Silberpfeil 3

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5 Kapitel - 956 Wörter - Erstellt von: Lilian - Aktualisiert am: 2016-07-24 - Entwickelt am: - 263 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich habe diesmal gleich noch das vierte Kapitel mit hochgeladen, damit ihr einen besseren Zusammenhang habt.

    1
    Wir näherten uns dem Monster. Ich konnte seine Anwesenheit spüren. Es war eine dunkle Aura der Magie, die es umgab.
    Ich spannte meinen Bogen fester und umklammerte das mit Silber überzogene Holz so fest, dass meine Fingerknöchel weiß wurden. Ich legte einen Pfeil ein und versuchte, meine Hand am Zittern zu hindern.
    Vor ein paar Minuten hatten wir unsere Strategie besprochen. Uns war klar, welcher Art das Monster angehörte, das wir töten mussten. Der Plan sah vor, dass wir es einkreisten und von allen Seiten beschossen.
    Ich hielt das für eine ziemlich gute Idee und hoffte einfach auf das Beste. Sie alle waren erfahrene Jägerinnen und das Monster würde vermutlich gar nicht auf mich achten.
    Wir waren etwa fünfzehn Jägerinnen und somit eindeutig in der Überzahl.

    2
    Plötzlich erstarrte Thalia. Sie warf Phoebe einen raschen Blick zu, die nickte und lautlos im Gebüsch verschwand.
    Einen Moment lang herrschte Totenstille. Sogar das Gezwitscher der Vögel verebbte, als spürten sie, dass etwas passieren würde. Dann hörte ich ein wütendes Aufheulen und der Boden bebte. Thalia, Phoebe und Celyn preschten vor und griffen direkt an. Ein Brüllen, laut wie ein Presslufthammer, ließ mich erschaudern. Ich schrie auf, als ein zehn Meter großer Baumstamm direkt neben mir auf dem Boden aufschlug. Die anderen warfen mir besorgte Blicke zu, aber ich nickte nur mechanisch, um ihnen klarzumachen, dass alles in Ordnung war.
    Dann traten wir auf eine Lichtung, wo Thalia das Ungeheuer bereits heftig bearbeitete.
    Es war mindestens sechs Meter groß und nur mit einem Lendenschurz bekleidet. Sein Gesicht war missgestaltet, die Nase krumm, die Zähne schief und sein einziges Auge war riesig und saß mitten auf der Stirn. Ein Zyklop.

    3
    Ein Pfeil nach dem anderen wurde auf den Zyklopen abgeschossen, aber sie schienen ihn nur wütend zu machen und nicht zu verletzen. Er bewegte sich schwerfällig, machte das aber mit seiner Größe wett. Wir konnten ihm nur mit Mühe ausweichen.
    Ich landete einen Treffer in seiner Kniekehle und einen in seiner Wade, aber er achtete gar nicht darauf.
    Ich erkannte, was Thalia vorhatte. Sie zielte immer wieder auf sein Auge, war aber zu sehr damit beschäftigt, seinen riesigen Füßen auszuweichen.
    Der Zyklop war durch unsere Leutnantin abgelenkt, die inzwischen auch ihren abschreckenden Schild Aigis in der Hand hielt, aber niemand nutzte diesen Vorteil.
    Auf einmal spürte ich eine Art Kraft in mir, die ich nie gekannt hatte.
    Ich sandte ein stummes Gebet zu Artemis und hoffte, dass mir vielleicht auch mein Vater Hermes zusah.

    4
    Ohne weiter darüber nachzudenken, sprang ich vor und schoss einen Pfeil auf den Zyklopen, so hoch ich konnte. Ich traf ihn im Nacken. Diesmal hatte ich seine Aufmerksamkeit. Als er herumfuhr, rollte ich mich unter seinen Beinen hindurch und zielte erneut auf seinen Hals. Ich war mir sicher, dass ich ihn verfehlen würde, aber mein Pfeil traf genau ins Schwarze und zerteilte von hinten den Pfeil, den ich eben geschossen hatte. Ich hatte keine Zeit, mich zu fragen, seit wann ich so genau zielen konnte.
    Die Wunde im Nacken vergrößerte sich. Statt Blut fiel weißer Staub nach unten. Das Ungeheuer wandte sich erneut mir zu. Ich zog blitzschnell mein Jagdmesser und schleuderte es auf den Zyklopen. Es blieb bis zum Schaft im Oberschenkel stecken.
    Das Monster zog es sich brüllend heraus und der Boden wurde erneut von weißem Staub bedeckt.
    Während ich bereits meinen nächsten Pfeil zog, nahm ich aus dem Augenwinkel wahr, wie mein Messer auf mich zugeflogen kam. Ich wich aus und schoss gleichzeitig auf den Bauch des Zyklopen.
    Phoebe traf genau im gleichen Moment sein Kreuz. Er heulte vor Schmerz und Wut, als er sich mit beiden Händen gleichzeitig die Pfeile herauszog.
    Das war meine Chance. Anscheinend hatte Thalia sie auch erkannt, denn unsere Pfeile versanken gleichzeitig im milchigen Auge des Monsters. Ein erneutes Brüllen ließ die Erde erbeben, dann löste der Zyklop sich auf und nichts als ein Häufchen Staub blieb zurück.

    5
    Alle, einschließlich Thalia, starrten mich an, ich wusste nicht, ob vor Bewunderung, Unglauben oder Entsetzen.
    Dann geschah noch etwas. Ich hatte das Gefühl, dass die Sonne auf einmal heller schien. Und mir fiel auf, dass ich buchstäblich leuchtete. Die Jägerinnen waren ja immer von einem silbrigen Glühen umgeben, aber ich leuchtete golden wie die Sonne.
    Dann schnappten alle nach Luft.
    "Ähm, Sarah ...", murmelte Amelia und zeigte auf etwas über meinen Kopf. Ich wusste, was das bedeutete. Mein Blick schnellte nach oben und ein kläglicher Laut entkam mir, während ich knallrot wurde.
    "Das kann doch nicht ... ich dachte doch, Hermes ...", stotterte ich.
    Thalia sah peinlich berührt aus, schien etwas zu zögern, aber verbeugte sich dann ungeschickt. Die anderen folgten ihrem Beispiel und machten auch einen verlegenen Eindruck.
    Ich war einfach nur verwirrt.
    Fassungslos starrte ich auf das bereits verblasste Hologramm der goldenen Leier.

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