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Kleines Mädchen allein in der Weite der Galaxie

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14 Kapitel - 9.195 Wörter - Erstellt von: Opeila - Aktualisiert am: 2017-09-21 - Entwickelt am: - 2.113 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Ahm...Hey! Ich bin Opeila. Eine... bekannte Attentäterin in der Galaxie. Mit einem Kopfgeld von 5.000.000$ treibe ich zurzeit, wie es viele nennen, m
    Ahm...Hey! Ich bin Opeila. Eine... bekannte Attentäterin in der Galaxie. Mit einem Kopfgeld von 5.000.000$ treibe ich zurzeit, wie es viele nennen, meinen leichtsinnigen Unsinn. Aber wie es dazu kam... Dafür muss man die Vorgeschichte kennen, in der ich als 6-Jährige noch den Namen Odenara gebrauchte.  

    "Odenara? Odenara!" Das war meine Mutter. Ich lief zu ihr und sah gerade noch, wie sie ihr Laserschwert in einem Umfang verbarg, nämlich vor meiner Zwillingsschwester. Dawina war eindeutig die Anstrengendere von uns beiden und hatte sich schon einmal fast mit Mutters Laserschwert erstochen. Stolz sah diese mich nun an. "Jewel wurde schon vor ein paar Monaten geprüft ob sie ein Jedi ist. Morgen seid ihr an der Reihe. Dawina und Du." Es stimmte. Meine siebenjährige Schwester Jewel war im gleichen Alter wie wir geprüft worden und war enttäuscht, dass sie wohl nicht das war, wonach die Jedi Ausschau hielten. Dawina kam durch die Tür gestürmt. Sie hatte wohl mal wieder gelauscht. Mutter schaute sie tadelnd an. Dann lachte sie und verwuschelte und beiden die Haare. "Jewel! Wir müssen los!" Mit mürrischer Miene kam Jewel die Treppe runtergestiefelt. "Mum, was wenn die beiden die Macht stärker haben als ich und dann zu Jedi werden?" Das waren Jewels Sorgen. Sie liebte uns beide zwar sehr, aber der Gedanke setzte ihr doch zu. Was würde aus Jewel werden, wenn?  

    Zeitsprung:  

    Wir waren in einer Art Container untergebracht, einem Stützpunkt. Hier warteten wir. Dawina und ich. Dawina hüpfte aufgeregt herum, während ich einfach nur an die Wand starrte. Mutter kam herein. "Dawina, komm, Du bist dran." Und Mutter ging mit Dawina davon. Ihren Mantel mit dem Laserschwert ließ sie über einem Stuhl, ihr anderes trug sie am Gürtel. Nun stand ich doch auf. Plötzlich wurde der Container durchgerüttelt und ich stand stocksteif da, zu erschrocken um etwas zu tun. Urplötzlich stand Mutter neben mir und fuhr ihr Laserschwert aus, als sich ein dutzend dunkle Gestalten mit roten Laserschwertern hinein schwangen. Die Gestalten griffen ohne Vorwarnung an. Mutter schützte uns so gut sie konnte doch war schon bald überwältigt. Ich stand unbeachtet da-und neben mir der Mantel. Ohne zu zögern nahm ich mir das Schwert heraus, aber als bei dem Zischen die Gestalten und meine Mutter mich anstarrten, zweifelte ich doch an der Idee. Ich hob es-und in dem Moment stürzten zehn Jedi-Ritter an mir vorbei. Sie schafften es, die Gestalten nach draußen zu drängen, dich kurze Zeit später begann der Container zu kippen. Ich begriff erst nach einer halben Minute, dass der Container auf dem Rand einer Klippe, nicht weit vom eigentlichen Standort, schwankte. Draußen hörte man inzwischen Schüsse und viel Tumult. Doch dann hörte ich ein Krachen und lief mit einem erschrockenen Schrei nach draußen. Die eine Hälfte des Containers, die lose über dem Abgrund hing-in der sich meine Schwestern befanden, brach langsam ab. Ich rannte wieder hinein, versuchte zu ihnen zu gelangen und versagte vor einer verschlossenen Tür, als die Hälfte abbrach und die andere Hälfte-in der ich mich befand-zusammenbrach. Nach einer Stunde, in der der Kampf längst zuende war, kämpfte ich mich aus den Trümmern und sah mich um. In der Tiefe der Schlucht sah man nichts und ich fing an zu weinen, als ich an meine Schwestern dachte. Ich lief zu weiter und entdeckte kurze Zeit später den durchbohrten Körper meiner Mutter. Ungläubig starrte ich auf die ausgebrannte Wunde und zitterte, während ich hysterisch wimmerte und neben sie sank. Da wusste ich, dass ich niemals ein Laserschwertträger sein wollte.

    Zeitsprung, etwa zwei Stunden:  
    Ich lief herum auf der Suche nach irgendetwas, nach Hilfe und fand es: Dort stand ein heimatloses Shuttle. Dort fand ich Lebensmittel, Medikamente und alles, was ich fürs erste benötigte um zu überleben. Mit der Zeit lernte ich, mit dem Shuttle umzugehen und es auch zu fliegen. In einem Fach entdeckte ich auch ein Blaster, das ich vorsichtig betrachtete. Als ich um es herumging, erkannte ich, was ich mein Leben widmen wollte. Die Zerstörung der Laserschwertträger. Das entschloss ich, als ich sieben Jahre alt war.  

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    Natürlich wurde ich älter und reifer. Ich brachte es mit meinen schmutzigen Geschäften zur Perfektion und kam recht gut zurecht. Tatooine war meine
    Natürlich wurde ich älter und reifer. Ich brachte es mit meinen schmutzigen Geschäften zur Perfektion und kam recht gut zurecht. Tatooine war meine Heimat geworden, ich reiste mit 14 Jahren dorthin. An meinem 19. Geburtstag aber, änderte sich alles... 

    Ich lag in meinem Shuttle und ließ meine Gedanken schweifen. Da hörte ich es. Das Zischen, das ich niemals verwechseln würde. Die lautlosen Schritte, die ich spürte ohne sie zu hören. Ich wusste wer oder eher was da auf mein Shuttle zu kam. Mit einer Mischung aus Erwartung, Panik und unglaublichem Zorn sprang ich von der Liege und trat mit meinem Blaster nach draußen. Es war komisch, es wieder zu halten, das einzige Mal wo ich es benutzte war vor 6 Jahren, als ich einen Kopfgeldjäger ausschalten musste, kurz nachdem mir ein hohes Kopfgeld von 600000 Credits aufgedrückt wurde. Aber zum Thema zurück. Ich starrte auf das rote Glimmen, das zu mir hochleuchtete. Eine tödliche Schönheit. Für mich bedeutete sie Unheil und Verderben. Es waren zwei Stück. Und zwei Personen. Ihre Gesichter waren unter schwarzen Kapuzen verborgen, doch ich konnte mir ihre Blicke auch so nur zu gut vorstellen. Sie kamen noch näher, ihre Schritte machten nicht ein Geräusch auf dem trockenen Gras von Tatooine. Ohne Vorwarnung schoss ich. Sie wichen zurück und schwangen ihre rotglühenden Schwerter, sodass kein Treffer gelang. Trotzdem schoss ich weiter, doch dann riss etwas mir die Waffe aus der Hand. Sie drehte sich in der Luft und krachte dann mit voller Wucht in einen Baum und landete rauchend in ihren Einzelteilen auf dem trockenen Boden. Erschrocken stand ich nun ohne Waffe da und wusste, dass ich verloren hatte. Ich konnte aufgeben. Wenn ich es aber getan hätte, wäre ich nicht Opeila und so wich ich zur Seite weg, als einer auf mich zusprang. Ich griff nach oben und zog mich in den Baum, sah dadurch jedoch das rote etwas nicht, das mich im nächsten Moment oberhalb meiner Hüfte traf. Mit einem Aufschrei fiel ich vom Baum und knallte auf den Boden, wo ich es nicht wagte mich zu rühren. Die beiden diskutierten leise mit unangenehm durchdringenden Stimmen- vielleicht kam es mir auch nur so vor. Sie entfernten sich tatsächlich! Ich spürte es. Vorsichtig richtete ich mich auf und erhob mich, doch dann blieb mir wieder fast das Herz stehen. Das selbe Zischen. Sie waren nicht verschwunden. Ich rannte, trotz der unerträglichen Schmerzen. Schnell schloss ich das Shuttle und warf mich ans Steuer. Dann hob ich ab.

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    Ich war gezwungen unterzutauchen, da ich durch meine Wunde an allem gehindert wurde. Aber... Ich konnte ihn endlich ablegen, ohne, dass meine Kleidung
    Ich war gezwungen unterzutauchen, da ich durch meine Wunde an allem gehindert wurde. Aber...

    Ich konnte ihn endlich ablegen, ohne, dass meine Kleidung sich mit Blut vollsog. Der Verband fiel zu Boden und ich stand vorsichtig auf. Ich lachte, als der Schmerz ausblieb. Zum Schutz legte ich aber trotzdem einen an. Dann ließ ich zum ersten Mal seit Monaten wieder das Shuttle an. Plötzlich durchzuckte mich ein heftiges Gefühl wie ein Blitz, als ich auf den Verband starrte. Was sollte meine Familie noch erleiden? Auch wenn sie anscheinend nur noch aus mir bestand... Da deutete ich das Gefühl. Es war Hass, purer Hass und der Wunsch nach Rache. Dann holte mich eine Idee ein. Wer stellte einen höheren Verlust da, als jemand Mächtiges? Eine Königin... Da viel mir eine einzige ein. Ich flog los, vollkommen in Rachegedanken versunken und merkte deshalb erst etwas später, dass ich verfolgt wurde. Hinter mit flog ein Schiff, kein großes, aber meine Nackenhaare stellten sich sofort auf und ich griff zu meinem Komlink.

    Ich landete erneut. Das andere Schiff erreichte mir gegenüber ebenfalls den Boden. Ich beobachtete die Tür des Schiffes, bereit, die Pilotin gegebenenfalls zu beseitigen. Sie öffnete sich und eine Frau trat heraus. Sie schien älter als ich und um einiges gelassener, was mich verunsicherte. Ich fand heraus, dass ihr Name Jem war. "Mir war langweilig", sagte sie auf die Frage, warum sie mich verfolgte und ich hatte im selben Moment einen Einfall.
    Jem half mir. Sie folgte mir, als ich durch Alderaan lief, in eine abgelegene Kneipe. Ich hatte in den letzten Jahren nützliche Kontakte aufgebaut, unter anderem zu Vrelum, einem merkwürdigen Wesen, das jedoch immer zu wissen schien, wer sich wo zu welcher Zeit aufhielt. Schnell fand ich heraus, dass der jetzige Standort Königin Louanas von Alderaans auf Korriban war. Dort hatte ich eine Ruine gefunden, vor drei Jahren, fiel mir ein. Dort würden wir unentdeckt landen können. Schnell verließen wir Alderaan und flogen nach Korriban. Ich grinste Jem zu, als sie die Ruine musterte. Meine Ausrüstung lag gut versteckt in der Ruine und lächelnd reichte ich Jem ein paar Minen. Dann verließen wir die Ruine und rannten Richtung Stadt. Unser Abenteuer begann...

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    Während ich hier erzähle, hat sich in der Galaxie vieles getan. 5 lange Jahre liegen diese Ereignisse nun zurück... Ich rannte. Mit einer Mischung
    Während ich hier erzähle, hat sich in der Galaxie vieles getan. 5 lange Jahre liegen diese Ereignisse nun zurück...


    Ich rannte. Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Triumph sah ich mich um. Wo war Jem? Ich wusste nun, wo Louanas Versteck war, aber wo war Jem hin? Nach ein paar Minuten erfolglosen Suchens gab ich auf und lief zum Tempel zurück. Ich würde warten bis sie herauskommt. Den Sithtempel zu betreten war allein zu gefährlich. Damals war ich arrogant genug zu glauben es mit einem Machtnutzer problemlos aufnehmen zu können, aber ich wusste, dass ich niemals lebend herauskäme, wenn ich allein einbrach. Ich verharrte vor dem Tempel gut versteckt und wartete. Nach einer Weile kam ich darauf, dass sie es bemerkt haben mussten, denn da kam niemand. Ich überlegte und hatte sofort eine Idee. Langsam zog ich eine Mine aus der Tasche und betrachtete sie eingehend. Dann lief ich zur Hauptstraße zurück. Ich setzte mir meine Kapuze auf und mischte mich unauffällig unter das Volk. Dann warf ich die Mine an die Seite, ich brachte es nicht über mich, aus Rache unschuldige Leute zu töten. Aber die Explosion war stärker als erwartet und riss mich und einige Umstehende von den Füßen, während auf den Straßen Panik ausbrach. Ich lächelte, das würde nicht zu über sehen sein und Louanas heraus locken. Möglicherweise. Das ganze war ein Glücksspiel, aber darauf musste ich hier setzen, ich hatte keine Wahl. Ich schlug rücklings auf dem Asphalt auf und ein paar Leute liefen an mir vorbei. In Panik trat mir einer gegen den Kopf und es war fast wie eine zweite Explosion, die nur in meinem Kopf stattfand. Mit tränenden Augen richtete ich mich auf und stieß die Leute beiseite. Am Straßenrand sah ich die verkohlten Reste der Mine und rannte weiter. Irgendwann wich ich der Menge in eine abgelegene Gasse aus und rannte weiter Richtung Tempel.

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    So, die Saat war ausgestreut... Und nun war ich bereit zu ernten... Mit tränenden Augen rannte ich durch die staubige Nebengasse, oder eher, ich käm
    So, die Saat war ausgestreut... Und nun war ich bereit zu ernten...

    Mit tränenden Augen rannte ich durch die staubige Nebengasse, oder eher, ich kämpfte mich hindurch. Jem war noch immer nicht aufgetaucht und ich machte mir Sorgen. Wo war sie? Als ich ein vertrautes Brummen hörte hielt ich inne. Vorsichtig spähte ich durch eine Gasse auf die Hauptstraße und was ich sah, ließ mich überrascht grinsen. Auf einem Speeder saß eine brünette Schönheit, die nicht besonders auffiel... Dafür aber die Person hinter ihr, eine Machtnutzerin zweifellos, ich sah den Griff ihres Schwertes. Das signalisierte mir, wer diese Brünette war.Ich war mir sicher, dass ich hier Louana vor mir hatte und zögerte nicht länger. Mit triumphierender Miene ging ich durch die Gasse auf das schnelle Gefährt zu um einen Moment abzupassen.

    Drei...zwei...eins...Schuss. Rennen. Ich hatte nie gedacht, das etwas so simples funktionieren könnte, aber ein Rick durchfuhr Louana und sie drohte vom Speeder zu fallen. Das Gefährt hielt ruckartig an und für einen Moment ruhte der Blick der Machtnutzerin auf mir. Das nahm ich als Vorwand um um mein Leben zu rennen. Die Gasse entlang zurück, bis das vertraute Brummen wieder einsetzte. Ich griff nach einer Rinne, die eine Hauswand hinablief und zog mich daran aufs Dach. Währenddessen begann mein Kopf unheilvoll zu pochen. Ich umklammerte die Rinne und lag dann auf dem Dach, erleichtert. In dem Moment bohrte sich etwas glühend heißes in mein Bewusstsein und ich schrie auf. Gib auf, flüsterte etwas in meinem Kopf und ich Begriff schnell, wessen Stimme das war. Ergib dich und nichts wird dir geschehen... "Darauf kannst du warten bis du schwarz wirst..." Ich war mir nicht sicher, in ich das laut gesagt hatte, oder nicht, aber der Druck verschwand aus meinem Kopf. Stattdessen legte er sich um meine Kehle.
    Ich wusste schon, was ich sehen würde, noch bevor ich den Kopf hob. Die Machtnutzerin sah verächtlich auf mich herab und drückte etwas unsichtbares zusammen. Ich rang nach Luft und tastete nach meinem Hals, aber da war nichts. Der Druck nahm weiter zu und ich wusste, dass ich so gut wie tot war. Wenn sie es denn so weit kommen lassen wollte. Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an und ich kramte verstohlen in meiner Tasche. Ich fand schnell das, was ich suchte, das ganze nahm etwa zwei Sekunden Zeit ein. Dann warf ich die Mine zwischen uns auf das Dach und ihre Konzentration brach ab. Die Explosion schleuderte uns beide vom Dach und ich landete mit einem Aufprall, der mir die Luft aus der Lunge weichen ließ, auf dem Rücken, in der dunklen Gasse, die mir einen Schutz bot, auf den ich nicht mehr gehofft hatte. Ich nahm zwei tiefe Atemzüge und rannte wieder los. Die Machtnutzerin und Louana schienen verschwunden zu sein. Ich ließ die Stadt hinter mir und lief auf unsere Schiffe zu. Schritte hinter mir und ich schoß. Louana hatte ihre Perücke noch immer nicht abgelegt und die Machtnutzerin sah wutentbrannt aus. Ich sprang blindlings in eines der Schiffe und startete es schnell. Einen Moment der Erleichterung. Ich hole dich, Jem, versprochen... Das waren meine Gedanken, als ich abdrehte. Als ich Gas gab, spürte ich schon, dass etwas nicht stimmte. Das Schiff ruckelte mehrmals und schien immer kleiner zu werden. Erst als es meine Ellbogen berührt, Begriff ich, dass es tatsächlich immer kleiner wurde. Panisch öffnete ich die Tür. Bis nach unten waren es fünf Meter, aber ich sprang. Mit einem Krachen brach mein Bein und der Schmerz ließ mich aufschreiben. Einen Moment lang sah ich alles verschwommen. Ein Schiff landete. Jem? Der Pilot hatte einen Helm auf und kam langsam auf uns zu. Ich wusste, dass es nicht Jem war. "Lavaris..." Es dauerte einen Moment, bis ich begriff. Alle starrten mich an. Der Pilot erstaunt, Louana und die Machtnutzerin verwirrt. Ich hatte das gesagt. Aber was war Lavaris? Oder wer? Dieser unbekannte Pilot?

    Ja, es war der Name des Piloten. Ich war mir aber sicher, ihn noch nie gesehen zu haben. "Du bist Lavaris?" Es war eigenartig, Louanas Stimme zu hören, ihre Verwirrung. Gleichzeitig wäre ich am liebsten auf sie los gegangen. Lavaris sah mich noch immer an, dann nickte er. "Und ihr seid?" Ich hielt gespannt den Atem an, fest entschlossen, Louana bloß zustellen. "Louise. Ich bin Louise." Während ich den Mund öffnete, begann mein Kopf wieder zu pochen. "Louana, Königin von Alderaan..." Wieder begann mein Kopf zu schmerzen und ich sah in Louanas zuckersüßes Lächeln. "Vielen dank, ich weiß, ich sehe ihr zum Verwechseln ähnlich, aber mein Name ist Louise..." Lavaris glaubte ihr nicht, stellte ich befriedigt fest und als ich vor Schmerz die Augen schloss, nahm er die Hand von seinem Gürtel. Darin lag etwas längliches, metallenes, dass im nächsten Moment blau glühte. Ein rotes Glühen erschien an Louanas Seite. Dann gingen die drei aufeinander los. Schmerz schoss durch mein Bein, als ich aufsprang und wieder rannte. Ich rannte die Straßen weiter entlang, bis ich die Ruine sah. Daneben war Jem. An den Schiffen. Sie rief mir etwas zu, doch ich warf mich einfach ans Steuer meines Schiffes und gestikulierte hektisch Richtung Jem. Und so verließen wir Korriban. Lavaris war meine Rettung.

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    Wir mussten unsere Taktik ändern... Oder vielleicht auch nicht, jedenfalls flogen wir nach meiner Heilung nach Alderaan... Mindestens zwei Dutzend be
    Wir mussten unsere Taktik ändern...
    Oder vielleicht auch nicht, jedenfalls flogen wir nach meiner Heilung nach Alderaan...

    Mindestens zwei Dutzend bewaffnete Männer liefen auf dem Gelände vor dem Schloss herum. Wieder mal hatte ich Jem aus den Augen verloren und hockte nun hinter einem Baum und versuchte die Lage zu peilen. Mit einer Hand durchsuchte ich meine Tasche, ohne zu schauen, was ich da tat, bis mir etwas metallenes in die Hand schnitt. Mit einem Zischen zog ich meine Hand samt dem Metallteil aus meiner Tasche und hätte beinahe aufgelacht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch eine Rauchkapsel besaß, aber jetzt hielt ich eine in der Hand. Wie es für einen Seilun-Zwilling normal ist, hielt ich mich nicht mit Nachdenken auf, sondern warf die Kapsel und löste sie im letzten Moment aus. Noch bevor die Wachmänner sie bemerkten, warf ich eine Mine aufs Schloßtor und rannte los.
    Das Tor explodierte mit einem Krachen und eine Druckwelle riss mich von den Füßen. Ich konnte nichts sehen, Rauch von der Kapsel und der Explosion versperrten mir die Sicht. Nur kurz konnte ich Bewegungen wahrnehmen, hilflos rudernde Arme. Ich lief einfach geradeaus, dahin, wohin ich die meisten Geräusche hörte. Einen abwegigen Moment lang musste ich ein Auflachen unterdrücken. Genauso, kein bisschen anders hätte Dawina gehandelt. Wir, die leichtsinnigen Seilun-Zwillinge. Ich gelangte so tatsächlich ins Gebäude. Hier war der Rauch schwächer. Ich konnte den ganzen Raum einigermaßen gut ausmachen. Genauso die sechs riesenhaften Gestalten, die ihre Waffen jetzt auf mich richteten. Ich konnte diese Männer nicht besiegen. Aber dann sah ich es und setzte mit einem Hechtsprung zu dem Gitter in der Wand und riss es heraus. So schnell ich konnte zog ich mich in den Metallschacht, daran mündete. Die Männer riefen etwas, ein paar Schüsse schlugen da ein, wo soeben meine Beine waren. Der Schacht ging senkrecht hoch und fünf Meter weiter, konnte ich eine Kurve sehen. Ich wollte mich gerade hochziehen, als ich sah, wie sich der Lauf eines Blasters in den Schacht schob. Mein Atem stockte. Dann feuerte die Waffe. Dreimal. Nun ging mein Atem zu schnell, denn nur wenige Zentimeter vor mir waren die Löcher der Kugeln, genau vor meinen Augen. Hektisch drückte und zog ich mich nun vorwärts, voller Angst, dass der Kerl noch einmal schießen würde. Da war die Kurve. Drei Meter. Zwei Meter... Die schabenden Geräusche, die meine Schuhe an der Wand machten, störten mich. Ein Meter. Und dann zog ich mich in die Kurve. Beruhigt kroch ich den Schacht entlang. Hinter der Kurve ging der Schacht waagerecht weiter. Was mich beunruhigte, war, dass dort auch die Metallwänder dünner wurden. Vorsichtig zog ich mich vorwärts, das Metall ächzte leicht unter meinem Gewicht. Bloß keine heftigen Bewegungen... So langsam ich konnte, kroch ich weiter entlang. Und erstarrte, als das Metall unter meinem Körper bebte. Dann flog es von der Decke, aber nicht polternd und senkrecht, sondern schräg und blitzschnell zog ich meine Füße weg. Das konnte nur durch einen Jedi, oder- sehr wahrscheinlicher- einen Sith zu erklären sein. Das nächste Stück Metall riss ab und diesmal konnte er mich gar nicht übersehen, denn meinen Körper zog es aus dem Schacht und ich fiel zu Boden. Als ich nach oben sah, starrte ein rotes Augenpaar zurück. Zwei Worte kamen mir in den Sinn.
    Lord Malgus.

    Bevor ich mich aufrappeln konnte, zog mich etwas an meiner Kehle hoch. Ich wusste genau, wo mein Blaster war. In der Tasche, die noch immer hinter dem Baum auf dem Schlossgelände lag, wo ich sie zurückgelassen hatte. Verzweifelt warf ich Malgus meine letzte Mine entgegen und wie bei Louanas Wache- Evana tauchte in meinen Gedanken auf- klappte es. Malgus ließ mich fallen, die Mine sprengte einen Teil der Schlosswand und ich wurde mit den Trümmern hinaus geschleudert. Malgus setzte mir mit einem Sprung hinterher. Ich rannte um mein Leben einfach los, ins nichts, hinter mir konnte ich auf einmal mehr als nur ein Fußpaar hören. Meine kopflose Flucht führte mich in einen Wald. Irgendwann brach ich durch die Bäume auf eine Lichtung. Fast sofort verlor ich das Bewusstsein.

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    Ich wachte wenige Stunden später wieder auf, in der Zeit, in der ich abwesend war, passierte einiges. "Opeila! Hey, jetzt komm, wach auf! Opeila
    Ich wachte wenige Stunden später wieder auf, in der Zeit, in der ich abwesend war, passierte einiges.

    "Opeila! Hey, jetzt komm, wach auf! Opeila!" Als ich die Augen öffnete, schlug mir nur Dunkelheit entgegen. "Jem? Wo- Au!" "Vorsicht. Da sind Gitter." Gitter? Oh, na klar. Malgus musste mich in das Gefängnis im Schloss Alderaan gebracht haben. Aber wie kam Jem hierher?
    Langsam gewöhnten sich meine Augen an das düstere Licht in dem Zellentrakt. Ich hatte all meine Sachen bei mir, die ich auch vor meiner Ohnmacht hatte. Jem sah mich an. "Ruhe darin!" Ich zuckte bei dem Schrei der Wache zusammen. "Opeila, was hast du gemacht?" Nach einer plötzlichen Eingebung griff ich in die Ecke meiner Zelle und zog meine Tasche hervor. Und daraus eine Mine. Jems vorwurfsvoller Ausdruck wurde erst überrascht und dann belustigt. "Schön blöd uns unsere Sachen zu lassen..." Frustriert schlug die Wache gegen ein Gitter. "Klappe, hab ich gesagt!" Lachend warf ich die Mine gegen die Ecke der Zellentür und der Trennwand zu Jems Zelle, so dass die Wache weg geschleudert und in unser beider Zellen ein riesiges Loch riss.
    Was war real? Der dichte Rauch im Zellentrakt? Die bunten Flecken vor meinen Augen? Die Schmerzen in meinem Hinterkopf? Oder die rote Flüssigkeit auf meiner Hand? Ich beschloss, erstmal alles ernst zu nehmen. Abgesehen natürlich von den Flecken natürlich. Orientierungslos blieb ich so liegen, wie ich aufgekommen war und konzentrierte mich. Ich war auf Korriban. Mir war ein Attentat misslungen. Nun war ich mit Jem in einem Verlies... Jem! Verspätet drang etwas in mein Bewusstsein und erschrocken wankte ich Richtung Jems Zelle und fiel prompt über einige Trümmerteile. "Jem! Jem, alles okay?" Besorgt versuchte ich, durch den Rauch spähen. Ein Husten drang zu mir durch, dann packte etwas meinen Arm. Reflexartig schlug ich danach und Jem schüttelte mich leicht. "Verdammt, was machst du da! Komm! Beeil dich!" Erst lief ich ihr nach, dann überholte ich sie und riss ein Gitter aus der Wand. Es war ein Schacht, genau der Gleiche, durch den ich gekommen war. Wortlos folgte Jem mir. Ich hatte keine Ahnung, wohin der Schacht uns führte, aber ich spürte, dass er enger wurde. Wenn das eine Sackgasse war, könnten wir nicht zurück. Aber nein, irgendwann konnte ich ein Licht erkennen und dann führte uns der Schacht ins Freie. Erleichtert richtete ich mich auf und sah mich um. Wir waren nicht in Louanas Palast, aber wo dann? Um uns herum waren weit und breit nur Bäume. Wir waren auf einer Lichtung, aber nicht dieselbe, die ich vor meiner Ohnmacht betreten hatte. Wir waren soeben aus einem relativ kleinen Kasten geklettert, der mich schaudernd an meine frühe Kindheit erinnerte. Ein kurzer Blick ließ mich vermuten, dass der größte Teil der Räume unterirdisch gelegen war. "Opeila!" Jem war schon zwischen den Bäumen verschwunden, während ich noch das Gebäude anstarrte. Mit einem letzten Blick rannte ich ihr nach.

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    Danach ging es... nun ja, wie soll ich sagen... drunter und drüber. Ich hatte wieder einmal Jem verloren, diesmal auf Lego. Dort waren wir, weil ich
    Danach ging es... nun ja, wie soll ich sagen... drunter und drüber. Ich hatte wieder einmal Jem verloren, diesmal auf Lego. Dort waren wir, weil ich herausgefunden hatte, dass die Verhandlungen dorthin verlegt wurden. Und ratet mal warum xD. Die arroganten Schwertträger schienen vor uns wegzulaufen...

    Ich hockte in einem Gebüsch, nah des Platzes und konnte jedes Wort verstehen. Naiv konnten diese Leute sein, es war unglaublich... Es waren nicht einmal sonderlich viele Wachen im Raum. Vollkommen in meine Spionage versunken, hörte ich den Funkspruch erst, als er mich zu verraten drohte.
    Hektisch legte ich meine Hand auf mein Komlink. "Jem? Wo zur Hölle bist du!" Eine mir gänzlich unbekannte Stimme antwortete mir. "Mein Name ist Lilith. Ich sitze dir ziemlich genau gegenüber." Mein Kopf schoss hoch und ich fand sie beinahe sofort. "Was hast du vor?" flüsterte ich. "Vermutlich das gleiche wie du... Die Verhandlungen sprengen." Ich konnte ihr Grinsen von meinem Punkt aus gut erkennen. "Ja, das kommt ziemlich nah an mein Vorhaben heran." Ich musste ebenfalls grinsen. "Wie sieht die Lage da unten aus? Wer sind die Anführer?" Jetzt war ich vollkommen bei der Sache und fragte sie aus. "Than und Mordred. Die zwei müsen wir ausschalten. Mordred ist der Dunkelhaarige da und Than..." Ihr Funkspruch brach ab, während sie die Leute absuchte. "Ich kümmere mich einfach um Mordred, ok?" Das ganze dauerte mir zu lange. Zustimmend reckte sie ihre Daumen in die Höhe. Dann warteten wir auf den Moment. Als er dann kam, schaltete Lilith schneller als ich und sprang von ihrem Punkt in die Menge. "Heilige Scheiße..." Mehr brachte ich nicht heraus. Ich hatte mich verflucht noch einmal mit einer Machtnutzerin eingelassen! Seufzend kämpfte ich mich nun auch hinunter auf den Platz, jedoch erheblich langsamer als Lilith. Die übrigens eine gute Ablenkung war. Während sich alle mit ihr beschäftigten, hatte ich Zeit zu zielen und schoss direkt auf Mordreds Kopf. Eine Frau schrie auf, packte Mordreds Arm und zog ihn mit in einen Tunnel. In dem Durcheinander verlor ich Lilith aus den Auge, sie musste geflohen sein, denn plötzlich war ich Zentrum aller Aufmerksamkeit. Mir blieb kaum etwas anderes übrig, als Mordred und der Frau, Beila- wieder einmal flüsterte mein Hirn mir Namen zu und ich beschloss erstmal, mir zu vertrauen- in den Tunnel zu folgen. Sieben Leute folgten mir. Syrena, Than, Shut, Sairah, Seron und Thresh, wenn man meinem Hirn glauben konnte. Den Namen des siebten Mannes, der als Vampir hätte durchgehen können, offenbarte es jedoch nicht, aber er war es, der meine Aufmerksamkeit mehr bannte als die anderen. Er holte mit einem Arm aus und ich begriff erst, als es zu spät war; Ein glühendes Seil schlang sich um meinen Knöchel und riss mich von den Füßen und während ich mich abrollte, holten meine Verfolger mächtig auf. Ich sprengte einfach durch Beila und Mordred durch, die meinen Schüssen geschickt auswichen.
    Adrenalin schoss durch meinen Körper und ließ mich immer schneller werden, ich hörte nur noch meine eigenen Schritte, meinen beschleunigten Atem. Der Tunnel lichtete sich und mündete wieder in einen Wald. Ich rannte und rannte einfach weiter, bis ich völlig orientierungslos in diesem Wald stand. Um mich herum war es still. Meine Verfolger waren verschwunden. Dachte ich zumindest, doch plötzlich wurde ich an meiner Kehle hochgehoben. Das Déjà Vu war so stark, dass ich schauderte. Thans Gesicht, dass zwischen den Bäumen auftauchte verwandelte sich vor meinen Augen in ein bekanntes, rot erleuchtetes. Die selbe Situation. Hinter ihm folgte Syrena, die mich kalt ansah. Than drehte sich zu ihr, nur für den Bruchteil einer Sekunde, doch ich nutzte ihn und schoss. Ich schien sie wirklich überrascht zu haben, denn Thans Konzentration brach ab und ich fiel zu Boden. Sofort sprang ich auf um weiter zu rennen, aber sie waren schon zu nah. Also schoss ich einfach. Blitzschnell war Thans Schwert in seiner Hand und machte somit jeden Schuss zunichte. Ich drehte mich um, als ich das sah und wollte rennen, doch auf einmal war Syrena da, die meine Überraschung nutzte, um mir ein Messer ins Bein zu rammen. Mit einem Schrei ging ich zu Boden und wusste, dass ich verloren hatte. Ich schloss die Augen und ließ mich in die Dunkelheit abtreiben.

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    Als ich wieder erwachte, lag ich im Dunkeln und meine Augen brauchten eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Um mich herum waren Wände. Dicke Wände
    Als ich wieder erwachte, lag ich im Dunkeln und meine Augen brauchten eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Um mich herum waren Wände. Dicke Wände. Ich wollte die Hand ausstrecken um sie zu berühren, aber es ging nicht. Sie hatten mich gefesselt und, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, meine Tasche gerade so weit von mir weggestellt, dass ich nicht herankam. Frustriert riss ich an den Ketten, doch dann hielt ich inne. Ein Rascheln. Irgendwo in meiner Zelle. Ich zog meine Füße unter mir hervor, um sie gegebenenfalls notgedrungen als Waffe zu gebrauchen. Ein sarkastisches Lachen. Ich spannte mich an. "Du gibst echt nicht auf, egal wie hoffnungslos die Situation ist." Die spöttische Stimme kam mir bekannt vor. Eine Gestalt löste sich aus den Schatten. Es war der siebte meiner Verfolger, der, dessen Name mir nicht offenbart wurde, der merkwüdige Vampir. Langsam näherte er sich mir und hockte sich dann vor mir hin, sodass wir auf Augenhöhe waren. "Ich habe nur ein paar Fragen an dich, Opeila Seilun. Erstens. Wieso bist du hier. Zweitens. Wer ist mit dir hier. Drittens. Hängst du an deinem Leben."
    Er war mir unheimlich. Sein Gesicht war fast schneeweiß, genau wie seine Haare und während er sprach, blitzten wieder diese spitzen Zähne auf. Sein Blick dagegen war seelenruhig. Er kannte meinen Namen vermutlich von den Suchplakaten, die man überall fand. Ich dachte an Lilith und Jem und presste trotzig die Lippen aufeinander. "Von mir erfährst du kein Wort." Meine Stimme hatte den gewünschten Ton perfekt getroffen und ich sah, wie er die Augenbrauen hob. In seinen Augen funkelte es. "Wie du willst." Er zog an einer Kette, und meine Fesseln zwangen mich in die Höhe, meine Hände über meinen Kopf. Dann holte er wieder aus.
    Ich konnte nur noch die Augen zukneifen, dann traf mich die glühende Peitsche am Oberkörper. Nur mit aller Mühe konnte ich einen Schrei zurückhalten. Noch einmal schlug er zu, ein schlüpfriges Aufkeuchen entfuhr mir, doch gnadenlos schlug er weiter. Mir entrang kein Laut mehr und irgendwann hörte er auf. Ich hörte seine Schritte, als er näher kam. "Nun?" Seine Stimme war genauso wie vorhin. Sanft, mit unterschwelliger Drohung. Ich schüttelte den Kopf. "Von mir erfährst du niemals etwas... Ich kenne Schmerzen." Was mich geritten hat, das daran zu hängen, kann ich nicht sagen, aber seine Augen weiteten sich kurz. "Nagut." Er löste die Kette einfach von meinen Gelenken, sodass ich hart zu Boden stürzte, dann schlang er mir die Peitsche um den Hals. Es war schlimmer als jeder Machtgriff. Er schleifte mich einfach aus meiner Zelle durch einige Gänge und blieb dann stehen. Mit beiden Händen zog ich die Schnur von meiner Kehle weg und rang nach Luft. Er unterhielt sich mit einem Mann, den ich als Than erkannte. Ich sah, wie sich die Augen des Vampirs weiteten, hastig und ohne jede Rücksicht zerrte er mich in meine Zelle, kettete mich wieder an, die Fesseln lagen wieder auf dem Boden. Dann verschwand er. Ohne die Tür zu schließen.
    Ich nutzte den Moment und streckte mich. So kam ich mit den Füßen an meine Tasche und zog sie zu mir. Etwas kullerte heraus. Eine Mine. Sie rollte auf meine Hände zu und ich stoppte sie dort. Zischend zerhackte ich die Fesseln an eine scharfen Kante, besah mir den Schnitt auf meiner Hand, griff mir meine Tasche und rannte dann, bis ich das Gebäude verlassen hatte und stahl mir einen Speeder. Ich flog einfach blindlings los. Bis ich die Gestalten sah. Es waren zwei. Than und der Vampir. Doch zwischen ihnen lag jemand, scheinbar tot. "Nein!" Gegen jede Vernunft sprang ich vom Speeder und rannte auf die beiden zu. Der Vampir sah mich wütend aus glitzernden Augen an. Waren das Tränen? Ich wusste es nicht, aber ich hatte in dem Moment nur Augen für Liliths Leiche, die dort auf dem Boden lag. Es verging eine Ewigkeit bis Than und der Vampir ihr Gespräch beendet hatten. "Was ist mit ihr?" Than nickte in meine Richtung. Der Vamir zuckte die Schultern. "Töte sie, Than." Sein verbitterter Ton jagte mir eine Gänsehaut über den Körper. Ihm hatte etwas an Lilith gelegen und er gab mir die Schuld für ihren Tod. Das war alles, was ich aus dem Gespräch heraushören konnte. Than zuckte nur mit den Schultern und wandte sich ab. Ich tat es ihm gleich, schnappte mir den Speeder und verschwand.

    10
    Danach ging es weiter. Irgendwann habe ich Jem dann wiedergefunden, ich erspare euch die Einzelheiten. Und trotz Liliths Tod dachte ich nicht daran, a
    Danach ging es weiter. Irgendwann habe ich Jem dann wiedergefunden, ich erspare euch die Einzelheiten. Und trotz Liliths Tod dachte ich nicht daran, aufzugeben, es war wie ein Kick. Mir war klar, dass ich spätestens jetzt hätte abhauen sollen, um meiner Gesundheit wegen. Denn das, was ich hier tat, war alles andere als gesund. Ich wusste, was, oder besser wen ich eigentlich suchte...

    Jem huschte leise hinter mir durchs Gras. Wieder würde ich das Attentat nicht allein durchführen müssen, sie war sofort dabei. Ich fand mühelos den Platz wieder und winkte Jem zu, die auf Liliths alten Platz ging. Ich schlich etwas unruhig umher, um den Platz von allen Seiten zu beobachten, aber da war keine Menschenseele. Frustriert ging ich weiter, doch irgendwann verhakte sich mein Fuß, ich lehnte mich zur Seite und schaffte es so gerade noch, nicht auf den Droiden zu fallen, der da vor mir auf dem Boden lag.
    Von neuer Aufregung gepackt, besah ich mir das Ding. Kein Zweifel, es war ein kaputter Spiondroide, aber sein Schaden war nicht so groß. Da würde ich noch etwas ausrichten können. Ich winkte Jem zu mir, die auch sofort herbeigerannt kam, während ich mir den Droiden auf die Arme lud. So schnell ich mit meiner Fracht konnte, rannte ich mit Jem zurück Richtung Schiff- Und schaffte es schließlich, mich hoffnungslos zu verlaufen. Wir drosselten unser Tempo und achteten auf unseren Weg. Dann brachen wir irgendwann auf eine Lichtung. Ich war begeistert. Da standen zwei Schiffe. Ein großes und ein kleineres. Langsam ging ich auf das Schiff zu und konnte allmählich Stimmen im Innern vernehmen. Bekannte Stimmen. Than, Mordred, Beila.... Der Vampir war nicht dabei und es fiel mir schwer, meine Enttäuschung zu unterdrücken. Dafür war das Thema des Gesprächs war besser. Es ging um die Verlegung der Verhandlungen und aufgeregt sah ich Jem an. Lautlos hörten wir zu, bedacht, nicht ein Geräusch zu machen. So vernahmen wir beide sehr gut, was Than sagte. "Wir können gern weitermachen, aber erst, wenn wir nicht mehr von dieser nervtötenden Odenara belauscht werden" Mich überlief es abwechselnd heiß und eiskalt, während Jems Gesicht einen noch aufgeregteren Ausdruck annahm. Sie hatte nicht begriffen, wen Than meinte, wie denn auch. Opeila war der Name, den ich ihr damals nannte. Freudig sah sie zu mir, just in dem Moment, da mir der Droide aus den Fingern glitt und laut scheppernd gegen die Schiffswand schlug. Ihr Ausdruck schlug in eine Mischung aus fassungslosem Entsetzen und Ärger um, dann fasste ich mich, packte Jem am Arm und zog sie mit mir, weiter am Raumschiff vorbei, um die Ecke. Ich war zu schnell und hektisch, so wunderte ich mich gar nicht, als ich gegen den Vampir lief und es mich rückwärts auf den Boden warf. "Jem..." Meine Stimme klang falsch. Zu aufgewühlt. Jem jedoch schaltete schnell, zog mich hoch und in die andere Richtung, zu den Bäumen. Hinter dem Vampir tauchte einer meiner Verfolger auf, Seron. Ich begann zu rennen und stieß sie leicht in eine Richtung. "Wir teilen uns auf!" Sie hatte mich verstanden und rannte zwischen den Bäumen davon. Seron und der Vampir hatten die Verfolgung aufgenommen. "Ferid da lang!" Sie teilten sich ebenfalls auf und ich hatte es nicht anders erwartet, der Vampir- Ferid- verfolgte mich.

    -----Sichtwechsel-----
    Da rannte sie davon, ihre auffälligen Haare verbargen sie schlecht in den Bäumen. Ich nickte Seron zu, der ihrer Partnerin folgte. Ich sprang über einen Baumstamm und rollte mich ab, während sie einfach nur rannte. Nicht einmal blickte sie sich um, verrücktes kleines Ding. Dann beschleunigte sie auf einmal und einen Moment später wusste ich auch, wieso. Mitten auf dem Weg hatte jemand seinen Speeder abgestellt. Wütend biss ich die Zähne zusammen und rannte ebenfalls schneller. Du entkommst mir nicht. Nicht noch einmal. Mit einem Satz war sie auf dem Speeder und startete ihn mit einem geübten Tritt. Ich verlegte all meine Kraft in meine Beine und stieß mich ab. Auf dem Fahrzeug landete ich schließlich genau da, wo ich wollte und stieß das Mädchen hinunter. Erschrocken schrie sie auf und griff nach meinem Arm, auf der Suche nach Halt. Den fand sie nicht, stattdessen riss sie mich ebenfalls von dem Gefährt.
    Der Schwung riss uns beide einen Abhang hinab, wo das Mädchen keuchend liegenblieb, ein paar Meter von der Schlucht entfernt. Mich allerdings schleuderte er hinein und ich konnte gerade noch erkennen, dass ich mich im nächsten Moment erdrosseln könnte. Ein Schleppkabel wand sich um einen Felsen. Das andere Ende um meinen Hals. So stürzte ich nicht, sondern hielt mit einem Ruck. Erschrocken schrie ich auf. Dann hing ich einfach da, ohne Möglichkeit mich zu retten und sobald meine Armmuskeln schlappmachten, würde ich mich erhängen. In eine tolle Lage hatte ich mich da gebracht. Und das Mädchen hatte nicht mal einen Finger dazu rühren müssen, ein toller Kopfgeldjäger war ich. So lauschte ich einfach nur den Geräuschen um mich herum und hörte dadurch die Schritte des Mädchens- Opeila- schon bevor sie über mir stand. Ihr Blick war wachsam und berechnend. Langsam drehte sie sich wieder um und entfernte sich und ich wurde immer wütender. Dann kam sie zurück, band ein Schleppkabel um einen weiteren Felsen und kletterte langsam zu mir herunter. Was hatte sie vor? Sie löste ihren Griff und streckte mir eine Hand entgegen. "Nimm sie. Los." Ich knurrte sie an, darauf bedacht, dass sie meine spitzen Zähne sah und tatsächlich blitzte für den Bruchteil einer Sekunde Angst in ihrem Blick auf. Aber es war ihr hoch anzurechnen, dass sie blieb wo sie war, sie zuckte nicht einmal.
    Vielsagend schaute sie auf ihre Hand. "Pass auf, dass das Kabel nicht reißt." Verdutzt hielt ich inne, bis die patzige Antwort kam. "Du hast mir nichts zu sagen." Sofort legte sich meine Anspannung, obwohl es albern war. Die Worte waren nicht an mich gerichtet, Beila war aufgetaucht. Ich rede mir noch immer gern ein, dass ich auch allein mit der Kleinen fertiggeworden wäre, und wenn das Lamm so dumm war, den Löwen zu retten... Ich streckte die Hand zu ihr aus, doch bei der ruckartigen Bewegung löste sich das Kabel. Bevor es sich um einen weiteren schmalen Vorsprung schlingen konnte, hatte ich es schon durchgeschnitten.
    Dann fiel ich.

    ----------------Sichtwechsel Ende--------------------------

    11
    [Hallo zusammen. Mein Name ist F19. Ich muss leider diese Geschichte weiterführen, da Opeila sich zur Ruhe gelegt hat, und nie wieder irgendetwas beg
    [Hallo zusammen. Mein Name ist F19. Ich muss leider diese Geschichte weiterführen, da Opeila sich zur Ruhe gelegt hat, und nie wieder irgendetwas beginnen wird. Die Geschichte werde ich trotz allem aus ihrer Sicht bis zum Ende weitererzählen. Den Grund dafür werdet ihr schon erfahren...]

    Er rutschte ab, und meine Hand griff ins Leere. Mein Schreckensschrei währte den Bruchteil einer Sekunde, der Ferid genügte um das Kabel durchzuschneiden, und mir beide seiner Peitschen um Brust und Taille zu schlingen. Sein Gewicht zog die Peitschen zu eng um meinen Körper, und um Atem ringend glitt mir mein Kabel durch die Finger. So fiel ich mit ihm. Im Fall löste er eine Peitsche nach der anderen von mir, bremste so meinen Fall, und schlang sie stattdessen um einen Felsvorsprung, fing sich ab, und landete weich auf seinen Füßen. Meine Landung gelang leider überhaupt nicht, ich landete mit einer Wucht, die mir das Bein brach. Naja, zumindest war ich nicht in den reißenden Fluss, in der Mitte der Schlucht, gefallen. Ich kippte hintenüber und rang nach Luft, während ich wartete, dass der Schmerz nachließ. Ich hätte schreien können. Irgendwann ging es so weit, dass ich mich aufsetzen konnte, und langsam zog ich mich an einem Felsvorsprung hoch. Sobald ich stand, schloss mein Gedächtnis zu mir auf, und mit einem Ruck sah ich auf. Reglos stand er im Schatten, seine Silhouette zeichnete sich ein paar Schattierungen dunkler ab. Mit verschränkten Armen beobachtete er mich, dann kam er näher. "Was ist, willst du mich jetzt verhaften?" Das kam verbittert heraus, meine Stimme gehorchte mir nicht. "Das sollte ich wohl.", kam es ruhig zurück. Er kam immer noch näher, sein Blick war forschend, die Lippen zu einem sanften Lächeln verzogen. Was hatte er vor? Demonstrativ machte ich einen Schritt zurück, und biss mir sofort auf die Zunge; Ich hatte meinen Fuß vergessen. "Ich wollte dir das Leben retten.", sagte ich, um Zeit zu gewinnen. Er stockte, als ich meine Hand zu meiner Hüfte führte, dort, wo mein Blaster hing, fast sofort hatte er eine Kettensichel in der Hand. Wo nahm er nur immer die Waffen her? "Das wäre nicht nötig gewesen. Ich meine, ich bin schon mal aus einem brennenden Shuttle gesprungen, also..." "Angeber.", unterbrach ich ihn. Ich nahm mein Blaster in die Hand, wog es kurz, und schleuderte es dann mit einer fließenden Bewegung in den Fluss, wo es fortgerissen wurde. Etwas wehmütig sah ich ihm nach. Ferid stand da, den Mund vor Überraschung leicht geöffnet. "Na los! Ich will nicht mehr kämpfen." In meinem Hirn, dass bis eben noch Pläne geschmiedet hatte, um ihn hereinzulegen, klickte es fast hörbar, und mir wurde klar, dass meine so dahingesagten Worte stimmten. Ich hatte genug vom ewigen angreifen, weglaufen, und noch einmal angreifen. Ich wollte mich nur noch hinsetzen und mich nie wieder bewegen. Müde sah ich ihn an, und er machte einen zögerlichen Schritt. Dann riss er sich zusammen und ging auf mich zu. Ich blieb stehen, mein ganzes Gewicht auf das unverletzte Bein verlagert, die Hände leicht angehoben, die Handflächen nach vorne. Er kam noch näher, zu nah, ich senkte den Kopf und schloss die Augen. Ich hörte, wie er stehen blieb, doch nichts, von dem, was ich erwartete, passierte. Keine Fesseln um meine Handgelenke, keine Waffe an meiner Schläfe. Stattdessen, spürte ich seine kühlen Finger an meinem Kinn, die mein Gesicht anhoben. Überrascht riss ich die Augen auf, als seine Lippen auf meine trafen. Ich war zu perplex um zu reagieren, zu perplex, um mich zu fragen, warum mein Herz flatterte und mir warm wurde. Nach einer gefühlten Ewigkeit löste er sich von mir. Merkwürdigerweise war das erste, was ich sagte, eine Mahnung. "Ahm...Lilith?" Lilith hätte das nicht gewollt, und das konnte ich ihr nicht antun, war sie doch diejenige, die bei dem Attentat gestorben war. Und ich lebte noch, und das schuldete ich ihr. Verwundert sah er mich an. Das gab den Ausschlag, meine Gedanken schlossen zu mir auf, und ich fauchte ihn an: "Was sollte das denn! Wag es ja nicht wieder, das zu tun! Ich schwöre dir bei allem, was dir heilig ist, dass ich dir dann eine runterhau-!" Er ließ mich nicht ausreden. "Ach wirklich?" Bevor ich etwas sagen konnte, küsste er mich erneut. Mir blieb die Luft weg, doch diesmal verbot ich mir, zu vergessen, wer er war, und wer ich war. Stattdessen holte ich aus, und schlug ihn mit aller Kraft ins Gesicht. Er löste sich und seine Miene zeigte tatsächlich Erstaunen, seine Wange war leicht rot geworden. "Stelle meine Aussagen besser nicht in Frage. Nun sag, was sollte das eben?" Das kam weniger scharf raus als gewollt. "Ein Experiment." Das klang kurz angebunden. Meine Augenbrauen hoben sich, ich musste die Frage nicht stellen. "Interessant, aber ich schwöre dir bei allem was dir heilig ist, dass ich dich umbringen werde, sollten wir uns je wiedersehen." Dieses Versprechen war wie ein Schlag in die Magengrube, doch ich zwang mich, mich zusammenzureißen. Trotzdem konnte ich nur nicken, und seine Augen weiteten sich leicht. Ohne ein Wort wandte er sich ab, schleuderte eine seiner Peitschen um einen Vorsprung, und kletterte so eilig aus der Schlucht. Gedemütigt sah ich ihm nach.

    12
    [So hat mit die schwerste Zeit ihres Lebens begonnen, die Zeit, die ihr Inneres so verwandeln wird, dass man es kaum wiedererkennt. Und die Zeit, die ihr mehr Schmerz als je zuvor bereiten wird.]

    Ich raffte mich auf, und begann, mich durch die Schlucht zu schleppen. Oft fiel ich hin, zweimal so doll, dass ich dachte, ich würde nie wieder aufstehen können. Aber ich schaffte es, der Rest des Tages und die darauffolgende Nacht waren dafür nötig. Schritt für Schritt hievte ich mich weiter, bis ich endlich an mein Shuttle kam. Dort schiente ich mein Bein, legte mich auf meine Liege, und griff nach meinem Komlink. Ich musste Jem kontaktieren."Jem? Jem, ich-" "OPEILA! Was glaubst du, was du tust? Warum hast du dich nicht gemeldet, ich dachte, er hätte dich!" Das erste Wort schrie sie, und ich zuckte zurück. Oje, sie war sauer. Keine besonders gute Grundlage, ihr beizubringen, was ich entschlossen hatte. Ich wollte sie nicht anlügen. "Jem- Jem, ganz ruhig. Also... Ja, in gewisser Weise hat er mich gekriegt- Aber er hat mich wieder gehen lassen! Es ist ok!" Den Kuss ließ ich wohl besser unter den Tisch fallen. Von der anderen Seite ertönte etwas, das klang wie ein ungläubiges Keuchen. Ich atmete tief durch. Ich musste es ihr sagen. "Jem... Lass uns aufhören damit. Mit dem Töten. Wir haben noch nichts gewonnen, kein bisschen, wir werden nur immer gefangengenommen und... ich denke..." Am anderen Ende war es totenstill. Ich verstummte ebenfalls. "Wie bitte?", sagte sie langsam und kontrolliert. Dann brach der Sturm los. "Wie kannst du- Was- Hast du den Verstand verloren! Du bist so eine Verräterin Odenara Seilun! Was hat er dir eingeflüstert? Ach, vergiss es... Ich mach es allein!" "Jem! Ich habe dich nicht verraten... Wir... Müssen doch keine Feinde sein... Wir können doch trotzdem befreundet sein!", rief ich, während langsam Tränen in mir aufstiegen. "Hm. Ja. Wir werden sehen." Nach der schroffen Antwort schaltete sie ihr Komlink ab. Ich schmiss meines auf meine Liege. Das war ja mal ganz schief gelaufen. Von vorn bis hinten. Ich vergaß meinen Vorsatz, mich schlafen zu legen, sondern ging ans Steuer und hob ab. Mir war egal wohin ich flog, ich flog einfach nur geradeaus. Bis ich irgendwann einen Geruch wahrnahm. Das war Rauch. Es brannte, das konnte nicht wahr sein! Schnell drehte ich mich um, ignorierte den stechenden Schmerz in meinem Fuß, und sah mit Schrecken zu, wie mein Shuttle in Flammen aufging. Ich wartete nicht eine Sekunde, sondern stand auf, bis mir vor Schmerz auf die Zunge, und stürzte mich aus der Tür. Das zweite Mal in zwei Tagen fiel ich, und plötzlich musste ich an Ferids Worte denken. Ich meine, ich bin mal aus einem brennenden Shuttle gesprungen, also... Bitter lachte ich auf. Das war mal Ironie des Schicksals, dachte ich, kurz, bevor ich auf dem Boden aufschlug. Mein eigener Schrei gellte mir in den Ohren, als meine Haut aufriss, und der Verband sich rot färbte. Ich wusste, dass der gebrochene Knochen sich durch die Haut gebohrt haben musste, und es tat so weh, dass ich mir die Lippe blutig biss. Das war nicht der einzige Schmerz. Ich spürte die große Platzwunde an der Stirn, die beunruhigend stark blutete. Ich legte mich einfach zurück auf den Boden und sah in den Himmel. Bäume ragten in mein Sichtfeld, aus den Augenwinkeln konnte ich die Baumstämme sehen, Bruchstücke verdeckt von dem hohen Gras und dem schwarzen Speeder.... Ein Speeder! Mit einem Ruck setzte ich mich auf, und bereute es sofort, als ein scharfer Schmerz durch meinen Kopf schoss und mir erneut Tränen in die Augen trieb. Als ich wieder klar sehen konnte, durchfuhr mich ein Schreck. Da lag jemand auf dem Speeder. Jemand blasses. Ferid schlief dort, seelenruhig lag er da.
    Ich wusste, dass ich so gut wie tot war, ich konnte mich kaum bewegen, und als ich hustete, spuckte ich Blut aus. Ich musste mir ein paar Rippen gebrochen haben. Es ist egal. Jem sieht dich als Verräterin. Du hast keine Familie mehr. Du fühlst dich zum Feind hingezogen. Lass es sein... Der Teil meines Gehirns, der selbstständig zu handeln schien, begann auf mich einzureden. Er flüsterte mir alles zu, was ich je falsch gemacht hatte, aber merkwüdigerweise störte mich der letzte Punkt nicht so sehr, wie er es getan hätte, wenn ich noch irgendwelche Lebensaussichten gehabt hätte. Aber so legte ich mich gehorsam zurück und schloss die Augen um zu sterben.

    13
    Sterben ist friedlich. Sterben ist leicht. Ich spürte die warme Nässe, die sich unter meinem Kopf ausbreitete, hörte meinen leicht rasselnden Atem. Er hatte sich Ferids ruhigem, langsamem Atem angepasst, der wie ein Schlaflied auf mich wirkte. Ich war totmüde. Die letzten Tage und Wochen war viel passiert, zu viel für mich, und nun wollte ich mich einfach nur nie wieder bewegen. Warum sollte ich mir den Wunsch jetzt noch verwehren?
    Stundenlang lag ich da und wartete auf den Tod. Mit der Zeit wurde es dunkel und allmählich senkte sich die Nacht über meinen persönlichen kleinen Friedhof. Die Kälte war das einzige, das diese langen Momente unangenehm machte. Sonst war es so ruhig. Mein kleines Schlaflied von meinem Nachbarn auf dem Speeder machte mich schläfrig.
    Und so glitt ich in meinen ersehnten Tiefschlaf.
    Mein eigener unregelmäßig werdender Atem weckte mich. Komisch. Sah es in der Hölle wie auf Lego aus? Nein, das konnte nicht sein. Dafür waren die Schmerzen im Oberkörper zu real. Langsam drückte ich mich in eine aufrechte Position- und blickte in ein schockiertes, blasses Gesicht.
    Er stand vor mir, und schien etwas ratlos, als könnte er sich nicht durchringen, eine gefällte Entscheidung auszuführen. So langsam wurde mir klar, dass sein Schreck mich geweckt haben musste. Schließlich hatte mein Atem seinen Rythmus angenommen, und als seiner gestoppt war... Der Gedanke brachte mich zum Lachen- Keine gute Idee. Ein stechender Schmerz fuhr durch meine malträtierten Rippen, raubte mir den Atem und krümmte meinen Oberkörper. Seine Ratlosigkeit verwandelte sich erst in Fassungslosigkeit und dann in Wut. Sofort lag ein Blaster in seiner Hand, doch ich konnte mich noch nicht auf solche Banalitäten konzentrieren. Mein Kichern war in einen Hustenanfall übergegangen, und ich spürte, wie mir ein dünnes Rinnsal Blut aus einem Mundwinkel floss. Noch ein Schwall Blut landete neben mir auf dem Boden. Mit einer zitternden Hand- Es beunruhigte mich, wie blau sie aussah- wischte ich mir die letzten Spuren davon aus meinem Gesicht. Dann sah ich ihn an. Er sah fast mitleidig aus, sein Blick hatte etwas entschuldigendes. "Was ist jetzt?" Oh Gott, meine Stimme klang, als hätte ich stundenlang Rauch eingeatmet. Fast mechanisch kam er zu mir, hockte sich neben mich und richtete die Waffe auf meinen Kopf. Nicht eine Sekunde lang wandte er den Blick von mir. Das war der Moment, in dem mein Hirn meinen Selbsterhaltungstrieb zum Aufwachen zwang. All die in Erschöpfung gedachten Gedanken bedeuteten nichts mehr. Ich wollte leben. Ich griff nach meinem Komlink, und sagte ein Wort: "Hilfe" Meine Reibeisenstimme unterstrich das perfekt und ich hoffte, dass Jem verstand- und dass ich ihr noch so viel bedeutete, dass sie mich nicht tot sehen wollte.
    Für mehr Worte hatte ich keine Zeit mehr, denn blitzschnell war Ferid auf den Beinen und trat mir gegen die Schläfe. Ein Hammer hätte nicht mehr ausrichten können. Die ganze Welt explodierte vor meinen Augen und ich sank.

    14
    Und als ich sank, hörte ich ein Brummen. Es war erst leise, dann wurde es laut, unangenehm laut, obwohl ich alles dumpf hörte, wie unter Wasser- War mir Blut ins Ohr gelaufen?

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1465153140
Kleines Mädchen allein in der Weite der Galaxie
Kleines Mädchen allein in der Weite der Galaxie
http://www.testedich.de/quiz42/quiz/1465153140/Kleines-Maedchen-allein-in-der-Weite-der-Galaxie
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2016-06-05
402A
Star Wars

Kommentare (24)

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Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 34 Tagen
Danke! Hoffe, ich beschreibe nicht zu sehr meine Sicht der Situationen und bleibe realistisch genug xD
Ferid-Co. ( von: Ferid-Co.)
vor 35 Tagen
Und das neuste ♡ Ferid und Opeilas Beschreibung !! Einfach fenial
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 37 Tagen
Daanke schön! Meine Lieblingsstelle ♡♡♡♡
Ferid-Co. ( von: Ferid-Co.)
vor 37 Tagen
Einfach grandios ^*^ .. Ferid uns Opeila! Ganz großes Lob!
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 48 Tagen
Danke Lolo -35, ich versuche auch bald weiterzuschreiben, aber im Moment hab ich eine totale Schreibblockade...
Lolo -035 (82365)
vor 106 Tagen
Ich liebe diese Fanfiction!!
Ferid-Co. (94054)
vor 126 Tagen
1.xD
2. Alte Angewohnheit
EscalationKid ( von: Opeila/Luca)
vor 126 Tagen
1. Würde er jetzt niemals mehr schaffen xD
2. Das ist kein RPG, also warum zur Hölle schreibst du in Klammern?!
Ferid-Co. (26618)
vor 126 Tagen
( Drauf da Ferid! Immer drauf! XD )
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 127 Tagen
Mir ist kein besserer Vergleich eingefallen xD
Ferid-Co. (54132)
vor 127 Tagen
Yaaa! Endlich xD Endlich ist Ferid da :3
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 249 Tagen
Na dann ^^ xD
Ferid-Co. (17534)
vor 251 Tagen
( Totsicher xD )
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 252 Tagen
Sicher?
Ferid-Co. (60990)
vor 252 Tagen
Werd' ich schon nicht machen ^^
Opeila/Luca ( von: Opeila/Luca)
vor 254 Tagen
Klar xD Mach dir nicht ins Hemd...
Ferid-Co. (60990)
vor 254 Tagen
Schön! Kurz aber schön :D! Gib mir mehr :P
Opeila (05134)
vor 361 Tagen
Ich weiß noch nicht ob ich weiter schreibe, aber es geht keinesfalls gut mit ihr aus.
Ferid (74538)
vor 401 Tagen
( Schreibt beide weiter! :D )
Opeila (05134)
vor 401 Tagen
Danke :-) Also ich fände es toll, wenn du weiterschreiben würdest!