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Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 17)

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1 Kapitel - 1.548 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-07-08 - Entwickelt am: - 670 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Weiter geht es bei Hermes.

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    »Boss? «, Martha stupste mich drängend an. »Du bist dir sicher, dass das hier der richtige Weg ist, oder? « »Das ist New Jersey, verdammt. Und i
    »Boss? «, Martha stupste mich drängend an. »Du bist dir sicher, dass das hier der richtige Weg ist, oder? «
    »Das ist New Jersey, verdammt. Und ich bin der Götterbote. Ich verlaufe mich nicht. «, entgegnete ich mürrisch.
    Ich lief hier schon seit Stunden herum und war etwas kratzbürstig. Jedenfalls hatte ich nicht viel Lust, mich auch noch mit zwei besserwisserischen Schlangen zu streiten.
    »Aber das tust du ja gerade eben. « George mischte sich ein. »An diesem Hotdog-Stand sind wir schon viermal vorbeigelaufen. «
    »Das sind andere Hotdog-Stände. Die sehen hier nur alle gleich aus. «
    »Nein, ich bin mir ganz sicher. Da ist dieser Senffleck, der aussieht wie Gandalf. «
    Zum ersten Mal seit Stunden blieb ich stehen. »Jetzt mal im Ernst: Wollt ihr mich veräppeln? Ein Senffleck, der aussieht wie Gandalf?«
    Bevor irgendjemand etwas erwidern konnte hörte ich ein Geräusch aus dem Stadtpark, an dem wir angehalten hatten. Es klang ein wenig wie das Krächzen eines Raben.
    Neugierig sah ich mich um. Das Geräusch schien mir in erster Linie nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war eher, so etwas in einer Großstadt zu hören.
    Ich war eigentlich immer in einer ländlichen Region aufgewachsen. Nur durch die schnelle Industrialisierung hatte ich mich anpassen müssen. Aber ich musste sagen, dass mir die technologischen Erfindungen der Sterblichen durchaus zusagten.
    Nach einer Weile bemerkte ich, dass da auf einem Baum tatsächlich ein großer Rabe saß, der mich eigentlich viel zu intensiv musterte.
    Ich fragte mich ernsthaft-
    »Hallo Hermes. « Eine menschliche Stimme ertönte aus dem Raben. Ich machte einen Satz nach hinten und schrie einige Oktaven höher als geplant.
    Plötzlich kam aus Richtung des Raben ein sehr menschliches und sehr bekanntes Gekicher.
    »Oh das war natürlich sehr männlich! «, sagte die Stimme schrill.
    »Persephone, was habe ich dir gesagt? «, entgegnete eine männliche Stimme sehr genervt. »Das ist ein Botenrabe und nicht Skype! Du nimmst dem Ganzen doch die Theatralik! «
    »Oh, jetzt sei doch nicht so ein Spielverderber! « Ich konnte die Beiden zwar nicht sehen, war mir aber ziemlich sicher, dass Persephone schmollte.
    »Hallo Onkel. «, sagte ich zähneknirschend.
    »Neffe! « Hades klang erfreut. »Du scheinst die erste Aufgabe erledigt zu haben. «
    »Ich muss noch einmal in die Unterwelt. « Ich beschloss gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Vielleicht würde er keine Fragen stellen, wenn ich ihn nur genug überraschen könnte.
    »Was? Wieso?« Mein Onkel klang ernsthaft überrascht. »Ich dachte, du wolltest schleunigst zu deiner nächsten Aufgabe! Ich meine, die Zeit läuft! Lily braucht deine Hilfe! « Oder auch nicht.
    »Es ist der 31. Januar. Ich habe noch genügend Zeit. «, entgegnete ich.
    Er musterte mich misstrauisch. »Was könnte dir nur wichtiger als Lily sein?«
    »Es ist mir nicht wichtiger als sie! «, entfuhr es mir. Ich versuchte meine Stimme zu senken, da die Leute schon zu uns hinüber starrten. »Es wird nicht lange dauern. Mr Calderon wurde doch noch nicht zum Fluss Lethe geführt, oder? «
    »Nein, nein, noch nicht…« Hades klang ernsthaft verwirrt.
    »Gib mir 10 Minuten, dann bin ich wieder bereit für die nächste Mission. « Ich hasste es, so bettelnd klingen zu müssen, aber anscheinend verstand Hades nicht, warum mir das so wichtig war.
    »10 Minuten. «, sagte Hades mahnend. »Nach 10 Minuten wirst du sofort wieder hierher teleportiert. «
    Bevor ich etwas entgegnen konnte, flog der Rabe auf mich zu. Er flatterte mit seinen Flügeln und verlor immer mehr Federn, bis er mich mit der schwarzen weichen Masse umhüllte. Lange Zeit sah ich nur schwarz. Doch dann schälte sich eine Fackel aus der Dunkelheit. Als Zweites sah ich dann endlich Mr Calderon, einen Geist im Rentenalter.
    »Du! «, zischte er und stieß auf mich zu. Plötzlich blitzten Röhren aus Glas auf. Sie sahen aus, als ob sie mit reiner Elektrizität gefüllt wären. Mr Calderon zuckte zurück als er sie berührte.
    »Ich habe ihrer Frau den Ring zurückgebracht. « Ich lächelte traurig.
    Mr Calderon sah zu Boden und mied meinen Blick. Er ballte die Hände zu Fäusten und sie zuckten unentschlossen. »Danke. «, knurrte er.
    Dann sah er wieder auf und schien durch meine Augen direkt in meine Seele blicken zu können. »Aber das ändert nichts daran, dass ihr selbstsüchtig und falsch handelt. «
    »Ich kämpfe dennoch auf der Seite der Olympier. Ich gebe nur meine Unsterblichkeit ab. «
    »Aber versteht ihr denn nicht? Ihr bringt das natürliche Gleichgewicht durcheinander! Wer weiß denn schon, welche Auswirkungen das haben wird? Gerade jetzt haben die Olympier doch schon genug Probleme! Ihr lasst sie allein. Sie sind eure Familie! Ist Euch das denn gar nichts wert? «
    »Ich weiß nicht, welche Auswirkungen das haben wird. «, sagte ich ruhig. »Aber Veränderungen gab es doch auch bei den Olympiern schon vorher. Hestia gab einst ihren Sitz für Dionysos ab und es ist dennoch nichts geschehen. «
    »Sind Sie sich da ganz sicher? Das Machtgefüge hat sich damals schon verschoben. Früher gab es genauso viele Göttinnen wie Götter. Weiblichkeit und Männlichkeit befanden sich im Gleichgewicht, aber seit Hestia den Kreis der Olympier verlassen hatte, wurden die Frauen diskriminiert. Sie hatten seitdem nicht mehr viel zu sagen. «
    »Woher wissen sie das alles? «, fragte ich verwundert.
    »Ich war Altertumsforscher, du dummer Narr! Bleib beim Thema, verdammt noch einmal! « Mr Calderons Augen traten aus ihren Höhlen. »Was wird passieren, wenn Sie beschließen mir nichts dir nichts all Ihren Verpflichtungen zu entsagen und ein friedlichen Leben zu führen? Was passiert, wenn ihr versucht, Eure Familie zu meiden? Wer wird Botschaften überbringen? «
    »Iris? « Es klang mehr wie eine Frage.
    »Die will ein neues Hippie-Astro-Öko-Imperium errichten! Sie will nichts mehr mit Zeus und seiner Familie zu tun haben. Sie muss ja ihre Individualität ausleben. Hat sich nie verehrt oder gewürdigt gefühlt, meint sie. Ist das eure Teenagerphase? Eure Art auszubrechen? Denn es ist ganz und gar kindisch. Von Euch hätte ich das als allerletztes erwartet. Dass Ihr all diese Menschen im Stich lassen würdet! « Er schnaubte, doch jetzt klang seine Stimme nur noch resigniert und enttäuscht. »Ihr hört doch sowieso nicht auf mich, nicht wahr? Ich bin nur ein dummer, dummer Sterblicher! Ich kenne nicht die Last der Ewigkeit! « Er spuckte die letzten Worte aus. »Lasst mich nun allein. Ich will Euch nie wieder sehen. «
    Die letzten Worte hatten sich für mich wie Schläge angefühlt. Er hatte genau das ausgesprochen, was ich die ganze Zeit gedacht hatte. Was ich immer mit mir herumgeschleppt hatte. Doch die Bestätigung zu hören, ließ es noch mehr zur Realität werden. Mein Magen fühlte sich wie ein eisiger Klumpen an. Aber dennoch zeigte ich ihm nur mein marmorhartes, ausdruckloses Gesicht. Dann wurde ich wieder nach New Jersey teleportiert.
    Es dauerte eine Weile, bis ich mich an das helle Tageslicht gewohnt hatte, aber auch danach rührte ich mich nicht. Tief in meiner Seele schrie ich. Da wollte ich wegrennen. Da wollte ich meine Fingernägel tief in mich hineinbohren und alles Schlechtes herausziehen. Stattdessen stand ich nur reglos da und starrte vor mich hin. Ich blinzelte nicht einmal. Selbst jetzt, da Etwas in mir zerbrach, selbst jetzt weigerte ich mich, mein Gesicht aus Marmor abzulegen und irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen.
    »Wieso hast du das getan? Wieso wolltest du unbedingt mit Mr Calderon sprechen? Hat es dir neue Eindrücke verschafft? Hast du etwas erfahren können, was du nicht schon vorher wusstest?«, fragte George spöttelnd.
    »Nein. «, sagte ich nüchtern. »Ich hatte gehofft, ihn überzeugen zu können, dass ich das Richtige tue. « Ich hatte das Gefühl, jemand anderes reden zu hören.
    »Warum ist es dir denn so wichtig, was andere Leute von dir denken? Denkst du denn nicht, dass du das Richtige tust? «
    »Ich weiß es nicht. Das ist ja das Problem. « Zum ersten Mal bekam der Marmor Risse. Ich hatte das Gefühl, dass man all meine Zweifel und meine Last aus meinen Augen ablesen konnte.
    »Wirst du das trotzdem noch durchziehen? «
    »Ja.« In diesem Moment gab es einfach keinen Platz mehr für Zweifel. Ich reparierte meinen Marmor. Nicht anhalten. Nicht zweifeln. Weitermachen.
    Ich hoffte nur inständig, dass ich, wenn ich Lily das nächste Mal sehen würde, ihr auch in die Augen blicken konnte.






















article
1467927655
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 17)
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 17)
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2016-07-07
406G
Percy Jackson

Kommentare (235)

autorenew

Adhara ( von: Adhara)
vor 15 Tagen
Ich schicke dir Mal eine Mail, damit du meine Adresse hast. Dann kannst du mir über meine richtige Mail-Adresse die Bilder zuschicken :)
Ista ( von: Ista)
vor 24 Tagen
Würde mich sehr freuen :). Wie soll ich die Bilder verschicken? Über Testedich kann man als Nachricht keine Bilder verschicken (habe jedenfalls nichts derartiges gesehen...)
Adhara (94057)
vor 24 Tagen
Klar, such ich noch Fanart! Ich finde es echt toll, wenn du etwas in die Richtung gemacht hast und würde dies gerne in meinem nächsten Kapitel verwenden, wenn ich darf... Danke :D
Ista ( von: Ista)
vor 25 Tagen
@Adhara Falls du noch nach Fanart suchst:
Ich hätte einmal Lily in ihren normalen Klamotten (basierend auf deinem Steckbrief bei _Estrella_'s Bilderliste) gezeichnet und Lily im Chiton mit Flügelsandalen, Flügelhut/Flügelhelm und Caduceus.
Alles aber bis jetzt nur in schwarz-weiß.
Adhara (28435)
vor 38 Tagen
Hey! Es tut mir echt Leid, dass mir im Moment ein wenig die Motivation für dieses Projekt fehlt, aber wenn es doch fortgesetzt werden soll, sage ich auch Bescheid.
Adhara ( von: Adhara)
vor 153 Tagen
Ich habe bei Estrellas Bilderliste einen Steckbrief von ihr und Hermes hinterlassen..
Bianca ( von: Paradise)
vor 155 Tagen
Ich könnte Lily theoretisch auch zeichnen, habe aber keinen blassen Schimmer wie sie aussieht ...
Adhara (97453)
vor 191 Tagen
Vielen Dank :D Percy ist einfach cool, das stimmt ;)
Oh das wäre klasse, Lynn!
Lynn (65784)
vor 191 Tagen
Ist echt gut geworden! :3
(Und ich könnte Lily zeichnen ^^)
Oceana (00320)
vor 198 Tagen
Wow, du schreibst so toll!!! Wenn ich deine Geschichte lese, wünsche ich mir auch einen Bruder wie Percy. Ich finde es so toll, dass die Geschichte parallel zu denen von Rick Riordan spielen. Nur Lily an sich mag ich nicht so gern.
Adhara ( von: Adhara)
vor 207 Tagen
Vielen, lieben Dank für das Lob :3
Saphirkralle (55672)
vor 208 Tagen
OMG! Deine Fanfiktion sind so cool! So spannend! Manchmal glaube ich das deine Geschichte besser ist als die von Percy Jackson. WeIter so!;)
Adhara ( von: Adhara)
vor 209 Tagen
Oh Mann, ich bewundere Vegetarier für ihre Willenskraft... Ich wünschte, ich könnte das auch^^
Naja, ich geb mir Mühe so schnell wie möglich weiterzuschreiben :)
Amethyst (78904)
vor 215 Tagen
Der Gestank von Fischen hasse ich. Vor allem von toten Fischen. Vegetarier for Life. Wo war ich stehengeblieben?
Ich finde, das Kapitel ist dir wieder mal gut gelungen und ich hoffe, dass du bald weiterschreibst ;)
Adhara ( von: Adhara)
vor 231 Tagen
Ja das könnte in etwa hinkommen...

Tja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt^^ Aber ich denke Lily wird das überleben, auch wenn es natürlich seine Vorteile hat, mit einem Gott zusammenzusein...
Lupa ( von: Lupa)
vor 232 Tagen
Etwas so gutes wird einfach nicht alt... xD und ka, müsste so umgefähr ein bis eineinhalb Jahre her sein...

Noch etwas zu Hermes und Apollo, wegen der Sterblichkeit: Hermes hat noch den Vorteil, dass er sein gutes Aussehen behält... hoffe ich zumindest xD
Aber leider kann er dann nicht mehr so coole Sachen bringen wie beim Tanzen in die Luft schweben oder meinetwegen auch Blumen aus dem nichts holen... :(
Adhara (19152)
vor 232 Tagen
Ach ja und nochmal vielen Dank :) Ich freue mich immer riesig, wenn andere Menschen meine Geschichten gern lesen. Die GF ist ja mittlerweile schon drei Jahre alt.... Ich bin immer wieder erstaunt, wie lange die Geschichte noch gelesen wird.
Adhara (19152)
vor 232 Tagen
Oh Mann, es ist ja schon Ewigkeiten her, dass ich in diesem RPG war 😊
Ich weiß nicht, mir ist nie aufgefallen, dass Teile von der Seite geflogen wären. Versuch eventuell sie Mal in der Google Suchleiste zu finden.... Ansonsten kann ich die Teile auch nochmal hochladen, aber ich bin sicher, dass die Teile noch irgendwo sind :)
Aber natürlich erinnere ich mich an dich ;)
Lupa ( von: Lupa)
vor 233 Tagen
Hey Adhara (oder sollte ich lieber Becky sagen, wo ich dich doch unter dem Namen kennen gelernt habe?),
Ich hab schon vor längerem diese beiden FFs angefangen und sie als ziemlich gut empfunden. Jetzt habe ich sie noch einmal komplett durchgelesen und bin der Meinung, dass sie seeeehr gut gelungen ist, von Idee, Schreibstil,... einfach in jeder Hinsicht. Allerdings finde ich einige Teile nicht, zum Beispiel untrennbar 9. sind die vielleicht von der Seite geflogen? Wäre nämlich schade, weil dann doch ein Teil der Geschichte fehlt...
Liebe Grüße,
Lupa

PS: wenn du dich fragst, wer zum teufel ich bin... vielleicht erinnerst du dich ja noch an das Camp halfblood-rpg von Nicky... :)
Amethyst (43351)
vor 306 Tagen
Oh mann, cool, dass du Reyna eingebaut hast. Sie ist meine Lieblingsperson und tut mir irgendwie total leid...