An American Horror Story

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2 Kapitel - 2.491 Wörter - Erstellt von: Two Face Joker - Aktualisiert am: 2016-04-12 - Entwickelt am: - 578 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Lediglich eine Story aus Murderer

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An American Horror Story- Die Freakshow geht weiter! [Part I of II]


Vor 23 Jahren half eine unbedarfte Hebamme einem kleinen Jungen auf die Welt, ohne zu wissen, dass sie das Kind besser zurückgeschoben und das Loch vernäht hätte. Denn damit zog sie das Grauen, den Freak aller Freaks, den amerikanischen Horror auf die Welt.
Jyrki Johnny Lee Lacrimas, der Welt wahrscheinlich eher unter dem Namen Saint Jyrki bekannt, Sänger und schockierender Frontmann der Band Posthuman, inspirierende Schockikone, drogennehmender, exzentrischer, jähzorniger, schreiender Hasser dieser Welt und der kompletten Menschheit, legte eine unglaubliche Karriere hin.
Mit gerade einmal 17 Jahren war er bereits bekannt wie ein Haushaltsmittel und der meistgehasste Mann Amerikas.
Nichts schien ihn aufhalten zu können und als er mit taufrischen 20 Jahren auch noch die bildhübsche Schauspielerin Jenna Lords heiratete und ihr seinen Namen gab, schien jeder zu wissen, dass diese Geschichte noch sehr lange weitergehen wird.
Doch ein Jahr später rutschte Jyrki ab. Seine Frau reichte die Scheidung wegen unüberbrückbarer Differenzen ein, es hagelte Auftrittsverbote, wo immer sie hinkamen.
Festivalveranstalter zogen die Nennung der Band zurück und die Plattenfirma überlegte, den Vertrag zu kündigen.
Radikal veränderte sich das Wesen und Auftreten der Fünf. Die Songs wurden weniger provozierend, bedeutungsloser, die Bühnenshow fad, Jyrki verstümmelte sich keineswegs mehr selbst auf offener Bühne und selbst sein Hintern war nur noch bekleidet zu sehen, den er ansonsten akribisch und vollkommen unbekleidet seinem Publikum präsentierte.
Und aus dem anfangs aus reiner Dekadenz stattfindenden Drogenkonsum wurde nun ein Mittel, um zu vergessen, dass er sich und seine Musik verraten hat.
Und mit 23 knallte ihm anscheinend eine Sicherung durch, denn er war plötzlich verschwunden. Seine Sachen weg, das Auto und der Hund spurlos verschwunden. Keine Nachricht zum Abschied, kein Lebenszeichen.
Auftritte mussten abgesagt werden und nur Gitarrist Gacy äußerte verhalten, dass Jykri einfach eine Pause bräuchte und zu einem guten Freund gefahren sei.
Doch bei den Fans blieb der Misstrauen. Dem Schockrocker war es schon vor seinem Verschwinden dreckig gegangen, war es nicht wahrscheinlicher, dass er sich einfach umgebracht hatte?
Aber so recht will keiner daran glauben und zu meiner eigenen Überraschung schaffte ich es, ein Interview mit dem Totgeglaubten führen zu dürfen.

Selbst für Kalifornien ist es echt kalt, als ich mein Interview mit Jyrki führen sollte.
Treffpunkt war das alte Rosemary's Inn, dass Tonstudio und ehemalige Hotel des Schockrockers (natürlich gehört ihm das Gebäude und das Tonstudio, den Betrieb hat er nie geführt).
Die Fenster sind von innen mit Pappe und Zeitung zugeklebt. Wieder mal Paranoia?
Vorsichtig drücke ich auf die Klingel und warte ab. Nichts regt sich, kein Licht geht an. Ich dachte schon daran, dass ich vergessen wurde und wollte gehen, als ein Schlüssel im Schloss rasselt und die Tür schwungvoll geöffnet wird.
Vor mir stand Jyrki, aber was für einer.
Die schwarzen Haare standen zu allen Seiten ab, ein unverschämt dreckiges Grinsen lag auf seinen Lippen. Und auch seine Kleidung war anders. Keine Stacheln, eine einfache, schwarze Jeans, na gut, Plateaustiefel und ein ebenfalls schwarzes Alien- Sex- Fiend Shirt. Nur der Nietengürtel mit den Ketten ist noch der Gleiche.
Grinsend fuhr er sich mit einer Hand durch das wirre Haar und trat einen Schritt zur Seite.
"Du bist spät, mein Junge."
Entschuldigend zuckte ich mit den Schultern und betrat das Reich des Schockrockers.
"Der Verkehr war mies. Und die Polizei war ziemlich oft unterwegs."
Neugierig sah ich mich in der großen Empfangshalle um und konnte ein Staunen nicht unterdrücken.
Der Boden ist aus weißem Mamor, blank geputzt, ich könnte mich beinahe drin spiegeln. Die Wände sind schwarz gestrichen, die Zierleisten blutrot. Abgesehen von dem aus Mahagoni gefertigtem Empfangstisch stehen nur noch eine cremefarbende Couch gegenüber der Aufzüge und ein paar dezente Topfpflanzen.
Alles stilvoll und wahrscheinlich unheimlich teuer.
Klackend fiel die Tür ins Schloss und Jyrki schloss wieder ab. Er warf mir einen Blick zu, den nur diejenigen kennen, die schon einmal Drogen genommen hatten. Man kann es schwer beschreiben, es ähnelt einem leichten Aufblitzen in den Tiefen der Augen, wie ein kurzes Zwinkern.
"Ich habe Koks dabei, wenn du willst."
Er lachte kurz und schüttelte den Kopf, sodass die langen Haare um sein Gesicht herumwirbelten.
"Langsam, langsam. Ich will mir nicht sofort alles von der Seele reden."
Wieder dieses kurze Lachen, bevor er plötzlich an mir vorbeiging und zielsicher die breite Treppe ansteuerte, die in eines der oberen Stockwerke führte. Um ja nicht zurückzubleiben, beeilte ich mich, ihm zu folgen und betrat schließlich ein ebenso stilvoll eingerichtetes Schlafzimmer.
Und auf der Fensterbank saß jemand, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ein wirklich hübsches Mädchen, das sich mir als Crystal vorstellte. Plötzlich strahlte Jyrkis ganze Haltung ein einziges Wort aus: "Meins".
Nicht mal im Traum würde man jetzt noch daran denken können, ihr zu nahe zu kommen. Ist ja nicht so, als könnte ein gezielter Faustschlag von Jyrki einen ins Jenseits befördern.
Also nahm ich lieber auf dem Bett Platz und stellte die Fragen, die nun einmal viele interessierten.



Kym: Du wirkst erschöpft

Jyrki: Ja, ich habe in letzter Zeit kaum geschlafen und viel nachgedacht. Ich verstehe nicht, warum Menschen mich mögen. Ich bin kein besonders netter oder sympathischer Mensch.

Du könntest eine Line nehmen, wenn du willst.

Und was dann?

Vielleicht noch eine zweite nehmen?

Als würde es je bei einer bleiben [lacht leise]

Ja, das stimmt. Man braucht immer mehr.

Nein, man muss nur den momentanen Level aufrechterhalten. [klicken, leise Schnupfgeräusche]

Lass uns damit anfangen, wie du geflohen bist.

Ich bin nicht geflohen. Ich habe eine Auszeit gebraucht. Das ist etwas anderes. Alles war mir zu viel, und ich hasse es, eine Marionette zu sein. Es ging nicht mehr darum, was ich wirklich sagen wollte. Das waren nicht mehr ich und auch nicht mehr meine Musik. Und als ich mal endlich nicht mehr high und betrunken war, konnte ich klar denken und sah ein, dass ich gehen musste.

Wie kommt es, dass du wieder anfangen willst?

Ich will mich wieder mitteilen können und mich ein wenig von privaten Dingen ablenken.

Private Dinge?

Entschuldige, wenn ich das jetzt so ausdrücke, aber das geht dich einen Scheißdreck an.

Ja, da hast du Recht. Gacy sagte einmal, du verachtest Menschen, die sich gehen lassen?

Ja, da hat er Recht. Ich meine, nichts gegen ein Tief, aber irgendwann muss man auch den Ar-sch hochbekommen und wieder etwas tun.

Gab es jemals irgendwelche Spannungen in der Band?

Am Ende ständig! Wir waren keine Band mehr, sondern zwei verfeindete Fronten: Gacy und ich gegen den Rest. Immer wenn wir uns sahen, konnte man die Feindschaft in der Luft spüren und man hätte nicht mal ein Streichholz anzuzünden brauchen, um uns zum Explodieren zu bringen.
Wir haben sie gehasst, weil sie die Band und die Musik verraten haben, sie haben uns gehasst, weil die Plattenfirma den Vertrag kündigen wollten.

Das klingt wie das Ende von Posthuman?

Das ist es. Sie sollen die Band behalten, ich komme mit Gacy schon klar.

Nimm doch noch ein Näschen?

Ein wenig am süßen Duft des weißen Staubes schnüffeln? Guter Einfall. [erneutes Klicken, wieder Schnupfgeräusche]

Warum denkst du, dass viele Musiker momentan auf schockierend machen? Oder mit schockierenden Leuten gesehen werden wollen?

Das kotzt mich an. Schockrocker werden langsam cool, und es geht einfach nur um das verfickte Namedropping.
Leute, mit denen ich vielleicht mal ein Wort gewechselt habe, behaupten, mich zu kennen und mit mir befreundet zu sein.
Das steigert ihr Ansehen, vor allem, wenn sie sagen ich würde ihre beschissene Musik mögen.
Ich würde lieber einen Diamantbohrer in der Harnröhre stecken haben, als mir ihre Platten anzuhören.

Die Einstellung ist gut. Noch ein wenig Staub?

Oh Mann, aber das ist jetzt wirklich die letzte Line. [zum dritten Mal Schnupfgeräusche]
Jedenfalls hasse ich Namedropping. Und nutze es selbst auch nicht. Die Leute sollen einen wegen dem Mögen oder Hassen, was man tut, nicht, weil man jemanden kennt.

Wie erklärst du dir, dass die Plattenfirma sich öffentlich bei dir entschuldigte?

Diese faschistischen Arschlöcher haben gemerkt, dass Posthuman ohne Gacy und mich einfach nur ein Haufen Scheiße ist.Und sie haben natürlich auch spitz gekriegt, dass Universal mich und Gacy haben wollte. Was sie natürlich auch bekommen haben. Ich bin eine Schlampe [lacht schallend]

Was geht dir durch den Kopf, wenn du dir die letzte Platte heute anhörst?

Das ich mir eine Kugel ins Hirn jagen sollte. Das ist Scheiße, Mainstreamscheiße.
Ich schäme mich dafür.

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Crystal ( 27269 )
Abgeschickt vor 353 Tagen
Ohne sch.eiß, das Interview ist ja mal mega geil XD ^^ besonders beim zweiten Teil hab ich mir den Arsc.h abgelacht XD gut gemacht ^^