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Ich hab doch nur gegessen (Kurzgeschichte!)

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2 Kapitel - 747 Wörter - Erstellt von: Lil - Aktualisiert am: 2016-05-15 - Entwickelt am: - 426 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eine Kurzgeschichte über einen Gefangenen. Er sagt, er sei unschuldig. Doch, ist er das? Lies selbst!

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    Ich bin gefangen.
    Es bedrückt mich, denn ich habe nichts Unrechtes getan. Hier drinnen allerdings wollen mir alle weiß machen, ich sein ein echtes Monster. Was habe ich verbrochen? Womit habe ich es verdient, eingesperrt zu sein? Vier Wände, jede genau gleich grau. Eine Tür, vergittert, die Eisenstäbe sind kalt, so wie die Augen der Wächter. Ich habe ein Bett und ein winziges Fenster, durch das gerade genug Licht fällt, um meine Umgebung zu erkennen. Manchmal darf ich raus, streng bewacht; werde durch das Gebäude, das Gefängnis, geführt.
    Ich hasse es hier.
    Wenn ich gehe, höre ich andere Gefangene. Sie sind nicht kalt wie die Wachen, nein, in ihnen lodert ein ganz eigenes Feuer. Wenn sie mich sehen, brennen ihre Flammen heißer, hasserfüllt werfen sie mir glühende Kohlen an meinen Kopf. "Monster!", "Tier!", "Bestie!" nennen sie mich. Es scheint als würden sie sich im Vergleich zu mir, mit Engeln gleichsetzen. Ich verstehe es nicht, ich habe nichts getan. Sie sind es doch, die es verdient haben, gefangen zu sein! Sie sind es, die scheußliche Taten vollbracht haben! Ich bleibe still; ihre Worte verletzen mich. Doch würde ich das sagen, würden sie entgegnen, dass ich es verdiene zu leiden. Sie würden nicht aufhören, niemals, sie würden keine Gnade zeigen. Doch was heißt Gande? ICH BIN UNSCHULDIG; ICH HABE NICHTS WOFÜR ICH GNADE BRÄUCHTE!
    Doch irgendwann ist es vorbei und ich bin wieder in meiner Zelle. So ist es immer. Doch die Zeit in dem kleinen, düsteren Raum ist reine Folter. Wenn ich da bin, ist alles still; kein noch so leises Geräusch ist zu hören. Ich fühle mich allein, so allein. Und ich bin allein. Niemand hat versucht, mir zu helfen, als sie mich mitnahmen. Sie glauben, ich bin schuldig, meine Familie und meine Freunde. Sie glauben auch, ich sei ein Monster; sie haben mich verraten. Ich suche nach irgendwas, was ich anschauen kann, doch die Wände sind makellos. Kein Staubkörnchen schwebt in meiner Zelle umher, also richte ich den Blich starr ins Leere.
    Eine Stimme, ich höre sie in meinem Kopf. Sie schreit, ich höre ihre Panik. Doch ich kann kein einziges Wort verstehen. Ich halte die Luft an, erstarre. Sie verstummt nicht. Ich reiße die Augen auf, die Wände scheinen auf mich zuzukommen. Auch sie sind meine Feind; sie wollen mich zerquetschen; mich töten. Ich kann nicht atmen, ich ersticke, doch meine Lungen füllen sich mit Luft; es geht nicht anders. Ich werfe den Kopf hin und her.
    "Sei still! SEI STILL!"
    Ich habe doch nichts gesagt. Ich bin zusammengekauert und wimmere. Dabei hab ich selbst geschrien.
    Die Stimme, ich kann sie nicht sehen; nur hören, doch ihr nicht helfen. Ich grabe die Fingernägel in meine Kopfhaut, durchbohre sie förmlich. Ich kratze an meinem Gesicht und spüre Blut an meinen Händen. Es läuft über meine Wangen, tropft herunter, hinterlässt rote Spuren. Jetzt drehe ich völlig durch. Das Blut erinnert mich an etwas. Es macht mich hungrig. Ich kratze an der Wand, jaule wie ein zurückgelassener Wolf, versuche durchzubrechen um endlich wieder zu jagen. Doch lediglich noch mehr Schmerz schießt in meine Finger. Dann trifft mich der Geruch. Schwer, düster, lockend, verheißungsvoll. Der Duft meines eigenen Blutes weckt ein fremdes Wesen in mir, mein altes Ich zersplittert, wie schon oft, ich vergesse wer ich bin.
    Nein, ich habe nichts Unrechtes getan, ich habe nur meinen Hunger gestillt. Die Stimme, sie schreit noch immer. Sie ist die Erinnerung an einen Menschen, dessen Blut mich ebenfalls hungrig machte. Ist es falsch, nicht hungrig sein zu wollen?
    Ich habe nur gegessen.

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    So, falls es euch gefallen hat, ich freue mich über Kommentare ;)
    Lg, Lil

Kommentare (8)

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Ascona ( von: Ascona)
vor 326 Tagen
Waaahhjnnnssinn super geschrieben. Du kannst es besser als ich.
Jata Arion (61998)
vor 328 Tagen
WOOW. Das war mal richtig... spannend. Der Typ hat jemanden gegessen, weil er von Blut angelockt wird und ist jetzt eingesperrt? Der Arme. Menschen wie diese kann ich wirklich nur bedauern ;(
Bonie (76558)
vor 402 Tagen
Wie nice..*-* weiterlesen wär so toll q-q naja,Kurzgeschichten mit Cliffhängern eben ^^)
Funkenpfote (81697)
vor 433 Tagen
Coole Kurzgeschichte ich fand sie gut ;)
Lil (78025)
vor 438 Tagen
Danke für die Kommentare :)
torden! (89932)
vor 438 Tagen
Ich meine natürlich Geschichte.
torden! (89932)
vor 438 Tagen
Hier kann man nur applaudieren. Die Geschich ist einfach klasse.
Seeli (67709)
vor 441 Tagen
BESTE GRUSEL KURZ GESCHICHTE EVAAAAAAA!!!! *-* :3