Silberpfeil 6

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5 Kapitel - 1.034 Wörter - Erstellt von: Lilian - Aktualisiert am: 2016-08-23 - Entwickelt am: - 266 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die letzten Kapitel waren eigentlich mehr die Einleitung zur richtigen Geschichte. Jetzt wird es Zeit, dass ich Bezug zu den „Helden des Olymp“ - Büchern nehme.

    1
    Als ich zurück zu den Zelten ging, wurde ich von Amelia aufgehalten, die mich besorgt musterte.
    "Sarah, alles in Ordnung?"
    Ich wollte nicken und an ihr vorbei gehen. Aber als ich in ihr Gesicht sah, wusste ich, dass ich sie nicht anlügen konnte.
    "Meine Mutter …" Ich schluckte. "Sie ist … sie hat …" Meine Stimme zitterte.
    Ich brauchte nicht mehr zu sagen. Mein Gesichtsausdruck verriet wahrscheinlich alles.
    Amelia nahm mich in den Arm. Ich hielt mich an ihr fest, bis ich mich einigermaßen beruhigt hatte.
    "Sarah, es tut mir leid."
    "Ist schon okay", sagte ich leise. "Ich weiß auch nicht, warum mich das so mitnimmt. Sie hat sich ja auch nie für mich interessiert."
    "Das glaube ich nicht", widersprach meine Freundin. "Deine Mutter war verzweifelt und wenn wir verzweifelt sind, vergessen wir manchmal die Menschen um uns herum. Sie hat dich geliebt, Sarah. Sie konnte es nur nicht zeigen."
    Dadurch fühlte ich mich gleich noch schuldiger, aber Amelia meinte es gut. Ich wusste in diesem Moment, dass ich - egal was passieren würde - mich immer auf sie verlassen könnte. Das war ein unglaublich beruhigendes Gefühl.

    2
    "Ich weiß nicht, warum Apollo sich ausgerechnet jetzt meldet. Ich hätte seine Hilfe brauchen können, als meine Mutter ein halbes Jahr in der Psychiatrie war. Oder als mich eine Dracaena auf der Straße angegriffen hat. Aber jetzt? Jetzt soll er sich aus meinem Leben raushalten."
    Amelia lächelte leicht.
    "Na ja, wahrscheinlich ist er einfach stolz auf dich. Das kann man ihm ja auch nicht verübeln."
    "Er ist ein oberflächlicher Idiot", murmelte ich. "Ich kann es nicht fassen, dass er mein Vater sein soll."
    "Alle Götter sind manchmal Idioten." Ich sah nervös zum Himmel hoch, als sie das sagte. "Und Apollo war schon immer anders als die anderen Götter. Verurteile ihn nicht allzu sehr dafür. Ich glaube, er ist intelligenter als du glaubst."
    "Du hast gut Reden. Du bist eine Tochter der Athene. Das verschafft dir doch überall sofort eine Position als Superhirn."
    Ich wollte nicht sauer klingen, aber ich glaube, es gelang mir nicht sonderlich gut. Alle Halbblute hatten mit Vorurteilen zu kämpfen, aber dass Apollo mein Dad war, kam mir langsam vor wie eine persönliche Beleidigung.
    "He." Amelia umfasste meine Schultern. "Du bist Jägerin, schon vergessen? Wir beurteilen dich nicht nach deiner Familie. Egal was du tust - wir werden immer dich sehen und keinen Typen mit Schauspieler-Lächeln und Sonnenbrille." Sie grinste und ob ich es wollte oder nicht, ich musste auch lächeln.
    Ich konnte meiner Freundin einfach nicht länger als zwei Minuten böse sein.

    3
    Der restliche Tag wurde dann doch noch sehr schön. Wir blieben im Lager, reparierten Waffen und trainierten. Es kam mir fast so vor, als wären wir ein paar ganz normale Jugendliche auf einem Campingausflug.
    Das Gefühl von Kraft und Stärke, das ich beim Kampf gegen den Zyklopen verspürt hatte, war verflogen und ich war im Bogenschießen genauso mittelmäßig wie vorher. Das machte mir nichts aus, im Gegenteil, ich war sogar froh darüber. Niemand erwähnte die Ereignisse am Vormittag. Und, worüber ich noch mehr erleichtert war, niemand verurteilte mich, weil ich ausgerechnet den Gott zum Vater hatte, der bei den Jägerinnen am unbeliebtesten war.
    Amelia hatte recht. Bei uns wurde man nicht nach seinen Eltern bewertet.
    Am Abend saßen wir am Lagerfeuer, grillten Marshmallows und erzählten Geschichten von der Jagd. Artemis sprach vom Kampf gegen Typhon vor einem knappen Jahr und alle lauschten ihr gespannt. Das leise Prasseln des Lagerfeuers war tröstlich und ermutigend zugleich und mir war, als würde sich meine Seele endlich entspannen.

    4
    Am nächsten Morgen wurde ich von einem schrecklichen Alptraum geweckt, was mich überraschte. Als Halbgöttin war ich schlimme Träume natürlich gewöhnt, aber bei den Jägerinnen schlief ich normalerweise gut. Mein Kopf war klarer, wenn ich draußen übernachtete und im Zelt schien immer ein imaginärer Traumfänger über mir zu hängen.
    Ich konnte mich nicht an alle Einzelheiten des Traumes erinnern, aber ich hörte noch immer das Geheul einer hungrigen Wolfsmeute, sah zwei bedrohlich leuchtende Kringel, wie Scheinwerfer, und nahm den Geruch von frischem Blut wahr.

    5
    Als ich die Augen öffnete, war ich einen Moment lang von dem Sonnenlicht, das ins Zelt fiel, geblendet, aber ich erahnte die Silhouette einer Person, die sich über mich gebeugt hatte. Ich schrie erschrocken auf und schlug blindlings zu.
    Glücklicherweise war ich noch nicht richtig wach und somit langsam, sonst hätte ich meiner Leutnantin im schlimmsten Fall ein blaues Auge verpasst.
    „He!“, rief Thalia überrascht und wich zurück.
    „Was? Thalia?“ Ich rieb mir die Augen.
    „Es ist schon nach Zehn. Du musst endlich aufstehen.“
    Erst jetzt bemerkte ich ihre besorgte Miene.
    „Was ist denn los?“
    Ein Schatten huschte über ihr Gesicht. „Ich … ich habe eine Nachricht erhalten. Von Annabeth.“
    „Von wem?“
    „Sehr gute Freundin von mir. Sie … sie hat mich um Hilfe gebeten.“
    „Wobei denn?“
    Thalia würgte die nächsten Worte beinahe hinaus. „Bei … bei der Suche nach ihrem Freund. Percy Jackson.“

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