Scar - Teil 1

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1 Kapitel - 1.562 Wörter - Erstellt von: NoStar5 - Aktualisiert am: 2016-06-09 - Entwickelt am: - 282 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eigentlich bin ich gezwungenermassen hier. Man könnte es nicht glauben, aber vor ungefähr einer Woche bin ich gestorben. Was ich mit "gestorben" meine... Na ja, lest selbst...
(Sebastian x Oc)

1
Kapitel 1
Man sagte doch, man solle für alles dankbar sein, was uns unser Leben schenkt, oder? Bei mir konnte das momentan definitiv nicht der Fall sein. Mein vorheriges Leben hatte mir deutlich besser gefallen. Für die meisten unter uns mochte es abschreckend klingen, ein Leben auf der Strasse dem jetzigen vorzuziehen, doch war es um einiges spannender gewesen, als dieses. Kurz gesagt: Ich langweilte mich hier zu Tode. Und das meinte ich wortwörtlich.
Seit ungefähr einer Woche arbeitete ich unfreiwillig in einem kleinen Bestattungsunternehmen in London. Mein Chef, na ja, sagen wir’s mal so: Der Name Undertaker passte zu ihm wie die Faust aufs Auge, denn mit seinem zwielichtigen Erscheinungsbild sah er wirklich so aus, als würde er jemanden unter die Erde bringen. Und genau so sah auch sein Geschäft aus. Einfach nur geschmacklos. Dunkel, eng und vollgestopft mit Särgen, in denen sich mein Chef oft verkroch, um entweder zu schlafen, oder sonst was zu tun. Ich wollte es gar nicht so genau wissen.
Man könnte meinen, für mich sei es eine riesige Chance, ein Neuanfang sozusagen. Von der Diebin zur Sekretärin, so etwas sah man auch nicht alle Tage. Man könnte meinen, ich wäre glücklich darüber. Man könnte meinen, aus Dank würde ich hart und ehrlich arbeiten. Dank. Was war das nur für ein scheußliches Wort! Wir Menschen bezeichnen es als positive Emotion, oder Reaktion, wenn jemand für einen etwas getan hat. Und meistens tut man dann auch etwas, was diesen jemanden wiederum zufriedenstellt. Also war Dank doch nur ein Synonym für einen äquivalenten Tausch. Ich gebe dir etwas, im Gegenzug gibst du mir etwas. So funktionierte unsere Welt. So waren auch wir Menschen. Egoistisch. Keiner tat etwas für den anderen, nur weil er ein herzensguter Mensch war. Nein, jeder verfolgte seine eigenen Ziele, und das auf unterschiedlichen Wegen. Manche nahmen den direkten Weg, solch Leute bezeichneten wir als unfreundlich, gemein, skrupellos. Aber die freundlichen, netten, hilfsbereiten…
Nun, wir schweifen vom Thema ab. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich wieder zurück wollte. Zurück auf die Strasse, zurück in die Freiheit, zurück in eine Welt ohne Regeln, ohne Verpflichtungen.
Es war sinnlos von hier zu fliehen, sie würden mich eh finden und wieder zurückbringen. Also musste ich hier wohl gezwungenermaßen bis an mein Ende arbeiten. Was für schöne Aussichten das doch waren.
Trübselig liess ich meinen Kopf auf den Schreibtisch sinken. Heute war einer der besonders langweiligen Tage. Nicht ein einziger Kunde war bis jetzt gekommen und Bestellungen oder Aufträge gab es auch keine. Nicht mal mit Undertaker konnte ich plaudern, der hatte sich wieder mal in irgendeinem Sarg verkrochen. Wie schon gesagt: es war sterbenslangweilig. Doch das sollte sich in wenigen Sekunden ändern.
Ein lautes Poltern war zu hören, als die Eingangstür aufflog und gleich sechs Personen auf einmal eintraten. „Wo ist Undertaker?“ ein dunkelhaariger Junge mit Augenklappe trat vor. Ich antwortete ihm nicht, viel eher musterte ich diese illustre Runde vor mir. Alle waren auf ihre eigene Art und Weise seltsam: Seien es die beiden Herrschaften ganz links, mit ihrem asiatischen Aussehen, der Junge mit Gehstock und Augenklappe, der Herr in Schwarz neben ihm, die Dame mit ihren Feuerroten Haaren oder auch ihr Butler, der gerade dabei war, unsere kostbarste Urne zu bestaunen und den Finger danach ausstreckte. Ja, sie waren alle irgendwie seltsam.
Der Junge räusperte sich. „Also?“ hakte er nach. Ich seufzte. „Ehrlichgesagt weiss ich es nicht so genau. Ich glaube, er…“ weiter kam ich nicht, denn lautes Klirren unterbrach mich.
Mein Blick schweifte wieder zurück zu dem Butler mit Brille, Dieser lächelte mich nervös an, hinter ihm lagen Scherben auf dem Boden verteilt. Ich schloss die Augen, um meinen kommenden Wutanfall zu unterdrücken. Ganz langsam stand ich auf und lief auf ihn zu, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Er schluckte. Ich stand so, dass ich den anderen Anwesenden den Rücken zudrehte. Das war gut. So konnten sie nicht sehen, was ich tat. Ausserdem wollten wir ja nicht unnötig Kunden verschrecken, das würde sich gar nicht gut fürs Geschäft machen.
Ich lächelte mein Gegenüber immer noch an, jedoch erreichte es meine Augen nicht. Mit meinem Blick liess ich ihn meine Wut spüren. Je länger ich ihn anstarrte, desto mehr schrumpfte er vor Angst in sich zusammen. Nach ein paar Sekunden fing er sogar an zu Wimmern. Wie erbärmlich.
Zufrieden wandte ich mich von ihm ab und ging zurück zu meinem Arbeitsplatz. Ich konnte die verwunderten Blicke der anderen beinahe schon spüren. Ja, es war schon immer meine Spezialität gewesen, mit meinen Augen anderen Leuten klar zu machen, wer hier das Sagen hatte. Wie das funktionierte, davon hatte ich keine Ahnung. Für mich zählte nur, dass es auch wirklich wirkte. Und das tät es bei allen Menschen. Mit Ausnahme von Undertaker. Aber der war ja sowieso schon ein Ausnahmefall für sich.
Wieder drehte ich mich zu den anderen um. „Wie schon gesagt, ich weiss es nicht genau. Kann ich euch stattdessen behilflich sein?“ Ich sah in die Runde. Zu meiner Befriedigung stellte ich fest, dass sich der Störenfried in eine Ecke gekauert hatte und zitterte. „Wir sind wegen ein paar ihrer Klientinnen hier.“ Der Mann in Schwarz trat nun hinter den Jungen. Es war klar, wen er mit ‚Klientinnen‘ meinte. Zur Sicherheit aber fragte ich noch einmal nach. „Sie meinen Leichen von den Jack-the-Ripper-Morden?“ der Mann nickte. Unwillkürlich fing ich bei dem Gedanken an die toten Körper an, zu grinsen. Nicht weil ich so ein Fan von verstümmelten Leichen war, nein, die Umstände machten diese Mordfälle für mich so interessant. Natürlich hatte ich schon selbst Untersuchungen dazu angestellt, allerdings kam ich nicht weit, da mir die Mittel und Beziehungen fehlten, um weiterzukommen. Und wie es aussah, befanden sich diese Mittel genau vor meiner Nase.
„Nun…“ doch wieder wurde ich unterbrochen. Ein Knarren war zu vernehmen. Untertaker suchte sich auch immer die schlechtesten Momente aus, um aus seinem Sarg zu kriechen.
„Ach, werter Earl, es ist lange her, seid Ihr das letzte Mal hier ward.“ Der Junge nickte. „Ich denke, du weisst, um was es geht“ Mein Chef kicherte und sah dann zu mir, meinen Todesblick aber ignorierend. „Oh, wie ich sehe, habt Ihr schon Bekanntschaft mit Scar gemacht.“
Alle sahen zu verwundert zu mir. Ich seufzte nur genervt. Wie ich es doch hasste, wenn mich mein Chef so nannte. Ich versuchte ihm das nun schon die ganze Zeit über zu verstehen zu geben, hatte ihm sogar meinen richtigen Namen gesagt, doch er blieb bei diesem abscheulichen ‚Scar‘.
„Hast du Informationen darüber?“ der ‚Earl‘ (ich konnte nicht glauben, dass ein so kleiner Junge schon Earl war) hatte sich wieder an den Weisshaarigen gewandt. Dieser kicherte. Ich wusste, was jetzt kam. „Ihr kennt meine Bezahlung.“ Der Junge nickte und rief bloss nach dem Mann in Schwarz, welcher anscheinend Sebastian hiess. Danach verliessen der Earl und seine Leute den Laden. Undertaker warf mir einen undefinierbaren Blick zu, der wohl bedeuten sollte, dass ich auch mitgehen sollte, weshalb ich kurz verwirrt, aber dennoch genervt aufstand und den anderen hinterherlief.
„Und Sie heissen also wirklich Scar?“ Kaum war ich draussen angelangt und hatte die Türe geschlossen, löcherte mich Earl Phantomhive mit Fragen. Ich schmunzelte bei dem Gedanken, dass er doch nicht so Reif war, wie er vorgab. In Wahrheit war er im Innern doch immer noch ein Kind, welches unstillbare Neugier besass.
„Nein, nur der Chef nennt mich so.“ meinte ich freundlich. Er streckte mir seine Hand entgegen. Ich schlug ein.
„Earl Ciel Phantomhive, Oberhaupt der Familie Phantomhive.“ Stellte er sich vor.
„Lucia Scarlett. Freut mich!“

Sebastian hatte nicht viel Zeit. Er musst Undertaker unbedingt etwas fragen, noch bevor sein junger Herr Verdacht schöpfte, dass er nicht sofort seine Aufgabe erfüllte. Er lehnte ich zu dem Mann hinüber.
„Sagt mir, weshalb spüre ich im Körper des Mädchens nur eine halbe Seele?“ fragte er den Weisshaarigen mit unüberhörbarem Interesse. Der Angesprochene lächelte, wobei es eher nach einer Grimasse aussah.
„Nun, sagen wir mal, einem Shinigami ist ein kleiner Fehler unterlaufen.“


Freut mich, dass ihr euch trotz meiner nicht so gelungenen Kurzbeschreibung hierher verirrt habt.
Ich hoffe, dass euch das erste Kapitel gefallen hat un würde mich sehr über Reviews freuen! ;-)
Man liest sich!
Lg
No

Kommentare Seite 1 von 1
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NoStar5 ( 14219 )
Abgeschickt vor 294 Tagen
Keine Ahnung, warum die Sich die Geschichte in dieser Kategorie befindet, obwohl es eigentlich eine Black Butler FF ist...