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Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 22)

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1 Kapitel - 1.913 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-09-27 - Entwickelt am: - 1.016 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Noch ein weiteres Kapitel mit Lily.

    1
    Die ersten paar Minuten sah ich gar nichts. Alles war schwarz und ich hörte nur noch das laute Rauschen des Wassers, was alles umgab. Nach einer Weil
    Die ersten paar Minuten sah ich gar nichts. Alles war schwarz und ich hörte nur noch das laute Rauschen des Wassers, was alles umgab. Nach einer Weile fühlte es sich an, als ob es nur das Rauschen gäbe. Das Rauschen und die Schwärze.
    Doch nach einer Weile klärten sich die Gewässer und ich sah manchmal Dracaenae, die ebenfalls von den Wellen herumgewirbelt wurden. Einmal war mir fast so, als ob ich ein Stückchen orangefarbene Haut erblickt hätte, aber ich hätte mich auch täuschen können.
    Doch keiner dachte daran, mich wieder einzufangen. Alle Monster, die ich sah, hatten ihre Augen in Panik aufgerissen. Nur ich war vollkommen entspannt. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich endlich in meinem Element war. Vielleicht lag es auch daran, dass ich genau wusste, dass ich Hippolytos entkommen war. Jedenfalls schien alles wie in Zeitlupe zu vergehen und ich hatte absolut keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als ich endlich im Meer landete.
    Ich musste mich wohl einige Meter unter der Oberfläche befinden, denn hier unten war es vollkommen ruhig. Nur ein paar kleine Fische schwammen herum.
    Was guckst du?, pöbelte mich ein Fisch an.
    Wie komme ich am besten nach oben?, entgegnete ich höflicher, als er es verdient hätte.
    Der Fisch verdrehte die Augen. Du musst natürlich nur zum Licht hinschwimmen. Aber ich glaube, der Boss hat gesagt, du sollst noch etwas auf ihn warten.
    Ich verschluckte mich fast. Der Boss hat gesagt, ich soll auf ihn warten? Das konnte nur bedeuten, dass mein Vater mich sprechen wollte. Ich hustete und hatte schon fast Angst hier unten zu ersticken, obwohl ich eigentlich unter Wasser atmen konnte.
    Wie bitte? Ich hatte meinen Vater noch nie von Angesicht zu Angesicht gesprochen. Zumindest nicht, dass ich mich erinnern konnte. Er hatte nur in einem Traum einmal zu mir gesprochen.
    »Hallo Lily.« Eine tiefe Stimme ertönte hinter mir. Unter Wasser klang sie seltsam verzerrt und es fühlte sich an, als ob er mitten in meinen Schädel sprechen würde.
    Ich drehte mich herum und blickte in die Augen meines Vaters.
    »Poseidon? «, fragte ich unsicher. Ich musterte den Menschen, entschuldigt, den Gott, der mein Vater sein sollte.
    Er war großgewachsen und hatte eine braungebrannte Haut. Seine Augen waren grün, genau wie die von Percy. Er hatte einen Dreitagebart und trug Bermudashorts und ein Hawaiihemd. Das Einzige, was er mit mir gemeinsam hatte, waren die schwarzen Haare.
    Er lächelte und es war ein seltsames Gefühl. Einerseits müsste ich außer mir sein vor Freude, aber ich war es nicht. Das war nicht nur mein leiblicher Vater. Es war auch der Mann, der mich die letzten Jahre meines Lebens alleingelassen hatte. Meine Mum und Mich.
    Ich versuchte über etwas Unpersönliches zu sprechen.
    »Was machst du hier? «, fragte ich. »Ist der Olymp nicht mehr gesperrt? «
    Poseidon rieb sich etwas verlegen den Nacken. Eine Angewohnheit, die ich manchmal an mir selbst beobachten konnte. »Offiziell schon, aber wir befinden uns im Kriegszustand und ich muss kontrollieren, wie schnell die Zyklopen hier unten arbeiten. Tyson hat schon 34 Überstunden und bei den anderen sieht es auch nicht besser aus.«
    Ich bekam ein schlechtes Gewissen. Seit ich meinen Halbbruder das letzte Mal gesehen hatte, hatte ich nicht mehr an ihn gedacht. War ich jetzt egoistisch?
    »Wie geht es ihm? «
    »Gut, «, sagte Poseidon. »Ich meine, er ist froh, dass er etwas tun kann und er macht sich Sorgen um Percy. Ich denke, ich werde Tyson bald nach ihn suchen lassen, obwohl ich eigentlich nicht denke, dass er allzu große Chancen hat ihn zu finden. Wenn Hera nicht will, dass er gefunden wird, dann wird er auch nicht gefunden werden. «
    »Wie stehen die Chancen für die Olympier? Im Krieg gegen die Giganten?«
    Poseidon schnaubte. »Zeus will immer Zuversicht vermitteln, aber ich weiß, dass es nicht so rosig steht, wie er immer allen klar machen will. Besonders da wir Hermes jetzt nicht mehr an unserer Seite wissen können. Du hast dem Götterboten echt den Kopf verdreht, weißt du das? «
    Er sah mich mit einem leicht besorgten Grinsen an.
    Ich war verlegen. Das war definitiv nicht die Art, wie ich es mir vorgestellt hatte mit meinem Dad über meinen ersten Freund zu sprechen.
    » Es tut mir Leid für den Ärger den ich verursacht habe. Ich wusste nicht, dass er so weit gehen würde. «
    Poseidon sah nachdenklich aus. »Das hat niemand gedacht. Wir haben uns alle eingebildet, ihn zu kennen, nach all den Jahren. Aber die Wahrheit ist, dass niemand ihn wirklich gekannt hat. Vielleicht weil sich niemand die Mühe gemacht hat, ihn kennenzulernen. Ich denke eigentlich nicht, dass das alles deine Schuld ist. Ich denke eigentlich eher, dass dieses ganze Schlamassel unsere Schuld ist. Die anderen versuchen die Schuld nur auf dich abzuwälzen, weil es der leichte Weg ist und weil du dich nicht wehren kannst. «
    Ich hoffte inständig, dass Recht hatte. »Danke. «
    »Aber das ist nicht der Grund, warum ich hier bin. Der eigentliche Grund ist, dass ich deine Hilfe brauche. «
    »Meine Hilfe? « Ich sah ihn verwundert an.
    »Ich denke, dass wichtigste was wir brauchen um Gaia zu besiegen, sind die Halbgötter auch wenn Zeus zu stolz ist, um sich das einzugestehen. Dir soll eine besondere Rolle zuteil werden. Du sollst die beiden Camps vereinen. «
    Ich war verwirrt. »Ist das nicht die Aufgabe der 7? «
    »Ja auch. Aber dir wird noch ein geheimer Auftrag zuteil. Du musst dafür sorgen, dass die 7 ihre Aufgabe erfüllen können. «
    »Sozusagen die Vorarbeit leisten? « Ich grinste schief. »Wie passend.«
    Er betrachtete mich ernst. »Weißt du, ich habe einmal zu Percy gesagt, dass er mein Lieblingskind ist. «
    Ich fühlte mich, als ob Poseidon mir in die Magengrube geboxt hätte.
    »Aber das ist nicht mehr wahr. Die Wahrheit ist, dass du ein mutiges Herz hast. Das du gütig bist und loyal. Aber du bist nicht die Person, die Dinge nur für den Ruhm tut. Du brauchst das nicht und dass habe ich immer an dir bewundert. Weil du eine Art stille Heldin bist. Doch für diese Aufgabe musst du über dich hinauswachsen. Du musst eine Anführerin sein und die Leute für dich gewinnen, auch wenn es sonst nicht deine Art ist. Dafür musst du akzeptieren, wer du bist. Die Tochter eines Gottes. Meine Tochter. «
    Während dieser kleinen Rede war es mir kalt und heiß über den Rücken gelaufen. Ich war in absolute Panik geraten. Ich war dafür definitiv die falsche Person! Ich konnte niemanden für mich gewinnen. Ich war kein Redner und ich war auch kein Anführer. Aber jetzt war ich vor allem eines: stinksauer.
    »Die Tochter eines Gottes. « Ich schnaubte. »Eines Gottes, den ich nur in meinen Träumen sehen kann? Toller Vater, hm? « Ich wurde langsam immer lauter. »Ein Vater, der mich zurückgelassen hat. Wegen dir lag ich nächtelang wach. Ich habe immer versucht, mir dein Gesicht vorzustellen. Um mir den Mann vorzustellen, von dem ich meine schwarze Haare geerbt habe. Der Mann, der meine Mum und mich im Stich gelassen hat!«
    Ich schrie mittlerweile und mir schossen die Tränen in die Augen. Zum allerersten Mal in meinem ganzen Leben ließ ich meiner ganzen Frustration, Wut und Trauer aus mir heraus und es war mir egal, dass ich wie ein hysterischer Teenager wirkte.
    »Und als meine Mum die Kraft hatte loszulassen, das Thema abzuschließen - Sie hat sogar geheiratet! -, da trittst du wieder in unser Leben. Und dann finde ich heraus, dass du ein Gott bist! Und das das normal ist, so alleingelassen zu werden! Dass es vielen Halbgöttern so geht! Es ist aber nicht normal, verdammt noch einmal! Und jetzt wo du meine Hilfe brauchst, da bist du plötzlich so nett zu mir, als ob nicht passiert wäre. Das ist doch nicht normal! «
    Zum ersten Mal seit unserem Gespräch wirkte Poseidon, als ob er etwas ernst meinen würde. Seine Lachfältchen waren zwar noch da, aber seine Augen waren von unendlicher Trauer. Wahrscheinlich haben sie meinen noch nie so ähnlich gesehen.
    »Es tut mir Leid, Lily. Dein Zorn ist gerechtfertigt und dass weiß ich auch. Ich wünschte mir so sehr… Ich wünschte mir so sehr ich könnte die Zeit zurückdrehen. «
    »Ich auch.« Jetzt da ich all meinen Zorn herausgelassen hatte, fühlte ich mich irgendwie leer.
    »Aber es ist immens wichtig, verstehst du? Nicht nur um meinetwillen. « Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich meine Hände zu Fäusten geballt hatte. »Das Leben eines Halbgottes ist niemals leicht, aber das ist auch der Grund, warum ihr so stark seid. «
    »Nein, nein…« Ich lockerte meine Hände. »Eigentlich bin ich dankbar, dass ich überhaupt eine Familie habe, vielen meiner Freunde geht es da viel schlechter. Ich wusste nicht einmal, dass ich so wütend bin…« Ich schämte mich für meinen plötzlichen Ausbruch.
    Obwohl ich immer noch Trauer und Reue in den Augen meines Vaters sah, lächelte er jetzt verständnisvoll.
    »Du darfst deine Gefühle nicht immer verstecken. Vertrau mir Lily, für uns ist es nicht gut, Gefühle zurückzuhalten. Ich weiß, dass du deine Freunde und deine Familie mit so etwas nicht belasten willst, aber es ist auch schlecht für dich selbst, wenn du alles in dich hineinfrisst. «
    »Ja, vielleicht hast du recht. Dad.«
    Mein Vater lächelte ein wenig. »Ich bin stolz auf dich und ich vertraue darauf, dass du das schaffst. Und es ist okay, wütend zu sein. Das ist nur menschlich. «
    Ich war zwar nicht vollkommen glücklich, was Dad betraf, aber ich hatte zumindest das Gefühl, dass sich etwas in mir gelöst hatte. Ein Knoten, von dem ich noch nicht einmal gewusst hatte, dass ich ihn in mir trug.
    »Ich fürchte unsere Zeit ist vorbei. Du musst zu deinen Freunden, sie werden bald wach werden. « Er zeigte mir noch einmal sein typisches Poseidon-Lächeln. »Ich bring dich hin. «
    Bevor ich irgendetwas entgegnen konnte, schnippte er und ich stand plötzlich wieder an dem Boot, mit meinen zwei schlafenden Freunden darin.
    Und trotz meiner Sorge um Hermes, trotz der Angst davor, was auf unserer Mission auf uns warten könnte und trotz der Gewissheit, dass eine gigantische Urgottheit und ihre Kinder darauf warteten, alles zu zerstören was mir lieb und teuer war, trotz alledem musste ich ein kleines bisschen lächeln, als ich auf das Meer hinausblickte.











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1474826317
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 22)
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 22)
Noch ein weiteres Kapitel mit Lily.
http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1474826317/Lily-Allenson-Untrennbar-Kapitel-22
http://www.testedich.de/quiz44/picture/pic_1474826317_1.jpg
2016-09-25
406G
Percy Jackson

Kommentare (230)

autorenew

Adhara ( von: Adhara)
vor 87 Tagen
Ich habe bei Estrellas Bilderliste einen Steckbrief von ihr und Hermes hinterlassen..
Bianca ( von: Paradise)
vor 89 Tagen
Ich könnte Lily theoretisch auch zeichnen, habe aber keinen blassen Schimmer wie sie aussieht ...
Adhara (97453)
vor 125 Tagen
Vielen Dank :D Percy ist einfach cool, das stimmt ;)
Oh das wäre klasse, Lynn!
Lynn (65784)
vor 125 Tagen
Ist echt gut geworden! :3
(Und ich könnte Lily zeichnen ^^)
Oceana (00320)
vor 131 Tagen
Wow, du schreibst so toll!!! Wenn ich deine Geschichte lese, wünsche ich mir auch einen Bruder wie Percy. Ich finde es so toll, dass die Geschichte parallel zu denen von Rick Riordan spielen. Nur Lily an sich mag ich nicht so gern.
Adhara ( von: Adhara)
vor 141 Tagen
Vielen, lieben Dank für das Lob :3
Saphirkralle (55672)
vor 141 Tagen
OMG! Deine Fanfiktion sind so cool! So spannend! Manchmal glaube ich das deine Geschichte besser ist als die von Percy Jackson. WeIter so!;)
Adhara ( von: Adhara)
vor 142 Tagen
Oh Mann, ich bewundere Vegetarier für ihre Willenskraft... Ich wünschte, ich könnte das auch^^
Naja, ich geb mir Mühe so schnell wie möglich weiterzuschreiben :)
Amethyst (78904)
vor 148 Tagen
Der Gestank von Fischen hasse ich. Vor allem von toten Fischen. Vegetarier for Life. Wo war ich stehengeblieben?
Ich finde, das Kapitel ist dir wieder mal gut gelungen und ich hoffe, dass du bald weiterschreibst ;)
Adhara ( von: Adhara)
vor 165 Tagen
Ja das könnte in etwa hinkommen...

Tja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt^^ Aber ich denke Lily wird das überleben, auch wenn es natürlich seine Vorteile hat, mit einem Gott zusammenzusein...
Lupa ( von: Lupa)
vor 166 Tagen
Etwas so gutes wird einfach nicht alt... xD und ka, müsste so umgefähr ein bis eineinhalb Jahre her sein...

Noch etwas zu Hermes und Apollo, wegen der Sterblichkeit: Hermes hat noch den Vorteil, dass er sein gutes Aussehen behält... hoffe ich zumindest xD
Aber leider kann er dann nicht mehr so coole Sachen bringen wie beim Tanzen in die Luft schweben oder meinetwegen auch Blumen aus dem nichts holen... :(
Adhara (19152)
vor 166 Tagen
Ach ja und nochmal vielen Dank :) Ich freue mich immer riesig, wenn andere Menschen meine Geschichten gern lesen. Die GF ist ja mittlerweile schon drei Jahre alt.... Ich bin immer wieder erstaunt, wie lange die Geschichte noch gelesen wird.
Adhara (19152)
vor 166 Tagen
Oh Mann, es ist ja schon Ewigkeiten her, dass ich in diesem RPG war 😊
Ich weiß nicht, mir ist nie aufgefallen, dass Teile von der Seite geflogen wären. Versuch eventuell sie Mal in der Google Suchleiste zu finden.... Ansonsten kann ich die Teile auch nochmal hochladen, aber ich bin sicher, dass die Teile noch irgendwo sind :)
Aber natürlich erinnere ich mich an dich ;)
Lupa ( von: Lupa)
vor 166 Tagen
Hey Adhara (oder sollte ich lieber Becky sagen, wo ich dich doch unter dem Namen kennen gelernt habe?),
Ich hab schon vor längerem diese beiden FFs angefangen und sie als ziemlich gut empfunden. Jetzt habe ich sie noch einmal komplett durchgelesen und bin der Meinung, dass sie seeeehr gut gelungen ist, von Idee, Schreibstil,... einfach in jeder Hinsicht. Allerdings finde ich einige Teile nicht, zum Beispiel untrennbar 9. sind die vielleicht von der Seite geflogen? Wäre nämlich schade, weil dann doch ein Teil der Geschichte fehlt...
Liebe Grüße,
Lupa

PS: wenn du dich fragst, wer zum teufel ich bin... vielleicht erinnerst du dich ja noch an das Camp halfblood-rpg von Nicky... :)
Amethyst (43351)
vor 239 Tagen
Oh mann, cool, dass du Reyna eingebaut hast. Sie ist meine Lieblingsperson und tut mir irgendwie total leid...
Ista (25240)
vor 241 Tagen
Jippieh! :) Ein neues Kapitel! Das warten hat sich gelohnt. Ich finde die Amazonen einfach toll und finde Rick Riordan's Idee mit Amazon einfach lustig XD. Außerdem ist Reyna mein Lieblingschara in den HdO Büchern und deshalb mag ich auch Hylla. Freue mich schon auf das nächste Kapitel :)
Adhara (33468)
vor 241 Tagen
So meine Lieben, endlich ist das neue Kapitel online :) Ich hoffe es gefällt euch und die Wartezeit war nicht zu lang...
Adhara (86644)
vor 275 Tagen
Ja, nicht wahr? Ich mag den Humor einfach^^
Vielen Dank :)
Ista (82865)
vor 275 Tagen
Die Teaser waren echt lustig XD. Und das Kapitel war auch gut. Mal schauen was so passieren wird...
Amethyst (39700)
vor 275 Tagen
Okay, jetzt habe ich den dritten gefunden. "Music". Natürlich.