Lily Allenson - Untrennbar (Kapitel 13)

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 1.663 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-04-12 - Entwickelt am: - 510 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

    1
    Ich zog Pneyma und Rückenbeißer aus der Rückenhalterung. Ich hatte den Brustpanzer durch leichte Lederriemen ersetzt, die ich einfach über mein Iron-Man-Shirt drüber gezogen hatte. Dazu noch eine schwarze Cargohose und ich konnte sowohl bösartige Göttinnen verfolgen, als mir auch einen Hot Dog holen. (Natürlich verdeckte der Nebel auch meine Schwerter. Ich hatte echt keine Lust mich mit der sterblichen Polizei anzulegen.)
    Eris war hinter ein paar Häuserecken verschwunden. Sie war schnell, da sie solche gruseligen Fledermausflügel ausgefahren hatte, mit denen sie zwar nur ein paar Meter über den Erdboden schweben konnte, dafür aber schneller als die meisten Autos vorankam.
    Ich war zwar nicht schneller als sie, diese Zeiten waren bedauerlicherweise vorbei, aber ich hatte mehr Ausdauer. Ihre Flügel waren nur winzig und sie selbst war dürr und schwach. Nach ein paar Kilometern würde ich sie eingeholt haben. Ich war nur noch ein Sterblicher, aber ich war einer in seinen besten Jahren. Und ich war verdammt sportlich. Und gutaussehend. Okay, das hatte damit jetzt nichts zu tun, aber es ist immer gut, das zu wissen.
    Doch es dauert gar nicht so lange, bis Eris sich umwandte, um sich mir zu stellen.
    Sie starrte mich mit glühenden Augen an und ich erstarrte.
    »Boss? «, ich hörte plötzlich Georges Stimme. »Du hast nicht zufällig einen Plan, oder? «
    »Naja, eigentlich gedachte ich, zu improvisieren. «
    »Guter Plan. «, sagte Martha sarkastisch. Ich sah sie vielleicht nicht, aber ich war mir sicher, dass sie die Augen verdrehte. Konnten Schlangen die Augen verdrehen?
    Doch darüber konnte ich nicht allzu lange nachdenken, denn Eris kam mit ausgestreckten Klauen -Wo hatte sie die verdammten Klauen her? – auf mich zu.
    Ich wirbelte meine beiden Schwerter herum, um sie auf Abstand zu halten. Tatsächlich hüpfte sie etwas zurück, aber nur um dann nach vorn zu stoßen, als ich mal kurz meine Deckung aufgeben musste. Sie verpasste mir einen langen Kratzer an der Schulter. Nur meine Rückenhalterung hielt sie davon ab, größeren Schaden anzurichten.
    Doch dann schaffte auch ich es, ihr eine tiefere Wunde zuzufügen. Sie kicherte wieder in so einer schrecklichen Tonhöhe.
    »Denkst du wirklich, dass du mir etwas antun könntest? « Sie betrachtete in aller Seelenruhe ihre Wunde, dich ihr am Arm beigebracht hatte. Ich hätte ihr den Kopf abschlagen können, aber ich war verwundert über die Sorglosigkeit, die Eris ausstrahlte. Warum tat sie denn nichts?
    Dann sah ich, warum. Sie brauchte nichts zu tun. Ihre Wunde verheilte innerhalb von Sekunden. Erde kroch ihr den Arm hoch und senkte sich auf die Wunde. Es sah aus, als würde die Erde wieder zur Fleisch und Haut werden. Nach 30 Sekunden sah es auch, als ob rein gar nichts geschehen wäre.
    »Siehst du nun, warum es rein gar nichts bringt, mich umbringen zu wollen? Ich meine ich war schon vorher unsterblich, aber in den Hades konnte ich schon geschickt werden. « Sie gackerte wieder.
    »Nett von Gaia, mir diesen kleinen Bonus zu überlassen, nicht wahr? Und ich werde noch stärker, wenn der Krieg erst so richtig los geht. Dies hier kann ich nur, weil eine alte Frau sich mit ihrer Tochter streitet. Was ich wohl alles können werde, wenn Gaia die Herrschaft an sich gerissen hat? «
    »Nun dann, werden wir wohl auf ewig weiterkämpfen müssen, denn ich kann auch nicht sterben. «
    Eine glatte Lüge, aber ich wenn ich Glück habe, hat sich noch nicht herumgesprochen, dass ich jetzt keine göttliche Macht mehr habe. Hades sagt zwar immer, Was in der Unterwelt passiert, bleibt auch in der Unterwelt, aber ich wusste das Charon manchmal eine richtige Klatschtante war. Ich hatte Glück.
    »Ich kann auch einfach verschwinden und den hier mitnehmen. « Sie holte einen kleinen Goldring hervor, der verdächtig nach einem Hochzeitsring aussah.
    Versteht ihr mich noch? , fragte ich Martha und George in Gedanken.
    »Rück den wieder raus. Der gehört nicht dir. «, sagte ich laut und strengte mich an, beide Gespräche zu trennen.
    Natürlich, antwortete George. Das ist unsere Superkraft, nicht deine.
    Ich konnte mich mit meinen Schlangen über Gedanken unterhalten. Das war definitiv ein Vorteil für meinen Plan.
    »Davon träumst du, kleiner Gott. Wieso sollte ich? « Sie sah mich neugierig an. Noch nie hatte sie jemand so vollkommen direkt angegriffen, mit nichts als ein paar Schwertern.
    Warte, dann sind wir im Moment sogar stärker als du?
    Haltet die Klappe, ich muss mich konzentrieren. Ich spürte, wie sie sich an meiner Schulter entlang schlängelten und ich musste unwillkürlich schaudern. Ich hoffte Eris bemerkte davon nichts.
    »Weil ich etwas habe, woran du sicher interessiert bist. «
    Achso, hast du das, Boss?
    Haltet die Klappe, verdammt!
    »Und was wäre das? «
    Ich dachte angestrengt nach. Eris. Göttin der Zwietracht. Zwietracht. Streit. Harmonie. Harmonie. Harmonia.
    Verwandelt euch in ein Halsband! Schnell! Irgendwo, wo sie euch nicht sieht!
    Ganz ruhig, Brauner, wir sind schon dabei. Ich spürte, wie die Schlangen auf meinen Rücken schlängelten. Es war echt verdammt schwer, sich dabei nichts anmerken zu lassen.
    »Ich habe das Halsband der Harmonia. «
    Eris zwinkerte ein paar Mal überrascht.
    »Und das überlässt du mir für einen ganz normalen Goldring? «, sie musterte mich mit kritischen Blick. »Dieses Verhalten passt gar nicht zu Zeus´ Lieblingssohn. Du wirst doch wohl nicht eine unschuldige Göttin ausliefern? «
    Das Halsband der Harmonia hatte auf eine lange und blutige Geschichte zurückzublicken. Harmonia hatte es auf ihrer Hochzeit bekommen und überall, wo das Halsband war, folgten Mord und Totschlag. Es war ein Unglückssymbol. Aber als Harmonia zur Göttin der Eintracht wurde, wurde es auch ihr göttliches Herrschaftssymbol. Viele glauben, dass unsere Herrschaftssymbole die einzige Möglichkeit sind, uns Götter zu kontrollieren. Kein Wunder, dass Eris nichts lieber wollte, als das Herrschaftssymbol ihrer Erzfeindin in die Finger zu bekommen.
    »Ich will nichts mehr mit Zeus und den anderen Göttern zu tun haben. « Wenigstens das war die Wahrheit.
    Plötzlich spürte ich in meinen Rücken plötzlich keine Schlangen mehr, sondern nur noch einen metallischen Gegenstand.
    Ich zog das Imitat hinter meinen Rücken hervor und zeigte es Eris. Ihre Augen glühten voller Gier.
    »Außerdem wäre es doch schon ein kleiner Bonus, den ich Gaia und ihren Freunden bringen könnte. « Ich setzte meinen diabolischsten Blick auf und versuchte überzeugend, dabei auszusehen. Aber Eris achtete gar nicht mehr auf mich. Sie starrte nur noch den Gegenstand in meinen Händen an.
    »Wenn du wüsstest, wie lange ich nach diesem kleinen Ding gesucht habe. «
    Erinnert ihr euch noch an die eine Sache, die wir mal mit Thot gemacht haben?
    Natürlich, das war total witzig!, antwortete Martha.
    Ihr müsst das noch einmal machen.
    »Hier bitte, Eris.« Ich warf das Halsband Eris zu und sie schnappte es sich aus der Luft, wie ein verrückter Geier.
    Doch in dem Moment, als Eris das Halsband berührte, erstarrte sie in der Luft. Sie konnte sich nicht mehr rühren. Die Schlangen wurden wieder lebendig und schlängelten über ihren Körper.
    Mann, ist das eklig, du riechst definitiv besser, Boss., sagte Martha.
    »Wie das möglich ist? Ist es das, was du fragen würdest, wenn du nicht verhindert wärst?« Amüsiert betrachtete ich Eris.
    »Nun, die Sache ist so: Vor ein paar tausend Jahren haben der ägyptische Gott Thot und ich beschlossen, dass wir zusammenarbeiten wollten. Wir experimentierten ein wenig mit Magie, Alchemie, schrieben ein paar Bücher unter dem Künstlernamen „Hermes Trismegistos“. Aber irgendwann trennten sich unsere Wege wieder. Das war ziemlich unangenehm. Ich glaube er war einfach nur eifersüchtig, weil sein Name nicht in unserem Pseudonym vorkam. Naja, egal jedenfalls, habe ich dabei meinen Schlangen ein paar Kniffe beigebracht. Einer davon war, wie man göttliche Kräfte für eine Weile blockieren kann.«
    Lässig nahm ich Eris Mrs Calderons Ring ab und steckte ihn mir ein.
    George, Martha, kommt ihr?
    Ich hielt Eris meine Armbeuge hin, fast sah es aus, als ob ich mich bei ihr unterhaken wollte, aber ich ließ einfach nur George und Martha wieder zu mir herüber.
    Das war cool, Boss! sagte George aufgeregt. Wir sind ein gutes Team, nicht wahr?
    Danke, ihr Zwei. Ich betrachtete die Schlangen liebevoll. Hab ich euch eigentlich schon mal gesagt, wie viel ich euch verdanke?
    Ähm, das ist jetzt aber kein Grund sentimental zu werden, oder?
    Sorry.

    Still und heimlich legte ich dann noch schnell den Ring auf Mrs Calderons Kommode ab. Eine Weile noch beobachtete ich ihr Haus. Nach einer Weile entdeckte sie endlich den Ring. Die alte Frau begann vor Freude zu schluchzen und drückte den Ring an sich. Dann rannte sie zum Telefon. Wahrscheinlich um ihre Tochter anzurufen. Als Letztes hörte ich wie sie »Es tut mir ja so schrecklich Leid!« mit erstickter Stimme ins Telefon sagte. Dann verschwand ich wieder in die dunkle Nacht.



Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.