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Warrior Cats – Der Feuerbund

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4 Kapitel - 3.408 Wörter - Erstellt von: Sonnenuntergang - Aktualisiert am: 2016-06-09 - Entwickelt am: - 454 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

`Die Flammen züngeln, doch das Feuer erlischt. Bring die Glut wieder zum leuchten, wenn du überleben willst, tapferer Krieger.´

    1
    Mitten in der Wildnis leben drei Clans: Der AbendClan im sumpfigen Wald, der SteinClan in der Felslandschaft und der BaumClan im lichten Laubwald. Sie leben friedlich, wenn auch mit ein paar Grenzstreitigkeiten. Doch die Lage spitzt sich zu, denn plötzlich wird alles anders. Die Clans wollen einander vernichten, rätselhafte Katzen mischen sich in das Clanleben ein und große, wilde Tiere treiben sich auf den Territorien rum. Als sich dann auch noch immer mehr Katzen an den Wald der Finsternis verlieren, fasst der SternenClan einen Entschluss...

    2
    Die Hierarchie der Katzen

    AbendClan

    Anführerin: Weidenstern
    2. Anführerin: Sumpffeuer
    Heilerin: Rosenglut; Mentorin von Lilienpfote
    Krieger: Erdklaue
    Sandpelz
    Feldpfütze; Mentor von Dunkelpfote
    Bärenherz
    Felsstaub
    Kriegerinnen: Dornenwind; Mentorin von Frostpfote
    Wirbelsturm
    Kauzfeder
    Blattschweif; Mentorin von Eichenpfote
    Nachtherz
    Schüler: Dunkelpfote
    Eichenpfote
    Schülerinnen: Lilienpfote
    Frostpfote
    Königinnen: Beerenblüte; Mutter von Sturmjunges
    Rotglanz; Mutter von Buschjunges, Froschjunges und Wurzeljunges

    SteinClan

    Anführer: Tannenstern
    2. Anführerin: Blitzwolke
    Heiler: Schwarzpelz; Mentor von Meerespfote
    Krieger: Bernsteinfrost; Mentor von Krallenpfote
    Eulenschwinge
    Rindenpelz
    Zapfenkralle
    Staubnase
    Kriegerinnen: Aschenfels; Mentorin von Eispfote
    Brandfeuer
    Fasanenlauf
    Tauzahn
    Nebellicht
    Schüler: Krallenpfote
    Schülerinnen: Meerespfote
    Eispfote
    Königinnen: Blütenwind
    Graufell; Mutter von Dunstjunges und Fuchsjunges

    BaumClan

    Anführerin: Krötenstern
    2. Anführer: Donnerschall
    Heilerin: Eschenblatt
    Krieger: Wespenflug
    Regenfang; Mentor von Giftpfote
    Finsterkralle; Mentor von Höhlenpfote
    Wolkensturm
    Moorseele; Mentor von Froschpfote
    Kriegerinnen: Schneeherz; Mentorin von Goldpfote
    Wolfssprung
    Windruf; Mentorin von Birkenpfote
    Flammenfell
    Wellenfall
    Schüler: Giftpfote
    Höhlenpfote
    Froschpfote
    Schülerinnen: Goldpfote
    Birkenpfote
    Königinnen: Echodunst; Mutter von Weißjunges, Spechtjunges und Grasjunges

    Streuner

    Kater: Kupfer
    Hirsch
    Grey
    Kätzinnen: Licht
    Morgen
    Star

    3
    Ein Sonnenstrahl fiel durch das dichte Gestrüpp in den Kriegerbau. Sumpffeuer rekelte sich. Sie machte die Augen auf. Wieder war eine Nacht mit dem Wald der Finsternis vorbei. Und wieder trug sie unerklärliche Narben. Sie war zwar 2. Anführerin ihres Clans, aber nicht sonderlich beliebt. Ihre einzige Freundin war Nachtherz, die einzige, die auch wusste, dass sie jede Nacht im Wald der Finsternis verbrachte. Ihr Clan dachte, dass ihre Kratzer von den Dornen kamen, die den Kriegerbau umsäumten. Sumpffeuer hatte ihre Ausrede extra geschickt eingefädelt, denn ihr Nest war ganz am Rand beim Anfang des Gestrüpps, so dass sie sich, wenn sie sich einmal wälzte, ganz leicht in den Dornen verhaken konnte. In Wahrheit wusste sie, wie man sich hinlegen musste, damit man keine Kratzer ab bekam. Sumpffeuer gähnte und stand auf. Sie war müde, aber auch 2. Anführerin. Die Kätzin lief langsam aus dem Bau und stellte sich mitten auf die Lichtung, wo man sie kaum übersehen konnte. Zudem hatte sie von hier aus einen guten Überblick über das Lager. Gerade ging Nachtherz zu Weidensterns Bau. Sumpffeuer seufzte. Nachtherz trainierte zwar auch im Wald der Finsternis, aber sie würde nie verstehen, warum es sinnvoll war, sich Tigerstern anzuschließen. Stattdessen spionierte sie dort für den Clan. Die 2. Anführerin konnte sich nicht entscheiden, was sie von ihrer Freundin halten sollte. Manchmal stieg in ihr Hass gegen sie auf, dann war sie wieder die gute und einzige Freundin, die sie hatte. Nachtherz war einfach rätselhaft. Und das machte sie um so interessanter. Sumpffeuer schüttelte ihre Gedanken ab. Jetzt musste sie erstmal die Morgenpatrouille einteilen. Wie immer waren Bärenherz, Kauzfeder und Sandpelz als erstes auf den Beinen. Kauzfeder war Nachtherz` Freundin. Da Sumpffeuer sich nicht unnötig anstrengen wollte, wählte sie diese drei und Dornenwind noch dazu.
    Etwas später ordnete sie die Jagdpatrouille ein. Sie selbst führte sie an. Schnell lief sie zu Weidenstern.
    „Könntest du bitte die übrigen Patrouillen einteilen, falls nötig?“, fragte sie, ohne den Kopf zu senken.
    „Aber natürlich“, antwortete Weidenstern.
    Sumpffeuer trat wieder aus dem Bau und rannte in den Moorwald.
    „Warte!“, rief Eichenpfote, als sie mitten im Wald waren, hinter ihr her. „Ich kann nicht so schnell laufen!“
    Die 2. Anführerin wandte den Kopf. „Das ist eine Jagdpatrouille, ihr könnt einfach irgendwo jagen gehen, wie oft muss ich dir das noch sagen!“
    „Rede nicht so mit ihm!“, fauchte Blattschweif.
    „Kümmere dich um deinen eigenen Kram!“
    „Er ist mein Schüler!“
    Sumpffeuer blieb stehen und drehte sich um. Blattschweif sah sie herausfordernd an.
    „Du denkst, du wirst eine gute Anführerin, aber das bist du nicht!“
    Sumpffeuer kochte vor Wut. Blitzschnell sprang sie auf Blattschweif zu und verpasste ihr einen Kratzer auf der Schnauze.
    „Hüte deine Zunge“, zischte sie.
    Blattschweif wusch sich den Kratzer vorsichtig mit der Pfote, stand auf und ging erhobenen Hauptes zurück. „Komm, Eichenpfote. Wir gehen zu Teich. Da gibt es viele Frösche, die du jagen kannst.“
    Eichenpfote quiekte aufgeregt und verschwand im Unterholz, ihre Mentorin folgte ihr. Auf halbem Wege drehte sie sich noch einmal um und funkelte Sumpffeuer wütend an. Doch die Stellvertreterin verzog keine Miene und rannte zu den Moosfelsen. Dort fing sie eine Schlange und eine Eidechse. Damit kehrte sie zurück ins Lager. Dort sah Wirbelsturm, die auch mit zur Jagd gekommen ist, aber auf halber Stecke in die Richtung der Nadelbäume gelaufen ist, sie misstrauisch an.
    „Ich habe euch gesehen“, flüsterte sie. „Du wirst ganz schön Ärger kriegen, wenn Weidenstern davon erfährt!“
    Sumpffeuer erwiderte mit einem überlegenen Blick. „Das wird sie nicht!“
    „Oh doch!“
    In dem Moment trat Blattschweif in die kleine Schlucht. Schnell lief Rosenglut zu ihr. „Wo kommt denn dein Kratzer her? Komm schnell in meinen Bau, ich hab noch Kräuter und Spinnweben für dich!“
    „Nein nein, es geht schon“ wehrte Blattschweif ab.
    Neugierig streckte Rotglanz den Kopf aus dem Bau der Königinnen. „Blattschweif, warum blutest du denn? Hat dich ein Tier angegriffen?“
    Augen verdrehend stöhnte Sumpffeuer. Rotglanz war Blattschweifs Mutter. Aber trotzdem musste sie sich nicht so... ja, mütterlich halt verhalten.
    „Auf der Jagdpatrouille...“, wollte die Kriegerin gerade antworten, aber Sumpffeuer kam ihr zuvor.
    „Auf der Jagdpatrouille hat ein SteinClan-Krieger sie angegriffen. Er hat die Grenze übertreten. Er hat auch eine Krähe auf unserem Territorium gefangen und sie liegen gelassen.“
    Der Clan schien noch nicht ganz überzeugt.
    „Und wo ist die Krähe jetzt?“, fragte Wirbelsturm mit einer Spur Herausforderung in der Stimme.
    Sumpffeuer wurde unsicher. „Die... die liegt noch an der Grenze.“
    Wirbelsturm baute sich vor ihr auf. „Wie willst du das beweisen?“
    Sumpffeuer schluckte. Sie konnte sicher sein, dass die meisten anderen im AbendClan auf Wirbelsturms Seite waren. Die Kriegerin hatte damals noch bessere Chancen, 2. Anführerin zu werden. Nur hatte Sumpffeuer noch ein klein wenig nachgeholfen...
    Jetzt sprang Weidenstern von dem Felssims, hinter dem ihr Bau lag, herunter. „Das ist eine gute Idee“, sagte die Anführerin. „Eine Patrouille wird jetzt feststellen, ob wirklich eine Krähe an der Grenze liegt. Sumpffeuer, wo genau?“
    „Denn Sumpfpfad entlang, weiter hinter den Moosfelsen“, stammelte sie.
    „Aha“, sagte Weidenstern. „Dann werden Wirbelsturm, Feldpfütze und Dunkelpfote die Grenze kontrollieren. Ich komme auch mit.“
    „Und was ist mit mir?“, jammerte Sumpffeuer fast schon.
    „Sei kein Junges“, ermahnte Weidenstern sie streng. Mit diesen Worten lief sie aus dem Lager, die erwählten Katzen folgten ihr.
    Sumpffeuer sah ihnen eine Weile nach und trottete dann zu ihrem Bau. Unsicher betrachtete sie ihre Pfoten.
    Nach einer Weile kam die Patrouille wieder. Wirbelsturm keuchte aufgeregt. „Sumpffeuer hat recht!“, rief sie. „Da liegt wirklich eine Krähe!“
    Sumpffeuer schnellte hoch. Was hatte Wirbelsturm da eben gesagt? Überrascht stürmte sie aus dem Lager in Richtung Grenze. Sie spürte, dass ihr Clan ihr folgte. Sie wurde schneller. Sie wollte ungestört sein, wenn sie Stelle inspizierte. An der Grenze blieb sie stehen. Von einer Krähe war nichts zu sehen außer ein paar Federn am Boden, die sich nur undeutlich von der Erde abhoben. Ihn ihrer Wildheit hatte sie gar nicht gemerkt, dass dichter Nebel aufgekommen war. Sumpffeuer sah auf. Sie erschrak. Hinter einem Felsen blickte sie zwei gelbe Augen an. Eine Feder segelte dort zu Boden, wo sie sich befanden. Der Nebel wurde dichter und die Augen verschwanden. Sumpffeuer drehte sich um. Unzählige Augen sahen sie an. Weidenstern trat vor.
    „Der SteinClan-Krieger muss die Krähe wieder geholt haben. Aber er hat auf unserem Territorium gejagt. Ich hoffe, Tannenstern gibt uns auf der großen Versammlung eine vernünftige Erklärung.“
    Sumpffeuer wurde wütend „Die letzte große Versammlung war vorletzte Nacht. Bis wir sie zur Rede gestellt haben, haben sie schon sämtliche Beute unseres Territoriums verjagt. Wir greifen an!“
    Zustimmendes Jaulen ertönte. Bevor Weidenstern etwas sagen konnte, befahl die 2. Anführerin: „Alle Krieger und Schüler kommen mit! Wir greifen sofort an!“
    Mit diesen Worten bewegte sich eine Schar von Katzen schnell und leise aus dem Sumpf heraus auf eine Felslandschaft zu. Eine andere blieb zurück. Der Schrei eines Adlers ertönte über den Baumwipfeln.

    4
    Die Eidechse war nur ein paar Schnurrhaarlängen entfernt. Zufrieden sonnte sie sich. Hinter einem Felsen in der Nähe lauerte eine geschmeidige Gestalt. Aschenfels wartete einige Sekunden, dann sprang sie los. Die Eidechse hatte sie zu spät gemerkt. Die Kriegerin biss ihr schnell ins Genick. Dann trottete sie über die Felslandschaft auf eine nahe gelegene Kuhle zu. Ihr grauer Pelz hob sich kaum von der Landschaft ab.
    „Jetzt bist du dran, Eispfote“, miaute sie.
    „Ich weiß nicht“, erwiderte Eispfote. „Kannst du das noch einmal machen?“
    Die graue Kätzin seufzte. „Die Beute ist knapp. Nicht überall sonnen sich ahnungslose Eidechsen. Wahrscheinlich haben sie uns eh schon gemerkt und sind abgehauen.“
    Der Wind frischte auf. Eispfote hob aufmerksam die Nase gegen den Wind.
    „Wir müssen gar nicht jagen!“, sagte sie begeistert. „Da hinten liegt Beute!“
    Die weiße Kätzin deutete mit dem Schwanz in die Ferne. Aschenfels wurde unruhig. Bereits gejagte Beute auf dem SteinClan-Territorium? Ihr war das nicht geheuer. Trotzdem rannte sie ihrer Schülerin nach darauf zu. Vor einem etwas hoch ragendem Tafelfelsen blieb sie keuchend stehen. Ihr wurde ein wenig schummrig. Laufen war nicht ihre Stärke. Der SteinClan war eher fürs Kämpfen gemacht. Sie schüttelte den Kopf, um sich wieder in Fassung zu bringen. Kaum hatte sie auf den Tafelfelsen geblickt, stockte sie. Ihre Augen weiteten sich. Vor ihr lag eine Krähe. Einige Federn waren ausgerissen, aber niemand hatte sie bisher gefressen. Aschenfels schnupperte daran. Es roch nach Sumpf und Wald. Sie blickte wieder nach oben. In der Ferne waren die dichten Bäume des AbendClans zu sehen. Sie schluckte. Mittlerweile war Eispfote dazugekommen.
    „Sieht aus“, keuchte sie. „Als hätte der AbendClan auf unserem Territorium gejagt.“
    „Aber auf unserem Territorium gibt es keine Krähen“, entgegnete Aschenfels.
    „Das stimmt nicht. Weißt du noch, als Bernsteinfrost mit einer Krähe von der Patrouille zurückgekommen war? Wahrscheinlich ist sie hier herüber geflogen, weil sie ins BaumClan-Territorium wollte.“
    Aschenfels hatte immer noch Bedenken. „Wir sollten uns auf diese Krähe hier konzentrieren“, wechselte sie schnell das Thema. „Also nach AbendClan riecht sie nicht direkt, eher nach Wald und... irgendeiner Katze.
    „Sollten wir nicht Tannenstern Bescheid sagen?“, fragte Eispfote besorgt.
    „Erstmal gucken wir uns die Stelle genau an.“
    Aschenfels sah sich um. Einige Federn waren um den Felsen herum verteilt. Bei genauerem Hinsehen stellte sie fest, dass nicht alle vom selben Vogel waren. Eine war feuerrot, eine andere war von frischem Wasser betreufelt und noch eine andere stammte offenbar von einem Waldkauz. Ein Kribbeln lief der Kriegerin den Rücken runter und sie hatte auf einmal schreckliche Angst. Was ist los mit mir? Das sind doch nur ein paar Federn.
    Sie sah zu Eispfote. Mit Schrecken stellte Aschenfels, dass ihre Schülerin stocksteif die Federn beobachtete.
    „Eispfote?“
    Die weiße Kätzin fasste sich wieder. „Äh, ja, also... ich geh dann mal ins Lager...“
    Kaum wollte die Kätzin losgehen, baute sich wie aus dem nichts eine dunkelbraun getigerte Kätzin vor ihr auf.
    „Wo willst du denn hin?“, fragte sie höhnisch. „Gehst du zurück in die Kinderstube?“
    „Ich bin Schülerin!“, protestierte Eispfote.
    „Eine Schülerin aus einem Clan von Beutedieben ist so viel wert wie ein Junges.“
    Jetzt erkannte Aschenfels die Kätzin. Das war Sumpffeuer, die zweite Anführerin des AbendClans. Noch mehr AbendClan-Krieger tauchten auf und versperrten ihnen den Weg.
    „Nachtherz, Dornenwind und Frostpfote bleiben hier“, kommandierte Sumpffeuer. „Der Rest greift das Lager an.“
    Eine Menge der Katzen rannten los. Ihre Pfoten flogen nur so über den harten Stein.
    AbendClan-Katzen sind wirklich sehr schnell, dachte Aschenfels. Das können sie sich zunutze machen.
    „Jetzt zu euch“, wandte sich Sumpffeuer wieder ihnen zu. Ihre grünen Augen blitzten hinterlistig. „Ihr seid doch so stark, oder?“, sagte sie mit schmeichelnder Stimme und gab Eispfote einen harten Stoß, worauf diese um fiel.
    Sofort stürzte sich Dornenwind auf sie und nagelte sie fest.
    „Dann beweist es!“, beendete Sumpffeuer und stürzte sich mit einem Kampfschrei auf Aschenfels. Die graue Kriegerin konnte ihrer Gegnerin nicht mehr ausweichen. Hart prallte Sumpffeuer gegen sie und fuhr die Krallen aus.
    „Gebt euch geschlagen!“, zischte sie.
    „Der Kampf hat ja noch nicht mal richtig angefangen!“, erwiderte Aschenfels lächelnd. Sie nahm alle Kraft zusammen und drückte die 2. Anführerin von sich. Sumpffeuer fauchte verärgert und sprang abermals auf Aschenfels zu. Sie wich aus und fuhr Sumpffeuer die Krallen durch den Pelz. Die dunkle Kätzin schrie auf. Wütend stand sie auf und sah Aschenfels in die Augen.
    „Du kannst mich töten“, flüsterte sie. „Du bist stärker.“
    „Dafür bist du schneller.“
    Sumpffeuer lächelte. „Das stimmt.“
    Schnell wie ein Blitz prallte sie gegen Aschenfels und brachte sie aus dem Gleichgewicht. Die graue Kätzin knallte gegen den Tafelfelsen. Sumpffeuer zeigte die Zähne und knurrte. Aschenfels holte mit der Vorderpfote aus und schlug gegen Sumpffeuer´s Schulter. Mit den Hinterpfoten trat sie so doll sie konnte gegen den Bauch ihrer Gegnerin. Erschrocken sackte diese zusammen. Aschenfels richtete sich auf und rannte zu Eispfote um ihr zu helfen. Gerade biss Frostpfote sich in Eispfote´s Schwanz fest. Eispfote zog sich blitzschnell aus ihrem Griff und stürzte sich auf Frostpfote. Überrascht jaulte die kleine Kätzin auf. Erbarmungslos drückte Eispfote die jüngere Schülerin zu Boden. Frostpfote´s Jaulen wurde lauter. Dornenwind lief auf die beiden zu und packte Eispfote am Nackenfell. Voller Wucht schüttelte sie die weiße Kätzin und schleuderte sie ein paar Fuchslängen weiter. Sie regte sich nicht mehr. Aschenfels wurde starr. Ihr Herz pochte wie wild. Sie wollte zu ihrer Schülerin rennen, aber Dornenwind stellte sich ihr in den Weg.
    „Lass sie dort liegen. Ein Beutedieb hat es nicht verdient zu leben!“
    „Beutedieb?“ Aschenfels war entrüstet. „Ihr habt auf unserem Territorium gejagt!“
    „An der Grenze lag ganz eindeutig eine Krähe.“
    „Sagt wer?“
    Dornenwind deutete mit einer Kopfbewegung zu Sumpffeuer. „Mit Beweis.“
    „Was für ein Beweis?“
    „Die Krähe lag tatsächlich da.“
    Wut stieg in der grauen Kätzin hoch. Ihre gelben Augen verengten sich zu Schlitzen. „Traut ihr eurer eigenen 2. Anführerin etwa nicht?“
    „Das geht dich nichts an!“
    „Oh doch!“ Damit stürzte sich Aschenfels auf Dornenwind. Die schwarze Kätzin wich geschickt aus. Aschenfels schlug gegen Dornenwind´s Flanke, etwas stärker als beabsichtigt. Ein Blutrinnsal kam aus der Wunde. Aschenfels hob die Brust.
    „Freu dich nicht zu früh!“
    Von hinten schlangen sich Pfoten um Aschenfels´ Hals. Sumpffeuer blickte sie herablassend an. Die beiden kämpften noch eine Weile, wobei Sumpffeuer den Vorteil hatte, weil sie mit Dornenwind im Team arbeitete. Schließlich lag Aschenfels keuchend am Boden. Sie hatte eine Schramme im Gesicht und an der Flanke. Eine Kralle war ausgerissen. Sie hatte zwar Sumpffeuer´s eines Ohr zerfetzt, war aber selbst auch nicht in besserer Verfassung. Sumpffeuer holte aus. Ihre Krallen befanden sich sich dicht an Aschenfels´ Kehle. Angst erfüllt blickte sie zu Eispfote. Ihr Pfote zuckte ein wenig, aber sonst war regungslos. Dem SternenClan sei Dank, sie lebt noch!, dachte sie.
    Sumpffeuer zog ihre Krallen wieder ein. Stattdessen näherten sich Aschenfels jetzt ihre Zähne. Sie machte die Augen zu. Sie konnte eh nichts mehr machen. Da stürmte plötzlich mit einem wilden Kampfschrei eine langhaarige, rotbraune Katze auf Sumpffeuer und drückte sie zu Boden. Brandfeuer! Nun ergossen sich immer mehr Katzen über die Ebene und halfen ihren Clangefährten. Der AbendClan wich immer weiter zurück.
    „Verschwindet von unserem Territorium!“, rief Tannenstern.
    „Nichts lieber als das!“, knurrte ein hellgrauer Kater, dem ein Fetzen Fell fehlte.
    „Und was ist mit Kauzfeder?“, fragte Sumpffeuer.
    „Die werden wir euch morgen an den Rand eures Territoriums legen“, antwortete Tannenstern.
    „Von wegen!“, fauchte Sumpffeuer. „Ihr lasst sie hier bestimmt nur verrotten!“
    Fasanenlauf trat vor. „Wir haben auch Opfer gebracht!“
    „Aber sie ist wenigstens nicht auf einem anderen Territorium!“
    Wütend griff Fasanenlauf den kleinen, braunen Kater an, der das gesagt hatte. Erschrocken jaulte er auf.
    „Lass Feldpfütze in Ruhe!“ Eine schwarze Kätzin stellte sich ihm in den Weg.
    Fasanenlauf peitschte mit dem Schwanz. Sie hatte einen kleinen Kratzer auf Feldpfütze´s Hinterpfote hinterlassen.
    „Wir gehen“, kommandierte Sumpffeuer ihren Clan. „Mit Beutedieben wollen wir nichts zu tun haben!“
    „Warum habt ihr uns dann überhaupt angegriffen?“, fragte Krallenpfote herausfordernd.
    „Das dürfte euch eigentlich klar sein“, entgegnete Sumpffeuer kalt. Mit diesen Worten wandte sie sich ab und lief ihrem Clan hinterher auf das AbendClan-Territorium zu. Einige Fuchslängen blieb sie stehen und drehte sich um. „Der SternenClan sei mit euch“, würgte die Kätzin hervor. Dann verschwand sie.
    Der SteinClan wurde langsam wieder ruhiger. Aschenfels suchte die Felsen nach Eispfote ab, konnte sie aber nicht finden. Angst erfüllt rannte sie ins Lager durch eine Felsspalte in den Heilerbau. Dort fand sie ihre Schülerin vor, deren Pelz von roten Spritzern Blut übersät war.
    „Lebt sie noch?“, fragte die graue Kätzin aufgeregt.
    „Ja“, antwortete der Heiler Schwarzpelz in aller Ruhe. „Sie ist nur... sehr geschwächt. Sie dürfte aber wieder zu sich kommen.“
    Aschenfels´ Herz pochte immer noch. Verwirrt lief sie in den Kriegerbau, in der Hoffnung, dort ihre Schwester Brandfeuer vorzufinden. Doch die einzigen, die dort waren, waren Zapfenkralle und Tauzahn, die sich freundschaftlich die Zungen gaben.
    „Wisst ihr, wo Brandfeuer ist?“, erkundigte sich Aschenfels.
    Schlagartig senkten Zapfenkralle und Tauzahn die Augen. Schließlich stand Tauzahn auf, ohne Aschenfels anzusehen. „Also... weißt du...“
    „Brandfeuer ist tot“, sprang Zapfenkralle traurig für Tauzahn ein.
    Aschenfels sah ihn erschrocken an. Wut und Trauer stieg in ihr hoch. Sie stürmte aus dem Lager. Sie achtete kaum darauf, wohin sie lief. Die ganze Zeit über musste sie an die drei Federn denken.
    Eine von einem Waldkauz... Kauzfeder. Die tote Kätzin des AbendClans, die in diesem Kampf gestorben war. Eine feuerrote. Brandfeuer. Und eine nasse. SternenClan, wer soll uns noch verlassen? Warum musste es diesen Kampf geben? Und wer muss als nächstes dran glauben?

Kommentare (2)

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Muschelpelz (45083)
vor 347 Tagen
Super Story! Und voll lange Kapitel !weiter so!!!!!
Beerenpelz ( von: Beerenpelz)
vor 485 Tagen
Sehr schön geschrieben. Sumpffeuer ist voll coll.