Ɓєтωєєη Hєяє αηɗ Ƒσяєνєя

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3 Kapitel - 11.680 Wörter - Erstellt von: Mila Kalaschnikov - Aktualisiert am: 2016-08-23 - Entwickelt am: - 662 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

[Eine Herr der Ringe Fanfiktion.] Eine junge Frau, nirgendwo Zuhause und doch sesshaft in Isengard, wo sie Saruman dient. Doch die Zeichen stehen anders, als erwartet und schlimmer, als erhofft. Dunkelheit und Licht so verschieden und doch in der Abhängigkeit des Anderen gefangen. Sehnsucht verwischt sich zu einem Schattenspiel, welches nicht einmal die Hochelben erahnen können. Die Banalität zwischen Gut und Böse scheint auf die Probe gestellt, ist die Co-Existenz doch ebenso erwünscht, wie verachtet. Und irgendwo in diesem ganzen Theater ist der Ring auf seiner Reise ins Nichts. [OC x Haldir]

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Between here and forever

Kapitel I:
Der Anfang: Isengards Mauern




Als Meliel an diesem Morgen erwachte, war es wie jeden Morgen noch dunkel. Die Nacht weigerte sich einfach, sich dem Tage zu ergeben und die Kälte, die sich so nach der Wärme sehnte, blieb standhaft und unberührt, wollte sie doch nicht weichen. Das Zimmer in dem sie schlief, war auf den ersten Blick eine hergerichtete Besenkammer, die in einer Staubwolke versank, und in der Säcke mit seltsamen schwarzem Pulver aufbewahrt wurden. Meliel wusste nicht, was dies für ein Pulver war. Doch hätte sie gefragt, hätte sie eh keine Antwort bekommen. Der weiße Zauberer war schon immer ein wenig energischer, wenn es um Fragen ging und wenn Meliel sie stellte, dann erst recht.
Schwarzer Ruß vereinigte sich mit grauem Dreck, sodass man das Gesicht von der jungen Dame kaum noch erblicken konnte. Selbst in der Dunkelheit konnte man das dunkelblonde Haar und die grünen Augen nicht mehr erkennen, die in verschiedenen Nuancen aus Gelb und Blau gesprenkelt ward.

Meliel ertastete die kleine Laterne, die sie mit Hilfe eines Schnippens ihrer Finger entfachte. Sie blinzelte vermehrt, peinigte doch das schwache Licht ihre Augen, die sich der Dunkelheit so gut angepasst hatten.
„Ist denn schon morgen?“, erklang ein Krächzen hinter ihr, dass Gendil gehörte, einer riesigen Spinne, die mit ihr in dieser Kammer lebte und die des Öfteren frech ihre Arbeit kommentierte und sich weigerte seine Spinnweben aufzugeben. Viel zu eifrig hatte er schließlich daran gearbeitet und nur damit ein freches Balg vor dem großen, weißen Magier gut dastand, würde er gewiss nicht seine Kunstwerke ohne Widerspruch zerstören lassen.
Seufzend drehte sich Meliel die langen Haare in einen Dutt, und fixierte ihn mit einer Haarklammer, die sie im Mund kurz festhielt: „Es scheint so. Die Nächte scheinen jedoch länger zu werden...“ Sie hatte mehr zu sich gesprochen, doch wie immer empfand es Gendil so, dass er seinen Senf dazu geben musste: „Das bildest du dir ein. Die Dunkelheit war schon immer so lang, doch vergessen, wenn man des Nachts feierte.“
„Hmm, egal. Ich sollte loslegen, bevor der Meister aufsteht.“ Auch wenn sie das Thema so bewusst verbannt hatte, schien es sich in ihrem Hinterkopf zu einem Gedankenwirrwarr zu verhaspeln. Die Nächte erschienen deutlich länger und das nicht nur Heute. Sie hatte noch nie gefeiert, um zu wissen, wie kurz die Nacht daraufhin sein könnte. Doch es blieb ihr nicht verborgen, dass ihr Meister und Herrscher, den man allseits Saruman nannte, viel öfter alleine in seinen Gemächern und seltener in seinem Garten anzutreffen war. Zwar war sie damals auch nicht oft draußen gewesen, doch einmal die Woche sollte sie zur Ernte gehen und für frisches Obst und Gemüse sorgen, was der Herr speisen wollte. Doch nun, da die Finsternis diesem Ort Einhalt gebot, erschien es ihr, dass Saruman kaum noch ausging und wenn, dann ging er danach sofort in seinen Turm. Sie kannte nur die Geschichten, die Grima Schlangenzunge ihr erzählte. Und das, was er erzählte, lief ihr eiskalt den Rücken hinab.

Eilig huschte die junge Frau in die untersten Gewölbe des Turm, wo sich unter Treppen und hinter Türen die Küche verbarg, die noch gänzlich in Dunkelheit schwelgte. Nicht wunderlich, bedachte man doch, dass die runde Küche, die mehrere Kammern mit Nahrungsmitteln bot, ohne Fenster ausgestattet war. Stein auf Stein setzte sich mit Zement, (so hatte ihr Saruman das Gemisch erklärt), zusammen und mit einer hölzernen Decke, durch dessen Dielen vereinzelt Staub rieselte, wenn denn jemand über eben dieser entlang schritt. Meliel hatte keine Zeit sich zuerst um ihr schmutziges Erscheinungsbild zu kümmern, bedachte man doch, dass Saruman für seine Ungeduld bekannt war.
Schon seit vielen Wintern und Sommern, diente Meliel ihm als Putzkraft und Köchin und bekam kaum Dankbarkeit zugesprochen. Zwar lernte er sie öfters mal das magische Handwerk, aber viel zu selten fand sie in ihrer Arbeit Zeit um zu üben.
Undenkbar viele Male war die Suppe kalt geworden, da Saruman zwar Essenszeiten bestimmte, aber diese selten einhielt. So musste sie jedes Mal von neuem kochen, ehe sie denn putzen musste an Orten, wo sie zwar zuvor schon tätig war, aber wo der Herr kurz darauf erneut gearbeitet hatte. Jeder Tag glich dem Anderen und das Zeitgefühl verlor sich in Missetaten, während er sie oft schimpfte.

Zuerst schürte sie das Feuer, sah ihm aber nicht zu. Sie ignorierten die Flammen, die erst langsam und dann eilig züngelten und machte sich eher ans Gemüseschneiden und an das Pökeln des Fleisches, wobei sie es dabei vorzog, sich ein Tuch über die Haare und die Nase zu binden.
Eilig bereitete sie alles vor, wobei sie sich mehrmals in die Finger schnitt und bald schon komplett in Eile vergaß, dass sie den Tisch decken musste.
Sie rannte, fiel vereinzelt fast die Stufen hinauf. Dem einst beigen Kleid sah man nichts an, verlor es sich doch schon in Farben aus Matsch, Staub, Erde und anderen Dingen, weshalb sie wohl mehr einer Bauersfrau glich, anstatt einer Angestellten des großen Saruman.
„Du bist spät“, sprach eben dieser trocken und zog in Griesgrämigkeit die Augenbrauen kraus, als er sah, wie seine Putzkraft schon wieder aussah.
Meliel atmete rasch in ihrer Hast: „Verzeiht.“ Schnell stellte sie eine saubere Schale hin, ein wenig Besteck und alles weitere.
„Vierzehnjahre und noch immer scheinst du unfähig das Gemüse zu schneiden, ohne dich zu schneiden. Man möchte meinen, du hättest gar nichts gelernt.“ Er meinte es nicht gütig, geschweige denn besorgt. Es war vielmehr eine Empörung seinerseits, mit der er Meliel mal wieder einst vorhalten wollte, wie unfähig sie noch immer war.
„Ich war unachtsam, verzeiht. Ich bringe Euch die Suppe“, erklang ihre klare Stimme, die aber genug Ehrfurcht enthielt. - Er hätte sie ermahnt, hätte sie es gewagt zu flüstern.

Als Meliel endlich die Suppe und den Tee brachte, Saruman probiert und sie in genügend Abstand einträchtig neben ihm stand, sah er verbittert auf: „Sie ist zu salzig. Zügle deine Hand beim Würzen.“
Bevor die Angesprochene antworten konnte, schlich Grima Schlangenzunge auf leisen Sohlen in die schwarze Marmorhalle und sah mit dem Blick gen Tischkopf: „Mein Gebieter, er ist hier.“
Saruman ereilte ein herausforderndes Funkeln in den Augen und während er aufstand, sprach er zu seiner Angestellten: „Mittag, 12:00 Uhr und wage keinen erneuten Fehltritt.“
„Verstanden, Meister.“ Eine Verneigung, die Saruman ignorierte, folgte und viel zu neugierig sah sie zu den beiden, stach doch Grimas Blick den ihren. Ein schelmisches Grinsen zierte sein Gesicht, das zeigte, wie er eigentlich war und ehe sie sich versah, war Saruman verschwunden und sie alleine mit der Schlange.
Gelbliche Zähne stachen aus einem Gesicht hervor, das einen Schleier aus fettigen Haaren verbarg: „Deine Fehltritte sind kaum noch zu verbergen. Mich würde es nicht wundern, würde er dich den Wölfe zum Fraße werfen.“
Traurigkeit und Erschütterung lag in den Augen der jungen Frau, weshalb Grima nun bedächtig auf sie zu glitt. Sofort fast, rutschte Meliel beiseite, griff sich das Besteck und eilte hinfort.

Grima war stets neutral, wenn er denn zu ihr trat, aber auch sie konnte die Furcht, die sie vor ihm empfand nicht hinunterschlucken. Zu oft hörte sie das Flüstern der Dunkelheit in den Wänden von Isengard. Ein Schatten, offenbart in den Fugen der Gemäuer und fixiert auf den Diener des Turms. Geheimnisse lagen verborgen im Gesang des Windes, der unnatürlich über die Lande zog und einen Schwall von bösen Kreaturen mit sich brachte. Lauschte man, so erhaschte man es und so auch Meliel. Magisches Blut versiert in den Weisheiten der Welt und angehaucht vom Schöpfer des Landes, das weit im Süd-Osten lag. Ein Name, der viel zu gefährlicher war in diesen Tagen und auch wenn Meliel es noch nicht wusste, so lag dieser Schatten auch auf ihr.
Magische Wesen, gleich den Zauberern und Hexen dieser Zeit, schienen wie Motten im tosenden Feuer. Es zog einen an und nur die geistig Starken konnten sich dem entziehen.
Grima wusste es...doch Meliel nicht. Sie war ebenso offen für alles, doch wie konnte man eine Sprache verstehen, der man nicht mächtig war?

In der Küche angekommen, hätte das Hausmädchen Sarumans zwar eigentlich direkt ins Putzen übergehen müssen, doch zu sehr verzog sich ihr Magen, wenn sie an Grimas Nachricht 'er war gekommen' dachte. Sie wusste, es musste sich um Gandalf handeln, hatte sie doch erst vor wenigen Tagen mitbekommen, wie Saruman Radagast nach ihm schickte.
Das Herz schwer in der Brust, während sie an Radagast und Gandalf dachte, die sie so gern mochte. Radagast war einst eine Art Großvater für sie gewesen, ehe Meliel beim Rat des Ordens an Saruman übergeben wurde, der als Oberster verlangt hatte, sie zu unterrichten.
Gandalf schien damals wenig überzeugt und auch wenn Meliel stetig mitbekam, wie seltsam sie Gandalf ansah, so mochte sie ihn sehr. Eilig löste sie das Haarband, welches sie nur zum Kochen und Putzen trug, wischte sich mit eben jenem das Gesicht sauber und rannte die Treppen hinaus. Das Sonnenlicht schien vom Osten auf langsam aufzugehen und während sie Saruman vom Weiten sah, rannte sie über die Obstplantagen hinweg querfeldein über sein Reich.
Sarumans Reich war groß und wunderschön, so empfand die junge Frau. Doch seit sie das letzte Mal draußen gewesen war, schien sich hier einiges verändert zu haben. Viele Obstbäume waren umgerissen worden und verkommene Früchte, zerfressen von Würmern und Maden, lagen vermehrt auf den roden Wiesen. Die Tiere schienen diesem Ort mittlerweile fernzubleiben; erblickte sie doch keines.
Meliel schnappte erschöpft nach Atem, als sie am Tore des Reiches von Saruman stand und darauf wartete, dass Gandalf am Horizont erschien. Er war da, hieß schließlich nur, dass er nicht unweit gesichtet wurde. Vieles sprach sich schnell herum und während Meliel dort stand und wartete, kam sie nicht umhin, dass sie die Blässe des Tages bemerkte.
Es war mittlerweile Tag, war sie doch schon lange auf den Beinen. Doch Meliel erschien es wie eine finstere Nacht. Wolken bedeckten den Himmel und obgleich auch die Sonne schien, schien sie das Land das Zauberers nicht zu erreichen. Verdorrt waren Blumen, getrübt waren Flüsse und Seen und verkommen schien die Erde. Die Natur schien sich verabschiedet und Verderben ersetzte sie.

Den Blick gen Süden, hin in die Richtung der Nord-Süd-Straße, wo Meliel Gandalf vermutete. Sie behielt recht. Während sie auf einem Baumwipfel thronte, in recht angenehmer Höhe (einen Fuß über dem Boden, da sie die Höhe fürchtete) und beobachtete vergnügt die Tiere, die sich vor dem Reiche Sarumans befanden. Erneut kamen ihre Gedanken zu Tage, die sich um die Frage drehten, warum die Tiere diesen Ort neuerdings fürchteten und doch blieb die Antwort ein Flüstern im Wind, den sie nicht vermochte zu übersetzen.

Fast wäre die holde Maid in einen Schlaf getaucht. Unbeschwertheit traf den Schatten der Blätter und Rastwille vernebelte die Sinne. Die Worte des Zauberes schienen wie ein Splitter im Glas, als er gütig verkündete: „Du scheinst in deinen jungen Tagen ziemlich ermüdet, Hên en Ràna.“
Leicht flatterte das Lid der Angesprochenen, die vom Licht geblendet den Arm erhob und vermehrt blinzelte: „Du kommst reichlich spät. Fast wäre mein Geist entfleucht.“ Kurz schmunzelte sie, ertappte sie sich doch dabei, wie sie – kaum war Gandalf da – fast wie eine Hochwohlgeborene sprach.
„Ein Zauberer kommt nie zu spät, weder zu früh -“ „Ich weiß, ich weiß. Er kommt immer zur rechten Zeit“, beendete Meliel den Satz für ihn.
Gandalfs faltiges Gesicht wurde von einem Lächeln geziert, wobei sein Bart dies nur schwer zu erkennen gab: „Du hast gut gelernt, wie ich sehe. Aber sage mir Hên en Rana, wo finde ich Saruman?“
Meliel vermisste den Namen, den Gandalf und Radagast ihr einst gegeben hatten und während es für ihre Ohren fast ungewohnt, aber der Offenbarung Richtigkeit klang, antwortete sie: „Soweit ich weiß, wartet er bereits auf dich.“
Meliel hüpfte vom niedrigen Ast, auf dem sie geruht hatte und streichelte seicht das weiße Ross, mit welchem Gandalf dieser Tage Unterwegs war. Seinen Blick schien sie kaum zu bemerken, während sie so den hügeligen Pfad entlang schritten (wobei Gandalf mehr ritt).

Das einstige Kind, welches Radagast in der Nähe seines Reiches, dem Düsterwald, einst gefunden hatte, war nun wahrlich zu einer jungen Frau herangewachsen. Unwissenheit paarte sich mit einem Gedanken, der so alt schien, wie die Welt selbst. Schon damals stand der Orden diesem Kind im Zwiespalt gegenüber, war sie doch in der seltsamen Stunde der Mondfinsternis geboren. Sie schien so viele Fragen aufzuwerfen, wie es Antworten gab und doch schien man nichts über sie zu wissen. Ein Tröpfchen magischen Blutes ward aber zu erkennen gegeben, lockte sie doch so viel Leben, an dem Tage ihres Erscheinens, an und schien ebenso davon zu zehren. Sie schien wie der Mond in der Mondfinsternis.
Das Kind, erst blassgrau und mit trüben Augen auf die Welt blickend, wirkte so ungesund und zugleich alt, was kaum dem Verständnis des Zauberers einleuchten wollte. So war es umso verwunderlicher, als Hên en Rana sich an die Natur klammerte, sie gänzlich in sich aufnahm und nichts als Einöde erhalten blieb.
"Sie erscheint wie ein Parasit", hatte Saruman einst gesagt und ganz im Widerspruch zu seinen Worten, nahm er sich ihrer später an. Was sah er, was Gandalf nicht sah?
Die starren grauen Augen Gandalfs bohrten sich in den Rücken des Mädchens. Sie war nett und höflich und wahrlich ein gutes Kind, doch irgendetwas bescherte ihm schon immer ein schlechtes Gefühl. Sie war ebenso gut, wie schlecht und ebenso schlecht, wie gut. Ein Gedanke, der über die Jahre ebenso aufblühte und größer wurde, wie das Mädchen selbst.
Mittlerweile, so war sie gut genährt, von sehr hellem, aber reinlichem Teint und Gesichtszügen, die ebenso unschuldig, wie verdächtig erschienen. Es war seltsam...Sie war seltsam.
Doch jede Antwort würde mit der Zeit gelöst, - so dachte Gandalf. Abwartend lebte er in Zurückhaltung, aber stetiger Beobachtung, in einer Haltung, die nur darauf wartete, dass etwas geschah.





„Sag mal“, setzte Meliel an und zögerte.
Der Zauberer ließ von seinen Gedanken ab und entsann sich seiner eigentlichen Dringlichkeit, die ihn nach Isengard brachte. „Was ist. Scheu keine Frage, mein Kind. Ob ich darauf antworte, steht in den Sternen.“
Meliel haderte mit sich selbst und biss sich, der Dreistigkeit ihrer Fragen wegen, auf die Unterlippe: „W-wann...wann darf ich eigentlich hier weg?“
Gandalf antwortete nicht gleich, weshalb Meliel sich schon dachte, dass dies eine Frage war, die keiner Antwort bedürfte und so zuckte sie leicht, als er doch antwortete. „Dies liegt in den Händen Sarumans...Aber lass mich dir dies sagen: Der Tag kommt, wenn du am wenigsten daran denkst und doch darauf wartest. Womöglich schneller, als du denkst, aber länger, als du hoffst.“
„Das, lieber Gandalf, ist kaum hilfreich.“ Meliel wusste um die Frechheit ihrer Antwort, doch was sollte sie mit diesen Worten schon anfangen? Übersetzt hieß es nur so viel: Es kommt bald, aber irgendwie doch nicht. Das heißt, es kann heute sein, aber auch erst in fünfzig Jahren.
Der graue Zauberer schien ums doppelte seiner Größe anzuwachsen und sein Schatten übertraf sein stolzes Ross, und die Wiesen neben ihnen. Selbst Meliel schien die Sonne aus den Augen zu verlieren und wirkte fast ängstlich, während Gandalf schneidend schimpfte: „Hên en Rana, solltest du mit meiner Antwort nicht zufrieden sein, so solltest du nicht nach ihr fragen. Aber sei nicht so töricht und nehme an, dass meine Antworten nicht hilfreich wären. Sie sind es durchaus, nur bist du zu blind es zu erkennen.“ Gen Ende hin hatte Gandalf zwar freundlicher gesprochen, aber Meliel fürchtete sich noch immer ein bisschen. Sie kannte diese starke magische Präsenz bisweilen nur von Saruman, wenn dieser mit ihr wirklich schlimm schimpfte, aber nie, niemals, hatte sie auch nur daran gedacht, dass Gandalf oder gar Radagast so respekteinflößend sein könnten.
„Verzeih mir, ich meinte das nicht böse. N-nur,...ich möchte wieder in den Düsterwald. Ich vermisse meine Freunde dort und dieser Ort hier scheint im Wandel.“ Ihre Stimme war dünn und verzweifelt, fast fürchtete Gandalf, dass ihre Gefühle auf ihn überschwanken würden. Doch dies blieb aus. Er hatte schon selbst gemerkt, dass etwas hier anders war, aber dieses beklemmende Gefühl, hatte er der eigentlichen Situation mit dem Ringgeistern, die gesichtet worden waren und Frodo, dem derzeitigen Ringträger, zugeschrieben. Die eigentliche Tatsache, dass es nun auch Meliel fühlte, bestärkte dieses Gefühl nur und Gandalf mahnte sich, dass er nur mit solch schwacher Absicherung gekommen war. Immerhin hatte er Frodo einen Brief geschrieben, doch ob der oftmals verwirrte Butterblüm diesen tatsächlich entsandte, war eine andere Angelegenheit.
„Ist gut, mein Kind. Alles ist gut, mahne dich und halte deine Gefühle im Zaum“, lehrte Gandalf und bemerkte trotz dessen den besorgten Blick des Mädchens, der unruhig und verzweifelt über die abgeholzten Felder huschte. „Alles hat seinen Platz und seinen Rang. Der Richtigkeit halber, solltest du immer auf das Gute hoffen.“
Schweigen seitens Meliel erfolgte und die Hoffnung schien sich in ihren wirren Gedanken verloren zu haben. Sollte sie Gandalf sagen, dass ihr Bäuchlein eine andere Meinung hatte?
'Wohl kaum', schaltete ihr Kopf sich ein und besann sie. Gandalf hatte gesprochen und dem war Folge zu leisten, was er und sie daraus machten, dies konnte nur das Schicksal zeigen.
Gandalf und sie erklommen den Weg und bald schon sah man den schwarzen Turm in all seiner Pracht, weshalb der Zauberer nun zu seiner Wegbegleiterin sagte: „Du solltest aber nun eilen, wenn er dich mit mir sieht, könntest du Ärger bekommen. Immerhin hast du doch bestimmt Hausarbeiten zu erledigen.“ Er zwinkerte bei seinen letzten Worten und sah das verzückte, aber schalkhafte Grinsen der Frau, die natürlich ihre Arbeit für Gandalf hatte stehen lassen.
„Aber bitte lass dir nicht wieder so viel Zeit, bis du uns wieder besuchen kommst. Wenn du hier bist, ist es, als würde ein Licht auf uns fallen.“ Natürlich hörte sich letzteres geschwollen an, jedoch lächelte Gandalf fröhlich und kleine Falten zierten seine gräulichen Augen, die das 'Kind' gütig bedachten. „Verweile gut und lerne rasch.“


Der Staub wirbelte auf, als die junge Frau mit dem Staubwedel über die Regale wischte und dieser mehr Chaos anrichtete, anstatt zu helfen. Natürlich blieb das Husten nicht aus, musste Meliel doch genau in diesem Moment, den Mund sperrangelweit offen halten, weil es für die Frau von recht normaler Größe doch ein schweres war sich zu recken und zu strecken, ohne aus der Puste zu kommen. Die Eintönigkeit ihrer Arbeit hinterließ deutlich Spuren, sang und tanzte sie doch nebenbei und war solch ein Schussel, dass sie Gendil die Spinne, die immer wieder mit ihr schimpfte, wenn sie den Spinnweben zu nahe kam, mit Wischmoppwasser begoss. Natürlich war dies ein Versehen – so behauptete sie.
„So unfähig muss erst mal jemand sein. Wie kannst du die Arbeit anderer so einfältig zerstören? Hast du keinen Anstand! Ach, wen frage ich. Anstand ist bei dir verloren“, motzte Gendil immer wieder und schien gänzlich zu verzagen, als Meliel ihm nicht antwortete und nicht in die Diskussion mit einstieg. Stattdessen so reinigte sie gründlich die kleinen Fläschchen mit seltsamen Flüssigkeiten, die Saruman in seinem alten Arbeitszimmer immer zum reinigen lies und in dessen Flakons magische Essenz verwahrt wurde.

Ein Stechen, gleich einem Blitz, ersuchte ihren Geist und schien mit ihr zu korrespondieren.

„Hên en Rana, Meliel Nénharma, Kind des Mondes, erwache aus deiner Starre. Halte Einhalt deinem Gebieter.“

Meliel sah sich verwirrt um, bangte sie doch um einen Eindringling und dann um die Gesundheit ihres Verstandes.

„Helfe Gandalf und du hilfst dir selbst.“

Als die Stimme zum zweiten Mal mit ihr sprach, fuhr sie erneut hoch und wurde getrübt von dem Gedanken des Wahnsinns. „W-wer seid ihr?“
„Wer ich bin! Na Gendil, drehst du jetzt komplett durch?“, beschwerte sich die Spinne, die Meliel schon gänzlich vergaß.

„Im Galadriel, Heruin en mallen taur und nun helfe Gandalf, er ist gefangen auf dem hohen Turm.“

'Galadriel?', fragte sich Meliel gedanklich und überdachte kurz deren Worte. Wieso sollte Saruman Gandalf gefangen halten und wieso sprach nun die Herrin des goldenen Waldes mit ihr? Aller Weile Eile erhaschte sie und die Klarheit schien auch sie zu übermannen. Bevor sie denken konnte, schien sie sich reflexartig helfen zu wollen. Sie musste wissen, ob es stimmte...
Am Eingang des Turms verschnaufte sie nicht. Ihre vollen Lippen wurden spitz und ein Pfiff erklang in der Ferne. Eine kleine Motte, kaum zu erblicken und so unscheinbar, wie ein schwarzer Schwan, flatterte an und Meliel nahm sie in die Hand. Bedacht keiner Laute wegen, flüsterte sie und die Motte stieg in Richtung Turm. Die Nachmittagssonne verblasste im Abendwind und während Meliel dort wartete, beobachtete sie gespannt den Himmel.
Die düstere Stimme ihres Herrn lag in der Luft und böse Mächte umwoben die Wolken. Es hörte sich fast so an, als ob Galadriel recht behalten hätte; jedoch musste sich Meliel erst vergewissern.
Das schmutzige Kleid der jungen Frau flatterte im Wind und ihre Haare zerzausten, sodass ihr alsbald einzelne Strähne aus dem Dutt fielen. Ihre Sorge verwandelte sich in Hoffnung, als sie die Motte kommen sah, weshalb sie diese gedanklich auch gleich Estel taufte. Eine Unterhaltung der wenigen Worte ging von statten und ein Schatten breitete sich auf den jungen Gesichtszügen Meliels aus. Galadriel hatte recht...Gandalf war gefangen.



Zur selben Zeit in Lothlórien


„Du bist in Sorge“, stellte Celeborn fest, als er seine Frau, gleich einer Statue, in ihren Gemächern stehen sah. „Was bewegt dein Herz?“
Einstweilen antwortete die Herrin des goldenen Waldes nicht und richtete ihren Blick gen Isengard, auf das Kind, in welche sie derzeitig ihre Hoffnung legte. Erst schien die Sorge nicht zu vergehen, ehe sich ihr Gesicht lichtete. „Was für ein gescheites Kind“, flüsterte sie in solch einer Ruhe, dass ihr Mann nun wusste, dass sie Abseits der Gegenwart verweilte. Fast schon vergnügt beobachtete Galadriel mit ihrem weisen Blick, wie Meliel ein Gedanke erhaschte, der ebenso verzückend, wie hinterhältig war. „Liebster, Hoffnung naht.“
Celeborn legte den Kopf schief, aber auch sein Mund zierte ein gehobener Mundwinkel, der der Entzückung seiner Frau glich. „Was siehst du?“
„Sie benutzt seine eigenen Waffen gegen ihn“, erklärte Galadriel und ließ doch so viel unbeantwortet, konnte Celeborn doch nicht sehen, wie Meliel die Tränke Sarumans nach einem Schlafmittel durchsuchte und alle heimtückisch zu Bette zwang. Einzig sie schien noch in Gefahr, während die Adler bereits Gandalf halfen. Ein letzter Gedanke Galadriels in Meliels Kopf, wies sie an Isengard zu verlassen. „Eile geschwind.“

Eine stumme Unterhaltung schien sich in den Augen Celeborns und Galadriels wiederzuspiegeln, als ihr Blick den des anderen traf. „Rufe nach Haldir, ich habe eine Aufgabe für ihn.“
Celeborn wusste zu agieren, wenn auch nicht zu verstehen und so winkte er einen Bediensteten heran: „Bringe mir Haldir, wir benötigen seine Dienste.“
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1471431761
Ɓєтωєєη Hєяє αηɗ Ƒσяєνєя
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[Eine Herr der Ringe Fanfiktion.] Eine junge Frau, nirgendwo Zuhause und doch sesshaft in Isengard, wo sie Saruman dient. Doch die Zeichen stehen anders, als erwartet und schlimmer, als erhofft. Dunkelheit und Licht so verschieden und doch in der Abhäng...
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2016-08-17
402C
Herr der Ringe

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Mila Kalaschnikov ( von: Mila Kalaschnikov )
Abgeschickt vor 224 Tagen
@Lydia Definitiv, ich schätze es wird um die 97 Kapitel geben, wenn nicht sogar mehr. :) Bin auf jeden Fall kräftig am vorschreiben und Dankeschön für dein Lob! ♥ Deine Worte schmeicheln mir. c:
Lydia ( von: Lydia )
Abgeschickt vor 224 Tagen
Eine wirklich tolle FF! Die Art der Sprache gefällt mir! Kommt bald noch was?