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Die Farbigkeit des Traums 2

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2 Kapitel - 1.878 Wörter - Erstellt von: Yuuki38599 - Aktualisiert am: 2016-10-18 - Entwickelt am: - 659 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Hier ist endlich Teil 2 meiner Geschichte.
Wer könnte diese Person gewesen sein? Kuraiko kann an nichts anderes denken, aber sie muss ja auch den Schulalltag meistern. Eines Nachts macht sie dann eine nette Bekanntschaft...

1
Unterricht und ein Traum

Wer war diese Person? Mir war noch kein Schüler mit zwei verschiedenfarbigen Augen aufgefallen. Und warum hat er mich beobachtet? "Also wirklich Kuraiko.", hörte ich Seiren neben mir reden, "Wir haben Kunstunterricht und du sitzt vor einem weißen Block." Ich schaute sie nicht an, sondern drehte nachdenklich meinen Bleistift zwischen den Fingern. "OK. Ich merke doch, dass dich etwas beschäftigt.", meinte sie, "Ist es wegen dem Mädchen vorhin?" Ich schüttelte den Kopf. "Nein, nicht wegen ihr." "Etwa wegen diesem Vertrauensschüler?", hakte sie nach. Ich seufzte ein Nein. Seiren wurde ungeduldig. "Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Na endlich! Ich wusste, du bist nicht krank." Verwundert sah ich auf meinen Block. Unbewusst hatte ich das seltsame Augenpaar angefangen zu zeichnen. "Das sieht wie immer ganz wundervoll aus!", meinte meine Freundin bewundernd, "Dein Talent hätte ich gern, Kuraiko." Ich lächelte und erzählte ihr von meiner Begegnung. Sie fand das sehr spannend und war der Meinung, ich sollte doch herausfinden, wer das gewesen ist.
Bald kam dann der Geschichtsunterricht und der Lehrer bat die Klasse um Aufmerksamkeit. Jetzt war Teshis Referat an der Reihe: Überlebensbericht eines Opfers des Angriffs auf Nagasaki durch die Amerikaner.Er interessierte sich sehr für dieses Thema und meldete sich daher freiwillig, ein Referat dazu zu schreiben.
Wie ich Teshi bereits kannte, war er keinesfalls nervös, vor der Klasse zu sprechen. Jedenfalls ließ er es sich nicht anmerken. Ich hörte nur mit einem Ohr zu. Mit meinen Gedanken war ich ganz woanders.

Der Vollmond tauchte die Lichtung auf der ich stand in ein silbernes Licht. Als ich an mir hinunter sah, bemerkte ich, dass ich mein Lieblingskleid trug. Dunkelblau und knielang, mit einer Schwarzen Schleife unterhalb der Brust. Schuhe trug ich keine. Ich drehte mich ein paar Mal um mich selbst, um mein Kleid fliegen zu lassen. Doch plötzlich fühlte ich mich beobachtet. Ich schaute mich um, konnte aber zuerst niemanden entdecken. Da sah ich ein fremdes, aber zugleich vertrautes Augenpaar in der Dunkelheit der Bäume. Das eine Blau, das andere Grün. Langsam schritt ich darauf zu, als mich plötzlich eine Eule am Arm packte und kräftig daran rüttelte.

"Kuraiko! Kuraiko, wach auf!" Es war Seiren. Erschrocken fuhr ich hoch. Ich war wohl im Unterricht eingenickt. Peinlich berührt sah ich mich um und erkannte, dass mich alle anstarrten. "Akema san? Könnten sie mir wohl erklären, warum sie während meines Unterrichts ein Nickerchen halten?", fragte mich unser Lehrer, der, wie ich jetzt erst bemerkte, direkt vor mir stand. "Ähm, e-entschuldigen sie, Sensei. Es wird nicht mehr vorkommen.", stammelte ich. Hinter ihm, sah ich Teshi, der sich sehr bemühte, nicht laut loszulachen. "Das hoffe ich doch.", antwortete der Lehrer, "Ich würde sie nur ungern nachsitzen lassen". Ich nickte und er fuhr mit dem Unterricht fort. "Was ist denn nur los mit dir?", fragte mich Seiren. "Ich weiß auch nicht.", murmelte ich und setzte mich wieder. Ich hoffte einfach nur, dass der Unterricht bald zuende war.

Die Nacht war furchtbar. Wie konnte ich nur im Unterricht einschlafen? So etwas war mir noch nie passiert! Dass Teshi sich darüber amüsieren kann, weiß ich ja. Er ist eben mein Bruder. Aber... Neiin...
"Hast du meine Bürste gesehen?". Seirens Stimme holte mich aus meinem Selbstmitleid. "Die müsste oben im Regal sein.", rief ich ins Bad. "Hab sie!" Haare kämmend kam meine Freundin ins Zimmer. Sie hatte darauf bestanden, dass ich nach dem Unterricht sofort mit ihr auf unser Zimmer gehe, ich nicht wieder so spät schlafen gehe und im Unterricht einschlafe. Jetzt saß ich an meinem Schreibtisch und zeichnete dort. Auch wenn ich mitkommen musste, vom Zeichnen konnte mich Seiren nicht abhalten. Diese Fähigkeit - oder Begabung, wie viele sie nennen - hatte ich von meinem Großvater geerbt. Weder mein Vater, noch meine Mutter konnten viel mehr, als ein Strichmännchen zeichnen. Unsere Familie hatte zwar viel Geld, aber ich wollte nicht ewig davon abhängig sein. Irgendwann wollte ich einmal als Kunstlehrerin arbeiten und den Kindern die kreative Welt zeigen.
Teshi könnte sich meiner Meinung nach sehr gut als Modell machen, aber er ist auch ein helles Köpfchen und das Genie der Familie Akema. Er glänzt in so gut wie jedem Fach. Außer in Kunst. Das ist mein Steckenpferd. So einen Schlaukopf als Bruder zu haben ist zwar manchmal ziemlich nervig, aber wenn er mir nicht bei Mathe und Physik geholfen hätte, dann wäre ich sicher schon längst durchgefallen. Das Abi brauche ich schließlich, wenn ich Lehrerin werden will. "Mach nicht mehr so lange, ja?", hörte ich Seiren sagen,"Wenn in einer halben Stunde das Licht noch an ist, weißt du, was passiert." Ich nickte und sie legte sich hin. Wenn sie sich um jemanden Sorgen macht, sollte man sie wirklich ernst nehmen. Also legte ich den Bleistift aus der Hand und ging auch ins Bett.

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