Der Herr der Ringe - Die Vergessene Tochter (Kapitel 16)

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1 Kapitel - 1.725 Wörter - Erstellt von: Pho3nixx - Aktualisiert am: 2016-08-10 - Entwickelt am: - 2.122 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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"Was ist mit Éowyn und Faramir?"frage ich irgendwann in die Stille hinein und sehe Éomer auserschöpften Augen an. "Geht es ihnen gut
"Was ist mit Éowyn und Faramir?"frage ich irgendwann in die Stille hinein und sehe Éomer auserschöpften Augen an. "Geht es ihnen gut?" Théodens kühle Hand liegt noch immer in der meinen und ich stehe ganz eng an den Rohir vor mir geschmiegt, in der Hoffnung von seiner Wärme profitieren zu können, damit die Kälte des Leichnams links von mir sich nicht in meine Glieder schleicht und dort einnistet.

"Éowyn und Faramir liegen beide in den Häusern der Heilung. Faramir schon länger als sie. Er wurde in Osgiliath vom Schwarzen Atem der Nazgûl getroffen und kam als einzig Lebender von dort zurück. Jedoch bewusstlos und das ist erbis jetzt geblieben."

Sofort weicht meine Angst der Empörung und gar verständnislos löse ich mich etwas von Éomer und blicke ihm ratlos in die Augen. "Was hat ihn denn nach Osgiliath getrieben!" "Denethor hat ihn geschickt. Gandalf hat noch versucht deinen Bruder aufzuhalten, aber er wollte den Truchsess zufrieden stellen..."

Wütend ziehe ich meine Augenbrauen zusammen und balle meine Hände zu Fäusten, wobei ich Théodens Hand in meiner Wut unbewusst loslasse und den Rohir vor mir anfunkel. "Wo ist Denethor!" will ich wissen, doch Éomers Blick strahlt sofort etwas von Mitleid und Sorge aus, das mich ziemlich beunruhigt, doch er antwortet nicht, was die Unruhe in mir noch stärker werden lässt. "Wo ist mein Vater!" hake ich nun misstrauisch nach, denn auch wenn Denethor mich so behandelt hat, ist er noch immer mein Vater. "Er wollte sich und Faramir bei lebendigem Leibe verbrennen, meinte Pippin...," teilt Éomer mir mit und entsetzt schaue ich ihn an. "Und dann! Was ist geschehen? Ich meine... Also... Faramir ist doch in den Häusern der Heilung... Was ist mit Denethor...?" Panik keimt in mir auf, etwas Schlimmeres könnte geschehen sein, doch als Éomers Worte über seine Lippen kommen, setzt mein Herz einen Schlag aus und ich renne blind vor Wut und gleichzeitig Verzweiflung als auch Trauer los in Richtung der Halle der Könige.

"Er hat sich selbst sein eigenes Grab geschaufelt... Er ist tot... Es tut mir leid, Karliah..."

Doch reagiere ich schon nicht mehr auf seine Antwort, sondern erreiche die Hallen mit Tränen in den Augen und schlage die schweren Türen auf, wobei ich in unzählige Augenpaare von mir bekannten Personen blicke...

"Ich vermag Frodo in der Ferne nicht mehr zu erblicken. Die Dunkelheit nimmt immer mehr zu...," ist das einzige, was ich noch vernehme, bevor alle verstummen und einige Blicke sich erhellen.

"Na schaut mal, wer wieder auf den Beinen ist!" höre ich Gimli gar freudig brummen und auch die anderen lächeln mit erleichtert zu, doch mir ist keineswegs zulächeln zumute, sondern ich steuere einfach geradeaus auf einen Raum zu, welcher zwischen zwei der riesigen Statuten links neben mir liegt. Hier wurden schon immer alle Leichname aufgebahrt, die einen höheren Stand in der Gesellschaft hatten und so nun auch Denethor.

Doch auch hatte ich anfangs Trauer über seinen Tod verspürt, kommt mir wieder in den Sinn, was Éomer meinte und sofort steigt unendliche Wut in mir auf... 'Er wollte sich und Faramir bei lebendigem Leibe verbrennen...' "Was bist du nur für ein egoistischer Mann geworden, Vater...!" spucke ich ihm förmlich entgegen und auch weiß ich, dass er mich nicht mehr hören kann, lässt mich der Anblick seines leblosen Körpers völlig kalt. "Geh'zu Mutter. Ich hoffe du bist stolz darauf, was du mit ihrer Familie getan hast..." Sarkasmus und Spott schwingen mit meinen Worten mit und ich kann nicht verhindern, Verachtung für all das zu spüren, was er seit ihrem Tod an für Düsternis über unsere Familie gebracht hat. WIch hoffe du bist stolz darauf, deine einzige Tochter fortgesandt zu haben, nur weil du nicht damit klar kamst, dass ich Mutter ähnelte! Und darauf, dass du deinen jüngsten Sohn geleugnet hast, nur weil er kein so großer Krieger, wie dein Erstgeborener war! Aber lass mich eines gesagt haben...: Du kannst froh sein, dass ich nicht hier war, während du Faramir förmlich verachtet hast! Ich hätte es dich spüren lassen, was ich davon gehalten hätte!" Wütend ziehe ich meine Augenbrauen zusammen und schaue abfällig auf meinen Vater hinab. WDu bist blind gewesen! Völlig blind vor allem! Und am Ende hast du doch noch erkannt, was wirklich wichtig ist. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Du wirst nie wieder das gut machen können, was du zerstört hast!" Ohne einen weiteren Blick auf ihn zu werfen, wende ich ihm meinen Rücken zu und verlasse den kleinen freundlich wirkenden Raum. 'Welch Ironie...!' denke ich. 'Ein freundlicher Raum für die Toten. Es ist doch egal.Sie sehen ihn doch eh nicht mehr!' Kopfschüttelnd betrete ich wieder den großen Thronsaal und sehe wieder alle Blicke auf mich gerichtet.Sie haben mich gehört...

"Es tut mir leid. Ich... Wollte eure... Versammlung nicht... stören...," gebe ich gar kleinlaut von mir, da diese Aufmerksamkeit mir unangenehm ist und will die Halle der Könige gerade wieder gar fluchtartig verlassen, als ich Gandalfs Stimme hinter mir vernehme. "Karliah. Warte. Wir müssen etwas besprechen." Fragend schaue ich zu dem Zauberer und komme langsam wieder zu den Gefährten und hebe unsicher eine Augenbraue.

„Es geht um das weitere Vorgehen. Wir müssen Sauron ablenken, um Frodo den Weg zum Schicksalsberg zu erleichtern. Es gilt 10.000 Orks vor die Schwarzen Tore zu locken. Und wir wollten, dass du ebenfalls eingeweiht bist."Entgeistert starre ich in die Runde und hoffnungsvoll frage ich: "Also lebt Frodo noch! Er kann den Ring also noch zum Schicksalsberg bringen!" Ein Leuchten erhellt meine Augen und Hoffnung keimt in mir auf, dass Mittelerde noch zu retten ist.

"Wenn Sauron den Ring hätte, dann wüssten wir es," gibt Aragorn mit ernster Stimme von sich und bestätigt somit meine Annahme, doch Gandalf wirft direkt nachdenklich ein: "Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis dies geschieht. Er hat eine Niederlage erlitten, ja. Aber hinter den Mauern Mordors gewinnt unser Feind neue Streitkraft."

Etwas niedergeschlagen blickt ein jeder von uns den Zauberer an, als Isildurs Erbe sich wieder zu Wort meldet. "Wir müssen Saurons Streitmacht herauslocken, damit er sein Land entblößt. Wir bringen unsere ganze Kraft auf und marschieren zum Schwarzen Tor!"

Überzeugt von seiner Idee nicke ich zustimmend, als schwere Schritte durch den Raum hallen und Éomer, welcher uns nun beigetreten ist, erhebt seine Stimme mit einem skeptischen Unterton.

"Wir können keinen Sieg erringen, durch Waffenstärke," sagt er und blickt ernst in die Runde. Als sein Blick aber auf mich trifft strahlt er sogleich Besorgnis aus und er tritt einen Schritt auf mich zu und legt ganz vorsichtig einen Arm um mich, da er sieht, wie wacklig ich noch auf den Beinen bin, auch will ich das selbst nicht wahrhaben.

"Nein, das könnten wir in der Tat nicht," stimmt Aragorn dem Rohir neben mir zu, aber hängt sogleich an: "Doch so lenken wir die Aufmerksamkeit von Frodo und Sam ab, wenn Saurons tödlicher Blick sich auf uns richtet. Er muss blind bleiben für alles, was sich sonst bewegt!" "Eine Ablenkung!" gibt Legolas überzeugt von sich und alle in der Runde, bis auf Gandalf stimmen dem nickend zu. "Sauron wird deine Falle wittern.Er wird sich nicht ködern lassen."

Éomers Hand streicht beruhigend übermeine Seite und er sieht mich sanft an. Er weiß, wie gerne ich gegen Gandalfs Pessimismus etwas sagen würde, einfach meinen Mund aufmachen und etwas patziges sagen, was sie anderen sich nicht trauen, doch er hält mich zurück. Allein nur seine Anwesenheit hält mich davon ab dem Zauberer zu widersprechen und ein leises Seufzen meinerseits durchbricht die Stille, die lange Zeit im Raum lag.

Keinem scheinen Gandalfs Worte zugefallen, doch irgendwo spricht er als einziger die Wahrheit. Es wird für uns kein Morgen mehr geben, wenn wir einmal vor dem Schwarzen Tor stehen. Wir Reiten dorthin, um uns für eine bessere Welt zuopfern. Damit Frodo und Sam es bis zum Schicksalsberg schaffen und jede Generation nach uns von der Dunkelheit befreit ist.

Ich lehne mich ein wenig an Éomer, welcher mich weiterhin stützt und schließe für einen kurzen Moment meine Augen, da alle Ereignisse mir doch etwas zu schaffen machen und ich merke, dass ich noch immer nicht vollkommen über den Berg bin, was meine Verletzungen angeht.

Das Stampfen von Gimlis schweren Stiefeln reißt mich auf einmal aus meiner Starre und ich habe gar nicht bemerkt, dass er auf dem Thron saß. Alle Blicke sind auf ihn gerichtet und er stützt sich wie immer schwerfällig auf seine Axt, was mir ein kleines Lächeln entlockt.

"Den Tod als Gewissheit!" fragt er mit brummender Stimme und fragend sehe ich ihn an, doch seine weiteren Worte lösen gar Euphorie in mir aus. "Geringe Aussicht auf Erfolg? Worauf warten wir noch!"

Ich möchte gerade etwas erwidern, ihm zustimmen, als ich Éomers ernste Stimme neben mir vernehme, die mir die Sprache verschlägt.

"Du kommst nicht mit, Karliah!"
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Der Herr der Ringe - Die Vergessene Tochter (Ka...
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2016-08-08
402C
Herr der Ringe

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