Autsch, mein Finger: Die sechs größten Heimwerker-Irrtümer

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Schon in der 90er-Jahre Comedy-Serie „Hör mal wer da hämmert“ glaubte der selbsternannte „Heimwerkerkönig“ Tim Taylor, er sei der Größte – und landete doch immer wieder in der Notaufnahme oder riss unfreiwillig sein halbes Haus ab. Leider unterliegen auch hierzulande und abseits des TV sehr viele Do-it-yourself-Jünger dieser Fehleinschätzung von eigenem Können gepaart mit zu viel Unwissen. Die sechs dicksten Heimwerker-Irrtümer zeigt die folgende Liste.

  • Platz 6
    Moderne Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory-Effekt
    Moderne Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory-Effekt
    Die Freude der Heimwerker war riesig, als sich vor rund zehn Jahren die ersten akkubetriebenen Werkzeuge mit Lithium-Ionen-Technik im Verbraucher-Segment etablierten. Endlich war es möglich, auch nicht vollständig entladene Akkus ans Ladegerät hängen zu können, ohne dass sich daraus wie bei anderen Bauformen ein Memory-Effekt aufschaukelt, der die nutzbare Akku-Kapazität immer weiter reduziert.

    Doch in Wahrheit ist diese Ansicht nur teilweise richtig: Bei normalem Gebrauch haben Lithium-Ionen-Akkus tatsächlich einen kaum messbaren Memory-Effekt. Was jedoch nicht heißen soll, es gäbe gar keinen: Wissenschaftler luden Li-Ion-Akkus absichtlich auf 30, 50 und 70% ihrer Kapazität und stellten fest, dass sich schon nach einem Lade-Entlade-Zyklus ein messbarer Memory-Effekt einstellt. Allerdings gilt das nur für Li-Ion-Akkus mit Eisenphosphat und auch nur, wenn ein vollkommen leerer Akku sofort ans Ladegerät gehängt wird. Wer das unterlässt, bekommt auch keinen Memory-Effekt.
  • Platz 5
    Ohne Kassenbon kann kaputtes Werkzeug nicht umgetauscht werden
    Ohne Kassenbon kann kaputtes Werkzeug nicht umgetauscht werden
    Es passiert immer wieder: Der Heimwerker ersteht ein brandneues Gerät, arbeitet sofort fleißig damit und schon nach einer Woche ist das elektrogetriebene Wunderwerk ein Fall für den Schrott – gerade Billigwerkzeug hält selten das, was die Werbung verspricht. Dumm nur, wenn da der Kassenzettel gleich beim Verlassen des Baumarkts in den Mülleimer entsorgt wurde – zumindest glauben viele, dass ohne dieses Stück Papier kein Umtausch möglich ist.

    In Wahrheit ist das unser zweiter Mythos. Denn: Wer eine mangelhafte Sache erworben hat – und dazu zählt Werkzeug, dass nach wenigen Tagen ordnungsgemäßen Gebrauchs den Geist aufgibt – hat nicht nur zwei Jahre lang das Recht, den Gegenstand einzutauschen, sondern kann kann dies auch ohne Kassenbon tun – es reicht der Nachweis des Einkaufs. Und das kann auch der Kontoauszug sein. Clevere kaufen Werkzeug deshalb immer mit Kredit- oder Bankkarte. Nur wer mit Bargeld Werkzeug kaufen geht, sollte tatsächlich den Kassenbon penibel abheften.
  • Platz 4
    Es gibt nicht „zu viel“ Öl (Fett usw.)
    Es gibt nicht „zu viel“ Öl (Fett usw.)
    Bei diesem Heimwerker-Mythos ist einmal mehr das Fernsehen schuldig: In dem Klamauk-Film „Werner – Beinhart!“ wurde ein Spruch aufgesagt, der Generationen von Heimwerkern dazu verleitete, es mit Schmierstoffen völlig zu übertreiben. Er lautete „Denk immer daran, mit dem Öl nicht sparsam sein“.
    Der Hintergedanke ist der, dass nur genügend Öl garantiert, dass es zwischen bewegten Bauteilen zu keinen schädlichen Reibereien kommt. Allerdings, das verkennen viele Heimwerker, hat der Merksatz seine Grenzen: Schmierstoffe wie Öl und Fett haben Nachteile, die zutage treten, wenn zu viel davon verwendet wird:

    • Insbesondere Fett zieht Staub geradezu magisch an. Dieser wird dann durch die Bewegung „eingeknetet“ und sorgt so erst für Abrieb und Verschleiß.

    • Je dünnflüssiger das Öl, desto besser fließt es. Wer also sein Türschloss ölen will und dafür den Knopf der Sprühdose für dutzende Sekunden gedrückt hält, sorgt nur dafür, dass die Ölschicht zu schwer für ihre eigene Haftkraft wird und, den Gesetzen der Schwerkraft folgend, nach unten tropft – für die Berechnung ist der Newton’sche Schubspannungsansatz zuständig. An den beweglichen Teilen selbst verbleibt nur eine geringe – optimale – Menge.

    • Nicht zuletzt sind Schmierstoffe auch Hauptproduzent für Flecken jeglicher Art. Wer seinen Schlüssel aus dem zuvor genannten, überreichlich geölten Schloss zieht, „baggert“ auch eine Ladung Öl daraus hervor – und sorgt so dafür, dass es sich gut in der Hosentasche verteilt, wenn der Schlüssel dorthin gesteckt wird.
    Beim Schmieren gilt deshalb nicht die oben genannte, sondern die wirklich goldene Regel: „In kleinen Schritten schmiert sich’s gut“: Wer also Sprühöl und Co. einsetzt, sollte dies mit winzigen Portionen tun. Und nur dann mehr schmieren, wenn die erste Ladung nicht ausreicht.
  • Platz 3
    Nur Weicheier lesen die Aufbauanleitung
    Nur Weicheier lesen die Aufbauanleitung
    Zum natürlichen Wesen des selbstüberschätzenden Heimwerkers gehört auch, dass er Bedienungs-, Aufbau- und sonstige Anweisungen für vollkommen überflüssig hält. Ein echter Heimwerker kann das auch ohne – denkt er sich und schraubt munter drauflos – nur um nach der Hälfte der Zeit festzustellen, dass er nicht nur „Platte B4“ seitenverkehrt festgeschraubt hat, sondern dafür auch die Schrauben „Nummer 14“ genommen hat, die eigentlich „Schiene A2“ halten sollen und für „B4“ viel zu lang sind und deshalb auf der anderen Seite des Furnier zum Abplatzen brachten.

    In Wirklichkeit kann kein Mensch aus dem Kopf wissen, in welcher Reihenfolge die Puzzleteile von Regalen, Schränken und Co. zusammengebaut werden. Das erkannten selbst die Gerichte und führten die „Ikea-Klausel“ ein. Sie besagt, dass ein Produkt auch dann mangelhaft ist, wenn der Heimwerker aufgrund einer falschen Anleitung das Produkt beschädigt. Bloß: Um das nachweisen zu können, muss diese Anleitung erst mal verwendet werden. Außerdem: Mit Anleitung geht es wesentlich zügiger, als wenn aus kryptisch anmutenden Einzelteilen „frei Hand“ ein funktionierendes Ganzes erstellt werden soll.
  • Platz 2
    Der Staat zwingt Altbaubesitzer, ihre Wände dämmen zu lassen
    Der Staat zwingt Altbaubesitzer, ihre Wände dämmen zu lassen
    Zur Natur des Heimwerkers gehört sehr oft auch eine große Portion Misstrauen gegenüber Obrigkeiten – sonst würde er seine Arbeiten ja von Profis erledigen lassen. Und eine der bekanntesten Mythen dreht sich um die Heimwerker-Zunft, die sich einen Altbau zugelegt hat, damit ihnen die Arbeit auch niemals ausgeht. Der Irrglaube besagt, dass Vater Staat (oder wahlweise auch die EU) Besitzer von solchen Altbauten zwingen würde, bei Umbaumaßnahmen automatisch auch die Wände zu dämmen.

    Die Realität sieht folgendermaßen aus: Zum einen wissen auch Politiker, dass eine Hausdämmung schnell mehrere tausend Euro kosten kann und für Hausbesitzer eine nicht unerhebliche Belastung bedeutet. Und zum anderen existiert kein Gesetzestext, der in Deutschland Heimwerkern vorschreiben würde, dass sie bei einer Sanierung auch eine Wanddämmung verbauen müssten. Erst wenn Reparaturen am Außenputz anstehen und diese mindestens zehn Prozent der Außenwände betreffen, besteht eine Pflicht, eine Dämmung anzubringen. Wer neue Farbe aufbringt, Risse oder Abplatzer neu verputzt, muss ebenso wenig eine Dämmung installieren, wie jemand, der seinen Altputz vollständig mit einer neuen Schicht überzieht. Die Pflicht besteht also tatsächlich nur dann, wenn mindestens zehn Prozent des alten Putzes bis auf das Mauerwerk abgeschlagen und erneuert werden. Und selbst dann gilt noch: „Wo kein Kläger, da kein Richter“.
  • Platz 1
    Mit einem Schlitzschraubenzieher kann man auch Kreuzschrauben öffnen
    Mit einem Schlitzschraubenzieher kann man auch Kreuzschrauben öffnen
    Eine der bekanntesten Situationen und deshalb auf Platz Eins unserer dicksten Heimwerker-Irrtümer: Es soll ein Regal auf- oder abgebaut werden und natürlich ist gerade kein passendes Werkzeug für die dutzenden verbauten Kreuzschrauben griffbereit. „Mach ich es eben mit dem Schlitzschraubenzieher“ murmelt der Heimwerker vor sich hin – und oft genug endet ein solcher Versuch in einem abgerutschten Werkzeug, blutigen Fingern oder einem dicken, hässlichen Kratzer im Möbelstück.

    Fakt ist: Natürlich lassen sich mit einem Schlitzschraubendreher (so die korrekte Bezeichnung) Kreuzschrauben festdrehen und lösen. Dies sollte aber nur im äußersten Notfall geschehen. Warum? Ganz einfach: Wer sich die Köpfe der beiden Schraubendreher-Arten genauer anschaut, stellt schnell fest: Der Kreuzschraubendreher läuft vorne spitz zu, der Schlitzschraubendreher jedoch nicht. Die Kreuzschraubenköpfe sind im Inneren ebenso passend geformt. Die Idee dahinter: So liegt mehr Fläche auf und es können beim Drehen größere Kräfte übertragen werden. Wird nun ein Schlitzschraubendreher in eine Kreuzschraube gesteckt, kann er wegen seiner Form nicht bis ganz nach unten vordringen. Wird er gedreht, rutscht er deshalb sehr leicht aus der Schraube – und endet nicht selten im Bauteil oder der unterstützenden Hand. Ein zweiter Effekt: Dadurch wird das Kreuz-Profil der Schraube ausgeleiert. Je öfter man abrutscht, desto runder werden die Flanken. Soll dann die vergebliche Arbeit mit einem passenden Kreuzschlitzdreher korrigiert werden, findet der nicht mehr genügend Angriffsfläche und rutscht ebenfalls aus dem Schraubenkopf und dann hilft nur noch der hier gezeigte Trick.
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Autsch, mein Finger: Die sechs größten Heimwe...
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Schon in der 90er-Jahre Comedy-Serie „Hör mal wer da hämmert“ glaubte der selbsternannte „Heimwerkerkönig“ Tim Taylor, er sei der Größte – und landete doch immer wieder in der Notaufnahme oder riss unfreiwillig sein halbes Haus ab. Leider ...
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2016-07-19
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