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Das Biest und der Tyrann - Teil 38

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1 Kapitel - 3.820 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2016-09-27 - Entwickelt am: - 957 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Diesmal ist der Teil etwas kürzer, aber keine Sorge. der nächste Teil ist so gut wie fertig.

    1
    Grits Sicht
    Dieses ARSCHLOCH! Scheiß Tyrann! Ich knalle die Tür mit aller Wucht zu. Der Knall dröhnt in meinen Ohren. Was ist sein Problem? Das war Tanzen. Anständiges Tanzen. ER hätte ja auch mit mir tanzen können. Selber Schuld! Aber was noch viel schlimmer ist: ER HAT ES MIR VERBOTEN! Ich kann es kaum glauben, dass er mir das antut. Warum muss er mich immer kontrollieren? Naja, eigentlich kontrolliert er mich ja gar nicht immer… DOCH! DOCH DAS TUT ER! IMMER! Ich bin nicht sein Vogel, den er im Käfig halten kann. Sauer schreie ich auf. Seine Stimme klang so böse. Wuttränen rollen über meine Wangen. Ich hatte richtig Angst vor ihm. Es ist sooo kalt! Wann bin ich eigentlich bei diesem beschissenen Schiff? Ich friere und ich habe Hunger! „Grrrr!“ Was war das? Wachsam schaue ich mich um. Es ist so dunkel und der Schneesturm ist auch keine Hilfe. „GRRRR!“ Was auch immer es ist, es kommt näher. Okay! Jetzt oder nie. Ich laufe los. In der Hoffnung, dass ich gleich beim Schiff bin. Adrenalin durchpumpt meine Adern. Ich renne so schnell ich kann und ignoriere alles, was ich über wilde Tiere weiß. Das Tier ist hinter mir. Ich kann es hören. Ziemlich nah sogar. Mit schwitziger Hand versuche ich eine Pistole aus meinem Gürtel zu ziehen. Scheiße! Jetzt komm schon. Ich schaue während des Laufens auf die Pistolenhalterung. Es hat sich verhakt. Schnell! Ich hab‘s! „Wumms!“

    Wo bin ich? Was ist passiert? Ich halte mir den dröhnenden Schädel. Autsch! Es ist dunkel um mich herum. Vielleicht bin ich in einer Art Höhle oder vielmehr in einer Spalte. Hab ich alles bei mir? Mütze, Schal, Schuhe, Pistolen… PISTOLEN! Ich habe nur eine. Die Rechte fehlt. Halb blind taste ich den Boden ab. Er besteht auf jeden Fall schon mal aus Eis. Meine Finger werden kalt. Wo ist das verdammte Ding? „Au!“, stoße ich aus. Ich habe die Knarre gefunden. Mit meinem Fingernagel. Ich stecke sie zurück in meinen Gürtel. Okay! Erst einmal die Frage klären, was passiert ist. Ich bin vor einem Tier weggelaufen und bin irgendwo gegen gelaufen. Auf jeden Fall habe ich eine fette Beule an meinem schmerzenden Schädel. Gut so weit! Dann Bin ich hier an diesem Ort aufgewacht. Nun zu der nächsten Frage. Wo bin ich? Meine Augen gewöhnen sich an das spärliche Licht. Also es scheint tatsächlich eine kleine Felsspalte zu sein. Der Durchmesser ist an der breitesten Stelle vier mal fünf Schritte. An der einen Seite ist die Wand etwas schräg. Zwar nur ein ganz kleines bisschen, aber da sollte ich trotzdem einen Versuch starten, hochzuklettern. Ich schaue hoch, von wo einige Schneeflocken ihren Weg hier runter finden. Man kann den Rand nicht wirklich erkennen, aber ich würde so sieben bis zehn Meter sagen. Uff! Bevor ich jetzt anfange meine Energie zu verbrauchen, mache ich eine Bestandsaufnahme. Hier unten ist definitiv nichts, was ich gebrauchen könnte. Nicht einmal ein Stein. An mir habe ich meine beiden Pistolen und natürlich meinen Gürtel. Ich wühle in meiner Jacke und in meinen Hosentaschen rum. Ein Bonbon, eine leere Patronenhülse, ein Kronkorken, ein Zopfgummi und ein paar Gold Stücke. Na toll! Das hilft mir schon einmal nicht weiter. Ich begutachte die Schräge noch einmal. Sie ist nicht absolut glatt. Es gibt ein paar kleine Unebenheiten. Vielleicht kann ich die nutzen und darauf aufbauen. Hier unten wird mir jetzt langsam echt kalt. Ich nehme eine Knarre und packe sie beim Lauf. Mit dem Handgriff hacke ich auf das Eis ein. Ich versuche einen Fußtritt zu bauen. Das Eis ist hart. Das wird wohl ne Weile dauern. Ich komme kaum voran. Der erste Fußtritt dauert ewig. Erschöpft lehne ich mich an die Wand. „SCHEISSE!“, rufe ich aus und werfe meine Waffe in die Ecke. Das mit den Fußtritten wird doch eh nichts. Wie soll ich denn bitte weitermachen, wenn ich vom Boden aus keine weitere Höhe mehr erreichen kann? Außerdem sind meine Finger arschkalt. Ich reibe sie, um ein bisschen Wärme zu erzeugen. Das beruhigt mich ein wenig. Ich hebe meine Waffe wieder auf und mache weiter mit der zweiten Einkerbung. Wenn ich wenigstens ein Messer hätte. Ich brauche schließlich auch etwas für die Hände, um mich festzuhalten. Nur langsam splittert das Eis ab. Warum kann Kid jetzt nicht kommen? Dann würde er mich an den Waffen hochziehen. NEIN! Ich bin sauer! Richtig sauer! Fast schon wütend! Naja, eigentlich war ich vorhin wütend. Jetzt bin ich eher enttäuscht, schockiert, traurig und natürlich immer noch sauer. Und dann kommt noch verzweifelt dazu. „AH!“, entfährt es mir und ich haue voller Kraft gegen das Eis. Es splittert wieder ein wenig Eis ab. Verzweifelt lehne ich den Kopf gegen die kalte Wand. Ich will hier raus. Keine Ahnung, wie lange ich ohnmächtig war, aber arbeiten tue ich hier schon seit über einer Stunde. „HILFE! Ist da denn niemand?“, schluchze ich. Diese Eisspalte soll nicht mein Grab werden. An den Stellen, wo die Tränen meine Haut nass machen, tut die Kälte besonders weh. Ich wische mein Gesicht trocken. Es musste ja unbedingt eine Winterinsel sein. Hätte das nicht auf einer Sommerinsel passieren können? In einer Felsspalte zu stecken ist immer noch besser, als eine Eisspalte. Selbst wenn es feucht wäre. Ich versuche die Fußtritte zu benutzen. Ja! Immerhin! Es funktioniert. Ich kann mich drauf haaaaaa… „Autsch!“. Ich lande auf dem Po. Die Einkerbungen sind zu klein für meine dicken Schuhe. Verzweiflung kommt wieder auf. Mensch! Ich hab doch eine Teleschnecke. Schnell durchwühle ich meinen Mantel. Wo ist sie? Ich taste jede einzelne Tasche ab, aber ich kann sie nicht finden. Hektisch schaue ich mich in der Höhle um. „Scheiße!“ Ich muss sie irgendwo verloren haben. Dann bleibt mir jetzt wohl nur eine einzige Option: „HILFE! HALLO? HÖRT MICH JEMAND? HIIIIIILFEEEEEE!“ Immer und immer wieder schreie ich um Hilfe. Dabei laufe ich in der kleinen Höhle auf und ab. Hier drinnen vergeht die Zeit absolut gar nicht. Wer weiß, wie lange ich hier schon friere. Es wird immer kälter. Der Schneesturm oben hat noch nicht aufgehört. Es wehen ständig neue Schneeflocken rein. Meine Zähne klappern und meine Zehen werden taub. Bibbernd summe ich ein Lied und versuche mich dazu zu bewegen. Es macht wahrlich keinen Spaß. Ich summe einen Tango. Als Vergeltung! Ich kann Kid förmlich hören, wie er nach mir ruft: „Grit!“ Aber ich höre nicht auf ihn. Ich verlasse nicht die Tanzfläche. „Grit!“ Warte mal? Da hat gerade wirklich jemand meinen Namen gerufen, oder nicht? Es ist nur ganz leise. Ich verstumme und bewege mich keinen Millimeter. „Grit! Wo bist du?“ Eindeutig! Da draußen ist jemand. „HILFE! ICH BIN HIER UNTEN! HALLOOO! ICH BIN HIER!“ „Grit?“ Die Stimme kommt näher. Ein Glück! Ich schaue angestrengt nach oben zu dem Felsspalt. „HIER UNTEN! ICH BIN HIER!“ Euphorie überkommt mich. Das Zittern hat ein Ende. Einen Augenblick noch. Ich höre die im Schnee knirschenden Schritte. Ein Kopf taucht auf. „Grit? Bist du da unten?“ „KID?“, rufe ich ärgerlich. Warum ausgerechnet der? „Geht es dir gut? Bist du verletzt?“, fragt er besorgt. „Mir geht es gut. Dankeschön“, antworte ich distanziert und verschränke die Arme vor der Brust. Der kann was erleben. Immerhin, kann er mich hier herausholen. „Pass auf. Ich ziehe dich jetzt hoch“, sagt er. Ich halte meine Waffen fest. „Bereit?“, fragt er. „Ja. Mach schon, du Blödmann!“ „AHHHHHH!“ Schreiend stürzt Kid mit einer mächtigen Ladung Schnee zu mir herunter. Ich kann nicht einmal reagieren. Schnee fällt auf mich und findet unliebsame Öffnungen, um unter meinen Mantel zu kriechen. Ich schüttle mich „Ihhhh!“ Sehr unangenehm! Zum Glück ist Kid neben mich gefallen. „Verdammte Scheiße!“, flucht er und rappelt sich wieder auf. „Was sollte das?“, meckere ich ihn an. „Meinst du, du kannst mir von hier unten besser helfen, oder was?“ „Alter! Ich wollte dich hier herausziehen und bin abgerutscht“, gibt Kid verstimmt zurück. Ich verschränke die Arme vor der Brust und drehe mich weg. „Toll gemacht!“ Ich versuche inständig mein Bibbern zu unterdrücken. „Ah!“, stöhnt Kid. „Scheint, als hätte ich mir ne Rippe gebrochen. Oder vielleicht auch zwei.“ „Pft!“, mache ich. Ist mir ja sowas von egal! Nein, ist es nicht! Halts Maul! Dieses beschissene Gewissen. „Komm schon, Kleine!“, setzt Kid an. Ich drehe mich energisch um und schaue Kid böse an. „Komm mir jetzt nicht mit Kleine! Ich bin ja sowas von sauer auf dich Eustass Kid! Angeblich kann ich machen, was ich will. Aber dann ziehst du immer deine beschissene Beschützernummer ab. Verdammt noch einmal, ich kann alleine vom Schiff zur Bar gehen! Ich bin kein kleines Kind. Nie erkennst du meine Stärke an. Im Training bist du immer ganz beeindruckt, aber außerhalb der Schiffsplanken bin ich so zerbrechlich und wehrlos, dass ich nur mit Bodyguards unterwegs sein darf!“ „Das stimmt nicht!“, wirft Kid dazwischen. Seine Stimme ist lauter als meine, aber das schüchtert mich nicht im Geringsten ein. „Du weißt ganz genau, dass ich deiner Kraft vertraue.“ „Achja? Als ob!“, führe ich nun fort. „Du vertraust ja nicht einmal mir! Oder warum sonst lässt du mich nicht einfach mal tanzen.“ „Diesen Vorwurf kann ich gleich zurückgeben. DU hast heute Abend ja wohl angefangen.“ „Das ist doch was ganz anderes, das…“ „NEIN! Das ist gar nichts Anderes. Grit, ich liebe nur dich. Niemand sonst interessiert mich, aber das kannst du nicht verstehen. Warum?“ Ich schnaube. „Darum geht es doch gar nicht!“ „Worum geht es denn dann?“ „ICH BIN VERDAMMT NOCHMAL NICHT DEIN KANARIENVOGEL! DU SPERRST MICH EIN!“ Stille! Kid und ich halten Blickkontakt. Die Worte hallen nach. Ich glaube, ich habe Kid verletzt. „Du bist nicht mein Kanarienvogel!“, sagt er perplex. „Ich würde dich niemals einsperren!“ „Tust du aber!“, werfe ich ihm weiter vor. „Ich darf mich nicht mehr alleine bewegen. Ich darf kein Tango mehr tanzen. Ich darf womöglich bald gar nicht mehr tanzen. Wahrscheinlich darf ich bald nicht mal mehr das Schiff verlassen oder mit einem anderen Menschen reden.“ „Das ist nicht wahr!“, ruft Kid gereizt dazwischen. „Natürlich darfst du machen, was du willst. Aber kannst du mal bitte aufhören so egoistisch zu sein. Es geht nicht nur um dich!“ „Egoistisch? Ich bin überhaupt nicht egoistisch!“, rufe ich empört aus. „Was denkst du eigentlich, wie es mir dabei geht, wenn du mit anderen Typen praktisch Sex auf dem Parkett hast?“ Kid wird lauter. „Glaubst ich rufe da Hurra? Und denkst du, ich fand das geil, als die Marine dich verprügelt hat? Was denkst du eigentlich?“ Diesmal habe ich keine Worte. Und ich habe wirklich keine Worte. Nur ein Wutknäul in meinem Magen. Verbittert und trotzig verschränke ich die Arme vor der Brust. Kid seufzt und hält sich die Seite. „Lass uns das Streiten für nachher aufheben und erst einmal gucken, wie wir hier wieder rauskommen“, sagt er mit beruhigter Stimme. „Darauf kannst du Gift nehmen“, sage ich gereizt. Kid schaut sich die schräge Wand an und die Einkerbungen, die ich bereits angefangen habe. Er nickt. Über den Streit habe ich die Kälte ganz vergessen. Ehrlich gesagt ist mir durch den erhöhten Puls sogar ein wenig wärmer geworden, wenn auch nur geringfügig. Aber jetzt fange ich wieder richtig an zu frieren. „Gib mir dein Messer!“, sage ich und strecke die Hand aus. „Dann mache ich hier unten weiter.“ Kid reicht mir den Dolch. Während ich versuche die beiden Fußtritte tiefer zu machen, arbeitet Kid etwas höher mit seiner Pistole. Schweigend hämmern wir auf das Eis ein. Es ist eine langsame und frustrierende Arbeit. Nach einer Ewigkeit, so scheint es, haben wir ein paar Einkerbungen geschafft, die sogar groß genug für Kids Füße sind. Ich sitze auf seinen Schultern und hämmere die höchste Stufe, an die wir vom Boden noch ankommen. „Fertig!“, sage ich. Kid lässt mich runter. Bis zum oberen Rand sind es noch gut fünf Meter oder so. „Ich mache da oben weiter, damit ich dich dann hochziehen kann“, erklärt Kid und nimmt mir das Messer ab. Ich nicke. Er hat kein Zeichen der Schwäche mehr gezeigt. Wenn ihm die Rippe immer noch wehtut, dann zeigt er es nicht. Er hat mich eben sogar ne halbe Stunde auf den Schultern getragen und ist nicht mal eingeknickt. Ich weiß nicht, wie lange er das noch mitmacht. Vor allem, wenn die Rippe tatsächlich gebrochen ist und seine Organe aufschlitzt. „Kid, soll ich nicht…“, setze ich an, aber er unterbricht mich bestimmt. „Nein!“ Kein weiterer Kommentar dazu. Kid klettert die Fußtritte hoch. Skeptisch schaue ich zu. Hoffentlich funktioniert das. Mit der linken Hand rammt Kid das Messer ins Eis, um sich festzuhalten. In der anderen Hand hält er seine Pistole und arbeitet an dem nächsten Fußtritt. Plötzlich lässt Kid die Pistole fallen, krümmt sich und zieht geräuschvoll die Luft ein. „Kid“, sage ich vorsichtig. „Lass mich doch…“ „Es geht mir gut, Grit!“, sagt er wieder bestimmt, aber ich höre Schmerzen aus seiner Stimme.

    Kids Sicht
    Scheiße man! Wie das wehtut! Die Rippe ist definitiv gebrochen. Dem Schmerz nach zu urteilen, sind es sogar mehrere. Der Sturz vorhin war ziemlich ungünstig. Ich atme tief durch und versuche den Schmerz zu verdrängen. Mit meinen Teufelskräften hole ich mir die Pistole wieder. Monoton haue ich weiter auf das Eis ein. Die Kerbe muss noch größer werden. Es ist kalt. Vor allem die Finger meiner linken Hand fangen langsam an richtig kalt zu werden. Lange kann ich mich nicht mehr so halten. Die Kerbe ist fertig. Groß genug für einen Fuß. Jetzt die nächste Kerbe. Ich verlagere mein Gewicht ein wenig. Irgendwie muss ich meinen Fuß ein wenig anders hinstellen, sonst… „Scheiße!“ „Nein!“ „Rumms!“ Schon liege ich wieder auf dem Boden. Ich krümme mich vor Schmerz. Fuck! Verdammte scheiße! Ich stöhne auf. „Kid!“ Grit kniet sich besorgt neben mich. Mit den Händen wandert sie zu der Stelle, die ich mir vor Schmerzen halte. Es gibt kein Blut, aber das brauch es auch gar nicht, um wehzutun. Ich setze mich stöhnend auf. „Es geht gleich wieder“, versuche ich Grit und auch mich zu beruhigen. „Red doch keinen Unsinn!“, tadelt sie mich. „Du kannst ja kaum sitzen. Ich mache jetzt weiter!“ Ich kann nicht einmal protestieren. Schon klettert sie die wenigen Stufen hoch. Das Messer steckt noch immer. Sie hält sich auch mit der linken Hand fest und beginnt die Arbeit. Ich kann mich kaum bewegen und sitze mit dem Rücken angelehnt gegenüber von Grit. Es ist kalt. Noch wärmt der Mantel, aber wer weiß, wie lange er die Kälte noch abhalten kann. Verdammt ey! Wie konnte ich bloß in solch eine Situation kommen? Das hätte nicht passieren dürfen. „Bölleböllebölle!“ Grit unterbricht augenblicklich ihre Arbeit und schaut zu mir runter. „Bölleböllebölle!“ „Ist das dein Ernst?“, schreit sie mich an. „Was denn?“, frage ich zurück. „Du hast eine Teleschnecke dabei und lässt mich hier schuften? Wir hätten schon vor Stunden jemanden anrufen können“, sagt sie und fängt wieder an sich aufzuregen. Ich seufze. „Das Geräusch kommt von oben. Ich habe die Schnecke beim Sturz verloren“, erkläre ich. Grit schaut nach oben und seufzt. Sie zieht an dem Messer. Es scheint ziemlich fest zu sein. Vorsichtig ruckelt sie dran rum, um es zu lockern. „Ahhhh!“, kreischt sie und rutscht an der Wand runter. Ein Schreck durchfährt meinen ganzen Körper. „Uff!“, macht sie und kommt am Boden an. „Grit?“, frage ich besorgt. „Alles okay? Bist du verletzt?“ Ich mache Anstalten mich zu bewegen. Unter Schmerzen versuche ich aufzustehen. „Bleib sitzen“, stöhnt Grit. Sie wälzt sich zur Seite und steht auf. „Halb so schlimm!“ Sie schaut hoch zu der Stelle, an der sie eben noch war. „Ich kann nicht mehr“, flüstert sie. Ich weiß. Ich kann auch nicht mehr. „Irgendwie müssen wir doch hier heraus kommen“, schluchzt sie. „Die Teleschnecke liegt dort oben. Die Rettung ist so nah, aber ich kann sie nicht erreichen.“ Sie klingt verzweifelt. Kein Wunder. Sie ist ja noch viel länger hier unten als ich und vermutlich bereits halb erfroren, so wie ich sie kenne. Die Kälte dringt nun auch allmählich zu mir durch. „Wenn ich doch irgendwie an die Teleschnecke kommen könnte!“ Ihre Schluchzer verstummen. Sie legt ihren Kopf schief. Anscheinend läuft ihr Gehirn jetzt auf Hochtouren. Meine Gedanken sind verzehrt vom Schmerz. Plötzlich wird Grit aktiv. Sie kniet sich auf den Boden, sammelt etwas Schnee zusammen und macht einen Schneeball. Was hat sie denn jetzt vor? Sie zielt nach oben und wirft. Der Ball trifft gegen die Wand. „Mist!“, flucht sie leise und formt gleich den nächsten Schneeball. Wieder wirft sie. Diesmal etwas höher. Wieder und wieder. Sie trifft den Schnee oben am Rand. Dann rieselt immer etwas herunter, aber sonst passiert nichts. „Grit!“, sage ich ruhig. Ich habe die Befürchtung, dass die Teleschnecke bereits halb erfroren ist. Hoffentlich lebt sie noch, falls Grit sie tatsächlich erreichen sollte. „Ich schaff das“, sagt sie energisch. „Gleich wird sie runter fallen.“ Ich seufze leise. Wieder trifft sie den oberen Rand und Schnee fällt runter aber die Teleschnecke bleibt oben. „AHHH!“, schreit Grit auf. „Komm her“, sage ich ruhig und halte ihr den Arm hin. „Nein!“, ruft sie aus und stampft auf den Boden. Was ist das? „Pass auf!“, rufe ich aus. Grit zuckt zusammen und macht sich klein. Etwas fällt auf den übriggebliebenen Schnee. Die Teleschnecke. „Kid“, sagt Grit und in ihrer Stimme schwingt neue Hoffnung mit. Sie nimmt die Schnecke und kommt zu mir. Ich nehme sie an und wähle gleich Killers Nummer. Die Schnecke sieht echt nicht mehr ganz gesund aus. Wir müssen uns beeilen. „Ja?“, ertönt einen Augenblick später schon seine Stimme. Er klingt gehetzt. „Ich habe Grit gefunden“, sage ich schnell. „Na endlich!“, stöhnt er erleichtert auf. „Es gibt hier ein paar Komplikationen“, erkläre ich. „Ich weiß nicht, wie lange die Schnecke noch lebt, sie ist schon fast ein Eisblock. Wir sitzen in einer Eisspalte fest und das schon seit einigen Stunden. Ich brauche den Doc, meine Rippen sind gebrochen und ich weiß nicht wie lange Grit das hier unten noch aushält. Sie sieht nicht mehr so gut aus.“ „Halts Maul!“, wirft diese böse ein. Ich gucke sie an. „Ich mein das ernst. Du siehst total unterkühlt aus.“ Sie schweigt. „Wo seit ihr?“, fragt Killer. „Tja. So genau weiß ich das auch nicht. Hier in der Umgebung gab es viele Bäume und es ging leicht bergauf.“ „Wir sind nicht allzu weit von der Bar“, sagt Grit mürrisch. „Hast du das gehört?“, frage ich nach. Killer antwortet nicht. „Hallo?“, schreie ich in den Sprecher. Die Teleschnecke regt sich nicht mehr. „Scheiße!“, fluche ich erbost und werfe die Schnecke gegen die Wand. Ich keuche. Das tat weh! „Kid“, sagt Grit und klingt dabei so verletzlich. Ich schaue sie an. Sie sieht so verzweifelt aus. „Mir ist sooo kalt. Ich kann meine Zehen nicht mehr spüren.“ „Komm her!“, sage ich und breite meine Arme aus. Grit kriecht auf meinen Schoss und kuschelt sich an mich. Ich ziehe zischend die Luft ein. Sie schreckt auf. „Tschuldigung“, sagt sie besorgt. Ich lege die Hand auf die unteren Rippen der rechten Seite. Grit lehnt sich weiter auf der linken Seite an. Ich ziehe den Mantel über sie und bedecke sie so gut es geht. „Keine Sorge! Killer wird uns finden!“, beruhige ich sie. „Er ist der Beste im Leben retten!“ Ich habe Angst! Angst, dass Grit es nicht schaffen wird. ich werde alles tun, damit sie lebend aus diesem Alptraum kommt. Selbst wenn ich dabei draufgehe! Mir wird immer kälter. Nur die Stelle, auf der Grit liegt, wird ein wenig gewärmt. Sie liegt auf meinem Herzen. „Grit“, sage ich und meine Stimme ist nur noch leise. „HM?“, antwortet sie ebenfalls leise. „Wir dürfen nicht einschlafen.“ „Ich weiß!“

    Grits Sicht
    „Kid! Du darfst nicht einschlafen!“, sage ich schwach. Das Sprechen macht mir Mühe. Kid hat schon seit einer Ewigkeit nichts mehr gesagt. Er antwortet nicht. „Kid!“ Ich bewege meinen Kopf und klopfe so gut es geht damit auf seine Brust. „Kid!“ „Hm?“, sagt er kaum hörbar. „Bleib wach! Wir müssen kämpfen!“, spreche ich ihm Mut zu. „Ich weiß!“, flüstert er. Mir ist so kalt. Wann kommt Killer bloß? Es ist schon so lange her, dass wir mit ihm geredet haben. Ich mache mir wieder warme Gedanken. Kid und ich liegen am Strand. Die Sonne scheint. Der Sand ist warm, fast schon heiß und das Wasser hat Badewannentemperatur. Ich schwitze und schwimme im warmen Wasser. Meine Gedanken werden immer träger. Nach einiger Zeit frage ich wieder: „Kid? Bist du noch wach?“ Wieder kommt keine Antwort. „Kid?“, hauche ich. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr sprechen. Ich kann nicht mehr denken. Ich kann nicht mehr wach bleiben.

    „Grit! Kid! Kommt schon! Wacht auf!“ „Sind sie tot?“ „Nein! Grit atmet noch.“ „Kid atmet nicht mehr!“ „Lass mich durch!“ „Ist er tot?“ „Noch nicht! Seine Atmung ist sehr sehr flach.“ „Wir sind bereit! Bringt sie rüber, wir ziehen sie raus.“ „Vorsichtig! Kid ist schwer verletzt!“

    „Ich brauche warmes Wasser. Drei Schüsseln mit exakt 37 Grad warmen Wasser.“ „Wir brauchen Decken, bringt Decken!“ „Zieht ihr die kalten Sachen aus!“ „Aber Doc…“ „Wollt ihr sie sterben lassen? Bereitet eine Badewanne mit warmem Wasser für Kid vor. Auch 39 Grad warm. Er hat eine höhere Körpertemperatur.“ „Hier sind die Schüsseln.“ „Die sind für Grits Hände und Füße.“

Kommentare (116)

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Monkey D. Sophie (49701)
vor 16 Tagen
cool das du weiter schreibst ich hatte schon argst das es nicht weiter geht
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 17 Tagen
Endlich geht's weiter mit Teil 47 \^o^/
~ £∆D¥ ~ (14139)
vor 57 Tagen
Finde deine Geschichte wirklich spannend und extrem fesselnd.
Man kann gar nicht genug davon bekommen.
Die Charaktere kann man sich wirklich bildlich vorstellen in ihrer Mimik und Gestik.
Hoffe du schreibst schnell weiter (:
Denn das ist bis jetzt die beste Story die ich je gelesen habe. ❤
Natürlich hoffe ich des weiteren das deine Geschichte noch kein schnelles Ende findet!
Denn ich denke nämlich es gibt noch so einiges zu erzählen (;
Dafür das deine Geschichte so faszinierend und auch so ‚‚man denkt man ist hautnah dabei'' ist würde ich dir gerne mehr als nur 5 Sterne geben!
Mach bloß weiter so! ❤
Luzybel ( von: Luzybel)
vor 60 Tagen
Ich liebe deine Geschichte lese sie von Anfang an und warte immer fleißig auf ein neues Kapitel

Freue mich schon wieder aufs nächste :D
Ronja (17555)
vor 65 Tagen
Herzlichen Dank! Man tut ja was man kann nicht wahr?!
Ayumi (20597)
vor 70 Tagen
Wow was für eine lange und schöne Story *-*
Das gibt erstmal 5 fette Sterne *-* Probs an den Autor ich bin so gefesselt...da muss ich dich fast schon anzeigen wegen Freiheitsberaubung xD
Rosa (03587)
vor 94 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 377 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 388 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 388 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 388 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 392 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 394 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 395 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 465 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 474 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 501 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 518 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea (64467)
vor 518 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar (00301)
vor 544 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜