Ein Mädchen bei den Maze runnern

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1 Kapitel - 4.171 Wörter - Erstellt von: Quinni - Aktualisiert am: 2016-09-05 - Entwickelt am: - 659 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Quinn wacht ohne Erinnerungen an ihr Leben in einem Käfig auf und landet wenig später bei einem Haufen Jungs, die in einem Labyrinth wohnen. Aber wieso wurde Quinn dorthin geschickt? Und was wird sie wohl bei ihnen erleben?

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Ihre Sicht:
Ich schlage die Augen auf. Es ist stockdunkel um mich herum, sodass ich nichts erkennen kann. Mein Herz schlägt schmerzhaft schnell in meiner Brust. Langsam gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und ich erkenne, dass ich in einer Art Käfig sitze. Außer mir scheint niemand hier zu sein. Nur ein paar Kisten gibt es hier noch. Plötzlich durchfährt ein heftiger Ruck den Käfig und er beginnt sich aufwärts zu bewegen. Mein Herz schlägt noch schneller. Wo bin ich hier denn nur? Während sich der Käfig irgendwie immer schneller zu bewegen scheint, realisiere ich geschockt, dass ich mich an nichts erinnern kann. Nicht an meine Familie, nicht an meine Freunde, an gar nichts aus meiner Vergangenheit! Panik überkommt mich und ich kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich kauere mich in eine Ecke des Käfigs und vergrabe mein Gesicht in meinen Armen. Ich weiß nicht wie lange ich so dagesessen habe, als der Käfig mit einem letzten gewaltigen Ruck zum Stehen kommt. Ich hebe meinen Kopf. Okay, reiß dich zusammen! Ich werde hier wieder rauskommen! Alles wird gut, Quinn! Moment… Quinn? Ist das mein Name? Ich lächle, als mir klar wird, dass ich tatsächlich Quinn heiße. Wenigstens meinen Namen kenne ich jetzt. Viel Zeit mich zu freuen bleibt mir allerdings nicht, denn über mir wird auf einmal eine Tür aufgerissen. Die plötzliche Helligkeit blendet mich. Ein Junge, etwa in meinem Alter, springt in den Käfig und sieht sich suchend um. Ich starre ihn an, verhalte mich aber so still wie möglich um ihn nicht auf mich aufmerksam zu machen – vergeblich. Der Junge hat mich entdeckt und starrt mich erstaunt an. „Das gibt es doch nicht!“, murmelt er. Was hat er denn? „Jo, Newt!“, ruft eine Stimme von oben, „Was dauert denn da so lange?“ Der Junge heißt also Newt. Ein komischer Name. Ich mustere ihn neugierig. Er sieht ziemlich gut aus mit den dunkelblonden Haaren und den braunen Augen. Außerdem ist er groß und gut trainiert, seine Arme muskulös. Mir wird bewusst, dass auch der Junge – Newt – mich mustert. Nach ein paar Sekunden dreht er sich um und ruft: „Es…es ist ein Mädchen!“ Ich kann hören wie einige Stimmen oben zu tuscheln beginnen und schnelle Schritte die sich nähern. Ich sehe Jungen, die ihre Hälse recken um zu mir herunterzuschauen. Plötzlich fällt ein Schatten auf mich. Ich schaue auf und sehe Newt vor mir stehen. Er streckt mir seine Hand hin. „Hi, ich bin Newt. Weißt du wie du heißt?“ Ich zögere eine Sekunde, nehme dann aber seine Hand und er hilft mir hoch. „Danke“, sage ich. Was für ein komisches Gefühl meine eigene Stimme zum ersten Mal zu hören. Sie klingt aber schön – melodisch und klar. „Ich heiße Quinn.“ Newt lächelt mich lieb an. „Willkommen, Quinn“, sagt er, „Komm, wir bringen dich hier raus!“ Ich nicke erleichtert. Endlich raus aus diesem Käfig. „Okay, Quinn. Wir kommen hier ziemlich leicht heraus, mach einfach das was ich auch mache, okay“, weist mich Newt an. Ich nicke und sehe zu wie Newt auf eine verschlossene Kiste springt, sich streckt und sich über die Kante hochzieht. Ich bezweifle zwar, dass ich groß genug bin um die Kante zu erreichen, aber gut, einen Versuch ist es wert. Ich steige also auf dieselbe Kiste wie Newt vor mir und schaue hoch. Über mir sehe ich gut 50 Jungen, die sich um den Käfig versammelt haben und zu mir runter schauen. Einige tuscheln miteinander, andere starrten mich einfach an. Ein Junge kniet sich an der Kante nieder. „Soll ich dir helfen, Süße?“, fragt er mit einem widerlichen, anzüglichen Grinsen. Etwas angewidert verziehe ich mein Gesicht, komme aber um eine Antwort herum, da sich Newt im selben Augenblick an der Kante niederkniet und mir seine Arme entgegenstreckt. „Verzieh dich, Gally“, schnauzt er den anderen Jungen an. Der Junge, den Newt Gally nennt, schaut ihn wütend an, steht dann aber langsam auf und drängt sich durch die Zuseher. Ich atme erleichtert auf, dann strecke ich Newt meine Arme entgegen. Ich lege meine Hände auf seine Schultern und er bekommt mich an meiner Taille zu greifen und zieht mich so mühelos zu sich nach oben, dass man meinen könnte ich wäre nicht schwerer als ein Kleinkind. Newt stellt mich neben sich und wartet bis ich sicher auf meinen Beinen stehe, bevor er mich loslässt. „Danke“, sage ich leise und versuche mich an einem Lächeln. Newt lächelt zurück. „Keine Ursache“, antwortet er. Die Jungen um uns herum haben wieder zu tuscheln begonnen und starren mich neugierig an. „Bin ich allen Ernstes das einzige Mädchen hier?“, frage ich Newt in Flüsterton. Newt grinst schief und zuckt mit den Achseln. „Sieht ganz so aus, was“, murmelt er zurück. Er scheint noch etwas anderes sagen zu wollen, aber er wird unterbrochen. „Okay, Leute, was ist hier los?“ Ich drehe mich zu der fremden Stimme um und sehe einen dunkelhäutigen Jungen, der sich durch die Menge schiebt. Als er mich sieht bleibt er stehen und schaut mich ungläubig an. „Ein Mädchen?“, fragt er irritiert. Ich bin mir nicht ganz sicher an wen die Frage gestellt war, also sag ich einfach mal nichts. Einige Sekunden passiert nichts, dann räuspert sich der Junge. „Mein Name ist Alby“, stellt er sich vor und streckt mir seine Hand hin, die ich kurz schüttle, „Ich bin der Anführer der Lichter. So nennen wir uns hier. Lichter. Weil wir auf einer Lichtung wohnen. Verstehst du?“ Ich nicke langsam. Ja, ich verstehe woher der Name kommt aber ansonsten… Alby lächelt mich an, ich glaube er sieht mir meine Verwirrung an, denn er sagt: „Wir erklären dir alles später. Wie heißt du?“ „Quinn“, antworte ich und erwidere Albys Lächeln. Albys Lächeln wird breiter, scheinbar freut er sich über meine Antwort. „Okay, Quinn“, sagt er, „Willkommen auf der Lichtung! Ich weiß du bist verwirrt und weißt nicht wo du bist, aber keine Sorge: Newt wird dich ein bisschen herumführen und dir alles zeigen und erklären, okay?“ ich lächle erleichtert. Alby scheint ganz in Ordnung zu sein. Plötzlich steht Newt wieder neben mir. Er lächelt. „Na komm, Quinn. Ich führe dich herum!“ Ich nicke erfreut. Newt legt mir eine Hand auf den Rücken und manövriert mich vorsichtig durch die Zuschauer. Als wir schon ein ganzes Stück von den anderen entfernt sind, höre ich Albys Stimme. „Okay, Leute. Genug gestarrt! Geht zurück an die Arbeit!“ Ich schaue über die Schulter zurück und sehe wie sich die Lichter in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. „Also, Quinn“, lenkt Newt wieder meine Aufmerksamkeit auf sich, „Ich zeige dir jetzt erst einmal das Gehöft.“ Er zeigt auf eine zweistöckige, windschiefe Hütte. „Dort schlafen die meisten von uns und außerdem ist das Gehöft so etwas wie unser Krankenhaus.“ Ich nicke vorsichtig. „Es sieht nicht sonderlich stabil aus“, stelle ich fest und Newt lacht. „Keine Sorge, es ist stabil“, versichert er mir, „Wir bauen immer neu dran, wenn wir von den Schöpfern neues Baumaterial bekommen. Deshalb sieht es wohl etwas schief aus.“ Ich runzle die Stirn. „Die Schöpfer?“, frage ich. Newt nickt. „Ja, so nennen wir die Typen die diese Kiste, in der du warst, befüllen und zu uns schicken“, erklärt er. Die nächsten paar Stunden verbringt Newt damit mir die Lichtung und die Gebäude zu zeigen und mir die unterschiedlichen Jobs zu erklären. „Na, Quinn, hast du dich schon für einen Job entschieden?“, fragt mich Newt neugierig. Wir sind fertig mit der Führung und auf dem Weg zum Gehöft. Ich schaue Newt an. Er hat mir von den Baumeistern, den Schwappern, den Köchen, den Sanis, den Schlitzern, den Hackenhauern, den Wurzelseppen und den Eintütern erzählt. Keiner der Jobs hört sich wirklich gut an, aber ich will auch nicht den ganzen Tag nur nutzlos herumsitzen und nichts tun. „Ich weiß nicht so recht“, sage ich zögerlich, „Ich glaube am ehesten würden mich die Köche oder die Sanis interessieren.“ Eine glatte Lüge. Ich hasse die Vorstellung auf dieser Lichtung zu sitzen und Däumchen zu drehen, aber was soll ich machen? Es hilft ja alles nichts. Neben mir fängt Newt an zu lachen. Ich schaue ihn verwirrt an. Habe ich was Falsches gesagt? „Okay, Quinn“, sagt Newt immer noch grinsend, „Dann werde ich mal zu Bratpfanne und Clint und sie fragen, ob du dir mal einen Tag ihre Arbeit ansehen kannst. Danach kannst du dich bestimmt besser entscheiden, was du tun möchtest.“ Ich lächle Newt dankbar an. „Das wäre großartig! Danke, Newt“, sage ich und Newt lächelt. „Ach, beinahe hätte ich es vergessen“, ruft Newt plötzlich und schaut mich aufgeregt an, „Heute Abend feiern wir ein Fest! Das machen wir immer, wenn ein Frischling ankommt.“ Ich lächle. Es ist eine gute Idee die Ankunft neuer Lichter zu feiern. Auf diese Weise bekommt der Umstand in einem Labyrinth eingesperrt zu sein auch einmal eine nette Seite. Da fällt mir ein- „Sag mal, Newt“, frage ich, „Habt ihr hier auch so etwas wie eine Dusche?“ „Klar“, antwortet Newt, „Ich kann sie dir gleich zeigen, wenn du magst!“ Ich nickte. Eine Dusche wird mir jetzt bestimmt gut tun. Ich weiß ja nicht, wann ich zum letzten Mal geduscht habe. „Komm“, sagt Newt, nimmt meine Hand und zieht mich in Richtung Gehöft. Meine Hand kribbelte in seiner. Aber nicht unangenehm. Im Gegenteil. „Ach, Moment“, ruft Newt und bleibt stehen. „Wir sollten zuerst einmal schauen ob die Schöpfer dir auch Kleider mitgegeben haben“, sagt er und mustert mich abschätzend von Kopf bis Fuß, „Ich bezweifle, dass dir die Kleider von uns anderen passen. Du bist viel kleiner als die Meisten von uns und auch viel dünner.“ Mit dieser Feststellung zieht er mich in Richtung der Kiste, in der ich auf die Lichtung gekommen bin. Dort angekommen springt Newt leichtfüßig in den Käfig und dreht sich dann zu mir um, um mir hinunter zu helfen. Ich schaue mich im Käfig um. „Also, meine Kleidung muss in einer der Kisten sein, oder?“, frage ich Newt. Als der nickt, beginnen wir beide zu suchen. Es dauert nicht lange, da entdecke ich eine Tasche in einer Kiste, die eindeutig Mädchenkleider enthält. „Ich hab sie gefunden!“, rufe ich Newt zu. „Klasse“, sagt Newt, „Dann komm, ich bringe dich zum Badezimmer!“ Wie schon bei meiner ersten Ankunft klettert Newt zuerst aus der Kiste und hilft dann mir heraus. Auf dem Weg zum Gehöft nimmt Newt wieder meine Hand, die sofort wieder zu kribbeln beginnt. Oh Mann, Quinn, reiß dich zusammen! Newt führt mich um das Gehöft herum und bleibt vor einer Holztür stehen. „So, das ist unser Bad“, sagt Newt, „Lass dir ruhig Zeit. Während du im Bad bist, werde ich mich inzwischen um deine Probejobs kümmern. Warte am besten einfach hier wenn du fertig bist, okay?“ Ich nicke dankbar und Newt lächelt mich sanft an. Dann lässt er meine Hand los, die er bis jetzt gehalten hat, und schiebt mich vorsichtig ins Bad. Das Badezimmer ist nicht sonderlich groß. Es gibt genau zwei Waschbecken und eine Dusche. Das war es. Ich schließe die Tür und sperre ab – nur zur Sicherheit – dann gehe ich zu dem kleinen Fenster am Ende des Raumes, ziehe meine Jacke aus und hänge sie wie einen Vorhang über das Fenster. Ich komme mir irgendwie ein bisschen paranoid vor, aber man (oder besser frau ;-)) weiß ja nie was den Jungs so einfällt. Ich ziehe meine schmutzige Kleidung aus und springe unter die Dusche. In der Tasche mit meinen Kleidern habe ich noch eine kleinere Tasche mit Duschgel und Shampoo gefunden, das ich jetzt mit in die Dusche nehme. Ich drehe das Wasser so heiß auf, wie ich es ertragen kann und seife meinen Körper und meine Haare gründlich ein. Ich genieße das Gefühl des warmen Wassers auf meiner Haut und schaue zu, wie das Wasser und die Seife meine Haut vom Schmutz befreit. Ich drehe das Wasser ab, rubble mich mit einem Handtuch trocken und wickle dann meine Haare darin ein. Aus der Tasche ziehe ich ein Set Unterwäsche, eine eng anliegende, blaue Jeans und ein rotes T-Shirt, das nicht zu viel Ausschnitt zeigt. Ich ziehe das Handtuch von meinem Kopf und suche in der Tasche nach einer Haarbürste. Ich stoße einen kleinen Freudenschrei aus, als ich nicht nur eine Bürste sondern auch einen kleinen Föhn finde. Ich trockne meine Haare und bürste sie durch, dann schaue ich mich im Spiegel an. Plötzlich verstehe ich, warum mich die Jungen vorher so angestarrt haben. Ich bin nicht nur das einzige Mädchen hier, sondern bin auch noch ziemlich hübsch mit meinen mandelförmigen, dunkelgrünen Augen, meiner reiner, hellen Haut, den dunkelrosa Lippen und den langen, leicht gelockten, honigblonden Haaren. Außerdem bin ich schlank, zierlich und relativ klein – ich schätze mich auf etwa 1,65 Meter. Ich wende mich von dem Spiegel ab, öffne die Tür und verlasse das Badezimmer. Newt ist noch nicht wieder zurück. Weil ich nicht wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Bad stehen bleiben will, beschließe ich mich ein wenig auf der Lichtung umzusehen. Weit komme ich aber nicht. „Hey, Quinn“, ruft jemand hinter mir und als ich mich umdrehe sehe ich Alby auf mich zulaufen. „Hey, Alby“, sage ich, als er vor mir stehen bleibt, „Was gibt es?“ Alby mustert mich ausgiebig bevor er antwortet. „Du siehst gut aus.“ Ich spüre wie ich rot werde, lächle aber erfreut über das unverhoffte Kompliment. „Ähm, warum ich dich eigentlich gesucht habe“, fährt Alby ein wenig verlegen fort, „Ich habe eine schlechte Nachricht: Die Schöpfer haben keine Hängematte für dich in die Kiste gepackt. Das bedeutet du musst bei einem von uns Strünken schlafen.“ Ich schaue ihn fassungslos an. Ich soll bei einem fremden Jungen im Bett schlafen? Ist das sein Ernst? Alby beginnt sich verlegen den Nacken zu reiben. „Ich…äh… ich hätte da schon einen Vorschlag“, sagt er, „Ich habe mit Newt gesprochen. Er hätte nichts dagegen, wenn du bei ihm bleibst.“ „Natürlich nur bis wir ein Bett für dich auftreiben können“, fügt er rasch hinzu als ich meine Stirn runzle. Ich atme tief durch. „Warum Newt?“, frage ich. „Weil ich weiß, dass Newt vernünftig ist und dir nie etwas tun würde“, antwortet Alby. Ein paar Sekunden lang starre ich ihn an, dann nicke ich. „Okay“, stimme ich zu. Der Anführer der Lichter lächelt, scheinbar erleichtert darüber, dass ich so schnell eingelenkt habe. „Großartig“, sagt er, „Komm, ich zeige dir gleich wo du heute schlafen wirst.“ Alby legt mir, wie schon Newt vorhin, eine Hand auf den Rücken und dirigiert mich zu einer kleinen Hütte in der Nähe des kleinen Waldstücks. Dort angekommen öffnet er die Tür und bedeutet mir hineinzugehen. Die Hütte ist nur spärlich möbliert, mit einer kleinen Holztruhe und einem relativ großen Haufen Stroh auf dem zwei Kissen und eine große Decke liegen. Das ist wohl Newts Bett. Und mein Bett. Da ich ja scheinbar die nächsten Tage hier leben werde, beschließe ich die Tasche mit meinen Kleidern neben die Holztruhe zu stellen, damit ich sie nicht mit mir herumtragen muss. Hinter mir räuspert sich Alby. „Quinn, ich muss leider wieder gehen“, erklärt er als ich mich zu ihm umdrehe, „Ich muss den Strünken da draußen mit den letzten Vorbereitungen für das Fest helfen.“ Ich nicke. Das Fest hätte ich ja beinahe vergessen. „Ich kann euch auch helfen“, biete ich an, aber Alby schüttelt den Kopf. „Du bist unser Ehrengast, Quinn“, sagt er lächelnd, „Am besten bleibst du erst einmal hier. Siehst dich ein wenig in deinem neuen Zuhause um. Ich sage Newt, dass er zu dir kommen soll, sobald er kann.“ Zwar bin ich ein wenig enttäuscht über seine Reaktion, aber ich finde es auch wirklich süß wie sich alle Mühe mit diesem Fest geben. Ich versuche mich also an einem Lächeln und schaue Alby an. „Okay. Dann sehen wir uns später auf dem Fest.“ Alby nickt zustimmend. „Ja“, sagt er, „Bis später, Quinn.“ Er schenkt mir noch ein letztes Lächeln, dann dreht er sich um und verlässt die Hütte. Ich schaue mich in der Hütte um. Naja, wirklich viel gibt es hier ja nicht zu tun. Ich beschließe in die kleine Holztruhe zu schauen und entdecke, dass sie voll mit Jungenkleidung ist. Newt scheint also seine Kleider in dieser Truhe aufzubewahren. Ich nehme mir vor Newt morgen zu fragen, ob ich auch meine Kleider in die Truhe legen darf. Darin würden sie bestimmt weniger knittern als in der Tasche. Weil ich nicht weiß was ich sonst noch tun soll, gehe ich zu dem Bett und lege mich darauf. Obwohl das Bett nur ein Haufen Heu ist, ist es trotzdem sehr bequem. Ein paar Minuten bleibe ich auf dem Bett liegen, dann wird mir auch das zu langweilig. Eigentlich habe ich Alby ja versprochen in der Hütte auf Newt zu warten, aber da wir uns ja auf einer Lichtung befinden, die von riesigen Wänden umgeben ist, kann ja auch nichts passieren, wenn ich ein wenig herumlaufe. Ich hole mir also eine dünne Jacke – eine hübsche dunkelblaue, die bis auf die Ärmel aus Spitze bestand – und verlasse die Hütte. Draußen bleibe ich erst einmal stehen, unsicher wohin ich gehen soll. Als ich mir die Mauer anschaue, überkommt mich eine unglaubliche Neugierde. Ich darf zwar nicht in das Labyrinth hineingehen, aber niemand hat gesagt, dass ich nicht vor dem Tor stehen und schauen darf. Zufrieden über meine Entdeckung der Gesetzeslücke steuere ich genau auf eines der Tore zu – das Osttor, wenn ich mich richtig erinnere. Erst vor dem Tor bleibe ich stehen uns schaue über meine Schulter. Newts Hütte ist jetzt ein ganzes Stück von mir entfernt. Ich sehe einige Jungen, die in der Ferne irgendwas aufzubauen schienen, aber sie waren zu weit weg als dass ich erkennen könnte was es war. Ich drehe mich wieder zum Tor. Der Teil des Labyrinths, den ich sehen kann, sieht nicht viel anders aus, als hier auf der Lichtung. Nur der Boden, der auf der Lichtung mit Gras bewachsen ist, besteht im Labyrinth aus Stein. Der Anblick ist ziemlich enttäuschend. Ich drehe mich um und mache ein paar Schritte in Richtung von Newts Hütte, da höre ich ein Geräusch hinter mir. Verwirrt drehe ich mich zum Tor und sehe einen asiatisch aussehenden Jungen auf mich zu rennen. Aus dem Labyrinth. Ich starre den Jungen an. Ich dachte keiner darf die Lichtung verlassen? Mittlerweile hat mich der Junge erreicht. Schwer atmend und vornübergebeugt bleibt er vor mir stehen. Er hebt seinen Kopf um mich anzusehen. „Bist du die Neue?“, stößt er mühsam hervor. Ich nicke. „Ich heiße Quinn“, stelle ich mich vor. Der Junge lächelt mich an. „Freut mich, Quinn“, sagt er und richtet sich auf, „Ich bin Minho.“ Ich lächle zurück. Der Junge – Minho – sieht immer noch komplett fertig aus, aber ich kann meine Neugierde einfach nicht zurückhalten. „Was hast du da draußen gemacht?“, frage ich, „Ich dachte keiner darf die Lichtung verlassen?“ Minho lacht kurz auf. „Keiner von euch Strünken darf die Lichtung verlassen“, korrigiert er mich, „Aber ICH bin ein Läufer. Es ist mein Job in das Labyrinth zu gehen.“ Ich horche auf. Ein Läufer? Newt hat nichts über diesen Job gesagt. Als ich Minho das sage bricht er in schallendes Gelächter aus. „Das wundert mich nicht“, sagt er immer noch lachend, „Wahrscheinlich wollte er einer Diskussion entgehen. Die meisten Frischlinge wollen Läufer werden. Sie denken sie könnten etwas verändern, wenn sie ins Labyrinth gehen.“ Ich runzle die Stirn. „Wenn es also nichts ändert dort draußen rum zu rennen“, frage ich, „Warum tust du es dann?“ Minho schaut mich einige Sekunden lang überrascht an, dann lacht er. „Du gefällst mir, Kleine“, sagt er immer noch lachend. „Quinn“, korrigiere ich ihn und er nickt grinsend. „Na, dann, Quinn“, sagt er und betont meinen Namen übertrieben, „Wir sehen uns später auf dem Fest.“ Ohne eine Antwort abzuwarten joggt er langsam davon. Ich bin aber noch nicht bereit die Sache mit den Läufern auf sich zu beruhen, also laufe ich Minho hinterher. „Warte, Minho“, rufe ich. Er schaut mich über die Schulter hinweg an, bleibt aber nicht stehen. Als ich zu ihm aufgeholt habe, gehen wir ein paar Sekunden schweigend neben einander her. „Minho“, beginne ich, „Wie wird man ein Läufer?“ Kaum habe ich die Frage ausgesprochen, bleibt Minho abrupt stehen und schaut mich entgeistert an. „Was?“, frage ich nun doch etwas nervös. „NIEMAND der weiß wie der Laden hier läuft will Läufer werden“, sagt Minho, „Und außerdem kann man nicht einfach so ein Läufer werden. Man wird auserwählt.“ Mit diesen Worten setzt er sich wieder in Bewegung. Seufzend folge ich ihm. „Von wem?“, frage ich, wissend dass der Hüter wohl langsam von mir genervt ist. „Vom Rat der Hüter“, gibt Minho knapp zurück, „Der Rat sucht sich die stärksten und besten Strünke die wir hier haben und macht sie zum Läufer wenn sie das Zeug dazu haben.“ Minho mustert mich von der Seite. Dann lächelt er zu meiner Überraschung. „Obwohl ich sagen muss, dass du schon recht sportlich zu sein scheinst.“ Ich lächle. Darauf kann ich aufbauen. „Aber noch lange nicht so sportlich wie du“, sage ich und schaue den Hüter mit leicht schräg gelegtem Kopf an. Ich lächle noch einmal und spiele mit einer Haarlocke. Minho ist wieder stehen geblieben und starrt mich an. „Ähm…naja…“, stottert er verlegen, „Ich…äh… ich bin ja auch schon eine ganze Weile Läufer.“ Ich nicke zustimmend. „Oh, ja“, stimme ich zu, „Ich wette du kennst das Labyrinth besser als jeder andere hier.“ Ich versuche meiner Stimme einen bewundernden Klang zu geben. Minho lächelt bescheiden. „Ja, das tu ich wohl.“ Ich nicke wieder und sage: „Und wenn ich mit dir zusammen ins Labyrinth gehe?“ Minho schaut mich überrascht an. Doch bevor er etwas sagen kann, rede ich weiter. „Es wäre eine win-win-Situation. Du findest heraus ob ich theoretisch eine gute Läuferin werden könnte und ich sehe das Labyrinth.“ Weil Minho noch nicht ganz überzeugt zu sein scheint füge ich noch mit einem, mit einem (wie ich hoffe) koketten, Lächeln hinzu: „Und mit dem Hüter der Läufer, der das Labyrinth besser kennt als JEDER andere hier, kann mir doch absolut gar nichts passieren!“ Minho schaut mich unschlüssig an. Erwartungsvoll wippe ich auf meinen Fußballen auf und ab und warte auf eine Antwort. Schließlich seufzt Minho. „Du machst es mir echt nicht einfach“, sagt er halb vorwurfsvoll. Ich setze mein liebstes Lächeln auf. „Ach komm schon, Minho“, sage ich, „Biiiiitte? Nur einmal!“ Minho sieht mich noch einmal unschlüssig an, dann seufzt er ergeben. „Also gut“, gibt er nach, „Aber das machen wir nur EINMAL! Und du suchst dir einen Job hier auf der Lichtung aus, okay?“ Ich strahle ihn an. „Danke, Minho!“, juble ich und springe aufgeregt auf und ab, „Du bist der Beste!“ Ich umarme ihn stürmisch und drücke ihm einen kleinen Kuss auf die Wange. Dann lasse ich ihn wieder los und gehe ein paar Schritte rückwärts. „Du wirst es nicht bereuen!“, rufe ich ihm noch einmal zu, dann drehe ich mich um und laufe in Richtung Gehöft.

Kommentare Seite 1 von 1
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Kleeblatt 🍀 ( von: Kleeblatt )
Abgeschickt vor 3 Tagen
Du musst unbedingt weiter schreiben! Die Geschichte ist
soooo Toll! Bitte,bitte musst weiter schreiben

Lg Kleeblatt
Ally ( 88890 )
Abgeschickt vor 219 Tagen
Ey alle hören auf zu schreiben mach bitte weiter
LollyPop ( 82563 )
Abgeschickt vor 263 Tagen
Sorry ich meinte Story an statt
Störche. Manchmal hasse ich die Auto-
Korrektur!
LollyPop ( 82563 )
Abgeschickt vor 263 Tagen
Coole Störche unbedingt
weiter!
LG LollyPop