Zukunft im Schatten der Vergangenheit

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21 Fragen - Erstellt von: Hada - Entwickelt am: - 7.660 mal aufgerufen - mit langer Auswertung

Um den Reichtum und die Macht meiner Familie zu stärken, wurde ich früh verheiratet, ein Jahr ist es nun her, doch eine glückliche Ehe war dies bei weitem nicht. Der Zeitpunkt, an dem ich entschloss diesem Treiben ein Ende zu setzten, war der erste Schritt in eine glückliche Zukunft.

  • 1
    Im Spiegel konnte ich die neusten Blutergüsse an meinem Körper gut erkennen, sie sahen neben den violett, gelben, roten und grünen Flecken, die meinen Körper seit einigen Tagen zierten, in ihrem blau gar nicht so schlimm aus, noch nicht.
    Er hatte nicht immer so zugeschlagen, früher war er wirklich nett und fürsorglich, ja sogar zärtlich gewesen, wie man es sich von dem perfekten Ehemann erträumte, doch nach unserer Hochzeit hatte er sich geändert.
    Ich zuckte zusammen, als sich die Tür leise knarzend öffnete und zog mir schnell den Stoff meines Unterkleides wieder über die Schultern. „Warum ist mein Essen noch nicht fertig?“ „Ich dachte du kommst erst später zurück, verzeih mir, dass ich nicht nachgedacht habe, ich werde mich sofort an die Arbeit machen, kann ich dir etwas bringen, bis das Essen fertig ist?“ Er antwortete nicht, schaute mich nur aus seinen grimmigen Augen an, während er langsam auf mich zu kam. Ich versuchte, an ihm vorbeizukommen und durch die Tür nach draußen zu laufen, doch er packte mich am Handgelenk und warf mich aufs Bett. Ich schloss die Augen, ich wollte ihn nicht ansehen, ich wollte nichts mehr fühlen, ich wollte einfach nur noch von hier weg.
  • 2
    Ich lief schnell aus der Tür hinaus in Richtung Stall, dort angekommen versperrte ich die Tür von innen, aus Angst er könne hinter mir her sein. Ich ging in die Sattelkammer und klappte das Holzbrett des doppelten Bodens hoch, zog mein Schwert, den Bogen meines Bruders und den Dolch meines besten Freundes aus dem kleinen Versteck und verstaute sie an meinem Körper. Nachdem ich mein Pferd gesattelt hatte, ritt ich durch das hintere Tor hinaus, durch die Stadttore über die Felder und in den tiefen Wald hinein, ich wusste hier würde er mich nicht so schnell finden. Ich stieg ab und ging von jetzt an zu Fuß weiter. Ich lief mehrere Stunden. Endlich erkannte ich durch den lichten Wald die Stadtmauer von Bree, wo ich im Gasthaus „Zum tänzelnden Pony“ erst einmal übernachten wollte.
    Plötzlich hörte ich ein leises Geräusch. Es war so leise, dass es eigentlich kaum zu hören war, doch es hob sich von den anderen Geräuschen des Waldes ab. Langsam schaute ich mich um, da war ein Geräusch, nicht nur ich hatte es gehört, auch mein Pferd blickte in die Richtung aus der es kam, doch zu erkennen war nichts. Ich wollte grade weitergehen, als mich plötzlich zwei starke Arme von hinten packten.
  • 3
    „Aragorn, bin ich immer noch in meinem Schicksal gefangen und liege träumend im Bett, oder bist du es wirklich?“ Erst nachdem ich ihn nach einer Ewigkeit wieder losgelassen hatte, traute ich mich diese Frage zu stellen, aus Angst das Bild, welches sich vor meinen Augen abspielte, könne sich wie eine Trugerscheinung in Luft auflösen. Als Antwort umschlossen mich seine Arme erneut und wirbelten mich durch die Luft. An den Stellen, wo seine starken Arme auf meine Prellungen trafen, durchzuckte mich ein stechender Schmerz. Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, doch so aufmerksam wie er war, merkte er es mir natürlich direkt an. Schnell ließ er mich herunter und um meinen Stolz nicht zu verletzen, versuchte er es schnell zu überspielen: „Sag, wie ist es dir ergangen? Viel zu lange haben wir uns schon nicht mehr gesehen. Wie bekommt dir die Ehe mit deinem Gatten?“ Er konnte natürlich nicht wissen, dass er damit nicht das Thema wechselte. „Lass uns unser freudiges Wiedersehen nicht mit solch ungünstigen Themen ruinieren.“ Ich lächelte, doch es war ein schwaches Lächeln und ich merkte, wie er traurig wurde. Bestimmt ahnte er etwas.
    Wir gingen zusammen nach Bree, Gandalf hatte ihn dorthin geschickt und er erzählte mir, was ich in diesem einen Jahr verpasst hatte. Im tänzelnden Pony setzten wir uns zusammen in die Wirtsstube und aßen und tranken gemeinsam. Ich war am Verhungern, ich hatte seit gefühlten Ewigkeiten nichts mehr Richtiges zu mir genommen. Als eine Gruppe von vier Hobbits das Gasthaus betrat verabschiedete ich mich auf unser Zimmer, Streicher war schon furchteinflößend genug, da musste nicht noch eine emotional labile Frau dabei sein. Ich packte meine Sachen und schwang mich auf mein Pferd. Wir hatten vereinbart, dass er die vier nach Bruchtal begleiten würde und ich schon vorher da sein sollte um Elrond zu informieren. Ich ritt die ganze Nacht hindurch bis in den nächsten Tag und freute mich, als ich Arwen sah, die mir schon vor den Toren der Stadt entgegen geritten kam, doch sie lächelte mich nicht an. Neben mir hielt sie inne und berichtete mir, dass Frodo vom Hexenkönig verwundet worden war. Sie ritt los, um ihnen zu Hilfe zu eilen und ihn lebend hier her zu geleiten. Ich hielt sie nicht auf, wünschte ihr viel Glück und setzte meinen Weg in die Stadt hinein fort. Ich brachte mein Pferd in den Stall, wo es direkt grenzenlos umsorgt wurde.
  • 4
    Ich war froh wieder hier zu sein und vor allem war ich froh, als erst Arwen mit Frodo und später auch die anderen vier relativ unversehrt zurückkamen. Ich verbrachte die nächsten Tage damit, Zeit mit meinen beiden besten Freunden zu verbringen. Ich erzählte ihnen, jedenfalls soweit es mir möglich war, was im letzten Jahr passiert war. „Dieses Schwein, wie konnte er dir so etwas antun. Wenn ich den in die Finger bekomme, dann“, Ich unterbrach ihn bevor er aussprechen konnte, was wir wohl alle dachten. Doch das würde mir nichts bringen. „Ich habe es geschafft, ich bin ihm entkommen, das ist alles was zählt.“ Er nickte, auch wenn er nicht wirklich überzeugt schien.
    In den nächsten Tagen kamen nach und nach die Gäste des einberufenen Rates an. Es waren Elben, Menschen und Zwerge, Männer sowie Frauen, die ihre Art vertraten. Auch ich sollte dem Rat beiwohnen und so saß ich mit den anderen in einer Runde, während sich die Herrschaften stritten. Alle Frauen saßen ruhig auf ihren Plätzen und niemanden schien es zu interessieren, dass Frodo etwas sagen wollte. Erst nach seinem zweiten Versuch verstummten die streitenden Männer. „Ich nehme den Ring!“ „Pah, dass soll wohl ein Witz sein, du bist doch fast noch ein Kind.“ „Mein Herr Boromir, verzeiht, dass ich euch widersprechen muss. Es mag sein, dass er fast noch ein Kind ist, doch er hat den Ring bis hierher gebracht, ohne von seiner Macht beeinflusst zu werden. Die meisten von uns wären spätestens nach einer Minute, die sie ihn in der Hand gehalten hätten, wenn nicht sogar durch puren Anblick“, ich funkelte ihn böse an, „durchgedreht. Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass er sich bereit erklärt.“ Ehrlichkeit war schon immer einer meiner treuen Gefährten gewesen und schon oft hatte ich mich damit in Schwierigkeiten gebracht, so wie auch Jetzt. Boromirs Gesichtszüge versteiften sich und er funkelte mich Böse an. „Wie kannst du es wagen? Du bist nur ein Weib, mehr nicht. Du solltest dich eher um deine Pflichten bemühen, als dich in solche Angelegenheiten einzumischen.“
  • 5
    Dort angekommen kauerte ich mich in die Box zu meinem Pferd. Ich blieb einfach dort sitzen, bis irgendwann Streicher vor mir stand. Ich weiß nicht wie lange ich dort saß, doch als er da war, nahm er mich einfach in den Arm und drückte mich. Es war ein Gefühl der Geborgenheit, welches mich überkam und mir wurde klar, dass ich das so lange vermisst hatte. Früher war er immer für mich da gewesen, doch dann hatte mein Mann verlangt den Kontakt abzubrechen. Nicht nur den Kontakt zu ihm, sondern den Kontakt zu allen, die mir etwas bedeuteten. Schon da hätte ich ihn verlassen sollen, das hätte Zeichen genug sein müssen, doch das war es anscheinend nicht. „Dalia, es tut mir Leid. Er ist ein arrogantes Arschloch, hör einfach nicht auf ihn, ja?“ Ich nickte nur, ich wusste, dass mir solche Worte nichts hätten ausmachen sollten, doch das hatte es, es hatte mich unendlich verletzt. „Kannst du darüber hinwegsehen und uns begleiten? Frodo wird den Ring nach Mordor bringen und ich weiß, dass wir deine Hilfe gut gebrauchen könnten.“ Ich nickte wieder, ich wollte mit, ich wollte meinen besten Freund begleiten, ich durfte ihn nicht noch einmal verlieren. So machten wir uns auf den Weg.
    Mehrere Tage waren wir unterwegs und in den Pausen konnte man fast jeden Tag dasselbe sehen.
  • 6
    Wir setzten unseren Weg fort, indem wir durch die Minen von Moria gingen. Drei Tage und drei Nächte hier unten zu verbringen war nicht meine erste Wahl, doch es war die richtige. Auf jeden Fall bis jetzt.
    Der plötzliche Orkangriff überraschte uns, doch wir schafften es und beeilten uns weiter durch die Minen zu kommen. Als wir die Brücke erreicht und überquert hatten war ich mir sicher in Sicherheit zu sein, doch als ich sah, wie sich die flammende Peitsche des Balrogs um Gandalfs Knöchel schlang war alles zu spät.
  • 7
    Viel Zeit zum Trauern hatten wir nicht. Direkt mussten wir weiter. Wir gingen nach Lothlorien, wo uns die Herrin des Waldes schon erwartete. Wir konnten hier bleiben und uns für unseren weiteren Weg ausruhen, doch mir war dabei nicht geheuer. Ihre Stimme in meinem Kopf machte mir Angst.
  • 8
    „Auch wenn Vergangenes dich wieder einholt.“ Ich wollte nicht weiter darüber nachdenken, zu traurig machten mich ihre Worte. Ich ging am Fluss spazieren um, mich abzulenken. Ich lauschte den Liedern die gesungen wurden. Es waren Klagelieder, doch sie waren wunderschön. Ich setzte mich ans Ufer und schaute ins Wasser. Ich blickte mein Spiegelbild an und sah zu, wie es immer wieder kurz verschwamm, wenn etwas ins Wasser fiel. Mit Absicht warf ich einen kleinen Stein herein und als sich die Oberfläche wieder so beruhigt hatte, dass sich ein klares Bild ergab stand jemand hinter mir.
  • 9
    Wir setzten unseren Weg einige Tage später in Booten den Fluss hinab fort. Bei einer Rast verschwanden plötzlich Boromir und Frodo und ich hatte ein ganz mieses Gefühl bei der Sache. Der Mensch hatte sich nicht unter Kontrolle, wenn es um den Ring ging. Ich sprang auf und rannte in den Wald hinein. Dicht gefolgt von den anderen. Meinen Bogen in der einen, einen Pfeil in der andern Hand versuchte ich die beiden zu finden, was mir erst aufgrund des Tons eines Hornes gelang. Ich rannte in die Richtung aus der das Geräusch kam und sah Boromir am Boden liegen, Aragorn dicht über ihn gebeugt.
  • 10
    Unsere Gruppe hatte sich stark reduziert. Zwei der Hobbits wurden entführt, Sam und Frodo gingen allein weiter und Boromir und Gandalf waren Tod. Wir folgten der Gruppe, die die beiden Hobbits entführt haben und rannten tagelang durch, bis wir auf eine Horde Reiter stießen.
    „Was treiben ein Elb, ein Mensch und ein Zwerg hier, noch dazu in der Begleitung eines Weibs? Sprecht Rasch!“ „Wir sind auf der Suche nach Freunden und welcher Mann hat nicht gerne eine attraktive Frau bei sich?“ Aragorn fragte die Reiter, ob sie eine Gruppe Uruks gesehen hätten, sie erzählten uns, dass sie alle getötet hätten und wiesen uns die Richtung in die wir mussten. Wir beeilten uns und fanden tatsächlich einen Haufen verkohlter Leiche, dazu noch die angesengte Gürtelschnalle von einem der Hobbits. Ich brach zusammen, ich konnte nicht mehr. Alle starben sie vor meinen Augen dahin. Ich sackte auf den Boden und wollte mich nicht mehr bewegen, als Wir die Spuren von ihnen fanden. Sie führten von der Schlacht weg in den Fangorn Wald hinein. Wir folgten ihrer Fährte, bis wir auf ein grelles Licht trafen. Wir dachten es wäre Saruman, doch die Person erzählte uns Merry und Pippin hätten überlebt und wären auf dem Weg nach Isengard. Ich fiel Gandalf um den Hals, als wir ihn erkannten, wenigstens einer Der nicht gestorben war. Der Zauberer rief sein Pferd, damit wir nach Rohan reiten konnten und zu meiner Überraschung kamen zwei Tiere auf uns zu galoppiert. Neben Schattenfell hielt mein Pferd vor uns an und wir setzten auf. Auf dem Ritt ins Land der Pferdeherren hatte ich endlich mal wieder Zeit mit Aragorn zu reden „Was geht in deinem hübschen Köpfchen so vor sich Dalia?“
  • 11
    In Rohan angekommen gingen wir direkt in die Halle, in der des Königs Thron stand. Wir wurden dazu angehalten all unsere Waffen abzulegen und schweren Herzens ließ ich sie bei den Wachen zurück. Nur meinen Dolch nahm ich, versteckt an meinem Hosenbund, mit. Als der Mann mit den schmierigen, schwarzen Haaren zur Rechten des Königs den Stab unseres Zauberers sah, wurde ihm sichtlich mulmig zu mute. Er keifte die Wachen an, sie sollen ihm den Stab abnehmen, doch wir handelten direkt. Aragorn, Gimli, Legolas und ich schafften es die Wachen so lange von Gandalf abzuschirmen, bis er den Geist Theodens von Sarumans Einfluss geheilt hatte. Dabei fiel mir eine blondhaarige Frau auf, die Aragorn mit diesem verliebten Blick anschaute. Sie war die Nichte des Königs und die Schwester des Mannes, der uns zu dem Haufen verkohlter Leichen geschickt hatte. Sie war eigentlich ganz nett, doch tat sie mir Leid. Er würde sie niemals lieben, ich wusste das. Ich freundete mich mit ihr an und so waren wir beide auf den weiten Wiesen vor der Stadt, als ein kleiner Junge und ein noch kleineres Mädchen auf uns zu geritten kamen. Sie erzählten uns, was in ihrem Dorf passiert war und wir brachten sie herein um ihnen zu Essen und Wasser zu geben. Zudem nutzen wir die Möglichkeit zur Information unserer Freunde…
    „Es ist töricht nach Helms Klamm zu reiten und das wisst ihr auch. Wir werden in unseren eigenen Tod reiten, wenn wir ihm folgen, Sarumans Geist hat ihm geschadet, er ist verrückt geworden.“ Ich hatte mich vor den anderen zurück gehalten, doch Gandalf und Aragorn erzählte ich von meinem Zweifel, so beschloss ich den Zauberer auf der Suche nach Eomer zu begleiten.
  • 12
    Wir ritten mehrere Tage, bis wir sie endlich fanden. Sie hatten ihr Lager auf einem kleinen Hügel errichtet und ich war mir sicher, dass sie uns schon von weitem beobachteten, doch ich selbst sah niemanden, nicht eine einzige Bewegung konnte ich ausmachen. Wir sattelten unsere Pferde ab und ließen sie neben der der Rohirrim grasen. Wir gingen auf das große Zelt direkt vor uns zu indem sich Männerstimmen leise unterhielten. Als Gandalf und ich eintraten hielten sie komplett inne. Direkt auf der mir gegenüberliegenden Seite stand der Mann, der mir schon bekannt war. Er war groß, hatte lange blonde Haare und sah alles in allem toll aus.
  • 13
    „Was wollt ihr hier und weshalb habt ihr ein Weib mitgebracht, wolltet ihr mir etwa eine Freude bereiten?“ Er lächelte herausfordernd und seine Männer fingen an zu lachen, doch ich fand dies ganz und gar nicht witzig und zog mein Schwert. „Glaubt mir mein Herr, ihr hättet keine Freude mit mir, ich bin viel zu eigenwillig und klug, als das ich eurem Geschmack an Frauen entsprechen könnte.“ Er hörte direkt auf zu grinsen und ich ließ mein Schwert sinken, doch erst Gandalfs Worte nahmen die restliche Schärfe der Situation vollends heraus. „ Eomer, wir sind hier um in des Königs Namen Hilfe zu erbitten. Es steht eine große Schlacht bevor, er führt euer Volk in die Hornburg, doch ohne Euch wird das ihr aller Untergang werden.“ „Der König braucht meine Hilfe nicht, dass haben die letzten Tage unmissverständlich gezeigt. Zudem hat er seinen Sohn, vielleicht vermag er es ihm zu helfen.“ „Er ist gefallen, vor einigen Tagen erlag er seinen Verletzungen. Eure Schwester braucht euch und euer Onkel ist befreit vom bösen Einfluss, auch er steht zu Euch. Bitte, seid loyal zu eurem Land, wie ihr es versprochen habt. Rohan braucht euch.“
    Gandalf und ich drehten uns einfach um und verließen das Zelt. Wir bauten unser Lager etwas abseits und legten uns zur Ruhe.
  • 14
    Ich wurde geweckt, indem mein Pferd mir immer wieder gegen den Kopf stupste. Es war noch dunkel, doch ein kleiner Ritt könnte uns beiden jetzt kaum schaden. So würde ich wenigstens mal diese ganzen verwirrenden Gedanken aus meinem Kopf heraus bekommen. Wir preschten über die Wiesen, als könne uns nichts mehr halten, als ich plötzlich weitere Hufgeräusche hörte. Irgendwer kam auf uns zu, doch er musste noch hinter einer Hügelkuppe sein. Mittlerweile wurde es langsam hell hinter den Wiesen, doch ich konnte ihn nicht sehen, konnte nur den Galopp seines Pferdes hören. Ich ritt dem Geräusch entgegen und tatsächlich tauchte nach einem kleinen Augenblick Eomer hinter einer Kuppe auf. Neben mir hielt er an, normalerweise hätte ich lieber meine Ruhe gehabt, doch jetzt war mir seine Anwesenheit ganz recht.
  • 15
    Erst unterhielten wir uns über belangloses Zeug, wie das Wetter, oder die letzten großen Turniere, später sprachen wir über unsere Familien. Er erzählte mir, dass seine Eltern schon früh gestorben waren und er und seine Schwester in ihrem Onkel einen beinahe perfekten Ersatzvater gefunden hatten. „Meine Mutter ist im Kindsbett meiner Schwester gestorben. Auch meine Schwester hat es nicht überlebt. Sie wäre jetzt 20, ich war damals 3. Mein Vater zog mich und meinen großen Bruder allein auf, doch vor 6 Jahren kam dieser nicht aus dem Krieg zurück. Es hieß, er sei gefallen. Seit dem hatte sich mein Vater verändert. Er war nicht mehr der fürsorgliche und liebevolle Vater, an den ich mich erinnern konnte, nein, er war leer und kühl. Er fing an, zu trinken und so hat er mich irgendwann verheiratet. Ich dachte, es wäre ein Segen für mich, von ihm weg zu kommen, doch ich geriet in die Fangarme eines weitaus schlimmeren Monsters. Aber genug von mir, wie habt ihr euch entschieden, werdet ihr uns helfen, eurer Volk zu retten?“ In dem Moment in dem er nickte, tauchten vor uns die Zelte des Lagers auf und ich trieb mein Pferd an, um möglichst schnell dort zu sein. Eomer tat es mir gleich. Wir trommelten alle zusammen, gaben seinen Entschluss bekannt und machten uns fertig um aufzubrechen.
    Wir trafen in Helms Klamm ein, als die Schlacht schon tobte. Überall lagen Leichen auf dem Boden, Orks, Uruks und Menschen. Ich war heilfroh, als ich Aragorn, Legolas und Gimli erblickte, die auf ihren Pferden zusammen mit dem König und ein Paar Männern die Feinde vom Tor der Festung wegdrängten. Gemeinsam mit den Rohirrim gelang es uns alle Feinde zu vertreiben.
  • 16
    Wir holten Merry und Pippin in Isengard ab, wo wir sie Pfeife rauchend und essend auf einer Mauer vorfanden. Saruman war gebannt, er war in seinem Turm eingesperrt und von da sollte er nie wieder lebend hinaus kommen - dafür sorgte Grima, indem er ihn erstach.
    Wir ritten zurück nach Edoras, um dort den Gefallenen zu Gedenken, doch von einer Gedenkfeier hatte dieses Saufgelage eher weniger.
  • 17
    Am nächsten Tag ritt ich zusammen mit Pippin und dem Zauberer in die weiße Stadt, um sie vor dem bevorstehenden Unheil zu warnen, meine Gedanken waren jedoch ganz wo anders, konzentrieren konnte ich mich nicht.
  • 18
    In der weißen Stadt angekommen, versuchten wir direkt zu Denethor zu gelangen. Er saß auf seinem Thron und hielt die zwei Hälften des Horns von Gondor in der Hand. Der Zauberer hatte uns ermahnt, nichts über den Tod seines Sohnes verlauten zu lassen, doch es war zu spät, er wusste Bescheid.
  • 19
    Draußen lehnte ich mich gegen die kühle, weiße Mauer. Jetzt verstand ich Boromirs Handeln erst richtig. Er hatte sein Leben darauf ausgerichtet, sein Volk zu beschützen, das wusste ich, doch auch war es darauf angelehnt seinem Vater zu imponieren. Ich fragte mich, wie es wohl seinem Bruder ergangen war, ob er ebenso gezeichnet von dem Wahnsinn seines Vaters war. Als hätte ich einen Geist beschworen, tauchte in eben jenem Moment in dem ich meinen Gedanken nachging ein Mann vor mir auf.
  • 20
    „Habt ihr die Pfeile auf meinen Bruder gerichtet, welche ihn getötet haben? Nein, dass habt ihr nicht, also tragt ihr keine Schuld an unserem Verlust. Ich bin dankbar, dass ich weiß, dass auch ihr in vermisst, doch ihr solltet euch keine Schuldgefühle machen. Er ist nicht wegen euch umgekommen. Ich freue mich, euch kennengelernt zu haben, doch ich muss gehen.“
    Ich stand alleine an der Wand und wartete auf meine Freunde.
    „Er ist ein Dummkopf, dass er keine Hilfe erbittet. Sein Volk steht vor dem Abgrund, doch ihm ist es egal. Wir müssen es in die Hand nehmen. Ihr beiden werdet die Leuchtfeuer entzünden und so werden wir die anderen informieren.“ Wir folgten den Worten des Zauberers.
    Ich ging durch die Straßen der Stadt, als ich ein weiteres Mal auf Faramir traf, welcher gerade seine Soldaten nach Osgiliath führen wollte.
  • 21
    Die Schlacht stand kurz bevor und wir sahen uns unserem Untergang gegenüber stehen. Es waren viel zu wenig Männer um die Stadt zu verteidigen und von Rohans Reitern war weit und breit keine Spur. Auch die Soldaten, welche gen Osgiliath geritten waren hatten wir verloren und Faramir war schwer verletzt. Zusammen mit Pippin verhinderte ich, dass sein Vater ihn verbrannte und zusammen ritten wir in die wahrscheinlich letzte Schlacht für uns.

Kommentare (5)

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Blackwolf ( von: Blackwolf)
vor 403 Tagen
http://www.testedich.de/quiz43/quiz/1470643018/Der-Herr-der-Ringe-Das-Treffen Hallo Hada Mein erstes Test ist raus gekommen probier mal aus und gefällt dir mal mein test ob du Tamina,Leonora oder Meliana bist?
LG Blackwolf
PS Hoffentlich schreib deine Meinung zu mein erstes test
Pollypauline03 ( von: Pollypauline03)
vor 434 Tagen
Einfach nur Mega!
Yolo (37099)
vor 453 Tagen
Ich habe mir alle durchgelesen und fand die mit Legolas am schönsten, denn da war alles drinn: Drama, Leidenschaft, Tränen, und natürlich ganz viel Liebe.😍
Ellysmiley (71368)
vor 456 Tagen
Einfach nur amazing! Ich habe mir auch alle durch gelesen und die mit Legolas hat mir besonders gefallen!
Jenny (92031)
vor 465 Tagen
Du hast einen bewundernswerten Einfallsreichtum! Dein Schreibstil ist total schön zu lesen, mach ja weiter!
Ich habe mir alle Geschichten durchgelesen, ich fand es sehr schön, dass du beschrieben hast, wie ihr Leben nach dem Ganzen aussieht und besonders lobenswert finde ich die Tatsache, wie geschickt du Boromir wieder zurück ins Leben geholt hast. Dank dir hab ich erstmalig was über Mandos erfahren bzw mich darüber informiert. Mir hat es auch besonders gefallen, dass die Protagonistin nicht wie gewöhnlich mit nach Helms Klamm gegangen ist, sondern Gandalf auf der Suche nach Eomer begleitet hat. Die 'Beziehung' zwischen ihr und Aragorn fand ich auch richtig schön in Szene gesetzt und beschrieben.
Ein Manko hätte ich allerdings zum erwähnen: Für meinen Geschmack hat die Boromir-Loverin ein klein wenig zu viel rumgeheult... Ich meine klar, ihr Leben entwickelt sich mehr und mehr zur Hölle und natürlich muss sie da auch jammern, aber es war ein klein bisschen zu viel für mich. :)