Warrior Cats: In die Wildnis (Meine Version)

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6 Kapitel - 3.553 Wörter - Erstellt von: Zuckerkatze - Aktualisiert am: 2016-08-05 - Entwickelt am: - 233 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Buchreihe "Warrior Cats" ist einfach unverbesserlich! Dennoch möchte ich hier meine Version der Geschichte vorstellen und bin natürlich für Verbesserungsvorschläge ganz offen:)
Ich freue mich sehr über positive Kommis, aber mit negativen werde ich auch fertig.

    1
    DIE HIERARCHIE DER KATZEN

    DONNERCLAN

    Anführer LICHTERSTERN- sandfarbene Kätzin mit goldener Tigerung

    Zweiter
    Anführer FUCHSBLICK-kleiner, rötlicher Kater mit weißer Schnauze und Schwanzspitze; Mentor von WALDPFOTE



    Heilerin SALBEIBLATT- schöne, dunkle, cremefarbene Kätzin mit ungewöhnlich gefleckten Fell




    Krieger (Kater und Kätzinnen ohne Junge)

    BLITZSCHWEIF
    prachtvoller, goldgelber Kater mit dichten, gescheckten Fell ;Mentor von WINDPFOTE
    WOLFKRALLE - großer, dunkelgrauer Kater mit ungewöhnlich langen Vorderkrallen; Mentor von RAUCHPFOTE
    HIMMELPELZ- große, weiße Kätzin mit graublauen Flecken; Mentor von FICHTENPFOTE
    GINSTERSTREIF - schlanke, schwarzgrau getigerte Kätzin; Mentor von WALDPFOTE
    FLECKENPELZ -Kätzin mit hellem Fell, gefleckten Fell
    WASSERSCHEIN - schnellfüßige, graublaue Kätzin
    DIAMANTENFELL - sehr hellgraue Kätzin mit ungewöhnlich blauen Augen
    MATSCHFELL- kleiner, schwarzbrauner Kater


    Schüler (über sechs Monde alt, in der Ausbildung zum Krieger) WALDPFOTE - dunkelbraun, gescheckter Kater
    WINDPFOTE- langhaarig, rein graue Kätzin
    RAUCHPFOTE - kleiner, magerer, grauer Kater mit winzigem weißem Fleck auf der Brust und weißer Schwanzspitze
    FICHTENPFOTE - heller, gelbbrauner Kater
    EISPFOTE- kleine, Kätzin mit weißsilbernen Fell und Eisblauen Augen


    Königinnen (Kätzinnen, die Junge erwarten oder aufziehen)
    TAUBLÜTE-schönes, weißes Fell und blaue Augen
    BLÜTENSCHWEIF - hübsch gescheckt
    HONIGBLATT - helles, honigfarbenes Fell mit cremefarbener Tigerung, blaue Augen
    KAMILENPELZ- hell gescheckt, die älteste Königin in der Kinderstube


    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im Ruhestand)
    RINDENFELL-großer, dunkelbraun getigerter Kater, dem ein Teil seines Schwanzes fehlt
    STURMBLICK - dunkelgraue Kätzin mit sehr kleinen Ohren. Älteste Kätzin im DonnerClan
    TUPFENPELZ - kleiner, schwarzer Kater mit weißen Tupfen
    BUNTGESICHT- ältester Kater im DonnerClan mit hellem Fell und gefleckten Gesicht. Fast ganz blind und taub
    SCHILDPATTSCHWEIF- einst hübsche, schildpattfarbene Kätzin mit einem wunderbar gefleckten Fell

    2
    SCHATTENCLAN

    Anführer NEBELSTERN-langhaarige, dunkelgrau getigerte Kätzin

    Zweiter
    Anführer FINSTERKLAUE großer, schwarzer Kater mit dunkelgrauer Tigerung



    Heiler . LAVENDELBLÜTE kleine, grau-weiße Kätzin mit ungewöhnlich lilanen Augen




    Krieger (Kater und Kätzinnen ohne Junge)

    HASENFUSS-brauner, gescheckter Kater, Mentor vonMAULWURFPFOTE
    SILBERMOND - silbern getigerte Kätzin; Mentor von NIESELPFOTE
    NARBENKLAUE- cremefarbene Kätzin voller Kampfnarben; Mentor von KLEINPFOTE
    SANDSCHIMMER -sandfarbene Kätzin mit goldenen Pfoten und Schwanzspitze


    Königinnen(Kätzinnen, die Junge erwarten oder aufziehen)
    SONNENUNTERGANG - kleine orangerote Kätzin
    SMARAGDGLANZ-hellgraue Kätzin mit Smaragdgrünen Augen


    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im Ruhestand)
    KASTANIENFLECK- magerer, dunkelbraune Kätzin mit hellbraunen Bauch und Pfoten

    3
    WINDCLAN

    Anführer BUSSARDSTERN-dunkelbrauner Kater mit kleinen weißen Sprenkeln und einen sehr langen Schwanz

    4
    FLUSSCLAN

    Anführer ADLERSTERN - riesige, dunkelbraune Kätzin mit schwarzer Tigerung

    Zweiter
    Anführer KIESELLICHT- hellgrauer Kater mit dunkelgrauer Schnauze, Schwanzspitze und Bauch

    5
    PROLOG

    DAS LICHT des halben Mondes glänzte auf den Granitfelsen
    und verwandelte sie in Silber. Die Stille wurde nur durch das
    Plätschern des rasch fließenden, schwarzen Flusses unterbrochen und das Flüstern der Bäume im dahinter liegenden
    Wald.
    In den Schatten rührte sich etwas und von überall her krochen geschmeidige, dunkle Gestalten verstohlen über das Gestein. Ausgestreckte Krallen funkelten im Mondlicht. Wachsame Augen blitzten wie Bernstein. Und dann, wie auf ein stilles
    Kommando, sprangen die Tiere aufeinander los, und plötzlich
    wimmelten die Felsen von kämpfenden, kreischenden Katzen.
    Mitten in dem wilden Getümmel aus Fell und Krallen
    presste eine massige, dunkelgraue Katze einen hellgrauen Kater zu Boden und reckte triumphierend den Kopf.
    »Kiesellicht«, knurrte der dunkele Kater. »Wie kannst du
    es wagen, auf unserem Territorium zu jagen? Die Sonnenfelsen gehören dem DonnerClan!«
    »Nach heute Nacht, Wolfkralle, wird dies ein weiteres Jagdgebiet des FlussClans sein!«, fauchte der helle Kater.
    Ein Warnschrei ertönte vom Ufer, schrill und voller Angst.
    »Passt auf! Da kommen noch mehr FlussClan-Krieger!«
    Wolfkralle wandte sich um und sah schlanke, nasse Leiber aus dem Wasser unterhalb der Felsen gleiten. Die fremden
    Krieger sprangen lautlos das Ufer hinauf und stürzten sich
    in die Schlacht, ohne auch nur das Wasser aus dem Fell zu
    schütteln.
    Der dunkele Kater warf Kiesellicht einen funkelnden
    Blick zu. »Ihr mögt schwimmen wie die Otter, aber du und
    deine Krieger haben nichts in diesem Wald verloren!« Er zog
    die Lippen zurück und bleckte die Zähne, während sich sein
    Gegner unter ihm zu befreien suchte.
    Der verzweifelte Schrei eines Katers aus dem DonnerClan
    erhob sich über den Lärm. Ein drahtiger Kater aus dem Fluss￾Clan hatte den schwarzbraunen Krieger flach auf den Bauch gedrückt
    und schnappte nach seinem Genick. Aus seinem Maul troff noch
    das Wasser des Flusses, den er soeben durchquert hatte.
    Wolfkralle hörte den Schrei und ließ von Kiesellicht ab.Mit
    einem gewaltigen Sprung stieß er den feindlichen Krieger von
    den Kater weg. »Schnell, Matschfell, lauf!«, befahl er ihn, bevor
    er sich dem Kater zuwandte, der ihn bedroht hatte. Matschfell
    rappelte sich auf, zuckte vor Schmerz zusammen und stürmte
    trotz der tief klaffenden Wunde in seiner Schulter davon.
    Wolfkralle fauchte vor Wut, als der Kater aus dem FlussClan ihm die Nase aufriss. Blut nahm ihm für einen Augenblick die Sicht, aber ohne darauf zu achten, warf er sich nach
    vorne und schlug die Zähne in das Hinterbein seines Gegners.
    Der kreischte auf und kämpfte sich frei.
    »Wolfkralle!« Der Ruf kam von einem Krieger, dessen Fell so rot wie das eines Fuchses war. »Es ist zwecklos!
    Es sind zu viele Gegner!«
    »Nein, Fuchsblick. Der DonnerClan gibt sich niemals geschlagen!«, heulte Wolfkralle zurück und sprang an die Seite
    von Fuchsblick. »Dies ist unser Territorium!« Über seiner
    breiten, graue Schnauze quoll noch immer Blut hervor.
    Er schüttelte unwillig den Kopf und rote Tropfen spritzten
    auf die Felsen.
    »Der DonnerClan wird deinen Mut zu würdigen wissen,
    Wolfkralle, aber wir können es uns nicht leisten, noch mehr
    Krieger zu verlieren«, drängte Fuchsblick. »Lichterstern würde
    niemals ihre Krieger gegen eine derartig gewaltige Übermacht
    kämpfen lassen. Wir werden eine andere Gelegenheit bekommen, uns für diese Niederlage zu rächen.« Unbeirrt erwiderte
    er den Blick aus Wolfkralles bernsteinfarbenen Augen, dann
    wandte er sich um und sprang auf einen Felsen am Rande des
    Waldes.
    »Rückzug, DonnerClan! Rückzug!«, schrie er. Sofort
    kämpften sich seine Krieger von ihren Gegnern frei und zogen sich fauchend und knurrend zu Fuchsblick zurück. Einen
    Herzschlag lang wirkten die Katzen des FlussClans verwirrt.
    War diese Schlacht so leicht gewonnen? Dann stieß Kiesellicht einen Triumphschrei aus und seine Krieger schlossen sich
    dem Siegesgeheul ihres Zweiten Anführers an.
    Fuchsblick blickte hinab auf seine Krieger. Mit einem Zucken des Schwanzes gab er das Signal und die DonnerClan￾Katzen stürmten die flussabgewandte Seite der Sonnenfelsen
    hinunter und verschwanden zwischen den Bäumen.
    Wolfkralle folgte ihnen als Letzter. Am Rande des Waldes
    zögerte er und warf einen Blick zurück auf das blutgetränkte
    Schlachtfeld. Sein Gesichtsausdruck wirkte grimmig, die Augen waren zu wütenden Schlitzen zusammengekniffen. Dann
    folgte er seinem Clan und entschwand in den schweigenden
    Wald.


    Auf einer verlassenen Lichtung saß allein eine alte, Sandfarbene Kätzin mit goldenen Augen und starrte hinauf zum klaren Nachthimmel. Um sie herum in den Schatten waren das Atmen und
    die trägen Bewegungen schlafender Katzen zu hören.
    Aus einer dunklen Ecke trat eine kleine, cremefarbenen
    Kätzin auf flinken, leisen Pfoten hervor.
    Die graue Katze senkte grüßend den Kopf. »Wie geht es
    Matschfell?«, fragte sie.
    »Ihre Wunden sind tief, Lichterstern«, antwortete die cremefarbene und ließ sich auf dem Nachtkühlen Gras nieder.
    »Aber er ist jung und stark, er wird rasch wieder gesund
    werden.«
    »Und die anderen?«
    »Auch die werden sich alle erholen.«
    Lichterstern seufzte. »Welch ein Glück, dass wir diesmal
    keinen unserer Krieger verloren haben. Du bist eine begabte
    Heilerin, Salbeiblatt.« Erneut legte sie den Kopf in den Nacken und betrachtete die Sterne. »Ich bin sehr beunruhigt
    wegen der Niederlage heute Nacht. Noch nie, seit ich den
    DonnerClan führe, ist er auf seinem eigenen Territorium geschlagen worden«, murmelte sie. »Es sind schwierige Zeiten.
    Die Blattfrische verspätet sich dieses Jahr und es hat weniger
    Junge gegeben. Der DonnerClan braucht mehr Krieger, wenn
    er überleben will.«
    »Aber das Jahr hat doch gerade erst angefangen«, erwiderte Salbeiblatt ruhig. »Es wird mehr Junge geben, wenn die
    Blattfrische kommt.«
    Die Graue zuckte mit ihren breiten Schultern. »Vielleicht
    hast du ja Recht. Aber die Ausbildung unserer Jungen zu
    Kriegern dauert ihre Zeit. Wenn unser Clan sein Territorium verteidigen will, braucht er neue Krieger, so bald wie möglich.«
    »Suchst du nach Antworten beim SternenClan?«, fragte
    Salbeiblatt sanft und folgte Lichtersterns Blicken hinauf zum
    funkelnden Sternenband am dunklen Himmel.
    »In diesen Zeiten brauchen wir die Worte der alten Krieger, damit sie uns helfen. Hat der SternenClan zu dir gesprochen?«, fragte Lichterstern.
    »Nicht in den letzten Monden.«
    Plötzlich leuchtete eine Sternschnuppe über den Baumwipfeln auf. Salbeiblatts Schwanz zuckte und auf ihrem Rücken
    sträubte sich das Fell.
    Lichtersterns Ohren stellten sich auf, doch sie blieb still, während Salbeiblatt weiter hinauf in die Sterne sah.
    Ein paar Augenblicke später senkte Salbeiblatt den Kopf
    und murmelte: »Das war eine Botschaft vom SternenClan.«
    Ein abwesender Blick trat in ihre Augen. »Nur Eis kann
    unseren Clan retten.«
    »Eis?«, wiederholte Lichterstern. »Aber es dauert noch viele Monde bis zur Blattlehre! Wie kann es uns jetzt retten?«
    Salbeiblatt schüttelte den Kopf. »Ich weiß es nicht«, gab
    sie zu. »Aber das ist die Botschaft, die der SternenClan mir
    mitgeteilt hat.«
    Lichterstern richtete ihre klaren, goldenen Augen auf die Heilerin. »Du hast dich noch nie geirrt, Salbeiblatt«, sagte sie.
    »Wenn der SternenClan gesprochen hat, dann muss es so sein.
    Eis wird unseren Clan retten.«
    (Ich weiß es ist nur wenig verändert aber dass, wird in Kapitel 1. besser;))

    6
    1. KAPITEL


    TROTZ DER Dunkelheit, sah Mimi alles ganz genau. Ihre Sinne Verraten dass irgendwas in der Nähe sein musste. Mit weit geöffneten Augen und auf leisen Pfoten schlich die Junge Kätzin durch das dichte Unterholz. Diesen Ort hatte sie nur vom Zaun aus betrachtet, aber die Geräusche und Gerüche die dieser Ort beherbergt lockten sie, weiter, immer tiefer
    hinein in die Schatten. Ihr Magen knurrte und ihre Augen waren mit Müdigkeit gefüllt.Eine Ewigkeit, so schien es ihr, war sie in dieser Finsternis umhergewandert doch der Hunger überwältigte sie.Sie öffnete das Maul ein wenig, um die warmen Düfte
    des Waldes besser riechen zu können. Der stechende Geruch von vermodernden Blättern und der verführerische Geruch einer Wühlmaus zogen sie magisch an.
    Plötzlich flitzte etwas Graues an ihr vorbei. Mimi blieb still und ihr Blick wanderte über die Blätter. Das Tier suchte unter den Blättern Schutz. weniger
    als zwei Schwanzlängen von ihr entfernt kam der kommende Geruch her. Sie wusste, es war
    eine Maus – sie konnte den schnellen Schlag des winzigen
    Herzens spüren, und das leise Piepsen schalte ihr durch den Kopf. Sie leckte sich über die Schnauze. Schon bald wäre ihr Hunger gestillt.
    Langsam senkte sie ihren Körper und brachte sich in Angriffsstellung. Der Wind wehte von der Maus in ihre Richtung, deshalb hatte die Maus sie noch nicht bemerkt. Sie prüfte noch mal ob ihre Beute auch wirklich am geschätzten Ort ist, dann ging sie
    noch tiefer in die Hocke und sprang kraftvoll ab. Trockene
    Blätter wirbelten vom Waldboden auf.�Die Maus flitzte Richtung Baum Aber Mimi war schon über ihr, schleuderte sie in
    die Luft, bohrte ihre silbernen dornenscharfen Krallen in das hilflose
    Tier und warf es in hohem Bogen auf die laubbedeckte Erde.
    Die Maus war benommen, lebte aber noch. Sie versuchte zu
    fliehen, doch Mimi packte sie wieder, schleuderte sie erneut
    in die Luft, diesmal ein wenig weiter weg. Es gelang der
    Maus ein paar unsichere Schritte, bevor die Kätzin sie endgültig schnappte
    Plötzlich ertönte ein lautes Geräusch. Mimi schaute sich erschrocken
    um und schnell befreite sich die Maus aus ihren Krallen. Die Kätzin sah nur noch wie die Maus in der Dunkelheit verschwand.
    Genervt knurrte Mimi vor sich hin und ließ die Maus ihre Wege gehen. Ihre Eisblauen Augen funkelten aggressiv, als sie sich auf der Suche nach dem nervigen Geräusch, das ihre Jagd zu Grunde trieb wieder umdrehte. Das
    Klappern war immer noch zu hören und kam ihr immer vertrauter vor. Blinzelnd öffnete Mimi die Augen.
    Der Wald war verschwunden. Sie lag ihn der heißen Küche ihrer Zweibeiner, zusammengerollt in ihren Körbchen. Durch das
    Fenster schien der Mond und warf Schatten auf den kalten, glänzenden Fußboden. Das Geräusch war das Klappern harter, trockener
    Futterbröckchen gewesen, die in ihren Napf träufelten.Mimi hat geträumt.
    Sie hob den Kopf und gähnte leise. Am Hals scheuerte ihr Halsband unangenehm.
    In ihren Traum hat die frische Luft, die sonst verdeckten stellen gestreift. Kühl und so angenehm...Mimi rollte sich auf den Rücken und genoss für ein paar weitere Minuten ihren unvergesslichen Traum.
    Noch immer hatte er den Geruch der Maus in der Nase. Zum� dritten Mal seit Vollmond hatte sie diesen Traum.Und jedes Mal ist die Maus entkommen.
    Sie leckte sich über die Schnauze und sah auf das staubige Futter in ihren Napf. Ihre Besitzerin füllte immer den Napf auf, bevor sie zu Bett ging. Aber weiterhin knurrte der Hunger in ihren Magen, und so trottete Mimi träge und genervt über den Küchenboden zu
    seinem Abendessen. Das Futter schmeckte trocken und warm.
    Widerstrebend schluckte sie noch ein weiteres Maul voll hinunter, dann wandte sie sich von dieser Qual ab und schob sich
    durch die Katzenklappe hinaus ins Freie. Sie hoffte, der Duft
    des Gartens würde ihm das Gefühl aus seinem Traum zurückbringen.
    Draußen schien ein heller Mond. Es nieselte.Mimi
    ging nun kraftvoll und voller Elan durch den gepflegten Garten und folgte dem sternenbeschienenen Kiesweg, wobei er die Steinchen kalt und
    scharf unter den Pfoten spürte. Sie erledigte ihr Geschäft unter einem großen Busch mit glänzenden, grünen Blättern und
    schweren, purpurnen Blüten. Ihr ekelhaft süßer Duft sättigte
    die feuchte Luft um ihr herum, und sie kräuselte die Lippen,
    um den Geruch aus der Nase zu vertreiben.
    Dann sprang Mimi auf den Pfosten vom Zaun, der die Grenzen ihres Gartens markierte. Das war
    einer ihrer Lieblingsplätze denn von dort konnte man direkt in
    die Nachbargärten blicken und auch in den dichten, grünen
    Wald auf der anderen Seite des Zauns.
    Es hatte aufgehört zu regnen. Hinter ihr lag der kurz geschorene Rasen im Mondlicht, aber jenseits des Zauns war
    der Wald voller Schatten und Geheimnisse. Mimi streckte den Kopf vor, um� die feuchte Luft einzuschnuppern. Ihr Fell war schwer durch die Regentropfen und glänzte silbern im fallenden Mondlicht.
    Sie hörte, wie seine Besitzerin zum letzten Mal von der Hintertür nach ihr riefen. Wenn sie jetzt zu ihr ginge, würde sie
    Mimi nur mit liebevollen Worten und Zärtlichkeiten begrüßen und
    ihn in ihr Bett einladen, wo sie sich schnurrend zusammenrollen und sich warm in eine Kniekehle schmiegen würde.
    Diesmal jedoch beachtete Mimi die Stimmen seiner Besitzerin nicht, sondern wandte den Blick wieder dem Wald zu.
    Der scharfe Geruch der Bäume war nach dem Regen frischer
    geworden.
    Plötzlich stellten sich die Haare auf seinem Rücken auf.
    Bewegte sich dort etwas? Beobachtete sie jemand? Mimi
    starrte geradeaus, aber es war unmöglich, etwas zu erkennen
    oder zu riechen in der dunklen, nach Bäumen duftenden Luft.
    Kühn hob sie das Kinn, stand auf und dehnte sich, streckte die
    Beine und krümmte den Rücken, wobei sie sich am Zaunpfahl
    festkrallte. Sie schloss die Augen und atmete tief den Duft des
    Waldes ein, so verheißungsvoll, als wollte er ihr den Weg durch die Dunkelheit zeigen.
    Sie spannte ihre Muskeln an und duckte sich kurz. Dann
    sprang sie auf leichtfüßig hinab in das harte Gras auf
    der anderen Seite des Gartenzauns. Als sie landete, tönte das
    Glöckchen an ihrem Halsband durch die stille Nachtluft.
    »Wohin gehst du, Mimi?«, miaute eine vertraute Stimme
    hinter ihr.
    Er blickte auf. Ein schwarz-weißer Kater balancierte ungelenk auf dem Zaun.
    »Hallo, Lero«, sagte Mimi mit einen leichten Blick zum Wald.
    »Du willst doch nicht etwa in den Wald, oder?« Lero riss
    seine gelben Augen weit auf
    »ich will nur kurz alles s
    Anschauen«, beteuerte Mimi und trat
    verlegen von einer Pfote auf die andere.
    »Mich würdest du da nicht hinbekommen. Es ist gefährlich!« Lero kräuselte voller Abwehr die Nase. »Heinz sagt,
    er ist einmal in den Wald gegangen.« Das Kätzchen hob den
    Kopf und deutete mit der Nase über die Zaunreihen hinweg
    auf den Garten, wo Heinz lebte.
    »Dieser fette, alte Kater ist nie im Leben in den Wald gegangen!«, meinte Mimi spöttisch. »Er ist kaum über den
    eigenen Garten hinausgekommen seit seinem Besuch beim
    Tierarzt. Der will doch nichts anderes mehr als essen und
    schlafen.«
    »Nein, das ist nicht wahr. Er hat dort ein Rotkehlchen gefangen!«, beharrte Lero.
    »Nun, wenn das stimmt, dann war das vor dem Tierarzt.
    Jetzt beklagt er sich nur noch über die Vögel, weil sie seinen
    Schlaf stören.«
    »Nun, jedenfalls«, fuhr Lero fort und beachtete den Spott in Mimis Stimme nicht weiter, »Heinz hat mir erzählt, dass es da alle möglichen gefährlichen Tiere gibt. Riesige
    Wildkatzen, die lebendige Kaninchen zum Frühstück fressen
    und ihre Krallen an alten Knochen wetzen!«
    »Ich will mich ja nur umschauen«, wiederholte Mimi.
    »Ich bleibe nicht lange.«
    »Sag nur nicht, dass ich dich nicht gewarnt hätte!«,
    schnurrte Lero und ließ sich vom Zaun zurück in seinen
    eigenen Garten fallen.
    Mimi setzte sich in das Gras und sah mit großen leuchtenden Augen in den Wald.(Fortsetzung folgt)

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