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Game of Thrones Leben und Lieben in Westeros Fortsetzung Arhet

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7 Kapitel - 8.543 Wörter - Erstellt von: Monika Dussling - Aktualisiert am: 2016-04-18 - Entwickelt am: - 2.834 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die Fortsetzung zu Arhets Geschichte. Link: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1459096983/Game-of-Thrones-Leben-und-Lieben-in-Westeros

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Arhet
Das Meer war atemberaubend schön. Sie hatte nie vergleichbares gesehen. Unendlich weit erstreckten sich die sanften Wellen bis sie mit dem blauen Himmel verschmolzen. Hunderte Segel in allen erdenklichen Farben hoben sich vereinzelt vom Wasser ab. Das schmutziges Weiss der Walfänger aus Ibben, Farben des Regenbogens der freien Städte jenseits der Meerenge und das schlichte Bage der Koggen aus Westeros. Ihre Bewunderung für die See litt jedoch, als ihr Schiff auslief. Innert Stunden übermannte sie die Seekrankheit. Arhet konnte nichts bei sich behalten, selbst reines Wasser erbrach sie sogleich über der Reling. Allmählich sorgte sie sich um das Leben in ihr. Anfangs der Reise hatten die Zwillinge gegen die plötzliche Umstellung rebelliert, jetzt gaben sie kein Lebenszeichen von sich. Was würde mit ihr geschehen, wenn sie ihre Kinder verlor? Was würde Schwarzberg tun? Gäbe er ihr die Schuld? Es war besser nicht daran zu denken und am vierten Tag auf See gewöhnte sich ihr Körper an die Launen der Wellen. Eine Woche darauf steuerte das Schiff die Schwarzwasserbucht an. Arhet segelte in Begleitung zweier Dornischer, die zur Leibgarde des königlichen Mündels zählten. Keiner der beiden Krieger hatten sich ihr vorgestellt, aber aus ihren Gesprächen entnahm sie, dass der eine Sandor Sand hiess und sein Kumpane als Frak vom Knochenweg bekannt war. Trotz ihrer für Dornische untypische Zurückhaltung wachten sie über ihre Schutzbefohlenen Tag und Nacht seit ihrer ersten Begegnung am Hafen von Darry. Sie hatten Schwarzberg die Treue geschworen und waren bestrebt ihren Herrn nicht zu enttäuschen, jedoch für Arhet hatten die Männer kaum etwas übrig. Bisher behandelte die Dornischen sie wie ein Gefangener, eine wertvolle Gefangene immerhin. Sie gehörte sich nicht selbst, jedenfalls nicht bis sie Schwarzbergs Sohn geboren hatte. Daher war Arhet froh als Aegons Hügel am 12. Tage in der Ferne stetig näher rückte. Die Feste, die Aegon der Eroberer erbaut hatte, bestand aus Holz und Lehm und war wenig beeindruckend im Vergleich zu den Schlössern der alten Häuser der sieben Königslande. Um seine Untertanen vor Ehrfurcht erzittern zu lassen hatte der alte König mit dem Bau eines Bergfried dreimal grösser als Darry mit all seinen Türmen und Mauern begonnen. Der Stein war blutrot wie der Drache auf dem Banner der Targaryens. Aus dem Schlamm am Fusse von Aegons Hügel erhoben sich erste Häuser einer jungen Stadt. Königsmund erstreckte sich schon vom Hafen in der Schwarzwasserbucht über die zwei Hügel im Landesinnern bis zu den steilen Klippen, auf denen die Burg der Drachen emporwuchs. Vereinzelt klebten Hütten an den Hängen unterhalb der Burg. Flohloch betitelte der Kapitän ihres Schiffes die seltsame gelegene Siedlung. Er teilte ihr mit, dass ohne dieses stinkende Armenviertel die Hälfte seiner Mannschaft niemals geboren worden wäre, denn in Flohloch hauste der mittelose Abschaum der sieben Königslande und vermehre sich dort fleissig. Vielleicht sollte ich mich dem Abschaum in Flohloch anschliessen, dachte Arhet mit einem zynischen Lächeln auf den Lippen. Die Kogge war nun so nahe, dass Areht vom Deck aus die Drachenbanner auf den Zinnen wehen sehen konnte. Die Strömung nahm den Seemännern die Arbeit. Zügig wurden sie in das Hafenbecken getragen. Am östlichen Ende des Hafens verankerte die Mannschaft die Kogge unweit des Schlammtors. Ein Bauer aus den umliegenden Landen verkaufte ihnen ein Pferd, das Arhet den restlichen Weg tragen sollte. Sandor Sand und Frak vom Knochenweg eskortierten sie vom Schiff in die bevölkerte Stadt, welche nach Schweiss, Scheisse und Rauch stank. Verdreckt und schlammig tat sich eine Schneise durch die Behausungen vor ihr auf. Fischverkäufer boten ihre verderbenden Waren entlang der gesamten Strasse an, als gäbe es auf der ganzen Welt nur Fisch zu essen. Niemand schenkte der abgekämpften Frau auf dem Pferd Beachtung. Die Menschen von Königsmund gingen gelassen ihren Geschäften nach. Arhet begegnete Septas und Huren, Ritter und Söldnern, Handwerksmeister und Lehrlingen. Selbst die beiden Dornischen gingen in der Masse unter. Anderseits lebten sie mit ihrem Herrn in Königsmund und gehörten fast zum Stadtbild, trotz ihrer Kupferhaut und den leichten Kleider Dornischer Art. «Wo ist meine Unterkunft? Ist es sehr weit?», wollte sie wissen und rutschte unruhig im Sattel umher. Die Sonne brannte unerbittlich vom stählernen Himmel und Schweissfinger rannen unangenehm ihren Rücken und zwischen ihrem Busen herab.
«Seine Lordschaft hat für euch ein Haus auf Rhaenys Hügel ausgesucht.», gab Frak grimmig zurück, «Nicht mehr weit.»
Die stinkende Strasse endete endlich in einer Kreuzung. Sandor Sand führte ihren Zeltern in eine lange Strasse flankiert von vornehmen Gebäuden aus Stein. Vor einem Gasthaus stoppten sie abrupt. Ein Ochsenkarren blockierte die Strasse. Beharrlich machte der dornische Bastard Platz für seine Schutzbefohlene. Mit seiner dünnen Klinge trieb er das Kleinevolk auseinander. Der Ritter vom Knochenweg wich von Arhets Seite und hob den Wagen hoch um ihn aus einer tückischen Mulde in der Strasse zu hieven. Dankend stieg der Fahrer wieder auf seinen Karren und gab dem Ochsen die Peitsche zu spüren. Der Stau löste sich auf. Wortlos zog Frak am Zügel ihres Pferdes und das Tier trappte gemütlich an. Der stetig ansteigende Weg erreichte seinen höchsten Punkt. Die Dornischen Gardisten bogen in eine Seiten Strasse ab. Nach zwei Häusern hielte Sandor Sand das Pferd an. Ein zweistöckiges Haus gebaut aus weissem Sandstein ragte vor ihr eingeklemmt zwischen einer Schenke und einem Bordell auf. Eine perfekte Lage.
«Wir sind da.», vermeldete Frak belegt und half ihr aus dem Sattel. Sandor klopfte an die Eichentür und eine alte Dienerin mit Mandelaugen umgeben von Runzeln öffnete.
«Kommt rein. Ich bin die Haushälterin Yara.», begrüsste sie die alte Frau lächelnd. Sie sprach mit dornischem Akzent. Arhet erwiderte das Lächeln und trat über die Schwelle. Die Eingangshalle war geräumig und annährend 10 Fuss hoch. Ein Kandelaber aus geschwärztem Eisen hing von der Decke und Ornamente und Mosaike an den Wänden liessen auf den Wohlstand des Erbauers schliessen. Bei Aufgang zur Treppe stand eine Dienerin von höchsten 13 Jahren und hiess Arhet wie eine Edle willkommen. Staunend blieb sie mitten im Raum stehend. «Es ist wirklich schön» Viel vornehmer als sie es gewohnt war, fügte sie im Stillen an. «Das ist es, My Lady.», stimmte Yara ihr zu, legte einen Arm sanft um ihre Taille und lenkte sie in Richtung der Treppe, «Und euer Zimmer ist noch viel schöner lasst es mich euch zeigen.»
Sie stiegen durch ein sonnendurchflutetes Treppenhaus hinauf in den ersten Stock, folgten einem schmalen Gang mit einem halben Dutzend Türen, die alle aus Eichenholz gefertigt waren, ehe die Haushälterin eine von ihnen auswählte. Der ausgesuchte Raum besass einen kleinen Balkon, von dem aus man hinüber auf Aegons Hügel blicken konnte und auf die Meerenge dahinter, ein Bett mit Seidenvorhängen, indem bequem 3 Personen Platz fanden und etliche Möbel für den alltäglichen Gebrauch, sowie einen mannshohen volantischen Spiegel, der mit goldenen Köpfen von Geiern verziert war. Letzteres gehörte einst dem Nekromanten König Benedikt Schwarzberg, seiner Lordschafts Ururgrossvaters, erzählte Yara als sie Arhets faszinierten Blick bemerkte. Anders denn die Spiegel in Darry wies dieser keine Mängel auf. Die Oberfläche war völlig glatt. «Warum steht er hier?», fragte Arhet neugierig. Warum sollte Schwarzberg ein wertvolles, uraltes Erbstück an sie verschwenden?
«Um euch zu erfreuen, wozu sonst, My Lady!»
«Ich bin keine Lady! Nennt mich nicht so.», erinnerte Arhet die Haushälterin.
«Das mag sein. Aber seine Lordschaft ist anderer Meinung, my Lady. Seht was er euch geschenkt hat.», entgegnete sie milde widersprechend und wuselte zur einer Kleidertruhe, die vor dem Bett stand. Ächzend stiess Yara den Deckel zurück. Farbiger Stoff blitzte auf. Verwundert näherte Arhet sich der Truhe. Im Innern lagen feinsäuberlich zusammengefaltete Kleider, die einer Königin würdig wären. Goldene Borden und Stickereien auf tiefgrüner myrischer Seide, Juwelen auf roten Samt und Perlen auf weissem Satin aus Rosengarten. Darunter waren auch einfachere Gewänder: Ein Reiseumhang aus dicker Wolle, Nachthemden und ein Reitkleid, das mit Leder verstärkt war. Arhet berührte die verschiedenen Stoffe mit den Spitzen ihrer schlanken Finger. Selbst die Lady Darry hatte keine vergleichbaren Roben ihr eigen genannt. Versunken in ihren Gedanken legte sie die Hand auf ihren Bauch, gerührt.
«Seine Lordschaft muss euch sehr lieben, wenn er euch all diese Sachen schenkt.», seufzte die junge Dienerin, die ihnen heimlich gefolgt war, verträumt und schlang die Arme um ihren Körper.
Überrumpelt von der Ehrlichkeit und der kindlichen Einsicht in die Dinge, die manch Erwachsener übersah, entgegnete sie: «Ehrlich gesagt, er hat mir nie einen Grund gegeben dergleichen zu vermuten.»
«Lass die Dame zu Frieden, du naseweisse Klapperschlange. Es ist nicht an dir solche Fragen zu stellen. Du solltest gar nicht erst hier sein! An die Arbeit, Marei!», tadelte die Haushälterin sie mit hönigfliessenden, dörnischem Akzent, der sich mit dem Zorn in ihrer Stimme biss.
Das Mädchen knickste errötend und huschte davon.
«Sie ist ein liebes Kind. Nur ihre lose Zunge hat sie von ihrer Königsmunder Herkunft. Ihr Vater war ein Schmuggler aus Flohloch.», erklärte Yara kopfschüttelnd als sich die Tür hinter Marei schloss.
Arhet gab unberührt zurück: «Ist nicht schlimm, sie ist wunderbar.»
«Wünscht ihr noch etwas? Ein Bad?», fragte die alte Frau nach. Arhet hatte noch nie in einer Badewanne gebadet, wenn überhaupt im Fluss.
«Ja, gerne, Yara.»
«Ich werde euch sofort ein Bad bereiten. Bis dahin bring ich euch ein paar Leckereien aus der Küche.», versicherte sie zuvorkommenden und machte sie emsig an die Arbeit.
Die Leckereien waren eine Fleischbrühe mit scharfen Drachenschoten, Oliven mit Knoblauch, Zitronenkuchen und dornische Pflaumen. Ihr Magen drehte sich schlagartig um.
«Eurer Kind braucht gutes, dornisches Essen. Es soll schliesslich einmal ein Dornischer Krieger werden. Die Schärfer ist das beste.», klärte das alte dornische Weib Arhet auf und forderte sie auf zu essen. Unter grössten Anstrengung würgte sie das scharfe Fleisch herunter. Ihre Zunge brannte und Tränen schossen ihr in die Augen. Kaum liess die Haushälterin Areht allein spuckte sie das Essen aus um auf den süssen Kuchen umzusteigen. Der Zucker milderte das brennende Gefühl.
Marei betrat ihr Gemach und erklärte scheu: «Das Bad ist bereitet, Herrin.» In einem Nebenzimmer, das an ihres angrenzte, war ein kreisrundes Becken in einen quaderförmigen Monolithen gehauen. Wasserdampf waberte von der Oberfläche empor zur Decke. Die Dienerin entkleidete sie und sie stieg ins heisse Wasser. Der Schmutz der vergangenen Woche wusch von ihrer Haut. Entspannt legte sie sich zurück. Mit kleinen, vorsichtigen Händen bürstete Marei den Dreck aus ihrem Haar bis es glänzte. Arhet fühlte sich wie eine Königin. Womöglich war es gut in Königsmund zu sein.
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Game of Thrones Leben und Lieben in Westeros Fo...
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Die Fortsetzung zu Arhets Geschichte. Link: http://www.testedich.de/quiz40/quiz/1459096983/Game-of-Thrones-Leben-und-Lieben-in-Westeros
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2016-04-16
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Kommentare (6)

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Evely (21771)
vor 6 Tagen
Bitte weiterschreiben!!!🙏🙏🙏
Die Story ist soo spannend😅💞
Tala (97834)
vor 345 Tagen
Bitte fortsetzen!!!!!!
Wo findet man den ersten Teil???
Lea (81617)
vor 435 Tagen
Bitte, BITTE weiter schreiben, die Geschichte ist so gut. Kann man dich auch auf wattpad finden?
Liv (68958)
vor 447 Tagen
Unbedingt weiter schreiben!
Eine der besten Geschichten die ich je gelesen habe.
Echt voll gut!
mareike (91642)
vor 456 Tagen
Ich würde mich ebenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen! Du schreibst richtig gut und spannend!
Vicy (49567)
vor 460 Tagen
Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen
Dein Schreibstil gefällt mir sehr und ich wüsste gerne wie du die Geschichte weiterführen würdest :)