Springe zu den Kommentaren

Phobia - Creepypasta OC

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 2.215 Wörter - Erstellt von: Phobia - Aktualisiert am: 2016-08-29 - Entwickelt am: - 351 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Die Entstehung meines Creepypasta-OC's.

    1
    Ich hängte mir meine großen Kopfhörer um den Hals, ohne die ich nie das Haus verließ. Dann schnappte ich mir meine Tasche vom Schreibtisch und warf noch einen letzten prüfenden Blick zurück. Nein, ich hatte alles. Langsam schloss ich die Tür ab, steckte den Schlüssel ein und machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle. Lässig lehnte ich mich an den Laternenpfahl. Es war ein kalter Herbsttag und noch stockdunkel, aber wie immer trug ich nur ein Shirt mit einer leichten Jacke. Als der Bus sich näherte, stieß ich mich von der Eisenstange ab und trat auf die sich öffnende Tür zu. Kaum war ich eingestiegen, fuhr der Bus schon wieder los. Ich warf mich auf meinen Stammplatz in der vorletzten Reihe, der immer frei war. Dann zog ich mir die Kopfhörer über die Ohren und drehte mein Lieblingslied auf volle Lautstärke bis mir die Bässe in den Ohren dröhnten. Gelangweilt auf einem Kaugummi herumkauend sah ich aus dem Fenster. In der Ferne kam die Schule in Sicht. Seufzend erhob ich mich, schob mir den Riemen der Tasche weiter die Schulter hoch und stieg die Treppen hinunter. Hinter dem Schultor wartete meine Gang bereits. Außer mir waren da noch sieben Jungs. Sie waren jeweils die sportlichsten, beliebtesten oder heißesten Kerle der Schule, aber ich war ihr Anführer. Ich war immer der, der das Sagen hatte. Vielleicht wegen meiner autoritären, einschüchternden Ausstrahlung. Jedenfalls trat ich immer selbstbewusst auf den Plan, scheute vor gar nichts und blieb immer ruhig. Ich hatte keine Angst. Ich hatte nie Angst. Das lag daran, dass ich an einer seltenen psychischen Störung litt. Hypophobie. Ich konnte am tiefsten Abgrund stehen und nicht einmal mit der Wimper zucken. Ich konnte vor einem wilden Tier stehen und einfach die Hand ausstrecken. Noch nie hatte ich das Gefühl gehabt, mich vor etwas richtig zu fürchten. Ich war für die meisten Erwachsenen ein ziemlich unheimlicher Teenager. Ich war ernst und dachte logisch, regte mich nie auf und nahm auch niemals ein Blatt vor den Mund. Was ich dachte, sagte ich auch. Ich hatte keine Angst, andere zu verletzen. Es war mir schlicht und einfach... egal. Also wurde ich von den Lehrern oft als frech beschimpft, wenn ich mal wieder zu ehrlich war. Missmutig lehnte ich mich an die eiskalte Mauer. Die anderen sieben scharten sich um mich. Sie waren ganz okay, aber durch die Tatsache, dass ich keine Angst spürte, gingen auch meine anderen Gefühle zurück. Ich mochte niemanden wirklich und baute zu niemandem enge Bindungen auf. Gelangweilt zog ich mir die Kopfhörer in den Nacken und blinzelte. Einige meiner haselnussbraunen Haarsträhnen fielen mir in die Augen. „Was machst du heute Nachmittag, Cole?“, fragte Joshua, mein bester Freund, vorsichtig. So kühl ich mich aus sonst gab, wenn man mich frühmorgens mit lästigen Fragen nervte, konnte ich von einer Sekunde zur anderen auf hundertachzig gehen. „Weiß noch nicht. Was macht ihr?“, fragte ich ruhig. Joshua zuckte mit den Schultern. „Wir wollten uns am Skatepark treffen. Kommst du auch?“ Ich wandte den Kopf ab und kaute nachdenklich auf meinem Kaugummi herum. „Vielleicht. Mal sehen.“ Die Glocke klingelte und rief uns zum Unterricht. Langsam schlenderte ich vor den anderen ins Schulgebäude und warf mich auf meinen Platz. Unser Klassenlehrer stellte seine Tasche auf den Tisch und begrüßte uns. Nach dem Morgenappell starrte ich gelangweilt aus dem Fenster, während alle aufpassten. Es war egal, wenn ich nicht zuhörte. Joshua würde mir später das wichtigste erzählen, das wusste ich. Plötzlich stupste mein bester Freund mich in die Seite. „Hey, komm schon! Wir gehen.“ Überrascht sah ich auf. Tatsächlich, die ganze Klasse war aufgestanden und ging hinaus. Ich blickte Joshua prüfend an. „Mr. Aberdeen dachte, es wäre schön, nach draußen zu gehen. Wir werden wohl irgendwo im Wald einen Spaziergang machen.“, informierte er mich. Ich seufzte und fuhr fort, auf meinem Kaugummi herumzukauen. Langsam folgten wir der Klasse in den nahen Wald.

    „Jetzt werden wir Zweiergruppen bilden und ihr sucht jeweils zehn...“ Mr. Aberdeen stockte. Erst blickten die Schüler ihn verwirrt an, dann begannen einige Mädchen, hysterisch zu kreischen und ein paar Jungs sprangen rückwärts. Aus dem Unterholz tauchte ein riesiger Puma auf. Seine goldenen Augen fixierten uns und er grollte leise. Ich blickte ruhig zurück und knurrte ebenfalls. Alle anderen wichen weiter zurück, bis ich alleine dastand. „Cole, komm sofort da weg!“, schrie Mr. Aberdeen panisch. Schaum troff aus dem Maul des Pumas, als er langsam begann, um mich herumzuschleichen. Ich folgte seinen Bewegungen, ahmte sie nach. Das wahnsinnige Flackern in seinen Augen und die blutende Wunde an seinem Rücken ließen mich schlussfolgern, dass er tollwütig war. Suchend blickte ich mich um, hob einen langen Ast auf und näherte mich ihm langsam. Er duckte sich und wollte mich anspringen, ich wich geschickt aus und versetzte ihm einen heftigen Schlag an die Schläfe. Er brach bewusstlos zusammen. Mr. Aberdeen stürzte nach vorn und zerrte mich rückwärts. „Sofort zurück zur Schule!“, befahl er und zog mich mit sich. Ich riss mich los und lief stumm neben Joshua her, der mich bewundernd von der Seite her ansah.

    „Oh Mann, das Vieh war riesig! Ich hatte echt Panik, Alter!“ „Ich hätte fast gekotzt vor Angst, mir war so übel...“ „Ehrlich, ich zitter immer noch!“ Ich warf den Kopf in den Nacken und stöhnte leise. Warum hörten sie nicht endlich auf? Ich hielt es nicht mehr aus und sprang auf. Bevor irgendjemand mich daran hindern konnte, stürzte ich aus der Klasse und jagte die Korridore hinunter bis zu der riesigen Eingangstür. Mit einem kräftigen Stoß schwang sie auf und ich rannte wie gehetzt durch die nebligen Straßen. Zwei Worte hämmerten im Rhythmus meiner Schritte auch in meinem Kopf. Hört auf... Hört auf... Hört auf... Keuchend und zitternd stoppte ich, als ich fast über einen niedrigen Zaun gestolpert wäre. Langsam hob ich den Blick und ließ ihn schweifen. Der Park. Zögernd holte ich tief Luft und betrat die Grünanlage dann. Nebel waberte über das feuchte Gras, der Weg war nass und teilweise schlammig. Mit gesenktem Kopf schritt ich die verschlungenen Pfade entlang. Ich dachte nicht mehr an die Schule oder an irgendetwas anderes als meinen rasenden Herzschlag und die brennende Übelkeit in meinem Magen. Noch immer dröhnte mein Kopf von den Stimmen meiner Klassenkameraden. „SEID ENDLICH STILL!“, brüllte ich außer mir vor Wut und Verzweiflung durch den menschenleeren Park. Warum hörten die Stimmen nicht auf? Warum? Ich war so weit weg... Wieder begann ich zu rennen, sprintete über die Rasenfläche und jagte wie gehetzt aus dem Park, durch die gesamte Stadt, bis ich vor meinem Haus stand. Hastig rannte ich hinein und schlug die Tür hinter mir zu. Meine Mutter blickte mich überrascht an. „Cole? Was machst du denn schon hier?“, fragte sie beunruhigt. Ich schüttelte nur den Kopf und rauschte in mein Zimmer. Schnell drehte ich den Schlüssel und warf mich auf mein Bett. Schon klopfte es an der Tür. „Cole? Cole, komm da raus! Sofort!“, rief meine Mutter drohend. „Du wirst mir jetzt sofort erzählen, was los ist!“ Ich schluckte die Übelkeit hinunter und stand langsam auf. Warum nicht? Hier hatte ich nichts mehr verloren. Schnell raffte ich ein paar meiner Klamotten zusammen, stopfte sie in meinen Rucksack und riss das Fenster auf. Kurz schätzte ich die Entfernung von meinem Fenster zum breiten Ast der Rotbuche ab, die im Garten stand. Mein Körper schnellte wie von allein vom Fensterbrett weg und ich landete sicher auf dem regennassen Ast. „Cole? COLE!“ Meine Mutter heulte vor Wut. Ich knurrte unhörbar und kletterte vorsichtig vom Baum. Dann jagte ich um das Haus herum und die Straße hinunter. Diesesmal würde ich nicht zurückkommen.

    Während ich so durch die Vorstadt schlenderte, betrachtete ich die Menschen, denen ich begegnete. Sicher empfanden sie alle Angst. Alle, außer mir. Zweimal war ich den Tränen nahe. Warum ausgerechnet ich? Die Stimmen meiner Klassenkameraden verfolgten mich immer noch, trieben mich rastlos umher. Der Nebel schloss mich und diese Stimmen auf engstem Raum ein und machte sie noch lauter, dämpfte alle anderen Geräusche. Langsam begann mein Kopf zu schmerzen und ich blieb schwankend stehen. Das Wispern ging in schrilles Gekicher über. „Hast du Angst?“ „Kennst du ANGST?“ „Zwing sie!“ „Zwing sie, es dir zu sagen...“ „Du suchst es...“ „Es wird dir Angst machen...“ Und plötzlich schoss ein Schwall Adrenalin durch meine Adern und ich begann zu lachen. Meine Augen blitzten übermütig und ich drehte mich um. Nichts leichter als das.

    Vorsichtig schlüpfte ich durch die Tür, die nur mit einer Kette verschlossen gewesen war. So leise wie möglich öffnete ich eine Zimmertür nach der anderen. Ah, das Kinderschlafzimmer. Die Kleinen konnten mir sicher nicht helfen. Aber die Eltern... Ein amüsiertes Grinsen schlich sich auf meine Lippen. Kurz stattete ich der Küche einen Besuch ab, um mir eine geeignete Waffe zu suchen. Das lange Küchenmesser war mir ein wenig zu dramatisch, also entschied ich mich für ein kleineres mit gemein gezackter Klinge. Es wurde wohl zum Brot schneiden benutzt. Aber die Zacken lagen dichter beieinander und würden schnelle und vor allem saubere Arbeit leisten. Zufrieden schlich ich zurück ins Elternschlafzimmer und beugte mich zuerst über die Frau. Die kalte Klinge ritzte in ihre Haut, als ich das Messer an ihrem Hals ansetzte und eine Hand auf ihren Mund legte. Sie blinzelte, riss dann erschrocken die Augen auf und wehrte sich heftig. Nur mit großer Mühe konnte ich verhindern, dass sie meine Hand von ihrem Mund riss. Schnell kniete ich mich über sie und fixierte ihre Arme mit meinen Beinen. „Shh. Ganz leise. Wir wollen ja nicht die Kinder wecken.“, hauchte ich amüsiert. Sie starrte mich mit weit geöffneten Augen an. „So... Schön still sein. Jetzt wollen wir eine kleine Frage-Antwort Spiel spielen. Wehe, du schreist.“ Vorsichtig entfernte ich meine Hand und lehnte mich weiter über sie. Sie blickte keuchend vor Angst zu mir auf. „Jetzt beschreib mir... Wie fühlt sich Angst an?“, flüsterte ich und zeichnete mit dem Messer kleine Muster auf ihre Haut. Sie schwieg, ob vor Angst oder Schock wusste ich nicht. Verärgert drückte ich die Klinge etwas fester an ihren Hals. „Rede!“, fauchte ich leise. Sie schluckte und stotterte irgendetwas. „K-Kalt...“, würgte sie schließlich hervor. Ich nickte nachdenklich. Das klang logisch. Mit einem schnellen Stich in die Kehle brachte ich sie zum Schweigen. Während sie an ihrem eigenen Blut erstickte, zog ich einen kleinen Notizblock aus der Tasche und tauchte meinen Finger in ihr Blut. Mit etwas unsauberer Schrift schrieb ich 'Kalt' auf die erste Seite. Das Papier wellte sich leicht und färbte sich etwas braun. Zufrieden steckte ich den Block wieder weg und schlich auf die andere Seite des Bettes. Der Mann war während meiner Aktion zum Glück nicht aufgewacht. Schnell kniete ich mich auf seine Arme und setzte mich auf seinen Brustkorb. Er schreckte hoch und ich wäre beinahe hinuntergefallen, aber schaffte es gerade noch, ihm einen kräftigen Schlag gegen die Schläfe zu verpassen. Er sank zurück und öffnete den Mund um zu schreien, als ich ihm das Messer an die Wange legte. „Ein Laut und du gehst in die ewigen Jagdgründe ein.“, zischte ich heiser. Er schluckte und nickte zitternd. Wieder legte ich den Kopf schief. „Sag mir, was fühlt man, wenn man Angst hat?“, schnurrte ich beinahe liebevoll. Er keuchte und seine Augen wanderten furchtsam zu dem Messer in meiner Hand. „Wer bist du, verdammt?“, keuchte er. Ich schlug ihm ins Gesicht und rieb mir gelangweilt die schmerzenden Knöchel. „Ich stelle hier die Fragen.“ Er zitterte wie Espenlaub. „Was soll der Scheiß, verdammt?“ Ich zog die Klinge über seine Stirn, sodass ihm das Blut in die Augen lief. „Das beantwortet die Frage auch nicht.“ Er stöhnte vor Schmerz und wehrte sich wie wild. Ich verpasste ihm noch einen Schlag und seufzte genervt. „Wird's bald?“ Er schluckte erneut. „Was soll ich dazu sagen, verdammt? Es ist unangenehm und man ist nervös.“ Ich nickte, vollständig überzeugt. Dann rammte ich ihm ebenfalls das Messer in die Kehle und zog meinen Notizblock. Nachdem ich 'Nervös' aufgeschrieben hatte, sprang ich hoch und huschte zur Tür. Mit einem Lächeln schlüpfte ich hinaus und streckte mich leicht. Zwei Worte für den Anfang meiner Studie.

Kommentare (1)

autorenew

Thymianwurzel (65677)
vor 331 Tagen
OMG das ist der Hammer!!! Du hast einen echt tollen Schreibstil und richtig tolle Ideen. Schreib bitte weiter!