Drachenlicht und Flügelschatten - Herr der Ringe 10

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3 Kapitel - 875 Wörter - Erstellt von: Lonukira - Aktualisiert am: 2016-08-05 - Entwickelt am: - 287 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Vor Schreck konnte ich nur bewegungslos dastehen. Ich wollte mich vor Thuringwethil werfen, den Pfeil selbst abbekommen.
    Aber mein Körper gehorchte mir nicht, ich sah nur, wie das Geschoss auf Thils Kopf zu flog. Sie war so sehr mit ihren Angreifern beschäftigt, dass sie den Ork mit dem Bogen nicht bemerkt hatte. Ich wollte ihr etwas zurufen, sie warnen, doch meine Kehle war wie zugeschnürt. Dann bewegte Thil sich. Der Pfeil verfehlte ihren Kopf um Haaresbreite und durchbohrte ihren rechten Flügel. Ihr schmerzerfülltes Brüllen riss mich ruckartig aus meiner Starre. Der Pfeil hatte die empfindliche Flügelmembran getroffen, was nicht gefährlich war, aber sehr schmerzhaft. Nur wenige Sekunden später fiel der Schütze von Thils dornenbesetzter Schwanzspitze getroffen zu Boden. Ich rannte zu ihr, während Aragorn die Angreifer abwehrte. "Ruhig, Thuringwethil, ich helfe dir."
    Unter schweren Schmerzen beugte sie den Flügel hinab. Vorsichtig entfernte ich den Pfeil, sie unterdrückte mühsam ein Brüllen. Als ich sie notdürftig versorgt hatte, waren alle Orks tot, doch Boromir lag am Boden.
    "Geh schon, er ist schlimmer verwundet als ich." Die Drachin schubste mich energisch in seiner Richtung. Doch ich konnte ihm nicht helfen. Er lag im Sterben.
    Ich wandte mich ab und widmete mich wieder Thuringwethils Wunde. Der Pfeil war mit kleinen Widerhaken besetzt gewesen, sodass die Membran beim Herausziehen noch weiter aufgerissen war. In meiner Tasche hatte ich eine Salbe, mit der ich ihren Flügel behandelte. Dann half ich den anderen, Boromir in eines der Boote zu legen. Kurt darauf sahen wir zu, wie er den Anduin hinunter trieb. "Wie geht es Thuringwethil?", fragte Legolas. "Es geht. Sie wird eine zeit lang nicht fliehen können.", antwortete ich.
    Aragorn ergriff das Wort. "Wir werden Frodo ziehen lassen."
    Dann machten wir uns auf die Verfolgung der Uruk Hai, um Merry und Pippin zu retten.

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    Aragorn lief ganz vorne, immer auf der Suche nach Hinweisen, die auf die Uruks oder die Hobbits hindeuteten. Thuringwethil ging es recht gut und ihr verwundeter Flügel hielt uns nicht auf. Schließlich entdeckte Aragorn die Brosche von Pippins Mantel. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Es gab also noch Hoffnung!
    Nach einiger Zeit erblickte ich eine Horde Reiter, die auf uns zu hielt. Verstecken konnten wir einen Drachen auf der Ebene nicht sonderlich gut, also gingen wir zügig weiter. Die Reiter umzingelten uns bald darauf und deuteten mit Speeren auf uns. Thil schnaubte, woraufhin die Pferde unruhig wurden und fast durchgingen. Ich legte eine Hand an ihre Flanke. "Ruhig, Thil."
    "Was machen ein Drache, zwei Elben, ein Zwerg und ein Mensch hier in der Riddermark?"
    Aragorn antwortete: "Ich bin Aragorn. Dies sind Gimli, Gloins Sohn, Legolas vom Düsterwald und die Drachenelbin Elariel mit ihrer Drachin Thuringwethil. Wir sind auf der Suche nach zwei Hobbits."
    Der Anführer musterte Thil und mich, doch da sie keine Anstalten machte, ihn a nzugreifen, nickte er. Er stellte sich vor als Èomer, Èomunds Sohn und erzählte, dass seine Reiter die Uruk Hai in der Nacht getötet hätten. Es bestehe keine Hoffnung, dass noch jemand am Leben wäre. Doch Aragorn wollte sich selbst von Merrys und Pippins Tod überzeugen. Èomer überließ uns zwei Pferde, ich bestieg Thuringwethils Rücken. Dann ritten wir in die Richtung, die Èomer uns gedeutet hatte.

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    Schon von weitem konnte ich die Rauchsäule erkennen, die zum Himmel emporstieg. Kurz darauf erreichten wir einen großen Scheiterhaufen. Die Uruks waren übereinander aufgetürmt und ihre Körper verkohlt. Ich suchte nach Anzeichen von Merry und Pippin. Aragorn fand einen von ihren Gürteln.
    Nein, das konnte nicht wahr sein! Musste ich sie alle verlieren? Meine Mutter, Nerwen, Thorin, Gandalf, und nun auch Merry, der mir ein wunderbarer Freund geworden war? Doch dann entdeckte ich etwas am Boden. Aufgeschnittene Seile! Ich rief Aragorn, welcher die Spur verfolgte. Sie führte in den Fangornwald. Gemeinsam liefen wir hinein. Nach einer Weile blieb Thuringwethil stehen. "Ich wittere ein Reh. Wartet nicht auf mich, ich hole euch ein."
    Damit wandte sie sich nach links. Ja, auch Thil hatte gelegentlich Hunger und mit Lembas konnte man sie schlecht füttern.
    "Hüte dich vor Saruman!", rief ich ihr nach. Legolas warf mir einen besorgten Blick zu, doch ich grinste. "Sie wird uns finden. Seit Lórien hat sie nichts mehr gegessen. Drachen brauchen zwar selten Nahrung, aber wer weiß, wann sie wieder die Gelegenheit zum Fressen bekommt."
    Wenig später beschlich mich das Gefühl, beobachtet zu werden. Da Isengart nicht mehr fern war, zog ich mein Schwert.

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