Sieben Worte für ein Wunder - Nora

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2 Kapitel - 786 Wörter - Erstellt von: Torden! - Aktualisiert am: 2016-10-04 - Entwickelt am: - 523 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier kommt mein Beitrag zum Schreibwettbewerb.

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    Der Kabelbinder schnitt tief in die Haut ihrer Handgelenke. Schon vor einigen Stunden hatte sie es aufgegeben, sich gegen das Plastik zu wehren. Ihr B
    Der Kabelbinder schnitt tief in die Haut ihrer Handgelenke. Schon vor einigen Stunden hatte sie es aufgegeben, sich gegen das Plastik zu wehren. Ihr Blut war inzwischen getrocknet.
    Nora wusste weder wie spät es war, noch wo sie überhaupt war. Also waren auch die Stunden ungewiss. Es hätten genauso gut Tage oder Sekunden sein können.
    Ihr Atem ging zitternd und Tränen hatten salzige Furchen über ihre Wangen gezogen. Das einzige was im Dämmerlicht erkennen konnte, waren die rostigen Stahlrohre an der Wand gegenüber. Einzelne Roststücke hatten sich von den Leitungen gelöst und bildeten einen roten Teppich auf dem Betonboden. Zumindest hoffte sie, dass es Rost war. Obwohl... Am Ende liefen Blut und Rost ja immer auf das Selbe hinaus.
    Noras Lippen waren rissig und ihre Kehle sehnte sich nach Wasser. Entfernt erahnte sie noch den Geschmack des Honigs vom Frühstück. Er erinnerte sie an weite Wiesen voller Blumen und das Summen der Bienen im Gras.
    Sie wollte hier unten nicht sterben. Ihre Situation war ihr unbegreiflich. Eben hatte es noch Honig zum Frühstück gegeben und jetzt saß sie gefesselt in einem Lagerraum. Constantin hatte ihr zugelächelt und vergessen war der Streit vom Vorabend gewesen.
    Sie biss die Zähne zusammen und begann von Neuen die Kabelbinder an der alten Heizung zu reiben. Dabei rissen ihre Wunden auf. Doch sie durfte nicht schreien. Keinen Laut von sich geben. Am Anfang hatte Nora es mit Schreien versucht, aber der einzige der sie gehört hatte, war der stumme Mann gewesen. Er war in den Raum gestürmt und hat ihr ins Gesicht geschlagen. Ihr Auge war auf dieser Seite zugeschwollen.
    Irgendwer wird mich suchen kommen, dachte Nora. Auf der Arbeit werden sie mich vermissen und Constantin wird sich heute Abend wundern, wenn ich nicht da bin. Irgendwer wird die Polizei rufen und dann komme ich hier weg. Höchstens drei Tage. Diese Hoffnung war dünner als ein Libellenflügel, das wusste sie. Doch das war alles, was sie im Moment noch hatte.
    Schallende Schritte näherten sich. Sofort hörte sie auf, die Kabelbinder durchzuscheuern. Ihr Herz begann zu hämmern.
    Er kommt zurück, er kommt zurück, er kommt zurück.
    Nora machte sich so klein wie möglich und erwartete bereits die Schläge des stummen Mannes. Aber sie kamen nicht. Zaghaft sah sie auf. Der stumme Mann war nicht allein. Hinter ihm stand...
    „Constantin!“, rief Nora mit kratziger Stimme. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Jetzt würde alles gut werden.
    Ihr Mann trat auf sie zu und hockte sich neben sie. Behutsam berührte er ihre geschwollene Wange. Er wandte sich an den stummen Mann.
    „Ich habe dich angewiesen, dass du ihr nicht wehtust, Frank!“, herrschte Constantin den Fremden mit kalter Stimme an. Plötzlich war seine Berührung ihr unangenehm, brannte regelrecht. Etwas stimmte nicht. Woher kannte Constantin ihren Peiniger?
    „Was ist hier los, Constantin?“, wisperte Nora. Eine noch größere Angst beschlich sie.
    „Es tut mir Leid Schatz, aber es geht nicht anders.“, sagte er. Seine Stimme war ihr so vertraut und doch sofern. Das Eisen hatte sich hineingeschlichen, wie es es nur ganz selten tat. Hinter seinen Augen war eine Wand aus Eis entstanden.
    „Tu, was du tun musst.“, wies er Frank an. Constantin erhob sich und ragte nun über Nora auf. Wortlos schritt er zur Tür. Sie starrte ihm nach. Der stumme Mann, Frank, zog eine Pistole aus seinem Gürtelholster.
    Nora brüllte den Namen ihres Mannes, als Frank den Hebel der Waffe zurückschob, um diese zu entsichern. Constantin verließ den Raum.
    „Bitte!“, flehte sie, „Bitte!“ Der stumme Mann blieb stumm. Durch einen Tränenschleier nahm Nora wahr, wie er die Pistole auf sie richtete. Noch einmal schrie sie Constantins Namen, doch Franks Finger krümmten sich bereits um den Abzug.




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1475244061
Sieben Worte für ein Wunder - Nora
Sieben Worte für ein Wunder - Nora
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2016-09-30
40J0
Horror, Krimi

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