One Piece - Rapunzel, neu erfunden

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1 Kapitel - 6.902 Wörter - Erstellt von: Lady_Siren - Aktualisiert am: 2016-05-21 - Entwickelt am: - 489 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Wie sehr lieben wir doch Mr 2 und seine Märchen.
Was? Ihr fandet sie bis jetzt unheimlich und verstörend?
Dann lasst Euch eines besseren belehren und taucht ein in sein neuestes Werk.

    1
    In Mr 2's Kindergarten war mal wieder die Hölle los. Seine Schützlinge tobten um ihn herum und er bekam keinen der kleinen Wirbelwinde zu fassen.
    „Okay, ihr Frechdachse, wenn ihr euch nicht endlich benehmt, dann setzt es was!“, drohte der Kindergärtner.
    „Versuchen Sie es doch. Sie lahme Ente schaffen es doch sowieso nicht!“
    Kid liebte es, Mr 2 auf die Palme zu bringen. Eigentlich legte er sich mit jedem an, auch wenn sein Gegenüber dreimal so groß war wie er.
    Erschöpft musste Mr 2 der Rotznase recht geben. Dennoch hatte er ein Ass im Ärmel. Erst letztens hatte er ein neues Märchenbuch für die Kinder besorgt und er wusste, dass die Kleinen danach verrückt sein würden.
    Er wand sich von den Kindern ab.
    „Das stimmt, Kid-Schätzchen.“
    „Wie haben Sie mich gerade genannt?“
    Ein paar Mädchen kicherten hinter seinem Rücken sowie auch Law, der erneut vorhatte, den Frosch des Kindergartens zu sezieren, aber davon abließ, weil das Geschehen vor ihm mehr Unterhaltung versprach.
    „Ihr kleinen Racker seid zu schnell für mich.“
    Plötzlich wanden sich alle dem Kindergärtner zu. Sie waren sichtlich überrascht, dass er so schnell aufgab.
    „Da kann man nichts machen. Und dabei habe ich für euch Süßen extra eine ganz tolle Geschichte besorgt. Aber weil ihr lieber wie die Wilden durch die Gegend sausen wollt, sehe ich mich gezwungen, sie nach Hause zu nehmen und dort für immer liegenzulassen.“
    „Bitte nicht, Mr 2! Wir versprechen brav zu sein!“, riefen sie alle im Chor.
    Jetzt hatte er seine Schützlinge, wo er sie haben wollte. Wie leicht sie doch zu manipulieren sind, wenn es um eine Märchenstunde geht.
    „Wirklich?“
    Er drehte sich zu ihnen und lächelte freundlich.
    „Ehrenwort.“ Und zusätzlich legten sie jeweils ihre Hand auf ihr Herz.
    „Dann setzt euch alle in die Mitte, macht es euch gemütlich und ich hole das Märchen, Kinderchen.“
    Sie alle hopsten freudig mit Kissen zum großen, flauschigen Teppich, den Mr 2 extra für solche Gelegenheiten gekauft hatte, und ihr Kindergärtner setzte sich mit einem großen Buch vor sie. Der Einband war mit Rosen und farbenfrohen Vögeln verziert.
    Auf einmal kam Mr 2 die Idee. Wie in den Märchen, die er immer der kleinen Rebecca vorlas, würde er auch hier seine Zuhörer miteinbauen.
    „Sagt mal, Kinderchen, möchtet ihr nicht Teil des Märchens „Rapunzel“ sein?
    Mit funkelnden Augen sahen ihn alle an.
    „Ich nehme das dann als ein „Ja.“.“
    Mr 2 musterte die Kinder und überlegte kurz.
    Es gab Neuzugang und den wollte er durch das Märchen sogleich in der Gruppe Willkommen heißen.
    Da war zum einen Sabo, Crocodile und DeFlamingo, dann noch Hancock und Sanji. Für die fünf Kinder hatte er die Rollen schlecht hin.
    „Was starren Sie so?“, nörgelte der blonde Junge mit der Sonnenbrille.
    „Ich überlege mir nur eure Rollen, du kleiner Frechdachs Doffy.“
    Mr 2 schlug sein Buch auf und so nahm die Geschichte ihren Lauf.

    Es war einmal am Rande eines kleinen Dorfes, in einer Hütte, wo ein Ehepaar mit seinem Kind lebte. Sie hatten einen sehr lebhaften Sohn mit dem Namen Ruffy. Er spielte oft mit seinen Freunden Ace und Sabo im Garten. Aber auch im Garten ihres Nachbarn Garp.

    „Moment!“, platzte Ruffy in die Erzählung. „Warum ist mein Opa mein Nachbar? Und handelt „Rapunzel“ nicht von einem Mädchen?“
    „Ruffylein, wie oft habe ich dir gesagt, dass du mich nicht unterbrechen sollst? Außerdem passe ich das Märchen nur ein bisschen an. Und jetzt keine Unterbrechungen mehr!“

    Eines Tages schlich sich das Trio in den Garten, um etwas Gemüse des alten Mannes zu stibitzen. Zwar hatten Ruffys Eltern genug zu essen, da sie um den Appetit ihres Sohnes wussten. Trotzdem taten es die Jungen, mit der Begründung „Wir sind Piraten!“.
    Als Ruffy mit einigen Rüben in den Armen durch die Beete schlich, entdeckte er ein lila Gewächs mit merkwürdigen Kringeln darauf. Es hatte die Form einer Melone und der Junge zählte eins und eins zusammen. Lila Essen.
    Augenblicklich schnappte Ruffy sich das Gemüse und eilte zu seinen Freunden.
    „Was hast du denn da? Sieht ja gruselig aus “, kommentierte Ace. Sabo staunte nur über Ruffys Fund.
    „Cool, nicht wahr? Lasst uns zu unserem Versteck gehen. Mal sehen, ob es auch gut schmeckt.“

    Im Gartenhaus von Ruffys Eltern saßen die Jungen um das lila Gemüse mit den Kringeln.
    „Es ist dein Schatz, also darfst du als Erster probieren “, schlug Sabo vor und legte seinen Zylinder neben sich ab.
    Sofort biss Ruffy ab, schluckte runter und verzog kurze Zeit später das Gesicht.
    „Schmeckt ja widerlich!“
    „Typisch Gemüse. So was kann ja nur ekelhaft sein “, sprach Ace.
    Die Jungen nahmen das lila Gemüse und warfen es auf den Kompost.
    Gerade als sie zurück ins Gartenhaus gehen wollten, tönte es vom Haus: „Ruffy, deine Mutter will, dass wir Holz aus dem Wald holen gehen.“
    Die Tür zum Garten stand offen und Ruffys Vater stand im Türrahmen.
    „Aber Papa Zorro, ich hab keine Lust.“
    „Keine Widerrede. Also los. Ich habe nämlich keine Lust, dass sie mich schon wieder mit dem Nudelholz abwirft.“
    „Das habe ich gehört!“
    Und im nächsten Moment flog eine Pfanne über Papa Zorros Kopf hinweg, die dann vor Ruffy tief im Boden steckte.
    „Okay! Ich gehe ja schon, Mama Sanji!“, rief Ruffy, um dann anschließend mit Papa Zorro in den Wald zu fliehen.
    Als sie dann außer Wurfweite waren, verlangsamten die beiden ihr Tempo und machten bei einer großen Eiche Halt.
    „So, dann wollen wir mal, Ruffy.“
    „Okay. Und wo müssen wir hin?“
    Sein Vater überlegte kurz.
    „Von hier aus nach Westen.“
    „Du zeigst aber nach Osten, Papa Zorro.“
    „Habe ich doch gesagt.“
    Und so gingen sie tiefer in den Wald.

    „Mr 2, warum muss ich mit dem Spinatschädel Eltern spielen?“, nörgelte Sanji. „Und wieso muss ich die Mutter sein?“
    Sein gereizter Tonfall zeigte deutlich, dass er nicht einverstanden war.
    Ein paar Kinder hinter ihm hielten sich vor Lachen den Bauch, andere weinten, weil es zu komisch war. Nur Zorro funkelte den Kindergärtner böse an und hielt sein Bambusschwert bereit.
    Aber Mr 2 wusste um eine Antwort:
    „Hör mal zu, Hase. Die Rollen verteile ich, je nachdem, wie sie zu euch passen. Und du bist halt ein höflicher, netter Junge, der Ahnung von Kochen hat.
    Und jetzt sei schön artig, damit ich weiter erzählen kann.“

    Nach ein paar Stunden, in denen Vater und Sohn umher irrten, seufzte Ruffy schwer auf: „Ich habe Hunger...“
    „Schon wieder? Aber du hast gerade erst mein Essen verdrückt.“
    „Das wäre alles nicht passiert, wenn du dich nicht verlaufen hättest “, murmelte Ruffy vor sich hin, was Papa Zorro trotzdem hörte.
    „Wir haben uns nicht verlaufen!“
    Plötzlich kam ihnen ein alter Mann entgegen, der ihnen sehr bekannt war.
    „Zorro, Ruffy, habt ihr euch etwa wieder verlaufen?“
    „Nein, Garp, haben wir nicht.“
    „Hast du Essen dabei?“, fragte Ruffy und wollte sogleich die Taschen des alten Mannes durchsuchen.
    „Langsam mit den jungen Pferden, kleiner Mann.“
    Garp packte Ruffy am Kragen seines Hemds und sah zu Zorro.
    „Ich bin gerade auf dem Weg nach Hause. Warum begleitet ihr mich nicht einfach?“
    „Meinetwegen “, sprach Zorro und kratzte sich am Hinterkopf.
    Sie brauchten keine zehn Minuten, bis sie ihr Haus erblickten. Leider stand vor der Eingangstür eine wütende Mama Sanji. Ausgerüstet mit einem Nudelholz.
    Das Unheil, welches nun vor Vater und Sohn lag, war deutlich in der Luft zu spüren.
    „Warum kommt ihr erst jetzt?“, donnerte es von Mama Sanji. „Es wird schon dunkel! Und wo ist überhaupt das Feuerholz?“
    Papa Zorro wusste sich zu verteidigen, konnte sich aber nicht eingestehen, dass er sich verlaufen hatte. Deswegen kratzte er sich lediglich den Kopf.
    „Kannst du eigentlich nur meckern? Wir haben halt keines gefunden.“
    „Im Wald?“
    „Das du immer was auszusetzen hast!“
    Daraufhin zeterten Ruffys Eltern wie die Rohrspatzen.
    Der kleine Junge beobachtete das Ganze gelassen, wohingegen Garp sich nur an den Kopf fassen konnte.
    „Ich habe deine Eltern oft streiten gehört, aber so aus der Nähe...“
    „Kommt vor, aber meistens bewerfen sie sich gegenseitig mit der Einrichtung “, antwortete Ruffy trocken.
    Fassungslos starrte Garp zu den Eltern, die bis jetzt nur mit Worten um sich warfen.
    „Wenn das so ist, kommst du sofort mit mir mit. Ich kann dich unmöglich hier lassen.“
    Der alte Mann griff nach Ruffys Hand und wollte ihn gerade zu seinem Haus bringen, doch blieb abrupt stehen.
    Seit wann konnte der Kleine seinen Arm so dehnen?
    „Was zum Teufel ist mit meinem Arm?“, schrie Ruffy und zerrte an seinem Arm, wobei dieser sich nur noch mehr dehnte und streckte.
    Vor Schreck ließ Garp los und brachte erst mal Ruffys Eltern zum Schweigen, die noch nicht mitbekommen hatten, was mit ihrem Sohn los war.
    „Habt ihr den Bengel etwa wieder in meinen Garten gelassen?“, keifte der alte Mann und knallte Mama Sanji sowie Papa Zorro einen vor den Latz.
    Papa Zorro rieb sich den Kopf.
    „Ja, und wenn schon? Hat er halt irgendein Gemüse gegessen.“
    „Das war nicht irgendein Gemüse! Das war eine Teufelsfrucht!“
    „Dann war es eben eine Frucht. Da muss man nicht gleich so ausflippen, Garp “, kommentierte Mama Sanji.
    „Begreift ihr es nicht? Ruffy ist nun ein Gummi-Mensch.“
    Geschockt blickten die Eltern zu ihrem Sohn, als sie realisierten.
    „Wie cool! Kann sich etwa mein gesamter Körper dehnen? Auch mein Magen?“, freute sich Ruffy und hüpfte von einem Bein auf das andere.
    „Ihr lasst mir keine Wahl...“, seufzte Garp.
    Im nächsten Moment schlug er Mama Sanji und Papa Zorro bewusstlos. Danach packte er Ruffy am Kragen seines Oberteils und schleifte ihn zu seinem neuen Heim.
    „Lass mich los, du alter Mann! Ich will hier bleiben!“
    „Niemals. Dieser Ort hat einen zu schlechten Einfluss auf dich.“
    „Aber meine Freunde!“
    „Du wirst neue Freunde finden. Welche, die besser zu dir passen.
    Dann schlug Garp auch ihn bewusstlos und brachte ihn zum Turminternat, wo er ein anständiger Mensch werden sollte.

    Als die Jahre durchs Land gingen, war aus Ruffy inzwischen ein junger Mann geworden. Im Internat hatte er auch zwei Mitbewohner, mit denen er eigentlich ganz gut zurecht kam. Jedoch gab es ein kleines Problem zwischen den beiden...
    „Ruffy! Hast du dich endlich dazu entschlossen, mir zu dienen?“, brüllte Kid, als er ins Zimmer platzte.
    „Vergiss es!“, widersprach Law. „Er hat schon längst eine Allianz mit mir gebildet. Such dir einen anderen, Eustass!“
    Dabei legte er seinen Arm um Ruffys Schultern und drückte ihn an sich.
    „Aber wenn er lieber mit den Starken abhängen will?“
    Kid marschierte geradewegs auf die “Allianz“ zu. Als er vor ihnen stand, stellte er sich bedrohlich auf.
    „Du meinst wohl, mit den Neandertalern? Wohl kaum.“
    „Und was soll bitte so toll an einem daher gelaufenen Doktor sein?“ Das Wort “Doktor“ ließ Kid mit reichlich Spott von der Zunge rollen.
    „Wenigstens lecke ich mir meine Wunden nicht wie ein dreckiger Straßenkater.“
    Doch endlich meldete sich Ruffy zu Wort:
    „Wir können doch alle drei Freunde sein.“
    „Das hast nicht du zu entscheiden!“, keiften Kid und Law, die sich daraufhin um Ruffy prügelten.

    In einem anderen Teil des Landes, im königlichen Schloss seiner Majestät König DeFlamingo und seiner getreuen Gemahlin Sir Crocodile, war lauter Protest zu vernehmen.
    „Vater! Das soll wohl ein Scherz sein!“, schimpfte Boa Hancock, das liebenswerte Kind ihrer Hoheiten.
    „Was ist denn nun schon wieder?“
    DeFlamingo seufzte schwer auf. Seine Tochter raubte ihm manchmal den letzten Nerv.
    „Warum soll ich zu diesem Internat? Die Insassen sind meiner nicht würdig!“
    Vor einigen Tagen beschloss DeFlamingo, dass Hancock sich mal wieder in der Öffentlichkeit zeigen sollte und so ihren königlichen Pflichten nachkam. Stur lächeln und winken.
    „Meine geliebte Tochter...“, begann DeFlamingo und legte seine Hände mitfühlend auf Hancocks Schultern. Im nächsten Moment verfinsterte sich seine Miene und sein Griff wurde eisern. „Tu, was dein Vater dir sagt, oder ich schicke dich höchstpersönlich in dieses Internat. Aber nicht als Besucher, sondern als Dauergast!“
    Als er das entsetzte Gesicht seiner Tochter sah, wand DeFlamingo sich ab und schritt den Gang zu seinem Sir Crocodile entlang. Sein Argument musste kurz sacken und er wusste, dass Hancock ihre Meinung noch ändern würde.
    „Was war denn wieder mit unserer Tochter los?“, fragte die Königin und riss somit DeFlamingo aus seinen Gedanken.
    „Sie wollte sich lediglich vor einem Besuch drücken. Fufufufufufu.“
    „Kann ich verstehen.“ Sir Crocodile zog kräftig an seiner Zigarre und blies Rauchringe in die Luft. „Du nötigst andere doch ständig zu unangenehmen Dingen.“
    „Wirklich? Das verletzt mich aber zutiefst, geliebtes Krokodil “, gab sich DeFlamingo theatralisch.
    Er schlängelte seinen Arm um die Taille seines Geliebten und säuselte in sein Ohr:
    „Aber wie wäre unser Kind denn sonst entstanden? Fufufufufu.“
    „Wirst du mir etwa wieder sentimental?“, fragte Sir Crocodile mit einem Hauch Sarkasmus.
    „Wer weiß.“
    Gerade als sie zusammen Richtung Garten gehen wollten, ertönte hinter ihnen die liebliche Stimme der Prinzessin:
    „Na gut, ich werde zu diesem Treffen gehen, aber glaubt ja nicht, dass das hier ohne Konsequenzen für euch bleibt!“
    Danach war das Knallen von Türen zu vernehmen sowie der Angstschrei eines Bediensteten, der anscheinend zu sehr in Hancocks Nähe war.
    DeFlamingo war sehr zufrieden. Er hatte seine Tochter so gut erzogen.

    Mr 2 blickte von seinem Buch auf. Diese Ruhe hatte ihn stutzig gemacht.
    Da bemerkte er die schockierten Gesichter seiner Schützlinge.
    „Was habt ihr denn?“, hakte er nach.
    Zwar rührte sich keines der Kinder, aber im nächsten Moment rutschte DeFlamingo vom kleinen Crocodile ganz weit weg und blieb vorerst bei den Mädchen, die ihn komisch musterten.
    Jetzt erst meldete sich Law: „Mr 2, warum sind vier von uns Jungs die Pärchen?“
    Plötzlich liefen die vier Betroffenen knallrot an und warfen ihrem von Mr 2 ausgewählten Partner böse Blicke zu.
    „Ganz einfach, Law-Häschen. Weil ich es bestimmt habe.“
    „Ja aber warum dann keine Jungs mit Mädchen?“
    „Ich dachte, das Königspaar hätte einen Prinzen.“
    „Wo kommen denn die Kinder her?“
    Bevor die Situation eskalieren konnte, lenkte der Kindergärtner die Aufmerksamkeit wieder auf die Geschichte.
    „Lesen wir lieber weiter und ignorieren eure putzigen Fragen.“
    „Okay, Mr 2 “, tönte es von den Kleinen.
    Lediglich DeFlamingo und Crocodile funkelten ihn böse an.

    Als Hancock durch den tiefen Wald zum Turm ritt, auf ihrem edlen und majestätischen Pony Zuckerflöckchen, war sie alles andere als gelassen.
    „Warum muss ich mich mit dem gemeinen Volk einlassen? Es ist mehr als unter meiner Würde!“
    Sie wollte noch weiter schimpfen, jedoch kam ihr Garp, der Leiter des Instituts, entgegen.
    „Es freut mich Sie bei uns begrüßen zu dürfen, Prinzessin Hancock.“
    Mit viel Mühen konnte die Prinzessin sich zu einem Lächeln zwingen. Innerlich kochte sie aber vor Wut.
    Was würde sie dort wohl vorfinden? Höchstwahrscheinlich irgendwelche Tölpel, die keinen Respekt vor ihr haben würden.
    Aber damit würde die Prinzessin schon zurecht kommen. Schließlich war ihr Vater in dieser Hinsicht ein gutes Vorbild.
    Nach wenigen Minuten waren Hancock und Garp schließlich vor der Eingangstüre des Turms, der Direktor vermied jegliche Konversation mit der Prinzessin und deswegen hatte diese sich auch etwas beruhigt.
    Aber nun musste Garp das Wort erheben:
    „Werte Prinzessin, Euer Ross könnt Ihr in den Ställen unterbringen lassen.“ Sein freundlicher Ton wurde plötzlich sehr ernst. „Unsere Jungs sind aus einem guten Grund hier. Sie sollen sich bessern. Folglich solltet Ihr Euch in acht nehmen. Sie könnten gefährlich werden.“
    „Macht Euch nicht lächerlich, Garp. Was können diese Kerle mir schon antun?“
    Mit erhobenem Haupt schritt sie am Direktor vorbei, der ihr verdutzt hinterher sah. Doch im gleichen Moment rannte er der Prinzessin nach.
    „Bringen wir es schnell hinter uns. Wo sind diese Tölpel?“
    „Ganz oben. Aber, Euer Hoheit -“
    „Eure Warnungen könnt Ihr Euch sparen.“
    Und so ging Hancock weiter, zur großen Tür im obersten Stock, von der sie schon von Weitem das Gebrülle auf der anderen Seite hörte.
    Da eine Prinzessin sich so ein Benehmen nicht gefallen ließ, riss Hancock die Tür auf sowie auch ihre Augen.
    Ein junger Mann mit Strohhut flog ihr entgegen.
    Wahrscheinlich wurde er von einem der anderen geschmissen.
    Im nächsten Moment drehte sich ihre Welt als sie und der junge Mann zusammenprallten. Durch die Wucht kippte sie, mit seinem Gesicht in ihrem Ausschnitt, nach hinten und Garp war zu weit unten, sodass er den beiden nicht helfen konnte.
    Doch plötzlich stoppten sie.
    Zuerst musste Hancock realisieren, wie ihr geschah, aber dann erkannte sie, dass die... sehr langen Arme des Mannes sich zum einen um ihre Taille schlang und zum anderen am Türrahmen festhielt.
    „Hey. Alles in Ordnung mit dir?“
    Er lächelte sie freundlich an.
    „W-Wer bist du?“, fragte Hancock ein wenig zögerlich.
    Es war einer dieser Momente, in dem die Zeit anhielt. Bestimmt für zwei Seelen. Es müssen keine Worte gesagt werden. Ausreichend sind die Blicke dieser zwei Menschen, deren Schicksal sich in diesem Augenblick miteinander verbindet.
    Jedoch sah es für Außenstehende so aus, als würden sich die zwei sinnlos anstarren und den Weg blockieren.
    Die zwei anderen Männer, die ihren Mitbewohner zuvor durch den Raum warfen, standen in der Tür. Der Rothaarige wollte gerade die Finger, die den Türrahmen fest im Griff hatten, lösen. Zum Glück hielt Garp ihn davon ab.
    „Wage es, Kid, und dein Aufenthalt wird um weitere fünf Jahre verlängert.“
    Der andere lachte Kid dafür aus.
    „Das gilt auch für dich, Law. Schließlich seid ihr beide dafür verantwortlich!“
    Zähneknirschend gingen die zwei zurück ins Zimmer und Garp wand sich den anderen beiden, die sich noch immer anstarrten, zu.
    „Prinzessin, ist mit Euch alles in Ordnung? Und Ruffy, kannst du mir erklären, wieso du durch die Tür geflogen kamst?“
    Endlich bemerkte Hancock, dass sie noch immer den Arm von diesem Ruffy um ihre Taille hatte und er grinste sie frech an.
    Was für ein ungehobelter... süßer Typ er doch war.
    „Ich kann nichts dafür. Die haben mich einfach geworfen “, verteidigte sich Ruffy und setzte Hancock oben an der Treppe ab. Dabei zog er seine Arme zurück und es entstand ein Geräusch von schnalzendem Gummi.
    Aus was bestand dieser Mann?
    „Na ja, ein Glück, dass der Prinzessin nichts passiert ist. Hm? Euer Hoheit? Alles in Ordnung?“
    Hancock starrte noch immer Ruffy an. Sie spürte, wie ihr Herz immer wilder schlug und ihre Knie weich wurden. Auch ihre Hände wurden etwas verschwitzt und es gelang ihr nicht, auch nur einen Satz herauszubringen, geschweige denn ein Wort.
    Ruffy fuchtelte mit seiner Hand vor ihrem Gesicht, um eine Reaktion zu bekommen.
    Plötzlich kam die Prinzessin wieder zu Sinnen und ergriff die Hand vor sich. Neugierig dehnte sie seine Finger, die sich äußerst lang ziehen ließen.
    „Wieso ist das möglich? Hast du etwa eine Teufelsfrucht gegessen? Besteht dein gesamter Körper aus Gummi?“, fragte Hancock ungläubig.
    Ruffy lachte kurz und zog an seiner Wange, die sich ebenfalls dehnen ließ.
    „Ich habe damals als kleiner Junge von der Gumgum Frucht gegessen. Und seitdem bin ich ein Gummi-Mensch.“
    „Wirklich erstaunlich...“
    Es entwickelte sich ein kleines Gespräch zwischen den beiden und sie blockierten schon wieder die Treppe.
    Zwar hörten sie im Hintergrund Garp und dass er nicht sonderlich erfreut war, dass er in seiner eigenen Besserungsanstalt ignoriert wurde.
    Aber niemand interessierte sich für Garp, denn hier entstand gerade Romantik.

    Nach dem doch recht schönen Besuch ritt Prinzessin Hancock auf ihrem Pony zurück. In Gedanken bei Ruffy.
    Sie erwischte sich öfters dabei, wie sie vor sich hin summte und sogleich errötete.
    Doch ihren Eltern würde sie vorerst nichts vom heutigen Erlebnis erzählen. Ihr Vater DeFlamingo wäre sicherlich nicht davon begeistert. Oder es könnte ihm auch völlig egal sein.
    Er war halt manchmal... des Öfteren... eigentlich immer unberechenbar.
    Zumindest wollte Hancock dieses Geheimnis für sich behalten. Jede Frau braucht so ihre kleinen Geheimnisse.
    Deswegen wusste auch keiner im gesamten Schloss, dass die Prinzessin des Nachts in ihr Tagebuch romantische Piratenmärchen schrieb.
    So langsam kamen die Mauern des Schlosses in ihr Sichtfeld und Hancock fasste sich. Der König und die Königin warteten schon und wollten wahrscheinlich wissen, wie es ihrer Tochter so ergangen ist.
    Hancock ließ die Zügel knallen und Zuckerflöckchen eilte mit flinken Hüpfern über die herunter gelassene Zugbrücke.

    Ganz oben im Turm lungerten Law und Kid auf der Sitzbank am Fenster und beäugten Ruffy. Dieser lag quer auf seinem Bett. Seit dem Besuch der Prinzessin hatte sich Ruffy nicht gerührt. Alles, was er tat, war das Anstarren der Zimmerdecke.
    „Jetzt mal ehrlich, Ruffy, du liegst hier wie lange rum? Du hast noch nicht einmal gemeckert, dass du Hunger hast “, gab Kid von sich.
    Law mischte sich auch ein:
    „Ist es wegen unserem Besuch?“
    Lustlos rollte Ruffy auf seinen Bauch und starrte seine Mitbewohner an. Er seufzte auf.
    „Was war das eigentlich für ein Besuch?“
    „Prinzessin Hancock “, antwortete Law.
    „Und was ist eine Prinzessin?“
    Leicht genervt antwortete Kid:
    „Eine Frau. Hast du noch nie eine gesehen?“
    „Nö.“
    Ungläubig musterten die zwei Männer Ruffy.
    „Dein Ernst?“
    „Ja. Wozu sind Frauen denn gut?“
    „Sie können kochen. Aber sonst fällt mir nichts ein “, kommentierte Kid, der mit dieser Aussage keineswegs frauenfeindlich klingen wollte. Für ihn war kochen gefährlich. Etwas mit dem man Feinde in die Irre führen konnte oder ihnen Gift verabreichen, was durch das Essen freiwillig eingenommen wird.
    Sofort änderte sich Ruffys Stimmung, nachdem er von dieser Erkenntnis erfuhr.
    „Echt? So was tolles können die?“
    Freudig hüpfte Ruffy auf seinem Bett auf und ab. „Wenn das so ist, schnappe ich mir die Prinzessin und wir hauen gemeinsam von hier ab und werden Piraten!“

    Im Thronsaal hatte sich die Königsfamilie versammelt. König DeFlamingo hockte recht unköniglich mit einem Bein auf der Armlehne auf seinem Thron und an seiner Seite saßen die Königin und seine Tochter.
    Derzeit hieß es Hof halten und sich die Probleme des gemeinen Volkes anhören.
    DeFlamingo ließ sich von seiner Langeweile nichts anmerken, doch Hancock sah man an, dass sie lieber woanders sein wollte.
    Dies bemerkte Königin Crocodile.
    „Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen? Dein Vater?“
    Leicht erstaunt musterte sie ihre Mutter.
    „Keine Laus, aber ich würde lieber Besuche abhalten, als weiterhin auf diesem Thron einzustauben.“
    „Kann ich verstehen. Du kannst morgen ja wieder losgehen.“
    „Und Vater?“
    „Lass den mal meine Sorge sein. Er wird morgen alleine im Thronsaal seine Zeit verschwenden.“
    „Vielen Dank, Mutter.“
    „Keine Ursache. Und jetzt reich mir meine Zigarren.“

    Am Vormittag des nächsten Tages befand sich Prinzessin Hancock auf dem Weg zum Turminternat.
    Wie konnte es auch anders sein?
    „Schneller, Zuckerflöckchen, ich möchte ihn so schnell wie möglich wiedersehen.“
    Den ganzen Morgen war sie voller Vorfreude. Zwar wusste sie nicht genau, warum sie Ruffy wieder treffen wollte. Die beiden kannten sich doch erst seit gestern.
    „Ach, es ist als ob wir uns schon ewig kennen würden. Was meinst du? Ob er sich über das kleine Lunchpaket freuen wird?“
    Neben Hancock trug das Pony ein enormes Paket voll mit Essen auf seinem Rücken. Was ein Pony alles aushalten konnte.
    Aufgrund ihrer Vorfreude war die Prinzessin schon vor Sonnenaufgang wach und hatte in der Küche hantiert. Sehr zur Verwunderung ihrer Eltern, dem Küchenpersonal und einer Katze, die im falschen Moment die Küche betrat.
    Während Hancock vor sich hin schwärmte, tippelte Zuckerflöckchen bereits auf das Gelände des Internats, aber ungesehen von jeglichen Bewohnern. Zielstrebig trug es seine Reiterin unter das Fenster von Ruffy und schnaubte kurz, um verständlich zu machen, dass sie absteigen konnte.
    Hancock nahm ihr Paket und blickte zum Fenster empor.
    Sie war angekommen, aber warum hatte ihr Pony sie hierher gebracht?
    Da kam ihr ein Gedanke.
    Ein heimliches Treffen! Genau wie in einigen ihrer Geschichten.
    Nun musste sie nur noch Ruffys Aufmerksamkeit wecken und irgendwie in sein Zimmer gelangen.
    Aber auch hier ließ ihre romantische Fantasie sie nicht im Stich.
    „Ruffy!“, rief Hancock.
    Und nach wenigen Sekunden steckte Ruffy seinen Kopf aus dem Fenster.
    „Hey Prinzessin!“, brüllte der Strohhutträger nach unten, wofür ihm einer seiner Mitbewohner ein Buch an den Kopf knallte.
    Wieder hatte Hancock diese Gefühle, welche sie schon den Tag zuvor hatte, und rief erneut Ruffy zu:
    „Ruffy, lass deinen Arm herunter!“
    Der junge Mann begriff sofort und schoss seinen Arm zum Boden. Die Prinzessin ergriff seine Hand. In einem rasanten Tempo schnellte sie mitsamt dem Paket nach oben.
    Ruffy half ihr ins Zimmer und musterte Hancocks Mitbringsel.
    „Was hast du da, Prinzessin?“
    „Nur eine Kleinigkeit für dich. Aber bitte, nenn mich doch Hancock.“
    „Und was ist mit uns?“, tönte es von hinten.
    Erst jetzt bemerkte Hancock die anderen.
    „Was soll mit euch sein?“
    Sie war genervt, dass sie gestört wurden.
    „Wir können jederzeit petzen, dass Ihr hier seid, Prinzessin “, warnte Law.
    Dafür hatte sie aber eine Lösung.
    Selbstbewusst trat sie vor Ruffy und richtete ihren Zeigefinger bedrohlich auf Law und Kid.
    „Solltet ihr es wagen, auch nur einen Ton von euch zu geben, werdet ihr zu Stein erstarren!“
    Gerade als Kid Einspruch erheben wollte, legte Hancock sogleich los.
    „Mero Mero Mero!“
    Und die Herren waren Steinstatuen.
    „Cool. Hast du vielleicht auch von einer Teufelsfrucht gegessen?“
    Zufrieden wand sie sich Ruffy zu und nickte eifrig.
    „Öffne doch endlich dein Paket. Ich habe es extra für dich mitgebracht.“
    Ruffy riss den Deckel ab und begann zu sabbern.
    „Hast das alles du gemacht?“
    „Ja, aber es ist nicht der Rede wert. Nur eine Kleinigkeit.“
    Als Hancock nicht hingesehen hatte, war der gesamte Inhalt in Ruffys Magen verschwunden.
    Ein wenig perplex musterte sie den jungen Mann vor sich.
    „Das war super! Gibt es noch mehr davon?“
    „Aber natürlich, Ruffy.“
    Plötzlich hörten sie eine bekannte Stimme.
    Garp war auf dem Weg zu ihnen. Jetzt musste schnell gehandelt werden.
    Hancock löste die Versteinerung, ergriff Ruffys Hand und sprang aus dem Fenster.
    Während sie sicher Richtung Boden gelassen wurde, positionierte sich Zuckerflöckchen.
    Sobald sie auf dem Rücken des Ponys saß, ließ sie die Hand los und galoppierte davon. Zum Abschied winkte sie Ruffy nach.
    Das war alles tausend mal besser als in ihren Geschichten.

    Mitten in der Nacht brannte in den Gemächern von Hancock noch Licht.
    Sie saß an ihrem Schreibtisch, umgeben von einem Meer von zerknüllten Papieren und die Kerze neben ihr war fast komplett heruntergebrannt.
    Direkt nachdem sie durch die Tore des Schlosses gestürmt ist, hatte sich Hancock in ihrem Zimmer eingesperrt und schrieb irgendwelchen Kitsch nieder.
    Die Gefühle, die sie für Ruffy empfand wurden immer stärker. Dabei wusste Hancock nicht einmal, was sie da überhaupt genau fühlte. Ihre eigenen Gedanken waren für sie ein schier unlösbares Rätsel.
    Als die Prinzessin erneut aus lauter Frust ein Blatt zerknüllte, weil sie nicht wusste, wie sie ihre Gedanken zu Papier bringen sollte, stoß sie einen großen Seufzer aus.
    Gerade als sie den Papierball hinter sich warf, flog ihre Zimmertür aus den Angeln. Mit einem lauten Wumms fiel die Tür zu Boden und ihre Majestät schritt ins Zimmer.
    Bevor Hancock protestieren konnte, begann Sir Crocodile zu reden:
    „Bringen wir es hinter uns.“ Er atmete einmal tief ein und fuhr in einem sehr monotonen Tonfall fort. „Mir ist aufgefallen, dass dich etwas bedrückt. Und als deine dich liebende Mutter werde ich dir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.“
    Er paffte kurz an seiner Zigarre und setzte sich auf Hancocks Bett.
    „Setz dich zu mir, Hancock.“
    Sie folgte der Aufforderung und lehnte sich an die Schulter ihrer Mutter.
    Es war eindeutig, dass es Sir Crocodile nicht behagte, aber Hancock wusste diese Geste sehr zu schätzen.
    „Du kannst deiner Mutter nichts vormachen. Also, was liegt dir auf dem Herzen?“
    „Es ist einer aus diesem Turminternat und er geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Was hat das zu bedeuten?“
    „Ganz einfach.“ Die Königin blies ein wenig Rauch in die Luft. „Du hast dich verliebt. Das erklärt das ganze Papier. Oder schreibst du seit neuestem wie dein Vater Drohbriefe?“
    Prinzessin Hancock hatte dieses königliche Hobby nie verstanden.
    „Nein, ich versuche nur meine Gedanken zu sortieren.“
    Sir Crocodile hob einen der Briefe hoch, faltete ihn auf und hielt seine Tochter davon ab, ihm das Stück Papier wegzunehmen. Die Mutter sollte es nicht lesen. Es war Hancock peinlich, dennoch ließ sich ihre Majestät von ihrer Tochter nicht abhalten.
    „Ach du meine Güte.“
    Sir Crocodile warf den Brief zu den anderen.
    „Dich hat es ja schwer erwischt.“
    „Ja... Was soll ich nur tun?“
    Flehend sah sie Sir Crocodile an.
    "Mein Kind..." Unbeholfen tätschelte er Hancocks Hand. "Wenn du ihm dein Herz ausschüttest, dann wird er es sicher verstehen. Vielleicht macht er dir danach den Hof, schenkt dir Blumen und all den schnulzigen Unsinn."
    "War es mit dir und Vater auch so? Wie hat er dir den Hof gemacht?"
    Sir Crocodiles Gesicht entgleiste und starrte ins Leere. Verwirrt sah Hancock ihre Mutter an.
    "Das... ist eine andere Geschichte... und nicht für deine unschuldigen Ohren gedacht."
    Ruckartig stand die Königin auf, ein zartes Rot zierte Sir Crocodiles Wangen und im Türrahmen wandte er sich seiner Tochter ein letztes mal zu.
    "Du solltest dich zu Bett begeben. Gute Nacht."
    Mit diesen Worten zog sich die Königin in die Gemächer, die sie mit ihrem Gemahl DeFlamingo bewohnte, zurück.
    Die am Boden liegende Tür verweilte aber an Ort und Stelle.
    Prinzessin Hancock ging zu ihrem Schreibtisch, um die Kerze auf ihren Nachttisch zu stellen. Doch ihr Blick blieb am letzten leeren Blatt Papier, welches mit der Schreibfeder noch dort lag, haften.
    Sie fasste einen Entschluss und formulierte alles, was sich in ihrem Herzen befand, auf dieses leere Blatt. Bis das Licht der Kerze erlosch.
    Danach stolperte sie im Dunkeln zu ihrem Bett.
    Und der fertige Brief ruhte dort auf dem Tisch.


    Mein Liebster,

    ich weiß nicht, was Du in mir siehst, aber ich möchte Dir gestehen, was Du für mich alles bedeutest.
    Es ist sehr schwer, die richtigen Worte zu finden, aber ich werde es dennoch versuchen.
    Beim ersten Mal, als ich in Deine Augen sah, durchfuhr es mich wie ein Blitz. Sie waren so klar und funkelten wunderschön.
    Und als mich Deine Hand berührte, fing es an in mir zu kribbeln. Es war so warm in diesem Augenblick. Als wäre ich bei Dir am sichersten und ich wünschte, dass es ewig so wäre.
    Aber auch Deine Art mir gegenüber.
    Du warst einfach ehrlich und hast Dich nicht verstellt.
    Mir ist es gleichgültig, was andere über Dich sagen, denn in meinen Augen bist Du perfekt.
    Bitte bleib wie Du bist.
    Meine Liebe zu Dir wird es auf ewig sein.

    Hancock


    Garp eilte gut gelaunt die Treppen nach oben. Er hatte großen Spaß dabei jeden Morgen die Jungs aus den Federn zu schmeißen. Am liebsten dann, wenn es draußen noch dunkel war.
    Mit viel Enthusiasmus riss er die Tür auf und donnerte mit seiner Stimme:
    „Aufstehen, Jungs! Der frühe Vogel fängt den Wurm!“
    Ruffy, Kid und Law fielen aus ihren Betten. Auch nach all den Jahren hatten sie sich nicht daran gewöhnt. Im Halbschlaf fragte Ruffy nach Essen.
    Jedoch fiel Garp etwas auf. Er konnte es nicht benennen, aber irgendetwas war hier faul. Suchend schritt er durch den Raum, während die Jungs sich anzogen.
    „Ich weiß nicht, was hier vor sich geht, trotzdem werde ich es herausfinden.“
    Er sah zu den Jungs, die seinen Blick erwiderten, aber nicht antworteten.
    „Ihr wisst etwas. Na dann raus mit der Sprache.“
    Schweigen war alles, was er zu hören bekam.
    „Ich warte.“
    Nun begann Garp ungeduldig mit dem Fuß zu stapfen.
    Bei Ehefrauen und Müttern ist dies ein eindeutiges Zeichen dafür, dass man dem Untergang geweiht war. Bei Garp hingegen... Er war lediglich ungeduldig und angsteinflößend sah auch anders aus.
    Law trat vor.
    „Wir wissen nicht, was Sie meinen, Garp. Wenn Sie bitte konkreter werden würden.“
    Eine Spannung lag in der Luft wie man sie sonst nur von Gewittern kennt.
    Garp wollte antworten. Aber wie? Er konnte ja nicht genau sagen, was er vermutete. Lediglich dass in seinen Augen etwas nicht stimmte.
    Folglich ließ er es dabei beruhen.
    „Ich behalte euch im Auge.“

    Im Schloss flanierte DeFlamingo Richtung Speisesaal, wo er seine Tochter vermutete.
    Seine Gemahlin hatte ihm von Hancocks kleinem Problem erzählt und dazu aufgefordert, er solle sich gefälligst auch mal um seine Tochter kümmern.
    Der König erblickte Hancock, die in ihrem Essen stocherte, und gesellte sich zu ihr.
    „Guten Morgen, mein Kind. Deine Mutter meinte, du bräuchtest wegen eines jungen Mannes moralische Unterstützung.“
    Verlegen wand die Prinzessin ihren Blick zur Seite.
    „Ja, Vater.“
    „Fufufufufu. Dann lass mich dir ein Geheimnis verraten. Lass dir die Meinung anderer egal sein und krall ihn dir.“
    „Wirklich? Auch wenn er nicht von Adel ist?“
    „Was interessiert es mich? Bei deiner Mutter war es mir auch egal. Sogar als mein Krokodil sich mit Händen und Füßen dagegen wehrte. Fufufufufu. Ich kann dir sagen, das war vielleicht ein Kampf bis wir verheiratet waren.“
    Im nächsten Moment wurde DeFlamingo mit einem Absatzschuh abgeworfen und die zarte Stimme von Sir Crocodile hallte aus dem Flur:
    „Ich habe dir oft genug gesagt, du sollst deiner Tochter keine schmutzigen Geschichten erzählen!“
    DeFlamingo rieb sich die Stelle, an der ihn der Schuh getroffen hatte, und grinste weiterhin.
    „Genau deswegen liebe ich deine Mutter.“
    Aus Dankbarkeit umarmte Hancock ihren Vater.
    „Dann werde ich sofort losreiten.“
    „Mach das, mein Kind. Und vergiss nicht: Du bist eine Prinzessin und kannst dir nehmen, was du willst. Wozu ist man schließlich königlich?“
    Und prompt war Hancock Richtung Ställe entschwunden.
    „Fufufufufu. Viel Erfolg, Hancock.“

    Der Wind wehte sacht durch Hancocks Haar als Zuckerflöckchen durch den Wald tippelte.
    Sie würde heute ihren geliebten Ruffy aus dem Turminternat befreien. Zusammen würden sie vor Garp fliehen, hinaus auf das weite Meer, wo sie als Piraten leben würden.
    Der Prinzessin war es egal, was ihre Eltern davon halten würden. Und vielleicht wäre Ruffy von dieser Idee auch begeistert. Denn er sah wie jemand aus, der das Leben auf dem Meer erstrebenswert fand.
    Zusammen auf einem großen Schiff und dann eines Tages mit vielen Kindern.
    Vor Aufregung wäre ihr beinahe das Herz explodiert. Aber nun musste sie sich zusammenreißen!
    Der Turm war in Sichtweite.
    Ihr treues Pony hüpfte genau an die gleiche Stelle wie am Tag zuvor.
    Und erneut rief Hancock zum Fenster empor:
    „Ruffy, lass deinen Arm herunter!“
    Sogleich beugte sich Ruffy über den Fenstersims und dehnte seinen Arm für sie.
    Kaum hatte Hancock das Zimmer betreten, stürmte auch schon Garp herein.
    „Ich wusste es! Ihr hattet hier heimlich Besuch. Das wird Konsequenzen -“
    Dies ließ sich Hancock nicht gefallen und bot Parole.
    „Wie könnt Ihr es wagen! Wisst Ihr denn nicht, wen Ihr vor Euch habt?“
    Garp verstummte augenblicklich. Ruffy, Kid und Law sahen sie erstaunt an.
    Jetzt fuhr sie zu ihrer Höchstleistung auf.
    „Dieser junge Mann wird mit mir dieses Institut verlassen!“
    „Aber -“, wollte der Direktor einwenden. Mit jeder Sekunde wurde er vor ihr kleiner. Die Prinzessin übte einen bedrohlichen Einfluss aus.
    „Nichts “Aber“!“ Hancock drehte sich zu Ruffy, leichte Verlegenheit war zu erkennen, was Law und Kid noch mehr schockierte. „Ruffy, wollen wir gemeinsam als Piraten die Meere überqueren?“
    Seine Augen funkelten.
    „Na klar! Lass uns sofort aufbrechen!“
    „Gerne!“
    Hancock widmete sich noch ein letztes Mal Garp.
    „Als Prinzessin befehle ich, dass Ruffy mit mir diesen Ort auf der Stelle verlässt Die anderen beiden können machen, was sie wollen, aber wir verschwinden auf der Stelle.“
    Mit einer dramatischen halben Drehung stolzierte Hancock zu Ruffy, doch leider ergriff wieder die Verlegenheit von ihr.
    Aber Ruffy übernahm ab da und sprang mit ihr in seinen Armen aus dem Fenster. Zuckerflöckchen stand erneut perfekt in Position und fing das frisch gebackene Piratenpaar.
    Hüpfend ritten sie zum Hafen, kaperten ein Schiff, besser gesagt, beschlagnahmten es in Namen der Krone und Hancocks Eltern erfuhren, dass die Thronerbin jetzt eine Piratin war.

    „Was gedenkst du zu tun, DeFlamingo?“, fragte Sir Crocodile.
    Die beiden Herrscher hielten wie jeden Tag Hof, nur ab jetzt ohne ihre geliebte Tochter.
    „Ganz einfach, mein Krokodil.“ Der König schenkte ihm sein charmantes Grinsen. „Wir bekommen einen neuen Thronfolger. Fufufufufu.“
    „Wage es ja nicht, Flamingo!“
    Sir Crocodile hielt bedrohlich seine Zigarre vor DeFlamingos Gesicht.
    „Komm schon, geliebtes Krokodil, es wird uns beiden Spaß machen.“
    „Das hast du beim ersten Mal auch gesagt “, knurrte die Königin.
    Und vielleicht fand das Königspaar einen Kompromiss.

    Zufrieden klappte Mr 2 sein Märchenbuch zu und seufzte auf.
    „Und, Kinderchen? War das nicht eine schöne Geschichte?“
    Der Kindergärtner wurde von zahlreichen Kinderaugen fassungslos angestarrt.
    „Was habt ihr denn? Gefiel euch etwa das Happy End nicht?“
    Noch immer schwiegen die Kleinen.
    „Wenn das so ist, werde ich das Märchen noch einmal komplett vorlesen. Aber das Ende wandle ich ein bisschen um, damit ihr zufrieden seid.“
    Doch da rührten sich die Kinder und riefen im Einklang:
    „Bloß nicht! Und wenn Sie wieder so ein Märchen vorlesen, petzen wir das unseren Eltern!“
    Das konnte ja noch heiter werden...

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Traffy baffy ( 8.211 )
Abgeschickt vor 224 Tagen
am ende hab ich voll denn lach Flash bekommen
Northi ( 80.28 )
Abgeschickt vor 236 Tagen
einfach zu geil die Story siren xD ich liebe sie vor allem da mingo mit dem kroko verkuppelt wurde xD (PS: beide nicht meine liebsten charas :P) sonst megasuper die Story & echt witzig :D wenns hier n Daumen hoch geben würde würd ich dir gleich 2 geben.
mach weiter mit deinen Storys :D
Lady_Siren ( 8.201 )
Abgeschickt vor 244 Tagen
Danke ihr zwei :3 Manchmal habe ich trotzdem das Gefühl, dass ich viel besser werden muss. Aber wenn ich so liebe Kommentare lese, geht es mir gleich besser ^^
Tatze123 ( 1.203 )
Abgeschickt vor 244 Tagen
Geile Geschichte .xD du machst immer die besten und witzigstens Geschichten aller Zeiten❤😂
Monkey D Woosmann ( 3.152 )
Abgeschickt vor 244 Tagen
Coole Geschichte. 👍