Crimson Love

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1 Kapitel - 6.446 Wörter - Erstellt von: Yuki - Aktualisiert am: 2016-06-14 - Entwickelt am: - 744 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

- Leseprobe -

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    Http://www.bookrix.de/_ebook-gabriel-triton-crimso n-love/ Kapitel 1 – Die erste Nacht „Bis zu den Sommerferien wird dieser Junge bei euch in der
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    Kapitel 1 – Die erste Nacht

    „Bis zu den Sommerferien wird dieser Junge bei euch in der Klasse sein.“ Wahrscheinlich hätte ich mich darüber wundern sollen, dass wir zwei Wochen vor den Sommerferien einen neuen Schüler bekamen, aber ehrlich gesagt interessierte mich das auch überhaupt nicht. Ich hasste meine Klasse und war froh, dass ich sie bald nie wieder sehen musste. Warum also sollte ich mir nun über einen weiteren Schüler Gedanken machen, wenn ich ihn ohnehin nicht mehr lange sehen würde?
    Der Junge setzte sich an einen freien Platz am Fenster und sah auf die Stadt hinaus. Trotz dessen, dass er mich nicht interessierte, sah ich ihn mir kurz an. Er war ungefähr einen Kopf größer als ich, hatte etwa schulterlange, gestufte schwarze Haare und eisblaue Augen. Zudem war er extrem blass und trug schwarze Kleidung. Eine Lederjacke, darunter ein Shirt, eine dazu passende schwarze Hose, Stiefel und eine sehr teuer aussehende Armbanduhr. Ausnahmsweise silbern und nicht schwarz. Wären an seiner Kleidung nicht überall Nieten befestigt, hätte man seinen Kleidungsstil als recht unauffällig bezeichnen können. Doch so stach er geradezu aus der Menge heraus. Ein merkwürdiger Junge, entschied ich und widmete mich wieder meiner Lehrerin, die irgendetwas über Asymptoten erzählte.

    Nach Unterrichtsende stürmten alle zur Bushaltestelle und ich trottete alleine vor unsere Schule und wartete auf meinen Vater, welcher mich abholte. „Hi!“ hörte ich eine fröhliche Stimme hinter mir rufen und drehte mich um, da er nur mich gemeint haben konnte. Ich erkannte unseren neuen Schüler – dessen Name ich im Übrigen überhört hatte – auf mich zukommen. „Hallo.“ antwortete ich resigniert und sah zu ihm hoch als er neben mir stand. Meine Güte, er war tatsächlich über einen Kopf größer als ich. Bei meiner Größe war das allerdings auch nicht allzu schwer. Er lächelte mich freundlich an und fragte auf wen ich warten würde. „Auf meinen Vater.“ war meine knappe Antwort. Er grinste und meinte, dass auch er abgeholt werden würde. Von wem, verriet er mir allerdings nicht. Also warteten wir gemeinsam. Ich kniff leicht meine grünen Augen zusammen und fluchte innerlich darüber warum ich keine Sonnenbrille mitgenommen hatte. Wir hatten über 30° und ich wunderte mich ohnehin warum der Junge eine lange Hose und eine Lederjacke trug, sagte aber nichts. Doch er schien nicht gerade ein introvertierter Typ zu sein. „Wo wohnst du?“ „Wieso? Hast du vor mich zu stalken?“ antwortete ich leicht schmunzelnd. Er kicherte kurz und verneinte dies. „Ich wollte nur wissen ob wir in der Nähe wohnen …“ „Bestimmt nicht.“ meinte ich. Ich wohnte in einem ziemlich kleinen Vorort der Stadt, den so gut wie niemand an meiner Schule kannte. Wenn er dort wohnen würde, würde ich ihn kennen. „Wo wohnst du?“ Diese Frage kam diesmal von mir. „Wieso? Hast du vor mich zu stalken?“ Er grinste mich an. Ich musste unwillkürlich lächeln und schüttelte den Kopf. „Ich antworte dir, wenn du mir antwortest.“ schlug er einen Deal vor. Ich seufzte. „Hohenwart.“ „Ich wohne hier in der Stadt.“ gab er sogleich Auskunft. Ich nahm nicht an, dass er wusste wo mein Ort war. Er meinte er wäre gerade erst hergezogen und deswegen auch nur zwei Wochen bei uns in der Klasse. Bei dem Gedanken an meine Klasse verfinsterte mein Blick sich augenblicklich. Er hatte es gemerkt und fragte mich warum ich meine Klasse so hassen würde. Es war ihm wohl aufgefallen, dass ich in den Pausen alleine irgendwo saß und mit keinem geredet hatte. Ich zuckte nur mit den Schultern. Weder wusste ich eine vernünftige Antwort noch ging es ihn etwas an. Er gab sich nicht damit zufrieden und fragte ob er mich umarmen dürfte. Verwirrt sah ich ihn nun doch an. Bisher hatte ich nur gerade aus auf die Straße gestarrt. Mit wehleidigem Gesicht meinte er, dass er mich aufmuntern möchte und mich gerne einmal lachen sehen würde. Dabei dachte ich sofort an meine beste Freundin. Sie war eine der wenigen Personen, bei der ich niemals schlechte Laune hatte. Bei dem Gedanken musste ich lächeln. Er sah mich verwirrt an und mein Grinsen wurde noch etwas breiter. Ich erklärte es ihm und nun standen wir beide wieder da. Eine Weile sagte keiner etwas bis zwei Autos vorbeifuhren und anhielten. Das eine war von meinem Vater, das andere offensichtlich von dem Chauffeur des Jungen. Und damit meinte ich einen richtigen Chauffeur. Mit etwas großen Augen sah ich zu, wie mein Mitschüler in die Limousine stieg und mir noch kurz zum Abschied zuwinkte. Ich nickte zurück und stieg ebenfalls in unser Auto ein. Auf die Frage meines Vaters hin wer der Junge war, sagte ich einfach, dass er aus meiner Klasse kam. Mehr nicht. Mehr konnte ich auch gar nicht sagen, da ich nicht einmal seinen Namen kannte. Also holte ich meine Kopfhörer raus, steckte sie mir in die Ohren und schaltete Musik an. Ich hatte einen etwas eigenen Stil. Sei es bei dem Kleidungsstil, bei meinem Musikstil oder auch der Einstellung gegenüber anderen Dingen. Alles in allem betrachtet war ich in dieser Gesellschaft wohl ein ziemliches Individuum. Im Grunde war ich nichts wirklich Besonderes, mit Ausnahme dessen, dass ich eine eigene Meinung besaß. Was man von anderen in meinem Alter nicht gerade behaupten konnte. Was auch ein wesentlicher Grund dafür war, dass ich meine Klasse nicht mochte. Oder alle anderen in meiner Schule. Generell hatte ich Probleme mit Gleichaltrigen. Ehrlich gesagt konnte ich die meisten nicht einmal auseinander halten. Für mich sahen sie alle gleich aus. Die Mädchen trugen die gleichen Klamotten, ebenso wie die Jungs. Alle hatten dieselben Frisuren, dieselbe Meinung, mochten dieselben Dinge, hatten denselben Musikgeschmack. Aus irgendeinem Grund schien es hier keine Individualität zu geben. Sobald jemand kam und sagte, dass er etwas mochte, mochte es alle anderen automatisch auch. Selbst wenn es noch so hässliche Klamotten, oder noch so furchtbare Musik war. Alle zusammen waren sie langweilig. Darum hielt ich mich auch so auf Distanz anderen gegenüber.

    Zuhause angekommen ließ ich mich genervt von allem auf mein Bett fallen. Müde blieb ich eine Weile liegen und entschloss mich irgendwann doch dazu meine Schulsachen für Montag schon einmal zu packen. Hausaufgaben würde ich ohnehin nicht machen, also war das das mindeste was ich heute für die Schule tun konnte. Als ich fertig war warf ich mich wieder auf mein Bett und wollte eigentlich ein wenig schlafen als ich eine SMS bekam. Genervt hoffte ich, dass es niemand aus meiner Klasse war und sah auf mein Handy. Etwas verwirrt las ich die SMS.
    Danke für die nette Unterhaltung heute. Ich würde dich gerne näher kennen lernen. Hast du Lust dich morgen mit mir zu treffen? Du könntest zu mir kommen. P.S.: Ich habe heute in der Schule in der Pause dein Handy geklaut und mir deine Nummer geholt. Sorry dafür. Darius.
    Kurz musste ich lachen, dachte dann aber nach wann er mein Handy genommen haben könnte. Immerhin kannte ich jetzt seinen Namen. Aber dann dachte ich darüber nach, ob ich mich wirklich mit ihm treffen sollte. Er kannte mich nicht und persönlich war ich nicht so freundlich wie in der Schule. Anderseits war der Kerl offenbar reich oder zumindest aus einer wohlhabenden Familie. Er sah nicht schlecht aus und war definitiv merkwürdig. Intelligent schien er auch zu sein. Auf jeden Fall keiner von diesen 0815-zombies wie ich sie nannte. Das war schon Grund genug um es sich tatsächlich zu überlegen. Ich überlegte kurz und fragte ihn letztendlich nach seiner Adresse. Was sollte schon groß passieren? Ich würde mich mit ihm treffen und wenn ich ihn nicht mochte, würde ich eben wieder gehen. Eigentlich war das ja keine große Sache. Also verabredeten wir uns für abends zum Essen bei ihm.

    Da Samstag war hatten wir keine Schule und würden uns erst heute Abend sehen. Solange überlegte ich schon einmal was ich anziehen sollte. Eigentlich war es ja kein Date oder dergleichen. Ich war ja nur zum Essen eingeladen bei einem Mitschüler. Und er selbst trug auch eher schwarze Kleidung, gegebenenfalls mit Nieten und Ketten. Auf der anderen Seite dachte ich, dass er wohl aus einem wohlhabenden Verhältnis stammte. Und seine Eltern würden wohl kaum solche Art von Klamotten tragen. Ich wollte ja auch keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Also entschied ich mich für ein zwar schwarzes, aber elegantes Oberteil. Ich hatte es mal wegen meiner besten Freundin gekauft, da sie im Gegensatz zu mir nur sehr hochwertige und edle Klamotten trug. Das Oberteil war eng geschnitten und betonte meine ohnehin schon sehr schlanke Taille. Zudem ließ mich das schwarz noch blasser aussehen als ich sowieso schon war. Aber genau das fand ich an diesem Teil so schön. Es betonte meinen hellen Teint sehr und das mochte ich. Die Ärmel waren aus feinen Fäden genäht und hatten ein Rosenmuster. Auch mein Dekolleté wurde durch das eng geschnittene Teil hervorgehoben. Dazu zog ich eine schwarze Röhrenjeans und ein Paar Ballerinas an. Heute war es glücklicherweise nicht so warm wie die letzte Woche und es war sogar Regen für Abends angekündigt. Noch während ich meine Sachen packte, versuchte ich meine Eltern zu beruhigen. Sie waren nicht besonders begeistert davon, dass ich zu einem Jungen ging. Und das, obwohl mein Freundeskreis fast ausschließlich aus Jungs bestand. Man sollte meinen, meine Eltern seien daran gewöhnt. Außerdem hatte ich ihnen nie einen Grund zum Misstrauen gegeben. Ich war immer pünktlich zu Hause, trank kein Alkohol, rauchte nicht, ging auf keine Partys und ich hatte noch nie einen Freund gehabt. Obwohl ich bereits siebzehn Jahre alt war. Ich war geradezu ein Musterkind und verstand deshalb ihre Besorgnis nicht. Trotzdem versprach ich nach spätestens zwei Stunden anzurufen und zu versichern, dass alles in Ordnung war. Ich trug meine hüftlangen rotbraunen Haare zu einem Pferdeschwanz. Erst hatte ich überlegt, ob ich sie nicht doch offen lassen sollte, war im Nachhinein allerdings froh darüber es so gelassen zu haben. Der Wind war unerträglich und blies einen förmlich davon. Ich war heilfroh, als mein Vater endlich zu unserem Auto hinaus kam und es aufschloss. Wir waren zwar recht früh dran, trotzdem drängelte ich, dass er sich beeilen sollte. Als wir zu seiner Adresse fuhren, sagte mir mein Vater bestimmt noch zwanzigmal, dass ich ja aufpassen sollte und wenn irgendwas wäre ich sofort anrufen sollte und so weiter. Eigentlich hörte ich gar nicht richtig zu. Das erzählte er mir jedes Mal mindestens eine Million mal, wenn ich ausging. Und noch nie war irgendetwas passiert. Als wir ankamen wollte er erst noch mit hineingehen und schauen, ob wirklich alles okay wäre, doch ich wimmelte ihn ab und stapfte genervt davon. Seine Besorgnis war zwar nett gemeint, aber etwas übertrieben. Ich war ja kein Kind mehr. Aber was sollte man auch anderes von einem Polizisten erwarten?

    An dem Haus – eher der Villa – angekommen staunte ich erst kurz, klingelte dann aber einfach. Kurz darauf wurde mir von meinem Klassenkameraden geöffnet und ich wurde freundlich hineingebeten. Er trug ein ähnliches Outfit wie gestern in der Schule, strahlte mich aber fröhlich an und zog mich hinter sich her eine Treppe hinauf in sein Zimmer. Ich hatte mich nicht richtig umsehen können, doch seine Wohnung war sehr groß und alles war in hellen Tönen gehalten. Auch sein Zimmer verwunderte mich ein wenig. Er selbst war komplett in schwarz gekleidet, trug Nieten und Ketten und hatte an beiden Ohren oben insgesamt fünf Piercings, wenn ich recht gesehen hatte. Sein Zimmer war das genaue Gegenteil von ihm. Komplett in weiß, bis auf den Laminatboden, eine Wand bestand fast komplett nur aus einem großem Fenster und einer Glastür, welche nach draußen auf einen Balkon führte. Auch die Schränke bestanden mehr aus Glas als aus Holz. Am Fenster stand ein perfekt aufgeräumter Schreibtisch und in einer Ecke stand ein riesengroßes Bett. Ebenfalls mit weißer Bettwäsche. Ich traute mich kaum hier etwas anzufassen. Darius musste auf meinen Blick kurz lachen und ließ sich elegant auf sein Bett fallen. Ich setzte mich neben ihn und mein Blick schwirrte immer noch etwas im Raum umher. „Du hast ein wirklich schönes Zimmer.“ sagte ich fast schüchtern mit Blick auf die moderne Lampe, welche an der Decke befestigt war. Er grinste mich an und nahm das Kompliment dankend an. Dann wurde sein Gesicht etwas trüber, aber nicht ernst. „Möchtest du vor dem Essen noch meinen älteren Bruder kennen lernen?“ Nickend sah ich ihn kurz an. Ich hatte nicht gewusst, dass er einen Bruder hatte. Seine Eltern hatte ich allerdings auch noch nicht gesehen. Viellicht waren sie noch arbeiten. Er stand auf, nahm meine Hand und zog mich hinter sich her. Eigentlich mochte ich großartigen Körperkontakt nicht besonders, beschwerte mich aber auch nicht. Das Zimmer seinen Bruders war gegenüber von seinem eigenen. Er klopfte kurz an und öffnete die Tür. Drinnen blieb mir sprichwörtlich der Mund offen stehen. Langsam verstand ich warum er nicht so begeistert gewesen war, als er mich gefragt hatte, ob ich seinen Bruder kennen lernen mochte. Wenn er so war wie sein Zimmer aussah, wusste ich schon, dass er kein netter Zeitgenosse war. Sein Zimmer war alles in allem dunkel. Eine Wand war komplett schwarz angestrichen, die übrigen mit schwarzen Verzierungen versehen. Es waren recht alte Möbel vorhanden, welche mich ein wenig an das viktorianische Zeitalter erinnerten. Ein Schrank war komplett mit CDs befüllt, ein anderer mit Büchern. Und den Covern nach zu urteilen waren es keine Liebesbücher. Auf dem Boden waren einzelne Klamotten – ebenfalls hauptsächlich schwarz – verstreut, ein paar Schuhe und ein Paar Kopfhörer lagen ebenfalls auf dem Laminatboden. Das Zimmer war spiegelverkehrt zu dem seines Bruders gebaut und eine Wand bestand auch aus einem riesigen Fenster. Er hatte auch ein genauso großes Bett, allerdings mit dunkelblauem Bezug. Er selbst lag auf einer Couch und beobachtete uns resigniert. Genau konnte ich ihn im Dunkeln nicht erkennen, doch er hatte wie sein jüngerer Bruder schwarzes Haar und dieselben eisblauen Augen. Er war sogar noch ein kleines Stück größer als Darius und hatte denselben Klamottenstil. Ihr Aussehen war aber wohl das einzige was die beiden teilten. „Ash, das ist meine Mitschülerin Nikita. Und das ist mein reizender ein Jahr älterer Bruder Ash.“ Er deutete auf den Jungen und sah dabei wenig begeistert aus. Sie verstanden sich also nicht gut. Okay. Das kannte ich von mir und meiner jüngeren Schwester. Also versuchte ich zu lächeln und begrüßte den Jungen. Der wiederum sah uns noch immer gelangweilt an, zuckte mit den Schultern und steckte seine Kopfhörer wieder rein. Sein Bruder zog die Augenbrauen hoch, seufzte kurz und schob mich dann aus dem Zimmer ehe er die Tür wieder schloss. Zurück in seinem Zimmer entschuldigte er sich für das Verhalten seines älteren Bruders, doch ich winkte ab. Dafür brauchte er sich nun wirklich nicht zu entschuldigen. Den Abend verbrachten wir damit über unwichtige Dinge wie das Wetter zu reden, da er keine Anstalten machte etwas von sich zu erzählen, obwohl ich ihn öfter etwas gefragt hatte. Er grinste mich nur an und meinte, dass ich es herausfinden sollte. Nach einer Weile hatte ich die Fragerei aufgegeben und beschäftigte mich nun mit seinem Bücherregal. Er hatte offenbar einen ähnlichen Geschmack wie ich. Ich fand ein paar Krimis, einige Detektivromane, ein paar Fantasybücher, aber hauptsächlich beinhalteten alle ein Thema: Vampire. Schon als kleines Kind war ich immer ein totaler Freak gewesen was Vampire betraf. Diese Besessenheit hatte sich in den Jahren nicht geändert. Darius lächelte mich an. Ich fragte ihn nach seinem Lieblingsbuch, doch er meinte er habe eigentlich kein wirkliches. „Und welches ist deines?“ „Blutrote Küsse.“ gab ich unvermittelt Auskunft. Er sah mich ratlos an. Ich musste lächeln. „Ich hab es auch im englischen. Ursprünglich wollte ich mir das sechste Buch der Reihe auf Englisch kaufen, weil ich das Cover am meisten mochte, doch dann kam es mir komisch vor nur das sechste Buch einer Reihe zu kaufen, also habe ich mir das erste gekauft. Ich wollte einfach ein Originalbuch der Autorin haben. Im englischen heißt es 'Halfway to the grave'.“ Als ich den Titel ausgesprochen hatte, bekam er große Augen. „Ich glaube mein Bruder hat die Reihe auch gelesen.“ Ich wunderte mich, dass er englische Bücher las, schenkte mir die Bemerkung allerdings. Dann fiel mir ein, dass ich mir extra für diese Buchreihe ein Lesezeichen aus Metall hatte anfertigen lassen und holte es aus meiner Tasche hervor. Noch eine Weile unterhielten wir uns und ich rief noch schnell meinen Vater an, dass alles in Ordnung wäre. Danach fragte Darius mich, ob ich irgendeinen besonderen Wunsch fürs Abendessen hätte. Ich schüttelte den Kopf und wie auf Stichwort klopfte es an der Tür und Ash lehnte sich gegen den Türrahmen. Er sah auf uns herab und meinte: „Essen ist fertig.“ Dann trottete er langsam nach unten und wir folgten ihm.
    Ich hatte gar nicht gehört, dass jemand das Haus betreten hatte. Aber ihre Mutter konnte offenbar gut kochen, denn es roch unglaublich gut. Unten angekommen fanden wir einen bereits fertig gedeckten Tisch und das ästhetischste Essen, das ich je gesehen hatte. Ich kannte zwar den Spruch 'Das Auge isst mit', doch ich traute mich kaum etwas davon anzurühren. Es sah wirklich wundervoll aus. Und wenn es nur halb so gut schmeckte, wie es roch, war das das leckerste Essen, das ich jemals gegessen hatte. Allerdings sah ich niemanden außer uns drei. Auch war für nicht mehr Personen gedeckt. Ich fragte nun doch, ob ihre Eltern nicht mitessen würden und bekam als Antwort, dass sie keine Eltern mehr hatten und alleine wohnen würden. Weniger das schockierte mich als die Art wie Darius das sagte. Er hatte keine Trauer in der Stimme oder dergleichen. Es hörte sich eher kalt und abweisend an. Ich entschuldigte mich, doch er winkte ab und lächelte mich nun wieder an. Sein Bruder hatte immer noch nichts gesagt. Er nahm sich lediglich etwas zu essen und begann darin herumzustochern. Ich wusste nicht einmal was genau das war und fragte deswegen. Darius zuckte nur ratlos mit den Schultern und meine Antwort bekam ich von seinem Bruder. „Das ist Entenleberterrine mit Sauternesgelee, Zander mit Schuppen vom Staudensellerie an Safran-Estragon-Sauce und Tarte au fraise meringuée …“ Okay. Ich hatte absolut keinen Plan was das war, aber es schmeckte köstlich. Besonders das Dessert. Ich hätte nicht gedacht, dass er so gut kochen konnte. Nach dem Essen folge ich Darius wieder in sein Zimmer während Ash augenscheinlich noch immer mit nicht besserer Laune den Tisch abräumte. Nach kurzer Zeit stand der allerdings auch schon wieder bei uns im Zimmer und sah sich uns ignorierend um. Als er gefunden hatte wonach er suchte, ging er auf den Schreibtisch seines Bruders zu und nahm sich eine CD davon herunter, die er wohl hatte liegen lassen, denn ich sah in Darius' Zimmer weder andere CDs noch ein Radio. Er drehte sich wieder um und sah noch kurz zu uns bevor er wieder ging. Als er plötzlich stehen blieb und auf mich zukam, bekam ich erst große Augen und auch sein Bruder ging ein wenig in Position als wollte Ash auf mich losgehen und er musste mich beschützen. Dieser jedoch nahm sich einfach mein Lesezeichen und beäugte es. „Was ist das?“ waren seine ersten Worte nach einer Weile. Ich sah ihn kurz an und erklärte ihm dann, dass es ein Lesezeichen war, welches ich extra für eine bestimmte Buchreihe hatte anfertigen lassen. Er lächelte. Das war das erste Mal, dass ich ihn lächeln sah. Es sah bezaubernd aus. Aber aus irgendeinem Grund auch leicht gefährlich. „Für welche Buchreihe?“ fragte er schließlich. „Night Huntress.“ antwortete ich knapp. Er zog die Augenbrauen hoch und grinste mich gefährlich an. Richtig. Sein Bruder hatte ja erwähnt, dass Ash diese Bücher kannte. Das passte auch ganz gut wie ich fand. In den Büchern ging es im Grunde um nichts weiter als Gewalt und Sex. „Solche Bücher liest du?“ fragte er mich fast so, als wäre das ein schlimmes Verbrechen. Ich nickte. „Stehst du auf Vampire?“ Ein komische Frage fand ich. Aber ja, das tat ich in der Tat. Darum antwortete ich auch gelassen: „Das wäre eine Untertreibung.“ Sein Grinsen wurde noch etwas breiter, dann drehte er sich jedoch wieder um und ging wieder in sein Zimmer. Und er nahm mein Lesezeichen mit. Darius hatte meinen Gedanken wohl erraten, denn er beruhigte mich damit, dass ich es später wieder bekommen würde. Damit gab ich mich erst einmal zufrieden. Eine Weile unterhielten wir uns noch und ich bemerkte, dass mir wohl wirklich nichts anderes übrig blieb als irgendwie etwas über ihn herauszufinden Der Junge verriet aber auch nichts von sich. Außer seinem Alter. Er war achtzehn, sein Bruder demnach neunzehn. Als es schon recht spät geworden war meinte ich, dass ich vielleicht langsam mal gehen sollte und suchte bereits nach meinen Schuhen. Mein Lesezeichen hatte ich bereits aufgegeben. Als ich meine Schuhe jedoch endlich gefunden hatte, zuckte ich kurz zusammen. Ein Blitz. Ich hatte keine Angst vor Gewittern, aber in dem Moment fing es draußen an zu schütten als gäbe es kein Morgen mehr. Frustriert blieb ich in Darius' Zimmer stehen und sah zu dem schwarzen Himmel hinaus. Der Wetterbericht hatte leider ausnahmsweise einmal Recht behalten. Ich hatte weder eine Jacke, noch Regen geeignete Schuhe dabei. Ganz zu schweigen von dem Wind, welcher anscheinend noch stärker geworden war. Darius sah meinen leidenden Blick und fragte mich kurzerhand, ob ich hier nicht übernachten möchte. Kurz sah ich ihn verwirrt an. Aber im Grunde blieb mir nichts anderes übrig. Ich war wirklich nicht pingelig, aber ich hasste es nass zu werden. Und dank der Tatsache, dass es draußen bereits dunkel war und ich ein ziemlich aufreizend bekleidetes, nicht unbedingt starkes Mädchen war, nahm ich sein Angebot schließlich an und rief bei mir Zuhause an, dass ich wegen des Wetters erst morgen nach Hause kommen würde. Nach einer kurzen Diskussion stimmten sie auch zu. Immer dieses Theater. Es hatten schon öfter Jungs bei mir übernachtet und noch nie war etwas passiert. Ich verstand wirklich nicht was so schlimm daran war, dass ich Freunde des anderen Geschlechts hatte. „Möchtest du vielleicht einen Film oder so anschauen? Oder gleich schlafen gehen?“ fragte Darius mich schließlich. Ich schüttelte den Kopf. „Ich werde ohnehin nicht schlafen können. Einen Film schauen ist also okay.“ Er sah erleichtert aus und fragte, was ich gerne für Filme ansah. „Action Filme.“ antwortete ich knapp. Er zog seine Augenbrauen nach oben. Ich erklärte ihm, dass ich weder langweilige Liebesfilme noch Horrorfilme mochte, da ich furchtbar ängstlich war was das betraf. Alle anderen Genre interessierten mich nicht und bei Action Filmen passierte immer etwas und es wurde nicht langweilig. Lächelnd verschwand er und kam nach kurzer Zeit wieder und legte eine DVD ein. Wir saßen auf seinem Bett, denn er hatte keine Couch. Er versuchte sich näher an mich zu lehnen, doch ich nahm eines seiner Kissen und baute so eine Trennwand zwischen uns. Beleidigt startete er den Film. Ich musste schmunzeln. Er war ja wirklich süß. Aber ich mochte keine Nähe. Als der Film jedoch startete war ich es, die beleidigt schaute. Twilight. Ein Liebesfilm. Ein extrem langweiliger Liebesfilm mit noch langweiligeren Schauspielern. Darius lachte kurz als er mein Gesicht sah. Ich beklagte mich allerdings nicht, sondern sah mir den Film einfach an. Ich mochte Vampire und die Story war annehmbar. Besser als nur im Bett zu liegen und zu versuchen zu schlafen. Ich konnte nie schlafen, wenn jemand bei mir oder ich bei ihm übernachtete. Ohnehin war ich eher ein Nachtmensch, darum machte es mir nichts aus die Nacht durchzumachen. Auch Darius schien damit keine Probleme zu haben. Als der Film zu Ende war stand er auf um die DVD wieder zu verstauen und rutschte beinahe auf einer Lederjacke, welche unter seinem Bett hervorschaute aus. Er nahm sie hoch und seufzte. „Die gehört meinem Bruder … kann er denn seinen Kram nicht einfach mal mitnehmen und nicht bei mir immer alles liegen lassen?“ Ich lächelte. Er meinte, dass er sie ihm schnell bringen würde, doch ich hielt ihn ab. Ich hatte schon vorhin einen kurzen Streit der beiden mitbekommen und ich wollte nicht, dass das wieder anfing. Darum schlug ich vor, dass ich sie ihm bringen würde. Darius willigte ein und ich machte mich auf den Weg zu seinem Zimmer. Ich klopfte leicht an und steckte dann vorsichtig meinen Kopf in das Zimmer. Wie vorhin lag er auf seiner Couch, hatte diesmal aber sein Radio laut an. Er sah mich desinteressiert an und fragte was ich wollte. Ich ging zu ihm und hielt ihm seine Jacke hin. „Die hast du drüben vergessen.“ erklärte ich. „Hm … leg sie einfach irgendwo hin.“ Weiter schenkte er mir keine Beachtung. Gut. Wenn er es nicht einmal nötig hatte mich zu beachten, musste ich auch nicht weiter freundlich sein. Ich nahm ihn also beim Wort und lies seine Jacke einfach auf den Boden fallen, steckte die Hände in die Hosentasche und sah ihn monoton an. Er schien offenbar belustigt darüber und grinste mich amüsiert an. Ich sah mich noch einmal kurz in seinem Zimmer um. Ich mochte seinen Stil irgendwie. Wir hatten sogar den gleichen Musikgeschmack. Und das war wirklich außergewöhnlich. Normalerweise war ich die einzige in meiner Umgebung, die J-Rock hörte. Also sprach ich ihn darauf an in der Hoffnung, er würde mich diesmal nicht ignorieren nachdem ich schon seine Aufmerksamkeit auf mich gezogen hatte. „Ich hab das Album von Kamijo auch.“ meinte ich mit einem Nicken in Richtung seines Radios. Sein Grinsen wurde breiter. Nun schien er doch interessiert zu sein. Er setzte sich auf und musterte mich zum ersten Mal richtig. „Komm her.“ befahl er mir und ich sah ihn zuerst kurz erstaunt an. Ich stand nicht weit von ihm weg also ging ich nur zwei Schritte auf ihn zu. Doch das genügte. Er packte mich bei der Taille und zog mich zu sich auf seine Couch. Überrumpelt ließ ich es geschehen und fand mich unter ihm liegend wieder. Mit großen Augen starrte ich in seine. Er hatte wirklich wunderschöne eisblaue Augen, doch er funkelte mich damit gefährlich an. Grinsend drückte er mich in seine Couch. Doch mehr wollte er offenbar nicht tun. Er musterte mich nur weiterhin und wartete wie ich reagierte. Ich dagegen entspannte mich nach kurzer Zeit wieder und fragte was das sollte. „Gar nichts.“ kam die prompte Antwort. Ratlos sah ich ihn an. Ein ebenso merkwürdiger Junge wie sein Bruder. Apropos Darius. Er würde sicher jeden Moment kommen und mich abholen. Kurz sah ich zur Tür und Ash folgte meinem Blick. Dann grinste er wieder und setzte sich wieder auf. Ich tat es ihm gleich, stand auf, sah ihn noch einmal kurz kopfschüttelnd an und machte mich dann auf den Weg zur Tür. Doch er ließ mich nicht gehen. Blitzschnell war er wieder bei mir und drückte mich gegen sein Bücherregal. Er war tatsächlich größer als sein Bruder. Somit ebenfalls über einen Kopf größer als ich. Er hatte auch einige Muskeln und so war ich ihm ohne weiteres unterlegen. Er machte allerdings keine Anstalten mir irgendetwas zu tun oder dergleichen. Offenbar machte es ihm wirklich einfach nur Spaß mich anzusehen wie ich reagierte. Das konnte er haben, dachte ich. Ich ignorierte ihn, schob seinen einen Arm weg und schlüpfte unter ihm hindurch. Kurzerhand verließ ich das Zimmer und hörte noch ein leises Lachen seinerseits. Kopfschüttelnd rannte ich fast in Darius hinein als ich sein Zimmer betrat. Der wiederum sah mich leicht besorgt an und fragte ob alles in Ordnung wäre. Ich nickte, sagte aber nicht mehr dazu. Die restliche Nacht verbrachten wir abermals mit unsinnigem Gerede. Als es morgen wurde und auch das Gewitter vorbeigezogen war, ging die Sonne endlich auf und ich merkte langsam wie ich Hunger bekam. Darius kicherte kurz als er meinen Magen hörte, stand auf und zog mich hinter sich her. Mal wieder. Unten setzte ich mich faul an den Tisch und sah ihm dabei zu wie er das Frühstück vorbereitete. Es störte ihn aber wohl nicht, dass ich nicht half. Er beschwerte sich zumindest nicht. Kurz darauf kam auch Ash die Treppe herunter geschlendert, setzte sich mir gegenüber und grinste mich an. Ich versuchte ihn zu ignorieren so gut es ging und sah Darius weiter dabei zu wie er den Tisch deckte. Während wir aßen, spürte ich Ashs Blicke ununterbrochen auf mir. Ich versuchte es zu ignorieren, was mir jedoch nicht wirklich gelang. Darum war ich auch froh als wir endlich fertig waren. Darius schien kurz zu überlegen und fragte mich dann, wann mein Vater mich abholen würde. Das hatte ich mir noch gar nicht überlegt. Darius meinte, dass er für das Mittagessen ohnehin noch einkaufen musste und ich solange ja in seinem Zimmer warten konnte, wenn ich nicht mitwollte. Ich stimmte zu und schrieb meinem Vater eine SMS, dass er mich in ca. zwei Stunden abholen sollte. Daraufhin ging Darius schließlich einkaufen und ließ mich mit seinem Bruder alleine. Der Gedanke gefiel mir nicht besonders. Also verschwand ich schnell in Darius' Zimmer. Doch sein reizender Bruder kam mir lachend hinterher. „Sei nicht so.“ säuselte er mir vor als er das Zimmer seines Bruders betrat. Ich jedoch hatte keine große Lust auf seine Spielchen und versuchte das Thema zu wechseln. „Ich will mein Lesezeichen wieder haben.“ Er grinste mich wieder an und kam langsam auf mich zu. Ich versuchte nicht zurückzuweichen und ließ zu, dass er meine Hand nahm und mich mit in sein Zimmer zog. Dort angekommen holte er mein Lesezeichen und hielt es mir vor die Nase. Bevor ich es mir allerdings nehmen konnte, zog er es wieder weg und grinste mich frech an. „Was bekomme ich dafür?“ wollte er wissen. Ich sah ihn empört an. „Das ist mein Lesezeichen!“ Er streckte mir nur die Zunge raus. „Ich weiß.“ Ich seufzte. Dieser Junge war anstrengend. Aber immerhin nicht langweilig. Also gab ich auf und fragte was er wollte. Er kam mir bedächtig nahe und flüsterte mir ins Ohr. „Ich will dich.“ Zuerst verstand ich nicht was er meinte. Mich? Meinte er, dass er mich ins Bett bekommen wollte? Das wäre die sinnvollste Erklärung. Als er meinen fragenden Blick sah, lachte er leise und sah mich anschließend wieder an. „Ich will dich. Ich will, dass du mir gehörst. Ich will, dass du mir alles von dir gibst.“ Er sagte das mit rauer Stimme und kam mir dabei immer näher. „Dein Körper, deine Liebe, dein ganzes Wesen, deine Lippen …“ während er das sagte, strich er mir langsam mit einem Finger über meine Lippen. Er murmelte noch etwas, was ich jedoch nicht verstand. Mein Kopf musste sicher so rot wie eine Tomate sein, als ich wieder zur Besinnung kam. Ich sah ihn arrogant an und sagte knapp: „Auf keinen Fall. Gib mir mein Lesezeichen wieder.“ Er lachte als ich danach griff, doch er war schneller. Wir begannen ein kleines Gefecht und letztendlich stürzte ich mit ihm zu Boden und lag auf ihm. Ich entriss ihm mein Lesezeichen und lachte schadenfroh auf. Dass ich noch immer auf ihm saß bemerkte ich erst als er unter mir quälende Geräusche von sich gab. Beleidigt stand ich auf. „So schwer bin ich doch gar nicht!“ Wieder lachte er kurz auf als auch er aufstand. „Nein … aber ganz schön enthusiastisch.“ „Das hättest du dir sparen können, hättest du es mir gleich gegeben!“ „Du bist aber auch stur.“ meinte er lachend während ich schon wieder den Weg zur Tür suchte. Doch auch diesmal ließ er mich nicht. Allerdings nicht so euphorisch wie das letzte Mal. Im Gegenteil, er gähnte. Er hielt mich am Handgelenk zurück und zog mich in sein Bett. Bevor ich protestieren konnte drückte er mich an sich und murmelte in meinen Nacken: „Sei einfach still und spiele mein Kuscheltier …“ Tatsächlich schlief er kurz darauf ein und ich lag etwas hilflos in seinen Armen. Sich zu wehren hatte keinen Sinn, also tat ich wie mir befohlen und blieb brav liegen. Auch ich war müde, konnte jedoch nicht schlafen. Ich fragte mich wirklich warum ich immer an solche Freaks gerate. Aber eigentlich war es mir so lieber als mit den Idioten aus meiner Klasse einen Tag zu verbringen. Eine Stunde blieb ich bei ihm bis ich versuchte mich zu befreien. Ich schob seinen Arm langsam von mir herunter und stand leise auf. Knurrend hielt er mich allerdings am Arm zurück und sah mich böse an. Ich dagegen fand ihn wahnsinnig niedlich wie er so da lag. „Dein Bruder meinte er würde etwa eine Stunde brauchen und ich will nicht, dass er uns zusammen in einem Bett liegend findet. Dann würdet ihr gleich wieder streiten.“ versuchte ich vorsichtig zu erklären. Er ließ mich widerwillig los und ich ging erleichtert Richtung Tür. Bevor ich jedoch ankam wurde ich von hinten umarmt und erschrak. Er war wirklich schnell. Wie eine Katze schnurrte er mir ins Ohr und ließ seinen Kopf auf meiner Schulter nieder. Eine Raubkatze, dachte ich. Ich versuchte mich aus seiner Umarmung zu lösen und er gewährte es mir sogar. Zweifellos hätte er mich ohne Mühe aufhalten können. Er drehte mich noch einmal kurz zu sich um, lächelte mich müde an und küsste mich auf die Wange. Ganz zart. Ich wunderte mich zunächst über sein auf einmal so zahmes Verhalten und verschwand nun doch aus dem Zimmer. Draußen atmete ich erst einmal tief durch und hörte im selben Moment wie jemand zur Haustür herein kam. Ich sah die Treppe herunter und erkannte Darius. Fröhlich begrüßte ich ihn und er entschuldigte sich, dass es so lange gedauert hatte und fragte sofort, ob sein Bruder irgendetwas gemacht hätte. Ich musste schmunzeln. Dachte er sein Bruder würde mich anfallen oder so? Eigentlich fand ich ihn ganz nett. Momentan. Ich beruhigte Darius und half ihm seine Einkäufe zu verstauen. Danach hatte ich noch etwa eine Stunde Zeit bevor mein Vater mich abholen kam und ging mit ihm wieder in sein Zimmer hinauf. Dort gähnte auch er einmal herzhaft und sah sehnsüchtig auf sein Bett. Unwillkürlich musste ich lächeln und meinte, dass er ruhig schlafen gehen könnte. Ich würde auch eine Stunde alleine warten können. Nach kurzem Protest brachte ich ihn doch dazu schlafen zu gehen. Ihm fielen auch so beinah schon die Augen zu. Letztendlich gab er seiner Müdigkeit nach und legte sich schlafen während ich mich zu ihm aufs Bett setzte und ihm dabei zusah. Offensichtlich waren sie beide eher nachtaktiv. Damit hatte ich kein Problem und es leuchtete mir wirklich nicht ein warum Darius ausgerechnet mich zu sich nach Hause schleppen musste. Warum nicht jeden anderen beliebigen Schüler? Vielleicht weil ich einen ähnlichen Klamottenstil wie er hatte? Das wäre zumindest eine Erklärung. Ich dachte noch eine Weile über den Tag und die letzte Nacht nach bis ich mich entschied vor dem Haus auf meinen Vater zu warten. Wenn er klingelte, würde er die beiden nur aufwecken. Also sammelte ich meinen Kram zusammen und wartete vor der Haustür. Zumindest so lange bis diese sich wieder öffnete und der ältere der beiden Brüder verschlafen vor mir stand. Ich sah ihn fragend an und er meinte, dass ich nicht alleine warten sollte, da mein Vater sicher verwundert wäre, wenn ich alleine hier stehen würde. Da hatte er Recht. Also warteten wir gemeinsam bis mein Vater eintraf. Als dieser den Jungen neben mir sah, bekam er große Augen. Verständlich. Mein Vater war nicht klein, aber Ash war noch weitaus größer als er und war noch dazu recht gut gebaut. Dieser allerdings war ein wirklich guter Schauspieler wie ich feststellte, denn er lächelte meinen Vater wie einen alten Freund an und war die Höflichkeit in Person. Er erklärte, dass sein Bruder eigentlich mein Freund wäre und er mich erst seit gestern kennen würde, Darius jedoch noch beim Einkaufen war und er deshalb mit mir gewartet hatte. Das war zwar gelogen, aber was soll's? Als mein Vater ihn noch immer ein wenig misstrauisch betrachtete, schlug Ash vor, dass ich mit meinen Eltern und meiner jüngeren Schwester doch morgen Abend zu ihnen zum Essen kommen könnte und er sich selbst davon überzeugen konnte, dass sie vollkommen normal waren. Ich bezweifelte zwar stark, dass die beiden normal waren und auch, dass dieses Essen nicht in einem völligen Fiasko endete, doch ich entgegnete nichts. Mein Vater nahm die Einladung dankend an und wir fuhren nach Hause. Zum Abschied zwinkerte Ash mir noch einmal kurz zu und mir wurde bewusst, was er mit diesem Treffen eigentlich bezwecken wollte: Ich würde mich wieder mit ihm treffen. Seufzend lehnte ich mich in meinen Sitz zurück und schaltete die Musik an. Auf was hatte ich mich da nur eingelassen?

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1465505149
Crimson Love
Crimson Love
- Leseprobe -
http://www.testedich.de/quiz42/quiz/1465505149/Crimson-Love
http://www.testedich.de/quiz42/picture/pic_1465505149_1.jpg
2016-06-09
4000
Fanfiktion

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Girl with fake smile ( von: Girl with fake smile )
Abgeschickt vor 159 Tagen
Heey , ich finde diese geschichte großartig💕
Ich bin auf den Link gegangen aber dort standt halt dass es
das ,,Buch" nicht gibt. Würde mich sehr freuen wenn du weiter
schreibst💕💕💕💕💕💕💕💕💕
YukiBe ( von: YukiBe )
Abgeschickt vor 277 Tagen
http://www.bookrix.de/_ebook-gabriel-tri ton-crimson-love/

Hier könnt ihr den Rest lesen! ^^
Erica ( 78061 )
Abgeschickt vor 312 Tagen
Die Geschichte ist wirklich gut und ich würde sie
unbedingt auch weiter lesende also schreib
bitte weiter
Shiki ( 11444 )
Abgeschickt vor 321 Tagen
Schreib bitte weiter
Meikololo ( 25671 )
Abgeschickt vor 336 Tagen
Des is richtig genial!! Mach weiter so!😄