Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 21)

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 2.177 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-09-10 - Entwickelt am: - 376 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Weiter geht es mir Lily!

    1
    Bevor ich auch nur mein Schwert ziehen konnte, war ich schon umstellt. Ich wusste gar nicht genau, woher die Dracaenae kamen, aber sie waren blitzschn
    Bevor ich auch nur mein Schwert ziehen konnte, war ich schon umstellt. Ich wusste gar nicht genau, woher die Dracaenae kamen, aber sie waren blitzschnell zur Stelle und ich hatte nicht einmal Zeit nach Robert und Abby zu suchen.
    Schnell warf mir eine der Dracaena ein Netz über und wickelte mich damit ein. Mein Schwert wurde mir ebenfalls abgenommen. Dann schnappten sie das Netz und zogen es den Hügel hinunter. Dabei drängte sich mir immer mehr das Gefühl auf, dass sie mich absichtlich durch Schlamm und Steinchen zogen, sodass ich vollkommen zermürbt war, als ich schließlich bei Hippolytos ankam.
    Der bedeutete den Dracaenae mit einer Handbewegung, mich zu befreien. Diese zischten mich unentwegt an.
    »Hallo. «, sagte ich, während ich meine Frisur gerade rückte. Eigentlich war ich so gut wie nie eitel, aber ich versuchte ein gewisses Maß an Selbstvertrauen auszudrücken.
    Annabeth hatte mir immer versucht einzutrichtern, dass man sich immer stark geben sollte, wenn man es eigentlich nicht war. Sie versuchte ihre Gegner immer durch Tricks auszuspielen, da sie keine göttlichen Fähigkeiten hatte, aber ich hatte das Gefühl in etwa so überzeugend zu sein wie ein nasser Schwamm.
    Hippolytos schien das ebenso zu sehen und brach in Gelächter aus.
    Bei den Göttern, ich wünschte, das würde nicht so sehr nach Hermes klingen.
    Ich zog eine Augenbraue hoch. »Naja, ich fände es ja nett, wenn sie sich vorher vorstellen könnten, bevor sie mich umbringen. Oder habt ihr noch nie was vom „Monster-Knigge“ gehört? «
    »Ich verstehe langsam, was der Götterbote an dir gefunden hat. Ihr seid euch ähnlicher als du vielleicht annimmst. «
    »Na gut, dann gehen wir eben nicht auf die Fragen des Anderen ein. Bei so viel Beteiligung könnte ich genauso mit deinen Dracaenae erzählen. «
    Ich knuffte, die mir am nächsten stehende Dracaena, in die Schulter. Sie zischte auf, griff mich aber nicht. Gut, stellte ich fest, das bedeutete, dass sie nicht den Befehl hatte, mich gleich zu töten. Ich musste ja nur mal sicher gehen. Etwas impulsiv, aber ich hatte es ja überlebt.
    Er musterte mich neugierig. »Was sollte das denn? Das war ja nicht gerade besonders dezent. « Er runzelte die Stirn.
    »Sie riechen auch nicht gerade dezent. Könnten sie eventuell mal zur Sache kommen, ich habe keine Lust den ganzen Tag hier herumzustehen. «
    »Noch Termine?«
    »Ach, Sie wissen schon, so dies und das. «
    »Du brauchst mich doch nicht zu Siezen. Wir sind doch schon praktisch alte Bekannte. Naja, zumindest indirekt. Ich habe Hermes jetzt schon seit einigen Jahrtausenden beobachtet und da musste ich schließlich auch auf dich stoßen. «
    »Na gut, Happy Hippo. Was willst du nun von mir? «
    »Nun ist das nicht offensichtlich? Ich will dich gefangen und zu meiner Frau nehmen. Dann muss ich nur noch warten, bis dein geliebter Hermes dir zu Hilfe eilt und ich kann ihn töten. Er macht es mir auch besonders leicht, da er gerade dabei ist, seine göttlichen Kräfte aufzugeben. Und pünktlich zu Gaias Auferstehungsfest, wird er dann vollkommen Mensch sein und ich muss ihn nur mit diesem Baby mal ein bisschen piksen. « Er wackelte ein bisschen mit seinem Speer.
    »Wieso bin ich da nicht selbst draufgekommen? «, murmelte ich. Ich versuchte mich lässig zu geben, aber in meinem Inneren war alles auf höchste Alarmbereitschaft gestellt. Dieser Riesentrottel wollte Hermes in eine Falle locken? Und mich dann auch noch heiraten?
    Mein Verstand ratterte, aber seine Ähnlichkeit zu Hermes brachte alles in mir vollkommen durcheinander. Sein Selbstvertrauen, seine Art mit mir zu spielen, sein Interesse für alles, was ich tat, seine Mauern die er um sich herum errichtet hatte.
    Und doch war etwas anders. Ich bemühte mich, meine Konzentration auf die Unterschiede zwischen den Beiden zu lenken. Was hatte Hippolytos, was Hermes nicht hatte?
    Der Wahnsinn in seinem Inneren, die Selbstverständlichkeit, dass ich ihm gehören musste, die Unfähigkeit menschliche Gefühle zu empfinden, dachte ich.
    Hermes war ebenfalls verbittert, aber weniger auf eine zornige Art. Eher auf eine traurige. Außerdem hatte ich manchmal das Gefühl, ein wenig unter seine selbstverliebte Art sehen zu können. Er sah mich immer auf eine Art… Als ob es ein Wunder wäre, dass ich ihm überhaupt Beachtung schenke. Ihr müsst wissen, für einen schüchternen Menschen, der immer nur in der Menge untergegangen war, ist das das Größte. Und egal, wie sehr Hermes seine Gefühle versteckte, manchmal konnte ich sie doch sehen. Und in meinen Augen waren sie wunderschön.
    Auch Hippolytos wusste von Gefühlen, von Liebe, von Mitgefühl und Freundschaft. Er wusste, wie man die Gefühle ausnutzte um andere zu manipulieren. Er sah dies als seine Waffe, die er nach Belieben einsetzen konnte. Liebe war eine Schwäche. Sie hatte mich Hermes dazu gebracht, seine Kräfte aufzugeben. Sie hatte mich vor ein paar Monaten dazu getrieben, Hermes bis nach Oregon zu verfolgen. Sie hatte mich fast getötet.
    Das einzige Gefühle, welche Hippolytos in der Lage war zu empfinden waren Zorn und Hass. Auch Hippolytos war zornig auf seine Familie. Auch er wurde von ihr ausgenutzt. Auch er war der menschlichste unter den Giganten, wie auch Hermes der menschlichste unter den Göttern war. Nur war er voll von allen menschlichen Schlechtigkeiten: Missgunst, Eifersucht, Stolz, Arroganz, Manipulationen.
    Das Einzige was Hermes abgehalten hatte, seine Familie zu verraten war seine Liebe, die er ihr gegenüber empfand. Er gab es zwar nicht gern zu, aber im Innersten liebte er sie doch.
    Nun sah ich es ganz genau. Ich sah was Hermes von Hippolytos unterschied.
    Jetzt musste ich nur noch herausfinden, was Hippolytos davon abhielt. Liebe war es ganz sicher nicht.
    Ich setzte mich im Schneidersitz in den Sand.
    »Muss schwer sein, immer nur die Drecksarbeit für Porphyrion zu machen, oder? «
    Ich lächelte ihm mitfühlend zu. Hippolytos sah erst verwirrt aus, setzte sich aber ebenfalls. (Wenn auch etwas geräuschvoller als ich.) Er blickte mich misstrauisch an.
    »Warum willst du mir reden? «
    »Offensichtlich bin ich ja deine Gefangene, da ist es doch sinnvoller meinen zukünftigen Ehemann etwas besser kennenzulernen, oder? Ich stelle es mir nicht gerade angenehm vor, immer unterschätzt zu werden. Immer Dinge zu tun, die alles andere als klug sind, sondern vollkommen undurchdacht. Und trotz ihrer Dummheit sind es Leute wie Porphyrion, die die Giganten anführen dürfen und dafür sorgen müssen, dass Gaia wiederbelebt wird. «
    »Wenn du wüsstest! « Hippolytos rang mit seinen Händen. »Vor Kurzem hat Porphyrion versucht diesen Spross des Jupiter, diesen Jason Grace, zu töten. Er hatte sich mit seinen Vater verbündet und Porphyrion fast an die Grenzen seiner Macht gebracht. Nichts, wovon er sich nicht wieder erholen würde. «
    Er zwinkerte mir zu. »Ich weiß doch, wie sehr ihr Halbgötter euch das wünscht, dass er abkratzt. « Er grinste. » Und ich kann es auch verstehen. « Ich lächelte schelmisch, was in noch mehr zu freuen schien.
    Dann fuhr er schließlich fort. »Aber dennoch war es sicher nicht angenehm und dann auch noch so furchtbar überflüssig. « Er seufzte.
    »Dabei werden die Halbgötter sich bald ohnehin in Stücke reißen. All diese Halbgötter und ihre fatalen Schwächen… Früher oder später werden sie sie umbringen. Besonders dieser Grace-Junge. All diese Unsicherheiten, die er in sich trägt. Die Römer dulden keine Schwachen in ihren Reihen und auch keine Verräter. Früher oder später werden sie alle sterben. Und wir müssen nur zuschauen. «
    »Warum müsst ihr Giganten dann überhaupt einen Krieg führen? « erwiderte ich neugierig. Meine Hoffnungen seinen Plan zu durchschlagen waren nicht unbedingt besonders groß, aber ich musste ihn irgendwie ablenken.
    Er lachte. »Daher weht der Wind also. Wenn es nach mir geht, warte ich einfach noch ein paar Jahre, bis die Sterblichen sich gegenseitig zerstört haben. Aber Gaia, unsere Mutter, ist so schrecklich ungeduldig nach all den Jahrtausenden. «
    »Es muss schrecklich sein unter seiner Verwandtschaft so herumgeschubst zu werden, nicht wahr? «
    Hippolytos nickte geistesabwesend. Mein Blick schnellte zu der Dracaena, die mein Schwert in Verwahrung hielt. Sie stand ungefähr 10 Meter von uns entfernt. Bevor er etwas bemerkte, sah ich wieder zu Hippolytos zurück. Nur seine geballten Fäuste verrieten, dass er überhaupt mitbekam, was ich sagte. Dann fuhr er fort. »Ja, aber ich werde das nicht länger erdulden. « Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf mich und lächelte. Ich gab mir alle Mühe, meine Aufmerksamkeit wieder auf den Wahnsinn zu legen, der durch die Risse seiner mentalen Mauer durchschien.
    »Du weißt sicher, dass dein geliebter Götterbote plant, sein Dasein als Gott aufzugeben. « Er grinste süffisant. »Natürlich weißt du das, es ist ja in aller Munde. «
    Ich hob meine Augenbrauen. »Also der übliche Klatsch und Tratsch des Olymps.«
    »Jedenfalls entsteht dadurch ein Machtvakuum. Das bedeutet, dass in der entscheidenden Schlacht- « Er machte eine theatralische Geste. »Alle meine Gigantenverwandten –Hey, das hat sich sogar gereimt.- « Ich verdrehte die Augen. »Einen göttlichen Gegner haben, gegen welchen sie antreten müssen. Alle, außer mir. Es reicht, wenn ich einen gewöhnlichen Sterblichen vernichte. Keinen Titanen, keinen Gott, nicht einmal ein Halbgott. Einen ganz gewöhnlichen Sterblichen. «
    Ich biss mir auf die Lippe. Hermes würde niemals ein gewöhnlicher Sterblicher sein. Hippolytos bemerkte meine Mimik und grinste nur noch breiter.
    »Dabei darf ich mich natürlich nicht in die Kämpfe meiner Genossen einmischen. Wer sich gegen das Schicksal auflehnt, war schon immer ein Verdammter. « Wieder hatte ich das Gefühl, als würde mich jemand in die Magengrube boxen.
    »Das wiederum bedeutet, dass alle meine Mitstreiter nach dem langen Kampf am Ende ihrer Kräfte sein werden. Egal, wie selbstbewusst sie sich geben, einen Gott zu besiegen ist Knochenarbeit, und wir können froh sein, dass niemand dabei stirbt. Das wäre äußerst unerfreulich, denn es dauert ein ganzes Stück bis ein Gigant aus dem Tartarus zurückkehren kann. « Jetzt wurde sein Grinsen zu einer unheimlichen Maske, die alles zu verschlingen schien.
    »Besonders wenn ein komplett ausgeruhter Gigant auf einmal auf die Idee kommt, alle anderen zu töten, um seine Stärke vor Gaia zu beweisen. Wenn sie diese Stärke einmal erkennt, wird sie sehen, wer der wahre König der Giganten sein sollte. «
    »Daher weht der Wind also. «, zitierte ich ihn.
    Er nickte. Dieser Typ war wahnsinnig, dachte ich. Gaia würde niemals so etwas zulassen. Intrigen schwächten nur die Moral der Truppe.
    Er klammerte sich an aussichtslose Hoffnungen. Genau wie Hermes. Stop. Nein. Ich verdrängte, die Stimme aus meinem Kopf. Stattdessen konzentrierte ich mich auf das Rauschen des Meeres. Man sah es von hier aus nicht, da ein paar Dünen dazwischen lagen. Man hörte es eigentlich auch nicht. Aber ich spürte es. Ich spürte es immer in mir. Und das gab mir Kraft.
    »Das ist dein geheimer Plan? Ehrlich gesagt hatte ich irgendwie mehr erwartet. Schließlich bist du das diabolische Spiegelbild von Hermes. «
    »Mehr erwartet? Dieser Plan ist ausgeklügelt und vollkommen wasserdicht! «
    Ich runzelte die Stirn. »Ich weiß ja nicht. « Unterirdisch spürte ich, wie das Wasser sich seinen Weg suchte.
    »Ich erwarte etwas mehr Respekt von dir! Schließlich bist du meine zukünftige Braut! «
    Seine Schale war anscheinend leichter zu knacken, als die von Hermes.
    »Braut? Wieso sollte ich jemanden heiraten, der sich so idiotische Pläne ausdenkt? «
    Hippolytos sprang auf und richtete seinen Speer auf mich. Dabei bemerkte er nicht, dass seine Dracaena, wie die Hasen bei „Lotti Karotti“ im Schlamm versanken. Ihr wütendes Zischen war der einzige Hinweis, dass es nicht stimmte. Doch er winkte sie nur wie eine lästige Fliege ab. Viel zu wütend war er im Moment.
    »Vergiss nicht, wer hier die wahre Macht hat! «
    Ein Knoten bildete sich in meiner Magengrube. Er verdichtete sich immer mehr, bis der Druck einfach zu groß wurde.
    »Ich natürlich. « Dann ließ ich los und die Hölle brach über uns alle herein.


article
1473438291
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 21)
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 21)
Weiter geht es mir Lily!
http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473438291/Lily-Allenson-Untrennbar-Kapitel-21
http://www.testedich.de/quiz44/picture/pic_1473438291_1.jpg
2016-09-09
406G
Percy Jackson

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.