Flamera - The beginning

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1 Kapitel - 3.702 Wörter - Erstellt von: Flamera-chan - Aktualisiert am: 2016-07-06 - Entwickelt am: - 213 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich habe schon 2 Fanfiktion mit meinem Charakter Flamera geschrieben. Diese existiert allerdings nicht nur in diesen Fanfiktions, sondern ich schreibe an einer Geschichte wo sie die Hauptrolle spielt. Und da noch nicht sehr viele in meine Geschichte reingeschnuppert haben, habe ich mir gedacht, dass ich sie doch online stellen könnte, also zumindest das erste Kapitel und wenn ihr wollt ein paar Ausschnitte, und ihr lasst mir dann einfach eine Bewertung in den Kommentaren da. Danke im Voraus. Wenn ihr sehr begeistert davon seid, kann ich euch ja Bescheid geben wenn das Buch endlich fertig und draußen ist.
Eure Flamera-chan

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    „ Hey, Rotkäppchen“, rief jemand. Ich ignorierte es. Nicht, weil ich nicht wusste, dass ich gemeint war, sondern weil ich schlicht und einfach keine Lust hatte. Meine Laune war mal wieder ganz unten im Keller. Ich wollte eigentlich nur noch nach hause. Nach hause und ins Bett. Der Tag ist nicht sehr gut gelaufen. Erst komme ich zu spät zu Physik, weshalb ich dann auch an die Tafel musste und eine 6 kassierte, dann warfen ein paar Jungs in der Frühstückspause mein Pausenbrot herunter und dann bekam ich auch noch ein blaues Auge verpasst, weil ich einen der coolen Jungs komisch angeschaut hatte. Das war echt nicht mein Tag. Wenigstens gab es zuhause niemanden, der mich wegen der 6 in Physik anschreien würde, obwohl es mir eigentlich lieber gewesen wäre wenn es so wäre. Auch wenn es für die meisten unerklärlich ist, aber wenn man allein ist seit man denken kann, wünscht man sich manchmal, dass es jemanden gibt der zuhause auf einen wartet und sich wenigstens etwas für einen interessiert. Und wenn es nur um die Arbeiten in der Schule geht. Aber ich war allein. Seit 2 Jahren, glaube ich, lebte ich nun schon allein in einem Haus. Davor habe ich in einem Waisenhaus gewohnt. Ich weiß nicht wie lange es her ist, beziehungsweise habe ich auch gar nicht erst versucht daran zu denken, als man mich am Straßenrand fand. Die Erinnerungen von damals sind wage und sehr verschwommen. Es war Abend gewesen, soweit ich mich erinnern kann. Ein bisschen Schnee fiel, durch den ich aufwachte. Das erste was ich sah waren Straßenlaternen, verlassene Häuser und der Sternenhimmel. Ich hörte Schritte, leise, dann laut. Es klang als würde derjenige, zu dem die Schritte gehörten, humpeln. Plötzlich tauchte ein Gesicht in meinem Blickfeld auf. Graue Haare, graue Augen, kalt, leblos und dennoch warm, beruhigend. Ich spürte wie ich sanft hochgehoben wurde. Danach war alles schwarz.
    Ein weiteres Rufen riss mich aus meinen Erinnerungen. Ich stöhnte genervt auf. Ich werde nicht reagieren, sagte ich mir. Ich reagierte allgemein nicht gerne auf Rotkäppchen oder Weißhaut. Und erst recht nicht auf Vampir. Nur weil ich rote Haare, nicht orangerote sondern feuerrote, genauso rote Augen und weiße Haut habe und dadurch natürlich nicht unbedingt normal aussah, heißt das nicht, dass man mich danach benennen darf. Ich heiße Emilia. Oder Lia, wenn man so will.
    Plötzlich packte mich jemand an der Schulter, erst zuckte ich zusammen, doch dann drehte ich mich um. Ich glaube mein Leben hasst mich, denn derjenige der hinter mir stand, war einer der beliebtesten Jungen der Schule: Alexandré de Neviliere. Ich versuchte ruhig und cool zu wirken. „Was ist denn, Alex?“, fragte ich und sah ihn skeptisch an. „Könntest du mir bitte die Hausaufgaben in Biologie erklären?“, fragte er mich überraschend freundlich. Das erstaunte mich schon. Es war selten jemand nett zu mir, vor allem nicht wenn man zu den coolsten Leuten der Schule gehörte. Einer der Gründe dafür war, dass man von allen immer beobachtet wird, vor allem von seiner Clique. Wenn man vom Teufel denkt, da kommen sie schon. „Hey! Schneeweißchen! Hey! Alex? Was machst du denn bei Weißhaut? Wir wollten uns doch auf dem Sportplatz treffen!“, rief einer von ihnen. „Später, Emilia wollte mir vorher noch die Hausaufgaben in Biologie erklären!“ rief er zurück. „Wollte ich gar nicht!“, rief ich empört. Was bildete er sich eigentlich ein! Ich glaube, er hält sich für den Allercoolsten. Und einige denken das auch von ihm, aber ich nicht. Doch eigentlich freute ich mich ein bisschen, dass er mich mit meinem richtigen Namen benannt hatte. Trotzdem warf ich seiner Clique noch einen finsteren Blick zu und ging. „Hey, Lia, warte!“, rief Alexandré und rannte mir hinterher. „Ignoriere sie.“ Ich zeigte keine Reaktion. „Lia? Alles okay?“ „Kannst du mich bitte in Ruhe lassen, ich habe gerade echt keine Lust mit irgendwem zu reden!“ Auf diese Aussage hin verschwand er und ich konnte in Ruhe nach hause gehen.
    Auf dem Weg nach hause kam ich an vielen Mehrfamilienhäusern vorbei. Ich senkte den Blick. Ich wollte sie nicht sehen, die Kinder, die im Hinterhof spielten, mit ihren Eltern spazieren gingen und nach hause kamen und von ihrer Familie empfangen wurde. Ich wich ihnen aus, ich wollte keinen Kontakt, keine Berührung. Ich weiß, ich war nicht die einzige, die allein nach hause lief, aber ich war die einzige, die auch zuhause allein war. Es war niemand da, der mich hätte empfangen, in den Arm nehmen und versorgen können. Ich war allein.
    Bei mir zu hause angekommen, seufzte ich. Ich ließ mich auf die Couch fallen und sah mich im Zimmer um. Mein Blick blieb an einem kleinen Schrank mit ein paar Bildern und einem Strauß Blumen hängen. Ich erhob mich und ging zu dem Schrank. Mein Blick schweifte über die Bilder. Überall war die gleiche Frau zu sehen. Die Frau von damals, Josefine hieß sie. Ich glaube, es ist jetzt schon 5 Jahre her. Damals starb sie an Altersschwäche. Eine einzige Träne lief meine Wange hinunter. Josefine war die Frau, die mich damals auf der Straße fand. Sie hat mich ins Waisenhaus gebracht und sich immer um mich gekümmert. Leider konnte sie mich nicht zu sich aufnehmen, weil sie keine Zeit für mich gehabt hätte. Dafür schaute sie regelmäßig im Waisenhaus vorbei. Bis sie vor 5 Jahren starb. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern. Ich hatte Geburtstag gehabt, dass heißt, der Tag, an dem Josefine mich fand, jährte sich. Ich hatte ungeduldig auf sie gewartet. Sie hatte mir versprochen, dass sie mit mir in den Vergnügungspark gehen würde. Doch sie kam nicht. Ich wartete bis es Zeit zum Abendbrot war. Zum Abendbrot aß ich kaum was. Ich dachte, sie hatte unseren Tag vergessen, doch dann kam die Heimleiterin, welche eine gute Freundin von mir gewesen ist, zu mir und sagte mir, dass sie gestorben war. Ich war geschockt. Erst dachte ich, es wäre ein dummer Scherz gewesen, doch ich realisierte sehr bald das Gegenteil. Seit diesem Tag war nichts wie vorher. Alle Kinder aus dem Heim liebten Josefine. Nun gaben sie mir die Schuld an ihrem Tod, da sie an dem Tag gestorben war, an dem sie mich fand. Seit dem hassten, verstießen und erniedrigten sie mich. Sie gingen mir aus dem Weg, sprachen nur noch über und nicht mit mir und ignorierten mich. Die einzige, die noch für mich da war, war die Heimleiterin. Aber was wusste sie schon. Sie würde mich nie so sehr verstehen wie Josefine es tat. Aber dennoch versuchte sie mir zur helfen. Sie ließ mich in Josefines Haus wohnen, damit ich die Lästereien und Mobbingattacken nicht länger ertragen musste. Ab und zu sah sie nach mir, das heißt wenn sie Zeit hatte, einmal im Monat, oder so. Sie zahlte auch die Strom- und Wasserkosten für mich. Genauso wie das Essen. Sie sorgte dafür, dass ich allein leben konnte. Aber dennoch, ich war allein. 14 Jahre alt und allein
    Ich wandte mich von dem Schrank ab. Ich wollte nicht mehr daran denken. Ich machte mich an meine Hausaufgaben, kochte mir Essen, aß, machte mich bettfertig und legte mich schlafen.
    Die nächsten Tage liefen ab wie alle anderen auch. Außer der Freitag, am Freitag merkte ich, das irgendwas im Busch war. Jeder merkte das. Die erste Stunde viel aus, weil eine Lehrerkonferenz gehalten wurde. Alle im Klassenzimmer waren unruhig. Sogar ich wollte unbedingt wissen was los war. Ungeduldig kritzelte ich etwas auf meinem Block herum, radierte es wieder weg und kritzelte was anderes hin. Was es genau war, konnte ich im Nachhinein gar nicht sagen. Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, sondern brauchte einfach nur Ablenkung. Dann, als es zur zweiten Stunde klingelte, kam unser Klassenlehrer ins Zimmer und verkündete, dass unsere Schule dazu auserwählt wurde an einem Schüleraustausch teilzuhaben und Schüler aus verschiedenen Ländern an unserer Schule zu unterrichten. Ich seufzte. Na toll, noch mehr Leute die mich wahrscheinlich hassen werden. In der gesamten Klasse brach ein Redeschwall aus, welchen der Lehrer mit einem „Ruhe!“ aber sofort wieder beendete. „Allerdings ist es die Aufgabe der Schüler die Austauschschüler zu integrieren, weshalb wir abstimmen, wer sie vom Flughafen abholen wird. Holt bitte alle einen Stift und einen Zettel heraus“, verkündete er enthusiastisch. Juhu, die Laune kippt! Zumindest die meinige, da wahrscheinlich jeder für mich stimmen wird. Ich wusste, dass keiner Lust hatte diese Aufgabe zu bewältigen und es auch niemandem antun wollte, außer mir natürlich. Ich freute mich ja schon total drauf diese Aufgabe zu erledigen. Was ich nur ohne Sarkasmus machen würde. Aber ich wusste, dass aufregen nichts half und stimmte für Alex. Danach wartete ich darauf, dass der Lehrer die Zettel einsammelte und auswertete. Das Ergebnis war eindeutig. Alle außer mir hatten für mich gestimmt. Dass ich für Alex gestimmt hatte, wird mich wahrscheinlich noch eine Woche lang verfolgen, vor allem weil er der Liebling der Klasse war und mich wahrscheinlich jeder von ihnen damit aufziehen wird, dass ich angeblich in ihn verknallt wäre. Aber das war ich nicht. Okay, ich muss zugeben, als ich neu in der Klasse war, sollte er mich einführen und war ziemlich nett zu mir, weshalb ich anfangs auch in ihn verliebt war, aber das hat sich ziemlich schnell gelegt, da ich mitbekam wie er mit anderen über mich lästerte. Er war also längst bei mir unten durch. Und jetzt hatte ich sowieso andere Sorgen als mir solche Behauptungen anzuhören. Ich überlegte nämlich schon wie ich die Austauschschüler abholen könnte, ohne dass ich gleich auffalle oder sie mich gleich hassen.
    Aber auch um darüber nachzudenken hatte ich während der Schule nicht genug Zeit, da die Lehrer mit uns alle möglichen Dinge besprachen. Als es endlich zum Stundenende der letzten Stunde läutete, atmete ich erleichtert auf. Meine Mitschüler hatten es aufgrund der Aufregung noch nicht geschafft mich mit irgendwas aufzuziehen und morgen war Wochenende also hatte ich noch zwei Tage ruhe bevor sie damit anfangen würden.
    Ich packte meine Federmappe und mein Hausaufgabenheft in meine Tasche und verließ das Zimmer als eine der ersten. Ich wollte so schnell wie möglich nach hause um mich vorzubereiten auf das was in 3 Wochen auf mich zukommen würde. Heute lief ich etwas schneller und nahm eine Abkürzung. Ich wollte nicht riskieren Alex oder jemandem aus seiner Crew über den Weg zu laufen.
    Die nächsten 3 Wochen vergingen wie im Flug. Die Klasse unterließ ausnahmsweise ihre dummen Sprüche und ließen mich im Prinzip in Ruhe. Worüber ich auch sehr froh war. Ich zerbrach mir schon genug den Kopf darüber wie es wohl mit den Austauschschülern laufen würde. Eigentlich wollte ich nicht, dass die 3 Wochen vergingen, doch ehe ich es mich versah stand ich am Flughafen um die Schüler abzuholen.
    Ich sah mich um und versuchte so wenig wie möglich aufzufallen, was schwierig war, wenn man ein Schild mit der Aufschrift „Welcome in Germany“ in die Höhe hielt und so aussah wie ich. Zu meinem Glück dauerte es nicht lange und die ersten Ausländer kamen auf mich zu. Wir warteten gemeinsam auf die anderen und unterhielten uns. Sie waren wirklich nett und bevorurteilten mich nicht mal.
    Als wir dann den Rückweg antraten, waren wir, mich ausgeschlossen, insgesamt circa 20 Personen. Sie kamen aus verschiedenen Ländern. Japan, Russland, USA, England und Frankreich. Zum Glück sprachen sie alle ziemlich gut deutsch, denn mein englisch war nicht das beste.
    Es dauerte nicht lange bis wir in der Schule ankamen. 20-30 Minuten vielleicht. Vielleicht auch mehr, vielleicht auch weniger, ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall, als wir dann ankamen, wurden alle Austauschschüler eingeteilt. Alle, bis auf einen. Sordo Muneo hieß er. Komischer Name, fand ich. Er redete nicht sehr viel, hatte gebräunte Haut und braune Augen. Außerdem schwarze Haare. Er war im Prinzip ganz hübsch, sah aber ziemlich arrogant aus.
    „Emilia!“, rief mich der Lehrer aus meinen Gedanken. Ich sah ihn überrascht an. Ich hatte nicht zugehört, aber ich konnte mir denken was die Aussage war. „Wenn es sein muss“, erwidere ich nur und wende mich wieder meinem Block und meinem Stift zu, denn ich kritzelte schon wieder die ganze Zeit.
    Nachdem die Stunde zu ende war, ging ich zu Sordo. Ich warf ihm ein kurzes „Beeil dich bitte“ und „Ich warte auf dem Schulhof“ hin und war schon aus dem Raum verschwunden.
    Auf dem Hof setzte ich mich seufzend auf eine Bank und starrte in den Himmel. Er war strahlend blau, weiße Schäfchenwolken zogen über ihn und die Sonne strahlte hell und warm. Es waren circa 25°C im Schatten, es war aber auch schon Ende Sommer, Anfang September. Die Schule hatte vor einem Monat wieder begonnen. Ich glaube, an dem Tag hatte es in Strömen gegossen. Ich war in die neunte gekommen. Ich hatte mir am Vortag mit aller Mühe meine Haare schwarz getönt. Farbe hielt in meinen Haaren sehr schlecht. Und wenn, nahmen sie eine ganz andere Farbe an, als ich eigentlich wollte. Trotzdem hatte ich es nach 5 Versuchen geschafft. Voller Freude war ich am nächsten Tag zur Schule gegangen. Endlich gehöre ich zu den normalen Leuten, hatte ich gedacht. An dem Morgen war es so warm gewesen, dass ich meine Jacke einfach zuhause ließ. Das war ein großer Fehler. Ich war kaum einen Kilometer gelaufen, da begann es zu schütten wie aus Eimern. Schnell rannte ich zur Schule. Als ich in das Klassenzimmer eintrat, sahen meine Mitschüler erst verdutzt an, begannen dann aber fürchterlich zu lachen. Schnell eilte ich zum Spiegel, der im Zimmer hing. Der Anblick, der sich mir bot, jagte mir einen riesigen Schreck ein. Meine Haare waren zerzaust, gekräuselt und sahen aus als wären sie in Schlamm gewaschen. Das war mit Abstand der schlimmste erste Schultag, den ich
    jemals hatte.
    „...lia! Emilia!“ Sordos Stimme riss mich aus meinen Erinnerungen. Ich blinzelte und sah ihn an, dann stand ich auf. Ohne mit ihm zu reden, ging ich an ihm vorbei. Ich fühlte mich unwohl in seiner Gesellschaft. Es schien mir als würde er mich die ganze Zeit beobachten und bewerten. Ich sah ihn nicht an und ging den gewohnten Weg nach hause. „Dich grüßt ja niemand“, bemerkte Sordo, wahrscheinlich einfach nur um mit mir ins Gespräch zu kommen. „Nicht wirklich, nein“, gab ich knapp zurück. Ich bog in die kleine Seitengasse, die in den Hof meines Hauses führte. Sordo verstummte wieder und folgte mir den schmalen Weg bis zu meinem Garten. Ich nahm den Rucksack von meiner Schulter und kramte darin nach dem Haustürschlüssel. Danach schloss ich auf, warf meine Tasche in die Ecke, deutete Sordo, seine Sachen ebenfalls dort abzustellen und ging in die Küche, um zu kochen.
    Ein paar Stunden später hatte Sordo sich schon eingelebt. Ich hatte ihm sein Zimmer gezeigt, er hatte seine Sachen eingeräumt und danach hatten wir zusammen gegessen. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße – mein Lieblingsessen. Dennoch war die Stimmung weiterhin angespannt. Ich fühlte mich extrem von ihm beobachtet. Ich spürte wie seine Augen auf mir ruhten. Ich sah von meinem Essen auf, er sah schnell wieder au sein Essen. „Was ist?“ - „Nichts“ - „Dann hör auf mich anzustarren.“ - „Tut mir Leid, es ist nur...“ - „Was? Meine roten Haare? Meine Blasse haut? Meine Augen? Was stört dich?“, fauche ich empfindlich. „Nein“, erwidert er, „ich wollte nur fragen... wo sind deine Eltern?“ Ich sah ihn kalt an. „Welche Eltern?“ fragte ich gefühllos zurück. „Du... wohnst allein?“, fragte er entgeistert. „Ja“, antwortete ich ruhig. „Das ist bestimmt cool, keine nervigen Eltern, niemand der einem was befiehlt – du kannst sozusagen machen was du willst. Aber es ist bestimmt auch einsam, oder?“ Ich sah ihn überrascht an. Ich hatte jetzt eigentlich das klassische, übertriebene Mitleid erwartet, doch dies kam nicht. Ich lächelte. „Ja, schon, aber man gewöhnt sich dran. Ich bin ja nicht ganz allein. Ab und zu bekomme ich Besuch“ Sordo schmunzelt und legt seine Hand auf meine Schulter. „Weißt du was?“, grinst er mich an, „du bist richtig süß, wenn du lächelst.“
    So fing es an. Mit jeder Sekunde, jeder Minute, jeder Stunde und jedem Tag gewann ich ihn mehr als Freund. Bis es geschah. Niemand hatte es geahnt. Niemand hatte geglaubt das es geschehen würde. Aber es war da. Das Unglück war so plötzlich da. So schnell wie der Platzregen, breitete es sich über dem Land aus.
    Sordo und ich waren gerade auf dem Nachhauseweg. Ich ging extra etwas schneller, da ich schon ahnte das sich ein Unglück anbahnte. Kaum war ich über die Straße gekommen, hörte ich hinter mir einen lauten Knall. Ich drehte mich schnell um. Da lag er. Sordo, der mit einem Auto zusammengeprallt war, war tot und so schnell wie das Unheil gekommen war, ging es wieder. Die ganze Klasse reite sich um ihn. Alle weinten, nur ich stand regungslos da. Ich war geschockt. Nicht er... Jeder wäre mir egal... aber nicht er. Ich machte auf dem Absatz kehrt und rannte in Richtung zuhause. Links, rechts, links, wieder links – ich dachte nicht darüber nach. Ich rannte einfach nur. Ich rannte und rannte und rannte. Tränen rannen über meine Wangen oder war es doch nur der Regen? Ich konnte es nicht unterscheiden. Es war mir auch egal. Ich riss die Tür auf, dass heißt, ich wollte sie aufreißen, doch sie war verschlossen. Ich rannte in die Tür rein und schlug mir den Kopf an. Ich sank zu Boden. Mein Kopf tat weh, ich war durchnässt und wollte einfach nicht mehr. Ich starrte in den Himmel – die Wolken wurden immer dichter und dunkler. Alles wurde dunkler um mich herum, zumindest dachte ich das. Dann wurde plötzlich alles schwarz.
    Ich spürte, wie ich geschüttelt wurde. Ich hörte Stimmen. Ich öffnete die Augen. Sofort kniff ich sie wieder zusammen. Das helle Licht blendete mich. Ich blinzelte erneut. Langsam gewöhnte ich mich an das Licht und konnte auch erkennen wo ich war. Ich war in meinem Zimmer. Vorsichtig sah ich mich um. Neben mir standen zwei Austauschschüler. Ich glaube, sie hießen Vikar und Subaru. Ich sah sie verwirrt an. „Ist sie wieder wach?“, hörte ich eine besorgte Stimme. Das war doch... aber nein das konnte nicht sein... „Sordo?“, fragte ich verwundert. Und wirklich – es war Sordo, welcher nun auf mich zu kam. „Sordo, ich dachte du seist -“ Er legte einen Finger auf meine Lippen. „So etwas tötet mich nicht“, lächelt er liebevoll. „Mach dir keine Sorgen. Es muss schon einiges mehr passieren, damit ich sterbe“ Ich sah ihn fassungslos an. Ich konnte es einfach nicht glauben. Er war nicht tot...er war nicht tot!
    Ich richtete mich vorsichtig auf. „Aber... wie kannst du das überlebt haben?“ - „Sagen wir: ich bin.... anders. Versprichst du mir, mich nicht für verrückt zu halten, wenn ich es dir erkläre?“ - „Ja...?“, antwortete ich unsicher. „Ich bin ein Elf. Wir alle sind das.“ Er deutete auf Vikar, auf Subaru und schließlich... auf mich! „Ich! Ich soll eine Elfe sein!“, fragte ich fassungslos. „Ja, du bist eine Elfe“, erwiderte er ruhig, „Aber dazu erkläre ich dir später mehr. Wichtig ist erst mal warum wir hier sind. Emilia... du musst mit zurück zum Elfenland, dort wo du geboren wurdest. Man braucht dich dort.“ - „Wozu?“ - „Das tut vorerst nichts zur Sache, es ist nur wichtig, dass du mitkommst. Bitte.“ Er sah mich ernst an. Ich sah schweigend zurück. Das alles ging mir etwas zu schnell. Erst war Sordo tot, auf einmal wieder nicht, dann soll ich eine Elfe sein... Das war alles ein wenig viel. Andererseits... was hatte ich schon zu verlieren, ich hatte niemanden. Außer der Heimleiterin. Ich sollte ihr wohl einen Zettel schreiben, aber was sollte ich darauf schreiben? Es klang zu bizarr, auch ich zweifelte an der Wahrheit, aber nagut. „Ich werde mitkommen.“ Vikar und Subaru lächelten mich fröhlich an, Sordo reichte mir die Hand. „Dann komm“, forderte er mich auf und ich nahm seine Hand und stand auf. Subaru und Vikar reichten sich ebenfalls die Hände, Vikar nahm Sordos Hand und Subaru meine. Er strahlte mich verschmitzt an.
    Plötzlich verlor ich den Boden unter den Füßen. Ich fiel und fiel und fiel. Subarus und Sordos Hände lösten sich von meinen und ich fiel ins leere Nichts.

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