Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 14)

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1 Kapitel - 981 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-06-02 - Entwickelt am: - 523 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier geht es weiter, diesmal wieder aus der Sicht von Lily.

    1
    Ich lief einmal quer durch das gesamte Camp und machte mich auf zu Rachels Höhle. Alle Camper denen ich begegnete, musterten mich nachdenklich. Norma
    Ich lief einmal quer durch das gesamte Camp und machte mich auf zu Rachels Höhle. Alle Camper denen ich begegnete, musterten mich nachdenklich. Normalerweise kam immer gute Laune auf, nachdem der Matsch und der Schnee des Winters verschwunden war. Es war, als ob alle Sorgen der dunklen Jahreszeit verschwinden würden. Auch ich fühlte mich normalerweise immer frischer und fröhlicher. Ich war zwar ein leidenschaftlicher Skifahrer, aber nach einer gewissen Zeit hatte auch ich genug von der nassen Pampe. Das war einfach nicht der natürliche Zustand des Wassers.
    Und dennoch… Auch jetzt im Frühling drückte uns die Last des herannahenden Krieges auf die Schultern und wir hatten mit jeden Tag das Gefühl, einer riesigen Katastrophe entgegenzulaufen. Ich vermisste Hermes schrecklich. Er hätte mich zum Lachen gebracht, auch in dieser schweren Zeit. Und auch jetzt breitete sich in meinen Bauch ein wohliges Gefühl aus, wenn ich nur an ihn dachte.
    Allerdings beschloss ich, nicht mehr wie ein Psycho vor mich hin zulächeln und straffte meine Schultern.
    So schob ich die Vorhänge von Rachels Höhle zur Seite und sah mich darin um. Sie waren genauso eingerichtet wie die Wohnstätten der Orakel im antiken Griechenland. Der einzige Unterschied bestand darin, dass keine gierigen Priester mir vorher noch meine letzte Drachme abknöpften, bevor ich eintreten durfte. Ich glaube nicht, dass Rachel das gestattet hätte.
    Und die berauschenden Dämpfe, die das Orakel in Trance versetzen sollten, hatte ich auch noch nicht hier drin bemerkt. Was aber nichts heißen musste.
    »Rachel? «, rief ich. »Bist du hier? «
    »Ich komme sofort! «, schallte es aus dem hinteren Teil der Höhle. Verlegen setzte ich mich auf einen ihrer Schemel. Ich hatte Rachel seit letztem Sommer nicht mehr allein gesprochen. Damals hatte sie zwei Kids eine Prophezeiung mitgegeben, in der sie ganz klar ausdrückte, dass ich eigentlich auf diese Mission gehen sollte. Doch sie beschloss, sie trotzdem ziehen zu lassen. Seitdem wurde sie von Selbstvorwürfen geplagt, aber ich hatte es niemand anderen erzählt. Mit den Konsequenzen seiner Fehler musste man sich selbst auseinandersetzen.
    Sie kam herangestürmt, mit einem geschäftigen Gesichtsausdruck, aber ihre Züge entgleisten, als sie mich sah. Anscheinend erinnerte ich sie an die Situation.
    »Hey…«, sagte ich etwas verlegen.
    »Hi, Lily.«, sagte sie eben so verlegen.
    Ich räusperte mich. »Ich gehe auf Mission und ich brauche… Du weißt schon, eine Prophezeiung und so was. «
    »Ja, ja klar, ich mach das scho….« Plötzlich blickte sie mich nur noch wie weggetreten an. Grüner Rauch kam aus ihren Mund und ihre Augen wurden ebenso grün.
    Doch am schlimmsten war ihre Stimme. Oder nein, es klang eher wie mehrere Stimmen. Stimmen, wie von einer anderen Welt.

    In den neunundneunzigsten Nomos sollt ihr ziehen,
    wo die Ägypter bitterlich frieren.
    Das Schwert des Heerführers werdet ihr finden
    und die Römer an euch binden.


    Rachel hustete und stürzte zu Boden, als ob sämtliche Energie auf einmal aus ihr entwichen wäre. Sofort half ich ihr auf. Sie mochte Fehler begangen haben, aber dennoch war sie eine gute Freundin meines Bruders.
    Sie betrachtete mich mit flehenden Augen. »Sag mir, dass du gemeint bist. «
    »Ja, aber was mir Kopfzerbrechen bereitet sind die Ägypter. Und ich habe keinen Plan, was ein Nomos ist. «
    Rachel sah mich verwundert an und ich gab den Inhalt der Prophezeiung wieder.
    »Ägypter? «, sie lachte. »Das hatte uns noch gefehlt. «
    »Ägyptische Halbgötter?« Ich runzelte die Stirn. »So etwas gibt es? «
    »Nicht direkt, aber es gibt ägyptische Magier. Und ja, sie glauben an die Existenz der ägyptischen Gottheiten. Die es übrigens auch gibt. Alle alten Götter existieren noch, in irgendeiner Weise. Der Glaube kam nicht von irgendwo. Aztekische Mythologie. Nordische Mythologie. Babylonische Mythologie. Sie existieren parallel zu einander. «
    »Und Chiron hat uns das verheimlicht? «, fragte ich misstrauisch. Ich fragte mich, was er uns noch alles verheimlicht hat. »Weißt du noch, warum er uns die Existenz der Römer verheimlicht hat? «
    »Weil wir uns an die Gurgel gegangen wären…«, räumte ich ein.
    »Und stell dir mal vor, wie die Kartager reagieren würden, wenn sie von den Römern erführen. Oder die Römer, wenn sie von den Germanen wüssten. Uralter Groll verschwindet nicht mit einem Fingerschnippen. «
    Die Germanen?, ich dachte an meine Heimat Deutschland. Floss etwa auch das Blut der nordischen Götter durch meine Adern?
    »Und was haben die Ägypter mit der Prophezeiung zu tun? «
    Rachel runzelte die Stirn. »Ich habe keine Ahnung, aber ich bin sicher, sie spielen eine größere Rolle bei deiner Mission. Ein Nomos ist so etwas wie ein altägyptischer Verwaltungsdistrikt. «
    »Ich sollte das mit Chiron absprechen, vielleicht hat er mehr Ahnung davon. «
    Ich wand mich zum Gehen, da packte Rachel meine Schulter. »Bitte erzähl Chiron nichts, dass ich dir von den Anderen erzählt habe. «
    »Ich habe das Gefühl, dass Chiron nicht so viel davon hält, wenn wir zu viel wissen. « Ich zog meine Augenbrauen hoch.
    »Du kannst ihm vertrauen. «, sagte Rachel eindringlich.
    »Klar, sicher… Ich werde ihm nichts verraten. «
    Rachel senkte den Arm und ich ging zum Großen Haus.

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Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 14)
Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 14)
Hier geht es weiter, diesmal wieder aus der Sicht von Lily.
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2016-05-29
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Percy Jackson

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