Violetta Story

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1 Kapitel - 2.595 Wörter - Erstellt von: Leonetta - Aktualisiert am: 2016-04-18 - Entwickelt am: - 564 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Kapitel 1: Der Anfang vom Ende

    „Vilu! Vilu, bist du noch anwesend? Viluuu!“ Francescas Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Ich blinzelte, dann klärte sich mein Blick und ich fand mich an einem Tisch in der „Resto-Band“ wieder, Camille und Fran saßen mir gegenüber und sahen irgendwie nicht glücklich aus.
    „Vilu, was ist los?“, fragten beide nun wie aus einem Mund und sahen einander kurz an, bevor sich ihr sorgenvoller Blick wieder auf mich richtete. „Nichts.“, versuchte ich sie zu überzeugen, doch ihr Blick sprach Bände. Sie glaubten mir nicht. „Ich bin nur müde und…“, fuhr ich also fort, doch dann stockte ich. Und? Wieso eigentlich und? Ich war doch einfach bloß müde. Glaubte ich mir nicht einmal selbst? „Nichts und.“, erklärte ich dann und schüttelte leicht den Kopf. „Bloß erschöpft. Wir sind doch gestern erst wiedergekommen, das kommt sicher noch vom Flug.“ Ich bemerkte, dass mir diese Lüge doch erschreckend leicht über die Lippen ging. Mir war selbst klar, dass ich eigentlich keinerlei Probleme mit Flügen oder den Zeitumstellungen hatte und danach problemlos schlafen konnte. Zumindest normalerweise.
    Wieder tauschten meine Freundinnen mir gegenüber einen kurzen, aber sorgenvollen Blick. Ob sie nicht wussten, dass ich diese bemerkte und dass sie so über mich kommunizierten?
    Camille war es, die zuerst sprach. „Wir glauben dir nicht, dass es am Flug liegt.“ Francesca nickte zustimmend, doch ich schnitt als Antwort bloß eine Grimasse. Sie kannten mich einfach zu gut. „Du brauchst mal wieder etwas Abwechslung und Freunde zum Reden, wo Angie doch erst nächste Woche wiederkommt. Wir kommen nachher und machen mal wieder eine kleine Pyjama-Party. Keine Wiederrede!“ Fran konnte ganz schön bestimmend sein, wenn sie das wollte. Und jetzt gerade wollte sie. Ich hatte keine Chance, zu wiedersprechen, also seufzte ich ergeben. „In Ordnung. Aber ich muss erst mit Papa reden. Ich schreibe euch, in Ordnung?“ Beide nickten als Antwort.
    Ich erklärte noch, dass ich sofort los gehen und Bescheid sagen sollte, also verabschiedete ich mich schließlich mit einem „Bis später“ von den Beiden und machte mich auf den Weg zurück nach Hause. Ich hatte noch etwas mit Papa zu klären.

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    Als ich die Haustür öffnete, schlug mir schon der süße Geruch von Olgas berühmten Nusskeksen entgegen und ich musste grinsen. Sie war einfach nicht zufrieden, wenn sie nicht backen, putzen oder ähnliches machen konnte, am besten alles gleichzeitig. „Ich bin wieder da!“, rief ich mit einem leichten Lächeln und schloss die Haustür hinter mir. Als ich die Küche betrat grinste mir, wie sollte es auch anders sein, bereits Olga entgegen, die bis weit über die Handgelenke in einem Topf voll mit Teig steckte. „Violetta, du bist wieder da! Möchtest du mir helfen?“, fragte sie gut gelaunt, natürlich ohne die Hände aus dem Topf zu nehmen. Wieder musste ich lächeln. „Ich muss schnell etwas mit Papa besprechen, komme aber danach sofort wieder, in Ordnung? Er ist im Büro?“, fragte ich bereits im Gehen, doch ich hörte noch, wie Olga eine Zustimmung murmelte, während sie sich über ein schlechtes Rezept beschwerte, da der Teig wohl einfach nicht richtig fest werden wollte. Dieses Mal konnte ich mir sogar ein Kichern abringen. So schnell konnte ihre Stimmung umschlagen.
    Oben angekommen stellte ich meine Tasche ab und nahm nur mein Handy heraus, das ich solang in die Hand nahm, um Fran und Cami sofort informieren zu können, sobald ich das ok bekommen hatte. Dann ging ich hinüber zum Büro meines Vaters und klopfte leise. „Papa?“ Als Antwort schallte ein abwesend klingendes „Komm rein, Violetta“ nach draußen, also trat ich ein.
    Ramallo und mein Vater waren tief über den Tisch gebeugt, scheinbar in ein wichtiges Projekt vertieft. „Viel Arbeit?“, fragte ich mitfühlend. Das eintönige Seufzen von beiden nahm ich als Zustimmung, ebenso wie den leicht verzweifelten Blick meines Vaters. „Diese Leute sind furchtbar!“, murmelte er noch, dann wandte er sich wieder seinen Unterlagen zu und ich wurde nicht weiter beachtet. Nach einer Weile, in der keiner auch nur einen Ton sagte, räusperte ich mich schließlich, um die Stille zu durchbrechen. „Papa? Camilla, Francesca und ich würden gern wieder eine Pyjama-Party machen. Ist das in Ordnung? Wir versuchen auch, leise zu sein.“ Ich hatte nicht den Eindruck, dass er mir wirklich zugehört hatte, doch ich bekam ein abwesendes „sicher“ als Antwort, was mir natürlich reichte, also war es egal.
    Wieder auf dem Flur schickte ich Fran und Cami eine SMS, in der ich das OK für später gab. Dann brachte ich mein Handy in mein Zimmer zurück und ging hinunter, um Olga zu helfen.

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    Als die zwei etwa eineinhalb Stunden später klingelten, steckte auch ich bis zum Ellenbogen im Teig, den ich und Olga gemeinsam neu begonnen hatten, doch irgendwie schien es noch immer nicht zu funktionieren. Entweder es schmeckte scheußlich oder der Teig war zu flüssig, egal, wie lang wir daran herumwerkelten. Glücklicherweise saß Ramallo gerade im Wohnzimmer und machte eine, wie er sagte, hochverdiente Kaffepause, sodass er uns „zu Hilfe eilen“ und die Tür öffnen konnte.
    „Vilu, was machst du denn da?“, fragte Fran lachend, als sie hinter Camille die Küche betrat und das Chaos sah, das Olga und ich veranstaltet hatten. Als auch Cami lachen musste, konnte sogar ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die zwei hatten mir wirklich gefehlt… Und obwohl es mir schlecht ging fanden sie immer einen Weg, mich zum Lachen zu bringen. „Olga, könntest du….“, wandte ich mich an unsere „Küchenhilfe“, die so viel mehr war als das, doch sie unterbrach mich, bevor ich meine Bitte zu Ende vorbringen konnte. „Sicher, sicher, ich räum das hier auf. Nun geh du ruhig, ich mach das schon!“ Wieder musste ich lächeln. „Danke, Olga! Ich hab dich schrecklich lieb!“, sagte ich und gab ihr einen Kuss auf die Wange, dann machte ich mich daran, den Teig von meinen Armen und Händen abzukratzen.

    10 Minuten später saßen Fran, Cami und ich in meinem Zimmer auf meinem Bett, die Musik lief bereits. „Also, nachdem du uns vorhin ja nicht antworten konntest, jetzt noch einmal: Wie war der Urlaub?“, fragte meine dunkelhaarige Freundin mit dem verrückten Bruder nun und auch Camille schien interessiert zu sein. „Gut, gut, also…“ Ich stockte. Ich wollte die beiden sicher nicht anlügen, doch die Wahrheit sagen konnte ich auch nicht, also beließ ich es bei dieser Halbwahrheit. Der Urlaub an sich war ja wirklich nicht schlecht gewesen…
    Wieder wechselten meine Freundinnen diesen Blick, durch den sie einander ihre Besorgnis ausdrückten, bevor sie mich ansahen. „Das klingt ja nicht sonderlich begeistert.“, stellte Camilla schließlich skeptisch fest, ihre Haare glänzten im Licht der eingeschalteten Lampe.
    Ich lächelte, doch ich wusste, dass es nicht in meinen Augen ankam. Das tat es nie. Sie hatten ihren Glanz verloren. „Doch, doch, wirklich. Es war gut.“
    Francesca griff nach meiner Hand. „Was ist los, Vilu?“
    „Ja, Vilu! Nun erzähl schon, was ist? Und sag nicht wieder, du wärst müde. Das kaufen wir dir nämlich nicht ab!“, führte Camilla bestimmend weiter und griff nach meiner anderen Hand.
    Ich wandte mich sichtbar unter ihren sorgenvollen Blicken. Super. Wie kam ich da jetzt wieder raus? Die Wahrheit kam auf keinen Fall in Frage. Aber lügen? Es war die einzige Option, die übrig bleibt. „Mir geht’s gut. Und bitte, werft euch jetzt nicht wieder diesen Blick zu. Es stimmt, es ist wirklich alles in Ordnung.“
    „Ach, Vilu.“, seufzten beide unisono, doch immerhin ließen sie jetzt diesen sorgenvollen Blick. Beide schienen einen Moment zu überlegen. Francesca jedoch, die etwas zusammengesunken dagesessen hatte, schien neuen Mut geschöpft zu haben und setzte sich auf und fragte: „Schön, dann eben so. Hast du noch Kontakt zu Tomas?“ Ich runzelte verwirrt die Stirn. Tomas? Was hatte denn Tomas jetzt damit zu tun? Kurz wusste ich nicht, was ich erwidern sollte und brachte bloß ein nicht sonderlich intelligent klingendes „ähm“ heraus, doch dann verstand ich. Sie dachten, ich wäre traurig, weil er nicht mehr da war. Ich schüttelte schief lächelnd den Kopf. „Das ist es nicht, Leute, wirklich. Wir schreiben zwar ab und an E-Mails, aber das reicht mir vollkommen. Ich SCHWÖRE euch, wir sind nur Freunde und ich komme damit klar, dass er jetzt in Spanien lebt.“
    Meine Freundinnen schienen beinahe enttäuscht zu sein, es immer noch nicht herausgefunden zu haben, doch ich wusste, sie erkannten die Wahrheit in meinen Worten. Denn es stimmte. Ich hatte ihn nicht vergessen, ich wusste, dass er nicht mehr hier war, doch es war in Ordnung für mich, denn ich wusste auch, er war es nicht, den ich so sehr vermisste, dass mein Herz blutete. „Was ist mit…“
    „Violetta!“ Olgas Ruf, der uns mitteilte, dass das Essen fertig war, übertönte Frans Frage glücklicherweise und ließ sie missmutig enden. „Na gut. Dann eben gleich.“, murmelte sie und stand auf. „Hab ich einen Hunger!“, rief ich gespielt gut gelaunt und sprang ebenfalls auf. In Gedanken jedoch versprach ich mir, Olga gebührend für diese Unterbrechung zu danken. Dieser Ruf hatte mir vermutlich das Leben gerettet.
    Ich war mir sicher, dass die beiden hinter meinem Rücken absolut synchron die Augen verdrehten, doch sie folgten mir hinunter in die Küche.

    Nach dem glücklicherweise wenig peinlichen Abendessen, bei dem Papa die Fragerei auf ein Minimum beschränkte und nur ein/zwei Fragen zum Studio stellte, verzogen wir uns gemeinsam wieder auf mein Zimmer. Dieses Mal war es Fran, die ihr Handy an meinen Lautsprecher anschloss und schon kurz darauf schallte fröhlich Musik heraus. Es war eines dieser Gute-Laune-Songs, den beide lautstark mitsangen, während sie lachend in meinem Zimmer herumsprangen. Nachdem der Song zu Ende war ließen sie sich prustend auf mein Bett fallen und sogar ich musste lachen. Meine verrückten Freundinnen!
    „Sag mal, Fran, wie geht es dir mir Tomas?“, fragte ich, als beide sich wieder einigermaßen beruhigt hatten und hoffte, damit von mir abgelenkt zu haben, doch sie lächelte ehrlich. „Mir geht es gut damit. Er schrieb mir, er wäre glücklich in Spanien, und ich bin es hier. Ich vermisse ihn zwar, aber es ist okay für mich. Damit kannst du uns nicht ablenken!“ Sie zwinkerte mir zu und beide griffen wieder einmal nach meinen Händen. „Also, Vilu. Was ist es, das dich so traurig macht?“, war es nun Cami, die zurück zum vorherigen Thema kam (das leider ich gewesen war).
    Wieder wandte ich mich unter ihren ernsten, leidvollen Blicken. „Es ist alles ok, Leute…“
    Das Klingeln meines Handys unterbrach mich und ich sprang dankbar für die Unterbrechung auf. Der Weg zum Schreibtisch legte ich nur ziemlich langsam zurück, denn innerlich wunderte ich mich, wer das sein könnte. Doch nicht etwa…?
    Doch nein. Als ich auf mein Handy schaute, lächelte Angies freundliches Gesicht mir entgegen. Während ich noch überlegte, warum ich so enttäuscht war, er hatte mich schließlich nicht mehr angerufen, seit er von dem Kuss erfahren hatte (was nur einige Stunden nach unserem versöhnlichen Auftritt bei der Abschlussshow passiert war), griff meine Hand bereits nach dem klingelnden Gerät und ich ging ran. „Angie! Wie ist der Urlaub?“, fragte ich lächelnd. „Gut! Sehr gut, Vilu. Ich wollte nur anrufen und fragen, ob es dir besser geht.“ Ich wurde nervös und hoffte, dass die anderen nicht hörten, was meine Tante sagte. „Ja, alles ok, Angie…“, versuchte ich, meine Tante zu überzeugen und so abzuwimmeln, doch sie ließ mal wieder nicht locker. „Mach mir nichts vor, Vilu. Die gesamten letzten Wochen konntest du nachts kaum schlafen, weil du ihn so vermisst hast.“ Ich schielte noch immer nervös zu meinen Freundinnen herüber. Ich hoffte wirklich, sie bekamen nichts mit… „Fran und Cami sind hier.“, lenkte ich ab und warf noch immer einen unauffälligen Blick auf meine Freundinnen, doch die schienen tief in einem Gespräch verwickelt zu sein. Glück gehabt.
    Natürlich verstand Angie sofort, was das Problem war. „Verstehe. Sie wissen nichts. Du hast ihnen nichts gesagt, wegen Francescas und Tomas Beziehung, trotz dem, was sie dir über deine Liebe zu Tomas gesagt hat.“ Ich seufzte erleichtert. Sie verstand mich ohne große Erklärungen. Ich hatte wirklich die beste Tante der Welt! „Wenn ich das alles früher erkannt hätte…“, flüsterte ich und starrte ohne wirklich etwas zu sehen auf mein Tagebuch, während all die Szenen wieder vor meinem inneren Auge abliefen. All die Situationen, in denen er hatte leiden müssen, weil ich zu dumm gewesen war, es zu erkennen, alles zu erkennen, wie ich es jetzt tat… Die Situationen, in denen meine beste Freundin hatte leiden müssen…
    „…Hätte Francesca weniger Probleme gehabt. Aber Vilu, du hast das gebraucht, die Zeit, um nachzudenken und dir über alles klar zu werden, und jetzt hast du Gewissheit. Du bist dir doch sicher, oder?“, riss Angies sanfte Stimme mich aus meinen Gedanken. Ich musste nicht einmal über die Antwort nachdenken. „Ja.“, sagte ich mit fester Stimme. „Absolut sicher.“ Und während ich das sagte, erkannte ich endgültig, dass es die Wahrheit war.
    „Gut. Aber sprich mit ihnen, Vilu, sie können dir sicher helfen. Wir haben doch gelernt, dass Lügen meistens nur mehr Schmerzen erzeugen.“, riet sie mir noch, dann seufzte sie. „Ich muss aufhören, Süße. Pablo verlangt nach mir. Bleib tapfer, ja? Ich hab dich lieb.“ Ich musste lächeln. „Ich hab dich auch lieb.“, verabschiedete ich mich und legte auf.
    „War es Angie?“, fragte Fran, während ich mich zurück aufs Bett setzte. „Ja.“ Wieder musste ich lächeln. Ich war so froh, eine Tante zu haben! Und dann auch noch eine, die mich so gut verstand… „Sie ist im Urlaub mit Pablo, oder?“ Camille kicherte. „Der Traum eines jeden Schülers. Ein absolut hinreißendes Lehrerpaar!“ Auch Francesca lachte auf diese Worte hin, doch ich brachte nicht mehr als ein halbherziges Grinsen zustande. Das Gespräch mit Angie hatte mir wieder vor Augen geführt, wie traurig ich war, tolle Tante und tolle beste Freundin hin und her.
    Dieses Mal war es Olga, die mich vor weiteren sorgenvollen Fragen schützte, denn sie rief aus der Küche nach mir. Ich stand auf. „Ich werde schnell nachsehen, was los ist. Bin gleich wieder da, ja?“ Die Mädchen nickten.

    Als ich mit einem Tablett mit Tee und Keksen beladen zurück ins Zimmer kam, fiel mir glücklicherweise erst später auf, was Cami und Fran gerade taten, denn sonst hätte ich alles bereits beim ersten Schritt ins Zimmer hinein fallen lassen. So hatte ich das Tablett bereits abgestellt, als ich mich schließlich zu ihnen umdrehte…

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