Schwarz-Weiß ~1

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1 Kapitel - 1.491 Wörter - Erstellt von: Kussmond - Aktualisiert am: 2016-07-09 - Entwickelt am: - 1.871 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Schwarz der Krieg, Weiß der Frieden -für welche Farbe wird sich Elbereth entscheiden?

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    „Sehr gut, Edhellas!” Langsam wird´s doch!“, lobte die junge Frau ihre Schülerin, als diese beim 14. Versuch endlich die Zielscheibe vom Pferd
    „Sehr gut, Edhellas!” Langsam wird´s doch!“, lobte die junge Frau ihre Schülerin, als diese beim 14. Versuch endlich die Zielscheibe vom Pferd aus getroffen hatte. Hocherfreut riss die kleine Halbelbe die Arme in die Luft und vollführte einen Freudentanz auf dem Rücken des Pferdes auf. Der Hengst spielte verwirrt mit den Ohren und als er spürte, dass das Mädchen in seinem Sattel ihm keine Beachtung mehr schenke, richteten sich seine Ohren aufmerksam nach vorn und er vollführte einige Bocksprünge und stieg anschließend. Die Elbelbe hing kurz darauf an der Seite des Pferdes und krallte sich verzweifelt ans Sattelblatt.
    Erst als die Valier energisch die Hand hob, blieb das Pferd stehen. Weißer Schaum klebte an den Flanken des dunkelbraunen Pferdes und der schwarze Schweif mit weißem Ansatz peitschte unruhig. Mühsam richtete sich die Fünfzehnjährige wieder im Sattel auf. „Ich sagte, du sollst ruhig sitzen und auf die Körpersprache des Pferdes achten. Das ist schließlich nicht deine brave Elanor [elb. Sternsonne (Blumenart)]!“, ermahnte die Valier ihre Ziehtochter und gab dem Pferd ein Zeichen, zu ihr zu kommen. Gehorsam trottete es zu seiner Herrin und schmiegte den majestätischen Kopf an ihre Brust. „Das habe ich doch!“, verteidigte sich das Mädchen, gab aber doch lieber nach, als sie das ernste Gesicht ihrer Mutter sah.
    „Ich glaube, wir machen Schluss für heute. Reitet eure Pferde trocken, versorgt sie und danach geht ihr mit Nimbrethil [elb. Weißbirke (Anführerin der Grenzpatrolien im Osten und Süden)] auf Patrolie.“ Ein freudiges Strahlen breitete sich auf den Gesichtern der 6 Schüler aus. Jeder nickte seiner Lehrerin zum Abschied zu und hob drei Finger der linken Hand zum Gruß. Mit einem Nicken wurden sie entlassen und trabten eilig vom Übungsplatz.
    „Ella [Spitzname von Edhellas], Gilgalad [elb. Sternenlicht] brauche ich noch.“ Erleichtert saß das junge Mädchen ab und ihre Mutter auf. Kopfschüttelt blickte die Blonde ihrer Mutter nach, wie sie im Jagdgalopp die Lichtung verließ und machte sich anschließend auf die Suche nach einem weiteren Pferd.

    Elbereth hingegen raste mit ihrem unsterblichen Pferd zum Silberlauf. Noch bevor ihr treuer Begleiter stand, schwang sie sich aus dem Sattel, öffnete den Gurt und die Riemen der Trense. Achtlos warf sie beides zu Boden und stürmte weiter, auf den anliegenden Turm zu. Stumm und stolz wuchs das riesige Ungetüm in die Höhe, umrahmt von einem dichten, schwarzen Zaun. Hastig stieß die Adlige das Tor, welches große Ähnlichkeit mit dem eines Friedhofs hatte, auf und schlüpfte hindurch.
    Im Innenhof begegnete sie einigen Hühnern, die eilig auseinander stoben und ihr so Platz machten. Sich die schwarzen, welligen Haare zu einem Pferdeschwanz bindend, rannte die junge Frau durch den Torbogen des Turmes die steile Wendeltreppe hinauf.
    Auf dem gesamten Weg begegnete sie keiner Menschenseele, aber das hatte sie auch nicht erwartet. Nur wenige kamen hierher, was nicht zuletzt an der Bewohnerin lag. Denn es war niemand anderes als eine der letzten Hexen Mittelerdes, die sich hier um das Federvieh kümmerte und dafür bekannt war, eigensinnig und unfreundlich zu sein und sämtliche Besucher zu verjagen.
    Im Treppenhaus gab es weder Fackeln noch sonstige Lichtquellen, aber das störte Elbereth nicht. Ihre Augen sahen im Dunkeln so genau so gut wie im Hellen und außerdem kannte sie dieses Gemäuer so gut, dass sie auch mit verbundenen sich problemlos zurecht gefunden hätte.
    Die letzten Stufen sprang sie hinauf und durch die Öffnung in der Wand, die ins Turmzimmer führte. Hier hauste die alte Hexe zusammen mit einigen Greifvögel und anderen tierischen Spähern. „Tag, Elbereth.“, erklang sogleich eine kalte Stimme, „Celeborn sitzt draußen, aufm Balskon.“ Die einäugige Frau mit leichtem Buckel schlürfte an der Valier vorbei zu einem Fenster, das früher als Schießscharfte gedient hatte. Die knöchernen Finger der Hexe rüttelten einen Moment an dem hölzernen Rahmen, bis er mit einem Ruck nachgab und aufschwang. Zum Vorschein kann ein stattlicher Habicht, dessen rote Augen sich in Elbereths bohrten.
    „Mach hin!“, knurrte Thuringwethil [elb. Die rätselhaft Verhüllte] und fegte das Tier vom Sims. Ärgerlich schrie der Vogel auf und segelte quer durch den Raum, bis er sich auf einem Käfig mit Brieftauben niederließ.
    „Noch was?“, wand sich Thuringwethil an Elbereth. Diese verneinte und betrat den Balkon, der eher ein Rundgang um den gesamten Turm war.
    „Ah Königin Elbereth!“ Schön, Euch zu sehen und danke, dass Ihr meiner Aufforderung gefolgt seit.“, begrüßte der Elb sie. „Die Freude liegt ganz auf meiner Seite und bitte lass das formale Getue, alter Freund. Wir kennen uns doch schon so viele Jahre.“ „Wie wahr, wie wahr… und jetzt wird unsere Zukunft bedroht.“, ließ der Herr Loriens verlauten. Stumm nickte die junge Göttin und blickte düster nach Süd-Osten. „Die Zahl der freien Kämpfer schrumpft stündlich. Die Hamadrin haben sich jetzt ebenfalls Saurons Heer angeschlossen. Vor wenigen Tagen erreichte mich die Nachricht, dass alle Händler, die ich nach Süderland ausgeschickt hatte, getötet wurden.“, berichtete die Herrin des Schattenbachtal mit brüchiger Stimme, „Alle wie räudige Hunde ersäuft!“ Es schwang so viel unterdrückte Wut und Verachtung in ihrer Stimme mit, dass Celeborn ihr beruhigend die Hand auf die Schulter legte.
    „Worüber wolltest du mit mir reden?“, wechselte die Schwarzhaarige abrupt das Thema und sah ihren Freund mit silbernen Augen, denen sie auch ihren Namen verdankte, an. „Der Eine Ring wurde gefunden.“ „Ich weiß, meine Späher berichteten mir davon. Allerdings hat sich die Gemeinschaft getrennt und einer von ihnen, der Sohn Gondor, ist gefallen. Was willst du nun also von mir?“
    Inzwischen hatte der Elbenfürst seine Hand zurückgezogen und lehnte an der Brüstung. „Saruman hat uns verraten und nun wird er das Volk Rohans in Helms Klamm angreifen.“ „Die Menschen sind schwach geworden. Wenn sie in Helms Klamm angegriffen werden, stehen sie mit dem Rücken zur Wand.“
    „Deshalb wird Lorien Verstärkung schicken.“, sprach´s. „War das der sogenannte Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich ebenfalls Krieger schicken soll?“, erkundigte sich die Göttin und ihre Augenbrauen zogen sich dabei gefährlich zusammen. „Ja.“, gab der Elb die einfache Antwort und neigte leicht sein Haupt. „Das Bündnis zwischen Rohan und dem Schattenbachtal existiert nicht mehr und das Handelsabkommen ist verwelkt. Warum sollte ich dann das Leben meiner Krieger riskieren?“, fragte Elbereth. „Seit wann brauchst du einen Grund, um anderen zu helfen? Von welchem deiner Waisenkinder hast du je irgendetwas erwartet? Von keinem und dennoch hast du sie großgezogen wie deine eigenen Kinder!“, brauste der Elbenfürst auf und trat einen Schritt auf die Sternenkönigen zu.
    „Wenn du nicht kämpfst und Sauron die nächste Schlacht gewinnt, wird es keine Zukunft für Arda geben! Würden deine Eltern wollen, dass du kampflos in deiner sicheren Festung bleibst und zusiehst, wie Arda vergeht? Bedenke, auch wenn du noch eine sehr junge Valier bist und Iluvatar dir jetzt noch keine Aufgaben zugesprochen hat, hast du dennoch ein Schicksal und… gewissen Pflichten.“, beharrte Celeborn. Die Valier verengte ihre Augen zu schmalen Schlitzen und fragte mit Nachdruck: „Was hat Galadriel gesehen?“ Ein Schmunzeln huschte über das Gesicht des Elben, ehe er antwortete: „Der Spiegel sieht viel und dennoch nichts Genaues. Ist es dann nicht egal, was er zu zeigen vermag?“
    „Wann wir Sauron in Helms Klamm eitreffen?“, wechselte die Frau das Tehame. Sie kannte Celeborn inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er ihr nicht mehr sagen würde und ihre Kräfte einzusetzen, wagte sie nicht. „Ihr habt noch 11 Tage. Bei Sonnenuntergang werden sie dort sein, meine Königin.“ Elegant verneigte sie der Herr des Goldenen Waldes und gab Elbereth einen sanften Handkuss, bevor er sich umdrehte und lautlos den Balkon verließ.

    Nachdenklich trat die Valier an die Brüstung und sah zu, wie die Sonne alles in Orangenes Licht tauchte, bevor sie endgültig hinter den Baumwipfeln versank.




    Das war mein erstes Kapitel mein HdR-FF! Ich würde mich über Lob, Kritik und ein paar Tipps und Verbesserungsvorschläge freuen♥
    Was haltet ihr denn von meinem Hauptcharakter?
    GLG
    Kussmond



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1468053076
Schwarz-Weiß ~1
Schwarz-Weiß ~1
Schwarz der Krieg, Weiß der Frieden -für welche Farbe wird sich Elbereth entscheiden?
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2016-07-09
402C
Herr der Ringe

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