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Elfenmärchen

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1 Kapitel - 1.031 Wörter - Erstellt von: Laory. - Aktualisiert am: 2016-09-27 - Entwickelt am: - 262 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Einige Elfen sind gefangen in einem Höhlensystem und wollen einen Weg heraus finden.

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    Gew, ein im Schattenreich wandelnder Elf, hatte jahrelang nach dem Ausgang gesucht und ihn nie gefunden. Die Spinnen des Schattenreiches hatten ihn verhöhnt, bis er ihnen selbst geglaubt hatte, dass er ein Versager war. Im Laufe der Jahre hatte er viele Metallgegenstände in den Höhlen des Schattenreiches gefunden, da es die einzigen Dinge waren, die nicht verfaulten. Normalerweise verstaute Gew diese Gegenstände in einem Beutel, den er immer bei sich trug. Seine Augen hatten sich längst an die ständige Dunkelheit gewöhnt, sodass er seine Klinge leicht finden konnte.,, Ich möchte so nicht weitermachen", rief er in die Höhlen hinein,,, es gibt hier nichts, wofür es sich zu leben lohnt!" Gerade, als er seinem Leid ein Ende machen wollte, krabbelte eine Spinne auf ihn, warf ihn zu Boden und spann seine Arme an die Wände, sodass er seine Klinge nicht mehr erreichen konnte.,, Wir wollen das hier doch nicht so schnell beenden, oder?", zischte die Spinne.,, Ich habe genug", sagte Gew,,, mach mich los!" Die Spinne lachte nur, ein unmenschlicher Laut in den dunklen Höhlen. Sie verschwand wieder in der Dunkelheit und ließ ihn mit seinen Gedanken allein.
    ,, Er ist tot! Oder? Ja", hörte Gew eine Stimme,,, bestimmt. Die ollen Spinnen haben ihn eingesponnen, wer weiß, wie lange er nichts gegessen hat. Na, dann wollen wir ihn mal losmachen. Muss ja nicht hier hängen. Oh." Gew öffnete langsam die Augen und sah eine junge Elfe vor sich stehen. Sie hatte seine Klinge aufgehoben.,, Damit lässt sich´s leben, da haben wir heute mal Glück gehabt, im Gegensatz zu-" Die Elfe drehte sich um und sah, dass Gew die Augen geöffnet hatte und sie ansah wie eine Erscheinung.,, Du lebst ja!", kommentierte sie das Offensichtliche. Gew nickte.,, Wer bist du? Kannst du mich losmachen?", fragte er . Die Elfe nickte:,, Ich bin Aisha. Lange habe ich nun mein Dasein in diesem Labyrinth da hinten gefristet und musste Fledermäuse jagen. Davon haben wir echt genug. Heute haben wir den Weg hier raus gefunden und dann sah ich dich hier hängen." Gew blickte sich um:,, Wir? Wer ist denn noch hier?",, Es ist nicht immer leicht in der Schattenwelt, entweder man zerbricht irgendwann daran oder man wird verrückt. Daher bin ich mir selbst eine gute Gesellschaft", erklärte Aisha.,, Wie du meinst", sagte Gew,,, du bist auch die erste Elfe, die ich nach zwei Jahren zu Gesicht bekommen habe. Alles schön und gut, aber kannst du mich bitte losmachen, damit ich meinem Leid ein Ende setzen kann? Bitte?" Aisha versteckte die Klinge hinter ihrem Rücken:,, Nein. Ich mach dich los und wir suchen den verdammten Ausgang!" Gew konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als weitere Jahre in der Dunkelheit herumzuirren und die nervigen Sprüche der Spinnen ertragen zu müssen. Andererseits hatte er keine andere Wahl. Als er schließlich nickte, schnitt Aisha die Spinnfäden durch.,, Danke", murmelte Gew. Aisha strich sich die roten Haare hinter die spitzen Ohren und winkte ihn ungeduldig hinter sich her.,, Was sind denn das für Turteltäubchen? Denkt ihr, hier könnt ihr glücklich werden? Soll ich euch mal gegenseitig eure Fehler verraten?", zischte eine Spinne, die gerade angekrabbelt kam. Aisha drehte sich um und schleuderte die Klinge auf die Spinne. Diese floh in die dunkle Höhle. Gew bewunderte Aisha dafür, wie sie sich in der Dunkelheit verhielt.,, Wo geht es da hin?", wollte die Elfe wissen und zeigte in die Richtung, aus der Gew gekommen war.,, Höhlen, Spinnen, wie überall", klagte Gew.,, Dann lass uns dort langgehen", schlug Aisha vor und nahm ihn bei der Hand. Nach einigen Stunden Fußmarsch erreichten sie eine Treppe, an deren Ende ein Licht zu sehen war.,, Bin ich jetzt endlich tot?", kommentierte Gew.,, Nein. Das ist der Ausgang. Bestimmt. " Die Elfe stieg die endlosen Stufen hinauf und kam keinen Meter weit.,, Das ist bestimmt nicht der Ausgang. Warum sollten gerade wir so viel Glück haben?", meinte Gew.,, Jetzt red nicht wie die Spinnen. Es muss einen Weg geben. Woraus besteht diese Welt?", fragte Aisha.,, Aus Hoffnungslosigkeit", sagte Gew.,, Genau. Wir müssen daran glauben, das ist der Unterschied." Die Elfe verschwand auf der vierten Stufe. Gew traute seinen Augen nicht.,, Aisha!", rief er.,, Okay, daran glauben. Dann ... glaube ich daran, dass ich hier genauso verschwinde wie diese Elfe", versuchte Gew, sich selbst zu motivieren. Er stellte sich vor, wie er bei Aisha war. Dann verschwamm alles vor seinen Augen und er stand neben Aisha.,, Es gibt also doch noch Wunder!", staunte er.,, Wo sind wir?", fragte Aisha. Gew konnte darauf natürlich keine Antwort geben. Eine fein gearbeitete Tür öffnete sich und heraus trat ein Elf mit einer Laterne. Aisha wusste nicht, was sie mehr blendete: Das Licht oder seine unglaubliche Schönheit.,, Wo kommt ihr denn her?", fragte der Elf.,, Wir...äh..." Aisha hatte vergessen, was sie sagen wollte.,, Aus der Schattenwelt", antwortete Gew.,, Den Ausgang hat seit Monaten keiner gefunden! Ey, und dafür musste ich jetzt herkommen. Geht einfach zurück und es passiert euch nichts, okay?", sagte der Elf.,, Hä?", machte Aisha.,, Na gut, ich hab sowieso keine Lust, noch länger Schichten zu schieben. Dann kommt halt mit, ich hab noch Termine für meine Hochzeit", sagte der Elf. Die Beiden folgten dem Elf durch einen Tunnel und waren wieder frei. Durch ihren Mut und ihre Hoffnung konnten sie das Schattenreich endlich verlassen.

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