Silberpfeil 2

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
5 Kapitel - 790 Wörter - Erstellt von: Lilian - Aktualisiert am: 2016-07-20 - Entwickelt am: - 312 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Nachdem Teil 1 so gut angekommen ist, gibt es nun eine Fortsetzung.

    1
    In geordneter Formation schlichen wir durch das Dickicht des dunklen Waldes. Die hohen Bäume warfen große Schatten und ich fühlte mich klein und unbedeutend. Trotzdem gaben mir meine Freundinnen ein Gefühl der Sicherheit und Gemeinschaft. Wir waren eine Gruppe, eine Einheit. Wir kämpften und jagten gemeinsam und halfen uns gegenseitig.
    Meine eine Hand hielt den Bogen, die andere umklammerte das Jagdmesser an meinem Gürtel.
    Thalia sah sich ein paar mal um und nickte mir zuversichtlich zu, aber etwas unwohl fühlte ich mich doch.

    2
    Als wir so durch das Unterholz huschten, musste ich auf einmal an meine Zeit vor der Jagd denken.
    Ich hatte mich Artemis erst vor ein paar Monaten angeschlossen. Vorher hatte ich fast ein Jahr lang auf der Straße gelebt. Und davor ... ich dachte nicht gerne an die Zeit zurück, als ich noch bei meiner Mutter gelebt hatte. Sie hatte sich nie richtig um mich gekümmert.
    Vor über vierzehn Jahren hatte sie sich in einen Gott verliebt, in meinen Vater. Aber er hatte sie verlassen, wie Götter das immer tun. Er ließ sie in einer kleinen Wohnung zurück, ohne Job, mit wenig Geld und einem Baby.
    Mehrmals war sie wegen Depressionen in der Psychiatrie gelandet. Mehrmals hatte sie vergessen, mich vom Kindergarten abzuholen oder meine Kleidung zu waschen. Mehrmals hatte ihr das Jugendamt gedroht, mich ihr wegzunehmen.
    Ich konnte mich nie auf sie verlassen.
    An ihren guten Tagen las sie mir griechische Sagen vor, erzählte mir von meinem Vater oder spielte stundenlang am Klavier. Meine Mutter konnte wunderschön spielen und ich hörte ihr gerne zu.
    Aber manchmal saß sie einfach nur reglos auf ihrem Bett und starrte ins Leere. Manchmal wurde sie von Heulkrämpfen geschüttelt und egal, wie laut ich sie anschrie oder anflehte, aufzuhören, ich konnte sie nicht erreichen.
    Und trotz allem liebte ich sie.
    Doch die guten Tage wurden immer seltener und die schlechten immer häufiger.

    3
    Irgendwann hielt ich es einfach nicht mehr aus, ich hatte Angst, in ein Kinderheim zu kommen und war einfach verzweifelt. Und dann lief ich mit zwölf Jahren von Zuhause weg und lebte von nun an auf der Straße. Flüchtete von einer Stadt in die nächste. Lebte nur von Betteln und Diebstahl. Hatte verfilzte Haare, zerrissene Klamotten und ein schmutziges Gesicht. Ich war ausgehungert und abgemagert. Wer mich sah, wich mir aus. Kinder hatten Angst vor mir. Man bedachte mich mit Abscheu und Ekel. Nur ab und zu steckte mir jemand aus Mitleid ein Stückchen Brot oder eine Geldmünze zu.
    Und natürlich waren da auch die Monster, die mich angriffen und vor denen ich immer wieder fliehen musste.
    Das war mein Leben.
    Bis sich alles änderte, als Artemis mich fand.

    4
    Sie war von Anfang an nett zu mir, gab mir zu essen und zu trinken sowie Schutz und saubere Kleidung. Als sie mir anbot, mich den Jägerinnen anzuschließen, stimmte ich nach einigen Überlegungen zu.
    Artemis war fair gewesen. Sie hatte mir von Camp Half-Blood erzählt und mir sogar angeboten, mich dahin zu bringen, wenn ich das wollte.
    Aber ich hatte gespürt, dass dies nicht mein Ort war. Dort kämpfte jeder für sich allein, man wurde streng in Hütten eingeteilt und nach seinen Eltern beurteilt. Bei Artemis war es ganz anders. Man kämpfte im Team, man half sich, man bildete sich ein eigenes Urteil über eine Person und unterschied nicht nach Geburt.
    Man erhielt Unsterblichkeit, ein unbezahlbares Geschenk. Dafür konnte ich gerne auf Jungen verzichten.

    5
    Auch wenn mir nie jemand erzählt hatte, wer mein Vater war, hatte ich doch einen starken Verdacht.
    Ich kannte die griechische Mythologie.
    Ich hatte fast ein Jahr lang allein auf der Straße überlebt, war von Stadt zu Stadt gereist und hatte Handtaschen und Geldbörsen geklaut.
    Ich war mir sicher, dass das nur ein Kind des Gottes der Diebe, des Reisens und der Straßen allein schaffen konnte.
    Mit meinen blonden Locken und blauen Augen sah ich den Kindern des Hermes auch ziemlich ähnlich.

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.