The old Friend

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1 Kapitel - 2.644 Wörter - Erstellt von: WeiserWolf - Aktualisiert am: 2016-04-12 - Entwickelt am: - 238 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

OS über Shu und einen alten Freund von ihm.
>>Er, mein Freund, mein Liebling. Falls er noch am Leben ist, werde ich ihn finden und retten. Was würde ich nicht alles auf mich nehmen, um ihn zu finden. Und an allem war sie Schuld. Diese eine Person, die ich mehr hasse, als alles andere. Mehr noch als meine nervig lauten Geschwister.<<

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    Da mir meine Brüder mal wieder auf die Nerven gingen, beschloss ich, in einen der Kellerräume umzuziehen. Einen, der eher verborgenen Kellerräume hatte ich mir als Rückzugsort eingerichtet. Heißt so viel wie: ich habe ein Sofa rein gestellt. Meine Brüder gingen mir öfter auf die Nerven. Dabei wollte ich doch nur in aller Ruhe Musik hören. Vorsichtig ging ich in mein Versteck. Doch selbst da sollte mir heute keine Ruhe gegönnt werden. Jaulen drang an mein Ohr. Ich hatte es auch in den letzten Tagen immer mal wieder gehört, jedoch war es heute irgendwie lauter und noch kläglicher als sonst.

    >>Elf Jahre ist es nun schon her! Wäre es möglich, dass er noch am Leben ist?<<

    Schnell verwarf ich den Gedanken wieder. Selbst, wenn er noch lebte, dann wäre er garantiert nicht hier. So unvorsichtig war nicht mal meine Mutter. Jedoch war jetzt meine Neugier geweckt. Obwohl ich müde war, ging ich leise dem Gejammer nach. Immer wieder musste ich stehen bleiben und überprüfen, von wo diese nervenden Geräusche kamen.
    Plötzlich stand Reiji vor mir.

    >>Was macht der denn hier? Sonst ist er doch auch nicht hier unten!<<

    „Shu, was willst du hier? Sonst bist du doch auch nicht hier unten!“,

    fragte er mich böse. Außerdem schob er seine Brille zurecht, obwohl sie ohnehin schon perfekt saß. Alleine wegen letzterem könnte ich ihn umbringen. Es regte mich so auf, dass er immer tat, als sei er besser als alle anderen. Insbesondere besser als ich. Ja, vielleicht war er besser als ich, aber das war für mich in Ordnung. Ich wollte nie so viel lernen, doch ich musste. Und an allem war meine Mutter schuld. Nicht nur, dass ich immer lernen musste. Nein, nicht mal meinen besten Freund, mein ein und alles, hatte ich behalten dürfen.
    Mir viel auf, dass das Heulen verstummt war. Ohne meinen kleinen Bruder auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, drehte ich mich um und ging in die entgegengesetzte Richtung davon.

    „Du hast unheimlich schlechte Manieren!“,

    rief dieser mir noch hinterher, doch auch darauf reagierte ich nicht weiter. Es hatte eh keinen Sinn.
    Nach kurzem Überlegen beschloss ich jedoch bei nächster Gelegenheit wieder den Ursprung des merkwürdigen Geräuschs zu untersuchen, denn ein kleiner Teil von mir hoffte törichterweise immer noch, er würde noch leben.

    >>Er, mein Freund, mein Liebling. Falls er noch am Leben ist, werde ich ihn finden und retten. Was würde ich nicht alles auf mich nehmen, um ihn zu finden. Und an allem war sie Schuld. Diese eine Person, die ich mehr hasse, als alles andere. Mehr noch als meine nervig lauten Geschwister.<<

    Die nächsten beiden Tage verliefen eher ruhig. Meinen Brüdern ging ich aus dem Weg und im Keller konnte ich auch nichts finden. Erneutes Winseln drang ebenfalls keines an mein Ohr.
    Als Reiji am dritten Tag wieder einmal in den Keller ging, beschloss ich ihm nachzuschleichen. Schließlich muss es doch irgendeinen Grund geben, warum er sich ständig im Keller herumtrieb. Nach kurzer Zeit kamen wir an den Ort, wo Reiji letztes Mal auf mich getroffen war.

    „Hoffentlich kommt mir nicht wieder dieser Nichtsnutz in die Quere. Er muss mal wieder gefüttert werden und außerdem möchte ich wissen, wie die neuen Drogen wirken,“

    drang es leise zu mir. Mein kleiner Bruder führte offensichtlich Selbstgespräche. Leise lachte ich bei dem Gedanken in mich hinein. Aber viel wichtiger war:
    Wer muss mal wieder gefüttert werden?
    Was stellt dieser Idiot jetzt schon wieder an?
    Von was für Drogen redet er da bitte?
    Und sind diese neuen Drogen gefährlich für einen Vampir?


    Immer weiter folgte ich ihm, denn ich wusste, dass er etwas zu verbergen hatte. Irgendwann, als ich schon gar nicht mehr wusste, wo wir waren, hielt er vor einer Mauer an. Dann löste er sich in Luft auf. Mir war natürlich klar, dass er sich nur teleportiert haben konnte und sich nicht wirklich aufgelöst hatte. Kaum war er weg, fing das Winseln auch schon an. Doch dieses Mal war es nicht leise sondern recht laut. Schritt für Schritt ging ich zu der Mauer. Ich legte ein Ohr an die Mauer und hörte Reiji lachen. Nicht fröhlich oder so. Nein einfach nur gehässig und böse.

    >> Was auch immer da von ihm festgehalten wird, kann einem echt leidtun<<


    Nach kurzem Überlegen, beschloss ich mich zu verstecken. Denn sollte mein kleiner Bruder mich sehen, würde er wahrscheinlich alles tun, um mich von meinem Vorhaben abzubringen. Außerdem sollte man Reiji's Zorn besser nicht auf sich ziehen, es sei denn man mochte es, unfreiwilliger Drogentester oder armes Hausmädchen zu werden. Außerdem würde er das, was auch immer hinter der Mauer war, an einen anderen Ort bringen und ich würde nie herausfinden, was es war.
    Auf einmal hatte ich verschiedene Bilder vor Augen. Meine gesamte Vergangenheit zog rasend schnell an mir vorbei, bis sie an dem Moment anlangte, in dem Edgar ihn mir übergeben hatte, nur um dann wieder voranzuschreiten, mir die wenigen glücklichen Momente noch einmal zeigte und mir schlussendlich das Bild des Momentes vor Augen führte, in dem ich ihn verloren hatte.

    >>Warum musste es so enden? Was hatten wir so Schlimmes getan?<<

    Plötzlich fiel mir auf, dass etwas Salziges meine Wange hinunterlief. Es waren Tränen.

    >>Tränen, die ich mal wieder wegen ihm vergoss. Und an allem war meine Mutter schuld. Ich hasste sie und wenn mir nicht mein Bruder zuvorgekommen wäre, hätte ich sie wahrscheinlich selbst umgebracht! Für alles, was sie mir angetan hatte.<<

    Erneut hörte ich Schritte. Doch diesmal kamen sie in meine Richtung.

    >>Scheiße! Schnell weg hier!>>

    Ich teleportierte mich zurück in mein „Zimmer“. Egal wohin, Hauptsache weit weg von Reiji. Im Kellerraum legte ich mich aufs Sofa und hörte weiter Musik. Nach dieser Aufregung musste ich erstmal eine Runde schlafen.
    Stunden später wachte ich auf. Jedoch musste ich erst überlegen, wo ich eigentlich war. Nach einem weiteren kurzen Moment, stand ich auf und machte mich langsam auf den Weg nach oben.
    Dort traf ich auf Ayato, Laito und Reiji. Ayato und Laito spielten Dart und Reiji las, so wie fast immer. Vorsichtig trat ich an meine Vampirbrüder heran.

    „Oh Shu, willst du mitspielen? Ich bin grade dabei, Ayato fertig zu machen“,

    kam es von Laito.

    „Stimmt doch gar nicht,“

    meckerte Ayato sofort los.

    „Nichtsnutz, du bist auch mal wieder da,"

    kommentierte der Dritte meiner Brüder abschätzig mein Auftreten.

    Meine einzige Antwort: ein unverständliches Brummen. Sollte sich doch jeder seine eigene Meinung bilden, was es heißen soll. Aber so wie es aussah, hatte mir sowieso keiner meiner Brüder mehr zugehört. Ayato und Laito waren inzwischen in einen Streit verwickelt, wer wen fertig machte und Reiji interessierte sich sowieso nicht für mich.

    >>Wenn er am Lesen ist, wird das wohl noch ein paar Stunden dauern. Diese Zeit könnte ich nutzen und im Keller stöbern, aber sollte ich das wirklich machen? Ich könnte genauso gut ein Schläfchen halten. NEIN! So darf ich gar nicht denken! Heute werde ich meine Faulheit überwinden und herausfinden, wen oder was mein kleiner Bruder im Keller versteckt.<<

    Mit diesem Entschluss begann ich wieder zurück in den Keller zu gehen. Reiji würde mich die nächsten Stunden auch nicht stören. Die perfekte Gelegenheit also.
    Nach ein paar Minuten war ich zu faul weiter zu gehen. So kam es, dass ich mich vor die Wand teleportierte. Vorsichtig stellte ich die Kerze ab und tastete ebenso vorsichtig die Wand ab. Da ich nichts finden konnte, überlegte ich kurz.

    >> Soll ich es riskieren und mich auf die andere Seite der Mauer teleportieren? Wer weiß, was Reiji dahinter alles versteckt. Naja, im Notfall könnte ich mich immer noch schnell heraus teleportieren.<<

    Hinter der Mauer war alles Dunkel. Nicht einmal meine Hand konnte ich sehen und sie war immerhin direkt vor meinen Augen. So langsam stieg Panik in mir hoch. Als dann auch noch ein herzzerreißendes Heulen aus einer der Ecken zu hören war, wäre ich beinah wieder abgehauen. Jedoch hielt mich irgendwas zurück. Fast instinktiv wusste ich, was auch immer das dort in der Ecke war, es würde mir kein Leid zufügen. Langsam, um das Etwas nicht zu erschrecken, bewegte ich mich auf die Ecke zu. Leises Kettenrasseln drang an mein Ohr. Als würde jemand oder besser gesagt etwas Ketten hinter sich herziehen oder versuchen sich aus eben diesen zu befreien.

    >> Sollte ich mich zurück teleportieren? Was auch immer das sein mag, es macht mir Angst! Und ich sehe nicht mal die eigene Hand vor Augen.Und das nur, weil ich Dummkopf die Kerze draußen vergessen habe. Es ist wahrscheinlich das beste meine wundervoll blau leuchtende Kerze zu holen und dann den Raum zu inspizieren.<<

    Langsam wich ich zurück zur Wand. Schritt für Schritt, um auf keinen Fall zu stürzen. An der Wand angekommen, teleportierte ich mich auf die andere Seite, nahm die Kerze, welche glücklicherweise noch da stand, wo ich sie abgestellt hatte und teleportierte mich wieder zurück. Dieses Mal hatte ich dann auch meine Umgebung im Auge. Der Raum, in dem ich stand, war ungefähr 10x15 Meter groß. In der Ecke, aus der eben schon das Winseln und das Kettenrasseln gekommen war, konnte ich jetzt die Umrisse eines Tieres erkennen.
    Plötzlich kam etwas auf mich zugeschossen. Noch bevor ich es ganz realisiert hatte, lag ich schon auf dem Boden. Die Kerze, welche sich immer noch in meiner Hand befand, war erloschen.
    Etwas Schweres lag auf meinem Schoß. Dieses Etwas verhinderte auch, dass ich aufstehen konnte. Bevor ich auch nur einen Versuch starten konnte, dieses schwere Ding von mir runter zu bekommen, hatte ich schon was ekelhaft Feuchtes im Gesicht.

    >> Ihhh was ist denn das jetzt so feucht und glibberig! Einfach nur eklig!<<

    Dieses feuchte Ding verwirrte mich ganz schön. Jedoch schaffte ich es nach einem kurzen Moment meine Fassung wieder zu gewinnen.
    Ganz vorsichtig streckte ich meine Hand nach dem aus, was auf mir lag. Es fühlte sich fremd und doch so vertraut an.
    Auf einmal hörte ich Schritte.

    >> Reiji!<<

    schoss es mir durch den Kopf.

    >> Na super, einen unpassenderen Moment hätte er kaum treffen können. Wie komm ich jetzt von hier weg? Am besten teleportieren, oder?<<

    Gesagt, getan! Ich teleportierte mich in meinen Kellerraum. Jedoch hatte ich ja dieses Ding noch auf dem Schoss. Dies fiel mir jedoch erst auf dem Sofa auf. Jetzt konnte ich das Etwas auch das erste mal sehen. Es war ein Hund. Nein, falsch es war MEIN Hund! Er war es tatsächlich! Zwar sehr ungepflegt, mit stumpfem Fell und leicht abgemagert, aber er war es.

    >> HILFE! Halluziniere ich jetzt?<<

    Doch trotz Kneifen blieb da ein Schäferhund in meinem Zimmer sitzen. Als er realisierte, dass er nicht mehr in dem kleinen Kellerraum war sondern bei mir, fing er an, durch das Zimmer zu rennen. Er wirbelte alles durcheinander und veranstaltete einen Radau, welchen man wahrscheinlich durch den ganzen Keller hören konnte.

    „Jetzt halt aber mal die Klappe, Kleiner!“

    fuhr ich ihn an. Ich wusste Rolfe freute sich nur. Allerdings musste ich mich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass er wieder da war. Seufzend legte ich mich aufs Sofa. Meine Gedanken sind ein einziges Chaos.

    >> Und jetzt? Soll ich ihn behalten? Reiji zur Rede stellen? Einfach abwarten was passiert? Ich meine, ich freue mich ja wirklich, dass er hier ist, aber eigentlich habe ich mich ja noch nie wirklich um einen Hund gekümmert! Kann ich das überhaupt? Wie werden meine anderen Brüder reagieren, wenn wir auf einmal einen Hund haben? Schließlich wissen sie nichts von ihm. Meine Mutter hatte ihn mir noch am gleichen Tag, als ich ihn von Edgar bekommen hatte, wieder weggenommen und dann wahrscheinlich im Keller eingesperrt. Wer hat sich eigentlich die ganze Zeit um ihn gekümmert? Reiji? Wohl kaum! Er hätte ihn direkt vergiftet. Wie alt ist Rolfe jetzt eigentlich?<<

    Noch während ich in meinen Gedanken versunken war, hatte sich mein treuer Gefährte neben das Sofa gesetzt und schaute mich mit feuchten Augen an.

    „Es tut mir so leid, mein Kleiner. Ich habe dich wochenlang gesucht und nicht gefunden. Irgendwann habe ich dann aufgegeben. Es tut mir so unendlich leid!“

    Ganz aufmerksam sah er mich an. Dann legte er sich hin und rollte sich unters Sofa. Noch im selben Moment stand mein kleiner Bruder Kanato plötzlich im Zimmer. Der als einziger mein Versteck im Keller kannte, weil er mich oft auf dem Weg zu seinen Puppen getroffen hatte.

    „Warst du das hier etwa Shu-san? Komm Teddy wir gehen lieber. Ich bezweifele, dass wir wissen wollen wozu mein großer Bruder noch alles fähig ist. Nicht, dass du danach auch so aussiehst,“

    sagte er und schaute mich mit großen lilanen Augen an. Schon im Gehen musterte er mein Zimmer und erblickte den Hundeschwanz, welcher noch unter dem Sofa herausschaute.

    „ Shu-san seit wann hast du denn einen Hund?“

    „Nicht so wichtig. Sag den anderen bitte nichts davon, ok?“

    „Und was bekommen Teddy und ich dann dafür?“

    „ Meine Süßigkeiten.“

    „In Ordnung Shu-san! Teddy und ich bekommen deine Süßigkeiten und dafür verraten wir dich nicht. Bis später Onii-chan,“

    waren seine letzten Worte, bevor er aus meinem Kellerraum ging. Nochmal Glück gehabt.
    >> Was soll ich denn jetzt machen?<<

    Leise begann Rolfe zu winseln.

    >>Was hat er denn jetzt? Muss er mal raus? Hat er Hunger oder Durst? Am besten gehe ich erst einmal mit ihm raus. Danach sehen wir weiter.<<

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