Brechende Welt

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1 Kapitel - 1.875 Wörter - Erstellt von: L O N A - Aktualisiert am: 2016-04-14 - Entwickelt am: - 305 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Auf der Erwin University ist die 16-Jährige Ida mit ihrer Clique das Idol des ganzen Internats. Alle begeistern sich für sie, alle wollen so sein wie dieses nahezu perfekte Mädchen. Aber in Ida gibt es Zweifel über ihr Umfeld. Hat sie die richtigen Freunde, wird sie genug respektiert oder ist das alles nur eine Vorzeigefreundschaft?

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    "98 ... 99 ... 100!", erschöpft lässt Emilie ihre Hand fallen und lässt die Bürste, die jetzt voller Haare ist, auf den Tisch sinken. Henry zieht seine Augenbrauen hoch und legt seine Stirn dabei in Falten, dieser Gesichtsausdruck, den ich schon so oft an ihm gesehen habe, dann fragt er Emilie zweifelnd: "Und das bringt jetzt was?" Gespielt empört lasse ich mich gegen ihn fallen: „Henry, das war gerade so unsensibel." Er lacht kurz auf und fährt sich durch die dunklen Haare, dann lässt er sich mit dem Rücken aufs Bett fallen . Emilie, ganz unbeeindruckt von uns, fängt an, die langen, braunen Haare aus ihrer Bürste zu entfernen und summt dabei leise irgendwas vor sich hin, wahrscheinlich irgendein Lied, das gerade so gehypted wird, wie immer. Während ich ihr Mobiliar betrachte, fällt mir wieder mal auf, wie mädchenhaft ihr Zimmer ist, alles ist weiß oder mit Rosenmuster und der Stuhl, auf dem sie gerade sitzt und dem Schminktisch zugewandt ist, ist so zierlich wie sie selbst. "Ich liebe dein Zimmer.", sage ich lächelnd. Sie antwortet nur konzentriert: "Danke, Idaschätzchen!", aber dann ist da auch wieder tote Hose mit unserem Gespräch. Ich lasse mich auf Henry fallen und er ruft sofort genervt: "Oh man, Ida! Du bist so schwer! Kannst du dich nicht auf jemanden anderes legen?" "Nope.", antworte ich knapp und schnappe mir sein Iphone. Besiegt überlässt er es mir und meckert nicht weiter. Sein Sperrbildschirm zeigt ein Selfie von uns beiden, das im letzten Sommer entstanden ist und das er seitdem als Hintergrund nutzt. Ich gebe sein Muster ein und lächele über die vielen Nachrichten von Mirella aus unserem Jahrgang, die Henry immer wieder schreibt, wie toll er ist und dass sie ja unbedingt mal wieder was zusammen machen sollten – aber ganz ehrlich; das ist noch nie geschehen. „Na? Wo hängst du gerade so rum?“, lese ich die erste Nachricht vor, so laut, dass alle es hören müssten. Henry seufzt theatralisch: „Mirella?“ Ich lache und nicke, obwohl er, immer noch auf dem Bett liegend, ja gar nichts sehen kann. „Also Jungs, was soll ich antworten?“, frage ich den Raum. Emi ist mal wieder ganz genau und beschwert sich darüber, dass ich sie zu den Jungs mitgezählt habe. „Dann sag ich halt nichts“, beschwert mein Emiliespätzchen sich. „Haha, der kam jetzt ganz flach“, kommt Calebs Stimme aus der Ecke. Ich wende meinen Kopf zu ihm und und muss unwillkürlich lächeln, als ich sehe, dass er wieder am Boden liegt, nur die Beine an die Heizung gepresst. Daneben sehe ich Ashs weißblonden Haarschopf, der eng neben Calebs schwarzen Haaren liegt. Die beiden passen vom Aussehen überhaupt nicht zusammen, aber vielleicht sind sie ja das perfekte Beispiel für 'Gegensätze ziehen sich an'. „Wer kam flach?“, fragt Emilie, die gerade Bronzer aufträgt(und einen entsprechend doofen Gesichtsausdruck macht), etwas verwirrt. „Na, dein Witz“, meint Ash seufzend und dreht sich ein bisschen nach links, um unsere Gesichter erhaschen zu können: „Also, Emi, heul nicht rum, nur weil unsere liebe Ida dich einmal zu den Jungs zuzählt und Ida“, er macht eine kurze Atempause: „Schreib Mirella, was sie hören möchte. Halt sie warm, bis Henry sie haben möchte.“ Caleb mischt sich jetzt auch ein: „Wie wärs mit: 'Oh ja, das wär schön, wenn wir mal etwas Zeit füreinander hätten.'“ „Perf“, gebe ich ihnen zurück und tippe die Nachricht ein: „Und was für ein Emoji?“ Ich höre Emi überlegen(Mmh…) und dann meint sie: „Irgendein Herz, aber nicht das rote große. Vielleicht diese zwei rosa Herzchen?“ „Ach, das ist doch alles Schwachsinn!“, meint Henry, aber ich ignoriere ihn. „Okidox“, erwidere ich Mirella und schicke die Nachricht mit Emoji ab, während die anderen sich schon wieder mit sich selber beschäftigen. Emilie schraubt ihre Mascara auf, Caleb und Ash liegen, wieder sich selber zugewandt, auf dem Boden und haben die Augen zu. Genauso wie Henry, der zwar so tut, als würde er schlafen, aber sicher trotzdem alles mitbekommen hat gerade. Und schließlich Caspar, der blonde, große Caspar, bekannt für seine Gutmütigkeit und seinen Humor. Caspar, der meistens still ist und nichts sagt und ab und zu mal heimlich Alkohol schmuggelt. Ja, dafür schätzen wir Caspar eigentlich. Dabei trinkt er selber nichts bis wenig, er sorgt einfach nur für seine Freunde und bekommt dafür den Platz in der coolsten Clique des Internats, der Erwin University. Niemand anders außer uns sechs hat in der fünften auf Klassenfahrt die Zimmer nachts verlassen und ein Mitternachtsbaden im See gemacht, in der siebten die letzte Seite der Schulzeitung übernommen und dort gute Streiche oder Klatsch vom Internat erzählt und niemand anders hat in der neunten den unsinnigen Freitag eingeführt, ein Tag, an dem die Schüler und Schülerinnen den Lehrern Streichen spielen, statt Unterricht zu machen. Und genau dafür werden wir so geliebt und als angesagtes Mädchen der Schule wie mir, stehen einem so viele Möglichkeiten zu, die ich sonst nie hätte. Genauso geht es den anderen, wie zum Beispiel Henry, auf den die Mädchen nur so fliegen. Er sieht auch echt gut aus, guter Körperbau, schöne Haare, niedliches Gesicht. Aber trotzdem hatte er bis jetzt erst zwei Freundinnen, eine in der sechsten, eine in der neunten(Nein, das zählt beides nicht). Und gerade weil das Thema eigentlich so heikel ist und Caspar sonst so zurückhaltend und schüchtern, bin ich verwirrt, als er Henry eine Frage stellt: „Hoffst du immer noch darauf, dass Ida sich auf dich einlässt?“ Seine Stimme ist ganz leise und zart, doch trotzdem überall im Raum hörbar. Henry hebt den Kopf und im Zimmer scheint kein Geräusch, keine Bewegung zu existieren. Fast alle wenden den Kopf ab und stellen nur ihre Ohren scharf, doch Caspar blickt Henry direkt in die braunen Augen und hält diesen Blickkontakt. Es ist allen bekannt, wie sehr Henry auf mich steht und wie oft ich ihn schon abgewiesen habe, weil ich ihn nicht als Freund, sondern als besten Freund brauche und diese Aufgabe erfüllt er schon seit Ewigkeiten gut. Denn er ist immer an meiner Seite und dafür liebe ich meinen kleinen Henry viel zu sehr, als dass ich mich in ihn verlieben könnte. Eine gefährliche Spannung entsteht und ich bin so beschämt, dass ich spüre, wie meine Backen rot werden, ich bewege mich nicht und fühle mich vom einen Augenblick auf den anderen so schuldig, Henry tut mir so leid, dass er immer wieder bloßgestellt wird, nur wegen mir. Immer noch bleibe ich starr und mein Körper verspannt sich und schreit gegen die unbequeme Haltung, aber ich will keine Aufmerksamkeit erhalten, ich will keine Blicke auf mich ziehen. Ich bin viel zu schüchtern. Zu zurückhaltend. Henrys Stimme ist so hasserfüllt und bitter, als er sagt: „Was soll das heißen, Caspar? Was willst du damit sagen? Sehe ich so schwach aus, sehe ich so aus, als würde ich immerzu betteln, oder wie? Verdammt, was meinst du damit? Willst du mich ärgern, oder was? F*** dich, ok? F*** dich einfach. Ich hasse dich dafür, man warum sagst du sowas?“ In der kurzen Gesprächspause, die Henry an dieser Stelle lässt, überlegt sich Caspar zum ersten Mal, Henry zu widersprechen. Sonst rennt er ihm immer hinterher, weshalb mich das gerade alles verwundert: „Spiel dich nicht so auf, Henry. Wir wissen alle, dass du auf sie haben willst und es einfach nie schaffst. Hör einfach mal auf, immer nur an dich zu denken, ok. Du bemerkst echt nie, wenn du uns dadurch zerstörst, oder?“ Henrys Gesichtsausdruck wird wütend und verzweifelt. Er ist oft jähzornig und ich versuche ihm dann immer aus dem Weg zu gehen. Ich wende meinen Blick zur Wand, einerseits war alles, was Caspar gesagt hat, berechtigt und vor allem wahr, aber andererseits zerstört er gerade die Situation, indem er Henry so doll ärgert. Es ist so unangenehm, wie ich meine Hüfte noch an Henrys spüre und wie wir uns beide nicht bewegen wollen, aus Unsicherheit bei mir, Henrys Gefühle verstehe ich so oft nicht. Und wie er jetzt wütend wird und ich an meiner Schulter sein Herz klopfen bemerke. Ich weiß nicht, wer Recht hat und will mich erst einmal ordnen. Will dieser Situation entfliehen, habe aber Angst, aufzustehen, will keine unvorhergesehene Reaktion bei den Anderen hervorrufen. Also bleibe ich in genau dieser Lage, obwohl mein Arm, auf dem ich mich abstütze, wehzutun beginnt. Um mich abzulenken zähle ich die Sekunden. ...1...2...3...4 Ich komme bis 27, dann ertönt Henrys Stimme und er lässt einen extremen Schwall ärgerlicher Worte los und eigentlich dreht sich alles darum, dass Caspar ihm akzeptieren soll und wieso er hier diese Show abzieht und so weiter. Irgendwann wird er still und alle schweigen. Ich kann die Anderen nicht sehen, weil mein Kopf immer noch zur Wand gedreht ist. Ich höre, dass jemand aufsteht, kurz darauf ein Stück Metall an die Heizung prallen und schließe daraus, dass Caspar oder Ash aufgestanden ist. Schritte bis zur, dann öffnet sie sich. Schließt sich. Draußen fangen Ash und Caspar an, sich zu unterhalten. Ein Ruck an meinem Bein erschreckt mich. Es ist Henry, der aufsteht. Ich traue mich endlich, den Kopf zu wenden und blicke in seine hellblauen Augen. „Na toll“, sagt er, seine Stimme ist extrem vorwurfsvoll. „Gut gemacht, Ida!“ Ich kann es nicht fassen: „Was hab ich denn jetzt gemacht?“ Er geht mit großen Schritten zur Zimmertür: „Tu nicht so, Ida.“ Und dann geht er.

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    Hey Leute! Ich habe für alle, die bis hierher gelesen haben, noch ein paar wichtige Infos. Als erstes ist es sehr lange her, dass ich das letzte Mal eine Geschichte hochgeladen habe. Es war eine FF über Warrior Cats und ich habe mich sehr dafür begeistert. Ich bin tatsächlich etwas aufgeregt, welche und ob überhaupt Rückmeldungen zu dem Kapitel kommen. Wenn ihr Logikfehler entdeckt, sagt auf jeden Fall Bescheid! Und seit beim bewerten nicht allzu hart^^ Wie gesagt, es ist lange her, dass ich etwas veröffentlicht habe.
    Tschüß
    LONA

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