(M)ein Krimi

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1 Kapitel - 2.458 Wörter - Erstellt von: Elbenzopf - Aktualisiert am: 2016-07-08 - Entwickelt am: - 212 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    „Ich hatte schon immer eine instinktive Abneigung gegen Großstädte und die Tatsache, dass ich heute Abend hier sein musste, machte es nicht besser. Ich hatte einige Einkäufe zu erledigen und musste dafür in die Stadt fahren. Jetzt, als es schon dunkel war und die Straßenlichter angingen, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof und nach Hause.
    Die Pfützen schimmerten Gold im Licht der Straßenlaternen und die Stadt schien menschenleer. So war es mir doch am Liebsten. Allerdings war es nicht komplett still. In irgendeiner Seitengasse erklang ein Scheppern, als würden mehrere Mülltonnen umkippen und hektische Schritte veranlassten mich, meinen Gang zu beschleunigen. Ich beruhigte mich innerlich indem ich mir spielende Katzen vorstellte, die über die Mülltonnen tobten. Das Geräusch was als nächstes erklang, stammte aber überhaupt nicht von einer Katze. Es war in Gurgeln und Röcheln, welches mir eine Heidenangst einjagte, die jedoch immens zunahm, als es plötzlich abstarb. In meiner Angst machte ich den Fehler zurückzuschauen. Ich sah direkt in eine schräge Gasse und erblickte zwei Gestalten. Eine dünne, hochgewachsene hielt die etwas untersetzte Person an die Wand gedrückt. Diese Person sackte nun an der Wand nach unten und blieb dort schlaff und leblos liegen. Ich stolperte einen Schritt zurück und stieß gegen eine Laterne. Das Geräusch hallte in den leeren Straßen noch lange nach und die hagere Gestalt drehte ihren Kopf ruckartig zu mir. Sekundenlang durchbohrte mich ihr Blick, aus Augen, die ich in dem Licht nicht sehen konnte. Kälteschauer jagten mir den Rücken hinunter und ich nahm all meine Kraft zusammen und löste mich von dem Anblick. Ich lief los in Richtung Bahnhof und spürte, wie ich verfolgt wurde. Es war mir in dem Moment egal, in welchen Zug ich stieg, Hauptsache er brachte mich so schnell wie möglich fort von hier. Ich sprang im letzten Moment in den Wagen und hinter mir gingen die Türen zu. Die schwarze Gestalt drückte auf den Türöffner, aber der Zug rollte schon los.“


    „Dieses Schriftstück stammt von Ian Erikson. Er muss es kurz vor seinem Tod aufgeschrieben haben.“ sagte der Chef der Kriminalpolizei, Hr. Bausek und rieb sich die Schläfen. „Erikson wurde tot in der Nähe seines Hauses gefunden. Allerdings lange Zeit nachdem er diesen Vorfall der Polizei gemeldet hat. Angehörige beschrieben, dass er sich verändert hat, als er von der Stadt zurückkam. Er habe die Geschichte seiner Frau erzählt, aber sie wollte ihm nicht glauben, da er oft zu Übertreibungen neigt. Sie tat es als Schlägerei ab, die ihr Mann nicht erkennen konnte, da es schon dunkel war. Die weitere Verfolgung habe er sich eingebildet, so seine Frau. Erikson sei in der darauffolgenden Zeit immer merkwürdiger geworden. Er hat von weiteren Begegnungen mit dem mysteriösen Schwarzen Mann gesprochen. Er beschrieb ihn als Dämon, der schneller laufen kann als jeder Mensch. Er wäre an vielen Orten gleichzeitig und habe Augen, welche dem Gegenüber die Seele verbrennen. Erikson´s Frau versuchte ihn zu beruhigen und brachte ihm zum Psychiater, aber Erikson beharrte starr auf seiner Meinung. Bis er letztendlich tot aufgefunden wurde.“ Bausek machte eine kurze Pause. „Was sagen sie dazu meine Herren?“ äußerte er sich gegenüber den Polizeibeamten um ihn herum, als ein Räuspern aus der Ecke ihn herumfahren ließ. „Und Damen.“ Ergänzte er, da das Räuspern von Carry Hill, der einzigen Kriminalpolizistin der Gruppe, kam. Nachdem das geklärt war, meldete sich McAllen zu Wort. McAllen, mit Vornamen Michael, war einer der ältesten Polizisten der Stadt und auch einer der Besten. „Wir haben es also, laut Erikson, mit einem Dämon zu tun?“ Verhaltenes Gelächter brachte McAllen zum Schmunzeln und Barek zum Seufzen. „Sie wissen, genauso gut wie ich, dass es keine Dämonen gibt, mein Lieber.“ „Eine kurze Zusammenfassung: Ein Mann in schwarz, der sehr schnell laufen kann, ermordet einen Menschen dessen Leiche nicht gefunden wird und verfolgt einen anderen, so lange, bis dieser als verrückt angesehen wird und dann getötet wird? Das klingt mir ein wenig zu abstrakt.“ meldete sich Hill zu Wort. Auch dem hatte Barek etwas entgegenzusetzen: „Bei der Aufklärung von Verbrechen hatten wir schon deutlich abstraktere Fälle, Hill. Erinnerst du dich an die Frau, welche den Opfern Beine geklaut hat? Sie war vollkommen verrückt. Sie wollte sich die Beine an operieren, um schneller laufen zu können. Wenn ich mich recht erinnere, war das sogar ihr Fall. Also sollten sie sich bestens mit Abstraktheit auskennen.“
    Nachdem sie die Einzelheiten wiederholt durchgegangen sind, schloss Barek die Versammlung. „McAllen und Hill, Sie beide übernehmen den Fall.“
    „Das ist kein Einzelfall.“ überlegte McAllen, „Es wurden schön öfters Sichtungen eines schwarzen Mannes gemeldet, der Einbrüche verübt hat oder andere Schädigungen vorgenommen hat. Meistens Bankeinbrüche. Aber es wurde dabei niemand verletzt oder sogar getötet. Bis jetzt.“ „Ich schlage vor, wir setzen uns mit den Menschen in Kontakt, die den Schwarzen Mann schon einmal gesehen haben.“ „Das wird nicht so einfach sein, Hill. Ich bin mit dem Fall „Schwarzer Mann“ schon lange beauftragt und alle, die ihn gesehen haben sind nun in einem Irrenhaus und für unzurechnungsfähig erklärt worden.“ „Das erschwert die Sache,“ grübelte Hill, „Allerdings können sich geistig eingeschränkte manchmal sehr gut an zurückliegende Details erinnern. Ich denke einen Versuch ist es wert.“

    Im Irrenhaus

    „Hey, Ich bin Inga. Ich soll sie herum führen. Zu wem möchten sie denn?“ begrüßte die beiden Kommissare eine kleine, blonde Frau mit zu viel Makeup um die Augen. „Wir suchen nach einer Ella Normann und…“ begann McAllen doch Inga lief bereits los. Die beiden hatten Mühe ihr zu folgen. Letztendlich standen sie vor einem lichtdurchfluteten Zimmer, in dem eine Frau vor der Wand stand und in einer Ecke ein Mann zusammengekauert saß. „Wenn Sie was brauchen, holen sie es.“ flötete Inga und ging. McAllen beugte sich zu der Frau runter und fragte: „Ella? Ella Normann?“ „Das ist ein Name.“ Erwiderte sie und schaute ihn mit großen Augen an. „Ist das zufällig ihr Name?“ fragte McAllen freundlich. Und wieder kam die Antwort: „Ja…ja das ist ein Name.“ Hill versuchte es anders: „Wie heißen Sie?“ „Geben Sie mir meinen Namen wieder!“ schrie die Frau außer sich und machte Anstalten auf Hill loszugehen, aber McAllen hielt sie mit einer Hand von Hill weg. „Ich glaube sie erinnert sich an keine Details, frag den Mann dort hinten.“ Trug McAllen ihr auf. „Hallo, mein Name ist Carry Hill. Sind sie Markus?“ „Ja, so heißt du.“ Erwiderte er, mit leerem Blick. „Ehm…ja..also sagt dir der Schwarze Mann etwas?“ „Der schwarze Mann?“ „Ja genau.“ Plötzlich wurden seine Augen lebendig und es war als würde er wieder Lebensmut finden, er sprang auf und holte Luft. Insgeheim freute Hill sich, jemanden gefunden zu haben, der Auskunft geben konnte. Aber gleich darauf wurde sie wieder enttäuscht. „Du hast meinen Mann gefunden!“ rief er und sprang hin und her. „Wir haben 1987 geheiratet und er trug ein pinkfarbenes Kleid. Die Einhörner haben allerdings die Ringe zu spät gebracht, dadurch ist er dann gestorben. Aber wir haben lange zusammen gelebt, weißt du? Aber Unterwasser atmet es sich so schlecht, weißt du? Und deswegen hat er einen Hai gegessen. Ich habe immer gesagt, Alfred iss nicht die Korallen, aber er ist trotzdem ausgewandert.“ Carry Hill schwirrte der Kopf von dem ganzen Zeug, was der Mann da von sich gab. Verstärkt wurde das noch durch das Geschrei von Ella: „Die Wände reden nicht mit mir. Sie sind still. So still. Wo sind sie hin? Die Fenster haben sie vertrieben. Kommt zurück oder kommt!“ Sie heulte und jaulte, sodass den beiden Beamten ganz schwindlig wurde. Ein Mann in weißen Kittel tauchte an der Tür auf Als er Carry ansah weiteten sich seine Augen kurz, doch sie gab ihm unauffällig ein Zeichen ihre Bekanntschaft nicht zu offenbaren. Das Zeichen war unauffällig, aber für McAllen nicht unauffällig genug. Er hatte es bemerkt. Der Mann an der Tür rief: „Mein Gott. Was ist denn hier los? Wer hat sie reingelassen? Markus wo sind denn die Fotos der Hochzeit? Und Ella die Wände sind direkt hinter dir.“ Daraufhin kroch Markus in seine Ecke zurück und versuchte sich durch den Boden zu buddeln und Ella starrte wie hypnotisiert das Licht an, das durch die Fenster schien. Lautlos bedeutete der Mann den beiden, das Zimmer zu verlassen. „Was haben sie da drinnen gemacht?“ „Wir wurden von Inga reingelassen.“ Der Mann fasste sich an die Stirn. „Sie hat es schon wieder geschafft, aus ihrem Zimmer zu kommen. Tut mir leid, aber sie ist hier Patientin und arbeitet nicht hier. Ich werde sie suchen müssen.“ „Kein Problem“ schaltete McAllen sich ein „wir wollten eh gehen.“ Dann machten sie kehrt und verließen das Irrenhaus.

    Zurück im Büro

    „Na, das war ja wohl nichts. Wir sind kein Stück weiter gekommen.“ Brummelte Carry. „So würde ich das nicht sehen.“ Unterbrach Michael sie. „Wir konnten durch die Opfer mehr über den Täter herausfinden. Sie konnten noch nicht einmal etwas mit dem Namen anfangen. Obwohl sie ihn selbst gesehen haben, bevor sie irregeworden sind. Die Strategie des schwarzen Mannes kann doch sein, dass er jeden, der ihn gesehen hat, unzurechnungsfähig macht. Erikson war auch kurz davor, aber er war so willensstark, dass er aus dem Weg geschafft werden musste, bevor er dem schwarzen Mann wirklich gefährlich werden konnte.“ „Alle anderen Opfer die ihn gesehen haben wurden kurz danach ins Irrenhaus eingeliefert und konnten nicht mehr aussagen. Und deshalb konntest du den Fall nie zu Ende bringen, sondern er wurde immer wieder zu den Akten gelegt, aus Mangel an Beweisen. Die überfallene Bank hat zwar Anzeige erstattet, aber der Täter konnte nie gefunden werden.“ Ergänzte Carry. „Genau, wahrscheinlich weil er ganz genau weiß, wonach die Polizei bei solchen Überfällen sucht.“ „Das müssen wir Barek erzählen. Wir kommen mit dem Fall voran.“ McAllen hielt sie davon ab, sein Büro zu verlassen. „Halt! Wir können hier niemandem trauen. Vor allem nicht Barek.“ Er zog sie von der Tür weg und sprach leise: „Der Täter denkt wie ein Polizist. Höchstwahrscheinlich weil er einer ist. Oder war. Oder einen Komplizen bei der Polizei hat. Barek hat meine alten Fälle immer zu schnell zu den Akten gelegt. Ob ich nun eine Spur hatte oder nicht. Ich traue ihm nicht, hörst du?“ Geschockt sah Carry ihn an und begann dann langsam zu nicken. „Das klingt einleuchtend. Aber ich habe auch eine Theorie. Ich bin der Komplize.“ Flüsterte sie und hielt McAllen die Pistole an die Brust. Dann drückte sie ab und verließ das Zimmer.

    Allerdings kam sie nicht weit, denn direkt vor der Tür warteten zwei ihrer Kollegen, die sie sofort überwältigten und ihr Handschellen anlegten. In der Ecke des Zimmers sah sie Barek auch in Handschellen. Er blickte sie missmutig an. Sie wollte grade anfangen zu sprechen, als McAllen vor ihr auftauchte. Der Mund blieb ihr offen stehen. Ungläubig starrte sie ihn an. Hatte sie ihn nicht gerade erschossen? McAllen klopfte sich auf die Brust: „kugelsichere Weste.“ „Woher?“ war das einzige Wort, dass Carry in ihrer Wut rausbekam. „Woher ich wusste, dass du der Komplize bist? Ich muss zugeben, das hat mich überrascht. Ich habe es nicht gewusst. Aber meine Kollegen hier konnten dir und Barek auf die Schliche kommen. Vater und Tochter, arbeiten zusammen. Du hast lediglich einen anderen Namen angenommen. Was man nicht so alles rausfindet, wenn man jahrelang dem schwarzen Mann hinterher ist? Oder soll ich besser sagen, der schwarzen Familie? Barek kann es nicht allein sein, nichts für ungut, aber dafür sind Sie zu dick und ungelenkig. Dass sie süchtig nach Geld sind, ist hier nur allzu gut bekannt und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie anfangen, sich das Geld auf diese Weise zu beschaffen. Den Mann den sie vor Eriksons Augen umbrachten, war ihr eigener Bruder, die bessere Hälfte von ihnen, der sie verraten wollte. Dazu kam er leider nicht mehr. Aber vorher hat er es geschafft, mir diesen Tipp zukommen zulassen. Davon, dass unserer liebe Carry mitmachte, wusste er allerdings nichts. Auch nicht, dass sie bei der Polizei arbeitet. Sie sind ihm geschickt aus dem Weg gegangen. Warum haben Sie, Barek, das Schriftstück von Erikson nicht einfach verschwinden lassen? Ganz einfach, es wäre verdächtig geworden. Der gute Erikson hat sein Leben lang, alles aufgeschrieben, was ihm wiederfahren ist. Das weiß ich von seiner Frau. Wir wären misstrauischer geworden, wenn er es an diesem Abend nicht getan hätte. Und zu guter Letzt: Wie konnten sie an mehreren Orten gleichzeitig sein? Auch das ist leicht erklärt. Die griffen in der Gruppe an. Ihre Gruppe bestehend aus Ihnen, Barek, Carry und dem netten Herren aus der Irrenanstalt, der sich um die Patienten kümmert und sie aus dem Weg schafft, sollten sie wieder zu Sinnen kommen. Carrys Bruder. Ich habe gesehen, wie sie mit ihm Zeichen ausgetauscht haben. Mit ihren schwarzen Anzügen haben sie immer darauf geachtet, dass nur einer von ihnen gesehen wird. Dieser verschwindet und an anderer Stelle taucht der nächste auf. Für den paranoid gewordenen Menschen, ist es egal ob sie gleich groß sind und es scheint, er habe es mit einem Dämon zu tun.

    Kurz gesagt, sie haben die armen Leute so lange verfolgt bis sie wahnsinnig wurden, weil niemand ihnen glaubte. Denn nur die Opfer haben sie gesehen, nicht aber ihre Angehörigen. Der Aufenthalt im Irrenhaus und die Medikamente, welche das Gedächtnis schwächen und von dem lieben Bruder ihnen vorsorglich verabreicht wurden, gaben ihnen dann den Rest.
    So grausam und traurig die Geschichte auch ist, Sie drei haben das äußerst klug eingefädelt.“

    Damit endete McAllen und die Verbrecher wurden abgeführt.

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Elbenzopf ( 2.240 )
Abgeschickt vor 195 Tagen
Hallooo,
Also die Geschichte ist fertiggestellt und das ist der Erste Krimi den ich geschrieben habe.
Sagt mir bitte, ob es euch gefallen hat und was ich verbessern kann! :)
Dankeschöön
Liebe Grüße ♡