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Das Biest und der Tyrann - Teil 37

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1 Kapitel - 7.088 Wörter - Erstellt von: Ronja - Aktualisiert am: 2016-09-21 - Entwickelt am: - 808 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Grits Sicht
    Kid setzt sich wieder. Wer ist bitte dieser Teddy und was bedeutete das mit den zwei Mannschaften? Bevor ich fragen kann, lehnen Kalle und John sich beide vor mich. Ich lehne mich überrascht zurück. Mir bleibt nur ein kleiner Schlitz zwischen den beiden mit Blick auf Kid. „Also!“, beginnt John. „Was ist da vorgefallen?“, fragt Kalle. Beide sprechen ziemlich leise. Irritiert ziehe ich die Stirn kraus. Wovon reden die denn jetzt bitte? „Was meint ihr!“, frage ich ebenfalls leise nach. „Tu nicht so unschuldig“, sagt John mit vielsagendem Blick. „Ja genau! Tu nicht so unschuldig“, wiederholt Kalle. „Was hat da mit euch beiden so lange gedauert?“, fragt John. Ich verdrehe die Augen. Die beiden sind einfach zu neugierig. „Was wollt ihr denn hören?“, frage ich provokant. Die beiden schauen mich eindeutig zweideutig an. Ich seufze. Das ist heute glaube ich kein guter Zeitpunkt für solch eine Diskussion. „Haltet jetzt beide die Klappe“, zische ich ihnen zu. Sie schaue mich verdutzt an. Ich schiele zu Kid rüber, aber er ist im Gespräch mit Mika zu seiner linken. Mir ist sehr wohl bewusst, dass meine Antwort ein bisschen untypisch war. Aber ich habe das Gefühl, Kid würde ein schlechtes Gewissen oder so bekommen. Das braucht er wirklich absolut nicht. Er war einfach schlecht drauf. Ich weiß ja, dass er ordentlich mit mir umgeht. Kalle und John werfen sich einen Blick zu und ziehen sich wieder zurück. „Danke!“, sage ich deutlich. Manchmal fühlt es sich so an, als wären die beiden meine älteren Brüder. Wie sie mich um Informationen bedrängen. Das machen doch sonst nur Geschwister, oder? Ich hatte nie Geschwister, aber so stelle ich mir das immer vor. Dieses Abendessen gefällt mir tausendmal besser als die zwei anderen Mahlzeiten heute. Kid ist endlich wieder besser darauf und ich auch. Was mir allerdings auffällt, ist, dass Kid und Killer absolut gar nicht miteinander reden. Scheint als hätten die Streit. Dachte, nur Frauen wenden solche Streitstrategien an. Egal. Die kriegen sich bestimmt wieder ein. Da fällt mir gerade wieder was ein. „Kiiiiid!“, sage ich. Er schaut mich an. „Du hast mir gar nicht erzählt, dass du zwei Mannschaften hast.“ Kid grinst. „Hab ich ja auch nicht. Ich habe nur halt zwei Schiffe“, erklärt er. Ich strecke ihm die Zunge raus. „Das meine ich ja“, sage ich. „Ähm ja. Es gab keinen Grund bisher, sorry“, sagt er und wirft mir ein entschuldigendes Lächeln zu. Ich zucke mit den Schultern. Ist ja auch eigentlich egal.

    Kids Sicht
    Abends sitzen wir gemütlich in der Sofaecke. Grit sitzt auf meinem Schoss. „Morgen hol ich mir erstmal was zu saufen! Ich will mich endlich mal wieder mit den Dämonen so richtig besaufen. Mein ganzer Vorrat ist aufgebraucht“, verkündet Stulle laut. Einige pflichten ihm bei. „Du denkst auch nur ans Trinken!“, kommentiert jemand. Stulle schüttelt den Kopf. „Ich hätte gerne auch mal wieder Gesellschaft von ein paar hübscheren Wesen als euch!“, sagt er undeutlich, dafür aber deutlich betrunken. Meine Männer grölen vor Lachen und heben den Bierkrug. Nagut, einige machen das. Ich sehe, wie Grit grinsend die Augen verdreht. Sie beugt sich zu meinem Ohr und fragt leise: „Der sind die Dämonen?“ In ihrer Stimme ist ein bisschen Angst. Ich lächle. „Mein zweites Schiff heißt Dämon“, erkläre ich. „Achso“, sagt sie verstehend. Ich bin gut drauf. Unglaublich, wie schnell sich meine Laune gebessert hat. Nicht nur das. Ich bin mir auch wieder sicher, was mein Plan ist. Wir werden Rothaar Shanks besiegen und dann das One Piece finden. Ich werde König der Piraten! Aber das erreiche ich nicht, wenn ich nicht stark genug bin. Niemand von uns wird das erreichen, wenn wir nicht stärker werden. Wir alle müssen härter trainieren. „Ich überlege immer noch, ob ich überhaupt an Land gehen sollte“, seufzt Grit. Ich höre dem Gespräch wieder zu. „Wieso?“, fragt Stulle. „Es wird beschissen kalt werden. Ich will nicht erfrieren!“ „Aber hier auf dem Schiff zu bleiben ist doch langweilig!“, fügt Kalle hinzu und bohrt im Ohr herum. Grit zuckt mit den Schultern. „Mal schauen!“

    Zeit zum Aufstehen. Ich mache dir Augen auf. Mein innerer Wecker sagt mir, dass es morgens ist. Grit schläft noch. Sie ist so tief in die Decke gekuschelt, dass man kaum ihren Kopf sehen kann. Ich stehe auf, ohne allzu viel kalte Luft unter die Decke zu lassen. Es ist tatsächlich kühler. Selbst hier im Zimmer. Ich stehe vorm Spiegel und fahre mir mit der Hand durchs Haar. Auf geht’s in den Tag. Heute kommen wir auf einer Insel an. Eine Winterinsel. Es muss genug Alkohol gekauft werden. Auf der Insel danach wird es sicherlich eine ordentliche Party geben, wenn sich meine Mannschaft wieder vereint. Ich gehe ins Bad und Wasche mich. Dann ziehe ich mich an und bewaffne mich. Draußen ist es mir mittlerweile auch zu kalt, drum habe ich ein T-Shirt angezogen und meinen Mantel übergeworfen. Ich schaue noch einmal zu dem Haufen, der Grit darstellen soll. Sie schläft anscheinend noch. Grinsend verlasse ich das Zimmer und mache mich auf zum ersten Schlafsaal. „Aufstehen Männer!“, rufe ich. Es kommt Bewegung auf. Die ersten verlassen sogleich ihr Bett. Man kann leises Murren hören. Ich mache mich auf zum neuen Schlafsaal. „Los! Raus aus den Federn!“, begrüße ich laut meine Männer. Auch hier kommt sofort Bewegung auf. Allerdings fliegen auch die Kissen und unzufriedene Kommentare werden laut. Ich grinse. Witzig, wie unterschiedlich die Charaktere der beiden Schlafsäle sind. Mein nächster Stopp ist das Deck. Grit steht meist von alleine rechtzeitig auf. Darum lasse ich sie meistens schlafen. Auf dem Deck liegt frischer Schnee. Heute Nacht hat es wohl geschneit. Ein Paar Fußspuren führt bereits übers Deck. Vermutlich Killer oder Mika. Die Spuren führen in den Navigationsraum. Ich gehe erst einmal zum Bug. Diesen Moment der Ruhe brauche ich dann noch, bevor der Tag für mich anfängt. Es ist ein dunkler Morgen. Der Himmel ist von Wolken bedeckt. Vermutlich wird es später noch einmal schneien. Ich genieße diesen Augenblick, der gerade nur mit gehört. Also schön! Genug! Ich verlasse das Vorderdeck und gehe in den Navigationsraum. Killer sitzt in einem Sessel mit Shanks‘ Akte in der Hand. „Morgen Käpt’n!“, begrüßt er mich. Ich nicke ihm zu. „Du wirkst sehr entschlossen“, kommentiert Killer. „In der Tat!“, antworte ich. „Das bin ich!“ „Was ist dein Entschluss?“ „Wir werden Shanks besiegen. Und zwar ohne jemanden zu verlieren!“, sage ich siegessicher. Killer nickt. Einen Moment Stille. „Und was machen wir wegen Teddy?“, fragt er weiter. „Der macht gar nichts mehr alleine!“, sage ich etwas säuerlich. „Er segelt jetzt mit uns. Ist wahrscheinlich sowieso besser, wenn wir uns jetzt zusammen präsentieren.“ „Ay!“, antwortet mein Vize zur Bestätigung. Ausnahmsweise scheint er mal keine Zweifel zu haben. Aber meistens trifft er mich eh dann, wenn ich nicht ganz sicher in meinen Aussagen bin. Dann bohrt er solange, bis ich ein klares Kommando gebe. Diesmal bin ich sicher. Mit beidem. Mein Magen sendet mir die Nachricht, dass er Essen braucht. „Zeit fürs Frühstück!“, sage ich und verlasse den Navigationsraum. Killer hat schon gegessen. Auf dem Kartentisch stand ein leerer Teller. Gemütlich gehe ich übers Deck. Als ich die Tür zum Speisesaal öffne, weht mir angenehm warme Luft entgegen. Außerdem ein ziemlicher Geräuschpegel. Die Männer warten schon auf ihr Essen. Ich warte mit meiner Ansage, bis ich etwa mittig des Tisches bin, dann erhebe ich meine Stimme. „Männer!“, rufe ich laut und es wird ruhig. „Wie ihr wisst, kommen wir heute auf einer Insel an. Wie bereits angekündigt, legen wir nach dem Frühstück an. Es ist eine Winterinsel. Also schön warm einpacken, wenn ihr rausgeht. Vor allem Grit!“ Es ertönt Gelächter. Ich schaue in Grits Richtung, kann sie aber nicht erkennen. „Ja das ist ganz witzig, aber ich habe noch eine wichtige Sache.“ So richtig still ist es noch nicht. „RUHE! Es ist wichtig, dass jeder es mitbekommt.“ Es ist mucksmäuschenstill. „Die Kid Piraten sind gefährlich. Stark. Berüchtigt. Furchteinflößend. Aber das sind unsere Gegner auch. Auf dem Weg zu unserem Ziel, das One Piece, besiegen wir sie alle. Die Gegner werden immer stärker und gefährlicher werden, aber wir haben noch längst nicht unser Limit erreicht. Jeder einzelne von uns kann noch viel stärker werden. Hartes Training wird sich auszahlen, wenn wir endlich unseren Traum erreicht haben. Das One Piece. Sagt mir: Wer von euch will dabei sein, wenn ich das One Piece finde?“ Ich werde immer enthusiastischer. Begeisterte Zurufe und Gejubel erfüllen den Raum. Mein Weg ist klar! Adrenalin pumpt durch meine Adern. Grinsend warte ich den Lärm etwas ab. „GUTEN APPETIT!“, rufe ich und das Gejubel geht in begeisterte Gespräche über. Ich gehe zu dem Stuhl Grit gegenüber. Ich setze mich. „Gute Ansprache Käpt’n!“, sagt Wire und klopft mir auf den Rücken. Er sitzt neben mir. „Danke“, antworte ich und nicke ihm zu. Mein Blick geht zu dem Platz mir gegenüber, wo Grit sitzt. Unwillkürlich muss ich grinsen. Sie ist bis zur Nasenspitze eingepackt. Angezogen mit einem dicken Pulli, vermutlich trägt sie zwei, einem dicken Schal, einer Mütze und vermutlich auch mehr als einem dickes Sockenpaar an den Füßen, wärmt sie sich die Finger an einer Tasse heißem Tee auf. Wären Handschuhe beim Essen nicht so unpraktisch, hätte sie die wahrscheinlich auch noch angezogen. „Guten Morgen Frostbeule“, sage ich grinsend. „Kid! Wie konntest du es wagen einfach so das Bett zu verlassen. Weißt du eigentlich, wie kalt mir danach war?“, meckert Grit mich schmollend an. „Was soll ich machen? Ich bin der Käpt’n. Ich MUSS aufstehen!“, sage ich. Grit scheint tatsächlich ein bisschen beleidigt zu sein. Was soll ich denn bitte machen? Ich kann doch nicht für sie die Heizung spielen. Zu mindestens nicht den ganzen Tag. Obwohl das ja auch mal ziemlich cool wäre. Aber den ganzen Tag im Bett verbringen? Ne! Das wäre nichts für mich. „Also“, sagt John gegen Ende des Frühstücks. „Gehst du nun heute mit an Land?“ Grit legt eine traurige Stimme auf. „Tut mir Leid. Ich habe heute leider die erste Schiffswache“, sagt sie. „Echt doof!“, sagt Kalle ehrlich geknickt. „Ja“, antwortet Grit und nickt übertrieben wehleidig. Ich grinse und unterdrücke ein Lacher. „Mit wem hast du denn Schiffswache?“, fragt John. „Grimm“, antwortet Grit. „Oh“, sagt John mitleidsvoll. Mit Grimm macht Schiffswache tatsächlich keinen Spaß. Er ist kein besonders fröhlicher Gesell. Grit guckt ganz wehleidig. Diese Spinnerin! Es ist zu verlockend. Ich muss sie einfach ein bisschen reinreiten. „Du, ich bin der Käpt’n! Ich kann dich auch vom Dienst befreien und Killer teilt dich zu einem anderen Punkt ein“, schlage ich vor. Grit schaut mich böse an. Ich grinse. „Das wäre ziemlich unfair denke ich“, sagt sie, um sich rauszureden. „Dann müsste Grimm ja ganz alleine auf dem Schiff bleiben.“ Anstatt, dass sie einfach sagt ihr ist zu kalt.

    Grits Sicht
    Wir legen gerade im Hafen an. Es ist nur ein ganz kleiner Hafen, welcher in einer länglichen Einbuchtung liegt. Häuser gibt es keine, dafür einen Weg, welcher vom Hafen weg führt. Vermutlich liegt die Stadt oder das Dorf hinter den Schutzwällen. Scheint als würden hier gerne mal Schneestürme oder ziemlich starke Winde vorbeikommen. Etwa mittig der Insel gibt es eine Ansammlung von kleineren Bergen. Allesamt weiß. Außerdem ist die Insel wohl ziemlich bewaldet, denn überall kann ich weiß bedeckte Bäume sehen. Die Jungs, die draußen mithelfen, sind alle dick eingepackt. Ich schaue lieber von drinnen zu. Warm eingepackt sitze ich am Fenster und beobachte das Treiben und die Insel. Der Himmel ist mit Wolken bedeckt und es schneit. Boa ey! Was für ein Glück, dass ich da nicht raus muss. Auch nicht freiwillig. Die Frage ist allerdings: Was mache ich nun den ganzen Tag? Bis zum Abendessen ist es eine lange Zeit. Und erst dann werde ich abgelöst. Aber bei dem Wetter wollen vielleicht auch nicht unbedingt alle an Land gehen. Ich könnte natürlich versuchen mit Grimm irgendetwas zu machen, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich mit ihm irgendetwas anfangen können werde dingsda. Er hat so eine pessimistische Aura. Selbst Wire ist fröhlicher. Und was mache ich jetzt? Ich könnte trainieren. Kid hat vorhin gesagt, dass wir stärker werden müssen. Aber nicht jetzt. Hab keine Lust. Stattdessen gehe ich zu Markus in die Küche. Als er mich kommen sieht, verschränkt er die Arme vor der Brust. „Nein!“, sagt er bestimmt. Ich schaue ihn verdutzt an. „Du hilfst mir heute nicht! Du bist nicht eingeteilt!“ Ich seufze. „Okay!“, sage ich. „Dann nicht!“ Was nun? Irgendwohin setzen, wo es gemütlich und warm ist und von wo man auf das Schiff aufpassen kann. Der Navigationsraum! Ich gehe durch den Speisesaal. Als ich die Tür öffne, kommt Grimm gerade den Gang entlang. Mit grimmigen Blick natürlich. „Ich bin im Navigationsraum, okay?“, frage ich freundlich. „Hm!“, antwortet er griesgrämig. Das heißt dann wohl ja. Ich gehe weiter durch die Gänge zum Navigationsraum. Als ich die Tür öffne, sitzt dort bereits jemand. „Hey Killer!“, sage ich etwas zaghaft. Er liest irgendetwas. „Guten Morgen Grit!“, antwortet er. „Stört es dich, wenn ich hier ne Weile abhänge?“, frage ich. „Ach Quatsch! Komm rein!“, sagt er. Ich schließe die Tür und setze mich in einen der Sessel. Von hier aus hat man einen guten Blick durch die Bullaugen. Ich mache es mir bequem und beobachte, wie die Jungs den Hafen verlassen und den Weg längsgehen. John und Kalle sind nun mit Stulle unterwegs. Vermutlich werden sie mit reichlich Alkohol wiederkommen. Eine etwas größere Gruppe versammelt sich auf dem Steg. Vermutlich wird… jap! Da ist Kid. Wir haben uns noch gar nicht richtig guten Morgen gesagt. Als ich aufgewacht bin, war er schon weg und nach dem Frühstück ging sofort das Anlegemanöver los. Ich seufze. Kid dreht sich zum Schiff und ruft etwas. Hier im Raum kann man nichts von dem verstehen. Anscheinend hat er eine Antwort bekommen, denn er wendet sich wieder ab. Dafür kramt er nun etwas heraus. Sieht aus wie eine… „Bölleböllebölle!“ Ich zucke leicht zusammen. „Ja?“, sagt Killer hinter mir. „Wo bist du? Kommst du nicht mit?“, höre ich Kids Stimme aus der Teleschnecke. Witzig, wie ich Kid vor mir sehe, aber seine Stimme von hinter mir kommt. „Doch ich komme mit. Hab bis gerade eben hier noch gelesen“, antwortet Killer. „Alles klar“, sagt Kid. „Falls du Grit unterwegs noch triffst, kannst du ihr sagen, dass…“ „Kannst du ihr selber sagen“, unterbricht Killer ihn. „Sie sitzt auch hier im Navigationsraum.“ Kid schaut auf. Ich weiß nicht so genau, ob er mich sehen kann, aber er schaut schon einmal in die richtige Richtung. „Warte ich gib sie dir!“ Killer kommt zu mir und reicht mir die Teleschnecke. „Bis später“, verabschiedet er sich. Die Teleschnecke sitzt auf meiner linken Hand. In der rechten halte ich die kleine Sprechmuschel. „Hey Süße!“, sagt Kid mit tiefer Stimme. Er klingt so gut. Augenblicklich fängt mein Herz an schneller zu schlagen. „Na“, antworte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. „Wie war dein Morgen?“, fragt Kid. „Kalt“, antworte ich knapp aber nicht unfreundlich. Kid schweigt einen Augenblick, dann fragt er: „Bist du sauer auf mich?“ „Nein Schatz“, antworte ich und wieder durchfährt mich dieses Kribbeln. Ich bin nicht sauer. Aber ich bin tatsächlich schlecht gelaunt in den Tag gestartet und das hat höchst wahrscheinlich damit zu tun, dass ich vor Kälte aufgewacht bin. Ich sehe, wie Killer zu Kid und den anderen stößt. „Dann hab einen schön entspannten Tag. Wir sehen uns später“, verabschiedet sich Kid. „Ja bis später. Hab auch einen schönen Tag. Misch ein bisschen die Leute in der Stadt auf“, sage ich und muss grinsen. Ich höre Kid lachen. „Versprochen Süße!“ Er legt auf. Seufzend stelle ich die Teleschnecke zur Seite. Ich beobachte Kid noch immer. Anscheinend geht es jetzt los. Kid sagt irgendetwas und plötzlich kommt Bewegung in die Gruppe. Grade warteten die Jungs noch entspannt, dass es losgeht und nun sieht man schon gleich, dass sie Piraten sind. Kid setzt sich in Bewegung und die Jungs drapieren sich um ihn und bauen eine bedrohliche Truppe auf. Witzig! Ich muss lachen. Als ob ich irgendwelche Tiere beobachten würde. Es dauert nicht lange und der Hafen ist leer. Jetzt ist da niemand mehr. Ich schaue gedankenverloren weiter aus dem Bullauge. Wie es wohl meiner Mama geht? Hat Hawkins weitergeleitet, dass er mich getroffen hat? Hält sie meinen Vater immer noch aus oder hat sie den Entschluss gefasst und ist abgehauen? Ich hoffe sie hat mir verziehen, dass ich es getan habe. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich bin glücklich. Ich bin richtig glücklich. Das hat natürlich auch mit Kid zu tun. Aber wäre ich nicht weggelaufen, hätte ich Kid niemals getroffen. Also… Und was macht Pepper wohl? Sie ist meine beste Freundin, aber ich habe schon ewig nichts mehr von ihr gehört? Wo sie sich wohl rumtreibt und vor allem mit wem? Ich hoffe sie ist endlich mal bei Law hängen geblieben. Kid kann Law nicht ausstehen. Ich fand ihn eigentlich ganz in Ordnung. Er hat mich und Pepper einmal bis zur nächsten Insel mitgenommen. War für ein paar Tage auf seinen U-Boot. Er war wirklich ziemlich cool drauf, wenn ich so drüber nachdenke. Keine Ahnung, was Kid für ein Problem mit ihm hat. Aber Kid scheint mit ziemlich vielen Leuten ein Problem zu haben.

    Kids Sicht
    Ich lehne lässig an der Kasse und spiele mit meiner Knarre. Der Kassierer der zweiten Kasse sitzt vor Angst erfüllt auf seinem Stuhl und starrt mich die ganze Zeit an. Vermutlich versucht er gerade ein Stein oder so zu sein. Mir egal. Soll er machen was er will. Meine Männer wollen „einkaufen“. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den Kassierer jetzt oder erst hinterher töten soll. Schwierige Entscheidung. „Käpt'n?“ Ich wende mich meiner Crew zu. Die Männer warten. Ich habe noch kein Start Signal gegeben. „Oh ja! Ein Moment“, sage ich. Jetzt weiß ich, was ich mache. Vorher! Ich ziehe mein Messer und ziele. Der Mann versteht nun und macht Anstalten abzuhauen. „Halt!“, rufe ich bedrohlich. Der Kassierer erstarrt wieder. „Halt still! Sonst kann ich nicht richtig zielen!“ Der soll mal froh sein, dass ich es kurz und schmerzlos machen will. Er fängt an zu wimmern. Genervt stöhne ich auf. Meine Fresse! Jetzt reicht es. Ich werfe das Messer. Einen Augenblick später steckt es in der Brust des Mannes. Genau da, wo ich es haben wollte. Naja fast genau da. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich das Herz getroffen habe. Der Typ ist auf jeden Fall auf dem Stuhl zusammen gesackt. „Na dann los“, befehle ich und grinse böse. Wir müssen mal wieder unserem Handwerk, der Piraterie, nachgehen. Außerdem hat mein Kopfgeld viel zu lange stagniert. Was für ein schlaues Wort. Stagniert. Ein paar Kunden rennen schreiend aus dem Laden. Ich lache. Ein böses Lachen. Ich lasse meine Männer machen, was sie wollen. Während ich durch den Laden schlendere, reiße ich Regale um. Oh! Diese Regal besser nicht. Da steht der gute Sake. Ich nehme eine Flasche und reiße mit dem Zähnen den Korken runter. Meine Güte! Wie lange habe ich das schon nicht mehr gemacht. Morden, Plündern und Saufen. Gute Kombination. „Seid ihr fertig?“, rufe ich laut durch den Laden. Es war eigentlich keine Frage, sondern ein Befehl. Ich nehme eine Flasche Spiritus, welche auf dem Boden liegt. „Wir brauchen ganz viel gut brennbares Material. Holt alles was ihr finden könnt und macht hier einen Haufen“, befehle ich. Ich habe schon lange keine gute Explosion mehr gesehen. Meine Männer bringen allerhand Zeug. „Alle raus!“, befehle ich laut. Ich gieße eine ganze Menge Spiritus über den Haufen und mache dann eine Linie raus aus dem Laden. In angemessenem Abstand halte ich an. „Heat!“ Er tritt heran. Alle anderen gehen in Sicherheitsabstand. Gleich knallt‘s. Heat spuckt Feuer. Sofort fängt der Spiritus an zu brennen. Rasant schnell breitet sich das Feuer aus. Die ganze Linie aus Spiritus brennt. „BAAAM!“ Die Scheiben werden zerstört. Eine bisschen enttäuschend. Waren wohl nicht genug Gasflaschen. Das Gebäude fängt schnell an zu brennen. Ich würde mal sagen: weiter geht’s!

    Grits Sicht
    Rauch steigt auf. Irgendwo hinter dem Wall brennt es. Schon wieder. Das ist bereits das zweite Mal. Kid legt sich mit seiner Zerstörerwut ja mächtig ins Zeug. Für mich wird es langsam mal Zeit den Navigationsraum zu verlassen. Die Hände schön im Pulli vergraben, gehe ich zurück zum Speisesaal. Schon bevor ich die Tür aufmache, höre ich Musik. Markus steht in der Küche und hört laute Musik beim Kochen. Sonst ist niemand im Raum. Naja, ich natürlich. Wo ist Grimm? Ich schlendere zur Tür, die nach draußen führt. Das Bullauge ist beschlagen. Ich wische drüber und schaue raus. Grimm steht draußen und schaut starr aufs Land. Ich seufze. Wie langweilig. Und vor allem wie arschkalt muss das bitte sein. In der Sofaecke lasse ich mich auf eines der Sofas fallen. Auf dem kleinen Tisch liegen Würfel und Karten. Wobei die Karten auch auf dem Boden verteilt liegen. Ich sammle sie alle auf. Aus Langeweile sortiere ich sie alle. Zwei Karten fehlen. Ich schaue noch einmal unterm Tisch nach. Da liegen sie aber nicht. Unter meinem Sofa? Nein! Unter einem der anderen Sofas? Da! Eine hab ich gefunden. Fehlt nur noch die zweite Karte. Ich suche weiter. Vielleicht ist sie zwischen Rückenlehne und Sitzpolster gerutscht. Ich quetsche meine Hand in den Spalt, doch auch dort finde ich die Karte nicht. Keines der Sofas hat die Karte verschluckt. Hm! Wo könnte sie jetzt bloß noch sein? Echt jetzt! Ich habe alles abgesucht. Genervt lasse ich mich wieder auf das Sofa fallen. Auf dem Tisch steht nur der Würfelbecher und die Würfel liegen daneben. Ich nehme den Becher und drehe ihn um. Boah ey! Die Karte steckt IM Würfelbecher. Was für ein Scheiß! Ich nehme sie raus und sortiere sie ins Kartenset ein. Dann kann ich die Karten ja jetzt mischen. Wieder und immer wieder mische ich sie. Oh man! Ich habe echt nichts zu tun. Wenigstens kann ich drinnen sein.

    Kids Sicht
    Alle weichen aus. Jeder macht den Kid-Piraten Platz. Viele wenden angsterfüllt ihre Blicke ab. Es drücken sich aber auch einige in den Schatten der Häuser herum und blicken uns hasserfüllt hinterher. Getuschel ist zu hören. Einiges ist Recht deutlich zu verstehen. Wütend aktiviere ich meine Teufelskräfte. In Sekundenschnelle forme ich einen riesigen Arm und packe eines der Schweine. Um mich herum fange die Leute an zu kreischen. Mit wütender Grimasse starre ich das Arschloch an. Ich halte ihn einen Meter über dem Boden vor mich. „WAS HAST DU GESAGT?“, schreie ich ihn an. Der Typ versucht sich zu befreien, aber keine Chance. Ich halte ihn fest in meiner Hand. Er kann nicht einmal seine Arme frei machen. „DU ABTRÜNNIGER PIRAT!“, schreit er mich an. „WIE KANNST DU ES WAGEN ÜBER DAS ONE PIECE ZU LÄSTERN UND MICH DANN AUCH NOCH ZU BELEIDIGEN?“, schreie ich wütend. Ich werfe ihn gegen das nächste Haus. Regungslos fällt er zu Boden. „Schaut nach, ob er noch lebt“, befehle ich Luke und Jaik. Sofort laufen sie zu dem Penner hin. „Hey! Steh auf!“, macht Jaik ihn an und bohrt den Lauf seiner Kanone in die Wange des Kerls. Tatsächlich regt er sich. „Bringt ihn her!“, befehle ich. Der kann was erleben! Jaik und Luke nehmen jeweils einen Arm und schleifen den Kerl zu mir. Auf seinen Knien sitzend, halten meine Männer den fast bewusstlosen Penner fest. „Hast du irgendetwas zu sagen?“, knurre ich. Der Typ taumelt ein wenig. Seine Lippen bewegen sich. Er formt die Worte: Es tut mir Leid! Naja die meisten Worte dieses Satzes. „Das hilft dir auch nicht weiter“, sage ich böse. Ich lasse ein halbes Dutzend Messer von meinem Arm los und schieße sie eines nach dem anderen auf den Penner. Sein Toter Körper fällt vorn über. Jaik und Luke lassen in los. Die Leute verstecken sich in Häusereigängen oder hinter Häuserecken. Die Angst lähmt sie, aber die Neugier fesselt sie. Menschen lieben das Böse. Es fasziniert! Hinrichtungen sind spannender als Hochzeiten. „WAS IST?“, rufe ich laut, sodass alle mich hören. „HAT NOCH JEMAND WAS ZU SAGEN? WER IST ALS NÄCHSTET DRAN?“ Niemand sagt ein Wort. Kaum einer bewegt sich. „WIE WÄRE ES MIT DIR?“ Ich packe irgendjemanden. Es ist eine Frau. Kreischend versucht auch sie zu entkommen. Ein Arm ist frei. Der andere wird von meiner Metallhand eingequetscht. Sie schaut verzweifelt aus. Gut, dass es nicht Grit ist. Ich grinse böse. Diese Stadt ist ein Saustall. „Hey du Feigling!“ Eine Gruppe von fünf Männern stellt sich mir entgegen. Einer von ihnen besitzt die Frechheit mich Feigling zu nennen. Die Wutader auf meiner Stirn pocht gefährlich. Gleich raste ich aus. „Du suchst dir eine schwache wehrlose Frau aus. Wie erbärmlich!“ Ich lache kalt auf. „Bei mir gibt es keine Unterschiede. Ihr seid auch schwach. Schwach in Vergleich zu meiner Stärke. Ich habe schon gegen Frauen gekämpft, die stärker als ihr Schwächlinge waren“, spotte ich laut. „Euch esse ich zum Frühstück!“, setze ich mit gebleckten Zähnen hinterher. Ich werfe die Frau in die kleine Gruppe. Jetzt geht es rund hier. Vorbei mit der Spielerei. Ich hole mit meinem rechten Metallarm aus und schlage in einen Häuserblock. Panik kommt unter den Bürgern auf. „JA! LAUFT! WIR FINDEN EUCH UND DANN TÖTEN WIR EUCH“, schreie ich laut. Ich weiß, dass ich leicht irre dabei klang. Ist mir verdammt noch einmal scheiß egal. Meine Männer hetzen los. Nun geht es ums reine Zerstören und Töten.

    Grins Sicht
    Brr. Ist das kalt! Ich dachte, ich mache auch mal ne Weile draußen Wache. Ich dachte, wie schlimm kann das schon sein. Es ist SCHEISSE! Mir ist kalt, es ist langweilig und es ist kalt. Hab ich schon erwähnt, dass es kalt ist? Es ist KALT! Das einzig interessante ist der Lärm, der von der Stadt oder den Dorf oder so herüberweht. Es scheint ziemlich zur Sache zu gehen. „Hey Grit!“ Bill, Mika und der Doc kommen schwer bepackt wieder. „Na“, antworte ich und setze ein Lächeln auf. „Alles bekommen?“ Mika lacht. „Das Meiste gehört überhaupt nicht uns“, sagt er. „Die anderen wollten noch ein bisschen stiften gehen, drum haben sie uns ihren Alkohol anvertraut“, erklärt Bill. „Ah! Verstehe!“, sage ich. Sie betreten das Deck. „Willst du auch noch einmal los?“, fragt der Doc. Ich zucke mit den Achseln. „Eigentlich nicht. Vielleicht komme ich nachher zur Party“, erklärt ich. „Es ist einfach schrecklich kalt.“ Die drei lachen. „Warum stehst du dann hier draußen?“, fragt Bill. Ich zucke mit den Schultern. „Wollte mir einmal selber ein Bild von der Kälte machen.“ Bill lacht kopfschüttelnd. „Komm mit!“, sagt er und hebt einen seiner Tütenarme hoch. Dankbar gehe ich mit in den Speisesaal. Es ist einfach so viel wärmer hier drinnen. „Wir kommen gleich wieder“, meint der Doc. Ich nicke. Vielleicht wird es jetzt etwas spannender. Grimm sitzt in der Sofaecke. Ich setze mich auf eines der Sofas. „Naaaa“, sage ich freundlich. Er bewegt seine Augen zu mir und mustert mich skeptisch. Er grunzt. „Wollen wir was spielen? Bill, Mika und der Doc kommen auch gleich“, sage ich und versuche fröhlich zu klingen. Irgendwie ist heute ein grauer Tag. „Dann könnten wir Karten oder Würfel spielen.“ Grimm grunzt wieder. „War das ein jaa oder ein nein?“, frage ich nach. „Ja“, antwortet er mit tiefer grummeliger Stimme. Innerlich muss ich darüber fast lachen, aber ich lass mir von außen nichts anmerken. Die drei anderen kommen wieder. Ohne die ganzen Tüten. Ich drehe mich ihnen entgegen. „Wollen wir zu fünft etwas spielen?“, frage ich. Mika guckt zu Grimm, dann wieder zu mir. Er scheint etwas überrascht zu sein. „Klar!“ Die anderen beiden nicken. Als sie alle sitzen, frage ich: „Was denn?“ „Karten?“ „Meinetwegen!“ Bill nimmt die Karten und mischt einmal kurz. „Stooooop!“, sage ich, als er sie verteilen will. Er schaut mich überrascht an. „Ich hab sie vorhin sortiert!“, sage ich und grinse unschuldig. „Mir war langweilig!“ Bill lacht. „Dann mische ich halt gründlicher“, sagt er und zwinkert mir zu.

    Kids Sicht
    Ich seufze. Wo bleibt sie bloß? So weit ist der Weg vom Schiff hierher nun auch wieder nicht. „Ey Kid!“, ruft mir jemand aus der Crew zu. „War ne mega geile Aktion heute in der Stadt. Haben wir lange nicht mehr gemacht.“ Ich lache. „Bin ganz deiner Meinung, Franko“, rufe ich zurück. „Weißt du“, fährt er fort, steht auf und kommt auf mich zu. „Ich finde, wir sollten das mehr zu unserem Markenzeichen machen.“ Er setzt sich neben mich auf einen Stuhl. „Wir sind natürlich bekannt für unsere Zerstörungskraft, aber wir hinterlassen längst nicht jedes Dorf und jede Stadt in Schutt und Asche, wenn wir weitersegeln. Weißt du, was ich sagen will?“ Ich nicke. Keine so schlechte Idee. „Du meinst so, wie wir das damals auf den Magentainseln gemacht haben?“, frage ich grinsend nach und weiß doch eh schon die Antwort. Franko hebt zustimmend seinen Bierkrug. „Ganz genau. Das war ne geile Zeit!“, sagt er und bekommt einen träumerischen Ton. „Eine Insel nach der anderen ging in Flammen auf!“ Wir schwelgen in Erinnerung. Währenddessen habe ich die Tür immer im Blick. Sie geht mal wieder auf. Bill kommt rein schaut sich um und dann endlich betritt Grit die Bar. John und Kalle folgen. Sobald sie durch die Tür sind, rahmen sie Grit ein. Grit sieht ziemlich genervt aus. Ich habe meinen Männern beauftragt, auf sie aufzupassen, da wir diese Stadt ziemlich in Aufruhr versetzt haben. Grit passt das definitiv nicht. Das sehe ich ihr an. Ihr Blick schweift durch den Raum. Sie erblickt mich und schaut ziemlich böse aus. „Na Schöner“, säuselt mir eine weibliche Stimme ins linke Ohr. Verwundert schaue ich, wer das ist. Eine Frau lehnt sich von hinten über die Rückenlehne meines Sessels. Ihr Gesicht ist beschmiert mit Schminke, die Männer anmachen soll. Es widert mich an. Ohne sie weiter zu beachten, drehe ich mich wieder weg von ihr. Grit steht noch immer im Eingang. Die zieht ihre Knarre und richtet sie auf mich. So sieht es auf jeden Fall aus. Wenn sie tatsächlich auf mich zielt und abdrückt, dann muss ich sie bestrafen, was für mich äußerst schmerzhaft wäre. Hoffentlich ist sie nicht so dumm. Grit drückt ab. Entspannt bewege ich nicht einmal den kleinen Finger. Durch mein Haki weiß ich, dass sie mich nicht treffen wird. „Uff!“ Der letzte Atemzug weicht aus der Frau, welche mich eben noch anbaggern wollte. Puh! Entweder ist Grit richtig angepisst, oder sie ist doch eifersüchtiger als ich dachte. Franko lehnt sich nach hinten. „Alter!“, sagt er begeistert. „Ein sauberer Kopfschuss. Und das aus dieser Entfernung!“ Ich beobachte Grit, während sie zu mir rüber kommt. Sie fixiert mich ebenfalls. Neben meinem Sessel bleibt sie stehen und richtet ihre Knarre auf die tote Frau. Sie drückt noch einmal ab. John und Kalle stehen ratlos hinter ihr und scheinen nicht so recht zu wissen, was mit Grit los ist. Ich bedeute ihnen mit einem Kopfnicken, die Frau wegzuschaffen. „Grit!“, sage ich. Sie steht da, ihre Stirn liegt in Falten. Irgendwie sieht sie unzufrieden aus. Ich aktiviere meine Teufelskräfte und ziehe ein wenig ihr Knarren an. Das holt sie aus ihren Gedanken. „Kid!“, sagt sie empört und hält beide fest. „Komm her, Süße“, sage ich in lockerem Ton. Sie steckt ihre zweite Waffe in den Gürtel und setzt sich quer auf meinen Schoss. „Was ist los?“, frage ich sanft. Grit weicht meinen Blicken aus. „Gab es Streit?“ „Nein!“, antwortet Grit genervt. „Hast du dich geärgert?“ „Nein!“ „Hat dich jemand beleidigt?“ „Sag mal was ist das hier? Ein Verhör?“ Grit macht Anstalten aufzustehen. Ich lege meine Hände um ihre Hüfte und halte sie behutsam fest. „Es tut mir Leid!“, sage ich. Sie soll nicht wieder abhauen. Wir haben uns den ganzen Tag nicht gesehen und nicht einmal richtig gesprochen. Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange. Das scheint sie ein wenig zu beruhigen. Grit lehnt sich gegen meinen Oberkörper. „Kid!“, sagt sie. „Hm?“, antworte ich. „Deine Scheiß Waffen nerven!“ „Deine auch!“, kontere ich. Weder ich noch sie würde hier die Waffen ablegen. Zu gefährlich und äußerst dumm.

    Grits Sicht
    Mir ist langweilig. Schon seit einiger Zeit sitze ich hier und irgendwie ist es langweilig. Wahrscheinlich einfach deshalb, weil ich schlecht drauf bin. Heute ist ein doofer Tag. Selbst Kid stimmt mich nur geringfügig glücklicher. In einer Ecke ist eine kleine Tanzfläche. Einige Leute sind wohl geblieben und lassen sich nicht von Kid vertreiben. Ich beobachte sie. Entweder sie sind ziemlich mutig oder ziemlich dumm. Das werden wir noch sehen. Sie tanzen richtige Tänze zu den Liedern. Also Cha-Cha-Cha und Fox und so. Kein Disco-Gehampel. „Tanzt du mit mir?“, frage ich Kid. Er schaut erstaunt zu mir, dann zu den tanzenden Leuten und dann wieder zu mir. „Ich tanze nicht, Grit!“, antwortet er. „Tut mir Leid!“ Na toll! Ich brauche einen Tanzpartner. Mein Blick geht zu den Jungs aus der Crew. Lieber nicht! Ich scanne den Rest der Bude. Es sitzen noch einige Leute an Tischen. Einer schaut den Tanzenden ebenfalls zu und wippt mit dem Kopf zum Takt. Den schnapp ich mir. Ich stehe auf. „Wo gehst du hin?“, fragt Kid misstrauisch. „Tanzen!“, antworte ich knapp und gehe in die Tanz Ecke. „Hey!“, sage ich zu dem Typen. Überrascht schaut er auf. Er ist relativ jung und einer dieser Schönlinge. Vermutlich ein Frauenheld. Nicht so ein Aufreißer wie Kid. Dieser hier ist eher so ein Flirtboy. Er lächelt mich an. Ja! Ganz eindeutig ein Flirtboy! Ich will ja nur ein bisschen tanzen. „Oh, hallo!“, sagt er mit weicher Stimme. „Lust zu tanzen?“ Ich gehe auf seine Flirtversuche nicht ein. „Ja gerne“, antwortet er und steht sogleich auf. Er nimmt meine Hand, beugt sich vor und macht Anstalten sie zu küssen. Ich ziehe sie empört weg. „Geht’s noch?“, sage ich pampig. Der Kerl lacht. „Es tut mir Leid!“, sagt er. „Das gehört hier zu den guten Manieren! Du kommst nicht von hier, stimmt’s?“ Innerlich stöhne ich auf. „Wollen wir jetzt tanzen, oder was?“, frage ich nach. „Aber natürlich! Ladies first!“ Er breitet seinen Arm aus und zeigt auf die Tanzfläche. Ich verdrehe meine Augen, während ich an ihm vorbeigehe. So ein Schleimer! Wir beziehen Stellung und setzen mitten im Lied mit ein. Es macht echt Spaß und hebt meine Laune ein ziemliches Stück an. Eines muss ich diesem Typen lassen, er ist ein guter Tänzer und versteht es die Frau zu führen. „Also!“, sagt er nach einiger Zeit. „Du bist nicht von hier! Woher kommst du?“ „Von einem Schiff“, antworte ich und lache. Der Typ grinst. „Schön, schön! Du willst es mir nicht sagen. Ich frage mich nur, warum du keine Angst hast“, sagt er. „Angst?“, frage ich nach. Er holt mich zurück in Grundstellung und macht ein paar Grundschritte. „Siehst du die Typen dahinten?“, fragt er mich. Ich gucke in die Richtung. Die Kid Piraten. „Ja!“ Ein Grinsen huscht über meine Lippen, welches der Typ aber nicht sehen kann, da mein Gesicht abgewandt ist. „Das sind ganz üble Schurken“, sagt er geheimnisvoll. „Sie haben vorhin die ganze Stadt zerstört. Die Meisten sind geflohen. Aber du nicht!“ Ich kichere. „Du doch auch nicht!“, kontere ich. Er dreht mich aus und wieder ein. „Ich glaube der Anführer hat es auf dich abgesehen“, sagt er etwas beunruhigt. „Er schaut die ganze Zeit hier rüber und sieht ziemlich böse aus.“ In der Tat! Kid sieht gar nicht glücklich aus. Erinnert mich an damals, als ich so tun wollte, als würde ich mit dem einen anderen Typen rummachen. Kid hat uns verfolgt und ihn dann abgeknallt. Ich glaube die Tanzpartie wird kein gutes Ende nehmen. „Ach“, sage ich. „Vielleicht möchte er auch tanzen und Spaß haben und traut sich nur nicht.“

    Kids Sicht
    Grit provoziert mich schon wieder. Was denkt sie wohl, was sie da macht? Wie kann dieses Schwein es eigentlich wagen, MEINE Frau SO anzufassen? Seine Hand liegt unentwegt an Grits Körper und er kann seine Augen überhaupt nicht mehr von ihr loslassen. Ein neues Lied wird angespielt. Plötzlich zieht der Kerl Grit nah an sich ran und tanzt so mit ihr. Jetzt reicht es mir! „Sollen wir das klären, Käpt’n?“, fragt Bill und zieht sich gerade seinen Schlagringe über die Finger. Franko steht neben ihm und hat seine Keule über die Schulter gelegt. Beide bereit für mich zu kämpfen. Zur Unterstützung ihres Eifers lassen sie ihre Muskeln spielen. Sie sind fast so breit, wie ich. „Nein!“, sage ich bestimmt und stehe auf. „Das regle ich! Kommt mit!“ Ich gehe voraus. Die beiden links und rechts hinter mir. Mit finsterem Blick und energischem Schritt gehe ich in die Ecke. Kreischend verlassen einige die Tanzfläche. Grit bemerkt unser Auftreten und bleibt trotzig stehen. Sie verschränkt die Arme vor der Brust und schaut mich böse an. Der Typ stellt sich leicht vor sie scheint sie beschützen zu wollen. Die Tanzfläche ist bis auf uns fünf Leuten leergeräumt. Ich bleibe einen Meter vor den beiden stehen. „Was ist?“, fragt Grit zickig. Ich schnappe mir den Kopf von dem Kerl. „Kannst du mir mal bitte erklären, was du da machst?“, sage ich grollend. Grit stöhnt genervt auf „Das nennt man tanzen“, antwortet er arrogant und lächelt dabei. Ich ziehe sein Gesicht direkt vor mein Gesicht. „Ich nenne das anbaggern!“, presse ich wütend hervor. Der Kerl scheint nicht ganz zu verstehen. „Na und? Was geht dich das an?“ Wie dumm! „ACHJA? ES GEHT MICH ALSO NICHTS AN, WENN DU MEINE FRAU ANBAGGERST?“, schreie ich direkt in sein Gesicht. Schockiert reißt er seine Augen auf und wird weiß wie der Schnee draußen. „D-d-deine F-f-f-frau?“, stottert er. „Kid lass ihn in Ruhe!“, sagt Grit genervt. „Wir haben nur Tango getanzt! Da muss man halt so tanzen!“ Ich drehe meinen Kopf ruckartig in ihre Richtung. „Dann tanzt du halt keinen Tango“, sage ich im befehlerischen Ton. Grits Gesicht verzieht sich augenblicklich zu einer bösen Grimasse. „WAS?“, schreit sie. „DAS KANNST DU MIR NICHT VERBIETEN! WAG ES JA NICHT! ICH SCHWÖR DIR, ICH…“ „DROHE MIR NIE WIEDER!“ Meine Stimme ist ein Grollen. Grit verstummt und straft mich mit einem zutiefst enttäuschten Blick. „Wag es nie wieder so mit mir zu sprechen“, sagt sie ruhig, aber mit fassungsloser Stimme. Sie schüttelt noch einmal den Kopf und geht an mir vorbei. Ich habe sie echt verletzt. Sie hat mich noch nicht einmal angerempelt. Der Typ, den ich immer noch festhalte, gibt ein röchelndes Geräusch von sich. Ich werfe ihn lieblos auf den Boden. „Für euch!“, sage ich zu Bill und Franko. Als ich mich umdrehe, sehe ich gerade noch, wie Grit den Raum verlässt und die Tür fest zuknallt. Man ey! So eine SCHEISSE! Noch immer wütend gehe ich zurück zu meinem Sessel. „Pass auf, dass sie beim Schiff ankommt!“, befehle ich Wire. Er macht sich sofort auf den Weg. Ich greife nach meinem Bier und trinke. Eine Flasche nach der anderen leere ich. Nach einiger Zeit kommen Bill und Franko zurück. Franko wischt gerade das Blut von seiner Keule und von Bills Händen tropft noch immer das Blut. Sie nicken mir zu. Um mich herum geht die Feier weiter. Wenn auch nun mit einem rauen Unterton. Die Tür wird aufgerissen! Wire kommt hereingestürzt. Ich stehe ruckartig auf. Er kommt schnell zu mir. „Was ist passiert?“, sage ich drohend. „Grit ist weg!“, antwortet er. Ich packe seinen Unterkiefer. „Was hast du gesagt?“, frage ich zornig nach. „Sie ist nicht beim Schiff angekommen und unterwegs konnte ich sie auch nicht finden. Kid! Da draußen ist ein Schneesturm!“ Ich knirsche mit den Zähnen! „VERDAMMTE SCHEISSE!“, schreie ich auf. Ohne, dass ich etwas sagen muss, macht sich meine Crew bereit. „Ja los! Sucht sie!“, gebe ich den Befehl. ich lasse Wire wieder los und mache mich selber auch auf die Suche. Mit Grit gibt es nur Ärger!

Kommentare (110)

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Rosa (03587)
vor 6 Tagen
Wann schreibst du wieder weiter?
Bahar (99888)
vor 288 Tagen
Ich finde es echt klasse das du immer am
Spannendesten Platz aufhörst da bekommt Mann
ja mehr Lust zu lesen
Hikari (52165)
vor 299 Tagen
Nein würde ich nicht Ronja , aber deswegen iSt es so blöd weil es genau wirklich die spannendste stelle ist
Ronja (57034)
vor 300 Tagen
Ich weiß, ich weiß. Würdest du schlecht über mich denken, wenn ich dir sage, das war mit Absicht? Fortsetzung folgt bald...
Hikari (52165)
vor 300 Tagen
OMG! SO ETWAS DARF MAN KEINEM ANTUN😱 an der spannendsten
Stelle einfach aufhören.......Bitte schreib schnell weiter!!!!!!!
P.S.
Respekt, ich könnte Soetwas nicht . Mach weiter so😉
alegssa (22446)
vor 304 Tagen
Ich hab schon so gespannt gewartet. Bitte schreib schnell weiter 😍😍
Bahar (10063)
vor 306 Tagen
Respekt du kannst schreiben wie ne Profi.
P.S
Mich hast du schon als Bewunderer
angle of life (63895)
vor 307 Tagen
Coool der neue Teil ist echt so toll 😊
Ich finde die Story eine von den besten ! Bitte mach schnell weiter!
Ich möchte gern wissen wie es weiter geht. Mach weiter so!
loliee (10932)
vor 377 Tagen
Das ist DIE BESTE ff, die ich bis jetzt gelesen hab, um ehrlich zu sein;)
♥☺♥☺♥☺♥☺♥☺
Monkey D Woosmann (89282)
vor 386 Tagen
cool der neue Teil
SAKURA (64916)
vor 413 Tagen
Wann kommt der 36 Teil die Geschichte is voll cool
Ronja (14911)
vor 430 Tagen
Ich find es super cool, dass du dir so Gedanken machst, wie es wohl weitergeht. Ob Grit Königshaki hat weiß ich nicht so genau. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber wer weiß. Sie überrascht einen immer wieder ;)
Gol D. Lea (64467)
vor 430 Tagen
Bittttee schreib weiter ich finde diese geschichte so cool ich hätte
sogar eine Idee wie es weiter gehen könnte ; nähmlich das die kid piratrn
in einen kampf mit der marine haben aber da dabei auch der admiral
kuzan oder wie der heisst dabei ist könnnen die kid piraten nicht gewinnen
Den sie sind dan alle auch schon stark mitgenommen und als dan dieser
Admiral dan kid und die anderen töten will setzt dan Grit Königshawki frei
Und besiegt sie dan weil du hast schon so mit dem Hawki angefangen das
Sie und kid es trainieren da wäre das glaube ich eine coole wenden das dan
Grit Königshawki erweckt aber es ist deine FF es wäre jetzt nur von mir
Ein Vorschlag.
Bahar (00301)
vor 456 Tagen
Ist nicht schlimm aber es würde mich freuen wenn
du bald weiter schreiben könntest den das ist
meine aler Liebste Geschichte überhaupt ❤️😍😂😜
Vicky (55748)
vor 482 Tagen
OK danke für die Info
Ronja (58949)
vor 483 Tagen
Hey Vicky. Bisher sind es nur 33 Teile. Schreibe grade den nächsten aber bin in letzter Zeit kaum zu Hause. Deshalb dauert es ein bisschen 😊
Vicky (40966)
vor 486 Tagen
Hallo Ronja wie viele Teile giebt es den insgesamt ? Die fanaction war so cool ich bin jezt bei 33 giebt es noch mehr ?
Lu (48365)
vor 499 Tagen
Ich finde die story echt cool obwohl ich mir garnicht mag😃! Bitte schreib weilet
Rika Nara/Weasley (16164)
vor 506 Tagen
Ach so, bei Kid kann man ja nie wirklich wissen
wie er gerade so drauf ist :-) Schreib bitte
schnell weiter. Bei so SCHÖNEN Geschichten
kann ich es immer NICHT ABWARTEN. :-)
Ronja (45778)
vor 508 Tagen
@Rika Nara/Weasley Kid hat nur eine Ansage gemacht. Es wurde niemand zusammengeschrien ^^