Das Leben eines Engels 6

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1 Kapitel - 1.602 Wörter - Erstellt von: (^-^)/ - Aktualisiert am: 2016-05-15 - Entwickelt am: - 214 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Ich schlage die Augen auf und bekomme sofort leichte Panikanfälle. Wo zur Hölle bin ich? Warum liege ich in einer Hängematte? Warum ist es hier so dunkel? Höre ich da ein Schnaufen! Wie gelähmt starre ich in die Dunkelheit, als ob mich gleich ein gruseliger Clown anspringt und auffrisst, während ich mir gedanklich die Antworten zusammensuche. Also, ich bin in der Welt von One Piece auf dem Schiff der Kid-Piraten in einer Hängematte, die ich mir zuvor als Schlafplatz eingerichtet habe. Es ist anscheinend schon Nacht und das leise Schnaufen gehört demnach meinem Bruder Killer. Ich lebe meinen Traum und alles ist ruhig und friedlich. Bis auf mein Magen. Der demonstriert einfach mal den Paarungsruf eines Buckelwals. Boah, Hunger....!
    Inzwischen haben sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Dadurch reichen mir die paar wenigen Mondstrahlen, die durch das Bullauge fallen, um mich im Raum zurechtzufinden. Vorsichtig klettere ich aus der Hängematte und schleiche etwas planlos durch den Raum. Auf der Kommode finde ich eine kleine Schüssel mit Nudeln und Soße und einen Zettel. "Kannst einräumen. Hab' Platz gemacht. PS: Guten Appetit, Schwesterchen! Killer" Dankbar lächle ich in Richtung des riesigen Haarbüschels, das unter Killers Decke herausragt. Dann stürze ich mich auf die Nudeln, die zwar kalt aber trotzdem irgendwie unglaublich lecker sind. Na gut, ich hätte wahrscheinlich gerade alles lecker gefunden. Nebenbei räume ich fast lautlos meine Klamotten in eine freie Schublade.
    Blöderweise komme ich durch den Snack auf den Geschmack, was so viel heißt wie: Fressanfall im Anmarsch! Was muss ich auch für ein verdammter Fresssack sein! Lautlos öffne ich die Tür und lunze auf den stockfinsteren Gang. Keine Lampe, keine Kerze, kein Fenster, nur völlige Dunkelheit. Also wieder zurück. Es hätte sowieso keinen Sinn gehabt. Ich kenne mich hier nicht aus und hätte mich nur verlaufen.
    Wieder knurrt mein Magen. Außerdem fällt mir eine Lampe ins Auge, die auf dem Regal zwischen den wenigen Büchern steht, mitsamt einem Päckchen Streichhölzern. Na gut, die Lampe ist eigentlich nur eine Kerze in einem Glas mit Henkel und Fuß. Technischer Stand des Schiffs: etwa Mittelalter oder Wikingerzeit. Aber besser als nichts.
    Na dann, los geht's! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder? Schlafen kommt für mich gerade eh nicht infrage. Ich schlüpfe auf den Gang, mache die Lampe an und schaue mich um. Ok. Ich brauch irgendetwas, an dem ich mich orientieren kann. Was muss hier auch alles gleich aussehen! Was mache ich jetzt? Ah! Mein Taschenmesser, das ich in meiner Hosentasche finde, bringt mich auf eine Idee. Zum Glück ist hier so gut wie alles aus Holz. Kurzerhand ritze ich in Killers Kabinentür "K&L". Hoffe, das hat ihn nicht geweckt. Schräg gegenüber von hier soll das Klo sein. Kurzer Kontrollblick und.... iuwäh! Jap. Jungs, hier ist putzen angesagt. Widerlich! In diese Tür ritze ich "W.C.".
    Dann geht's weiter, immer an der rechten Wand entlang. Bei solchen Aktionen fühle ich mich immer wie eine Mischung aus Ninja und Catwoman. Jeder Raum, den ich finde wird identifiziert, eventuell nach Essen durchsucht und mit Symbolen oder Initialien in der Tür gekennzeichnet. So kriege ich ein ungefähres Bild vom Schiff und finde zwei Gruppenschlafräume, in denen die anderen vor sich hin schnarchen, die Gruppendusche, zwei Ausgänge zum Deck, eine Treppe, die weiter ins Innere des Schiffes führt, die ich mir aber für wann anders aufhebe, Kids Kajüte, ein Krankenzimmer und die verdammt riesige Kombüse, eine Mischung aus Küche, Aufenthalts- und Esszimmer. Eine Bar dient als eine Art Trennwand.
    Lautlos schlängle ich mich durch die Reihen von Tischen und Stühlen in die Küche und stopfe mir ein paar Reste in den Mund. Ich kann mich kaum beherrschen bis plötzlich hinter mir ein sehr lauter Schnarcher zu hören ist. Erschrocken fahre ich herum, nur um festzustellen, dass da jemand in der Ecke liegt, der Fahne nach zu urteilen sturzbesoffen ist, mit einer Whisky-Flasche kuschelt und lauter schnarcht, als die restliche Crew zusammen. Ob ich ihn hier liegen lassen soll? Ich glaube, ich esse lieber schnell fertig, bevor er aufwacht und auf die Idee kommt, mich zu verpetzen. Dann hocke ich mich neben ihn, überlege was ich mit ihm machen soll und begutachte ihn dabei.
    Seine Haare sind so fettig, dass selbst die Schwerkraft machtlos ist. Sie stehen in jede Richtung ab und....ist das blond? Ja, ein durch das Fett sehr undefinierbares blond. Selbst ein Maxi-Glas Nutella sieht daneben aus wie ein Salat. Sein Gesicht, das mich an Psycho-Andreas aus Frauentausch erinnert, liegt auf einem ganzen Schinken von Doppelkinn. Unter seinen ausgeleierten, kaputten, dreckigen Klamotten ragt ein ziemlicher Speckbauch hervor. Und von seinem Geruch will ich gar nicht erst anfangen; eine Mischung aus Alkoholausdünstungen jeglicher Art, abgestandenem Schweiß und Käsefüßen. Als hätte er noch nie eine Dusche von innen gesehen geschweige denn eine Zahnbürste benutzt. Denn mit jedem Schnarcher gibt er seine schon schimmelnden Zähne preis. Alles in allem ein richtiger Klischee-Alpha-Kevin. Ich werde sowas von herausfinden, wie er heißt und ihn in Kevin umbenennen. Scheiß egal, wie er wirklich heißt.
    Da ich eh keine Ahnung habe, was ich mit ihm machen soll, stehe ich wieder auf und will wieder gehen als ich plötzlich Heat neben mir bemerke, was mich natürlich ziemlich erschreckt. Wäre sogar fast auf den Alpha-Kevin getreten.
    "Alter, hast du mich erschreckt! Was zum Teufel machst du hier?"
    "Das Gleich könnte ich dich auch fragen."
    Verdammt. Händeringend suche ich nach einer glaubhaften Ausrede, doch er belässt es zum Glück dabei.
    "Und, wie geht's der Beule?"
    "Beule? Ach ja, gut."
    Peinliches Schweigen.
    "Was ist das eigentlich," versuche ich den Faden wiederaufzunehmen und zeige auf den Alpha-Kevin, der sich inzwischen auf die Seite gedreht hat und angefangen hat zu sabbern.
    "DAS hat einen Namen und heißt Kevin."
    Ich schaue ihn ungläubig an.
    "Das ist kein Name, das ist eine Diagnose."
    Er grinst. Zum Glück strahlen seine Augen etwas Warmes, freundliches aus, sonst wäre er mit seinem Zombie-artigen Aussehen richtig gruselig. Mal ehrlich, aus welchem Horrorhaus ist der entsprungen? Mit der bläulichen Haut, dem Mund, der aussieht, als wäre er zu- oder angenäht und den vielen Narben hat er das perfekte natürliche Halloweenkostüm. Das Einzige, was noch verstörender ist, ist die Tatsache, dass der statt einem Oberteil einfach mal ein Korsett trägt. Und dass er Feuer spucken kann. Dass er der Schiffsarzt ist, kann und will man nicht glauben. Ich wette, er kann sich selbst zusammenflicken wie eine Puppe. Aber er ist voll in Ordnung. Solange Wire nicht in der Nähe ist.
    Das nächste peinliche Schweigen bricht an, was ich zu unterbrechen versuche.
    "Ich glaube, ich gehe mal wieder. Ach und Heat? Wäre nett, wenn das unter uns bleiben könnte. Bin beim Käpt'n sowieso nicht gerade beliebt und ich will nicht, dass Killer ständig seinen Kopf für mich hinhalten muss."
    "Yelly? Hier? Nachts? Also ich hab' nix gesehen."
    "Dankeschön. Deine Schauspielkunst wird mir den Arsch retten!"
    Schnell husche ich zurück in mein und Killers Zimmer, auch wenn ich aufpassen muss, dass ich nicht den falschen Gang nehme. Doch ich bin kein Stück müde. Also nehme ich mir eine Jacke und gehe an Deck. Dort finde ich schnell eine Ecke, in der ich mich in die Jacke kuschle und die Sterne beobachte.
    Hey! Eine Sternschnuppe! Früher habe ich mich oft von Zuhause verdrückt. Nicht um zu feiern, wie normale Jugendliche. Sondern um mich irgendwo in die Wiese zu legen und die Sterne zu beobachten. Bei jeder Sternschnuppe habe ich mir gewünscht, hier in dieser Welt leben zu können. Manchmal bin ich sogar durch die Gegend gelaufen und habe nach irgendetwas gesucht, das meinen Wunsch erfüllen könnte. Und jetzt liege ich hier auf Eustass Captain Kids Schiff, starre in die Sterne und weiß nicht, was ich mir noch wünschen soll. Das nennt man dann wohl wunschlos glücklich. Auch wenn das Loch in meinem Herzen immer noch nicht ganz gefüllt zu sein scheint. Aber was fehlt denn bitte? Ich hab' doch, was ich immer wollte! Und warum muss ich jetzt an die Hearts denken? Law, Jean, Bepo, Penguin, Shachi und die ganzen anderen verrückten Vögel.... Ein Lächeln setzt sich auf meinen Lippen fest und es zieht in meinem Herzen. Ja, ich vermisse sie. Ob sie auch ab und zu an mich denken? Hoffentlich.
    Ich schließe die Augen, träume vor mich hin und höre den Wellen zu. Schon nach kürzester Zeit drifte ich weg.

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