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Lily&Lyon, Gebrochenes Fleisch, geteiltes Blut

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2 Kapitel - 1.187 Wörter - Erstellt von: Lily/Alibi11 - Aktualisiert am: 2016-09-20 - Entwickelt am: - 304 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

„Wo ist Lily?“
Jasons Mund verzieht sich zu einem bitteren Lächeln. „Sie ist weg.“
„Du lügst! Ich bin ihr Zwilling! Sie ist hier! Irgendwo! Wo ist sie!“ Schreit Lyon los, und im nächsten Moment fliegt Jason rücklings gegen die Wand. „Ich… sage es dir nicht.“ Jason beginnt Blut zu spucken, aber sein Husten geht in einem Röcheln unter, als Lyon ihn gegen die Wand drückt, und dort mit der Macht zu würgen beginnt. „Wo ist Lily!“

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    Er betritt unsicher den Boden auf dem Planeten. Fast automatisch hält er die Luft an, in dem Moment in dem die stinkenden, gelb-grünlich leuchtenden Nebelschwaden seine Nase erreichen. Beinah liebevoll gleitet sein Blick über die zerklüftete Landschaft. Felsen soweit das Auge reicht. Wenig Pflanzen und kein einziges Lebewesen außer ihm. Trotzdem fühlt sich sein Herz mit einem Mal beinah warm an. Beinah. Denn es dauert einen Moment, bis er den Emotionen zulassen kann, ihnen gestatten kann, sein Herz zu überfluten. Doch dann schafft er es nicht mehr, die Kontrolle aufrecht zu erhalten und eine Träne bahnt sich langsam den Weg aus den verblüffend blauen Augen.

    Er sollte es tun. Hier macht man es so.
    Etwas angstvoll schließt er die Augen, was wenn er es verlernt hat? Wenn er es nicht mehr kann? Fest kneift er die Lieder zusammen, und im nächsten Moment ist er beinah vollkommen mit dem Nebel verschmolzen. Wenn man nicht wüsste, dass er dort ist, würde man ihn nicht erkennen, so perfekt ist er an seine Umgebung angepasst. Denn seine Haut leuchtet in genau dem Selben grün-gelb wie seine Umgebung. Kaum merklich öffnet er die Augen wieder, hebt die Hand und betrachtet das grünliche Leuchten welches von ihr ausgeht. Dann schreit er auf, und weint mit einem Mal. Schneller als irgendeinmal im Jeditemple rennt er den Berg hoch. Nachhause. Zu Mum, Dad, Jason und natürlich seiner Zwillingsschwester Lily. Lily. Ein Lächeln stiehlt sich auf seine sonst versteinerten Lippen und seine Schritte werden schneller.
    Dann ist er vor dem Haus, atmet tief durch und stößt die Tür auf. Er macht einen Schritt in den Flur und bleibt stehen. Seine Beine drohen weg zu brechen und seine Augen weiten sich. Denn alles ist leer und der Boden Staub bedeckt. Langsam greift er zu dem Laserschwert an seiner Seite und geht einen weiteren Schritt in das Haus. Seine Knie fühlen sich an wie Wackelpudding, noch bevor er fallen könnte hält er sich, sicher ist sicher, an der Wand fest.
    Doch mit einem Mal stürzt alles auf ihn ein. Alles, sein gesamtes Leben, rauscht an ich vorbei und hinterlässt einen zerbrochenen Jungen.

    Sie sind gegangen… einfach gegangen… ohne tschüss zu sagen… ohne einen Abschied… Sie ist gegangen… einfach gegangen… ohne zurück zu sehen… Sie haben mich fallen lassen… zerstört. Sie wollten mich weghaben… Haben mich verraten…!
    Langsam steht er auf, seine Hand liegt auf dem Laserschwert, ehe er es in der Bodendiele zu seinen Füßen versenkt. Rasende Wut erfasst ihn, und eher etwas dagegen machen kann, und plötzlich steht er wieder vor dem Haus, ohne überhaupt zu wissen, wie er hinaus gekommen ist. Aber es ist gleich. Nichts scheint mehr Bedeutung zu haben, außer der Tatsache, dass sie weg ist. Lily ist weg.
    Aber sie wäre niemals freiwillig gegangen, oder? Lily hätte ihn niemals verlassen und zurück gelassen. Vielleicht… ist ihr ja etwas passiert. Dann muss er sie retten.

    Ach armer Lyon… ich hätte dir zu gerne gesagt, dass Lily nicht mehr zu retten ist. Aber das Schicksal hat andere Pläne mit euch. Doch das wisst ihr schon längst.

    Oder meine Süßen?

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    Es ist nicht schwer gewesen das Gefängnis zu finden, in welches sie Lyons Familie gesteckt haben. Abgesehen von dem Namen des Gefängnisses hatte der Junge auch den Abschnitt der Fehrnsehübertragung erhalten, in dem die Hinrichtung seines Vaters ausgestrahlt worden ist.
    Man hatte ihn als Verräter erschießen lassen, angeblich ist er ein Revolutionär und Rebell gewesen. Doch Lyon weiß, dass sein Vater Journalist war, und vermutlich einfach nur die Wahrheit geschrieben hat.
    Und obwohl sein Vater eigentlich ein Held ist, verspürt Lyon nur noch puren Hass. Hass auf den Mann, der ihn fort geschickt, aber vor allem daran schuld hat, dass Lily in Gefahr ist.

    Lily, alles dreht sich um dieses Mädchen. Kann man auch nach Menschen süchtig sein? Lyon scheint es jedenfalls erwischt zu haben. Oder habe ich unrecht? Ich weiß es nicht, ihr vielleicht?

    Nach wenigen Stunden Flug landet er schließlich auf Geonosis, wo es angeblich ein Gefängnis mit seiner Familie, mit Lily, drin geben könnte. Der Planet ist staubig, aber der Junge stapft einfach Rücksichtslos Richtung Gefängnis, am Eingang vorbei und weiter in die Richtung der Zellen. Er erklärt den Wächtern, dass er Besuch sei und steckt ihnen etwas Geld zu. Dann wird er zu seiner Familie gebracht.


    Jason lehnt an der Wand und kaut auf einem Strohhalm, während er Lyon gelassen mustert. Oder was so gelassen und mustern heißt.

    Jasons Haar ist ergraut, und tiefe Falten durchziehen sein Gesicht. Ein Greis von knapp 20 Jahren. „Lyon. Ich habe mich gefragt wann du kommen wirst. In diesem Spiel treffen wir immer wieder aufeinander.“ Mit der Gelassenheit eines Todgeweihten blickt Jason ihn aus verengten, und schon fast trüben Augen heraus an. Trotzdem kann man das blau erahnen, welches früher dort strahlte. Lilys Blau.
    „Wo ist Lily?“
    Jasons Mund verzieht sich zu einem bitteren Lächeln. „Sie ist weg.“ Mehr nicht, diese drei Worte und sein Lächeln besiegeln Jasons Untergang. „Du lügst! Ich bin ihr Zwilling! Sie ist hier! Irgendwo! Wo ist sie!“ Schreit Lyon los, und im nächsten Moment fliegt Jason rücklings gegen die Wand. „Ich… sage es dir nicht.“ Jason beginnt Blut zu spucken, aber sein Husten geht in einem Röcheln unter, als Lyon ihn gegen die Wand drückt, und dort mit der Macht zu würgen beginnt. „Wo ist Lily!“ faucht er, aber Jason bleibt stumm. Egal wie sehr Lyon noch zudrückt, Jason bleibt stumm. Der letzte laut der ihm entfährt, ist ein leiser Seufzer. In dem Moment, in dem Er diese Welt verlässt.
    Wer einmal verstummt ist, der bleibt stumm. Aber das wisst ihr doch.
    Oder meine Süßen?

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