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Das Leben eines Engels 4

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1 Kapitel - 3.382 Wörter - Erstellt von: (^-^)/ - Aktualisiert am: 2016-05-15 - Entwickelt am: - 286 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

    1
    "Vor langer Zeit war unsere Welt mit der der Piraten verbunden. Wissenschaftler hatten ein spezielles Portal entwickelt, um die Reise hin und zurück möglich zu machen. Dieses wurde dann für Urlaube, Reisen und Handel genutzt. Natürlich dauerte es nicht lange und es wurden Kinder geboren, deren Eltern aus verschiedenen Welten stammten. Sie wurden Halbblut genannt und konnten auch solche Portale öffnen. Nur halt einmal im Leben. Irgendwann brach das Große Zeitalter der Piraten an. Diese grässlichen Leute plünderten und mordeten ohne Rücksicht auf Verluste. Die Marine versuchte alles, um sie in Schach zu halten ohne den wichtigen Handelspunkt zu verlieren. Das Problem waren die Teufelsfruchtnutzer. Alles aus Seestein löst sich in unserer Atmosphäre auf."
    "Stimmt."
    Einer der Heart-Piraten unterbricht meine Mutter.
    "Unser Notfall-Seesteinequipment hat sich nach ein paar Minuten wortwörtlich in Luft aufgelöst."
    "Ja. Es dürften jetzt etwa mehrere 100 Tonnen Seestein partikelweise in unserer Atmosphäre sein."
    Mir geht ein Licht auf.
    "Ah! Genau! Kid und Law haben sich die ganze Zeit hier gekloppt. War schon komisch, dass sie nicht richtig gekämpft haben."
    "Ja. Die Nutzer waren eingeschränkt, nachdem genug Seestein hergebracht wurde, doch die Früchte konnten trotzdem existieren. Zwar wuchsen sie hier nicht, doch sie wurden hier eingeschmuggelt. Zu Nutzern konnten nur die werden, die Wurzeln in der anderen Welt hatten. Aber ich schweife langsam ab. Denn einer der Piraten war anders und ich verliebte mich in ihn. Meinetwegen gab er sogar das Piratenleben auf und wir kümmerten uns um unseren Sohn, Ri....ähm ich meine Killer."
    "Aber das heißt doch...."
    "Ja, Layelle. Killer ist dein Bruder."
    Ich kann es nicht glauben. Der Massaker-Soldat Killer, der Vieze-Käpt'n der Kid-Piraten ist mein Bruder! Na ja.... Ich hatte bei ihm schon die ganze Zeit über so ein seltsam vertrautes Gefühl. Laws Meinung scheint ähnlich zu sein.
    "Das war klar. Ihr seht euch echt ähnlich."
    Da hat er recht. Ich meine die Haare sind fast gleich, nur dass seine länger und wilder sind. Wir haben fast die gleich Statur, auch wenn er etwas größer und männlicher gebaut ist, kann man eine gewisse Ähnlichkeit nicht leugnen. Einen Teil seines Auges hab ich auch schon gesehen und das genau so aus wie meine. Wir laufen gleich, wir reden gleich, wir scheinen sogar gleich zu denken! Dass mir das nicht schon früher aufgefallen ist....
    "Ja, sie sehen sich sehr ähnlich....leider...."
    Meine Mutter seufzt schwer.
    "Wieso leider?"
    "Dazu komme ich gleich, mein Kind. Dein Vater war wie ausgewechselt, nachdem er sein Leben aufgab. Er war ein Mann der Meere. Niemand konnte ihm das nehmen. Auch seine Sehnsucht nicht. Also ließ ich ihn gehen. Killer blieb natürlich bei mir. Er war schließlich noch kein Jahr alt. Kurz nachdem er ging kam es zu Aufständen in der Bevölkerung. Sie ließ sich nichts mehr von der anderen Welt gefallen und vertrieb Piraten sowie Marine.Die Regierung versteckte die Maschine hier ganz in der Nähe."
    "Meinst du auf einer Lichtung mit einem See hinten im Wald?"
    "Genau. Deshalb wollte ich auch nicht, dass du da hinten hin gehst, aber in solchen Sachen bist du einfach wie dein Vater und machst es trotzdem. Also die Regierung versteckte die Maschine um weiter im Geheimen zu handeln. In dieser Zeit ist dann dein Bruder Ronnie entstanden. Und ich will ehrlich sein, ich weiß nicht einmal mehr, wer sein Vater war. Ich war deprimiert, hab' mich betrunken und den Rest kann man sich ja denken. Doch ich habe ihn genau so geliebt, wie man sein Kind nur lieben kann. Dein Vater, der sich herschleusen ließ, war davon natürlich alles andere als begeistert. Er schrie mich an, dass ich unfähig wäre, ein Kind großzuziehen. Aus dem Streit wurde eine Art Wette, wer der bessere Elternteil wäre. Er nahm Killer mit zur See und ich kümmerte mich so gut es ging um Ronnie. Die Jahre gingen ins Land und als Killer fast 10 Jahre alt war, kamen sie wieder. Es war besser, seine Herkunft und die seines Vaters geheim zu halten, um wenigstens für kurze Zeit ein ganz normales Familienleben zu führen. Dann wurdest du geboren. Das Familienglück war fast perfekt. Dein Vater machte mir zwar immer wieder Vorwürfe, weil ich ihn betrogen habe, aber alles in allem war es perfekt. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Eine Teufelsfrucht, die dein Vater von seiner letzten Reise mitbrachte, um sie in schlechten Zeiten zu verkaufen, fiel dir in die Hand oder besser gesagt in den Mund noch bevor du krabbeln konntest. Währenddessen fand das Volk alles über die Machenschaften der Regierung heraus und zerstörte alles, was mit der anderen Welt zu tun hatte. Auch vor Menschenleben machten sie nicht halt. Sie töteten die Menschen der anderen Welt und versuchten, die Halbblut auszurotten. Dich konnte ich retten, indem ich sie im Glauben ließ, dass du eine von ihnen wärst. Dein Vater konnte gerade noch rechtzeitig fliehen und Killer kam mit ihm. Dass das Volk die Maschine nicht gefunden hat, grenzte an ein Wunder. Keine drei Monate später kam Killer wieder, um mir zu sagen, dass dein Vater bei Kämpfen ums Leben gekommen sei. Diese Nachricht ließ mich in eine bodenlose Schlucht fallen. Der Mann, den ich über alles liebte, war tot. Ich war traurig, deprimiert, wütend, fühlet mich leer und von der ganzen Welt verlassen. Und ich brauche jemanden, dem ich die Schuld dafür geben konnte. Leider war Killer der Einzige, der in diesem Moment infrage kam, also lud ich meinen ganzen Frust auf ihm ab. Ich machte ihn für den Tot seines Vaters verantwortlich und verbannte ihn sogar aus der Familie. Da ihr euch damals schon so ähnlich saht, sollte er fortan und für alle Zeit diese Maske tragen, um der Familie nicht noch weitere Schande zu bereiten und um wenigstens seine kleine Schwester zu beschützen. Dann ging er wieder und ich persönlich zerstörte die Maschine. Seit dem versuche ich, dich zu beschützen, weil ich weiß, dass das Blut deines Vaters dich irgendwann in diese grausame Welt bringen wird. Und das wollte ich um jeden Preis verhindern."
    Ich bin fassungslos. Ungläubig schaue ich von meiner Mutter und Killer hin und her.
    "Natürlich ging das alles nicht spurlos an dir vorbei. Ihr beide seid wie Zwillinge miteinander verbunden: Fühlt der eine, fühlt der andere das Gleiche auch. Und ihr standet euch sehr nahe. Nachdem Killer weg war hast du Tage und Wochen lang geweint. Nichts und niemand konnte dich beruhigen. Im Schlaf hast du geredet, geschrien und Alpträume gehabt, als würdest du seine und deine Gefühle gleichzeitig verarbeiten. Du hast mit dir selbst gekämpft und deine Kräfte geistig trainiert. Inzwischen dürften sie komplett ausgereift sein und durch das Wissen, das du dir über die Jahre angeeignet hast, dürftest du eine reelle Überlebenschance haben. Ich war zwar immer dagegen, aber früher oder später hättest du musste ja alles rauskommen."
    Ich weiß nicht wieso, aber bei ihren Worten kocht eine unbändige Wut in mir auf.
    "Also im Klartext hast du deinen einen Sohn verraten, den anderen verzogen und deine Tochter in eine Art goldenen Käfig gesperrt? Eine tolle Mutter bist du."
    ""Wie redest du denn mit mir? Ich habe dich beschützt, Ronnie nicht verzogen und Killer....Ok, bei Killer hab' ich das eine oder andere vermasselt, aber wer ist schon perfekt?"
    "Bitte was?"
    Ich springe auf.
    "Du hast mich EINGESERRT, weil du Angst vor allem hast, was auf diesem Planeten existiert und versucht, mich in irgend eine Form zu pressen, nur damit die Leute dich nicht schief von der Seite anstarren! Mit Ronnie hast du das Gleiche versucht, aber er hat sich dagegen gewehrt und damit hast du ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist. Und sein wir mal ehrlich: Gut erzogen sieht anders aus. Das was du mit Killer gemacht hast, ist unverzeihlich. Wach auf! Du hast dir selbst und allen anderen, in deinem Umfeld, etwas vorgemacht. Den Titel Mutter hast du nicht verdient! Ich bin maßlos enttäuscht von dir. DU BIST NICHT LÄNGER MEINE MUTTER!"
    Ich rausche in Richtung Tür.
    "Warte! Wohin gehst du!"
    "Wonach sieht's denn aus? Ich gehe meine Sachen packen und fahre zur See. Ich werde Piratin und du kannst nichts dagegen machen!"
    Mit diesen Worten stapfe ich in mein Zimmer, ziehe unter meinem Bett einen Koffer hervor und werfe meine Sachen rein: Klamotten für jedes Wetter und jede Jahreszeit, sowie passende Schuhe, ein paar Jacken, meine Unterwäsche und zwei Notizbücher und -blöcke. Zum Schluss noch mein komplettes Stiftelager. Dass der Koffer mehr oder weniger einfach zugeht, grenzt an ein Wunder. Meinen Schmuck schütte ich in eine kleine Tüte und stecke ihn in eine Handtasche. Dazu kommen noch alle meine Notizen über die Welt von One Piece und alles, was ich fürs Bad brauche.
    Vollgepackt gehe ich nach draußen, wo alle anderen schon warten. Von drinnen hört man meine Mutter schluchzen. Irgendwie tut sie mir ja schon Leid, aber andererseits hat sie's nicht anders verdient. Ihr Schluchzen untermalt die gedrückte Stimmung hier perfekt. Na toll. Sie will mir ein schlechtes Gewissen machen und kriegt es sogar hin! Nix wie weg.
    Auf dem Weg nach unten kommt wieder Luke zu mir:
    "Na, Süße? Das sieht schwer aus. Soll ich dir was abnehmen?"
    Und schon ist meine schlechte Laune wieder da. Der perverse Unterton in seiner Stimme ist auch unüberhörbar. Als Antwort kommt von mir nur ein sehr schlecht gelauntes "Nein!"
    "Rawr", macht er, schlingt seinen Arm um meine Hüfte und will mir am Ohr knabbern, wofür ich ihm mit der Tasche eins überbrate.
    "Hey! Sei mal etwas netter! Schließlich gehörst du jetzt zu uns."
    Fragend schaue ich ihn an. Dann schaue ich noch fragender zu Killer, der auf der anderen Seite von mir läuft. Dieser nickt.
    "Mutter hat nur so darum gebettelt, dass ich auf dich aufpasse."
    "Ihr ist aber schon klar, dass ich keinen Babysitter mehr brauche?"
    "Wieso? Wie alt bist du denn?"
    Ich ignoriere Luke's Frage. An meiner Stelle antwortet Killer mit fröhlicher Stimme: "17!" Der will mich doch ärgern!
    "Uuuuuuh....", kommt es von Luke.
    "Killer!"
    "Was denn? Ich hab' doch gar nix gemacht!"
    Man hört genau, dass er sich einen abgrinst.
    "Du bist mir voll in den Rücken gefallen!"
    "Ich habe ihm nur geantwortet."
    "Ja. NUR! Jetzt lässt er mich nie mehr in Ruhe."
    "17 also, hmm? Ich bin 16. Siehst du, wie perfekt wir zusammen passen?"
    Genervtes Stöhnen meinerseits und ein ebenfalls genervter Blick in Richtung Killer.
    "Siehst du?"
    Ich weiß genau, dass er grinst. Will der mich etwa verkuppeln? Mit Luke? Niemals!
    "Na cielen Dank auch, Bruderherz."
    "Gern geschehen!"
    Der grinst immer noch. Ich werd' noch wahnsinnig. Und Luke ist schon wieder um einiges zu nahe.
    "Luke, da wir jetzt auf einem Schiff leben und miteinander auskommen müssen, solltest du ein paar grundlegende Regeln beachten. 1. Mein Name ist Layelle, nicht Kätzchen. Zumindest für dich nicht. 2. Steck dir deine dämlichen Anmachsprüche sonstwo hin. Kein Mädchen der Welt fällt auf sowas rein, es sei denn, sie ist wirklich verzweifelt. 3. Halte lieber 'nen Sicherheitsabstand. Ich krieg schon Aggressionen, wenn ich dich nur sehe und kann für nichts garantieren, wenn du mir zu nahe kommst. Vielleicht kommen wir dann auch irgendwann...."
    "....Zusammen?", unterbricht er mich.
    "....Miteinander aus", beende ich meinen Satz.
    Dass er die Regeln nicht einhalten wird, weiß ich jetzt schon. Aber wenigstens kann er sich jetzt nicht beschweren von wegen ich hätte ihn nicht gewarnt. Auch wenn man nicht zu viel erwarten sollte.
    "Eigentlich MÜSSEN wir miteinander auskommen. Schließlich hat Kid mir die Verantwortung für dich übertragen. Und Killer natürlich auch."
    Bitte was?
    "Musst du erst mal den Käpt'n fragen, wenn di dich an Weiber ranmachen willst? Langsam wird's immer armseliger."
    Ich drück ihn mal wieder von mir weg. Will Kid mich etwa auch mit DEM DA verkuppeln? Was erhofft er sich bitte davon?
    "Vielleicht hilft DEM DA eine Freundin, dass er mal ein bisschen ruhiger wird. Hast ja gemerkt, wie er immer sein Maul aufreißt."
    Hat Killer gerade meinen Gedanken geantwortet?
    "Ja, hab' ich."
    Ok. Er kann definitiv meine Gedanken lesen. Gruselig. Aber vielleicht irgendwann ganz nützlich. Aber zurück zum Thema.
    "Solange Kid klar ist, dass das mit Luke und mir nur eine von Luke's kranken Fantasien ist und ich ihn wahrscheinlich mehrmals von Bord werfen werde", sage ich schulterzuckend.
    Und schubse ihn schon wieder weg. Mann, der Typ erinnert mich langsam an Sanji.
    "Ähm Killer?"
    "Hmm?"
    "Da fliegt ein sehr lästiges Insekt um mich herum. Wärst du so freundlich, es zu entfernen bevor ich es zerquetsche?"
    "Nein."
    Er klingt sehr belustigt.
    "Killer...!"
    "Hehe! Aber nur dieses eine Mal, Schwesterchen."
    "Dankeschön."
    Er schnappt sich Luke und zieht ihn weiter hinter zur Crew. Nun bin ich allein. Schmerzlich wird mir bewusst, dass ich diese Welt nie wieder sehen werde. Mit meiner freien Hand schreibe ich via WhatsApp meinen Freunden und Klassenkameraden eine herzzerreißende Abschiedsnachicht. Dabei muss ich auch ziemlich mit den Tränen kämpfen. Als die letzte Nachicht verschickt ist, sind wir auch schon am Ende der Straße angekommen.
    Ich schaue mich um.Hier bin ich immer hin geflüchtet, wenn mir alles zu viel wurde.Hier habe ich fast mein ganzes Leben verbracht. Hier sind so viele Erinnerungen. Während mir alle Erinnerungen noch einmal an meinem geistigen Auge vorbeiziehen, nehme ich sorgfältig mein Handy auseinander. Die Einzelteile werfe ich auf die Straße, trete ein paar Mal drauf und schiebe sie in den Bach. Jetzt habe ich endgültig mit dieser Welt abgeschlossen und bin mehr oder weniger bereit für das Piratenleben.
    Gerade als ich mich zum Gehen bewege, fährt ein Auto vor. Heraus springt meine Mutter. Eigentlich will ich weg gehen, doch ich kann nicht. Weinend fallen wir uns in die Arme.
    "Es tut mir alles so unendliche Leid! Ich wollte dich immer nur beschützen und habe nie sehen wollen, dass du darunter leidest."
    "Ich weiß Mam."
    "Also bin ich noch deine Mutter?"
    "Das bist du, warst es immer und wirst es immer sein,"
    Glücklich lächelt sie mich an und drückt mich noch einmal. Dann legt sie mit etwas in die Hand.
    "Hier."
    Es ist eine Kette aus Leder mit einem wunderschönen Stein, der geheimnisvoll leuchtet. Ich ziehe sie sofort an.
    "Der soll dir Glück bringen."
    "Danke Mam."
    "Viel Spaß, mein Schatz. Sei bitte vorsichtig."
    "Natürlich."
    "Und Killer! Pass gut auf sie auf."
    Dieser nickt.
    "Leb wohl, Mam. Bitte sei nicht traurig."
    Sie nickt, aber es steigen wieder Tränen in ihre Augen.
    Jetzt bin ich wirklich bereit. Wir gehen in Richtung Lichtung und meine Mutter scheint uns noch lang hinterher zu sehen, bevor sie wieder ins Auto steigt.
    Auf dem Weg wird die Stimmung ausgelassener. Alle scheinen sich zu freuen, wieder zurück zu kommen. Und auch ich bin voller Vorfreude. Aber einen Moment mal. Ich weiß immer noch nicht, wie ich diese Halbblutkräfte einsetzen kann geschweige denn meine Teufelskräfte. Da vorne ist die Lichtung. Ich brauche Killer. Ganz schnell. Da ist er ja. Bei Kid und Wire. Na toll. Die kriegen wieder die Krise, wenn sie rausfinden, dass ich keine Ahnung habe, wie wir eigentlich zurückkommen. Ich laufe einfach mal neben ihm und hoffe auf Gedankenübertragung.
    Killer. Hilfe. Bitte....
    Nichts. Vielleicht wenn ich ihn angucke.
    Killer. Hilfe. Bitte!
    Dann lasse ich mich etwas zurückfallen. Er versteht und macht das Gleiche.
    "Also, was ist los?", fragt er, als wir außerhalb von Kid's Hörweite sind.
    "Wie hast du die alle her gebracht?"
    Er senkt den Kopf. Das heißt er hat keine Ahnung.
    "Hmm. Shachi meinte, du sahst ziemlich verzweifelt aus, kurz bevor das Loch aufgetaucht ist."
    "Ja, das stimmt. Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass die zwei sich da mitten im nirgendwo die Köpfe einschlagen...."
    Er stockt. Er scheint eine Idee zu haben. Oh nein. Bitte nicht! Tu mir das nicht an! Nein. Nein! Verdammt! Er hat es Kid gesagt.
    "WAS HAT SIE GESAGT?"
    Wie erwartet rastet er aus. Adios, oh schöne Welt. Ich mache mich lieber aus dem Staub. Und Kid hetzt mir natürlich nach. Als ob es was bringt, mich zu erwürgen! Verdammt, ihr braucht mich noch! Wie wollt ihr sonst hier weg? Aber das scheint ihn gerade relativ wenig zu interessieren. Im zick-zack renne ich durch die Bäume, auf die Lichtung und in die Krone eines hohen Baumes, immer mit Kid an den Fersen. Zum Glück ist er zu schwer für den Baum. Dafür versucht er ihn zu fällen! Was mach' ich denn jetzt? Der See! Vielleicht hat der etwas mit diesem Portal zu tun. Ich versuche mich auf das Loch aus meinem Traum zu konzentrieren. Der Baum knackst bedrohlich und fällt knarrend zu Boden. In letzter Sekunde kann ich noch zur Seite springen, bevor er mich erdrückt. Doch Kid schnappt sich meinen Fuß, hält mich kopfüber und schreit mich an. Wirklich verstehen kann ich ihn nicht, da er mich dabei noch ziemlich heftig schüttelt. Dann wirft er mich weg, direkt in den See. Doch damit ist es noch nicht vorbei. Während ich dieses widerliche Wasser aushuste, kommt er auf mich zu. Voller Panik versuche ich rückwärts zu Krabbeln oder zu kriechen, was in knietiefem Schlamm und Wasser alles andere als einfach ist. Inzwischen hat er mich erreicht und holt aus, um mich zusammen zu schlagen. Ich presse meine Augen zu und warte auf den Schmerz, der mich nie erreicht. Stattdessen fühle ich einen Sog. Genau wie der, aus meinem Traum. Als ich meine Augen öffne, sehe ich, dass das Loch wirklich aufgetaucht ist und gerade Kid einsaugt. Schnell begreifen auch die anderen, was los ist. Einer nach dem anderen springt rein. Bevor ich auch einfach eingesaugt werde, hält Law mich fest. Als alle durch sind, zieht er mich mit hinein. Und wir fallen in eine scheinbar unendliche Tiefe.

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