HILF MIR, wenn du dich traust.

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13 Kapitel - 7.751 Wörter - Erstellt von: Forice - Aktualisiert am: 2017-05-21 - Entwickelt am: - 1.841 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 2 Personen gefällt es

Mein Leben ist kaputt. Hier seht ihr, wie sehr.

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    Dies ist eine Zusammenfassung meines sinnlosen Lebens, die aus Texten besteht, die ich mal Leuten geschrieben habe, oder die einfach in meinen Notizen
    Dies ist eine Zusammenfassung meines sinnlosen Lebens, die aus Texten besteht, die ich mal Leuten geschrieben habe, oder die einfach in meinen Notizen entstanden um mir den ganzen Schrott von der Seele zu schreiben.

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    Der fahle Mondschein, der durch mein Fenster dringt ist die einzige Lichtquelle in diesem Raum. Er beleuchtet die Tränen, welche ohne Unterlass über
    Der fahle Mondschein, der durch mein Fenster dringt ist die einzige Lichtquelle in diesem Raum. Er beleuchtet die Tränen, welche ohne Unterlass über meine Wangen fließen. Wie viele davon aus Trauer entstanden und wie viele aus Verzweiflung, vermag ich nicht zu sagen. Genauso wenig, wie ich weiß wie lange ich schon hier liege. Ich will nicht aufstehen, will nicht weitermachen und doch muss ich. Nachdem ich bestimmt eine weiter Stunde wach lag klingelt der Wecker. Ich lache bitter auf. Als ob man mich aufwecken müsste! Nachdem ich mich fertig gemacht, meine Haare geflochten und mein Schulzeug gepackt habe, mache ich mich auf den Weg in die Schule. Es ist der erste Schultag nach den Ferien. Wie ich diesen Tag verabscheue. Das schlimmste ist, dass dieses Schuljahr das erste ist, das ich alleine überleben muss. Hannah, meine beste und einzige Freundin hat die Schule verlassen und ist auf eine Hochbegabtenschule gewechselt. Hoffentlich hat sie dort mehr Glück. Hier wurde sie von allen fertig gemacht, weil sie überall die beste war und zu allem Überfluss auch noch mit mir befreundet. Ich kam an der Bushaltestelle an und betete, dass sie mich dieses Jahr einfach ignorierten. Natürlich hatte ich dieses Glück nicht. "Hey Schlampe", rief mir Sara höhnisch zu, sobald sie mich entdeckte: "Wo hast du denn Zwergin Neunmalklug gelassen? Hat sie auch endlich eingesehen wie scheiße du bist, oder hattet ihr Ehekrach?" Meine Kopfhörer aufsetzend und die Kapuze meines Hoodies über den Kopf ziehend stelle ich mich an die Straße und halte nach dem Bus Ausschau. Sie ignorieren mich also nicht. Wäre auch zu schön gewesen. "Hey, Homo, sie redet mit dir! ", schimpfte Pascal und schubste mich. Um ein Haar wäre ich vor den heran rollenden Bus gefallen, doch ich fing mich in letzter Sekunde. Der Busfahrer öffnete die Tür und schrie mich erstmal an, dass ich verdammt noch einmal aufpassen solle. Ich nicke nur stumm und lasse das Donnerwetter über mich ergehen. Das fing ja mal wieder super an. Schnell verkrümelte ich mich auf einen Sitz ganz hinten und merke, wie die 5-klässlerin auf dem Sitz vor mir mit einem: "Achtung, die ist ansteckend" von ihrem Sitz verschwindet. Die Busfahrt über höre ich Musik, ignoriere die Außenwelt so gut es geht und schreibe noch ein bisschen ins Rpg. Als wir an der Schule ankommen, schnappe ich mir schnell meine Tasche und verlasse den Bus. Bis zum Schulbeginn verstecke ich mich in der Bibliothek und betrete pünktlich mit dem Gong das Klassenzimmer. Der einzige freie Platz ist in der ersten Reihe in der Ecke. Gut. Dort wird man meistens übersehen. Den Rest des Tages versuche ich meine Ohren und mein Herz vor all den Sprüchen und Beleidigungen zu verschließen und doch breche ich daheim angekommen weinend zusammen. Mein Schluchzen hallt im Treppenhaus wieder, doch da ist niemand, der es hören könnte. Meine Eltern sind nicht da, wie immer. Auch für sie bin ich eine einzige Enttäuschung. Was mache ich mir eigentlich vor? Sie haben doch alle Recht! Ich bin ein dummes, hässliches, lächerliches und absolut erbärmliches Geschöpf, das es nicht verdient hat diese Erde mit seinem Schatten zu verschandeln. Mein Herz fühlt sich an, als würde eine eisige Hand es zusammen drücken. Ich sprang auf und rannte zum Friedhof. Dort hatte ich das Gefühl meiner Omi wenigstens ein bisschen näher sein zu können. Sie war der einzige Mensch gewesen, der mich immer in den Arm nahm, wenn es mir schlecht ging und sich immer um mich gekümmert hat. Vor ihrem Grab lasse ich mich schluchzend auf die Knie fallen. Keine Ahnung wie lange ich dort saß, als es zu regnen begann. Die eiskalten schweren Tropfen durchnässten meine Kleidung und meine Haare, aber ich blieb einfach regungslos sitzen und ließ den Regen sich mit meinen Tränen vermischen. Es donnerte und ein Blitz zerriss den Himmel. Ein typischer Herbststurm war im Anmarsch. Wie passend....

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    Ich kann nicht mehr. Morgen wäre Chemie Schaulaufgabe und ich weiß, dass ich lernen sollte um wenigstens einen Bruchteil zu können, aber es geht ei
    Ich kann nicht mehr. Morgen wäre Chemie Schaulaufgabe und ich weiß, dass ich lernen sollte um wenigstens einen Bruchteil zu können, aber es geht einfach nicht. Ich schaue 2 Stunden auf das Buch. Die Gedanken verschwinden in Leere und Dunkelheit. Es war mir eigentlich immer wichtig gut in der Schule zu sein. Entfernt erinnere ich mich daran. Aber ich kann nicht. Kann nichts mehr. Ich höre meinen Magen knurren und mir ist klar, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe. Es ist mir egal. Mit einem Ruck ziehe ich die Schere über meine Bein und sehe dem Blut zu. Am Arm würde es jeder sehen. Sie würden mich nicht lassen. Doch ich brauche diesen Schmerz damit er für einige Sekunden den Schmerz in meinem Inneren überdeckt. "Konzerntrier dich, verdammt noch mal!", schreie ich mich in Gedanken an. Auch das hilft nichts und so schalte ich die Lampe neben meinem Bett aus, die die einzige Lichtquelle im abgedunkelten Zimmer darstellt und liege regungslos da. Nach einiger Zeit höre ich die Stimme meiner Mutter von unten rufen, dass es Essen gibt. Ich sehe auf die Uhr. 3 Stunden hatte ich da gelegen. Es war Zeit fürs Abendessen. "Mir ist schlecht. Ich will nichts essen!", rufe ich zurück und starre wieder an die Decke. Eine Träne nach der anderen rollt langsam über meine Wange und versickert in meinen Haaren. Da fasse ich einen Entschluss. Es hat zwar keinen Sinn, aber wer weiß. Früher schrieb ich Tagebuch, doch es hatte mir nie geholfen, da ich immer irgendwann damit aufgehört habe. Aber wenn ich das ganze veröffentliche... In Gedanken gehe ich meine Kontakte durch und es ist letztendlich glasklar wem ich schreiben werde. Und so werde ich dir, jetzt jeden Tag eine Nachricht schicken. Du brauchst nicht darauf zu reagieren, aber der Gedanke ist tröstlich, dass meine Nachrichten wo ankommen und vielleicht gelesen werden.

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    Es ist einfach seltsam. Von einem Tag auf den anderen soll wieder alles normal sein und das nur weil die Schule wieder anfängt. Am Morgen quäle ich
    Es ist einfach seltsam. Von einem Tag auf den anderen soll wieder alles normal sein und das nur weil die Schule wieder anfängt. Am Morgen quäle ich mich aus dem Bett und trinke als Frühstück einen Tee. Ich versuche irgendwie meine unübersehbaren Augenringe abzudecken und ein optimistisches Lächeln aufzusetzen, das die anderen nicht durchschauen. Es gelingt mir sogar einigermaßen gut. Vermutlich, weil ich es gewohnt bin. An der Bushaltestelle angekommen gibt es den ersten Schock. Die anderen aus meiner Klasse sind total in einen Zettel mit chemischen Formeln versunken, die wir für die Schulaufgabe können sollen. Siedend heiß fällt mir ein, dass ich bei der letzten Chemiestunde vor der Schulaufgabe krank war und überhaupt keine Ahnung haben,  was wir gemacht haben. Der Bus kommt 10 min zu spät und gibt mir die Gelegenheit diese Formeln noch mal anzusehen. Irgendwas wird schon hängen bleiben. Und falls nicht würde es mich ehrlich gesagt auch nicht interessieren. Wir kommen 5 Minuten nach 8 Uhr in der Schule an. Unser Bus wurde in den Ferien mit Graffiti besprüht und wir haben einen neuen Busfahrer, der dauernd nach dem Weg gefragt hat. Im nachhinein erfahren wir, dass der alte Busfahrer gestorben ist. Der Lehrer quittiert unsere Verspätung mit einem strengen Blick über den Rand seiner Teetasse. Mir fällt auf, dass er sein Shirt einmal wieder mit den Nähten nach außen angezogen hat. Kurz sehe ich zu denen aus meiner Klasse, die den vergangenen Monat in den USA verbracht hat, mit einem Austauschprogramm bei dem ich auch schon immer mitmachen wollte, aber bei meiner einzigen Chance nicht gezogen wurde. Wir setzen uns und die Schulaufgaben werden ausgeteilt. Der Lehrer sieht meinen panischen Gesichtsausdruck und lächelt mir aufmunternd zu. Ich nicke ihr zu und versuche zu lächeln, versage aber kläglich. 'Ab jetzt 45 Minuten. Wer abschreibt bekommt eine 6 muss Kuchen backen, nachsitzen und ein Referat halten', lässt der Lehrer verlauten und wir drehen die Angabenzettel um. Ich sehe auf die Aufgaben und spüre wie sich ein hysterisches Lachen in mir aufstaut. Aber ich fange mich wieder und fange an in meinem Kopf Karaoke zu singen während meine Hand sich wie von selbst über das Blatt bewegt. 'Seems like it was yesterday...', fange ich im Kopf ein neues Lied an, als mich plötzlich ein schrilles Piepen aus meinen Gedanken reißt. 'Halbzeit', ruft Hr. Bohnenstroh laut. Ich starre auf meinen Zettel. Teilaufgabe 2.2: Erkläre warum Atome nur sehr selten einzeln vorkommen!
    'Weil sie nicht gerne alleine sind.', kritzle ich auf das Blatt und singe im Kopf das Lied weiter. 20 Minuten später bin ich fertig und sehe mir das an, was ich ohne wirklich darauf zu achten fabriziert habe. Es sieht erstaunlich logisch aus, sodass ich das Blatt einfach abgebe. 'Fertig für heute. Der Rest ist nicht mehr wichtig', denke ich mir und versinke auf meinen Tisch starrend wieder in meiner Welt finsterer Gedanken. Erst als der Gong die Stille durchbricht, merke ich, dass die Schulaufgabe bereits von allen abgegeben wurde und wir jetzt Pause haben. Schnell laufe ich in die Pause und verstecke mich in der Bücherei. Die nächsten Unterrichtsstunden sitze ich einfach reglos auf meinem Platz und bin geistig so anwesend wie eine Kartoffel. Ich spüre wie ich komisch angeschaut werde und beschäftige mich in der letzten Stunde von einer inneren Unruhe erfasst mit der Verarbeitung meines Blockes in Konfetti. Nun sieht mich auch der Rest der Klasse seltsam an und ich bin mir sicher, dass sie auch fiese Kommentare abgaben, aber ich ließ alles an mir abprallen. Meine Lehrer kennen dieses Verhalten und wissen, dass ich depri bin, aber sie haben keine Ahnung wie zersplittert meine Seele tatsächlich ist. Scharfe Scherben die meine Gedanken durchbohren und mich von innen zerstören

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    In der Mittagspause verziehe ich mich in den Teil der Schule, den ich am liebsten mag. Die Bibliothek. Es gibt hier alle Arten von Fantasybüchern. Au
    In der Mittagspause verziehe ich mich in den Teil der Schule, den ich am liebsten mag. Die Bibliothek. Es gibt hier alle Arten von Fantasybüchern. Auch einige Thriller sind dabei und so versinke ich in 'Lady Midnight', das ich kurzentschlossen aus dem Regal zog. Der Gong läutet und reißt mich aus der Geschichte. Urplötzlich bin ich wieder ich. Es ist wie ein Fall aus sehr großer Höhe auf den Boden der Tatsachen, den niemals ein Lichtstrahl erreicht. Die letzten zwei Stunden lenke ich mich damit ab, ein Gedicht zu schreiben und verschwinde sobald es gongt aus der Schule. Daheim angekommen knalle ich mein Zeug in die Ecke, gehe in mein stockdunkles Zimmer und lege mich mit meinem Handy auf den Boden. Ablenkung. Ich brauche dringend Ablenkung bevor ich wieder wegdrifte. Vielleicht... Ja, warum nicht? Wenn andere das schaffen, könnte ich es auch hinbekommen. Also beginne ich mit dem Einrichten eines YouTube-Kanals. Was soll ich für ein Format machen? Nach kurzem Zögern entscheide ich mich für Let's Play und fange an mein erstes Video aufzunehmen und zu schneiden. Mal sehen wann ich das hochlade. Ich schalte mein Handy aus und starre an die Decke. Und da ist sie wieder. Die Verzweiflung. Selbst wenn ich irgendetwas mache, würde es doch eh keinen interessieren. Ich schließe die Augen und fühle, wie ein Strudel aus Verzweiflung, Frustration, Trauer und Hass mich immer weiter hinunterzieht, doch es ist mir gleich....
    'Aua!', mit Schwung hatte mein Bruder die Türe meines Zimmers geöffnet und mir die Kante direkt gegen den Kopf geknallt. 'Es gibt Essen.', sagt er nur und geht wieder. Nicht mal eine Entschuldigung. In Gedanken überschütte ich ihn mit Verfluchungen und gehe ins Esszimmer. Ich würge eine halbe Brotscheibe mit Butter herunter und verziehe mich wieder in mein Zimmer. Draußen zieht ein Gewitter auf. Langsam öffne ich das Fenster, klettere über meinen Schreibtisch und setze mich aufs Dach. Der eiskalte Regen prasselt auf mich nieder, durchnässt meine dünne Bluse und meine Jeans, Donner, Blitz und Sturm toben. Das ist schon das dritte Gewitter mit Unwetterwarnung Stufe 5 in drei Tagen. Mehr und mehr Hagelkörner mischen sich unter den Regen und prasseln schmerzhaft auf mich nieder. Ich konzentriere mich ganz auf Schmerz und Kälte und für eine Weile gelingt es mir zu vergessen. Doch nach einiger Zeit endet das Unwetter wieder und ich klettere zurück in mein Zimmer. Ich trockne mich ab, ziehe neue Klamotten ab und beschließe noch kurz bei den Rollenspielen vorbei zu schauen. Hier verläuft alles unspektakulär und langsam. Alles wirkt wie ausgestorben. So schalte ich meinen Laptop wieder aus uns lege mich ins Bett. Eine halbe Ewigkeit liege ich einfach weinend im Dunkeln, bis mein Blick zur Uhr wandert. Es ist erst 2:30 Uhr. Mal schauen, ob bei den Rpgs noch jemand on ist....

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    Ferien. Den ganzen Tag Einsamkeit. Das Sw-Rpg wurde wieder eröffnet, aber anscheinend wollen sie mich da nicht mehr. Ich würde am liebsten schreien,
    Ferien. Den ganzen Tag Einsamkeit. Das Sw-Rpg wurde wieder eröffnet, aber anscheinend wollen sie mich da nicht mehr. Ich würde am liebsten schreien, doch fürchte ich daran zu ersticken. Papa ist mal wieder weg. Er kann mir auch nicht helfen. Meine Eltern würden es nicht verstehen, nicht akzeptieren. Genauso wenig, wie sie die Rpgs und das Chaos akzeptieren. Doch ich brauche das Chaos. Es spiegelt meine Seele wieder und hilft mir, mich abzulenken. Warum bricht das alles jetzt über mich hinein? Ich hätte es nicht verdrängen dürfen. Ich sollte mir nichts vormachen. Ich werde alleine sein. Niemand wird mich verstehen. Sie sind alle nur oberflächlich. Vielleicht waren sie früher mal meine besten Freundinnen, aber heute kennen sie mich nicht mehr. Und im Volleyball? Genau dasselbe. Ich bin so ersetzbar und es ist schon wieder erbärmlich, wie ich hier rum heule. Notiz an mich: Nimm einfach an, dass du scheiße bist und dich niemand mag. Es ist ohnehin nur diene Schuld und nicht die der anderen. Wenn ich könnte, würde ich einfach auf ein Internat wechseln. Neue Leute, weg von meiner Familie... Aber wahrscheinlich würden mich die Leute da auch nicht mögen. Der logischste Weg wäre mich in Arbeit zu stürzen, aber dafür bin ich zu faul. Ich bin echt eine lächerliche Kreatur. Ja, Selbsthass. Ganz toll. Aber ernsthaft, wer hasst mich denn bitte nicht? Ins Schullandheim darf ich auch nicht mit. War ja mal wieder klar. Und jetzt macht sich Carpe auch noch Sorgen. Shit, ich habe heute schon wieder nichts gegessen.

    Die letzten Tage waren angenehm ruhig. Mein Bruder ist immer noch im Feriencamp und ich habe aus dem nichts meine Begeisterung fürs zeichnen entdeckt. Dabei kann ich komplett abschalten. Einfach alles vergessen. Am Abend jedoch kommen alle Gedanken wieder. Dann bleibt mir nur eine Wahl: die Nacht durchzeichnen oder versuchen zu schlafen. Letzteres misslingt meist völlig. Ich rolle mich hin und her, erwache schweißgebadet aus Albträumen oder kann erst gar nicht einschlafen. Heute versuche ich es trotzdem... "Sie sind hinter uns her, schnell!", ruft mir die weiße Frau mit der Schlange und der Baseballmütze zu. Meine Beine schmerzen und ich kann kaum mit ihr mithalten, als wir den Ort rennend verlassen und in den Wald sprinten. Nach einer Ewigkeit, kurz bevor ich zusammenbrechen würde und von den Schüssen der Männer im Anzug verfolgt springen wir den das gelbe Cabrio an dessen Steuer Kurt und Marie bereits auf uns warten kaum, dass wir sitzen schießt der Wagen los. Wir fahren in die Berge, scheinen die Verfolger abgehängt zu haben. Nach einiger Zeit kommen wir an einem heruntergekommenen Hotel an. Alles dort ist klamm und riecht verschimmelt, aber immerhin werden die uns hier nicht finden. Der gelangweilte Nachtportier weist uns ein Zimmer im Obergeschoss zu, in das wir uns gerade verziehen wollen, als plötzlich quietschende Bremsen und zuschlagende Autotüren draußen zu hören sind. Erschrocken sehen wir uns an und mein Herz setzt einen Moment aus. Nur Sekunden später betreten die Männer in schwarzen Anzügen den Flur, ihre Gewehre auf uns gerichtet. Angsterfüllt sehe ich zu ihnen. Marie beginnt zu weinen. Mit einem lauten Krachen bricht auf einmal der Boden unter unseren Füßen zusammen und alles wird schwarz. Ich erwache schreiend auf der Rückbank eines gelben Cabrios, das mit Höchstgeschwindigkeit durch die engen Gassen einer südländischen Stadt rast. Bei meinem Schrei zuckt Kurt auf dem Fahrersitz des Wagens zusammen und die weiße Frau auf dem Beifahrersitz schnellt zu mir herum. "Nina, Kleines. Alles in Ordnung?", fragt sie. Ihr Gesicht ist von tiefen Augenringen gezeichnet und sie sieht traurig aus. Erst da fällt es mir auf: "Wo ist Marie?" Sie bricht in Tränen aus. "Die Männer haben sie erschossen", schluchzte sie. Wir sind geradeso davon gekommen. Ein bitterer Geschmack breitet sich in meinem Mund aus und es fühlt sich an als würde mein Herz zerquetscht. Marie ist tot. Warum sie? Tränen laufen feucht über mein Gesicht und ich schließe die Augen. Das nächste Mal als ich die Augen öffne befinden wir uns auf einem Boot und fahren über die Wassergräben, die große Villen umgeben. Alles wirkt ruhig und die weiße Frau redet leise mit Kurt. Gerade als ich mich bemerkbar machen will zerfetzt ein Schuss die Luft. Die beiden Erwachsenen schreien auf und versuchen im Boot Deckung zu suchen. Ich krabble hastig nach hinten und will aufstehen um schnell in Deckung zu laufen, als ich über ein Ruder stolpere und rückwärts über die Reling kippe. Kalt. Aber nicht wirklich flüssig. Anders als gedacht, befindet sich um das Boot kein Wasser sondern eine grüne Gallertartige Masse, die mich augenblicklich nach unten zieht. Mit aller Kraft kämpfe ich dagegen an. Die Substanz dringt in meine Lungen an, ich bekomme keine Luft und verfalle in komplette Panik. Plötzlich schlage ich die Augen auf. Es war nur ein Traum. Immer das Gleiche. Die schwarzen Männer mit den Maschinengewehren und die weiße Frau mit der Schlange verfolgen mich in meinen Träumen seit ich 9 bin, doch noch nie hat einer von ihnen auf meiner Seite gekämpft. Ist das gut? Eine Hoffnung? Oder liegt es daran, dass ich mich entschieden habe? Die Gedanken kreisen weiter in meinem Kopf und ich stehe auf. So spät schon? Anscheinend habe ich das Mittagsessen einfach verschlafen. Egal. Mir ist eh klar was ich mit dem verbliebenen Tag anfange. Also schnappe ich mir meine Inliner und mache mich auf den Weg. Erst am Abend komme ich komplett erledigt wieder zu Hause an. Sport vertreibt die Gedanken, die jetzt wieder kommen.
    Mein Leben war noch nie toll, aber es war erträglich. Vor dem einen Tag, an dem ich mich entschieden habe nicht mehr vor mir selbst wegzulaufen und zu akzeptieren, was ich bin. Sie haben es nicht verstanden. Haben es als Vorwand genommen mich runter zu machen. "Mobbing" heißt sowas. Wie schön es doch ist für alles was passiert einen Fachbegriff parat zu haben. Nur versteht niemand, dass sich manche Dinge nicht in Worte fassen lassen. Von allen gehasst und verspottet zu werden kann man nicht mit einem Wort zusammenfassen.
    Du bist glücklich. Dann passiert was und du fällst in ein Loch. Aber das ist nur eine Phase und danach geht es wieder nach oben.


    Oder du wirst einfach nie wieder glücklich. Wenn die Phase zum Dauerzustand wird. Und jedes Mal, wenn man versucht wieder glücklich zu sein kommt irgendjemand und drückt einen wieder runter oder es passiert etwas, dass dir den Boden, der sich gerade begann wieder zu bilden, unter den Füßen wegzieht. Manche Leute haben einfach keine Möglichkeit glücklich zu sein.
    Wenn man stark genug ist um zu fliegen. Zu kämpfen. Ist man jedoch einmal zerbrochen, wird jeder Versuch sich wieder zusammenzufügen schwieriger und jedes Mal, wenn man denkt, es diesmal zu schaffen wird man wieder gebrochen. Irgendwann gibt man schlichtweg auf. Sieht ein, dass es keinen Sinn hat zu kämpfen. Denn wer nicht fliegt, kann nicht stürzen und wer nicht steht, kann nicht fallen. So bleibt man am Boden zerschmettert liegen. Letztendlich wird man auch von dort noch tiefer fallen, aber der Sturz ist nicht so hoch.
    Jedes Fünkchen Hoffnung, jeder schöne Moment und jeder Erfolg sind doch nur grausame Trugbilder des Lebens, die sich in Schall und Rauch auflösen und einen alleine zurücklassen.

    Man kämpft nicht gegen das Schicksal. Man kämpft gegen Menschen, Ansichten, Urteile, Emotionen, Ereignisse, Ängste und Worte. Und man weiß, wann man verloren hat.
    Ich bin nicht alleine. Da sind viele. Viel zu viele Menschen, die viel zu viel sagen, was sie nicht verstehen. Ich wünschte sie würden mich einfach alle in Ruhe lassen. Ignorieren. Die Last, die jeder mit sich herumträgt, versuchen sie auf mich abzuwälzen. Aber wie soll ich sie tragen, wenn meine schon so groß ist? Ich habe aufgegeben.
    Ich habe mich aufgegeben, aber es gibt andere wie mich. Andere, die Hilfe brauchen. Ihnen habe ich versprochen da zu sein. Versprechen werde ich immer halten, denn ich habe etwas, was viele verloren haben. Ehre.
    Du denkst man kann immer kämpfen, weil du es nicht kennst. Wenn es allen, denen ich helfen will gut geht, werde ich sagen, dass ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben darf und sie vermissen werde, sie das aber auch ohne mich schaffen. Dann werde ich gehen. Für immer. Ich will die Welt von mir befreien und hier weg. Mir ist egal, was danach kommt.

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    You can't hear me cry See my dreams all die From where you're standing On your own. It's so quiet here And I feel so cold This house no
    You can't hear me cry
    See my dreams all die
    From where you're standing
    On your own.
    It's so quiet here
    And I feel so cold
    This house no longer
    Feels like home
    When you told me you'd leave
    I felt like I couldn't breath
    My aching body fell to the floor
    Then I called you a thousand times
    You did't ever recall
    I should've known better
    Now it hurts much more.
    You caused my heart to bleed and
    You still owe me a reason
    Cause I can't figure out why...
    Why I'm alone and freezing
    While you're dead now
    And I'm just left alone to cry.
    24 hours, 32 minutes I thought
    That you have left me all alone
    Hey, you promised me to stay
    To lieve was everything you taught
    Then after all those tears
    A message came
    A simple: Hey, it's okay
    Wipped away all my fears
    Then you promised me
    As I promised you
    To live whatever happens
    And whatever we might see
    But now I'm standing on the cliff ready to fall
    To leave all behind
    And the only thing that holds me back
    Is a promise given in a call
    But now you're down
    And you cant tell me
    Say you won't trust anyone
    And put on the darknesse's crown


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    Fasziniert sehe ich zu wie das Blut über die Klinge meines Messers rinnt. Schwungvoll male ich eine weitere Linie des Wortes mit dem Messer in meinen
    Fasziniert sehe ich zu wie das Blut über die Klinge meines Messers rinnt. Schwungvoll male ich eine weitere Linie des Wortes mit dem Messer in meinen Arm, spüre das Brennen, den Schmerz und die Hitze meines Blutes. Schwach nehme ich den metallischen Geruch war und höre, wie es auf den Boden tropft. Ein irres Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht, als ich das Blut ablecke und einen weiteren Schnitt hinzufüge. "INSANE" leuchtet es mir rot entgegen. Hm... ich habe wahrscheinlich jedes Recht mich so zu nennen. Nach diesem Traum...

    Flashback
    Rauch wabbert noch schwach durch den Raum und überall liegen geschmolzene oder verbrannte Trümmerteile. Ein Geräusch durchdringt die Stille, die schwer auf dem Raum lastet. Es klingt wie ein leises Wimmern. Genau das, was ich gesucht habe. Den Griff meiner Axt fester umklammernd suche ich mir den Weg durch den verrauchten und verwinkelten Raum. Plötzlich sehe ich sie. Ein kleines Mädchen von höchstens zwei Jahren liegt halb unter einem Schrank eingeklemmt in der hinteren Hälfte des Raumes. Langsam gehe ich auf sie zu, sehe meine Augen, die im diffusen Licht des Raumes noch verrückter glänzen und mein irres Grinsen. "Na Kleine?", flüstere ich und setze einen Fuß auf den Schrank, der ihre Beine einklemmt: "Tut das weh?" Sie beginnt zu weinen und schaut mich komplett panisch und verängstigt an. "Genieße den Schmerz. Er ist das letzte, was dir dein Leben gibt.", raune ich ihr zu und schwinge meine Axt nach oben, deren Klinge im Licht, dass durch die halb eingestürzte Decke dringt funkelt. Mit einem Zischen fährt meine Axt nach unten. Ihr Schrei hallt im Raum nach, das Blut spritzt auf meine Schuhe, meine ganzen Beine entlang und ich spüre, wie es warm daran herunterläuft. Mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck betrachte ich ihre kleine Leiche, die in nun einer roten Pfütze liegt und verspüre eine zufriedene Ruhe.
    Und letztendlich werde ich durch ihren Tod, den meines Vaters wieder rückgängig machen können.
    Ende Flashback

    Dass ich eine Psychopathin bin ist mir neu.

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    Und dann waren alle Gefühle weg... "Hey, ist was?", fragt mich Lena. "Nein", erwidere ich mit einem falschen Lächeln und setze m
    Und dann waren alle Gefühle weg...

    "Hey, ist was?", fragt mich Lena. "Nein", erwidere ich mit einem falschen Lächeln und setze mich zum Mittagessen zu den Anderen. Ihre Gespräche langweilen mich und ich schiebe systematisch das Mittagessen in mich hinein, um dann schnell aufzustehen und mich in die Bücherei zu verkriechen. Ich brauche Abstand von all den Menschen. Eine Zeit lang dachte ich, sie würden mir helfen, mit ihren Gesprächen, ihrem Lachen, ihrer Gesellschaft... doch ich lag falsch. Menschen sind ermüdend und verwirrend. Man kann sie niemals komplett verstehen und sie handeln oft wider jeder Logik. Langsam lasse ich mich hinter einem Bücherregal zu Boden sinken und lege den Kopf auf die Knie. Kaum umgaben mich Menschen, kaum öffnete ich mich ihnen, brachen sie auch schon mein Herz in Einzelteile und mixten meine Gedanken zu einem undefinierbaren Brei. Schnell nehme ich meinen Mp3-Player aus der Tasche und schalte die Musik an um mich von allem abzulenken.

    "Ich wollte dich beschützen
    Was nützt dir nun mein Schutz?
    Wie Schwalben aus dem Nest fallen
    Hieß es fliegen oder Sturz

    Wir stolpern über Stufen
    Kein Schritt war je ein Sieg
    Wir zwei vor einem Berg aus Angst
    Den keiner je bestieg, doch weiter gehen wir -

    Ich möcht auch gar nicht atmen
    Ich möcht auch gar nicht sein
    Ich möcht nur eines, dass du meine Hand hältst! Mich allein!
    Ich hör dich auf mich bauen
    Gebäude stürzen ein
    Ich wollt' sie wieder aufbauen
    All die Träume - Stein für Stein

    Ich krepiere und es crumbled und es kracht
    Es zerreißt dich mich zu sehen
    Pull den Trigger, ich ersticke an der Nacht
    Doch werd immer heller sehen!",

    schallt es aus den Kopfhörern und ich knipse meinen Gedanken aus.
    Es passiert einfach zu viel. Ich kann Christoph nicht mehr ansehen ohne innerlich zu sterben. Warum musste sie sich in so einen Typen verlieben? Einerseits will ich nur, dass sie glücklich ist, weil ich sie liebe. Andererseits liebe ich sie eben und deshalb zerstört jedes Lächeln, das sie ihm schenkt meine Seele ein wenig mehr. Jedes Mal, wenn sich ihre Hände "zufällig" berühren, bricht ein Stück meines Herzens ab. Die Tränen fließen mir über die Wangen und ich unterdrücke ein Schluchzten. Gleichzeitig hasse ich mich dafür, dass ich weine. Was bin ich nur für ein egoistischer Mensch? Ich sollte mich für sie freuen! Doch stattdessen sitze ich hier und wünsche mir sie würde mich so ansehen. Nicht ihn.
    Verzweifelt sehe ich auf die Reihen von Büchern und versuche die Gedanken zu verdrängen. Das Lied endet und genau im selben Moment ist auch die Mittagspause vorbei. Schnell raffe ich mich auf, wische die Tränen ab und renne, um noch rechtzeitig das Klassenzimmer zu erreichen. Dort angekommen werde ich von lautem Gejohle empfangen, da der Lehrer soeben verkündet hat, dass die heutige Stunde zum Basteln von Plakaten für den Weihnachtsbasar unserer Schule verwendet werden wird. Also schnappe ich mir ein Plakat und mache mich sofort mit einem Edding ans Werk. Nach nicht einmal einer Viertelstunde bin ich fertig und das Plakat sieht deutlich besser aus als die Meisten anderen. Ich stehe auf und gehe zu Hannah und Lena, die mit Christoph zusammen an einem Plakat arbeiten, welches eindeutig als Ergebnis von Hannahs Planung zu betrachten ist. Während ich noch mit Lena rede, nimmt mich Christoph an beiden schultern und schiebt mich zur Seite. Obwohl es nur eine Methode seinerseits war, um an die Eddings zu gelangen, verletzt mich diese Geste irgendwie. Tief durchatmend und mein Lächeln wieder aufsetzend zucke ich mit den Schultern und gehe in den hinteren Teil des Zimmers um zu sehen, was die Gruppe dort, die aus den meisten meiner Kumpels bestand bis jetzt so zu Stande gebracht hatte. Wie erwartet, war das nicht besonders viel. Um genau zu sein sogar gar nichts und so setzte ich mich an ihr Plakat und designte es deutlich zeitaufwändiger als meines. Ab und an sagte ich einem der Jungs, dass sie einen neuen Teil der Bleistiftskizze mit Edding nachfahren konnten und so wurde, auch durch die Mithilfe Hannahs, das Plakat definitiv am schönsten. Zumindest solange bis Bene meinte es mit der Freihandzeichnung eines Trinkschokoladenwürfels versauen zu müssen. Genervt verdrehte ich die Augen und war einfach nur heilfroh, als der Gong ertönte, der die nächste Stunde ankündigte, Bio. Hier passierte nichts Besonderes mehr, bis auf die Tatsache, dass Christoph umgesetzt wurde und uns direkt in der Reihe vor Hannah und mir saß, was dazu führte, dass die beiden den kompletten Rest der Stunde nur noch am Flirten waren und ich einfach so tat, als würde ich konzentriert dem Lehrer zuhören. Das war echt nicht mehr auszuhalten, doch ich gab mein Bestes, blieb in meiner Rolle und rannte aus dem Klassenzimmer sobald es klingelte.
    Schule aus. Kopfhörer rein. Gedanken aus.

    "Ich krepiere und es crumbled und es kracht
    Es zerreißt dich mich zu sehen
    Pull den Trigger, ich ersticke an der Nacht
    Doch werde immer heller sehen!"

    Oder ich ersticke doch an der Nacht. Und dann war es das. Der Bus hält und einen Moment sieht es vor dem Licht der untergehenden Sonne aus, als würde unser alter Busfahrer wieder am Steuer sitzen. Doch das wird er nicht. Nie wieder. Er ist tot und das ich ihn vermisse bringt ihn auch nicht zurück.
    Und das ist noch lange nicht alles. Aber alles worüber ich bereit bin hier zu erzählen.


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    Endlich bin ich wieder so weit zu mir gekommen, dass ich jetzt hier sitzen und schreiben kann. Warum? Na weil ich nach diesem Horror-Freitag vor 20 Uhr komplett erledigt, emotional und körperlich am Ende und einfach nur verbraucht ins Bett gefallen und so schnell nicht wieder aufgestanden bin. Gestern habe ich versucht mich zu ertränken. Fazit: Es funktioniert nicht. Hält mich eine höhere Macht am Leben? Bin ich Gott doch nicht egal? Wer weiß...
    Ok, vielleicht sollte ich jetzt zu dem Grund kommen, weshalb Freitag so grauenhaft war. Es fing an wie ein ganz normaler Schultag. zumindest solange, bis uns die Französisch-lehrerin in der ersten Stunde ankündigte, dass gleich der Direktor vorbei kommen würde, das die Schulaufgabe zu schlecht war. Nach einem 45-minütigen Gespräch über die schlechte Leistung jedes einzelnen Schülers und der Frage, warum wir solche Versager wären, ging der Rektor wieder und wir fuhren mit ganz normalem Unterricht fort. Danach hatten wir Sport, was sich als absolut langweilig entpuppte. Als nächstes eine Doppelstunde Deutsch. Das mag nicht besonders schlimm klingen, jedoch war Deutsch dieses Jahr zu meinem Hassfach geworden, das wir auf jede Stunde mindestens 3 Stunden fakten für die Debatte recherchieren mussten, was mir sehr viel meiner ohnehin schon knapp bemessenen Zeit stiehlt. Wir legten die Gruppen für die Debatte, die bei uns als mündliche Schulaufgabe gewertet wird fest und selbstverständlich hatte ich kein Glück. die erste in der Gruppe, war meine Freundin Lino, die ich echt gerne hatte, die allerdings schulisch eine Vollkatastrophe war. Der nächste mein Tanzpartner Noah, mit dem ich nur Barely zurechtkam, es mir aber nicht verscherzen durfte, da ich sonst beim Ball alleine dastehen würde. Die Vierte und somit letzte im Bunde, war eine komplett überehrgeizige Zicke ohne Grundintelligenz, die bei sozial-politischen Fragen immer Dinge sagte, von denen sie keine Ahnung hatte.
    In der Mittagspause kapselte ich mich von allen ab. Ich wollte einfach nur alleine sein und konnte all die Menschen um mich herum nicht mehr ertragen, also verkroch ich mich im tutorenraum, der eher als Abstellkammer genutzt wurde und erledigte den Großteil meiner Hausaufgaben, bevor ich in den Spieleraum in der Aula ging und versuchte all meine Gefühle in einer spontanen Klavier Komposition zu verarbeiten. Und bevor ihr fragt: nein. ich spiele kein Klavier. es klang trotzdem halbwegs passabel und ich verlor mich so in den Klängen, dass ich den Beginn des Tanzkurses beinahe verpasst hätte. Ich schaffte es geradeso noch pünktlich zur Stunde zu erscheinen und tanzte mit der ein oder andere Person den ein oder anderen Tanz, während ich mich versuchte dazu zu zwingen, nicht nur emotionslos an meinen Tanzpartnern vorbei zu starren, sondern ein Gespräch mit ihnen anzufangen, was mir eher minder gut gelang. Kaum war der Kurs vorbei machte ich mich mit Bine auf den Weg zurück zur schule um die Ware für den Weihnachtsbasar später zu verpacken. Nachdem ich die letzte Schleife festgezogen hatte, musste ich auch schon weiter um meiner Tutorenklasse beim aufbauen ihres Standes zu helfen. Selbstverständlich machte ihr Klassenlehrer mich für alles verantwortlich, was passierte uns sorgte selbst für überhaupt keinen Fortschritt. Als der Stand endlich soweit hergerichtet war, war ich auch schon viel zu spät dran um noch rechtzeitig zum Aufbau des Fairtrade-Standes zu kommen. Ständig hastete ich von Stand zu Stand hin und her um aufzupassen das alles lief und die zu vertreten, die einfach nicht zu ihren Schichten kamen. Meiner Freundin Bine ging es nicht anders und auch sie war total im Stress und motzte mich deswegen die ganze Zeit an. Alle anderen halfen uns nicht aus. Im Gegenteil. Wir konnten schon froh sein, wenn sie überhaupt kamen.


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    An meine Erzeuger:

    Ich hasse euch abgrundtief. Ihr interessiert euch nicht einmal ansatzweise für mich als Person, sondern nur für das Statussymbol einer perfekten Tochter. Wenn ich etwas gut mache ist es euch egal, wenn es mir scheiße geht interessiert es euch nicht. Ihr kennt weder meine Freunde noch meine Feinde, noch wisst ihr irgendwas über mich. Und wisst ihr was? Ich würde euch auch jemals irgendetwas erzählen, da ich weiß, dass ihr anderen mehr vertraut als mir, dass ihr glaubt mehr Recht zu haben über mein Leben zu bestimmen als ich, da ihr keine Ahnung habt, wer ich bin und was ich tue oder fühle, mir aber trotzdem vorschreiben wollt, was ich anders zu machen habe. Würde ich sterben, würde ich mich umbringen, gälte euer erster Gedanke nur eurem Ruf. Ihr würdet allen erzählen, dass ich doch überhaupt keinen Grund gehabt hätte mein Leben zu beenden und dabei komplett übersehen, dass ihr selbst ein solcher Grund wart. Ihr würdet Tränen vergießen für das Bild einer Tochter, dass ihr euch in eurer Verblendung von mir gemacht habt, ohne hinzusehen.
    Solche scheiß Heuchler! Warum ich das hier schreibe?
    Ganz einfach. Nach meinem Tod wird es vielleicht eine polizeiliche Untersuchung geben. Ich werde diese Seite gleich überall auf meinem Laptop verlinken und hoffen, dass alle erfahren, was für Menschen ihr wirklich seid. Solltet ihr sterben, werde ich euch keine Träne nachweinen. Ihr seid erbärmliche Idioten. Denkt darüber nach.

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    Immer wieder lassen einen die Menschen, die mit meinem Herzen am tiefsten verwurzelt sind zurück. Dabei muss es nicht einmal sein, dass ich diesen Me
    Immer wieder lassen einen die Menschen, die mit meinem Herzen am tiefsten verwurzelt sind zurück. Dabei muss es nicht einmal sein, dass ich diesen Me
    Immer wieder lassen einen die Menschen, die mit meinem Herzen am tiefsten verwurzelt sind zurück. Dabei muss es nicht einmal sein, dass ich diesen Menschen besonders gerne mag oder er viel mit mir zu tun hat. Es ist mehr ein Vertrauen, welches in die innerste Seele von mir reicht und durch ihren Verrat mit einem Ruck samt Wurzeln herausgerissen wurde. Die tiefen Wunden, hinterlassen durch solche Menschen sind mit nichts in der Welt mehr zu füllen und auch wenn du sie nicht immer unmittelbar spürst, kommen sie bei den unpassendsten Gelegenheiten wieder an die Oberfläche und verhindern sein Leben so zu leben, wie nette, fröhliche oder vertrauensvolle Menschen es tun. Besonders zermürbend sind solche Vorfälle, wenn diese Person nicht nur Teil deiner Seele sondern auch deines Herzens ist. Egal was sie tut und wie sehr du sie hasst, dein komplettes Dasein richtet sich nach dem Schmerz, sie sehen zu müssen, obwohl du dies genau gerade nicht willst.
    Wie anzunehmen führt das zu vielen unschlüssigen und niederschmetternden Situationen. Selbst wenn man dachte, dass man keine Träne mehr übrig hat um diese Person zu weinen, wenn man denkt der Schmerz wäre zu einem dumpfen Brennen im Hintergrund geworden, unangenehm, aber nicht mehr so schmerzhaft, kann schon ein Zeichen, das dir verdeutlicht wie real die Situation ist, wieder alle Organe heraus reißen, die Fassade abplatzen lassen und dir einen kompletten Zusammenbruch beschweren. Diesen Moment fürchte ich schon seit langem und er bricht auch immer wieder über mich herein, obwohl er dann nicht dieselben Ausmaße hat wie das, was ich befürchte. Doch man weiß genau, was passieren muss um einen komplett aus der Bahn zu werfen. Trotzdem ist es gänzlich unmöglich sich darauf vorzubereiten oder zu erkennen wann es so weit sein wird. Bis dahin versucht man die papierene Schicht über dem brodelnden See aus Emotionen dicker zu machen und Muskeln in Schultern und Rücken aufzubauen um die Last tragen zu können. Letzten Endes, das ist einem bewusst, wird nichts davon etwas bringen. Ein Strohhalm kann nun mal keinen Zunami aufhalten, egal wohin man ihn stellt und wie gut er befestigt ist. Die einzige Möglichkeit, die man wählen kann ist Schadensbegrenzung. Lernen einen Zusammenbruch möglichst hinauszuzögern und alles aus seinem Umfeld entfernen, was man verletzen könnte sobald man die Nerven verliert.
    Es ist wahrhaft lächerlich, dass mir nicht einmal das gelingen mag. Ich habe mehr Freunde mit denen ich in engerem Kontakt stehe als je zuvor und diese will ich auf keinen Fall von mir stoßen. Aber wie sollte ich es ihnen dann erklären? All meine Ausraster und die Traurigkeit, die niemals ganz von mir weicht. Die Tatsache, dass ich nie mehr als 2 Stunden am Stück mit mehr als zwei Leuten aushalte ohne durchzudrehen, wobei Schule eine Ausnahme ist, da ich dort die Anderen ausblenden und mich auf den Stoff konzentrieren kann, wenn es zu viel wird. Ich hätte nachdenken sollen, bevor ich begann mich ihnen auch nur ein bisschen zuzuwenden, denn Menschen kann man so leicht verletzen. Natürlich war mir das bewusst, aber ich dachte es unter Kontrolle zu haben...
    Was ist nur aus mir geworden? Früher hätte ich mich nie gefragt, ob ich andere Menschen verletze. Ganz einfach weil mich damals alle anderen viel mehr verletzen als ich es jemals könnte. Nicht, dass sich das heute geändert hätte. Es gibt nur entwischen ein paar Ausnahmen.
    Das Beste wird es wohl sein, einfach weiterzulaufen. Weiter und weiter. Dem trommelnden Rhythmus meiner Schritte zu lauschen und sie in Einklang mit der Musik aus meinen Kopfhörern zu bringen, während die kühle Luft von See durch die ersten Baumreihen zu mir in den Wald weht und dafür sorgt, dass mir trotz der Anstrengung nicht warm wird. Weiter, immer weiter. Alles ausblenden und die Gedanken aus meinem Kopf schieben, bis in diesem nur noch die Lieder wiederhallen

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    Sie sitzt allein in ihrem Zimmer es ist niemand da Sie hält das Messer in der Hand und führt es an ihren Arm. Und es ist still, man hört nur wie si
    Sie sitzt allein in ihrem Zimmer es ist niemand da
    Sie hält das Messer in der Hand und führt es an ihren Arm.
    Und es ist still, man hört nur wie sie leise weint.
    Ihre Mutter fährt zur Arbeit sie ist ganz allein.
    Sie hat Angst und sie weint um alles was sie liebt.
    Sie sitzt am Boden neben ihr liegt nur ein Abschiedsbrief.
    Sie blickt nach oben und sie merkt wie sie der Mut verlässt.
    Deswegen holt sie Luft, schließt die Augen, tut es jetzt.
    Der Schmerz ein guter Freund er übertönt die wahren Wunden.
    Sie tut es nicht zum ersten Mal, sie war schon paar Mal unten.
    Doch diesmal ist es ernst, nicht nur ein Hilfeschrei.
    Denn diesmal wird sie niemand hören wenn sie um Hilfe schreit.
    Sie blickt zum Fenster sieht kein Engel und sticht noch mal zu.
    Der Schnitt ist tief genug und plötzlich sieht sie Blut.
    Alles dreht sich sie kriegt Panik doch sie kämpft dagegen.
    Ab jetzt gibt es kein Zurück mehr, nichts hält sie noch am Leben.

    Und sie wird schwach, vor ihren Augen wird es schwarz.
    Sie blickt zum Spiegel sieht sich selbst darin zum letzten Mal.
    Dann wird es dunkel und sie spürt wie ihr Bewusstsein schwindet.
    Dann kommen Bilder und sie sieht sich selbst als Kind darin.
    Sie sieht ihre Mutter, und ihre besten Freunde.
    Sie hört sich lachen, es erfüllen sich die besten Träume.
    Und sie ist glücklich, zum ersten Mal seit langer Zeit.
    Und ihr wird klar, sie war niemals wirklich ganz allein.
    Sie sieht ihr ganzes Leben, und es ging viel zu schnell.
    Sie hat noch viel zu sagen, doch das Licht ist viel zu grell.
    Und dann wird es Zeit, sie muss jetzt Abschied nehmen.
    Doch alles hält sie fest und sie will jetzt noch nicht gehen.
    Mit letzter Kraft spricht sie ihr letztes Gebet.
    Sie hofft darauf das dieser Gott sie versteht.
    Sie will nicht gehen, sie weiß jetzt sie will leben.
    Und ihr wird klar das es dafür jetzt zu spät ist.

    Das Leben rinnt ihr aus den Armen, es ist still geworden.
    Ihre Schreie sind verstummt, sie hat den Kampf verloren.
    Was sie zum Abschied sagt, steht in ihrem letzten Brief.
    Doch Worte können nicht erklären wieso sie letztlich ging.
    Sie schreibt an was sie denkt, das sie das Leben hasst.
    Das ist nicht ihre Welt, sie merkt es jeden Tag.
    Sie will nichts mehr, jetzt ist Schluss sie will weg von hier.
    Das Schlimmste an dieser Welt war, dass sie existiert.
    Sie muss es tun, weil es kein andren Ausweg gibt.
    Es tut ihr leid, doch sie zögert keinen Augenblick.
    Der Rest ist Blut verschmiert, und nicht mehr zu lesen.
    Was sie der Welt noch hinterlässt sind nur Schmerz und Tränen.
    Dann öffnet sie den Mund, zu einem letzten Schrei.
    Doch niemand hört sie und deswegen stirbt sie ganz allein.
    Nur noch einen Augenblick, dann ist es vorbei.
    Ein letzter Atemzug, und es ist vorbei.



    Es wäre so einfach, doch ich will nicht sterben. Von einem Tag auf den Anderen, ohne erkennbaren Grund, will ich unbedingt leben. Es bedeutet Schmerz und Leid und ich habe auf jeden Fall Angst davor, aber ich will wissen was noch kommt, will mir nicht alle Möglichkeiten nehmen, keine anderen Menschen verletzen und alles genießen, was ich an Leben habe! Selbst alle Beleidigungen, jeder Schlag, jeder Schmerz zeigen mir doch eines: ich lebe. Und mehr noch! Wäre mein Leben NUR scheiße, würde ich das doch gar nicht wahrnehmen, weil es normal wäre.
    Auf einmal kann ich es kaum erwarten mehr vom Leben zu sehen.

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1471082698
HILF MIR, wenn du dich traust.
HILF MIR, wenn du dich traust.
Mein Leben ist kaputt. Hier seht ihr, wie sehr.
http://www.testedich.de/quiz43/quiz/1471082698/HILF-MIR-wenn-du-dich-traust
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2016-08-13
40C0
Eigene Geschichten

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Das Leben ist scheiße ( 90432 )
Abgeschickt vor 21 Tagen
Dieser Text ist wunderschön geschrieben!
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