!“ Ich setze mich aufs Krankenbett. Der Doc untersucht mich. Ich lasse es über mich ergehen. Schließlich sagt der Doc streng: „Es scheint, als wäre da drinnen alles in Ordnung. Ich gebe dir noch einmal ein Schmerzmittel und für die nächsten Stunden, ruhst du dich gefälligst aus. Du hast dich innen ein wenig aufgescheuert. Wenn du dich für einige Zeit einfach mal nicht so viel bewegst, dann geht die Reizung auch wieder zurück. Ich sage es noch einmal ganz deutlich: Ruh. Dich. Aus.“ „Was soll das? Gibst du mir etwa Befehle?“, fahre ich auf. Er geht mir echt auf den Geist. „Nur medizinische“, weicht der Doc aus. „ICH gebe hier die Befehle! Verstanden?“ „Kid, wenn du schnell wieder voll gesund sein willst, dann muss du auch mal auf deinen Arzt hören“, diskutiert er, jedoch mit etwas leiserer Stimme. „Lerne endlich angemessen mit mir zu reden“, beende ich harsch die Unterhaltung. Ich stehe auf und gehe. „Was ist mit dem Schmerzmittel?“, fragt der Doc. „Brauch ich nicht!“ Damit verschwinde ich durch die Tür. Mir reicht es mit ihm! Ich werde mich ausruhen. Schön! Aber wenn der Doc weiter so respektlos mit mir umgeht, werde ich mir etwas überlegen müssen. Ich stoße die Tür zum Speisesaal auf. Luke kommt mir entgegen. „Käpt’n“, nickt er mir zu. „Halt!“, sage ich und lege meine Hand auf seinen Oberkörper, sodass er anhalten muss. „Wo ist Killer?“, frage ich. Luke überlegt. „Bin mir nicht ganz sicher!“, antwortet er schließlich. „Bring ihn her!“, befehle ich. Luke nickt. Ich lehne mich an den Tisch und warte. Es dauert einige Minuten, da kommt Killer endlich. „Käpt’n?“, sagt er, als er bei mir ankommt. „Du hast für den Rest des Tages das Kommando. Sobald alles verladen ist, nehmt ihr Kurs auf die Insel, auf der wir uns mit Teddy treffen“, befehle ich. Er nickt. „Gut!“, sage ich und drücke mich vom Tisch ab. Killer geht zur Seite und macht mir Platz zum Gehen. Ich gehe zur Kajüte. Wo Grit wohl steckt? Seit dem Frühstück habe ich sie irgendwie nicht gesehen. Wahrscheinlich hängt sie im Navigationsraum ab. Scheint ihr neuer Lieblingsplatz zu sein. Ich öffne die Tür zu meiner Kajüte. Eine wimmernde Stimme ist zu vernehmen. Reflexartig stoße ich die Tür ganz auf. Sie knallt gegen die Wand. Ein gequältes Stöhnen ist zu vernehmen. Grit liegt im Bett und dreht sich auf die andere Seite. Sie hat die Beine weit hochgezogen und ist ganz gekrümmt. Sofort bin ich an ihrer Seite. „Was ist los?“, frage ich besorgt. „Bauchschmerzen“, antwortet sie mit vor Schmerz verzehrter Stimme. „Ich hol den Doc“, sage ich und richte mich sofort auf. „Nein!“, hält Grit mich auf. Sie dreht sich auf den Rücken und winkelt die Beine an. Mit der einen Hand massiert sie ihren Bauch, die andere ist zur Faust geballt und an die Schläfe gedrückt. Ich senke mich wieder langsam ans Bett ab. Sie jammert und stöhnt vor Schmerzen. „Grit“, setze ich ruhig an. „Es ist nichts Schlimmes“, erklärt sie. Ich beobachte sie einen Augenblick ruhig. Wenn sie meint… „Kann ich dir irgendetwas bringen?“, frage ich sanft. Grit atmet tief ein und wieder aus. „Schmerztablette, Kotzschüssel, Wärmflasche, Wasser!“, sagt sie. „Bin gleich wieder da!“ Ich mach mich auf den Weg. Zurück zum Doc. Meine Güte, was muss sie bloß für Schmerzen haben. Ich hab noch nie erlebt, dass sie sich so gewunden hat vor Schmerzen. Normalerweise überspielt sie es, genau wie ich. „Ich brauche eine Wärmflasche und Schmerztabletten!“, sage ich beim Betreten des Krankenzimmers. Verwundert schaut der Doc auf. „Wofür brauchst du das denn?“, fragt er. „Für Grit“, sage ich kurz angebunden. Der Doc scheint zu verstehen. „Hier bitteschön“, sagt er und gibt mir beides. „Pass auf, dass sie sich nicht an der Wärmflasche verbrennt und wenn sie ohnmächtig wird, musst du ihre Beine erhöhen.“ Ich nehme beides an mich. Der Ratschlag verwirrt mich. „Danke“, entgegne ich und mache mich gleich wieder auf den Weg. Zurück zum Speisesaal. In der Küche ist Markus bereits zu Gange fürs Abendessen. Auch wenn es vor einer Stunde gerade erst Mittag gab. „Hast du vielleicht zufällig Wasser am Kochen?“, frage ich ihn. Markus schaut in einen der Töpfe. „Noch nicht ganz!“, antwortet er. „Aber es ist schon dabei!“ Ich halte ihm die Wärmflasche hin. „Das ist gut genug. Füll hier etwas rein“, weise ich ihn an. Markus nimmt den Behälter skeptisch an. „Was ist das?“, fragt er, während er heißes Wasser einfüllt. „Äh, eine Wärmflasche!“, antworte ich irritiert. Währenddessen nehme ich eine mittelgroße Schüssel aus dem Küchenschrank. „Eine Wärmflasche?“, fragt Markus nach. „Willst du mich verarschen oder was?“, sage ich leicht gereizt. Er will mir doch nicht weiß machen, dass er noch nie eine Wärmflasche gesehen hat. Markus schüttelt den Kopf. „Bei was benutzt man die?“, fragt er nach. „Stopp! Das ist genug Wasser. Bei Bauchschmerzen zum Beispiel!“ Markus nickt anerkennend. „Nicht schlecht!“, sagt er. ich schaue ihn verständnislos an und schüttle den Kopf. „Wie auch immer“, sage ich, schnappe mir eine Wasserflasche und gehe wieder. Grit kämpft noch immer mit den Bauchschmerzen. „Komm her, komme her, komm her!“, sagt sie panisch und richtet sich auf. Ich eile zu ihr. Sie nimmt mir die Schüssel aus der Hand und kippt den Inhalt aus. Ihr Gesicht sieht ganz blass aus. Jegliche Farbe ist verschwunden. Ich setze mich auf den Bettrand. Grit beugt sich über die Schüssel, macht ein paar Würgegeräusche und erbricht sich. Ohje! Ich nehme ihr Dreads und halte sie zur Seite, damit sie nicht im Weg sind. Mein ganzer Brustkorb schmerzt, aber ich ignoriere es. So gut es eben geht… Grit keucht. Scheint, als wäre erst einmal alles raus. Ich gebe ihr die Wasserflasche. Sie spült ein paarmal ihren Mund aus und lässt sich stöhnend wieder ins Kissen fallen. Eine Träne quetscht sich aus ihrem Augenwinkel. Ich stelle die Schüssel erst einmal, ohne mir den Inhalt genauer anzusehen, zur Seite. „Hier ist die Wärmflasche“, sage ich sanft und gebe sie Grit. „Ist sie dir zu heiß?“ Sie legt die Wärmflasche auf ihren Bauch. „Danke, das geht“, sagt sie schwach. „Wenn sich dein Magen ein bisschen beruhigt hat, kannst du dir hier eine Schmerztablette nehmen. Wenn du noch etwas brauchst, sag Bescheid“, sage ich ihr. Grit nickt und krümmt sich wieder zusammen. Was sind das bloß für dolle Bauchschmerzen. Ich nehme die Schüssel und leere sie im Klo aus. Mit fließendem Wasser wasche ich sie ein wenig aus. Ich höre Geräusche. Plötzlich steht Grit schwankend in der Tür. „Mensch, sag doch was!“, rufe ich überrascht aus und stütze sie sofort. „Geht schon“, sagt sie etwas benommen. „Die kannst du hier lassen!“ Sie streckt ihre Hand nach der Schüssel aus. Skeptisch gehe ich aus dem Bad und schließe dabei die Tür. Hoffentlich wird sie jetzt nicht da drin ohnmächtig. Das bekomme ich ja gar nicht mit. Einen Augenblick später öffnet sie die Tür wieder schwankend. Ich helfe ihr sofort und stütze sie. Zusammen gehen wir zurück zum Bett. Grit legt sich wieder hin. Auf meine Seite übrigens. Ich setze mich zu ihr auf den Bettrand. „Kann ich noch etwas für dich tun, Süße?“ Sie braucht einen Moment, bevor sie antworten kann. „Dicke Socken und eine Hose“, antwortet sie. Ich gehe zum Schrank und suche ihr die Sachen raus. Vermutlich meinte sie, eine gemütliche Hose. Grit richtet sich am Bettrand auf und zieht sich im Sitzen die Hose aus und die gemütliche Hose an. Ich bin ein bisschen überrascht über ihre Offenheit. Wahrscheinlich ist es ihr gerade einfach scheiß egal. Sie zieht die dicken Socken über und verschwindet wieder unter ihrer Decke. „Hast du schon eine hiervon genommen?“, frage ich und halte die Tabletten hoch. Grit schüttelt leicht den Kopf. Ich nehme eine in die Hand. „Bitteschön“, sage ich und halte sie ihr hin. Sie nimmt sie in Mund und schluckt sie mit Wasser runter. „Guck mal, die Schüssel stelle ich neben dein Kissen. Ich bleibe hier. Wenn noch irgendwas ist, sag einfach!“ Grit macht ein zustimmendes Geräusch und verzieht das Gesicht gleich wieder vor Schmerz. Ich stelle den Sessel vors Bett. Auf dem Schreibtisch liegt eine Zeitung. Ich nehme sie und setze mich in den Sessel. Die Beine lege ich hoch aufs Bett. „Kid?“, sagt Grit schwach. Sofort nehme ich meine Beine wieder runter unter beuge mich zu ihr. „Danke!“ Ich lächle. „Werd lieber ganz schnell gesund, Kleine!“ Sie ringt um ein kleines Lächeln, dann stehen ihr die schmerzen wieder deutlich ins Gesicht geschrieben. Grit tut mir echt Leid. Aber woher kommen bloß die Bauchschmerzen? Hat sie was Falsches gegessen? Oder hat sie vielleicht eine Entzündung oder so? Dann sollte ich allerdings lieber den Doc holen. Auch wenn er noch so respektlos mit mir redet. Grit schien allerdings zu wissen, woher die Schmerzen kommen. Also nehme ich mal an, sonst hätte sie mich doch bestimmt den Doc holen lassen. Ich hoffe es ist nichts Ernstes. Ich runzle die Stirn. Sollte ich vielleicht doch den Doc holen? Als ich vorhin bei ihm war, schien er gar nicht alarmiert. Tja, wer weiß, was los ist. Also gut! Ich gebe Grit eine Stunde. Wenn dann keine Besserung passiert, hole ich doch den Doc. Solange leide ich mit ihr. Naja, mehr oder weniger. Ihr scheint der Bauch mehr zu schmerzen, als mir die Rippen. Hoffentlich hören ihre Schmerzen bald auf. Es ist schrecklich Grit so leiden zu sehen. Sie windet sich hin und her und stöhnt vor Schmerzen. Ich schlage zur Ablenkung die Zeitung auf. Sie ist von Vorgestern. Egal! Ich hab sie schließlich noch nicht gelesen. Es gibt so einige interessante Beiträge. Nach einiger Zeit schaue ich wieder auf. Grit schläft. Die Schmerztablette hat tatsächlich ziemlich gut geholfen. Was für ein Glück. Lächelnd wende ich mich wieder der Zeitung zu. Die Schmerzen in meinem Brustkorb sind auch besser geworden. Weg sind sie noch nicht. Es ist angenehm warm hier im Raum und der Sessel ist ziemlich gemütlich. Ich bin müde. Vielleicht sollte ich auch einfach ein Nickerchen machen…

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Fiete (46732)
vor 23 Tagen
Hier ist eine von diesen treuen Leserinnen ;)
Danke für dieses coole Kapitel! Ich kanns kaum abwarten, dass es weitergeht! :D
Aber lass dich nicht stressen. Wenn man unter Druck was erreichen soll, wirds meist nicht so gut. Ich bin bereit für eine super Geschichte (wie deine) auch ein ein paar Monate zu warten ;)
Und ich hoffe, die anderen Leser sehen das auch so.
Soul (23827)
vor 25 Tagen
Suuper Story ^^ Ich habe sie bis jetzt mit verfolgt und bin nach wie vor hin und weg *-* Ich liebe diese Story und bitte schreib so schnell wie möglich weiter ^^ * mit herzchen Augen vor dem Handy sitz *
Monkey D Sophie (46203)
vor 27 Tagen
Schön das du weiter geschrieben hast freue mich schon auf die Fortsetzung 😊😊😊😊😊
Luzybel ( von: Luzybel )
vor 31 Tagen
Endlich!! Freue mich schon riesig \^0^/
Ronja (32133)
vor 36 Tagen
Ich weiß! Schande über mich! Schande über meine Kuh! Der nächste Teil ist in Bearbeitung und kommt demnächst. Manchmal brauche ich einen Tritt ins Pöchen damit ich weiterschreibe.
Luzybel ( von: Luzybel )
vor 59 Tagen
Ja schreib unbedingt weiter!!! Warte jeden Tag dass es weiter geht :D
Monkey D Sophie (46203)
vor 60 Tagen
Hallo wann schreibst eigentlich weiter
Ronja (60192)
vor 104 Tagen
Ich freue mich wirklich sehr über euer Feedback. Das ermutigt mich weiterzuschreiben. Ich gebe mir immer Mühe also möglichst realitätsnah und grammatisch Korrekt zu schreiben. Die Fiete, habe Geduld. Vielleicht wird dein Wunsch ja schon bald in Erfüllung gehen. Wer weiß! Ich kann ja schliesslich nicht in die Zukunft schauen :P
Die Fiete (84825)
vor 107 Tagen
Ich bin Leserin seit der 21 Episode oder so (also als die gerade aktuell war). Und ich bin immernoch gefesselt! Dir fällt immer wieder was neues ein und du schreibst alles sehr lebendig. So viel Kreativität und Mühe nimmt man selten war in Fanfictions! Naja hier ubd da sind noch ein paar Kommata zu viel, aber im Allgemeinen ist auch die Rechtschreibung super! (Auch das ist ja leider selten der Fall bei Fanfictions, deswegen sag ichs mal) Außerdem ist die FF nicht nur auf diese ganze Liebesgeschichte fokussiert. Dasbist auch mal ganz angenehm im Gegensatz zu dem Schnulzenkram, den man sonst so liest. Trotzdem würde ich mir auch hin und wieder mal eine etwas intimere Szene von Grit und Kid lesen, wenn du verstehst, was ich meine ;D
Monkey D. Sophie (49701)
vor 137 Tagen
cool das du weiter schreibst ich hatte schon argst das es nicht weiter geht
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 139 Tagen
Endlich geht's weiter mit Teil 47 \^o^/
~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 179 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 182 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 187 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 191 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 216 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 498 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 510 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 510 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 510 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉